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Alyeigen nimmt entgegen di» Expedition dieses Blattes, sowie die Annonceu-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in

Frankfutt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf XXXI. Iabra.

Mosse rn Frankfutt a. M., Berlin, München u. Köln, C L.

Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, PattS.

Marburg,

Dienstag, 11. August 1896.

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

*&ü,#ite,,bu» Jlluürirtes Sanntaasblatt» »«-«»«><»>!*

für den Jnseratenthell: Joh. Aug. Koch, beide in Marburg.

Unsere Auswanderungsgesetzgebung.

* Ein Gesetz, das die Auswanderung aus Deutsch­land reichsgesetzlich regelt, ist bekanntlich ttotz oft geäußerter Wünsche noch nicht zur Vorlage gebracht worden. Die Ueberwachung und Fürsorge für die Aus­wanderer liegt vielmehr bisher noch den Regierungeu der Einzelstaaten ob. Für Preußen regelt ein Gesez vom Jahre 1853 die Auswanderung. In demselben wnd gefordert, daß Verträge mit Auswanderern zur Beförderung nach überseeischen Ländern nur von so­genannten concessionitten Personen abgeschlossen werden dürfen, d. h. solchen, die als unbescholtene und zuverlässige Inländer bekannt sind und für die uneigennützige Beförderung von Auswanderern als sicher anzusehen sind. Die Concesstonsdauer beträgt immer nur ein Jahr. Nach Abläufen desselben muß die Concession auf's Neue nachgesucht werden. Ist in dem Verlauf nichts vorgekommen, was die bett. Verttauensperfon der weiteren Gewährung derselben unwerth erscheinen lassen könnte, so wird die Concession anstandlos «eiter gewährt. Allerdings ist die Ge­währung der Concession auch sonst noch an mancherlei Kautelen gebunden, dre sich nach den obwaltenden Verhältnissen als erforderlich herausgestellt haben.

Im Reichstag wurde zum ersten Male im Jahre 1878 der Versuch gemacht, ein Reichsauswanderungs" gesetz herbeizuführen. Der liberale Abgeordnete Kapp, welcher Jahre lang dem Comite zum Schutze der Auswanderer in Newyork angehört hatte, brachte da­mals den Entwurf eines Gesetzes ein, welcher das Auswanderungswesen reichsgesetzlich regeln sollte. Der Entwurf gelangte jedoch nicht bis zur Plenar- berathimg, er fand schon in der Kommission sein Grab.

Erst im Jahre 1892,93 wurde dann ein neuer Gesetzentwurf, und diesmal von der Regierung, an den Reichstag gebracht, der gewisse Einschränkungen für die bestehende Freiheit der Auswanderung ent­hielt. Jeder Auswanderungslustige sollte sich nach dem Regierungsentwurfe bei der Behörde melden und die letztere sollte die Absicht der Auswanderung öffentlich bekannt machen. Wenn alsdann nach Verlauf von vier Wochen von keiner Seite ein Einspruch gegen die bekanntgegebene Absicht der Auswanderung erhoben würde, sollte dem Aus­wanderungslustigen eine Bescheinigung ausgestellt werden, daß seiner Auswanderung nichts im Wege stände. Erst auf Grund dieser Bescheinigung sollte dem Auswanderer der Zutritt zu einem Auswanderer­schiffe fteigegeben werden.

(Nachdruck vrrbotkn.)

Martha und Maria.

Roman von Arthur Zapp.

(Fortsetzung.)

Martha und Holleben ritten eine Weile schweigend nebeneinander, beide unwillürlich mit den Blicken stch ausweichend, beide mit steifer Haltung, in den Mienen falte Zurückhaltung. Innerlich mit stch be­schäftigt, strebten beide, über die gegeneinander zu be­obachtende Haltung mit sich in's Klare zu kommen. Welch eigenartige Sstuationl Einst innig vettraut, »Ü hesterer Unbefangenheit miteinander verkehrend und jetzt plötzlich ceremoniell, mit kalter Förmlichkeit ein* «der begegnend, wie zwei sich Fernstehende! Der Sonttast zwischen damals und jetzt war nicht ohne einen gewissen komischen Beigeschmack, und da sie beide in gleichem Maße von oberflächlicher Sinnes- «t waren und leichten Temperaments, das sich mit Vorliebe an die heitere Sette der Dinge hiett, so überwog auch jetzt für beide das Drollige in der «üuation. Und als sie jetzt gleichzeittg, von dem­selben Impuls bewegt, die Augen gegeneinander er­hoben, da prickette der Lachreiz s» stark in ihnen, baß ne a tempo aus der kühlen Zurückhaltung in em herzliches Gelächter ausbrachen. Und damit wich Ach die unbehagliche Spannung von ihnen und beide Lobten stch im Stillen, die sich unvermuthet ihnen metende günstige Gelegenheit zu einer offenen Aus­sprache und Auseinandersetzung zu benutzen.

Da die Gegenwatt des Rettknechts dabei selbst­verständlich störend war, so drehte sich Mattha be­fehlend zu ihm herum.

.Sie können nach Hause retten, Ftttz! Der Herr Lieutenant wird mich begleiten."

Als der Davonsprengende außer Hörweite war,

Offenbar enthält der mitgetheilte Entwurf sehr nützliche Bestimmungen, da durch ihn das spurlose Verschwinden von Verbrechern oder Schuldnern ver­hindert und auch manche unbescholtene Leute dem Vaterlande erhalten geblieben wären. Da der Ent­wurf aber nicht zu verhindern vermocht hätte, daß auf außerdeutschen Häfen die Auswanderung um so lebhafter bettieben worden wäre, so fand auch dieser Regierungsentwurf nicht die Billigung des Reichs­tages.

In jüngster Zeit hat sich besonders der deutsche Kolonialrath sehr warm für die Einbringung eines Auswanderungsgesetzes an den Reichstag verwandt. Es heißt, daß sich die Regierung zum Entgegen­kommen bereit gefunden hat und daß ein neuer Ent­wurf voraussichtlich in der nächsten Session zur Vor­lage gebracht wird. Bis dahin muß man sich mit den einzelnen staatlichen Bestimmungen über die Aus­wanderung begnügen.

Deutsches Reich.

* Berlin, 9. August. (Tagesbericht.) Das Befinden unseres Kaisers hat sich nach Berichten aus WilhelmShöhe infolge der milden Waldluft schon gebessert. Der Monarch machte vorgestern einen Spaziergang zum Herkules hinauf, sowie eine Ausfahrt hinter den Habichtswald bis Elgers­hausen. Hier verließ Se. Majestät den Wagen, unternahm in Gesellschaft des Generalarztes Ur. Leuthold einen Aufstieg über das Gebirge und stieg bei der Löwenburg wieder zum Schlosse hinab. Gestern Vormittag ging Se. Majestät mit den Flügel­adjutanten Oberst von Scholl und Oberst Graf von Moltke zur Löwenburg und zum Asch. Nach 12 Uhr m's Schloß zurückgekehrt, fuhr der Kaffer, welcher Civilkleidurg trug, in Begleitung des Flügeladjutanten Oberst von Scholl zum Bahnhof Wilhelmshöhe, um den Reichskanzler Fürst Hohenlohe zu em­pfangen. (Siehe unten.) Ihre Majestät die Kaiserin ist ebenfalls heute Morgen wieder in Wilhelms­höhe cingetroffen, während Prinz Heinrich direkt nach Kiel ziirückgereist ist; auch die Prinzen Adalbert, August Wilhelm und Oscar sind heute Nachmittag nach Potsdam abgereist. Dem Fürsten Bis­marck haben gestern die beiden älteren Söhne des Prinzregenten von Braunschweig, Prinz Friedrick, Heinrich und Prinz Joachim Albrecht einen, mehr­stündigen Besuch abgestattet. Dem preußischen Eisenbahnminister Thielen ist das Groß- tteuz des Verdienstordens der bayerischen Krone ver­

drückte Herr von Holleben sein Pserd dichter an das seiner Begleiterin heran und ihr die Hand entgegen­streckend, sagte er:Lassen Sie uns Frieden schließen, einen offenen Frieden!"

Sie zaudette und streifte ihn mit einem ge­zwungenen ernsten, kokett abweisenden Blick und sagte n einem Ton, der mehr schelmische Laune, als Empfindlichkeit verrieth:Mit einem Gegner, den man verachtet"

Er ließ sie nicht ausreden.

Aber ich bitte," fiel er schnell ein, mit einem Slid in dem sich Beschämung und demüthiges Flehen malte,ich bitte, Sie werden mir doch meine Tollheit von damals nicht bis zum heutigen Tage nachttagen. Ich war ja in einer Verfassung, in der man nicht weiß, was man spttcht."

Sie legte ihre Hand in die feine und sah ihm lächelnd, mit freundlichem Blick in die Augen. Er irückte ihre Hand mit rasch sich entzündender Be- getfterung, und während er sich über sie beugte, rief er:Sie sind anbetungswürdiger als je, Mattha, und aus vollem Herzen beklage ich__

ffllü hastiger Bewegung zog sie ihre Hand zurück, noch ehe er sic mit seinen Lippen berührte. Stolz richtete sie sich in die Höhe und ihr Gesicht wappnete sich mit dem Ausdruck herber Unnahbarkeit.

So war es nicht gemeint, Herr Lieutenant," erwiderte sie mit ungekünsteltem Ernst.Sie ver­gessen, daß es nicht mehr Mattha Nehring fft, zu der Sie in diesem Augenblick sprechen."

Er erröthete heftig.Pardon! Ich bitte viel­mals um Verzeihung, ich*

Er legte die Hand an die ©tim, als müsse er erst seine Gedanken sammeln, um zu dem rechten Verständniß der veränderten Situation zu gelangen Seine Zähne graben sich tief in die Unterlippe, und

liehen worden. Abg. Graf Mirbach-Sorquitten hat fein Amt als Mitglied des Vorstandes der ost- preußischen Landwirthschaftskammer niedergelegt.

* (Fürst Hohenlohe in Wilhelmshöhe.) Der Reichskanzler traf am geftrigen Sonnabend mit seinem Sohne, dem Prinzen Alexander von Hohen­lohe, und in Begleitung des Legationsrathes Lindau, sowie Gefolge und Dienerschaft von München über Frankfurt mit dem fahrplanmäßigen Frankfurter Coutterzug 12 Uhr 55 Minuten in einem Salon­wagen in Wilhelmshöhe ein. Se. Majestät der Kaiser begrüßte auf dem Bahnsteig vor der Empfangshalle den Fürsten in huldvollster Weise und begab sich mit demselben zu der Equipage, in welcher der Reichs­kanzler neben Sr. Majestät Platz nahm. Daran wurde die Fahrt zum Schloß angetteten. Zahlreick hatte sich das Publikum in der Wilhelmshöher Allee eingefunden und begrüßte den Kaiser mit dem Reichs­kanzler ehrerbietigst. Um 1 Uhr fand die Frühstücks- tafel statt. Nach derselben begab sich der Kaiser mit seinen Gästen an das Portal der nach Cassel zu ge­legenen Seite des Schlosses. Um i/»4 Uhr unter­nahm der Monarch mit dem Reichskanzler eine Fahtt durch die Rasenallee nach Wilhelmsthal. Bei der stattgehabten Audienz handelte es sich, wie offiziös gemeldet wird, um einen Vorttag über die orien­talische Frage, über die der Reichskanzler un­längst in Altaussee mit dem Minister des Auswärtigen Grafen Goluchowski und alsdann auch mit dem Kaiser Franz Joseph selber kouferitt hatte. Dies ist, so­weit bekannt geworden, der einzige Zweck der Reise des Kanzlers nach Wilhelmshöhe gewesen. Die an­geblichen Rücktrittsgedanken des Fürsten haben mit seinem Besuch in Wilhelmshöhe, wie aus allererster Quelle berichtet wird, nichts zu thun. Fürst Hohenlohe ist im Gegentheil entschlossen, gerade bei der jetzigen politischen Lage auf seinem Posten auszuharren und dem Kaiser seine Dienste zu weihen, so lauge es seine Kräfte ihm gestatten. Der Fürst, welcher außerordentlich wohl aussieht, erklärte einigen Bekannten scherzhaft, daß sein diesjähriger Aufenthalt auf seinem Sommersitze Altaussee nichts weniger als eine Erholung gewesen sei. Die außerordentlich ver­wickelte politische Lage habe ihm vielmehr eine große Arbeitslast aufgebürdet, so daß er kaum Zeit zu einem kleinen Spaziergang fand.

* (Z a r e n b e s n ch.) Das rassische Kaiserpaar hat unserem Kaiserhofe nunmehr offiziell seinen Besuch anmelden lassen. Die Zusammenkunft der beiden Kaiser wird nicht, wie man das bisher er«

die nach aufwärts ragenden Enden seines Schnurr­bartes verriethen, leise zitternd, das bittere Zucken seiner Mundwinkel.

Schweigend ritten sie eine Strecke nebeneinander. Endlich wandte sie stch mit dem Oberkörper halb zu ihm hemm.

Tie Versöhnungshand acceptire ich gern," hob ie in milderem Tone an.Es liegt mir ehrlich )aran, mit Ihnen Frieden zu schließen auf der Basis " sie legte eine geflissentliche Betonung auf )aS folgende:auf der Basis, daß wir das Ver­gangene vergangen sein lassen und uns beiderseitig an nichts mehr erinnern, was hinter uns liegt. Nur unter dieser Bedingung können wir zu einer fteund- chaftlichen Verständigung gelangen, die ich sehr wünsche. Sans rancune, wollen wir Freundschaft schließen, Herr von Holleben?"

Sie beugte sich zu ihm hinüber und hielt ihm mit unwiderstehlich bittender Gebärde die Hand hin, n die er langsam, mit einem beredten Seufzer die eine legte.

»3ch muß mich bescheiden mit dem, was Sie die Gnade haben, nur zu bieten." Und in demselben Ahlem fügte er hinzu:Freilich, ich bitte die Gnädige im Voraus nm Nachsicht, wenn ich hie und da einmal aus der Rolle fallen sollte, die Sie mtt zuettheilen."

Sie sollen keine Rolle spielen, sondern sich als einen aufrichtigen Freund fühlen. Mein Gott, so ttagen Sie doch den verändetten Verhältnissen Rechnung! Machen sie nicht solch eine Armesündermine! Wenn Jemand von uns beiden berechtigt wäre, dem andern eine gewisse Empfindlichkeit nachzuttagen, so wäre doch höchstens ich es, nicht Sie. Aber ich habe ängst die anfängliche Kränkung, die für mich in Ihrem Verhalten lag, überwunden und bin zu der

wartet Hatte, in Berlin stattfinden, sondern der Za wird mit seiner Gemahlin das deutsche Kaiserpaar in Breslau gelegentlich der vom 5. bis 7. Septbr. stattfindenden Kaisermanöver in Schlesien besuchen. Im Gefolge des Zarenpaares werden sich nur 8 Herren und 2 Damen befinden. Den Kaiser Nikolaus II., der in seinem Reiche im Heere sowohl wie in der Marine Reformen vorzunehmen beab­sichtigt, drängt es, die deutsche Armee kennen zu lernen. Dazu bietet sich natürlich gelegentlich der Kaisermanöver die günstigste Gelegenheit. Da außer­dem Breslau die zweite Residenzstadt ist, so verliert auch der Besuch in der schlesischen Mettopole nichts von seinem offiziellen Charakter. Umfassende Vor­bereitungen zum Empfange des befreundeten nachbar­lichen Souveräns sind auf Befehl unseres Kaisers sofott in's Werk gesetzt worden. Bei dieser Ge­legenheit sei noch erwähnt, daß sich das Gerücht, der Zar werde auch mit König Humbert auf italienischem Boden eine Zusammenkunft haben, fort­dauernd erhält. Den schlimmen Nachrichten über das Befinden des Zaren ist ober mit der offiziellen Ankündigung seines Besuches der Boden entzogen. Einer Nachricht aus Paris zufolge ist auch nach dort der Besuch des Zaren amtlich angekündigt worden. Die offizielle Note, welche sofort bekannt gegeben wurde, hat einen Ausbrach verzückter Be­geisterung hervorgerufen.Figaro" widmet dem Zaren einen Leitartikel, der sich wie eine Hymne und ein inbrünstiges Gebet lieft. Dieser Ton verspricht schöne Tage für die Oktoberwoche, die der Zar in Paris verbringen wird.

* (Sozialdemokratisches.) Die zahlreichen Streiks haben die sozialdemokratischen Hilfskassen in diesem Jahre stark angegriffen. BesondereFreude" wird es daher in den betreffenden Kreisen bereiten, daß nun auch noch die sozialdemottatische Arbeiter­schaft Budapests die deutsche Arbeiterschaft um Unter­stützung des stteikenden Personals der Neupester Jute­fabrik ersucht. Es handelt sich dabei, wie das sozialdemottatische Centtalorgan mittheilt, um 1000 Frauen und 200 Männer, denen nur der Ausstand übrig blieb (!), um ihre Lage zu verbessern. Da die organisirten Arbeiter der ungarischen Hauptstadt schon sehr stark durch Sammlungen in Anspruch genommen sind, sind sie darauf angewiesen, an die Hilfe der deutschen Klassengenossen zu appelliren.

* (Derneue Kolonialskandal".) Zu der von Amerika aus eingeleiteten Verdächtigung des Herrn v. Puttkam er, Gouverneurs von Kamerun,

Einsicht gekommen, daß Sie vollkommen recht hatten mit Ihren Bedenken."

Sie unterbrach stch, lächelte und fuhr fori:Nun bin ich doch, ohne es zu wollen, auf die Vergangenheit zurückgekommen. Aber fteilich, das ließ sich ja kaum umgehen, benn volle Klarheit soll zwischen uns herrschen. Jawohl, Sie haben Recht, es wäre nie zum Glück für uns ausgeschlagen. Und darum bin ich Ihnen in Wahrheit zu Dank verpflichtet."

Er blickte sie argwöhnisch von der Sette an, aber kein Zug in ihrem Gesicht verrieth, daß sie spotte, und so konnte er sich der Erkenntniß nicht verschließen, laß sie das, was sie sagte, auch wirklich empfand. Und diese Ettenntniß ärgerte ihn, denn sie ttäntte seine Eigenliebe. Es erregte seine Empfindlichkeit, > fie so ruhig, so ohne sichtbare, innere Bewegung über das Geschehene sprach, als handelte es sich um eine Angelegenhett ftemder Personen.

Es freut mich, zu sehen, daß fie so rasch und s» so gründlich die Vergangenheit überwunden haben," bemerfte er mit deutlicher Bitterkeit.

Sie sah ihn erstaunt an.Ja glauben Sie, daß ch wich in Seufzen und Klagen verzehrm würde, weil--Ah bah, lassen wir das! Ich habe

'ein Talent zum Unglücklichsein. Sie ebensowenig, ieber Freund, und wenn Sie mtt da auch ein Gesicht zeigen, als hätten Sie alle Hoffnungen des Lebens zu Grabe getragen, ich glaube an Ihre Werther-Miene nicht. Lassen sie sich gesagt sein, daß Sie diese gehäufte Duldermine gar nicht kleidet. Nein, wttklich nicht. Sehen Sie, nun kommt es Ihnen schon selbst komisch vor.

Sie lachte laut heraus, und er hielt es für das Beste, mit einzustimmeu und den Versuch, den Ton >er Vergangenheit wieder anzuschlagen, wenigstens fürs Eft'ie aufzugeben.