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Lihungtschang's Abschied von Deutschland.

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Marburg, Dienstag, 7. Juli 1896.

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«uf die sechsmal wöchentlich erscheinend'

O b er h es si s ch e Z e i t u n g" mit der

I Lady Dare war inzwischen gegangen, um, wie I verabredet, mit dem Herzoge zusammenzutrcffen. Sie Ihatte über seme Absichten keinen Zweifel; er hatte Ir tu gebeten, ft ine Frau zu werden, und ifie hatte die Antwort darauf immer, aber in der I ermuthigendsten Weise, aufgeschoben. Die schöne ILady war eine zu erfahrene Kokette, um dies nicht! Imit größter Leichtigkeit zu Staude zu bringen. Es

-in Wagestück bei allen jetzige« ,Ver- I bindllchkeiteo, den Herzog gerade jetzt zu erhören W°rt zu geben - ja, ihn wirklich zu Ibeirathen trotz der Opposition ihres Bruders, wenn les sein mußte.

L ^tte Duvar in seiner Verblendung für UIm rugesagt, daß, sobald letztere «sich ihm zum Weibe versprechen würde, er nichts Imehr dagegen einwenden wolle, daß Lady Dare den »Herzogbeglücke", doch Mylady hatte die inmrerste Iund unüberwindliche Uebcrzeugung, daß die liebliche,! I geheimnißvolle Australierin niemals Derrick Duvar! I herrathen würde, und sie wußte, daß ihr Bruder! »sehr unüberlegter und gewaltsamer Handlungen fähig! fc in Eezug auf den Herzog offen!

I Trotz bieten wmde. I

L Doch das war nicht Alles, was sie bej dem, IWege, den sie beachfichtigte, zttteru machte; der noch! schwerere Stern, der ihr ans dem Herzen lag, war chr durch I)r. Sttoud's vorsichtig abgefaßte Botschaft, ausgeburdet worden. Das Lesezimmer war, obwohl! leiten ausgesucht, doch immer beleuchtet ed w" em sehr hübsches Gemach und des verstorbenen! I Lord Dare, des Gatten Sylvias, Licblingsaufenthali! gewesen. I

Als Mylady das Zimmer betrat uud sah, daß! 1 pe bie Erste sei, konnte sie ein Gefühl des Angers, > nicht verbannen; sie war nicht gewohnt zu warten!

man habe dem I kundgiebt. Bezeichnend ist es auch, daß General *T n° ' I m dodbielski sein Amt als Provinzialvorsitzender von

e>o immerhin erftcuüch man daher diese Aus-! dort eine besondere gemäßigte Gruppe vielleiibt sichten nennen kann, um so bedauerlicher ist es, daß! unter Führung des Abgeordneten v d Gröben nicht auch m anderer Beziehung bereits jetzt eine schaffen, die mit der Regierung enge Fühlung suckt' U-ber-msttmmung erzielt werden konnte. Bekanntlich Es ist ein offenes Geheimniß daß auch Ä war früher längere Zett btt Rede davon, daß einelv. Manteuffel den Wunsch nnA H

AnM d-u.,ch,r Cffl.'.t., d« bi WtL bSbf« to£ w*

Mm Ehrendienst zugetheilte Oberst Liebert nach *

Wna zur Reorganisation der chinesischen Armee be-5* b: ch - ll end orff.) Die ! urlaubt werden sollte. Dieser Plan mußte vorläufig IN. N. haben aus sicherster Quelle er­laufgegeben werden, da allen Bemühungen Lihung-I^U' daß der Kriegsminister Bronsart v. Schellen- ischangs zum Trotz gewisse nnconttolirbare Einflüsse "gereicht habe Die

beim chinesischen Hofe nicht zu überwinden sind und |«KLN ®encraI bronsart von laug diesem Grunde die Zustimmung der chinesischen|^7, ^lt Monaten den Wunsch hegt,

! Regierung zu den Reorganisationsplänen Li's nichtaufreibenden Amte sich in's Privatleben «erlangt werden kann. Möglicher Weise spielen auckl^^Mf fonnen, ist bekannt. Darüber aber, «englische Einflüsse mit; jedenfalls wird die|?Cr<8e8entoältig auf seinem

Rückkehr Lihungtschang'S nach Peking und besten ,bic einleitenden

! persönliches Eingreifen erst die Möglichkeit geben bieK ieinem Rücktritt letzt wirklich unternommen «vorläufig vertagten Absichten wieber aufzunehmen'unb,^. Bestimmtes nicht erfahren können.

! sie ihrer prakttschen Lösung näherzubringen. Dikse Mittheilung ber gerabe auf Militär schem Ge- I--- biete stets besonders gut unterrichtetenPost" scheint

eher eine Bestätigung als eine Ableugnung der von

Deutsches Reich |bT Leipziger Blatt gebrachten Nachricht zu sein.

| * «» ,, W I Es gewinnt somit die Annahme an Wahrscheinlichkeit,

41 3uli. (Tagesbericht.) daß 'm Kriegsministtrium ein Wechsel in absehbarer Aus seiner Nordlandsr eise ist unser Kais er an|3eit zu erwarten ist. Die dem Finanzminister Dr Bord der JachtHohenzollern" heute früh bei klarem Miquel zugeschriebenen Rückttittsabsichten sind all^ Wetter m Kopervik (Norwegen) eingettoffen. Der «gemein alsthörichte Erfindung" bezeichnet worden

Kurgästen auf's Wärmste begrüßt, zu mehrwochent |hPfrhMfPn Landwirths chaftsraths hat lichem Aufenthalt in St. Blasien (im badischen greife srath zu

Waldshut) eingettoffen und haben im Hotel und k ? L Wben »unbegratj beehren ur uns, Kurhaus St. Blasien" Wohnuna genommen e ergebene Bitte auszusprechen, dem Entwurf

।Silbe September in Darmstadt erwarttt Itto^Ü ££fu.n8/n9enommenen Fassung

. * ' L br°tz der erhobenen Bedenken gegen einzelne Be-

(Stimmungswechsel.) Als charakteristisch stimmungenhochgcneigtest zustimmen und die gesetz- !sur die herrschende Stimmung darf es gelten, daß l-che Regelung im Interesse der durch die unlautere der ^Landeshauptmann v. Brand, der frühere Polizei-! Konkurrenz der Margarine bedrängten Landwirthschaft Präsident von Königsberg, den antiagrarischen Schutz-leicht weiter aufschieben zu wollen. Bekanntlich hatte verband (Rickert und Genoffen) in Ostpreußen auf der Regierungsvertteter im Reichstage das Verbot das Giftigste protegirt und den Anhängtrn des! des Färbens der Margarine und die Vorschrift über Bundes der Landwirthe die größten Schwierigkeiten getrennte Verkaufsräume für Butter und Margarine m den Weg liegt. Auch sonst fehlt es nicht an | als für den Bundesrath unannehmbar erklärt sprechenden Anzeichen dafür, daß vor Allem in * (Von den n rP.. 6 ha... o . f =

ein28anbet der Anschauungen b riefen.) Gelegentlich de?jüngsten Re?chstags^

(Nachdruck »erboten.)

Die seltsame Herrath.

Roman nach dem Amerikanischen von August Leo (Fortfttzuug.)

L Mylord verbeugte sich sehr tief und war erröthend Är Begriffe, sich zuruckzuziehen, alS Regima ihn auf-

Einen Augenblick, ich Bitte," ksagte sie Sie hatten düsen Nachmittag eine Besprechung mit" Ru mit Mr. Sever, wie ich glaube?"

Ja, erwiderte er, sie unruhig bettachtend

Das dachte ich mir. Und um welche'Zeit! trennten Sie sich von ihm?" . trennten uns ungefähr eine Stunde vor «m Diner.

»Sagte er etwa, daß er fortgehen wolle?" . »3u wir nicht. Ich hörte, daß Mr. Duvar ihm We, Lady Dare wünsche ihn im Lesezimmer am Mde der Elmen-Terrasse zu sprechen."

Lady Regima erschrak und wechselte sichtlich die S«be Dann sagte sie mtt stolzem Kopfnicken, das bcheuttte°"^^"ch Entlastung ohne Zurückrufen

Ich danke Ihnen sehr!" !

Der junge Lord zog sich wüthend und sein Ge-1 W verfluchend sogleich zurück. I

A, »Kann Mama etwas damit zu thun haben, daß! nW b<er W fragte sich Regima., L. si^t fast so aus! Ich will noch ein wenig, »arten bis es ein Viertel schlägt, und dann" -| ^dy Regimas dunkles, schönes Köpfchen machte eine, LL ^chvende BewegungMylady Mama | an ©k etwas mit dieser Sache zu thun gehabt, »oben, so werde ich es erfahren!" L

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blattes sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in granffurt a. M., Cassel. Magdeburg und Wien; Rudolf XXXI Moste in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln. C L AAA1, Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

t l und sagte sich auch im Anfänge, daß sie es nicht, ~ --------

tl thuu wolle. Doch bei längerem Nachdenken ändette! (Nachdruck verboten.)

,fie ihren Entschluß. I Dkt kiserNk

| Cs schien ihr, als wäre sie jetzt bei dem Wende-, Zum ICO. Geburtstage Nikolaus' I 6 ^uii punkt angelangt, wo sie entweder den Herzog heirathen mnn ° ' ,7° ° * ' '$nIt

loder von dem Schicksale ereilt werden mußte, das sie w Specht.

so reichlich verdiente. Alles Andere war bester alsa-baut«^n° ^»sburg sollte

11 Wenn sie mit dem Herzoge von Berwick ver-1 technischen Gründen leiten ließen. Da nahm er das Lineal «heirathet war, mußte sie eine beneidenswerthe Stellung | Muf der Karte eine schnurgerade Linie von der einen I einnehmen, selbst wenn sich das Schlimmste ereignete I ,efoH: »Sie werden bie Linie so

skine Gefühle gegen sie sich verändern^mochten, zu, Moräste fern von den großen E tädten. Unb

| stolz sein, nm vor der Welt einen Skandal zu! 3" dieser Anekdote spiegelt sich der ganze Charakter des

I Re -uf den gkhtimm Eingang M bem Gt-Iurb »Raffung ag.lammi SutiSrota,6

Ifavgniffe des armen Rupert blickte, zeigte sich ein|,brc6 feintn besonderen Charakter heraus Die meisten von | Blitz grausamen Triumphes in ihren Augen ImS ?afenc '°iusagen Autokraten aus Gewohnheit, well es

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Iau8 dem Wege geschafft ist, murmelte sie.Wie, Zaren, Peter I voran, waren Autokraten aus der über« |er «ktzt noch rasen wird! Nun mag er! Man | l<0en'n Genialität geborener Herrsa ernaturen. Nikolaus I kann ihn hier nicht hören, selbst wenn er schreit Ii aus^Prinzip aus Korrevhett. Nichts Geniales

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"^tegt. | Grunduberzeugungen. mit denen sein Horizont abschloß.

Ste schntt einige Male nachdenkend durch's|?^n- Neigungen gehörten dem Militär, und wäre er nicht Zimmer und begann dann auf's Neue: «Zar geworden, er hatte stcher einen guten Soldaten, wenn

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[niffe sich so andern, daß es mir geratbm erscheint,,Einzelheiten. Er war st eng, aber gerecht- er hatte eine kann ich ihn ja immer fteilasteu. Er wird mich nicht | unbegrenzte Hingabe an die gesetzten Gewalten Ordnung verrathen; denn ich bin Regimas Mutter." |nb Korrektheit waren die Leitgedanken seines Geistes.

Sie wiederholte diese letzten beiden Worte in I Mechanismus des Dienstes war sein

^sch^dem Flüstern und mit einem seltsamen, unbe ,wurde durch die FügungsSafö'ED?rtabl?efleSäS Ichreiblich höhnischen Ausweisen der Oberlippe, das | uucrlchökflichcn immtr neuen Aufgaben gestellt, die die ihr das Aussehen einer Teufelin gab. I Regierung des russischen Reiches mit sich brachte.

K-q-tzn.. w.) 1.1 AS,rts SÄSÄ»®;

Ter chinesische Vizekönig Lihungtschang hat am Sonnabend den deutschen Boden wieder verlassen und V nach Holland weitergereist, von wo dann noch der Besuch von Paris und London erfolgen soll. Ehe er aus Deutschland ging, hat er jedoch die Gelegen- hett nicht versäumt, die Vermuthungen zurückzuweisen, daß ui seinen Besuch vielleicht übertriebene Hoff­nungen gesetzt werden könnten. Auf einem Gast- ntahl, das ihm zu Ehren anläßlich seines Besuchs hr S81n veranstaltet war, ließ er durch den Mund seines Dolmetschers Dr. Detring dem Präsidenten der Handelskammer für dessen Trinkspruch Dank aus- fprcchen Detring fuhr dann fort:Von der Grenze Rußlands bis zu ber Grenze im Westen hat man dem Botschafter m allen Städten, wo er Rast ge-

»<6 IN. <inen «Ltigen «Ä /w' werben, einen Empfang, ben er nie vergessen wird, »ie er noch nie einen solchen erlebt hat in

73ft- brC °uf seinen Schultern

m®Ln Bleches ist von den hohen Behörden dieses Reiches zu sagen, ein Gleiches von den Ver- mteru des Handels und ber Industrie. Der Bot- schafter wünscht keine Eindrücke zu hinterlaffen, die

Cnttauschungen Anlaß geben könnten; er! wünscht nicht, daß man seine Mission falsch auffasse; er ist nach Deutschland gekommen, um

Innb nmtn fn?en iU kr"en üf gewerblicher Hinsicht «muß bie Behauptung einiger Blätter, man habe bem IanufnütiS R'n? -rfCn ^tnanb Westen Chinesen in erniebrigenber Weise umschmeichelt, zmück- . Embiucke die er empfangen hat gewiesen werden. Wohl Deutschland, «und was er gesehen hat, wird er in China müder-' ' ' - -- - '

Izugeben suchen. Er wirb bort von ben Einricht- lungen Deutschlanbs erzählen unb versuchen, «sie einzuführen, um bort bie gleiche Wohlfahrt »des Laubes zu erzielen . . ." , Cine Reihe von Zeitungen kommenttren nun ben «Besuch des Vizekönigs sehr abfällig unb bezeichnen «dabei bie Ehrungen, bie man ihm dargebracht hat, Iverfehlt, taktlos, unangebracht, unpatriottsch u. bergt «Demgegenüber ist bieRh. W. Ztg." ber Ansicht 11 'ir iyellen dieselbe, daß ber sympathische Empfang, Iben Lihungtschang bei uns von Seiten ber Staats-, IKommunalbehörben unb Privatleute gefunben hat, ! ^rchaus berechtigt unb folgerichtig gewesen ist.

Politisch hat sich nun einmal das bmtsche Reich ganz gleich, ob mit Recht oder Unrecht gegen Japan und für China erklärt. Wenn daher der I einflußreichste Beamte des Mongolenreiches als außer- I ordentlicher Botschaiter seines Kaiseilichen Herrn auf | feiner Reise durch Europa einen längeren Aufenthalt Itn Deutschland gemacht hat so war es nur selbstver-1 stündlich, daß ihm sowohl amtlich wie auch privattm! die ihm zukommende Anerkennung und Auszeichnung! zuteil wurden. In wirth schastlicher Hinsicht ist | /cbcn Civsichtigen über allen Zweifel erhaben,, daß unser Vaterland von Japan nichts zu erwarten, hat. Samwtliche Kriegsbestcllungen Japans gehen, schon zetzt nach England und die japanische Industrie, > macht sich von Jahr zu Jahr vom Ausland unab- hangtger. Dagegen bleibt uns China gegenüber noch immer die Möglichkeit, dieses von europäischer, Kultur noch unberührte, unausgebeutete und europäischem Einfluß bisher verschlossene Land zu einem gewaltigen, und ergiebigen Absatzgebiet für den deutschen Handel, zu machen. Und da kommt es für uns darauf an,

-- gegen bie drohende Konkurrenz ber Russen, Amerikaners . | Ullu öa)D

"" mit allen Mitteln dies Kai, er unb bie Kaiserin von Rußland Reichstag

wichttge tyelb zu behaupten. Schließlich ist noch »--- 0

b."^st^!^en, daß Lihungtschang ber erste Chinese in nnflußretcher Stellung ist, ber eine ernstliche ^Europaisirung seines Lanbes anstrebt unb mehr wie f-ber anbe re seiner Lanbsleute bazu befähigt ist, dieselbe anzubahnen. Schon beßwegen allein erregt ber be§ himmlischen Reiches das Interesse! weitester Kreise. Daher ist die Aufnahme des interessanten exotischen Vizekönigs von diesen drei Gesichtspuntten: dem politischen, wirthschaft- lichen und persönlichen zu rechtferttgen unb

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