Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Jllustrirtrs Sonntagsblatt.
JS 189
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Marburg,
Donnerstag, 13. August 1896.
Anzeigen nimmt entgegnt die Expedition dieses Blattes, sowie di« Annoncrn-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in Frankfutt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf Moss« tu Frankfutt a. M., Berlin, München u. Köln, C. L. Daube u. Co. in Frankfutt a. M., Berlin, Hannover, PattS.
zu Theil werden lassen, zu beobachten, wird von der Fähigkeit Frankreichs, als Kulturttäger in den Kolonien zu wirken, nur eine geringe Meinung haben. England endlich hat durch sein rücksichtsloses Ausbeutungssystem im vorigen Jahrhundert den Abfall der Vereinigten Staaten herbeigeführt, es hat durch die unwürdige Behandlung der Eingeborenen den furchtbaren Aufstand in Indien in der Mitte
XXXI. Jahrg.
Deutschlands Ehrenschild in den Kolonien.
*** Die traurigen Vorkommnisse, die sich in den letzten beiden Jahren in unseren Kolonien zugetragen haben, die Fälle Leist, Wehlan, Peters und letzthin der Fall Schröder lassen auf den ersten Anblick daran zweifeln, das es gelingen wird, das Ansehen des deutschen Namens in fernen Ländern zu heben. Trotzdem aber meinen wir, daß man die ftohe Hoffnung nicht aufzugeben braucht, daß Deutschland im dunklen Erdtherl die Kultur ebenso fördern wird, wie deuffche Wissenschaft den europäischen Kontinent be- fmchtet hat.
Zu dieser Hoffnung gelangen wir bei ruhiger Betrachtung der Fälle und bei einem Vergleiche des Verhaltens Deutschlands in den Kolonien mit dem anderer Länder, die schon seit längerer Zeit eine Rolle als kolonialbcsitzende Reiche spielen.
Wir dürfen zunächst nicht vergessen, daß es sich bei den unerfreulichen Fällen der Leist und Genossen nur um die gewiß nicht genug zu verdammenden Thaten Einzelner, nicht um ein zn verdammendes System handelt. Denn diese Männer handelten nicht etwa in Gemäßheit mit einem kolonisatorischen Systeme, sondern im Gegentheil im Gegensätze zu diesem Systeme. Man mag dem deutschen Kolonialsysteme vorwersen, daß es schwerfällig und bureau- kratisch ist, daß es nicht genügend den Zweck der wirthschaftlichen Ausbeutung im Auge hat; aber daß es ungerecht ist, daß es zur schlechten Behandlung der Eingeborenen anregt, wird Niemand behaupten können. Und deßhalb sind die Leist - Wehlan die Ausnahme; Männer wie Wißmann, Scheele, Soden, Emin, Eltze, Gravenreuth, Bülow, Männer, von denen mancher schon im heißen Sande Afrikas ruht, Männer, von denen mancher vielleicht seiner Aufgabe nicht ganz gerecht geworden ist, die aber makellos die Würde des deutschen Namens vertreten haben, bilden die Regel.
Wie aber steht es mit den anderen Kolonialstaaten, mit Spanien, Frankreich, England. Spanien hat seine Kolonien immer nur als milchende Kuh für das Mutterland betrachtet, es hat ein schnödes Ausbcutungssystem betrieben und ist dabei vor den ärgsten Erpressungen nicht zurückgeschreckt; deßhalb hat es im Anfänge dieses Jahrhundetts Mittel- und Südamerika eingebüßt und steht im Begriffe, seine wetthvollste Kolonie, Cuba, zu verlieret. Wer Gelegenheit gehabt hat, die rohe Behandlung, die die Franzosen noch jetzt den Eingeborenen Algeriens
(Nachdruck verboten.)
Martha und Maria.
Roman von Arthur Zapp.
(Fortsetzung.)
Der große Kasinoball, der Glauzpuntt der Saison, rückte näher und näher, und Martha hatte sich vorge- vommen, diesmal den Cottllon, für den, wie sie erfuhr, große Vorbereitungen getroffen wurden und der allerlei ivtereffante Ueberraschungen bringen sollte, unter allen Umständen mitzutanzen.
„WaS meinst Du, lieber Robert," sagte sie wenige Tage vor dem großen Ereigniß, für das sie im Geheimen bereits ihre Vorkehrungen getroffen, „was meinst Du, wenn wft Matte bitten, die Nacht über btt uns zu bleiben? Man könnte doch dann einmal ohne alle Sorge und Skrupel sich dem Vergnügen hir geben. Pu weißt, wie gern Willy zu Matte geht und wie gut sie versteht, mtt ihm fertig zu werden."
»Du vergißt," wandte er ttn, „daß Marie jedenfalls selbst den Ball mttzumachm beabsichtigt."
„Du irrst, ihr liegt nichts an dem Balle."
Er blickte erstaunt auf.
„So? Das ist ja seltsam. Du hast sie gewiß ersucht, auf den Ball zu verzichten, damit Du —"
„Sie hat es mir selbst angeboten," unterbrach sie ihn rasch. „Sie macht sich nichts aus dem Tanzen."
Ein müleidiges Lächeln erschien in dem Antlitz der Sprechenden.
„Es ist eben kein Vergnügen, zuzusehen, wie andere sich amüfiren und selbst als Mauerblümchen die Wand zu zieren."
diefes Jahrhunderts verschuldet, es hat endlich jetzt an der Neige des Jahrhunderts durch das brutale Verfahren gegen die Urbevölkerung den Verzweiflungskampf der Matabcle veranlaßt. Denn nach den neuesten und zuverlässigsten Meldungen hat nicht etwa die Rinderpest und die dadurch nothwendig gewordene Tödtung des Viehes den Aufstand verursacht, sondern die von den Engländern beliebten Ausschreitungen, besonders gegen Frauen und Mädchen, haben den Funken zur Flamme werden lassen. Also nicht wie bei uns, handelt es sich um die Thaten Einzelner, sondern um das verdammenswerthe Verhalten einer Mehrheit. Und deßhalb ist den Engländern sogar die von ihnen organisirte eingeborene Polizei untreu geworden.
Wieviel besser hat es Deutschland verstanden, ftiedliche und widerstrebende Elemente zu versöhnen Man hat in dem bescheidenen und sachlichen Berichte des Majors Leutwein über die letzten Vorgänge in Süd- westafttka nicht genügend beachtet, welch' ein Tttumph eigentlich darin liegt, daß Witbooi und Samuel Mahevero sich als treue Bundesgenossen erwiesen. Beide Männer, noch vor wenigen Jahren mit Demschland und miteinander verfeindet, kämpften gemeinsam unter deutscher Fahne! Giebt es einen glänzenderen Beweis für den Erfolg deutscher Gerechtigkeit?
Und deßhalb ist uns ttotz der auch uns tiefbe- trübendenden Affairen Leist und Konsorten nicht bange darum, daß Deutschland seiner kulturellen Mission auch im fernen Aftika gerecht werden wird. Freilich müssen die Männer, die sich entschließen, in den Kolonien dem Vaterlande zu dienen, sich mit dem Bewußtsein erfüllen, daß sie dort eine zehnfache Verpflichtung haben, die Ehre des deutschen Namens hochzuhalten.
Deutsches Reich.
* Berlin, 11. August. (Tagesbericht.) Seine Majestät der Kaiser hat sich, wie man aus Cassel meldet, von seinem leichten Unwohlsein vollständig erholt und erfreut sich des besten Wohlseins. Die täglichen Ausflüge in den Habichts-
Er runzelte leicht die Stirn. Martha hatte oft eine recht lieblose Art, über Andere, auch über ihr ganz Nahestehende zu urtheilen. Im Uebrigen war ihr Vorschlag nicht übel. Er hatte schon oft mit Bewunderung beobachtet, wie ausgezeichnet die Cousine seiner Frau es verstand, sich mit Willy zu beschäftigen, wie gern sich der Kleine gerade von ihr auf den Arm nehmen ließ, während er sonst vor jedem fremden Gesicht ein furchtbares Geschrei erhob. Sie zeigte sich auch völlig bewandert in allen Dingen, die zur Kinderpflege gehören, und es war ein Vergnügen, zu sehen, wie leicht und rasch ihr dabei Alles von der Hand ging.
„Jung gewohnt, alt gethan," hatte sie scherzend geäußert, als Robert ihr ttnmal sein Erstaunen aus- gedrückt.^ „Ich habe schon als ganz kleines Mädchen meine jüngeren Geschwister bemuttert und ich kenne nichts Lieberes, als solch ein süßes, kleines, hilfloses Ding im Arme zu hatten."
So willigte er denn ein, und Marie war schon am ftühen Nachmtttage zur Stelle, sodaß sich Mattha ungestört und mit aller Muße ihrer Balltolleite widmen konnte. Mehr als je schwelgte sie in den Wonnen, die für ihre eitle, am Oberflächlichen haftende Seele darin lagen, sich in ihrer Schönheit und strahlenden Toflttttnpracht von den anderen Offiziersdamen beneiden und von den Offizieren den Hof machen zu lassen. Die Huldigungen, die man ihrer Schönheit und ihren gesellschaftlichen Talenten nach wie vor darbrachte, waren um so schmeichelhafter, als dieselben jetzt von jeder egoistischen Berechnung frei waren und allein als ein Ausdruck aufrichtiger, unwillkürlicher Bewunderung gelten mußten.
Einen berauschenden Rttz hatte der Verkehr mit
wald, der Ausenthatt in der stärkenden Wilhelmshöher Waldluft find von besonders günstigem Einfluß aus das Befinden des Monarchen gewesen. — Major v. Wißmann theilt der „Nat.-Ztg." mit, er habe die ihm untergeschobene Absicht, seinen Gouverneur- Posten aufzugeben, an zuständiger Stelle nicht kund- gegeben. Ende September kommt Wißmann nach Berlin.
* (Zur angeblichen Kanzlerkrisis) äußern sich jetzt auch die „Hamb. Nachr.", indem sie ausführen, daß an die Reise des Fürsten zu Hohenlohe nach Wilhelmshöhe allerlei Vermuthungen angeknüpft worden seien. „Die einen behaupteten, der Reichskanzler habe seinen Abschied erbitten wollen, die anderen, er habe Vortrag über die Lage der Militärstrafprozeßordnung gehalten, die dritten, die verwickelte Situation im Orient habe den Anlaß zu dem Besuche gegeben. Welche von diesen Versionen zutreffe, sei z. Z. nicht zu sagen; aber es lasse sich nicht bestreiten, daß der ftühe Abbruch der Nordlandfahrt, die Reise des Grafen Philipp Eulenburg nach Altaußee, das unerwartete Aufgeben der Rheinreise und andere Umstände dafür zu sprechen scheinen, daß au: Wilhelmshöhe, wo auch die Chefs des Militär- und Civilkabinets eingetroffen waren, politische Entscheidungen getroffen sein könnten. Wir warten ab, welche Antwort darüber erfolgen wird." So das dem Fürsten Bismarck nahe stehende Blatt. — Die offiziösen „Münch. N. N." bemerken zu derselben Angelegenheit: „Weitsichtige Politiker verheimlichen fidj die Gefahren nicht, die in der Anlehnung der Regierung an das Centrum für eine nationale Entwickelung der deutschen Politik liegen, und sehen die Zeit voraus, wo der Ulttamontanismus seine Gegenrechnung stellt. Wenn nicht alle Anzeichen trügen, befinden wir uns bereits im Anfang dieses Stadiums. Hieiin liegt eine der Hauptschwierigkeiten für den jetzigen Leiter der deutschen Politik, der nicht gesonnen ist, seine Vergangenheit auf Kosten kurzlebiger Erfolge zu verleugnen. Weiter ist bekannt, daß die Frage der Militärstrafprozeßreform eine fast unüberbrückbare Kluft in höheren Kreisen geschaffen hat. Die Frage wird im Dezember wieder akut werden. Allerdings ist die Aussicht auf eine befriedigende Lösung der Militärsttafprozeßresorm nicht ausgeschlossen." — Die „Post" behandelt die Krisengerüchte ironisch und hält sie, wie auch wir gestern au? führten, für Erfindungen. Aus kurzen nichts sagenden Thatsachen braut sich der richtige Krisenfabrikant alsbald das schönste Knsen- gerücht. Die „Post" hat hier offenbar Recht.
* (Zur Bäckereiv erordnung.) Gegenden Berliner Bäckermeister König ist wegen Uebertretnng
Alfted von Holleben für sie. Es war die süßeste Schmeichelei, die ihrer sieghaften Schönheit gezollt werden konnte, wenn sie ihn mit sich kämpfen und ringen sah, wenn sie sich an den Qualen weiden konnte, die ihm seine krampfhaften Bemühungen bereiteten, ihr nicht durch Blicke und Worte die Leidenschaft zu verrathen, die seine Brust noch immer glühend zu durchwogen schien. ES gewähtte ihr einen wahren Hochgenuß, wenn sie gelegentlich bei einem zu kecken Wort, btt einem zu heiß sprühenden Blick die Augenbrauen tadelnd zusammenziehen, ihre Lippen schürzen und mit kaltem, stolzem Blick seine Unachtsamkttt, seine Keckhett strafen konnte.
Ja, sie konnte es sich zuweilen nicht versagen, absichtlich kaltes kokettes Spiel mit ihm zu treiben, indem sie ihn durch einen weicheren Klang im Ton ihrer Stimme, durch ehren wärmeren, gleichsam selbstvergessenen Blick zu Unvorfichtigketten anreizte, nut, um sich dann hinterher in dem Mantel der beleidigten Frauenwürde drapiren zu können, was für sie mindestens den Reiz der Neuheit hatte.
Das erste Mal seit Willys Geburt hatte sie auf einem Ball bis zum Cottllon bleiben dürfen. Und gerade der Cottllon war der schönste aller Tänze, der interessanteste gewiß. Sie hatte ihn diesmal mit Alfred von Hollebm ge'anzt. Es war entzückend gewesen. Daß er einer der elegantesten, wenn nicht der eleganteste Tänzer der Garnison überhaupt, war unter den Damen längst eine aus gemachte Sache. Es hatte ihr dünken wollen, daß er nie mtt solcher Hingabe, mit solcher Leidenschaft getanzt.
(Fortsetzung folgt.)
der Verordnung für das Bäckereigewerbe Anklage er“ hoben worden. König, der bekanntlich auf Kosten der Berliner Bäcker-Innung den Prozeß gegen die Bäckerei-Verordnung durch alle Instanzen durchfechten soll, wurde notige Woche aufs Polizei-Bureau geladen und dort gefragt, ob er die Verordnung und den Kalender im Arbeitsraum aufgehängt habe. Er verneinte dies mit dem Bemerken, daß er die Verordnung als zu Recht bestehend nicht anerkennen würde.
* (Die Deutschen im Auslande.) Ein neuer erfreulicher Beweis dafür, daß die Deuffchen im Auslande im Bewußtsein ihrer Zugehörigkeit zu einem national geeinten Volke einen starken Rückhalt finden, liefert eine Aeußerung des in Basel erscheinenden „Deuffchen Wochenblattes für die Schweiz". Hier lesen wir als Erwiderung auf die Meldung schweizer Blätter, daß sich an die Jialienerhetze in Zürich eine Deutschenhetze schließen werde:
„Wehe denen, die einen derartigen Versuch wagen! Di« Deutschen in der Schweiz sind keine Italiener, keine der üblen Elgenschasten der letzteren haftet ihnen an, sie sind keine Messerhelden, aber sie lassen sich auch nicht wie eine gescheuchte Heerde Hammel nach Belieben austreiben. Wir sind 100600 friedliche Bürger des deutschen Reiches in einem befreundeten Staate, dessen Landeskinder in großer Zahl auch in unserer alten Heimath ihr Brod suchen, wir wissen uns eines Stammes mit der Mehrzahl der schweizerischen Bevölkerung, wir achten und befolgen die Landesgesetze, aber wir verlangen auch die peinlichste Beobachtung unserer durch den N-ederlassungsvertrag erworbenen Rechte. Wer sich an unserer Person oder unserem Eigenthnm zu vergreifen vermessen genug sein sollte, wird bittere Frucht ernten. Hinter uns steht das butsche Reich, das jeden seiner Bürger auch im Auslande zu schützen weiß. Das mögen sich diejenigen merken, die es angeht!"
* (Marinemanöver.) Die großen Manöver der Marine haben gestern begonnen. Tas Uebnngs- geschwader steht unter dem Befehl des Admirals Knorr. Dasselbe umfaßt 52 Fahrzeuge. Es ist dies die größte Zahl von Schiffen, mit der bisher Manöver veranstaltet worden sind. Die Manöver werden bis zum 15. September beendet sein.
* (Ahlwardt.) Der Reichstagsabgeordnete Ahlwardt hat aus Amerika nach Berlin mitgetheilt, daß er im Herbst nach Deutschland kommen werde. In Ahlwardt nahe stehenden Kreisen will man jedoch wissen, daß sein Besuch nur von kürzerer Dauer sein werde; zunächst werde er in Berlin mehrere öffentliche Votiräge über die Erfolge seiner antisemitischen Agitation in Amerika halten, dann aber auch die Angelegenheit seines Friedeberg-Arnswalder Reichstagsmandats regeln, d. h. hoffentlich das Mandat niederlegen.
(Nachdruck verboten.) „Made in Germany".
Eine Studie vou Dr. Lskar Winternitz.
Wer hätte, im Buche der Geschichte blätternd, nicht chon einmal den Wunsch empfunden, Zeuge einer jener tiefgehenden Revolutionen zu sein, die die Kulturverhältniffe vön Grund aus verändern und ihnen für lange Zeit den Stempel aufdiücken, — jener Revolution etwa, die der Emdeckung des Genuesen folgte, als neue Weithe entstanden, neue Anschauurgen sich bildeten, alte Wege verödeten und in bisher unbetietene brausend sich der Verkehr wälzie?
Aber sind wir auch sicher, daß wir, wenn wir eine olche Umwälzung erleben, dessen inne werden, daß wir nicht, beschäftigt mit d«r Heinen Arbeit des Tages, den rauschenden Flügelschlag der Geschichte überhören? Wird der Leser nicht ungläubig aufblicken, wenn wir di« Mttnung aus- prechen, daß wir heut solche Revolution erleben, die eine veränderte Machtgruppirung herbeizuführen, alte Gewalten zu erniedrigen, neue auf den Thrcn zu setzen, dem Strom der Kultur vielleicht aus Jahrhunderte hinaus eine andere Färbung zu geben bestimmt scheint?
Aber diese Revolution geht vor sich, täglich, neben uns um uns. Sie wird in lärmenden Werkstätten und in stillen Comptoiren, in wissenschaftlichen Laboratorien und geschäft- tigen Rhedertten gemacht. ist eine Massenrevolution und Hunderttaustnde find ihre Träger. Aber sie hat auch ihren Helden. Einst streckte er seinen Arm gebietend über Länder und Meere aus. Aber sein Vaterland brach zusammen und er sah sich zur Bedeutungslosigkeit veranlaßt. Da ging er still und unermüdlich an die Arbeit, in Jahrhunderten wieder zu gewinnen, was verloren gegangen war Ist er unwissend und unerfahren? Er lernt, er beobachtet er studirt und probirt. Ist er arm? Er lebt besche den und wart Er ist geduldig, fleißig, h-llblickend, thatkräftig, einnderlsch. Er erobert sich seine Herrschaft Zoll um Zoll Dt-k» Held ist der deu-flhe Kaufmann, und im BaL der Revolution stehen die Wörtleiu: „Made in Germany".
sticht kann es mit diesem Worte gehen, wie vordem mit den Bezeichnungen „Geusen" oder „Whigs": daß es nus emem Lpottruf ein Ehrenname wird.
Was war „Made in Germany" vor 20, 30 Jahren? Es war Heine Waare, von Heinen Leuten für kleine Leute