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- *27 Zllustrirtcs Sonntagsblatt.. äismsäs**

M 124

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Marburg,

Freitag 29 Mai 1896

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf mi. c>abra. Moffe in.rrmftort a M, Berlin, München u. Köln, C L. u g.

Daube n. Co. in Fraukfuli a. M, Berlin, H-nnooer. Paris.

Der französische Botschafterwechset am Berliner Hofe.

** Der französische Botschafter Herbette hat nun- mehr am Dienstag dem Kaiser sein Abbernfnngs- schreiben überreicht, und wenn man nach der Kürze der Abschiedsaudienz urthcilcn darf Herr Herbelte hat sich nur wenige Minuten im Königlichen Schlosse aufgehalten, so sieht man ihn in Berlin keines­wegs ungern scheiden. Als Herr Herbettc vor fast 10 Jahren den unbedeutenden Gesandtenposten in Lissabon mit der Vertretung der Republik am Ber­liner Kaiserhofe vertäu chte, war er ein Mann ohne nennenswerthe politische Vergangenheit und ohne diplomatischen Ruf; er war zwar vor langen Jahren einmal Konsul in Stettin, später Kabinetschef Frcy- cinet's in dessen erstem Ministerium gewesen, war aber politisch nie besonders terorgetreten. Auch als er 1878 Herrn Waddington auf dem Berliner Kon- gr.sse beigegeben war, hatte er Niemandes Aufmerk­samkeit erregt. Seine Versetzung nach Berlin erfolgte wohl einerseits, weil er den deutschen Verhältnissen im Allgemeinen nicht so fremd gegenüberstand, wie die meisten seiner Kollegen im diplomatischen Dienste, andererseits, weil er sich dadurch, daß er die ge­mäßigte Politik Jules Ferry's in der radikalen Pariser Presse bekämpft hatte, Herrn Fieycinet per­sönlich verpflichtet hatte. Denn nach Ferry's Sturze 1885 erhielt Freheinet im Kabinet Brisson das Porte­feuille des Auswärtigen, und als Brisson Anfang 1886 hatte zurücktreten müssen, ward Freycinet gleich­zeitig wieder Minister Präsident. Als solcher erinnerte er sich seines getreuen Schildknappen Herbette und schickte ihn nach Berlin. Hier war Herbette gerade ein halbes Jahr, als die am 20. April 1887 in der Nähe von Metz durch den deutschen Polizei­kommissar Gautsch erfolgte Verhaftung des ftan- zösischen Polizeikommissars und Spions Schnäbele eine unmittelbare Kriegsgefahr heraufbeschwor. Frey­cinet war inzwischen wieder einmal gestürzt worden, und die beiden tonangebenden Männer in der fran­zösischen Regierung, der Ministerpräsident und Mnister des Answärttgen Goblet und der Kriegsminister Bou­langer, zwei ausgesprochene Revanchehelden, verlangten im Ministcrrathe die Absendung eines Ultimatums an Deulschland, das, wie die Dime damals lagen, wahrscheinlich den Ausbruch des Krieges zur Folge gelabt hätte. Daß es anders kam, verdankte man einmal dem alten Präsidenten Grevy, der angesickrs der drohenden Gefahr plötzlich eine sonst nie an ihm

^Nachdruck Oerboren. )

Die seltsame Heirath.

Roman nach dem Amerikanischen von August Leo (Fortsetzung.)

Neuntes Kapitel.

Der falsche Kutscher.

Mrs. Seoer bog gerade nm die Ecke der nächsten Straße, als er ans dem Hause kam, leicht die Stufen heruntersprang und sorglos hinter ihr herging.

Sie ist es!" sagte er sich.Ich kenne diesen lebhaften elastischen Schritt unter Tausenden. Vor mir kann sie kein Schleier verbergen."

Er lachte leise, indem er sich die feine, weiße Hand vorhielt.

Es ist doch komisch," dachte er weiter,daß ich sie so gut kenne, und sie glaubt, mich niemals ge­sehen zu haben!"

Jetzt winkte Elix einen Wagen herbei und stieg ein.

Derrick Duvar, denn dieser war es, stteg in den nächsten und befahl dem Kutscher, dem ersten zu folgen.

Als Elix hielt und in den bezeichneten Krämer­laden trat, fuhr er noch eine Strecke weiter, stieg aus, schickte den Wagen fort und ging zurück in die Nähe des Ladens.

Als er langsam vorüberging, indem er sich sagte, »es keimt mich hier Niemand, deßhalb wird man uicht auf mich achten," stand Annette Seit hinter bin Spitzenvorhängen eines Fensters über dem Krämer laden, und da sie,, selbst unsichtbar, ihn vor- »bergehen sah, fuhr sie erschreckt zurück, und ihre mageren, zitternden Hände ballten sich krampfhaft zwischen den Falten ihres Kleides.

beobachlcte Energie entwicke.re, sodann der emgegen- kommendcn und versöhnlichen Haltung des Fürsten Bismarck, der damit Henn Herbetle zu dem ihm seither auch unausrottbar vervliebencn Ruhme verhalf, daß seine Hcrbette's diplomatische Geschicklichkeit d n Ausbruch eines neuen deutsch-französischen Krieges glücklich verhindert^ habe. So ward Herrn Jules Herbette s diplomatischer Ruf begründet. Die französische Chauvinistenpresse hat ihn fteilich wegen seines ver­meintlichen Mangels an Schncidigkeit fortgesetzt an- gegriffen und seinen Rücktritt mindestens zwei Dutzend Mal angekündigt. So lange die Angriffe gegen ihn von dieser Seite baue ten, blieb Herr Herbettc im Amte; als sie verstummt waren, erhielt er endlich seinen Abschied. lieber die Veranlassung dazu ist viel geschrieben, sind die mannigfaltigsten Einzelheiten mitgetheilt worden, die hier nicht weiter unt>rsucht werden sollen. Es mag fein, daß die auf Herbette's Verlangen erfolgte Abberufung des Berliner französischen Marineattachös peinlich am Hofe, wo dieser Herr sehr wohl gelitten gewesen sein soll, berührt hat. Thatsacke ist, daß Herr Herbettc im letzten Winter bei verschiedenen Gelegenheiten tiont, Kaiser wenig gnä'ig behandelt wurde. Man dürfte jedoch kaum fehlgchen in der Annahme, daß hierbei keinerlei persönliche Momente maßgebend waren; cs wird vielmehr erzählt, daß Herr Herbette, obwohl der Kaiser ihm gegenüber mehrfach außerordentliches Wohlwollen bekundet hatte

man braucht nur an die Freilassung der beiden als Spione verurteilten und in Glatz internirten französischen Offiziere zu erinnern, es seinerseits bei verschiedenen Anlässen am erforderlichen Verständniß gegenüber diesseitigen Anregungen hat fehlen lassen Man hatte deßhalb seit geraumer Zeit in Berlin nicht mehr die Empfindung, daß Herr Herbettc die Pflege fteundschaftlicher Beziehungen zwischen beiden Staaten als seine erste Aufgabe bewachte, sondern sich mehr durch Rücksichten auf zeitweise in Pans tonangebende Strömungen in deutschfeindlichem Sinne beeinflussen ließ.

Der neue Botschafter ist nun der Marquis von Noailles, dessen Ernennung Präsident Faure am Mittwoch im Ministerrath in Paris unterzeichnet hat. Emanuel Henri de Noailles ist, wie wir dirKöln. Ztg." entnehmen, der zweite Sohn des bekannten französischen Geschichtsschreibers und Akademikers, des Herzogs Paul de Noailles. Er ist 66 Jahre alt. Unter dem Kaiserreich hielt der Marquis de Noailles sich der Politik fern; nach dem Kriege schloß er sich dem rechten Flügel der republikanischen Partei an. Thiers ernannte ihn am 12. Mai 1872 zum Ge-

Verflucht!" mutn eite sie.Er hier? Jetzt? Das ist Schicksalsfügung!" Tann ergriff sie plötz­lich Mrs. Sever beim Arme und zog sie an's Fenster; sie war sehr aufgeregt.

sehen Sie, Madame, sehen Sie sich ihn gut an, den Herrn mit dem gclbnen Haar!" rief sie in eiligem Flüstern, als ob er es hören könne.

Elix that, was man ihr sagteIch sehe ihn," erroiberte sie verwunbert,was ist mit ihm?" ~ »0 viel sehr viel, Madame!" hauchte die Französin in heiserem, doch bedeutungsvollem Tone. Sehen Sie sich jh« ja gut an, damit Sie ihn wiedererkernen. Er hat bei Madame viel zu ver­antworten viel, was sie noch nicht weiß. Er ist es, der das Geheimniß gemacht hat, von dem ich sprechen will."

Nach dieser Aufforderung wandte Mrs. Scvcr erstaunt ihre Blicke durchdringend auf den Fremden. Doch plötzlich fuhr sie mit einem unwillkürl-chen Schauder des WiderwUens zurück.

Das ist ein Gesicht, welches man nicht leicht vergißt," sagte sie bebend.Mir ist, als ob ich es schon ftüher gesehen hätte vielleicht in einem bösen Traume."

Ein finsteres Lächeln spielte um den Mund des Weibes, und sie nickte düster.

Vielleicht erinnert sich Madame des Geistlichen meines Onkels, der in der Schweiz zu mir kam, während Madames Gemahl in England war?"

Ich erinnere mich!" rief Mrs. Sever auffahrend.

Er hatte blaue Augen und weißes Haar sehr weiß und lang."

Madame, das war derselbe," sagte Annette bleich.Das weiße Haar war eine Penücke; er war auch nicht mein Onkel. Er war jener schlechte Mensch da draußen jener schändliche o!"

saubren in Washington. 1873 würbe er Gesandter beim Onirinal und dort auch als Botschafter bei« behalten; im Jahre 1882 wurde er in gleicher Eigen­schaft nach Konstantinopel versetzt. Seit 1886 stand er 'zur Verfügung des Auswärtigen Amts. Der Marquis de Noailles ist Großosfizier der Ehren­legion. Als Schriftsteller hat er sich in einigen Werken über polnische Geschichte und Literatur bc- thätigt. Wie demBerl. Tagebl." aus Paris ge­meldet wird, trat der Marquis, als 1886 das Ver- bannungsgefetz die Prinzen der Familie Orleans aus Frankreich vertrieb, auf Verlangen seines Vaters aus oem Staatsdienst aus. Er lebte seither literarischen Arbeiten und zog sich nach dem Tode seiner Gattin, der ein ft als Schönheit gefeiert gewesenen Gräfin Swiezkowska, geborenen Lachmann, ganz von dem gesellschaftlichen Leben zurück und bewohnte eine ein­fache möblirte Wohnung in Paris, nahe dem Triumph­bogen. Der Marquis, btr aus der Ehe mit der Gräfin Swiezkowska einen Sohn hat, ist mittelgroß und schlank, fast hager, die Schultern leicht gekrümmt, das Gesicht, in welchem der Bart bereits fast weiß ist, erscheint sehr klug. Der Marquis, der das ist, was man in Frankreich einenSettre" nennt, hat ein glänzendes Konversationstalcut, das sich freilich nur gegenüber den Intimsten frei gehen läßt. Er ist der Typus eines biftinguirten französischen Ebelmanns, wie die vergangene Generation ihn kannte.

Die französische Presse billigt die Wahl des Marquis zum Nachfolger Henette's allgemein. Hoffentlich können wir uns auch dermaleinst in gleichem Sinne aussprechen. Marquis von Noailles wird sich bereits im Anfänge des nächsten Monats auf seinen Posten in Berlin beheben.

Deutsches Reich.

* Berlin, 27. Mai. (Tagesbericht.) Die Kaiserliche Familie hat heute die Berliner Gewerbeansstellung besucht. Die Kaiserin traf mit dem Kronprinzen und dem Prinzen Eitel Fritz um 10'/8 Uhr in der Ausstellung ein und besuchte die Haupt-Jndustriehalle, die Maschinenhalle, bann bie Abtheilung für Sport, das Alpenpanorama, Alt-Berlin, sowie bie Kolonial-Ausstellung unb fuhr von bort aus zum Frühstück auf das Kaiserschiff. Der Kaiser kam erst um 2 Uhr Nachmittags mit bem Prinzen Ernst Günther von Schleswig-Holstein unb größerem Gefolge auf berAlexandria" an. Auf bei Fahrt hatte er ben Vortrag des Chefs bes Civilkabinets v. Lucanus entgegengenommen. Eine

Ich warte auf bas, was Sie mir zu sagen haben!" rief Mrs. Sever etwas urgebulbig, während ihre braunen Augen funfelten.

Der weißlöpfige Geistliche war eng mit einigen der schmerzlichsten Stunden ihres Lebens liht. Was konnte jener schöne, elegante Mann da draußen von ihr wissen?

Madame," sagte Annette plötzlich,das Kind ist nicht in dem Hause verbrannt."

Mrs. Sever, welche stand, wankte und starrte bas Weid ungläubig und ohne zu begreifen an. Im nächsten Augenblicke jedoch sprang sie mti sprühenden Augen vor und faßte sie bei den Schultern.

Sprechen Sie!" befahl sie erstickt.Heraus jetzt mit Allem!"

Das wünsche ich ja zu thun," sagte Annette ruhig,wenn Madame mich gütigst loslaffen wollen."

Mrs. Sever's Hände krampften sich nur fester zusammen.

Sprechen Sie!" wiederholte sie befehlend.

Er betrog mich, Madame, er bestach mich, baß ich ihn verkleidet zu mir kommen lassen solle. Ich schwöre Ihnen, ich wußte nicht, daß er das Kind wollte."

Was?" rief Elix schrill.Weiter, nm weiter!"

Dann," fuhr Annette fort,als bas Haus brannte, rettete ich das Baby und lief ganz allein mit diesem davon. Dann riß mir Jemand im Finstern das Kind fort, und als ich schrie, sagte er:Still, füll, Annette. Er wams!"

Unb meine Tochter war nicht verletzt? Mein Lieb­ling lebt?"

Sie würbe gerettet, Mabame, bas beschwöre ich! Man gab mir Gelb, damit ich sagen sollte, es sei tobt; doch cs war nicht wahr. Sie lebt, und | dieser schlechte Mensch weiß, wo sie ist."

nach Tausenden zählende Volksmenge hatte sich am Ufer eingefunben, unter ber man sehr viele Fremde bemerkte, bie boppelk ftoh waren ihren Kaiserlichen Herrn so nahe sehen zu können. Lauter Jubel erscholl, als Se. Majestät, geführt vom Kommcrzien- rath Golbberger unb Baurath Fetisch, ben Brückensteg hinunterschritt. Nachdem er bie Kaiserin unb bie Prinzen begrüßt hatte, begaben sich bie hohen Herr­schaften in ben Speisesalon, um bas Frühstück ein» zunehm en. Hierauf führte ber Kaiser seine Gäste zu ben Marineschauspielen, wo sich inzwischen auf befonbere Einlabung Sr. Majestät alle Offiziere bes Reichs- marineamts eingefunben hatten. Später trafen auch bie brei jüngeren Prinzen auf ber Ausstellung ein. Erst gegen Abend trat bie Kaisersamilie bie Rückfahrt nach Potsbam an. H e rz o g Fr i e b r i ch v o n Anhalt spricht imStaatsanzeiger" für bie er« hcbenben Kundgebungen zu seinem Regierungsjubiläum allen Betheiligten ben tiefempfundenen, wärmsten Dank aus. Reichskanzler Fürst Hohenlohe hat sich für einige Tage auf fein Gut Grabowo in Posen begeben. Dem bayerischen Ministerpräsibenten v. Crailsheim ist vom Kaiser ber S ch w a r z e Adlerorben verliehen worben.

* (Auszeichnung.) Man schreibt berKreuz­zeitung": Wie sehr ber Kaiser barauf bcbacht ist, bie alten, verdienten Generale zu erfreuen, geht ans Folgendem hervor. Bei ber Anwesenheit des Kaisers in Wiesbaden erhielt der dort wohnende General­lieutenant z. D. Rudolph v. Barby, der schon bei ber Feier bes Jahrestages ber Schlacht bei Colombey-Nonillh burch ein sehr- gnädiges Telegramm ausgezeichnet worben war, folgcnbes Schreiben:

Ich mache Mir bas Vergnügen, Ihnen bei Meiner Anwesenheit Hierselbst als ein Zeichen ber gnäbigen Anerkennung Ihrer im Feldzuge 1870 71 als Kommandeur bes jetzigen Infanterie - Regiments Graf Bülow v. Dcnnewitz (6. westfälisches) Nr. 55 geleisteten guten Dienste hierdurch die Erlaubniß zum Tragen ber Uniform bes genannten Regiments zu ertheilen.

WieSbaben, ben 11. Mai 1896.

gez. Wilhelm."

* (Reform bes Klebe gesetz es.) Ein neuer Gesetzentwurf über bie Alters- unb Jnvalidilätsversicher- ung ist, berD. Tgsztg." zufolge, nach zweijähriger Vorarbeit im Schooße bes Bundes der Land- wirthe unter Mitwirkung hervorragender parlamen­tarischer Führer, sowie sachverständiger Herrn fertig- gestellt unb in ber wirthschaftlichen Vereinigung

Tief anfathmend unb erfdmuernb, fiel Elix Sever zurück. Anuktte fing sie in ihren Armen auf, er­griff ein nahestehendes Riechfläschchen und hielt eS ihr an die Nase. Mrs Sever erholte sich rasch und stand bann, sich auf bie Französin stützenb, auf.

(Fortsetzung folgt.)

Wissenschaft, Kunst und Leben.

* Berlin, 27. Mai. (Der 25. Kongreß der deutschen Gesellschaft für Chirurgie) trat heute Mtttag im Langenbeckhause zusammen. Den ein­leitenden Vortrag hi-lt Geheimrath Bergmann. Minister Dr. Bosse begrüßte die Anwesenden namens der Regierung, picrauf folgten Vorträge von Esmarch-K el über die Er- olge der künstlichen Blutleere, von Bruns-Tübingen über die moderne Behandlung des Kropfes und König-Berlin über die Entwickelung der Lehre von den Lokaltuberkulosen in den letzten 2*> Jahren - Vor Beginn des Kongreffes hatte ein feierlicher Gedenkakt an den Gräbern Langenbeck's und Bardelebrn's stattgefunden. Nach kurzen Ansprachen wurden Kränze niedergelegt. Tie Festsitzung nahm einen glänzenden Verlaust Im Auftrage der Kaiserin war Kammerherr von der Knesebeck anwesend, außerdem waren Vertreter aus Amerika, England, Frankreich, Italien und Rußland erschienen. Alle deutschen medizinischen Gesell- chasten waren vertreten. U. A. ist auch Profeffor Küster-Marburg anwesend.

** Berlin, J7. Mai. (CoMenius-Gesell- ch a f t) Die gestrige Hauptversammlung der Comenius- gesellichaft war von Vertretern der Staatsreg'erung, des Magistrats der Stadt Berlin, der Universitäten Berlin, Wien, Marburg und Jena sowie zahlreicher wissen- chaftlicher Gesellschaiten und Vereint besucht. Die Vor­tröge btt He ten Rein (Jena), Nordberg (Kiel) und Reich (Wien) fanden den Beifall der zahlreichen Versammlung.

** Hamburg, -7. Mai. (Lehrerversamm­lung.) In der heutigen zweiten Hauptsitzung der deutschen Lehrer Versammlung sprach Tews-Ber'in über bie Er­neuerung des Volksschullehrplans. Als Ort der nächsten Tagung wurde Breslau bestimmt. Die Gründung einer allgeireinen deutschen Lehrerkrankenkaffe lehnte die Dele- girtenversammlung mit großer Mehrheit ab.