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öchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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Vtrantwortlichcr Redatteur: Friedrich Colbatzky in Marburg. Lprervnuilden der Redaktion: 10 11 llhr Vormittag».
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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. — Quartal' Abonnement Preis bei der Exve- dilion 2 Mk, bei allen Postämtern 2 Mk 25 Pfg. (exkl. Bestellgeld) Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
Marburg,
Sonntag 31 Mai 1896.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf Mosse,in Frankfurt a M, Berlin, München u. Köln, C L. Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
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Ahlwardt-Liebknecht.
* Vor einigen Monaten fanden sich in den Blättern häufig Notizen, welche über Reise-Schicksale Ahlwaidt's berichteten, der zu „Geschäftszwecken", d. h. um sein Reichstagsmandat zur Füllung seiner Tasche auszubeulen, eine Redetournse in den Vereinigten Staaten unternommen hatte. Jene Berichte hatten alle einen gemeinsamen Tenor: das M. d. R. Ahlwardt war gekommen, hatte unglaublichen Unsinn geschwatzt, und die Zuhörer hatten ihm ihr Wohlgefallen an dem Ulk dadurch zu erkennen gegeben, daß sie ihm faule Acpfel und andere angenehme Dinge an den Kopf warfen. Jetzt laufen wieder Berichte ähnlicher Art aus England ein. Der Chefredakteur des „Vorwärts", Wilhelm Liebknecht, M. d. R., macht ebenfalls zu Geschäftszwecken eine Redetournoe durch England. Er schwatzt in gleicher Weise unglaublichen Unsinn, aber die englischen Blätter bringen Berichte darüber, als ob es sich um wunder was für ein politisches Ereigniß handelte. In Deutschland allerdings, wo man den „Alten" kennt, zuckt man die Achseln; selbst der „Vorwärts" hat seinen Lesern den Inhalt der Liebknecht'schen Rede in London unterschlagen und nur eine meist Aeußerlich- keiten enthaltende Lobhudelei gebracht, die wieder einmal zeigt, wie „hoch erhaben" unsere Sozialdemokratie über Allem steht, was nach Personenkultus schmeckt. Die unterschiedliche Beachtung und Würdigung, die Ahlwardt in der Union und Liebknecht im grünen Jnselreich fanden, legt Zeugniß dafür ab, wie stark die Iankees an politischem Verständnis und Takr John Bull überragen. Denn es ist doch ein starkes Stück, wenn polittsche Köpfe — solche pflegen doch in England die „großen" Blätter zu leiten — ganz ernsthaft so thun, als ob sie Lieb- knecht's Geschwätz für ernsthafte politische Münze hielten. Wir halten nicht für nölhig, die politischen Männer Albions darüber zu erleuchten, daß in Deutschland alle Welt, auch die Parteigenossen Liebknecht's, darüber lachen, wenn er das Roß der „hohen" Polittk tummelt. Wenn Ehren-Lievknecht dem Londoner Mob versichern durfte: falls nur erst in Frankreich die Nachläufer der Kommune und in Deutschland die Politiker seiner Schule das Heft in der Hand hätten, so würden beide in fünf Minuten mit der elsaß-lothringischen Frage „fertig" sein, so schmeckt diefis Diktum so stark nach maison de saute, daß nächst ihm nur die Engländer zu bedauern sind, welche sich
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Die seltsame Heirath.
Roman nach dem Ameiikanischen von August Leo
«.Fortsetzung/-
„Sie haben sie gewiß wieder in ihren Krallen!" faßte Van Ruble sich, während es ihm kalt um's Herz wurde vor Entsetzen über die Frechheit und Geschicklichkeit, mit der die Lache avgesteUt war, und sich eine Angst seiner bemächtigte, welche ihm, dessen Muth und Kaltclüttgkeit Jeder kannte, ganz ungewohnt war.
Bei dem Krämer erfuhr er einen wichtigen Umstand: — der Knabe, welcher den Wagen geholt hatte, kannte den Namen der Kutschers. Es dauerte nicht lange, so hatte Van den Letzteren gefunden; doch der Elende schwur bei Allem, was heilig ist, daß er die Dame zu Vans Hause geführt und dort abgesetzt hatte.
Ruble stritt mit ihm: doch er wußte, daß er log.
Derrick Duvar war feinem Werkzeug nahe genug geblieben, um zu bemerken, daß der Kutscher sein entsetztes Weib erkannte, und um seine drohenden zu hören.
Die beiden Umstände hob er sorgfältig in seinem Gedächtnifie für späteren Gebrauch auf. Es war ein Mann, welcher sich Derartiges nicht entgehen ließ.
Das Stadthaus der Lady Dare, ein prächtiges, imposantes Gebäude in dem aristokratischen Viertel der Stadt war natürlich zu dieser Jahreszeit geschlossen; doch Duvar war so vorsichtig gewesen, sich vorher die Mittel zum ©intritt zu verschaffen.
Er ließ den Wage» vor einer Hivterthür Dor fahren, welche in eine zu dieser Stunde sehr einsame Straße führte. Als der Kutscher aus seinen Befehl
solchen Bombast an den Kopf werfen lassen. Aber die Sache hat doch auch für uns eine sehr ernsthafte Seite, und diese beruht darin, daß beide Geschäfts- Reiseredner Reichstagsmitglieder sind, und daß man im Auslande ganz absonderliche Anschauungen über unser Parlament und über die Wähler erhalten muß, die mit Vorliebe solche Käuze hineinschicken. Allerdings hat auch jeder Reichstagsabgeordnete das un- v räußerliche Grundrecht, sich so lächerlich zu machen, wie er immer kann; das ist eine rein private Angelegenheit. Eine öffentliche aber ist es, wenn Leute die Folie benutzen, die ihnen ein Reichstagsmandat verleiht, um geschäfts- und gewerbsmäßig im Auslände das deutsche Ansehen in Mißkredit zu bringen. Daß hierin Ahlwardt und Liebknecht gleich Großes geleistet haben, steht außer Frage, und wenn sich infolge dessen die Antisemiten von ersterem losgesagt haben, so ist doch ein Gleiches Seitens der Sozialdemokraten nicht zu erwarten. Es fragt sich daher, ob es denn den Reichstag selbst gar nichts angeht, wenn Leute, wie Ahlwardt und Liebknecht, grade in ihrer Eigenschaft als Mitglieder des Reichstags derartigen Unfug treiben. Dabei liegt die Sache bei Liebknecht sogar noch schlimmer als bei Ahlwardt. Ersterer hätte, sofern die Regeln des politischen Anstandes für ihn gelten, jedenfalls zunächst seine Rechnung mit dem Sirafgesetz abschließen müssen, die wegen der Breslauer Majestätsbeleidigungssache noch schwebt. Statt dessen aber zog Herr Liebknecht vor, einige Wochen, bevor sich das Reichsgericht der Sache endgiltig annehmen kann, in's Ausland zu gehen und zu alten neue Sünden gegen den deutschen Volksgeist zu häufen.
Mcn sollte meinen, der Reichstag hätte alle Ursache, sein Ansehen gegen derartige Attentate zu schützen; freilich fehtt ihm dazu bisher die erforderliche Dis- ciplinargewalt. Da jedoch bei Erlaß der Verfassung und Festsetzung der Geschäftsordnung Niemand voraussehen konnte, daß Ahlwardt-Liebknecht in den Reichstag gelangen und in ihrer Eigenschaft als M. d. R. ihn so blamiren könnten, so erscheint doch die Mahnung berechtigt, für solche Fälle das Erforderliche vorzu- schen. Das kann natürlich nur durch die Initiative oes Reichstags geschehen. Ergreift er sie nicht, so macht er sich mitschuldig und gefährdet gleichzeitig das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht; denn Geschäftsreisende ä la Ahlwardt-Liebknecht gehören nicht in das deutsche Parlament.
dort hielt, strovg er selbst herab und öffnete die Thür die Wagens
Elix, welche während der ganzen Fahrt in liefe angstvolle Gedanken versunken gewesen war, schrak bei dem plötzlichen Oeffuen der Thür auf. Duvar zog sich ein wenig zurück und bückte sich, damit man nicht trotz der Dunkelheit sein Gesicht erkennen könne.
Mrs. Sever wollte eben aussteigen, als sie ungeachtet der Finsterniß bemerkte, daß dies nicht die rechte Gegend sei.
„Haben Lie sich nicht geirrt?" fragte sie, natürlich glaubend, sie spräche mit dem Kutscher, indem sie sich wieder in den Wagen zurückzog.
Im nächsten Augenblick war Duvar hineingesprungen und ehe sie Zeit hatte, einen Schrei aus- zustoßen, preßte er ihr ein mit Chloroform getränktes Tuch fist auf Mund Nase.
Sie war fast augenblicklich ruhig.
Dann rief er den Kutscher, befahl ihm, das bewußtlose Opfer in seine Arme zu nehmen und so in den Hinterhof zu tragen, der zu dem Gebäude gehörte, nachdem er zu diefem Behufe die in der Mauer befindliche Thür mit seinem Schlüssel geöffnet hatte. Darauf führte er ihn zu einem Eingang in das Haus, zu dem er ebenfalls den Schlüssel 'besaß. Der Kytscher legte seine Last auf ein im ersten Zimmer befindliches Sopha.
Es roch nach feuchter, eingeschlossener Luft und war sehr falt.
„Fahren Sie jetzt einstweilen fort," sagte Duvar zu dem Kutscher, „damit fie keine Aufmerksamkeit erregen; doch kehren Sie in zwei Stunden zurück. Es wird eine dunkle, unfteundliche Nacht werden; doch das ist für das, was mir vorhaben, um so besser," fügte der Exchirurg in kaltblütiger, bedeutsamer
Deutsches Reich.
* Berlin. 29. Mai. (Tagesbericht.) Am heutigen Jahrestage der einzigen Heerschau des Kaisers Friedrich im Charlottenburger Park, wobei K a i s e r W i l h c l m II. als damaliger Kronprinz die zweite Garde-Jnfanterie-Brigade vorüberführte, exerzirte der Kaiser diese Brigade auf dem Tempel- ; Hofer Felde. (S. unten.) Die Massais aus der Koloniale thkilung der Gewerbeausstellung wohnten ^dem Exerziien bei. Nach dem Exerziren begab sich der Monarch in das Offizierkasino des 4. Garde- Regiments z. F. — Kaiserin Friedrich wird, wie es heißt, nicht zur Hochzeit der Prinzessin Maud von Wales und des Prinzen Karl von Dänemark nach England reisen, sondern sich durch ihre Tochter die Prinzessin Friedrich Karl von Hessen vertreten lassen. — Prinz und Prinzessin Albrecht von Preußen besuchten heute die Berliner Ausstellung. — Fürst Bismarck hat sich 'bereit erklärt, den Besuch des Vorstandes des Bezirks Schleswigs des Deutschen Kriegerbundes zu empfangen, sobald wärmere Witterung eingetreten ist. — Ein Abendblatt meldet ans Königsberg i. Pr.: Professor Schweninger ist beim Oberpräsidenten Grafen WilhelmBismarck hier eingetroffen, der seif einigen Monaten leidend ist.
* (Historisches Exerziren.) Daß historische Exerziren der 2. Garde-Jnfanteriebrigade brachte heute schon in früher Stunde einen großen Theil der Berliner Garnison auf die Beine. Der Sammelpunkt war am Matthäi-Kirchhof in Schöneberg. Kurz vor 8 Uhr erschien der Kaiser an der Spitze der Fahnenkompagnie. Der Monarch, welcher Generalsuniform trug und einen Schimmel ritt, ließ die Brigade über die Moiiumentenbrücke nach dem Tempelhofer Felde zu marschiren. Unterdessen hatten sich mit ihr das Garde- Kürasster-Regiment und drei Batterien des 1. Garde- Feldartillerie-Regiments zu einer Ostarmee vereinigt, die der Kaiser befehligte. Die Westarmee, das Alexander-Regiment, Gardeschützen-Bataillon, 1. Garde- Dragoner-Regiment und ebenfalls drei Batterien, stand unter dem Befehl des Generalmajors Herwarth von Bittenfeld. Nachdem die 2. Brigade auf dem Felde formirt worden war, sah man zunächst einen Vorstoß mit klingendem Spiel in der Richtung auf das Proviantmagazin in Tempelhof. Bald jedoch ging die ganze Brigade durch eine Schützenkette, nach rückwärts sichernd, nach Britz ab. Die Massais aus der Kolonialausstellung, die 43 Mann stark in zwei Kremsern erschienen waren, hatten zunächst unten von
Weise hinzu, als er dem Menschen einige Goldstücke in die Hand drückte und ihn fortschickte.
Als sich die Betäubung verlor und Mrs. Sever zu sich kam, war ihr Erstaunen und Entsetzen, sich da zu sehen, wo sie war, so groß, daß sie darüber beinahe aufs Neue das Bewußtsein verloren hätte. Sie konnte nicht gleich begreifen, daß sie wieder in die Hände ihrer Feinde gefallen war
In der Mitte des Zimmers stand eine Lampe auf dem Tische, welche dasselbe aber nur düster beleuchtete, auch Nahmng und W in befand sich daselbst.
Als sie sich langsam aus ihrer liegenden Stellung erhob, trat Duvar vor in das volle Lampenlicht, sodaß man ihn deutlich sehen konnte.
Er hatte einen besonderen Grund dazu; er wollte in Erfahrung bringen, ob Annette Veli ihr Etwas gesagt hatte.
Der Blitz, der plötzlich in den großen, goldbraunen Augen aufzuckte, als sie ihn erkannte, antwortete ihm, ohne daß er nöthig hatte, eine Frage zu stellen, und die Worte, die von den zitternden Lippen kamen, beseitigten jeden Zweifel.
„Elender!" keuchte Elix mit vor Leidenschaft und Auftegnng kreischender Stimme. „Wo ist mein Kind?"
Duvar antwortete kein Wort.
Zu sich selbst jedoch sagte er mit der verhärteten Schlechttgkeit eines kaltblütigen Schurken:
„Das gicbt ihr den Rest. Sie kennt mich und weiß von dem Kinde. Jetzt kann ich nicht mehr zögern; denn so lange sie lebt und ihr Kind nicht gefunden hat, wilde ich nicht imstande sein, ruhig zu schlafen. Nun kann ich um meinetwillen vor nichts mehr zurückschrecken."
Er ging und fetzte sich wieder auf den Stuhl, den er verlassen hatte, um mit ihr zu sprechen.
der Tempelhofer Chaussee aus die Truppenbewegungen; dann fuhren sie in der Nähe der Bockbrauerei zurück und beobachteten bann von hier aus die weitere Entwickelung des Gefechts und namentlich den großen Angriff. Gegen 103 4 Uhr entwickelten sich von Britz her die Jnfanterieregimenter der Ostarmee unter dem Schutze des Feuers ihrer Artillerie gegen Berlin, während die Kürassiere ihre Flanken sicherten. Es entspann sich ein ungemein lebhafter Jnfanterie- kampf zwischen den beiderseitigen ßinün. Das Westkorps empfing den Gegner mit einem surchi baren Schnellfeuer und wollte aus feiner guten Stellung nicht weichen. Die Ostarmee, die immer mehr Kräfte entfaltete, rückte dem Feinde näher und näher auf den Leib. Schließlich stürmten die ganzen Massen gegen die von der Westarmee besetzte Anhöhe vor — als das Signal „Das Ganze Halt" das Gefecht abbrach. Die 2. Jnfanteriebrioade sammelte sich sodann, und der Kaiser hielt eine Ansprache, in der er auf die Bedeutung des Tages hinwies und zum Schluß seine Zufriedenheit der Bvgade aussprach. Ein Parademarsch sämmtlicher Truppen beendete das militärische Schauspiel. Der Kaiser begleitete dann das 4. Garderegiment in die Kaserne und nahm an dem Frühstücke bei dem Offizierkorps tbeil.
* (Moskauer Krönungsfeier.) Die „Nordd. Allg. Ztg." hebt folgende Stelle des Pariser „Temps" über die Moskauer Krönungsfeier als besonders interessant hervor: Es wird keinem Widerspruch begegnen, wenn man behauptet, daß Frankreich mit den aufrichtigsten Glückwünschen für den Zaren und die Kaiserliche Familie nicht minder aufrichtige Wünsche für den Fortbestand des Weltftiedens verbindet, der ein zuverlässiges Unterpfand der unbegrenzten Entwickelung, des Gedeihens und der Wohlfahrt für Frankreichs Verbündeten und für Frankreich selbst ist. Der Friede aber, den Frankreich in Uebereinstimmung mit Rußland wünscht, ist kein ttäger Friede bloßer Abdankung und Entsagung, sondern ein thätiger Friede, der unablässig daran arbeitet, das Werk des Krieges durch den Fonschritt der Gerechtigkeit sowie durch das Wachsthum einer materiellen Macht zu zerstören, die sich nur gehen zu lassen braucht, um Furcht einzuflößen. Die Kraft unserer Arm e ist ein Element dieses Friedens der Wiederherstellung, während ein anbei e», nach beträchtlicheres Element bie sittliche Pflege unb bie hartnäckige Bemühung, bie Achtung vor betn Rechte zu verbreiten, bilbct. Wenn wir uns tteu biefer doppelten Aufgabe hingeben, so kann es auch nicht ausbleiben, daß die Zukunft uns entschädigen wird. (!)
Mrs. Sever folgte ihm.
„Wo ist mein Kind?" fragte sie noch einmal in ersticktem Tone. „Wo ist das unschuldige Kind, das Sie mir gestohlen haben?"
Duvar holte tief Athem, fuhr mit seinen feinen weißen Fingern nach seiner Gewohnheit durch sein Lockenhaar und gab keine Antwort. Er beabsichtigte, nicht ftmher Etwas zu sagen, bis er dazu gezwungen war. Er wollte sie nur ruhig erhalten und die Zett bis zur Rückkehr des Kutschers so gut als möglich hinbringen.
Arme Elix! Nach all' der Angst unb ben Selben, bie sie durchgemacht, mußte sie noch diesen Schlag erdulden! Sie war einem neuen Anfall von Gehirnentzündung näher als an dem Tage, wo ihr angebeteter Gatte fie verließ und sie ihr Kind zum letzten Male küßte.
„Weßhald sind Sie mein Feind?" rief sie wild und verzweifelt. „Ich kenne Sie nicht! Ich weiß nicht einmal Ihren Namen! Was habe ich denn gethan, daß Sie und Sylvia Dare mich so hassen und verfolgen? Sind Sie mit ihr im Bunde? Ah, Sie fahren zurück!"
Duvar öffnete nicht den Mund; doch er erbleichte bei ihren Worten unb dachte:
„Wieder ein Nagel zu Deinem Sarge, unvorsichtiges Geschöpf! Es ist entschieden das einzige Mittel!"
Elix wandte sich und warf einen schmerzlichen, verzweifelten Blick um sich, auf die fest verschlossenen und b er gitterten Fenster, die schwer, sorgfältig ver- fchloffene Thür und auf den schönen Mann, der ruhig und undurchdringlich wie ein Teufel vor ihr stand.
„Wieder, wieder im Netze!" murmelte sie bitter. „Wollen Sie mich wieder in jenes entsetzliche Ge-