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Wöchentliche Beilagen: Krcisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Jllustrirtes Sonntagsblatt.
SvrechAmbeu der Ätbrition: 10^-11 Uhr Vormsttags^^"^
Abänderung der Gesetze über die Kaiserlichen Schutztruppen.
■f Nach den Gesetzen vom 22. März 1891 und 9. Juni 1895, durch die in den Schutzgebieten von Ostaftika, Südwestaftika und Kamerun Kaiserliche Schutztruppen eingerichtet worden sind, unterstehen bk Schutztruppen in Bezug auf militärische Organisation und Disziplin dem Reichs-Marine-Amt, in Betreff der Verwaltung und Verwendung dem Gouverneur und weiterhin der Kolonialabtheilung des Auswärtigen Amts Hieraus ergab sich ein Nebeneinanderbestehen zweier Organe sowohl an der Centralstelle wie in der einzelnen Kolonie. Eine mehrjährige Erfahrung hat nunmehr gelehrt, daß es für die in den Schutzgebieten noch immer vorhandenen und für «nabsehbare Zeit zu erwartenden außerordentlichen Lerhältnisse einer anderweitigen Organisation bedarf. Insbesondere muß die Leitung der militärischen und der Civilangelegenheiten in der Kolonie einheitlich sein. Um dies herbetzufühien, und um andererseits einen Zuzug tüchtiger Offiziere und Unteroffiziere nach den Kolonien zu ermöglichen, sollen nach dem heute vom Bundesrath angenommenen Gesetzentwurf die deutschen Militärpersoncn der Schutztruppe, die bisher als ab- f kommandirte Angehörige der Marine galten, vollständig aus der Marine au 8 scheid en.
Hierdurch fallen die bisherigen militärischen Rücksichten, die einer völligen Unterstellung unter die Civil- behörden widerstrebten, fort. Andererseits soll aber bat zur Schutztruppe übergetrctenen Militürpersonen der Rücktritt in die Armee oder Marine unter Wahrung ihres Dienstalters Vorbehalten bleiben. Die Bearbeitung der Angelegenheiten der Schutztruppe soll vom Reichs-Marineamt getrennt und derKolonialabtheilung fdes Auswärtigen Amtes überttagcn werden, zu dem behufs Bearbeitung der rein militärischen Angelegenheiten ein Offizier kommaudirt werden soll. Dcs Weiteren werden die Versorgungsansprüche der Ange- । Wgen der Schutztruppe entsprechend der Organisationsänderung neu geregelt. Auch auf die Polizei- tmppe von Togo sollen die neuen Bestimmungen An- ioenbung finden.
r Der Entwurf enthält außerdem Bestimmungen über die Erfüllung der Wehrpflicht in den Schutzgebieten. Es soll durch Kaiserliche Verordnung festgesetzt werden, in welchen Schutzgebieten und unter welchen Voraus- schungen wehrpflichtige Reichsangehörige, die dort ihren Wohnsitz haben, ihrer attiven Dienstpflicht bei ber Kaiserlichen Schutztruppe genügen dürfen. Ferner
sollen die in den Schutzgebieten sich aufhallenden Personen des Beurlaubte^ standes des Heeres und der Marine in Fällen von Gefahr zu Verstärkungen der Schutzttuppe herangezogen werden und in dringenden Fällen solche Verstärkungen vom obersten Beamt n des Schutzgebietes angeordnet werden können. Jede Einberufung dieser Art soll einer Dienstleitung int Heer ober in ber Marine gleichgeachtet werden. Auf Geistliche und Missionare sollen diese Bestimmnngen keine Anwendung finden.
Maßgebend für diese Bestimmungen war der Umstand, daß zur Hebung der wirthschaftlichen Bedeutung unserer Schutzgebiete in erster Linie die Besiedelung mit deutschen Reichsangehörigen gehört, daß dieser aber in der Unmöglichkeit, der Dienstpflicht ober bcn vorgeschriebenen Hebungen in den Schutzgebieten selbst zu genügen, ein schweres Hinderniß entgegensteht. Hierzu kommt, daß die Unterhaltung ber Schntztruppen, besonders in Südwestaftika, einen außerordentlichen Zuschuß des Reiches verlangt, auf dessen Abminderung besonders Bedacht genommen werden muß. Diesem Zwecke soll ebenfalls der vorliegende Gesetzentwurf dienen, zumal, besonders in Südwestaftika, nach den Ausführungen des Majors Seuttoein, die ständige Schutztruppe von 530 Mann für Friedenszeiten zu groß ist, ohne die Sicherheit zu bieten, daß sie in einem Kriege die genügende Stärke besitze. Zu einem Ausgleich dieses Uebclstandes und gleichzeitig zur Entlastung des Etats soll die Heranziehung der im Schutzgebiet wohnenden wehrpflichtigen Reichsangehörigen zur Ableistung ihrer Wehrpflicht im Schutzgebiete selbst dienen.
Deutsches Reich.
* Berlin, 11. Mai. (Tagesbericht.) Se. Mas. der Kaiser traf wohlbehalten in Wies- bad e n ein. Trotz ber vorgerückten Nachtstunde hatte sich eine unzählige Menschenmenge etngefunben, die den Monarchen begeistert begrüßte. Im Schlosse angelangt, begab sich ber Kaiser auf ben Balkon unb bankte durch Grüßen nach allen Seiten für die Huldigungen. Heute fuhr ber Monarch nach ber griechischen Kapelle, machte bann einige Besuche unb frühstückte bei ber Prinzessin Luise von Preußen. Abenbs war Vorstellung im Hoftheater. — Ihre Mas. bie Kaiserin ist heute früh im Neuen Palais bei Potsbam wieder angekommen. Dott trifft der Kaiser am Mittwoch ein, worauf die Majestäten nach Primkenau in Schlesien abreisen. — Zum Generalkonsul für Bulgarien ist
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Marburg,
Mittwoch. 13 Mai 1896.
Antigen nimmt entgegen di» Expedition dieses Blaue».
sowie bk Amoneen-Bureaux von Haasenstriu u Vogler in__
Frmcksurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wim; Rudolf XDI Qrtfirft
Moss« in Frankfurt a. M., Berlin, Münchm u Köln; C. L.
Daube u. Co. in Frankfurt a. M, Berlin Hannover Paris
der bisherige Verweser des Generalkonsulats in Sofia, v. Voigts-Rhetz, ernannt worden. — Der Kaiser hat dem B i s ch o f T h e o d o r W e b e r in Bonn die nachgesuchte landesherrliche Anerkennung ertheilt.
* (Kaiserrede.) Bei dem Festmahl in Frankfurt a. M. erwiderte der Kaiser auf den Toast des Oberbürgermeisters Adickes: Es fei selten einem Volke gegeben, ein solches Fest wie h nie zu feiern und an einem solchen Orte, wo dies heute geschieht. In patriotischer Weise habe Frankfurt den Tag gefeiert. Er und die Kaiserin dankten für den herrlichen Empfang. Nun kam der Monarch auf feinen Großvater zu sprechen: „Wir erkennen aus dem prüfungsreichen Leben dieses hohen Herrn, wie der Weltenschöpfer das Volk im Ange behielt, welches er sich erwählt hatte, um endlich der Welt den Frieden zu geben und auch das Instrument sich baute, welches dieses Volk dazu führte... Vor Allem stehl mir vor Augen der Augenblick, als der hohe Herr als König von Gottes Gnaden das Szepter in der einen und das Reichsschwert in ber anberen Hand nur Gott bie Ehre gab unb von ihm bie Krone nahm. ®r ist bamit zum auserwählten Rüstzeug geworben unb nicht blos bas, fonbern auch zum Vorbilde für alle Nachkommen, daß sie nur durch ihren Gott etwas erreichen, ber ihnen ihr Amt verliehen. Wir danken Gott für bie unvergleichlichen Erfolge, bie ihm vergönnt waren, die Freube, in seinem Alter das beuische Volk geeinigt hinter sich zu sehen unb noch eine Reihe von Jahren auf bem Throne des geeinigten deutschen Vaterlandes zu sitzen. Und noch ein Wort des Dankes für das Instrument, mit dem er uns das Reich gebracht. Er schuf sich das Instrument, er sorg e, er kämpfte für dasselbe, er hat das geleistet, was wir jetzt vor uns bewundernd sehen; er hat nach glorreichem Kriege in der Hand des Meisters unseres Volkes Europa und der Welt 25 Jahre des Friedens gebracht. Und so hoffe ich, daß ein Jeder von uns nun auch mit mir darin übereinftimmen wird, daß es unsere Pflicht ist, unser Volk in Waffen hochzuhalten, zu ehren und zu achten. Dankbar dem, ber uns dies Geschenk gemacht, hoffe ich, daß nun auch ferner uns weitere 25 Jahre beschieden seien, und daß in diesen 25 Jahren das Reich in höchstem Glanze strahle. Von Herzen habe ich mich gefreut über den Anblick des herrlichen Frankfurt, Dank der Unternehmungslust seiner Bürger, Dank auch feinem früheren berühmten (Ur. Miquel) und seinem jetzigen Bürgermeister. Ich ipreche die Hoffnung aus, daß
es der Stadt Frankfurt beschieden sein möge, wie meinem ganzen Volke noch ferner in einer langen Friedenszeit sich z u entwickeln, dank diesem Heere, las Deutschland Sicherheit bietet und dafür sorgt, daß niemals irgend ein Feind imstande ist, den Frieden unseres Landes ungerecht zu stören." Der Monarch tränt auf das Wohl Frankfurts.
* (Auszeichnungen.) Aus Anlaß der Friedensfeier hat der Kaiser folgende Auszeichnungen verliehen: Dem bayerischen Ministerpräsidenten von Crailsheim den Schwarzen Adlerorden, dem sächsischen Minister des Innern v. Metzsch, sowie dem bayerischen Gesandten in Berlin Grasen Lerchcnfeld den Rothen Adlerorden 1. Klasse, dem badischen Gesandten v. Jagemann, dem sächsischen Geh. Rath v. Heerwart und dem ehemaligen bayettichen Kabinetschef v. Eyßett- hardt den Kronenorden 1. Klasse.
* (Richterbesoldungsgesetz.) Das Richterbesoldungsgesetz ist nach ben Beschlüssen bes Abgeordnetenhauses, b. h. ohne ben Assessorenparagraphen, dem Herrenhause zugegangen. Der Justizminister scheint also zu erwarten, daß das Herrenhaus den § 8 wieder Herstellen und dann vielleicht auch das Abgeordnetenhaus ihn acceptiren werde.
* (Zur Lohnfrage in der Konfektionsbranche. Der Verein Berliner Konfektionäre hat sich nun doch entsch offen, den am 19. Februar vereinbarten Lohnzuschlag von 12 '/2 Proz. so lange weiter zu zahlen, bis der Tarif enfglltig durch Schiedsspruch des Gewerbegerichts festgestellt ist. Der Bruch dir Lohnverein Garung wird Seitens ber Konfektionäre bamit zu rechtfertigen gesucht, daß gesagt wird, bas Gewerbegericht habe bie Sache verschleppt; man habe also gewissermaßen gegen biese Verschleppung bemonfiriren wollen. Ob sich ber Verein bem nun halb zu erwartenden Schiedsspruch des Gewerbegerichts auch dann fügen wird, wenn knrsel e nicht ganz in seinem Sinne ausfällt, ist nach die em ersten sehr energischen Versuch ber Selbsthilfe allerdings zweifelhaft. Das Einigungsamt seinerseits macht bekannt, daß es die Angelegenheit mit größtmöglicher Beschleunigung förbert unb täglich von 9—3 Uhr Vernehmungen vornimmt. Dieselben sollen nunmehr auf Antrag ber Konfekiionäre abgebrochen werden, io daß der Schiedsspruch in den nächsten Tagen bereits zu erwarten ist.
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(Nachdruck verboten.)
Die seltsame Herrath.
Roman nach dem Amerikanischen von August Leo.
(Fortsetzung.)
Glücklicherweise waren Regirnas Neigungen keine ^sen, wie man bei einer solchen Mutter und solcher Erziehung hätte voraussetzen können. Sie hatte nmürlich viele Fehler — war launenhaft, eigen- ffrnig, jähzornig, doch sie war streng anftichttg, vielleicht aus Widerwillen vor dem Lügenwesen ihrer Mutter, und besaß ein wunderbar edles, zartes und offenes Naturell.
Derrick Duvar speiste diesen Abend im Schlöffe. Er wohnte nicht dort; feine Schwester wünschte ihn licht daselbst und fand immer Vorwände, ihn nicht «ort zu haben.
Er ging zeitig fort.
Als Rupert sich in sein Zimmer zurückziehen wollte, holte Lady Dare ihn ein, zog ihn, indem sie ihm schmeichelnd die Hand auf die Schultern legte, « ihr Boudoir und schloß die Thür.
Doch während sie ging, nm die zweite zu schließen, in ihr Ankleidezimmer führte, in dem sich die «ammerjungfer befand, öffnete sich die erste wieder na klein wenig, was weder sie, noch der Knabe bemerkte.
„ S^upert,* sagte jetzt Mylady in weichem, gedampftem Tone, indem sie ihre Hand leicht auf die tone legte, „ich bitte Dich, mir zu sagen, was Dein vntel Dir vor seiner Abreise, als er mit Dir allein sprach, gesagt hat."
Sie fühlte, wie der Knabe bei diesen Motten iviter ihren Händen zusammenschrak und bebte; doch '^rrte sie nur an, ohne zu sprechen, während
etwas wie Furcht aus seinen großen dunklen Augen sprach.
Sie athmete schneller, als sie ihn mit erwartungsvollen, zwingenden Blicken bettachtete.
„Er soll und muß es mir sagen!" dachte sie
„Ich werde niemals das meinem Onkel gegebene Versprechen brechen," sagte sich der Knabe. „Von mir erfährt sie kein Wort."
„Willst Du?" fragte Mylady,
„Ich kann nicht."
„Wenn Du mir es sagst, schicke ich Dich nicht fort von hier."
Keine Antwort.
Mylady trat einen Schritt zurück und sah ihn an. In ihren Augen lag eine wüthende Drohung, daß es zu verwundern war, wenn der Knabe wiver- ftand.
Doch er that es.
»Willst Du es mir sagen — ober nicht?"
»Der Onkel sagte mir," dachte Rnpett, „daß so lange ich sie nicht fürchte, ich ihr Herr fei."
Er hob feinen schönen Knabenkopf noch entschlossener in die Höhe.
„Glaubst Du, Tante Sylvia," sagte er, „daß e3 in der Ordnung ist, von mir zu verlangen, ich solle Dir sagen, was mein Onkel wünschte, das ich verschweigen soll?"
„Er ließ sich also von Dir versprechen, wft es nicht zu sagen?" zischte Lady Dare.
„So ist es!" antwortete Rnpett kühn.
»Nun" — sie trat ihm, vor Leidenschaft bebend, näher — „Dn wirst — Du sollst und mußt es mir sagen!"
Der Knabe sah ihr mit fest geschloffenen Sippen und glänzenden Augen gerade in das Gesicht unb schüttelte langsam den braunen Kopf. j
»Was 1" kreischte Lady Dare. „Trotzest Du mir?" Es blitzte in ihren Augen, doch er zuckte nicht. »Ich kann es Dir nicht sagen, Tante Sylvia — das weißt Du, und es ist unehrenhaft, mich danach zu fragen." sagte er.
»Du bist ein Kind und verstehst nichts von solchen Dingen."
„Ich verstehe eS, mein Wort zu halten, und ich werde es halten!"
Und er biß die kleinen weißen Zähne fest zusammen. Mylady wandte sich und schritt, halb wahnsinnig vor Wuth, im Zimmer umher.
»Kann ich gehen?" fragte Rupert jetzt.
»Nein, Rupert, Tu sollst unb mußt es mir sagen! Es war über mich, nicht wahr?"
Der Spalt in der Thür verbreitete sich ein wenig.
»Ich kann Dir nichts sagen, Tante Sylvia."
Mylady drehte sich plötzlich um unb kam auf ihn zu. Sie legte ihm beide Hände auf die Schultern und schüttelte ihn heftig.
„O, o!" keuchte sie in ihrer Ohnmacht, ihn zum Sprechen zu bringen.
Des Knaben stolzes Blut empörte sich gegen die Unwürdigkeit dieser Behandlung.
„Die Hände fort!" rief er schrill unb wand sich von ihr los.
Die Thur öffnete sich jetzt — und Duvar trat ein.
»Ich habe mehrere Male geklopft," log er, „doch da Du mich nicht hättest, trat ich ein."
Er begegnete den wüthenden Blicken feiner Schwester mit kalter Gemächlichkeit.
„Gehe!" befahl diese Rnpett, welcher mit leichm- blassem Gesichte dastand, während seine Augen wie blanke Schwerter blitzten.
Der Knabe verbeugte sich mit einem Anstande,
als wenn er ein Herzog wäre und verließ das Zimmer.
„Nun, woher kommt Du?" zischte Mylady ihrem Bruder in leidenschaftlicher Wuth zu. „Was thatest Du hier? — Du hast nicht geklopft, sonst hätte ich Dich gehört. Höre, Derrick, ich brauche keine Spione um mich. Ein für alle Mal — ich will bas nicht. Verstehst Du mich?"
Duvar blickte sich im Zimmer um unb setzte sich auf ben weichsten unb bequemsten Stuhl, den er barin fab, ehe er ein Wort erwiderte.
„Möchtest Du nicht lieber zuerst Sophie weg- schicken?" sagte er. „Ich zweifle nicht einen Augenblick daran, baß ihr Ohr währenb der ganzen Zeit nicht vom Schlüsselloche losgekommen ist.
(Fortsetzung folgt)
Wissenschaft, Kunst und Leven
* München t W„ 11. Mai. (HosiuS f.) Der $irfeffor bei Geologie unb Mineralog e HosiuS ist, 70 Jahre alt, heute gestorben.
— (Die Entbeckung ber Schutzpockenimpfung) soll bekanntlich am 14. bezw. 15. Mai gefeiert werben. Daß des bewährten Briten in bieser Weise gedacht wirb, ist recht Billigerweise aber sollte bei ber feierlichen Gelegenheit auch baS Andenken an einen unberühmt gebliebenen Deutschen erneuert werden, dem dar Verdienst gebührt, schon fünf Jahre vor Jenrnr'S medizinischer Grotzthat die Schutzimpfung mit Kuhpockenlymphe vo genommen zu haben. Dieser Deutscher war ein Schullehrer, Namens Clett, der in dem unweit von Plön und Preetz gelegenen Dorf- Schöneberg lebte. Clett hatte von den Milckmätchen erfahren, baß sie durch Ansteckung der nicht gefährlichen Kuhblattern vor Menschenblattern geschützt wurden und wandte daiauf in seiner Gegend die Impfung an. Clett blieb unbekannt. Seine Erfindung mutzte erst durch dar Vorgehen eines Briten, dem die öffentliche Anerkennung nicht versagt blieb, die nöthige Billigung unb gebührende Weihe empfangen.