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öchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
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Marburg,
Mittwoch 6 Mai 1896
lagtlch außer en Werkt-,m nach Sonn» und 7*«rteaen Quattal-Abonmments-Prtt» üet o« Erve- ditiou 2 SRI, btt allen Postämtern 2 M. 26 Pfg. (ejH. Setzellgeld). JnsertionSg.bühr für die gespalten« Zeile »der denn Raum 10 Vs- »Alanten für die Zeil« 26 Pfg.
«lyetgen nimmt ntzgegm die Expedition dieses Blatte», sowie bl« Almoncen-Bnreanx von Haasrustein n Bögler in Frankfutt e. M., Kassel, Magdeburg und Wien; Rudolf XXII Qflhrfl Most, in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; C. L. * »•
Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin Hannover Pari»
S»*»w*n9wn6 ^"bnrg Jllnftrirtes Sonntagsblatt.
SvrechÄndm der Redaktion.-' 1ü^-N°Ub° Vormttt^°^""^'
Die französische Revolution und dir sozialdemokratische Zukunftsstaat.
III. Kommunistischer Staatsbetrieb.
cf Nach der herrschenden Theorie, daß sich alle Souverävetät im sozialen Körper vereinige und der durch die Geschichte verdorbene Mensch zu cinern Wesen ohne alle Selbstsucht umgeschaffen werden müsse, waren natürlich die großen Vermögenskonfiskationen leicht zu rechtfertigen. Die eingezogenen Güter der Geistlichkeit lieferten ungefähr 4 Milliarden Franken, die Güter der in's Ausland geflohenen Adligen 3 Milliarden. Hunderte von Millionen fielen mit den Gütern der Geköpften und der Deporttrten an das souveräne Volk, und die Liste v- rmehrte sich von Tag zu Tag. Ebenfalls auf Hunderte von Millionen werden die Güter der Verdächtigen geschätzt, die der soziale Körper in Verwaltung nahm. Weitere Haufen von Millionenwerthen lieferten die Besitzungen der Hospitäler, der wohlthätigen und der wissenschaftlichen Anstalten. Schließlich kamen auch die Besitzungen der Gemeinden, soweit sie nicht verschuldet waren, an die Reihe. So waren in kurzer Zeit mindestens drei Fünftel des Grund und Bodens von Frankreich, und zwar die besten Theile mit den werthvollsten Gebäuden, verstaatlicht worden. Das Mottv war bei der Einziehung der Güter der Geistlichkeit und des Adels gewiß auch politischer Natur, »der diese Praxis entsprach zugleich ttefflich der die Geister aller Revoluttonshelden beherrschenden Lehre, daß alles Eigeulhum der Gesammtheit gebühre und daß es künsttg Reiche und Arme nicht mehr geben dürfe.
Unsere Sozialdemokraten sind mit ihrer Behauptung, daß die überlieferten staatlichen Einrichtungen nur zum Vortheile der Reichen und nach den Bedürfnissen der oberen Klassen zugeschnitten seien, nur armselige Epigonen Rousseau's, der sagte: „Eine Hand voll Leute schwelgt im Ucberfluß, während die hungrige Masse des Nöthigsten entbehrt." Dabei ist »ur der Unterschied, daß Rousseau wirklich angesichts der drückenden Vorrechte von Adel und Geistlichkeit seiner Zeit und der schreienden Mißstände für Bürger und Sauern unter dem schwelgenden Rcgimente des ftanzösischen Hofes viel mehr Recht hatte, als es in dem modernen Staatswesen möglich und denkbar ist.
Im Verlaufe der Revoluüon trat bald der Gegensatz des dritten Standes zu Hof, Adel und Gastlichkeit hinter dem sozialen Gegensatz von Arm und Reich zurück. Der Rentner sollte nicht mehr den besten Theil der Früchte von der Arbeit Anderer ge
nießen, die Drohnen nicht jedes Jahr den Honig der Bienen verzehren. Robespierre, der oberste der Schreckensmänner, schrieb: „Die inneren Gefahren kommen von den Bourgeois . . . Welches sind unsere Feinde? Die Lasterhaften und die Reichen." Ganz wie ein Sozialdemokrat von heute gesprochen!
Die Sozialdemokraten weisen der kommunistischen Gesellschaft — eben ihrem Zukunftsstaat — die e«oime Aufgabe zu, alle Arbeit zu lenken, Angebot und Nachfrage in stetem Gleichgewicht zu halten, jeden Einzelnen vor Mangel zu schützen und Allen gleichmäßig die Güter zugänglich zu machen. Denkbar wäre das nur unter einer mit uneingeschränkter Macht ausgenrsteten Centtalleitung, die jederzeit vorschreibt, was und w» erzeugt, was und wie verbraucht »erben soll. Die Sozialdemokraten wollen es nicht zugeben, daß ein solcher Zustand dem Leben in einem Zuchthause gleichen und zur Pöbelherrschaft und zum Staatsbankerott führen müßte. Nun, der Beweis ist in der ftanzösischen Revolution schon ge- liefert.
Das Privateigenthmn an den wichtigsten Produkttonsmitteln — Grund und Boden — war großen- theils aufgehoben, der Konvent war im besten Zuge, unter dem „heiligen" Gesche der Gleichheit die Armuth aus der Welt zu schaffen. Die erste Wirkung war, daß Handel und Wandel stockten und Hungers- nöthe ausbrachen. Ein Dekret verfügte, daß der Aufkauf von Waaren als Kapitalverbrechen bettachtet werden sollte. Als accapareur, Wucherer, sollte Jeder bestraft werden, der die Waaren und Lebensrnittel in seinem Besitze nicht täglich und öffentlich zum Verkauf stellte. Todessttafe dem Privatmann, der sich mehr Brod zu Hanse hält, als die Nothdurft erfordett! Todessttafe jedem Landmann, der sein Getteide nicht wöchentlich zum Martt liefert! Todesstrafe dem Industriellen, der seine Stoffe nicht täglich verarbeiten läßt! Gefängnißsttafe Demjenigen, der Waaren für den Lebensunterhalt über den von oben festgesetzten Preis verkauft! Was er dabei verliert, gewinnt die Gesellschaft. Schließt er das Geschäft, weil er bei den Taxpreisen nicht bestehen kann, wird er für verdächttg erklärt. Ackerbauer, Jndusttielle, Kaufleute haben sich nur als Kommis des Staates zu bettachten. Carrier, eines der Scheusale, die den Schrecken von Paris nach der Provinz zu tragen hatten, ließ in Nantes Tausende erschießen und er- ttänken. Er sagte: „Alle Reichen, alle Kaufleute sind Wucherer, Gegner der Revolutton; zeigt sie mir an, damit ich ihre Häupter unter dem nationalen Rasiermesser rollen lasse; zeigt mir die Fanattker an,
die Sonntags ihre Läden schließen, und ich werde sie köpfen laffeu. Wir wollen lieber einen Kirchhof aus Frankreich machen, als darauf verzichten, es au: unsere Manier umzugestalten."
Und Frankreich wurde in einen Kirchhof verwandelt.
Deutsches Reich.
* «erlitt, 4. Mai. (Tagesbericht.) Unser Kaiser empfing gestern Nachmittag den neuernannten amerikanischen Botschafter Uhl, sowie den neuen hanseatischen Gesandten Dr. Klugmann in feierlicher Anttittsaudienz. Beide Diplomaten wurden unmittelbar hierauf von der Kaiserin empfangen. Heute früh hörte der Monarch den Borttag des Chefs des Civilkabinets v. Lueanus und später den des Staatssekretärs v. Marschall. Hierauf begab sich Se. Majestät nach dem Tempelhofer Felde, woselbst er das 2. Garderegiment z. F. und das Kaiser Alexander- Regiment befichttgte. Nach einem Mahl im Kreise des Offizierkorps des ersten Regiments kehtte der Kaiser nach dem Neuen Palais zurück. — Der Fürst von Bulgarien erhielt vom Kaiser das Großkreuz und die Kette des Rothen Adlerordens. Er ist heute früh 2V2 Uhr mittels Sonderzuges nach Koburg abgereist. — Prinz Heinrich von Preußen kam neulich per Fahrrad von Kiel in Plön au, um seine Kaiserlichen Neffen zu besuchen. Nach etwa dreistündigem Aufenthalt trat er die Rückfahrt an und wurde vom Kronprinzen Wilhelm ein Stück des Weges begleitet. — Die Einladung zum Besuch der Gartenbauausstellung in Dresden hat der Vorstand des Reichstags höflichst abgelehnt, weil seine Zeit zu sehr in Anspruch genommen sei. — Reichstagsabgeordneter Ahlwardt ist wegen unerlaubten Waffenttagens in New-York verurtheilt worden. Ahlwardt behauptet jetzt, ein Ritualmord fei auf ihn in der Synagoge verabredet worden.
* (v. Berlepsch.) Die Mittheilungen über ein bereits erfolgtes Entlassungsgefuch des Handelsministers v. Berlepsch, welche von einigen Blättern in bestimmtester Form gebracht wurden, beruhen auf Erfindung.
*(L erbot desBörsen-Terminhandels.) Die Zustimmung zu dem Verbot des Termin- Handels im Bundesrathe Seitens Preußens soll, wie bestimmt verlautet, in einer am Sonntag Nachmittag unter des Reichskanzlers Vorsitz abgehaüenen Sitzung des Staatsministenums beschloss en worden fein.
Desgleichen soll in dieser Sitzung, welche vier volle Stunden dauerte, der Beschluß gefaßt worden fein, dieHandelskammervorlage zurückzuziehen. — Um zu verhindern, daß nach Annahme des Verbotes des Terminhandels in Getteide sich das Spekulationsgeschäft nach ausländischen Plätzen zieht, wird bei der dritten Lesung der Vorlage der Anttag im Reichstage eingebracht werden, daß im Auslande erzielte Urtheile in Prozessen, die sich ans Termingeschäften ergeben, im Jnlande nicht vollstteckbar sind. Von der Ueberzeugung ausgehend, daß nach Annahme des Verbots als ein weiterer wirksamer Schutz für die Landwirthe das gleichlautende Verbot auch in anderen Ländern erlassen werden müßte, wird die konservattve Partei dem Reichstage eine Resolution zur Annahme empfohlen, die den Reichskanzler ersucht, mit denjenigen Staaten, in denen ein börsenmäßiger Terminhandel in Getreide- und Mühlenfabrikaten besteht, wegen Untersagung dieses Handels in Verbindung zu treten und über das Ergebniß dem Reichstage Mittheilung zu machen.
* (Zur Lohnbewegung inier Berliner Konfektionsindustrie) wird berichtet: Die Kommission der Arbeiter und Arbeiterinnen macht bekannt, daß man vorläufig (während der stillkn Zeit) dem Verttagsbruch der Herrenkonfekttonäre gegenüber keinerlei Gegenmaßregeln ergreifen werde; die Hoffnung dieser Herren, die Arbeiter würden sich durch Unüberlegtheit eine Niederlage zuziehen, fei gescheitert. Zu einer gelegeneren Zeit (Hochsaison) würde die Arbeiterschaft jedoch sicher abermals „zu den Waffen" greifen, indem sie der Sympathie der Arbeiterschaft und der übrigen gerecht denkenden Kreise sicher fein wird.
* (Transvaal.) Trotzdem es durch die aufgefundenen Telegramme klipp und klar erwiesen, daß das sogenannte Johannes nrgcr Reformcomits mit den Urhebern der Freibeutcrzuges Jameson's in engster Beziehung gestanden, hat Präsident Krüger nicht nur die aus Anlaß des Johannesburger Hoch- verrathprozesses zum Tode Verurtheilten begnadigt, sondern f»gar die Beschlagnahme des Eigenthums der gefangenen Mitglieder des Reformcomitös aufgehoben. Die „Times", die unter allen englischen Zeitungen als die einzige noch den Muth hat, das Reformcomit- zu entschuldigen, erklärt diese fast unbegreifliche Nachsicht des Präsidenten Krüger mit dem angeblichen Wunsche der fortschrittsparteilichen Bürger Prätorias, den Gefangenen eine gelinde Behandlung zu gewähren!
(Nachdruck verboten.)
Die seltsame Heirath.
Roman nach dem Amerikanischen von August Leo.
(Fortsetzung.)
Rupert löste hastig mit zitternden Händen ein roth und weißes Band los, das er im Kuopfloche befestigt hatte und warf es verächtlich auf den Boden.
„Ich will nicht mehr Tein Ritter jein 1" sagte er heftig. „Ich habe eine g- nze Woche gewartet, daß Du das Buch lesen solltest und Du wolltest nicht; bann, als ich es begann, zerrissest Du es, so daß es jetzt Keines von uns hat."
„Gut, gut!" legte sich Lady Darr in's Mütel, ,es ist schon genug! — Solcher Unsinn! Ich schäme »ich Deiner, Regina. Kommt sogleich in's Wohnzimmer — alle Beide! Mau braucht Euch dort!'
„Wozu?" fragte das Mädchen.
«Ihr sollt getraut werden," erwiderte ihre Mutter. „Gettaut?" — Mit »em?"
„Mit einander, Närrchen. Komm!"
„Ich will aber nicht gettaut werden und mti gewiß nicht — auf keinen Fall!" rief die Kleine, mit einer Kopfb.wegung nach Rupert deutend.
„Gehe in's Wohnzimmer, Rupert!" sagte Mylady. „Tein Onkel ist dort und wird Dir Alles erklären, »ährend ich hier dieses kleine Dämchen zur Vernunft bringe."
Rupett gehorchte dem Befehle.
Regirna richtete ihr zartes Köpfchen hoch auf «nb nahm eine Miene der Entschiedenheit an, welche ^e Mutter sehr gut kannte. „Es nützt gar Nichts, was Du mir auch sogst, Mama," erklärte sie. „Du »ast ja schon oft behauptet, daß ich furchtbar eigen» Bnuifl sei und jetzt werde ich es Tft beweisen."
„Nun gut," entgegnete Lady Dore ruhig, „wenn Du nicht getraut werden willst, so wttd man Dich nid)t zwingen. Doch in dem Falle bleibst Du hier und setzest Deine Studien fort, während Hauptmann sever, Rupert und ich nach Europa gehen "
Regirna ließ den Kopf hängen.
.Gehe ich mit nach Europa, wenn ich getraut bin?"
„Natürlich 1"
-Und darf ich bann bie schwarze Jeß reifen?" „3a," antwortete bie Mutter nach kurzem Zögern. „Dann will ich mich trauen laffeu, Mama, bas heißt, wenn Rupert bamit einneiftanben ist."
Sie gingen in's Wohnzimmer, wo Hauptmann Sever, ber Geistliche unb Rupett sie schon erwarteten.
Rupert blickte Regirna, als sie einttat, mit jubelnder unb ttiumphirenber Miene, welche fein Onkel hätte erklären können, en.
Dieser hatte bie Klagen bes Knaben über seine Spielgefährtin gebulbig angehört und ihn mit der Versicherung getröstet, baß dieses Alles anders werden würde, wenn er sie heirathe.
„Wenn sie Deine Freu ist, muß sie'Dir gehorchen," sagte er.
„Müssen alle Frauen ihren Männern gehorchen?" Tagte der Knabe unschuldig.
„Natürlich. Wenigsten» muffen sie es versprechen," entgegnete fein Onkel finster.
Als Lady Sylvia Tore mti ihrer Tochter zu der einen Thür hereintrat, kamen die sämmtlichen Diener des Hauses zur anderen herein; sie machten große Angen vor Verwunderung und stellten sich in eine Reihe, um Zeugen dieser sonderbaren Vermählung zu sein.
Hauptmann Seve, wünschte, daß so viele Zeugen
als möglich die Legalität dieser Trauung sollten betätigen können.
Lady Dare b uffe erst die Diener, dann den Haupimann spöttisch lächelnd an und Magnus Sever antwortete mit einem trotzigen Blicke; der Knabe und das Mädchen stellten sich so, wie man es ihnen sagte.
Der Geistliche trat vor. Er War etil fein anstehender Mann mittleren Alters Den zweifellosem Rufe Md hohem Ansehen. Er hatte als Priester in den Sütstaaten rftcr solche Trauungen vorgenommen, die zwischen Kindern, welche in jenen Gegenden früh zur Reife gelangen, durchaus nicht ungewöhnlich waren.
Die Ceremonie ging vor sich mit einem Schweigen und einer ernsten Feierlichkeit, welche ihres Ein- dmcks selbst auf die beiden, nichts verstehenden Kinder — bie wie bie Papageien bie ihnen vorgesagten Worte, welche eine so weitfragenbe Bedeutung hatten, nachsagten — nicht verfehlen konnte.
Hauptmann Sever hielt sich nach der Beendigung der Trauung nicht lange mit Abschiednehmen auf Er zog sich mit Rupett auf etwa zehn Minuten tu sein Privatzimmer zurück, etil Vorgehen, welches Lady Dare's Augen nnrnnthig blitzen machte.
Als die Beiden zurückkehtterr, blickte sie dieselben prüfend an unb ihr schönes Gesicht erbleichte, als sie sah, wie blaß das Gesicht des Knaben und wie ficktlich erregt dieser war, als sie auch ferner in Magnus Sever's schönem, gewöhnlich so gleichgilttgem Gesichte Spuren tiefer Erregung gewahtte.
Indern sie schnell zu ihm ttat, fragte sie zornig; „Was hast Du Rupert gesagt?"
„Aller, was ich ihm tir so kmzer Zeit sagen konnte," antwortete Hauptmann Sever.
(Fortsetzung folgt.)
Wissenschaft, Kunst und Leben.
* Berlin, «. Mai. (D'e Eröffnung der Jnier- natronalen Ku nstau« stel lung) anläßlich der LvOiahrigen Jubelfeier der Königlichen Akademie der Künste fand gestern Mittag im Landesausstellung», gebände in G egenwart des Kaisers, der Kaiserin, des Fürsten Ferdinand von Bulga ien, sowie eines zahlreich geladenen Publikums statt Al» der Kaiser aus den im Kuppelsaale ausgestellten Thromessel Platz genommen hatte, erbat sich Kulturminister Dr. Bosse die Erlaubniß zur Eröffnungrspraede aus, ist welcher er darauf hinwieS, daß, während die sonstigen Ausstellungen die Blütde der zeitgenössischen Kunst repräseMirten, hier mir Rücksicht auf die Jubelfeier der Akademie versucht wo,den sei, die Eniwickelung der vaterländiichen Kunst in ih en wrchselnden Perioden und Beziehungen zum Herrscherhause zur lebendigen Darstellung zu bring n. Die. Ansprache endete mit einem Hoch auf den Kaiser, welcher alsbald das Zeichen zur Eröffnung gab. Der Rundgang der Fürstlichkeiten durch di« Räume der Ausstellung währte P/s Stunden; die Kaiserin hatte bei demselben dem Fürsten Ferdinand von Bulgarien den Arm gereicht.
* Kiel, SV. April. (Knabenhandarbrit.) Zu« XIII. Deutschen Kongresse ladet gegenwärtig der deutsche Verein für Knaben-Handarbeit für d e Tage vom 29.-31. Mai, also zum Schluß der Pfingstwoche nach Kiel ein. Das Programm für Kiel, wo in diesem Sommer eine schleswig-holsteinische Gewerbe-Ausstellung stattfindet, ist ebenso reichhaltig wie von weitgehendem Inten sie Reben der inneren, den Normal-Lehrgängen und der Methode gewidmeten Arbeit, werden an Vorträgen unter Anderem ge- balten werden am 30. Mai: .Dic Reubelebung des schleswig- holsteinischen Handfleißes durch den Handfertigkeit- Unterricht" vom Univerfirät» Profeffor Dr. Matthäi-Kiel, und am 81. Mai: .Die Verbindung des Hondfertigkeitr-Uitterrichts mtt dem Lehrer-Seminar und der Volksschule, und die Schaffung von Mustereinrichtungen für diesen Unterricht" von de« Geheimen Regierungk- und Obeischulrath Rümelin-Dessau - nd Schulrath Polock-Worbt«. Da der Kongreß fich unmittelbar an den deutschen Lehrertag, der in Hamburg abgehalten wird, «. schließt, läßt fich diesmal eine zahlreich, öelheiligung aus Lehrerkreisen erwarten.
* Köstritz, 3. Mai (Julius Sturm f.) Julius Sturm, einer unserer hervorragendsten, vornehmsten »ud