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rechnen, daß die preußisch-n Vertreter für das Verbot eintreten und ebenso die bayerischen. Baden dagegen sowie die drei Hansastädte werden, so meint die „Post", auf ihrem bisherigen Standpunkt verharren und gegen das Gesetz stimmen.
** (General v. Hahnke und dieMilitär- st r a f p r o z e ß r - f o r m.) Gegenüber den Angriffen, welche gegen den Chef des Militär-Kabinets General v. Hahnke wegen seiner Stellung zu der Frage der Reform des Militärprozesses gerichtet worden find, wird von anscheinend unterrichteter Seite geschrieben: „Es ist nicht richtig, daß General v. Hahnke ein Gegner der Reform des Militärftrafverfahrens ist; im Gegentheil gehört er bereits seit 1874, wie die meisten Offiziere der Armee, zu den Anhängern dieser Reform. Nur gegen die Einführung der Oeffentlich- k;it, wie fie im bürgerlichen Strafverfahren besteht, hat er von jeher ernste Bedenken gehegt, weil von ihr nach seiner Auffaffung der Disziplin in der Armee Gefahr droht. Er hat diese seine Auffassung ohne Zweifel auch voll vertreten, wenn der Kaiser eine Aeußerung über die Sache befohlen hat, wie er sicherlich auch weiteren betheiligten flreifen gegenüber daraus kein Hehl gemacht hat. Das sind aber Alles Dinge, welche auch minder Eingeweihten längst bekannt sind. Nicht so allgemein bekannt scheint es zu sein, daß General v. Hahnke trotz dieser seiner Auffassung maßgebenden Orts bargelegt hat, baß, falls gewichtige politische Rücksichten oder die Wünsche der Bundes Fürsten für die Einführung beschränkter Oeffentlichkeit in bas Militärstrafverfahren sprächen, einer solchen Maßregel im Interesse der deutschenEinigkeit zu zu stimm en sein würde." Zum Schluß wird bemerkt, daß General von Hahnke weder in der Frage der Reform des Militärstraf- verfahiens, noch in einer anderen Frage in irgend
Hauptmann Magnus Sever seufzte schwer und «»geduldig, als ob ihm biese Debatte schon viel zu lauge bauerte.
> Pflichtungen binben lassen, w-nn jemals trgenb in ber Zukunft Dein Interesse etwas Entgegengeletztes erheffchte unb Du trgenb ein, wenn auch noch so verzweifeltes Mittel sähest, Deine Absicht zu erreichen "
Lady Sylvia Daie lächelte fast verlegen und zahlte nachdenkend die Ringe an ihren weißen, feingeformten Fingern.
Es war so richtig, was er sagtet Sie konnte nur im Stillen sich zugestehen, wie der liebe Magnus sie zu beurteilen verstand.
---VIC null Liege eu$ nähme Deutschlands an der nächstjährigen Brüsseler Weltausstellung zugesagt. — Durch die Ernennung des Landraths v. Holleufer (kons.) zum vorttagenden Rath im Ministerium des Innern wird eine Ersatzwahl in dem schlesischen Wahlbezirke Loewenberg erforderlich — Die Centrumsfraktion des Reichstags und des preußischen Abgeordnetenhauses feiern das 25 jährige Bestehen des Centtums am 7. Mai durch ein gemeinsames Mahl im Berliner „Kaiserhof". — Die Abteilung Berlin - Charlottenburg der Deutschen Kolonial-Gesellschaft hat sich nunmehr definittv konstituirt. Zum ersten Vorsitzenden wurde Prinz von Arenberg, zum zwesten Geh. Bergrath von Ammon gewählt. — Aus Gmunden wird berichtet: BeimHerzog von Braunschweig haben sich Zeichen einer allgemeinen Blutvergiftung eingestellt. Die Hoffnung auf Wiederherstellung tst gering.
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Als sie das Zimmer verlassen hatte, knirschte er mit den Zahnen und murmelte:
„Komödiantin I Nun, ich bin froh, daß fie mcht weiß, wie wenig bei mir zum Unterliegen ge< fehlt hat."
Als Lady Dare sich dem Schulzimmer, in dem te die, welche sie suchte, zu finden glaube, näherte, hörte fie zwei Stimmen in lärmendem Wortwechsel 7” bk ein- war der weiche, hohe Sopran eines sehr ungeu Mädchens, die andere der kräftige, melodische Alt eines Knaben. „Sie streiten schon wieder!' mmm'lte fie mst sonderbarem Lächeln und öffnete die Thur. Das Zimmer hatte drei große Fenster.
Bei dem msttelsten stand ein schöner, großgewachsener Knabe von ungefähr vierzehn Jahren und neben ihm ein Mädchen, das vi,lleicht zwei Jahre junger sein mochte, aber für ihr Alter groß und, selbst jetzt so reizend war, daß jeder Blick, der auf fie fiel, vou dieser feinen Schönheit gefesselt wurde.
Wangen und Lippen waren lebhaft roth, die großen, schwarzen Augen von leidenichafilichem Feuer erfüllt und das kleine graziöse Köpfchen von langen, feibenen, tieftchwarzen Locken bedeckt, deren jede einzelne ein besonderes Leben in sich zu haben schien, so flatterten und ringelten fie sich bei jeder Bewegung tyrer lieblichen Besitzerin.
Der Knabe und das Mädchen stritten um den Besitz eines Buches, das beide mit allen Kräften sesthielten.
2118 Lady Dare einftaf, riß gerade das Buch mitten durch, so daß jeder der Strestenden dir Hälfte der Blätter in der Hand behielt.
, Das Mädchen zerriß sogleich ihren Tbeil in kleine stücke, warf sie auf den Fußboden und stampfte wie eine kleine Furie mit dem Fuße darauf herum.
„Dein Jntereffel' antwortete er. „Du hast keilich in Deinem ganzen Leben nichts Anderes be- rnckfichtigt und ließe ich diese Sache in der Schwebe, ^ürde ich nicht, wählend ich «och kann, Dr die Macht nehmen, sie zu önb.rn, fe wüt d. st Du Dich
(Nachdruck verboten.)
Die seltsame Heirath.
Roman nach dem Ame-iranischen von August Ste.
eine Verbindung mit Mitgliedern des Reichstags getreten ist.
** (v- T r e i t s ch k e f.) Unter großer Theil- nähme aus allen Gesellschaftskreisen wurde Heinrich von Treitschke heute zu Grabe getragen. Kränze nnd Blumen waren in Menge eingegangen, darunter vom Großherzoge von Baden, dem Erbprinzen von Meinigen, vom Kultusministerium, von den philosophischen Fakultäten von Heidelberg, Leipzig und Berlin, von den Offizieren des Großen Generalftabes und zahlreichen Körperschaften und Vereinen. Im Auftrage des Großherzogs von Baden wohnte ber Gesandte von Jagemann der Beerdigung bei, Dr. Söffe war mit mehreren Geheimräthen zugegen, ferner der frühere Kultusminister von Goßler, zahlreiche Mitglieder der Universität und Akademie, die Abgg. Maryuardsen, v. Cuni, v. Kardorff u. A. Herr v. d. Goltz hielt die Gedenkrede.
* (Ablehnung des Lehrerbesoldungsgesetzes.) Das preußische Herrenhaus hat heute ine Lehrerbesoldungsvorlage ohne namentliche Abstimmung abgelehnt. Tie Rettungsversuche des Finanzministers Miguel und des Kultusministers Boffe halfen nichts. (Vergl. Bericht unter „Parlamentarisches".)
* (Sozialdemokratisches.) Der dritte polnische sozialistische Parteitag, der zu Pfingsten in Berlin stattfinden sollte, ist, wie eine Erklärung des polnischen Parteivorstandes besagt, nfolge der Verwirrung, welche die Schließung der oztaldemokrattschen Vereine im Lager der beutfdjen Genossen verursacht hat, vertagt worden.
* (Zum Untergang des Torpedobootes k 48J 3« der Ersten Beilage zum „Reichs- und Staats-Anzeiger" wird eine Darstellung des am 11. April d. Js. in der Jade ausgeführten Manövers der -.orpedoboote 8 46 und > 48, deren Zusammenstoß den Untergang des letztgenannten Torpedoboots zur Folge hatte, nebst einer Skizze veröffentlicht. In dem Arttkel wurde ausgeführt: Ueber den Zusammen- stoß der Torpedoboote S 46, Kommandant Lieutenant zur See Siegmund, und > 48, Kommandant Lieutenant zur See Frhr. von der Goltz, am 11. April in der Jade, welcher den Untergang des letzten Torpedoboots M Folge hatte, finden sich in den einzelnen Tages- blattern Darstellungen, die nach den jetzt vorliegenden Aussagen der Kommandanten den Thaffachen nicht mtsprechen. Die häufig als ans fachmännischer Feder lammend bezeichneten Folgerungen aus diesen Dar- tellungeu sind, soweft sie von der Voraussetzung
wacht. Möchtest Du nicht so freundlich sein, mir lagen, was ich denn eigentlich so Fürchterliches tethan habe, daß Du mir nicht trauen kannst — Md) dazu in einer Sache, die mein eigenes Kind betrifft und ebenso sehr in meinem Intel esse ist als
' « dem Deinen?"
„Eigentlich bleibt mir keine Wahl," sagte sie mit wegwerfender Bedeutsamkeit. „Wie Du es verlangst, wird es natürlich sein müssen." 8
»Also siehe zu, daß die Kinder sogleich bereit find — ich hole den Geistlichen."
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heißen Flehens ihm zu Füßen. Ihre wunderbaren Augen, welche noch vor einem Angen- hkicke so stolz und,'ttocken blickten, schwammen jetzt in Thronen, und ihre volle, geschmeidige Gestalt zr terte und bebte, wie von eifigem Nordwinde geschüttelt.
„Es gab einst eine andere Alternative, Magnus", rief fie mit erstickter Stimme. „Es ist dafür jetzt zu spät?
Sie faßte mit ihren weichen, beringten Fingern seine Hände, und er erbebte bei dieser Berührung
„Gerechter Himmel!" sagte er sich, „hat denn dieses Werd noch immer Macht über mich? — Wie schön ist ste! — Wie eine büßende Magdalene!" Doch laut sagte er mit verächtlichem Lachen: „Es ist zu spät, Slyvia. Doch ich kann Dir nur gratuliren daß Deine Verführungskünste in allen diesen Jahren Nichts an ihrer Macht eingebüßt haben. Trotz der Vergangenheft hättest Du wich beinahe soweft gebracht Dir wieder zu glauben."
„Glaube mir, Magnus," flehte sie mit schmerzlichem Dvne. „Es ist Dein guter Engel, der Dir es räth. Ich liebe Dich — ich habe immer und immer nur Dich geliebt!"
Er lachte wieder und schüttelte ihre Hand ab als wäre dieselbe ein giftiges Insekt.
»Das nützt Dir nichts — stehe auf, Sylvia. Du bist zu klug, um nicht zu wissen, daß Du mich jetzt nicht mehr für einen Narren halten kannst."
Mylady stand auf und ttocknete sich die Augen.
„Nicht wahr, es war gut gespielt?" sagte sie mit ihrer gewöhnlichen, weichen Stimme. „Jeder Andere als Du winde doch unterlegen sein.'
Magnus Sever's Augen blitzten auf.
„Jnzwsichen," sagte er falt, „vergeht die Zeit.
Hole die Kft.der sogleich herein."
Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marburg «nd Kirchhain.
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T Vprechmmoen der Redaktion: 10—11 Uhr Vormittags
lichen Prüfung sich zu erfreuen g-habt hat, als gerade das Börsenwesen. Wie viel Enqueten wurden
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■dotZ ' tat T« 3,7™’;“" a“8' w* di- Fr-nnde desselben broon "nberMgen,
vcquyi uiciuui uiujjie. IHeiwehen.
Die gegensätzlichen Auffassungen über das Wesen Nur' Freisinn und Sozialdemokratte sprachen A ^erT”8e ^me[n)n der Frage, ob die »dagegen. Wenn das Centtum zu seinem einstimmigen Händler der natürlichen Preisbildung nachgehen, rcsp. Beschlüsse mit durch die Besorgniß vor der agrarischen sie vorweg zu nehmen suchen, oder ob sie ste beseitigen! Fronde in ihren Reihen bewogen ist, so war das ein- «w an ihre Stelle eine künstliche, von ihnen maß- stimmige Eintreten der Nationalliberalen für das Verbot gebend bestimmte Prersbrldnng setzen wollen. In l ein anerkennenswerther Schritt An der Zustimmung jenem Falle, wenn die Börsenfreunde recht hätten, des BundeSraths zu dem mit so überwältigender »are der Borsenhandel eine Sache der Intelligenz, l Mehrh.il gefaßten Beschlüsse des Reichstages ist wohl des vorausschauenden Scharfblicks, im anderen Falle nicht zu zweifeln. Mit Bestimmtheit ist darauf zu «ber wurde eine gewisse Verschlagenheit wohl ihre [rechnen, daß die preußisch-u Vertreter für das Verzolle spielen, das ausschlaggebende aber wäre die wirthschaftliche Ueberlegenhcit, das ganze Geschäft liefe «uf einen Kampf des Kapitals gegen das Kapital, «uf eine Machtfrage hinaus. Mit demselben Augenblick aber, wo das geschieht, hat der Terminhandel seine volkswirthschaftliche Berechttgu»g verloren.» Denn von diesem Augenblick an unterstützt er nicht, Deutsches RkUh.
sondern hemmt die Aufgabe, die die Preisbildung im! * Berlin 2 Moi
Organismus der Volkswirthschaft zu lösen hat. — Majestät ber 9 a i f, r 9f, m 4 -l!
«°HN u. Rosenberg, Ritter u. Blumenfelb genügend ,uM-"d, der d R s ' d - Kaiserin äää 5* e s Hi ä&us
... Q ..... r sjahngen Erinnerungsfeier ber Akademie ber Künste
.®a nun dresm Terminhandel bei. — Unser Königliches Hans hat ein neues freu»
«18 "E , Krebs schaden schwer empfund-n hat, konnte Idiges Familienereigniß zu verzeichnen. Wie ein ”L°” verdenken, wenn sie mit Telegramm aus Athen meldet, ist daselbst die Kron-
«llen Kräften das Uebel auszurotten suchte. Die Prinzessin Sophie, die im Jahre 1870 ae-
fln\ubeL-b-e-n Beschluß borene Schwester unseres Kaisers und Tochter des
des Reichstages natürlich auf das Tiefste empött. Kaisers und der Kaiserin Friedrich, von einer 5Btin =
^^^kfettlgkelt — das sind diezessin entbunden worden. Die Mutter und
»??“*' r benen man Uber die Tochter befinden sich wohl. Die Kaiserin Friedrich
Reichstagsberathung spricht. Und doch sollte man weilt bekanntlich zubZeit in Athen. — Die deutsche
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Lady Dare wandte sich, wie um das Zimmer zu niAi . ' , - verlassen, doch plötzlich belebte ein Ausdruck glühender
ii? iS- Augen dick bur* ein Bexprechen, einen Leidenschaft ihr schönes, stolzes Gesicht; sie drehte -d -der durch die heftigsten übernommenen Bei- sich um xnb warf sich mit einer Bewegung
Slltt1*11 JÄff ukmmr entgegen die Expedition dieses Blattes,
l-wie die Annoncen-Bureanx von Haasenftein n Vogler in
Dienstag 5 Mai 1896. yfi'ÄÄ.SÄSS.'M mi- Zahrg
__________________________________________ ®«nbe «. Co. in Frankfurt a. M., Berlin Hannover Paris
Erscheint täglich außer an Werttagen nach Sonn» und 1/7» 1A" N*rtagen.,- Ouartal-Abonnements-Preis bei der Expe-
JIS, IVd Äkion L Mk., brr allen Postämtern S Mk. 25 Pfg. (exkl.
Bestellgeld). JnsertirnSgebühr für die gespaltene Zeile «hf deren Amnn >o »ifg. NeSsam«, Gr hie Zeit. Sa Psy.
Erstes Kapitel.
Ein gefährliches Experiment.
„O nein, daS kann ich nicht wagen. Du weißt sehr gut, wie wenig Grund ich habe, Dir zu trauen, Sylvia, und darin verlasfe ich mich nicht auf Dich." Seda^/lä^^ 8ani Unb 6at ßinber : btr| »Nun also — wird es bald?" fragte Sever , ,n. _e ungeduldig. „Ich muß heute noch abreisen."
,, . »®a8 . Mr ganz gleichgiltig. Die Ehe ist! „Heute? Dann ist ja nicht mehr Zeit daru "
b ndend, das ist die Hauptsache; denu Dir ttaue ich „Ich habe -inen Geistlichen mitgebracht und den
t Erlaubnißschein in der Tasche"
biefe^nrÄ;^ »Aber weßhalb denn solche Elle? Warum wollen
dll Th .ächtete, machte eine ftonrsch verzweiflungs-l wir nicht lieber Watten —"
' '»'--DM Höck, „üßt- g(m6m, M 681« Mch L-d,'isll-
CT\a. m1X1 4- £L.___r ?...^ I r y 3^bcS Menschen Leben^ ist!
unsicher — doch das gehört nicht hierher. Ich bin eigens dazu hergekommen, um die Sache zu beendigen und werde nicht fottgehen, bevor es geschehen ist. Also wähle Du kennst die Alternative."
Lady Dare Überlegte einen Augenblick, während der Andruck ihrer großen, sprühenden Augen nicht zu entziffern war.