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Mch'Uch Jettag.

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. Sonntagsblatt.

J2 186

Ersäuim täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. - Quartal Abonnements-Preis bei der Expe­dition r- Mk, bei allen Postämtern 2 Mk. 26 Pfg. (exkl. Bestellgeld) JnsertionSgebühr für die gespaltene Zelle oder deren Raum 10 Pfg., Reklamen für die Zell« 25 Pfg.

Marburg,

Sonntag, 9. August 1896.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedstion dieses Blattes, sowie die Anuoncen-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in Frankfutt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf Müsse in Frankfutt a. M., Berlin, München u. Köln, C L. Daube u. Co. in Frankfutt a. M Berlin, Hannover, Patts.

XXXI. Jahrg.

Aus Rußlands Wirthschastsleben.

Die Kaiserliche Moskausche Landwirihschasts- gesellschust, deren Ziele wesentlich darauf hinaus- lanfen, den gesammten Ackerbau Rußlands zu fördern, sowie den Absatz russischer Landwirthschaftsprodukte anzuregen und im Preise zu heben, hat wiederum einen weiteren Schritt zu ihrer Verbreitung, und zwar int fernen Osten des russischen Reiches, gethan. Im Kurganschen (in Westsibirien) wurde schon seit längerer Zeit der Kaiserlichen Moskauer Landwirth- schastsgesellschaft gegenüber der Wunsch nach Gründung einer Abtheilung derselben in Westflbirien geäußert. Und jetzt vor Kurzem hat sich die Gesellschaft ent­schlossen, eine tobolsksche Zweigabtheilung ihres Jn- stitntes mit dem Sitze in Kurgan in's Leben zu rufen. Hineingezogen werden in diese Abtheilung die nach dem äußersten Westen vorgeschobenen Distrikte Sibiriens und zwar der Tjumensche, Jalutorowsche und Kurgansche Kreis. So wird denn auch hier auf diesem vorgeschobenen Posten die Gesellschaft ihre in den landwirthschaftlichen Sphären Rußlands bereits so anerkannte und geschätzte Thätigkeit auf dem Ge­biete des Handels und des Absatzes von Getreide, Lieh, Geflügel, Wolle, Spiritus, Molkereiprodukten und anderen landwitthschaftlichen Erzeugnissen er­sprießlicher Weise beginnen können.

In Anbetracht des großen Mangels an billigen im Verhältniß zum Werthe des Bodenertrages stehenden Arbeitskräften beginnt sich des Weiteren in Rußland immer mehr der Gebrauch von land­wirthschaftlichen Maschinen einzubürgern. Jedermann, der es möglich machen kann, trachtet darnach, sich Achtzetttz vor Beginn der Erutearbeitet», in den Be­sitz von Mäh- und Dreschmaschinen zu setzen. Dem­entsprechend mehren sich auch überall im Lande ver- stteut, die zur Aufnahme von Maschinen landwirih- schaftltchen Charakters erbauten Depots. Diesem Seitens der Bauern nach Maschinen geäußetten Be- dürfniß kommen in ganz besonders verständnißvoller Weise die russischen Eisenbahnverwaltungen nach. So haben dieselben im südöstlichen Rußland die An­ordnung getroffen, daß zwecks Verbreitung vervoll­kommneter und bMger Landwinhschaftsgeräthe unter den Bauem auf allen Stationen, an denen Getreide verladen wird, Räume für permanente Ausstellungen vonLandwirthschaftsmaschine» zu Fabrikpreisen (auf

Treu bis in den Tod.

Erinnerung an den Untergang des deutschen Kanonenboots .Iltis" am 23. Juli 1896.

Es brausen wild die Meereswoge», Es steigert sich des Sturmes Wuth, Der Gischt spritzt hoch im weiten Bogen Aus der empörten Meeresfluth.

Vergeblich ringt bort mit den Wellen, Vom Sturm gepeitscht, ein deutsches Schiff; DerIltis" ist's, er muß zerschellen Bald an dem nahen Felsenriff.

Der Kommandant Md seine Mannen, Sie stehen fest in Roth und Tod; Trotzdem sie alle Kräfte spanne» Beginnt zu sinken schnell das Boot.

Ein Hoffnungsstern will nicht mehr blinken, T Lebt wohl, ihr Lieben, all' zu Haus! .

Die Mannschaft bringt noch beim Versinken Ein Hurrah ihrem Kaiser aus.

Jetzt schweigt der Sturm; er scheint zu lauschen Dem Hmrah, das so hell erklang:^ hierauf ein hohles, dumpfes Rauschen, Es ist der Treuen Grabgesang. Ja, wm ergreifet nicht ein Schauer Ob solcher Treue; weffen Brust Erfüllt nicht Wehmuth, Schmerz Md Trauer Bei solchem Schlage und Verlust?

Ihr Wenigen, vom Tod gerettet, Ihr Braven zeuget stets auf'S Reu': Die Brüder, die im Meer gebettet, Sie waren bis zum Tode treu!" Habt Dank, viel Dank, ihr lieben Todte», Die ihr erfüllt so treu die Pflicht! Schlaft wohl auf tiefem Meeresboden,' Das deutsche Volk vergißt Euch nicht!

Friedrich Schallet,

ihre, der Verwaltung Kosten) zur Verfügung gestellt werden sollen. Trotz aller dieser Bemühungen der verschiedensten Gesellschaften und Verwaltungskörper zur Hebung der ökonomischen Lage des Landes und trotz der wiederholten finanziellen Unterstützung Seitens der Regierung, wie der bekannte Krönungsabgaben­erlaß, bet dem auf das Gouvernement Kurland allein die Summe von einer Million 804300 Mark entfielen, kann man, um mit dem kürzlich verstorbenen, bekannten russischen Publizisten Stepnjak zu reden, auch hier nur von einemabsolut verlumpten Rußland" sprechen. Nicht nur unter den Bauern und den dem Landwirthschaftsbettieb ange­hörenden Personen, sondern auch unter dem niederen und mittleren Beamtenthum findet man immer wieder­kehrend dieselben verlumpten Zustände und einen ewigen sich im Reiche zeigenden GeldmMgel. Zur Hebung der eben geschilderten sozialen und wirth- schaftlichen Verhältnisse des Landes werden nun Seitens Rußlands fortgesetzt eine Reihe Anleihen bald unter diesem, bald unter jenem Vorwande (jetzt z. B. zu Goldwährungszwecken) im Auslande und mit Vorliebe in Deutschland kontrahirt. Was uns anlangt, so sind wir leider in der Regel bereit gewesen, vor Rußland mit stets offenem Portemonnaie auf dem Bauch herumzurutschen. Haben wir ihm im Jahre 1894 unsere gesammten Landwirthschasts- interessen geopfert, haben wir im Laufe der Zeit unter fühlbaren Nachtheilen durch bei uns aufge­legte Anleihen über 3 Milliarden Mark nach St. Petersburg gesandt, so beeilen wir uns jetzt wieder, bethört durch allerlei Machinattonen im Wege einer neuen 3proz. Anleihe Rußland unser Geld vor die Füße zu werfen.

Mögen sich doch unsere Landsleute nicht durch die Reklamen rnanchesterlich- kapitalistischer Blätter zu Gunsten dieser Anleihe, die doch nur bett Vvrtheil gewisser Finanzgruppen" bezweckt, hinter das Licht führen lassen. Für patriotisch benfenbe Leute empfiehlt es sich, angesichts bieser neuerlichen Gelbversorgung Rußlands, ihren Sparpfennig doch lieber in sicheren beutschen Staatspapieren, etwa in 3proz. preußischen Konsols, anzulegen. *

Behalten wir unser Gelb int Lanbe, es kann heute ober morgen an uns ber Fall herantreten, baß wir es in besserer unb würbigerer Weise verwenben können, als Rußlanb Gelegenheit zu geben, uns mit

(Nachdruck verboten.)

Martha und Maria.

Roman von Arthnr Zapp.

(Fottsetzung.)

Das einzige, was Robert unter ben Santeraben unb in ber Gesellschaft ein gewisses Relief verlieh, war ber Reichthum seines Vaters, bem er, ber Bürgerliche, ber keine hohen Verwandtschaften und Protektionen aufzuweisen hatte, die Aufnahme in bas exklusive Drogonerregiment verdankte. Aber würde sie sich auch durch diesen rein äußerlichen Vorzug zu seinen Gunsten beeinflussen lassen? Und er, konnte er sich in ihrem Besitz glücklich fühlen, wenn er ihr Jawort allein seiner glänzenden materiellen Lage verdankte?

Der Grübelnde legte Gabel und Meffer beiseite, stützte den Kopf in die Hand und seufzte. Wenn er nur gewußt hätte, wie sie über ihn dachte! Aber wie das erfahren? Er forschte mtt krampfhaftem Eifer in der Vergangenheit unb ließ alle Phasen seines ge­sellschaftlichen Verkehrs mit Martha Nehring vor seinem geistigen Auge Revue passiren. Sie war ihm allezett voll freundlicher Liebenswürbigkeit begegnet. Aber hatte sie sich nicht ebenso gegen all bie Andern verhallen, die sie, die Vielumschwärmte, huldigend umdrängten?

Er ließ bie Hanb sinken unb erhob bie Augen. Da erblickte er unweit von sich Maria Hennig's, das Aschenbrödel des Hauses, die, einen Teller in der Hand, sich vergebens nach einem freien Platz an irgend einem ber längst besetzten Tische umsah. Rasch erhob er sich und trat an die verlegen Dastehende heran.

Dürste ich Sie bitte», gnädiges Fräulein," redete er sie verbindlich an.Wenn Sie meine Ge­sellschaft nicht verschmähen, so dürste an meinem Tisch »och Platz sein."

Sie erröthete tief Md folgte ihm, ohne etwas zu erwidern. Sie setzten sich. Maria saß über ihre»

aus unseren Mitteln hergestellten Kanonen und Flinten zu gefährden. Lassen wir uns bei Be- urtheilung dieser Frage keineswegs durch Blätter beeinflussen, die in verdeckter und versteckter Weise für die neue Anleihe Propaganda machen. Behalten wir angesichts dieser Thaffachen stets die ernste MahnungErinnere Dich, daß Du ein Deutscher bist" int Herz und int Gedächtniß.

Deutsches Reich.

* Berlin, 7. August. (Tagesbericht.) Das Befinden unseres Kaisers ist be­friedigend. Der Monarch unternimmt bereits Spaziergänge im Schloßpark von Wilhelmshöhe. Die Kaiserin wird voraussichtlich morgen Abend dort wieder eintteffen. Anläßlich des Untergangs des Iltis" hat jetzt auch der nordamerikanische Präsident Cleveland dem Kaiser seine Sym­pathien und Beileidsbezeigungen aussprechen lassen. Generalfeldmarschall Graf Blumenthal, welcher vor Kurzem im Kreise feint r Familie den 86. Geburtstag verlebt hat und sich beim besten Wohlsein befindet, gedenkt demnächst auf längere Zeit nach Schweden unb Norwegen zu reifen. Dem Vizeadmiral v. Valois ist ber Kronenorden 1. Klasse mit Schwertern am Ringe verliehen. DemMilitärwochenblatt" zufolge scheidet der Kommandeur der Schutzttuppe in Kamerun, Ritt­meister v. Stetten, am 6. August mit gesetzlicher Pension aus dem Dienste aus.Die Broschüre des verflossenen Rechtsanwalts Fritz Friedmann über bett Fall.Kotze ist mff Verfügung des Berliner Amtsgerichts wegen Majestätsbeleidigung beschlagnahmt worden.

* (F ü r st H o h e n l o h e.) Die Meldung eines Leipziger Blattes über den angeblich nahe bevor­stehenden Rücktritt des Reichskanzlers findet hier keine Beachtung, da sie nur eine Auf­wärmung älterer Nachrichten ist, die keine aktuelle Bedeutung beanspruchen kann. Als möglich wird bezeichnet, daß Fürst Hohenlohe die Rückreise nach Berlin über Cassel macht, um dem Kaiser Vortrag zu halten. Der Reichskanzler weilte heute in München.

* (Kolonialskandal.) Dem angekündigten neuen Kolonialskandal wird sich, derVolkszeitung"

Teller gebeugt und hantirte mit Messer und Gabel, während der Offizier überlegte, wie er am besten, ohne fich zu verrathen, das, was ihn zu wissen ver­langte, aus Marthas Cousine herauszuholen ver­möchte. Sein Blick ruhte beobachtend auf der ihm Gegenübersitzenden und unwillkürlich stellte er einen sttllen Vergleich zwischen ihr und der Abwesenden an. Einen wie großen Gegensatz sie äußerlich zu Martha bot! Ihre Figur war klein und schmächtig, ihr Teint fahl, das schwane Haar trug sie an der Sttrn glatt anliegend, was sie älter erscheinen ließ, als sie wohl war. Ihr Gesicht zeigte einen scheuen, gedrückten Ausdruck und ihre Augen, die sie ge­wohnheitsgemäß gesenkt hielt, waren von den langen, schwanen Wimpern verdeckt. Robert erinnerte sich nicht, ihren Blick je voll auf sich gerichtet gesehen zu haben, unb er wäre nicht imstanbe gewesen, an­zugeben, ob sie, tote ihre Cousine, blaue ober ob sie dunkle Augen habe. Es regte sich wie ein Mitleiben in ihm beim Anblick ber schweigsam Dasitzenden.

Sagen Sie, Fräulein Marie," nahm er daS Wort,wie ist es nur möglich, daß Sie neben einer so munteren, heiteren Gefährtin, wie Fräulein Martha es ist, immer so ernst, ja förmlich melancholisch dreinschauen?"

Sie blickte nicht auf, aber eine schwache Röthe stteg in ihrm bleichen Wangen auf. Eine kleine Bause versttich, bis sie ihrer schüchternen, leisen Stimme antwortete:Ich bin gar nicht so mellmcholisch, wie es Ihnen scheint, Herr Lieutenant. Es ist der Konttast, ber Sie täuscht."

Er lächelte.Sie möchen recht haben. Aber ein Bißchen mehr sollten Sie sich doch gelegentlich von Fräulein Marthas fröhlicher Saune anfteden lassen."

Der Wille Hilst ba wohl nicht viel," entgegnete te, immer ihren Blick ans bem Teller,wenn einem )as heitere Temperament nicht angeboren ist. Martha ist eine glücklich veranlagte, besonders bevor­zugte Natur."

zufolge, noch ein zweiter anschließen, bei welchem ein englischer B e a m,t e r bie Haupttolle spielt.js^ »«au»,-

* (D i e deutsche S o z i a I b ent o £ rja t i e in französischerBeleuchtung.) Die Vor­gänge in Lille geben bemFigaro" Anlaß, sich über bie Bebeutung ber deutschen Sozialdemokratie für Frankreich auszusprechen.Die Sozialdemokratie so schreibt das Pariser Blatt ist der Bohrwurm, der minirt, schwächt und vielleicht endlich das deuffche Reich zerstören wird. In Kriegszeiten würde sie uns ohne Zweifel von keinem Nutzen sein, in Friedens- zefien dagegen ist sie für Frankreich ein kostbarer Bundesgenosse. Wir können sie als Sozialismus hassen, aber wir müssen sie alsbeutschen" Sozialis­mus segnen, beim wenn sie sich in demselben Ver­hältniß weiter entwickelt, wie bisher, so wirb die uns zugefügte Ungerechtigkeit ftüher oder später wieder gut gemacht werden." Diese Aeußerung genügt, um erkennen zu lassen, daß die deutsche Sozialdemo- kratte wesentlich dazu beiträgt, bie Ausbreitung einer versöhnlicheren Stimmung gegen Deutschlanb in Frank­reich zu verhinbern unb daß sie nur die Geschäfte der Franzosen bei uns besorgt, also durchaus reichsfeindlich ist.

* (Der Prozeß Lothaire) wird in Berlin, wie matt derKöln. Ztg." schreibt, ganz allgemein als eine vom Congostaate in's Werk gesetzte Justiz­komödie bettachtet, durch die dieser nur vom Wohl­wollen der Mächte lebende Staat auf's Neue beweist, daß sich seine Auffassung über staatliche Pflichten nicht über den Standpunkt der Flibustier erhebt, den man unter civilisirten Nationen für endgiltig abge­schafft betrachtet hatte, Das Dreisteste an der Sache sei eigentlich, daß man sich kaum die Mühe gegeben hat, dem Verfahren vor dem Brüsseler Gerichte auch nur den äußern Anschein der Gerechtigkeit zu wahren, und daß sich selbst die Staatsanwaltschaft auf den Standpunkt jenes Offiziers stellte, der Stokes gegen Recht und Gesetz tobten unb seines Besitzes berauben ließ. Das moralische Ansehen bes Congostaates sei jetzt schon außerorbentlich gering gewesen, in Zukunft werbe es kaum möglich sein, überhaupt noch von einem solchen zu reben.

* (Kr e t a.) Der bentsche Botschafter in Wien, Graf Eulenburg, hat bet seiner jüngsten Audienz beim Kaiser Franz Joseph, wie bieN. Fr. Pr."

Ein Leuchten ging über sein Gesicht.

Ja, bas ist sie, Fräulein Marie," rief er mit innigster Ueberjeugung.Unb beneidenswerth sinb Sie, baß Sie bett Vorzug besitzen, in intimer Nähe unb Gemeinschaft mit ihr leben zu bürfen."

Er blickte eine Weile schweigenb, mit schwärmerischen Augen vor sich hin. Leise, in zitternden Tönen kam es aus seinem Munde:Glücklich ber Mann, bem sie betrittst das Leben mit ihrem Frohsinn erfüllen wirb!"

Dann seufzte er auf, strich mit ber Hanb über bie Stirn unb blickte ftagend, prüfenb auf seine Nachbarin. Aber biese hatte bas Gesicht noch tiefer über ihren Teller gebeugt unb verrieth mit keiner Miene unb keinem Laut, was bei seinen Worten in ihrem Innern vorging. Die Schweigsamkeit seiner Nachbarin fing an, ben Offizier zu verbrießen, unb nur ungern verstaub er sich zu einem neuen Versuch, sie zum Sprechen zu bringen.Freilich, Fräulein Martha wirb kaum bar an benfen, baS Vaterhaus o bald zu verlassen."

Er schwieg und wartete auf eine Antwort, ahnungslos, welch ein Sturm durch die Seele der neben ihm Sitzenden ging. Sie kämpfte schwer mtt ich, denn sie klagte sich an, daß sie sich mit ihrem Schweigen zur Mitschuldigen des unerhörten Betruges machte, den man gegen Robert Herbig gewissenlos zu begehen im Begriff stand. Sie wnßte sehr wohl, worauf seine Reden hinausgingen, und welche Ge- uhle sein Herz durchwogten. Eine innere Macht, der schwer zu widerstehen war, drängte sie, ihre Stimme warnend zu erheben.

Hüte Dich vor ihr!" hätte sie ihm zurufen mögen.Sie ist falsch und spielt ein abscheuliches Spiel mit Dir. Ost hatte sie Deiner gespottet mit rivolent Witz, unb ihre oberflächliche, eitle Natur ist gar nicht imstande, einen Charakter wie ben Deinen zn schätzen."

Aber auf ber anderen Sette sagte sie fich, daß fie unmöglich so sprechen dürfte. Sie durste nicht