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m vielen deutschen Staaten erst seit kurzer Zeit mit der wirklichen Durchführung der allgemeinen Wehrpflicht Ernst gemacht worden, die selbst in Preußen, dem militärischen Vorbilde, erst seit der Reorganisation, also seit etwa 10 Jahren, in aller Schärte bestand. Seit dieser Zeit nun ist die Friedensstärke -des deutschen Heeres um mehr als 150 000 Mann gestiegen, die Zahl der in jedem Jahre eingestellten Rekruten ist durch die Einführung der zweijährigen Dienstzcst wesentlich erhöht; durch das Gesetz vom Jahre 1888 ist die Altersgrenze für die Landwehr erheblich hinaufgemckt. Und darum würden, wenn das Vaterland ruft, doppelt so viel seiner Söhne zu
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nicht mehr besitzen, der für nothwendig erachtet werden muß. Das hat sich besonders in der letzten Zeit vielfach gezeigt, beispielsweise in der Frage der Notenbanken, bei welcher die preußische Regierung im Bundesrathe einfach überstimmt worden ist, obwohl gerade in dieser Sache Preußen im Reichsinteresse wesentliche Zugeständnisse gemacht hat. Soll nicht eine Gefährdung der Reichsinstitution eintreten, so wird darauf geächtet werden müssen, daß auch Seitens der übrigen Bundesstaaten die Interessen des Reichs den eigenen Interessen vorangestellt werden. Auch die Behandlung der übrigen Finanzangelegenheiten von Reichswegen läßt sehr vieles zu wünschen übrig und trägt zu der unerquicklichen Finanzlage in den Einzelstaaten erheblich bei. Es ist demgegenüber nicht nur das Recht, sondern sogar die Pflicht gerade der konservativen Partei, auf diese Mißstände warnend aufmerksam zu machen und auf Wandel Bedacht zu nehmen. Daß der Hinweis des Herrn Grafen zu Limburg - Stimm in irgend einer Weise einen den Hrn. Ministerpräsidenten persönlich aggressiven Charakter getragen habe, wird nicht behauptet werden dürfen. Die gerügten Uebelstände sind durchaus nicht die Schuld des Fürsten zu Hohenlohe, sondern die Ursachen derselben liegen in den Verhältnissen, wie sie sich seit einigen Jahren zugespitzt haben. Demgegenüber die Stimme zu einer wohlwollenden Mahnung erhoben zu haben, wird Herrn Grafen zu Limburg - Stimm in weiten Kreisen der Bevölkerung als Verdienst angerechnet werden.
i Weil wir auf unser Heer mit Freude und ge- Mern Stolze blicken können, muß es uns doppelt schmerzlich berühren, daß Männer des deutschen Volkes Mj nicht scheuen, gehässige Angriffe gegen die deutsche «nnee, gegen das deutsche Volk in Waffen zu schleudern.
Mängel an geeigneter Stelle offen und ftei- ^üthig besprochen und offen zugestanden werden, liegt Scharis im Interesse des Heeres. Denn dadurch, £6 cs sich de Kritik nicht verschließt, erhält es sich Wfä und lebenskräftig, «nd weil es ein Volksheer
tft, haben die Vertreter des Volkes ein Recht aul Beseitigung von Uebelständen zu wirken. Aber weil eS ein Volksheer ift, haben die Vertreter des Volkes auch die Pflicht, nicht haltlose Angriffe und Verdächtigungen und Hebert, eibungen auszusprechen; denn fie sollten bedenken, daß sie damit gewissermaßen ihr Fleisch und Blut angreifen und daß es ein schlimmer Vogel ist, der sein eigenes Nest beschmutzt.
lieber Mißstände in unserem Heerwesen, vor Allem über die endliche Beseitigung des veralteten Straf- Prozeßverfahrens, wird man sich in Ruhe und Sachlichkeit einigen müssen und einigen können. Heeresverwaltung und Volksvertretung sind ja so sehr auf einander angewiesen, daß bei gutem Willen, Gesctick- lichkeit und Takt auf beiden Seiten immer eine Einigung wird erzielt werden können. Gerade weil wir mit ganzem Herzen an unserem Volke in Waffen hängen, können uns seine Einrichtungen gamicht vollendet genug sein, auf daß es feinen großen Ausgaben glorreich gewachsen sei. Wir hegen die fest Zuversicht, daß es sich immer weiter fortschreitend entwickeln wird, in äußerer Kriegsbei e tschaft sowohl, wie in seiner inneren Einrichtung. Möge cs den Gipfel der Vollendung erreichen, aber möge es noch in vielen Jahrzehnten nicht gezwungen sein, den anderen Völkern seine Uebcrlegenheit zu beweisen.
Lihungtschang in Berlin.
Der chinesische Vizekönig Lihungtschang, welcher bekanntlich seit Sonnabend in Berlin weilt und am sagenden Tage vom Kaiserpaare mit großen Ehren empfangen wurde, ist von seiner Aufnahme in der Reichshauptstadt, wie er feiner Umgebung wiederholt erklärt hat, hoch befriedigt. Lihungtschang stattete, ehe er feine Fahrt nach dem Schlosse antrat, dem Reichskanzler Fürsten Hohenlohe und dem Staatssekretär v. Marschall Besuche ab. Seine. Fahrt zum Schlosse wurde Unter den Linden von einer dichtgedrängten Menschenmenge erwartet. Die Auffahrt der Würdenträger und hohen Militärs in ihren goldstrotzenden Galauniformen, das Anrücken der Gardes-du-Korps, der Leibwache der Kaiserin, und der von den Gardefüsilieren gestellten Ehren- kompagnie beschäftigten das Publikum bis zum Eintreffen des Gastes aus dem fernen Osten. Die Fahrt des Vizekönigs und feiner Begleitung erfolgte in vier Galahofwagen, welche von einer Schwadron Gardeulanen begleitet wurden. Das Publikum nahm den hochgestellten Fremdling mit jener Mischung von Ernst und ulkfroher Laune auf, die dem Berliner eigen ist. Die Audienz beim Kaiser verlief in der feierlichsten Weise. Lihungtschang überreichte sein Beglaubigungsschreiben mit einer Ansprache, in der es heißt:
„Mit Ehrfurcht trete ich vor Euere Majestät, voll von Bewunderung für das große deutsche Reich, dessen Errungenschaften in der Kultur, dessen moralische Kraft und dessen Ruhm und Größe schon längst die Aufmerksamkeit der Menschheit aus Nah und Fern aus sich ziehen. China und das von Eurer Majestät vertretene Reich haben schon lange in Freundschaft gestanden und diese freundschaftlichen Beziehungen sind so ausgezeichnet, wie mit keiner m deren Vertragsmacht. Als ich z. Z. meines Amtes als General-
, * (Bürgerliches Gesetzbuch.) In Be
zug auf das bürgerliche Gesetzbuch, so führte die „ttrcuzztg" in ihrer Wochenschau aus, bestehen innerhalb der konservativen Partei des Reichstages Meinungsverschiedenheiten, die thcils dem sachlichen Inhalte des Gesetzes, thcils dessen formaler Behandlung gelten. Wenn wir aber auch zugebcn, daß es durchaus verfehlt ist, die Frage des Jagdrechts reichsgesetzlich zu tegeln (von der Aufnahme der bürgerlichen Bestimmungen soll nach den neuesten Verlautbarungen abgesehen sein), daß die ländlichen Pfandbriefe nicht zu ihrem Rechte kommen und wenn es endlich, was für die konservative Partei die Hauptsache ist, durch Schuld des Centrums nicht gelungen ist, die Zwangscivilehe durch die wahlfreie zu ersetz-n, so können wir in dem Allen, so sehr wir es beklagen, doch keinen ausreichenden Grund sehen, um uns der Vollendung des Werkes zu widersetzen, das zwar durchaus keine einwandsfreie Schöpfung ist, immerhin aber eine Rechteinigung bedeutet, und es schon dadurch wesentlich erleichtert, die bessernde Hand anzulegen, so bald man kann. Ehe das Ganze Gesetz geworden, läßt sich das nicht thun, weil damit Alles in Frage gestellt erschiene.
* (Abgeordnetenhaus.) Das Abgeordnetenhaus erledigte verschiedene kleinere Vorlagen und begann die Berathung des Antrages Arendt, die Regierungen zu ersuchen, im Bundesrath für Verhinderung des Inkrafttretens der Bäckereiverordnung zu wirken; nach einer längeren Debatte wurde die Durchberathung auf Morgen vertagt.
* (Reichstag.) Der Reichstag erledigte zunächst Rechnungssachen und trat sodann in die erste Berathung des Abändeiungsgesetzes, betreffend die Schutztruppen, ein, das der Budgetkommission überwiesen wurde. Hierbei wurde auch wieder der Fall Peters in die Debatte gezogen. Ferner wurde das Gesetz, betreffend die Abänderung der Fiiedenspräsenzstärke in zweiter Lesung angenommen, und zwar unter Ablehnung des Antrags Richter, die zweijährige Dienstzeit im Rahmen des Gesetzes festzulegen. Schließlich wurde der Nachtragsetat in zweiter Lesung angenommen mir Ausnahme der Forderung für Neuguinea.
* (Reichsländische Gemeinderathswahlen.) In Elsaß - Lothringen haben die Ge- meinderathswahlen ftattgefunden. Sie ergaben in den Hauptstädten folgendes Resultat: In Straßburg wurden gewählt 7 Altdeutsche und 6 Elsässer, darunter ein Sozialdemokrat; 23 Stichwahlen sind erforderlich. In Metz sind von 36 Kandidaten 9 Einheimische und 4 Eingewanderte gewählt; in Colmar von 33 Kandidaten 21 Mitglieder der vereinigten gemäßigten Liste; in Mülhausen von 36 nur 5, daher 31 Stichwahlen nöthig; in Schletistadt von 24 Kandidaten 13; in Markirch von 27:21, worunter 2 Sozialisten. Die Stichwahlen finden am Sonntag statt.
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gouverneur von Peh-Chif-li zur Einrichtung einer Milrtarschule schritt, war ich mir vollbewußt, daß die deutsche Armee die erste der Welt sei. Euere Majestät butten damals die Gnade, die zu diesem Zweck als Instrukteure nach China zu entsendenden Offiziere zu bestimmen. Die Thätigkeit dieser Herren ist für die unter meiner Verwaltung stehende Armee von großem Vortheil gewesen. Beim Ankauf von Kriegsschiffen und von Kriegsmaterial jeder Art hat sich China im Laufe vieler Jahre an Deutschland gewandt und dieses ift uns ohne Rückhalt und in vollem Maße entgegengekommen. 'Mit Ehrfurcht und Dankbarkeit bringe ich dieses hier zum Ausdruck und knüpfe daran die Versicherung, daß uns dieses auf alle Zeiten unvergeßlich bleiben wird. Ich gebe mich der Hoffnung Hin, daß Euere Majestät die Motive des Kaisers von Ehina zu meiner Entsendung als außerordentlichen Botschafter Allergnädigst würdigen und auch derselben Beistand verleihen wollen zur Befestigung einer ewigen Freundschaft zwischen Deutschland und China zur gemeinsamen Theilhaftigkeit an den Segnungen des Friedens."
Darauf entnahm der Kaiser aus den Händen des Staatssekretärs des Auswärtigen Amts den Text der Antwort und verlas dieselbe, welche alsdann von dem Sekretär Dctring in's Chinesische übersetzt wurde. Die Antwort des Kaisers lautete:
--Es gereicht Mir zu hoher Freude, als außerordentlichen Botschafter Seiner Majestät des Kaisers tion China einen in langjähriger und hervorragender Arbeit bewährten Staatsmann zu begrüßen. Gerne erblicke Ich in Ihrer Entsendung einen neuen werthvollen Beweis der freundschaftlichen Gesinnungen, welche Ihr mächtiger Gebieter Mir und dem deutschen Reiche entgegenbringt. Ich erwidere dieselben mit aufrichtigem Herzen. Daß die in der Vergangenheit erprobte, auf gleichen Interessen des Friedens und der Kultur beruhende Freundschaft zwischen China und Deutschland, für deren Erhaltung und Festigung Sie, Herr Botschafter, alle Zeit eingetreten sind, in Zukunft unvermindert fortbestehe, und daß die darauf gegründeten mannigfachen Beziehungen sich zum Segen beider Länder toeihr entwickeln mögen, ist auch Mein Wunsch und Meine zuversichtliche Hoffnung. Ich ersuche Sie, Herr Botschafter, Seiner Majestät dem Kaiser von China den Ausdruck Meines Dankes für Ihre Entsendung und für das von Ihnen Mir überreichte Kaiserliche Schreiben, sowie Meine besten Wünsche für sein dauerndes Wohl und für das Gedeihen seines großen Reiches zu übermitteln. Ich
Das deutsche Volk in Waffen. (Zur Erinnerung an den 16. Juni 1871 und zum 18. Juni 1896.)
*** Fünfundzwanzig Jahre sind am 16. Juni vergangen feit dem Tage, da ein Theil des deutschen Heeres in die festlich geschmückte Stadt einzog, die durch feine Waffenthaten zur Hauptstadt des deutschen Reiches geworden war, um noch einmal an dem geliebten und bewunderten Oberfeldherrn und seinen glorreichen Paladinen vorüberzuziehen. Zwei Tage »ach dieser Ruhmeserirmerung wird auf dem Kyff- häuscr das Denkmal enthüllt, das alte deutsche Krieger in unauslöschlicher Liebe ihrem großen Kriegsherrn errichtet haben. Diese beiden der Erinnerung an das Volk in Waffen und seinen Führer in ruhmreicher Vergangenheit geweihten Tage sind wohl dazu geeignet, unseren Sinn auf das deutsche Kriegsherr, auf unser Volk in Waffen in der Gegenwart zu lenken.
Ja, unser Volk in Waffen! Das ist es heute »och mehr, als vor 25 Jahren. Denn damals war
Deutsches Reich.
*8 ttlin. 15. Juni. (Tagesbericht.» D>e Kaiserlichen Majestäten legten heute als am Jahrestage des Todes Kaiser Friedrichs im Mausoleum in der Friedenslirche je einen großen Kranz mit weißer Schleife und Namenszug nieder. Das Kaiserpaar verweilte in längerer Andacht im Mausoleum. Auch int Auftrag vieler anderer Fürstlichkeiten, u. A. der Kaiserin Friedrich, des Prinzen Heinrich, des Ert prinzenpaares von Meiningen, der Großherzogin von Baden, wurden Kränze nieb rgelegt Weitere Kränze spendeten die Offiziere des Gardekoi ps unb der Regimenter, deren Chef der verstorbene Kaiser gewesen ist. Ebenso wurde im Auftrage des Kaiser- Paares der Sarg des Prinzen Friedrich Karl von Preußen, dessen Todestag gleichfalls war, in der Kirche ZU Nikolskoe mit Blumen geschmückt. Im klebrigen verlebten der Kaiser und die Kaiserin den Tag im Rcucn Palais in stiller Zurückgezogenheit. — Dem englischen Reiterregiment „The 1. Royal Dragoons", dessen Chef der Kaiser ist, hat Se Mas. einen Kranz übersandt, welcher am 18. Juni, dem Tage Don Bellc-Alliance, die Spitze der Regimentsstandarte jiercn soll. Der Kranz ist aus goldenen Lorbeerblättern, desgleichen Blüthen und Früchten gewunden unb mit golbbcfranzier Schleife versehen. Auf bem einen Ende der Schleife befindet sich das Kaiserliche W. mit der Krone, auf dem anderen lieft man: Waterloo June 18. 1815. — Seine Nordlands- reife tritt der Monarch am 1. Juli nach dem Stapellauf des Panzers „Ersatz Preußen" von Wilhelmshaven aus an. Die „Hvhenzollern" wird begleitet von dem Kreuzer „Gefion" und 2 Torpedobooten.
Hl (Einfluß Preußens auf die Reichs- 8 cschäfte.) Gelegentlich der Berathung des vom Herrenhause an das Abgeordnetenhaus zurückgelangten Richterbesoldungsgesetzes beklagte der Vorsitzende der konservativen Fraktion, Herr Graf zu Limburg- «stimm, mit Recht und unter dem lebhaften Beifall der Parteimitglieder den Umstand, baß der Ministerpräsident von der politisch wichtigen Sitzung, in der es sich um Vertheibigung der Kronrechte handelte, ferngeblieben sei. Der Herr Ministerpräsident erklärte darauf zwar in der Sonnabendsitzung des Abgeord netenhauses, daß er den Entwurf über die Anstellung non Gerichtsassessoren für einen von solcher politischen Tragweite, daß er es für nöthig erachtet hätte, neben der bewährten Kraft des Herrn Justizministers die Vertretung desselben zu übernehmen, nicht halte Jedoch man wird in dieser Hinsicht verschiedener Memung sein dürfen, und ohne Zweifel wird die löietnung des Herrn Ministerpräsidenten in dieser Angelegenheit keineswegs allgemein geteilt. Herr Graf 8U Limburg - Stimm hob dem Fürsten zu Hohenlohe gegenüber aber noch den Umstand hervor, daß in roeiten Kreisen der Bevölkerung die Stimmung vorherrsche, daß gegenwärtig in der Reichspolitik die preußischen Interessen in den meisten Dingen, namentlich aber in finanziellen Fragen den Einfluß
öchenlttche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg «nd Kirchhain. XlnJllustrirtcs Sonntagsblatt.
s für den Waffen eilen, als im Jahre 187'-. Erst jetzt uf in würde ein Krieg ein wahrer Volkskrieg fein hhdlg.
stetall- (2890 osen en- rgebc» ttidt, 21.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blatte«, sowie die Annoncen-Bureanx von Haasenstein u. Vogler in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf XXXI Moste m Frankfurt a M., Berlin, München u. Köln, C. L. xWJllJ.
Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
Weil aber unser Heer ein wahres Volk in Waffen ist, können wir ein aufrichtiges Vertrauen dazu hegen, daß es seiner Aufgabe stets gewachsen sein wird, an jenem 16. Juni 1871 die Truppen an dem Denkmal Friedrichs des Großen vorüberzogen, da mag wohl Mancher daran gedacht haben, daß auch das Heer dieses Feldherrn die meiftbemunberte Kriegsmacht Europas gewesen war unb baß es trotzdem wenige Jahrzehnte später von ber Faust des Korsin kläglich zerschmettert wurde. Aber wer immer an jene Zeit zurückdachte, den wird bas freudige Bewußtsein erfüllt haben, daß dieser Wandel vorn höchsten Ruhme zum schmählichsten Sturze unmöglich gemacht worden ' E ist durch einen Umstand: dadurch, daß jetzt bas CUttfl [deutsche Heer bas deutsche Volk in Waffen ist. Denn unter dadurch, baß es in steter Fühlung mit dem Lebendigen, Mit dem Volke steht, dadurch, daß es immer wieder rflu§ ihm seine Kräfte holt und sie bann wieder an 1 das Volk zurückgiebt, durch dieses stete Sicherneuern, 1 durch diesen regen Austausch ist unser Heer geschützt ; »avor, zu einem rostigen Werkzeuge zu werden. Die ■ Soldaten jener Zeit waren Söldner, die nur eine unklare Vorstellung von Vaterlandsliebe hatten, die Offiziere jener Zeit hatten wohl genug und vielleicht itttiiel persönliches Ehrgefühl, aber nicht genug Gefühl - pW die Ehre des Vaterlandes, wie die schmachvollen Vorgänge des Jahres 1806 bewiesen. Unsere Soldaten aber wissen, baß sie ihre Väter unb Mütter, ihren Hof unb ihre Werkstatt beschützen, wenn sie für bas Vaterlanb in ben Kampf ziehen. Unsere Offiziere aber haben ein erhöhtes Verantwortlichkeits- Skfühl burch bas Empfinden, daß bas ihnen an- »mraute Heer nicht Selbstzweck ist, solchem baß es Mittel zu bem Zwecke ist, bas Vaterland zu schützen, unb bcßhalb sehen wir unsere höheren Offiziere über ^re Dienstpflicht hinaus unablässig bemüht, bie Einrichtungen bes Heeres ftänbig zu vervollkommnen, ixnnit es seiner hohen vaterländischen Aufgabe lederzeit gewachsen sei. So können wir ohne Sorge Itin, .baß Alles geschieht, um unser Heer frisch unb schlagfertig zu erhallen.
täglich außer an Werktagen nach Sonn- uns <
Ate Nagen — Quartal Abonnements-Preis bei der Erpe- Mil
Mhon 2 Mk, bei allen Postämtern 2 Mk. L5 Pfg. (trfL
Bestellgeld) Jnsertionsgebübr für di« gespaltene Zeile Mittwuttl 17 1 QQß
ober deren Raum IO Pfg., Reklamen für die Zelle üö Pfg. -1'111111100), 1/. ^)NN1 1Oi7V.