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halten.*
Marburg,
Freitag, 1. Mai 1896.
Ueber eine sonnendurchglühte, sandige Ebene !trotteten am Vormittage des ersten Mai mißmuthig Idrei würdige ältere Herren. Zn der respektvollen I Entfernung von etwa fünf Metern wandelten zwei I jüngere Männer einher, denen etwa in der gleichen I Distanz ein offener, mit drei Damen und allerlei Gepäck beschwerter Wagen folgte. Mtt erhitztem lund nicht eben wohlwollend ausschauendem Gesicht I sendet sich das wohlgenährteste Mitglied der ersten I Gruppe zu den nachfolgenden, jüngeren Herren um I unb knurrt einem derselben, einen hochaufgeschossenen, I hellblonden Jüngling an:
Weitprecht muß zu einer zehn Minute» abwärts entspringenden Quelle laufen, um Peteisen's Rath zur Ausführung zu bringen. Dieser bleibt ruhig liegen und schaut mit freundlichem Jvtereffe zu, wie Fräulein Heddas zierliche Finger ihm riu Buüerbrod zurecht machen.
»DaS war ein trefflicher Rath, lieber Petersen,*
.Herr Referendar Weitprecht, machen Sie sich über uns lustig? Ist das ein sanft ansteigender bewaldeter Weg? Hier muß man ja ganz steil
__Ernst Edler ron der Planitz.
a»mer!un8 der Redaktion: Bekanntlich ist dar «ahqrlche» dieser Ausstellung eine Faust, welche einen waaitr hoch hält.
(1. Mai 1896.)
Das Eisen in der deutschen Faust — Wer wollt' ihm widerstehen!?
Hast du die stillen Gräber dort Im Frankenland gesehen?
Hast du gezählt die Kreuze all. Wo deutsche Helden liegen? — Germania's Söhne wissen noch Zu sterben und zu siegen!
Und hängen sie nach blut'gcm Kampf Die Schwerter in die Kammer, Dann schwingen sie mit gleicher Kraft Den stahlgebornen Hammer.
Denselben Stahl, aus dem im Kampf So ost die Funken sprühten, Denselben Stahl, aus dem sie sich Die Kaiserkrone glühten.
Hörst du die Räder ringsumher? Ihr Rasseln und ihr Stampfen?
Siehst du die Essen rauchumqualwt Aus tausend Schlünden dampfen?
Das ist der Deutschen Schlachttnufik, Wenn sie den Hammer schwingen;
Die Wahlstatt ist's, wo sie im Kampf Mm Friedenslorbeer ringen.
Heil! deutsches Volk im Siegeskranz, Laß' ftoh die Wimpel wehen!
Das Eisen in der deutschen Faust — Wer wollt' ihm widerstehen!??
Zur Eröffnung der Berliner Gewerbe-Ausstellung
(Nachdruck verboten.)
Die Maiparthie.
Novelle von Franz Eberle.
chstchewt täglich anher an Werktagen naa> Soiuu nnd S?trteJ?e‘L. Onartal-Abonnrm«nts-Ps«r bei der Eroe-
2M., bei allen Postämtern L Mk. 95 Pfg («rfi Bestellgeld). JniertionSgebühr für di« gespaltene Zeil» **** " """ «WTawn ffir die Zeil. MIK»
»Aber, bester Herr Referendar Weitprecht, Sie haben ja gesagt, der Weg über die Ebene zum Mückenberge sei nur eine Stunde weit, und nun laufen wir schon l’/2 Stunden und nach meiner Schätzung sind wir noch gut 3 4 Stunden von dem verd . . . Berge entfernt.*
»Verzeihung, Herr Präsident,* erwidett in dienst- eifttgem, ergebenem Toue der Angeredete, „in dem „Führer durch die . . . sche Schweiz* ist die Entfernung nur auf eine Stunde angegeben.*
» "ettes Buch zu sein,* hrummt
Landgenchtsprasident Winkler. „Na in drei Teufels Namm weiter.*
ochentliche Beilage«: Krcisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhai«.
>° Jllustrirtes Sonntagsblatt. ää
ÄWifl«! ntimnt «llgigen die Expedtttou btrjrs Blattes, sowie dir Amwucen-Bureaur von Haasenstrin u Vogler in tirtmtffurt a. M., Caffel, Magdeburg und Wien; Rudolf YYII Qrthrrt
M°si« m Frankfutt -. M., Berlin, München u Köln; C. L. AJLÄ1* *Jt*V*9»
®«tb« u. Ko. in Frankfurt e. M.. Berlin Hannover Varis
hi^^LfI«ttern' bUI<^ bCn bidcn vermaledeiten Sand Orckrs de batai'le war: Marsch auf den Mücken- Verieibuna Herr Nräiidoni« , , ,r . I^erg, dort Frühstück, Weitcrmorsch nach Bluwenau,
Präsident, antwortet klein-1 dott Zu'ammenlieffen und gemeinsames Mittagesien “m9»“ k 6 ^ermdar, „der Führer —*!mit den per Eisenbahn dotthin gelangten Mitgliedern gr<",ch .Teufel hole den „Führer*.«der zweitm Civilkammer und dcrm Damen Weiter» auf bS ““f* ä” wir hier fahrt mit Stellwagen durch dm Eichmwald nach
ntot" ^9£9”rb”t ®be"e i“ auch Hohendorf, Tänzchen, Nachtessen, Rückfahrt mtt btt
des Waams ^^detc sich an dre Insassen Eisenbahn nach Büchenberg, der Residenz des Land-
L n 9 Damm, Ste müssen auch.zu gerichts. Referendar Weitprecht hatte dm Plan
L " deraufilettern. Der Wagen kann da nicht laus geheckt, sorglich seinen Fübrer* r» Pntll, »rinnm und^uns^auk "J”“6 hUm br v"9 ^rm und allerlei Heberraschungen vorberettet; ermatte sich und uns auf der anderm Sette erwattm. Die diesmal besondere Mühe gegeben um dem reitenden wM^aüttlst^ Weitprecht und Petersen nehmen Fräulein Hedda, die er im Stillen anbetete/ recht ii ? bte ®^obtr wrt hinauf. Und nun, sehr zu imponiren. Bis jetzt hatte er steilick wie .110».! »-NN Ich «f d-m F-ld- dl-s°z ,m«i. »i, Lh,» h-b-n, mnit «ulS W “ vergnügens vom Schlage dahingerafft werden sollte. Die Herrschaften haben sichr e?« wenig erholt eium ^ber 5f2^e Cr^b<Ir baS ®aterIanb I und der Präsident ist bereits kräftig genug, das
ickliestt tr • ®°U Cn ffl? beraubt,*!Essm und den Moselwein heranzubeordern. Schon fträche mgrimmlgem Galgenhumor seme An- bricht ein neues Unheil über dm amen Weitprecht los
Noch d«t «ta etak
bmdtom ei”b .',l d-m l,ub,soigi», H-ii $tfmnb«rlu« »,Ichr-cht?»
^-^81 und Alles wttst sich! „Pardon, das habe ich vergessen, Herr Präsident * unfähig, auch nur ein Wort zu sprechm, hin, um! entgegnete Weitprecht '
®lkbent bit eif<b"tC ^uh- M ge- „3a, so ist er nicht zu trinken. Was soll man
wm?^keEm" e,nL „*Dw Flaschen in Wasser tauchm und JK
Sua "n d”!n P* »sch rum Verdunsten bring«,* beanwottete
der $ermümJ^r^h- b sprecht, allgemein der behaglich auf dem Rückm liegende dicke Refermdar der .«ergnugungsrath gmanot, zustande gebracht Petersen die Frage. „Dann mtt angcfeuchteter itt ftuh Morgens mit der Eisenbahn ein Sackleinwand umwickeln und von der Sonne fem- smck ins Land gefahren, dann find die Herren,^-------
"ümlich der gestrenge Präfidmt, zwei Räthe und die beidm Refermdare, loSmarschttt, währmd die Damm, nämlich die präfidentliche Eheliebste, Fra» Rath Richttr und die reizende, auf eintre Wochen „zu Besuch gekommene* Nichte des Präfidenten, mtt den chrem Schutze anvertrauten Speise- und Trankvorrätheu in einem Landauer langsam hinterherfuhren.
DeMslÜeS SReilfi ibtfebIe n,e0fn Vergehen 8924, Sttafbefehle wegen Heber»
™ ™ Itretungm 17 143, zusammen 261)67 Strafbefehle.
* Berlin, 29.April. (Tagesbericht.) Unser!Hinsichtlich der Strafe und der rückständigen Kosten Kaiser ist, von Schlitz bezw. Salzschlirf kommend,Ifinb begnadigt worden: in Vergehcnssachen 53 255, heute Morgen auf der Wildparkstatton eingettoffen,! toe9en Uebettrelungssachen 58 056 Personen. Endlich wo zum Empfang die Kaiserin erschienen war. Nachjßn» 43 400 Veiurtheilte» lediglich die Kosten des sehr herzlicher Begrüßung begaben beide Majestäten I Verfahrens ganz oder theilweise erlassen worden, sssstes« ----- s£“ sz
Kronprinzen (6. Mai) wird in Plön mit dem 8 13
Kaiserpaar Prinz und Prinzessin Hcinnch erwartet. — L ** (Massenprozeß gegen Hintze und Der frühere Reichskanzler Graf Caprivi toeiIt|®enoffclL) Bekanntlich wurden vor mehreren z. Z. in Berlin. Bemerkt wird, daß er sich einen! Monaten auf Veranlassung des Ministers von Köller Vollbart hat wachsen lassen. per Gesammtvorstand der sozialdemokratischen Pattei
* (Vierte Bataillone.) Die Kosten ber mCU5*Ian?8!. bcr "®crcin bcr sozialdemokratischen Neuorganisation der vierten Bataillone werden sich,^7^7^°m"7r undBezirksführer*, die sozial- so weiß jetzt die „Post* zu melden, noch wesentlich I Preßkommission, die sozialdemokratische
gettngcr stellen, als man bisher angenommenhatteE 7°7^°M ■ ^wmtliche Berliner sozial-
Zunächst sollen für Kasernirungen, Errichtung^ Don m ®runb be§ preußischen
Schießständen usw. 8 Millionen geford^twerden I ^°"k?Ltzes aufgelöst. Alsdann im Februar d.J. die aber keine eigentliche Neuforderung, sondem nur Genossen m dem m der Admiralstraße ge- erne Verschiebung in der Verwendung der noch K^"^^Aa,"rant Mohrmg, angebüch zu einer disponiblen Mittel aus dem 90 MM. Fonds aus I Geburtstagsfeier, sich verewigt hatten, wurde die dem Jahre 1893 bedeuten. Die geringen Mehrkosten I ^rsammlung durch einen als Kellner verkleideten für die Neuorganisatton bedingten Veränderungen in P^^bcamten aufgelöst und darauf gegen sämmtliche den Kommandostellen, die bekanntlich in den^nächsten Dh«lnehmer Anklage erhoben, da die Behörde in Etat ausgenommen werden sollen, beabsichtigt man I r ^ Eu>enkunft eine Fortsetzung des aufgelösten dadurch zu kompensiren, daß die Militärverwaltung I ^^demokratischen Wahlvereins für den zweiten auf eine aus den für die Durchführung der zwei-! ^erlmer Reichstagswahlkreis erblickte. Infolge dessen lährigen Dienstzeit bewilligten Mitteln noch nicht ver- ^"m „ 56 „Genossen* vor dem Schöffengettcht. wendete Summe von 800000 Mk verzichtet l Die Angeklagten blieben sämmtlich dabei, daß lediglich
* * (Unter b-n ttos/s./r / . Private Unterhaltung srattgefunden habe. Dcr ° en G n adenerlaß v omlStaatsanwalt hatte gegen zwei der Theilnehmer an . 3anuar) sind gefallen: Sttafuttheile wegen!der angeblichen Geburtstagsfeier je 2 Monate für 22 755™ "b^gen j- 1 Monat Gefängniß beantragt. '$er
55, zusammen 59 693 Straftlrthelle; Sttaf- Gerichtshof ettannte für die beiden Hauptschuldigen
Die Karawane zog wttter und es ergab sich, daß auch des Präsidenten Augenmaß die Entfernung zu genug berechnet hatte, denn erst nach mehr alfr einer Stunde kam man in gänzlich aufgelöstem Zustande am Fuße des Berges, ttchttger Hügels, an Hier fuhr ein neues Donnerwetter über das Haupt des unglücklichen Referendars.
Für die Monate Mai und Znnil^VL'L5”
beträgt der Bezugspreis der „Oberhessischen!b"^ feinc Wiesenflächen und sonstigen landschaft- slllf ... m , lichen Reize in der That einen vorzüglichen Platz für
Zeitung 1.40 Mk., durch bre Post (excl Idie Ausstellung abgiebt. Nun aber galt es, da die Bestellgeld) 1.50 Mk Das Abonnement Verkehrsmittel in diesem Theile der Stadt nicht aus- t. *4,__, , . !reichten, neue zu schassen und die vorhandenen in
tarn jetzt be.eils angetreten werden. einer Weise zu vervollkommnen, die geeignet war, -.......- 1 I den gewaltig erhöhten Ansprüchen des Ausstellungs-
annt 1 Verkehrs zu genügen. Auch dies ist geschehen.
«Uvul, I So ist denn Alles aufgeboten worden, um die
dem Eröffnungstage der Berliner Ausstellung so auszustatten, wie es der Macht und GeWerbe-Att-steüUNg. |ber Bedeutung der Rcichshaupsstadt und seiner Jn-
** Der prf+p sn?nt tfl- h.rrrf. | bul‘tr*e entspttcht. Berlin ist zwar die jüngste unter
Berliner Gewelbe- Ausstellung^für di^Reichshaupt- b(" N^dem ?8^«
ßadt von großer Bedeutung. Ihre Einwohnerschaft Mutelvunkt anerkannt ^b, 1 b"Ithf$cr
schickt sich an, vor aller Wett Augen kund zu Uun, I ® . f ““V™
Wie deutscher Gewerbfleiß durch Intelligenz uL Thatt f
i traft Großes geschaffen hat auf dem dürren Boden schwefle welche von Jahr zu Jahr ver-
der Mark. Die Erfolge, welche die Pariser ^eJfiXXnb S
«sstellung von 1889 den Franzosen sowohl in wirth- x an u n S bebeutelb te
schaftlicher als nattonaler Beziehung eingettagen,
hatten zunächst eine Bewegung in Deutschland hervor-1 ®“ b^l b?5 f b” Iebenb.‘9 Wurbe' gerufen, die auf die Veranstaltung eher deutschen I h.p XpÄ?^^ m ^emn Heim zu zeigen, was Weltausstellung hinzielte. Allein Paris kam un8 5*L ” ?^^9' J02“" tollb
Bit dem Plane einer Weltausstellung für 1900 zuvor, , ^ nU k ftoent0er bte Berechttgung ver-
xnb nun kam man auf den Gedanken, die tttter- “9 L£ SÄ??” stmem Aeußern "attonale Ausstellung durch eine deutsch-nationale zu ^Egewachsen tft;
»setzen. Auch diesem Plane stellten sich zu große J Ä ’® bera“^enb. roie
Schwierigkeiten entgegen. So geschah es 2enbm' aber in ’£tner
man sich schließlich auf eine Berliner Gewerbe-Aus-! 9 1 r .r.
ßellung beschränkte, welche die Reichshaupfftadt selbst ^werblichen Lebens ^aemnrLn ^S^ k^ Sr96" T m erster Linie veranstalten wollte. Es sollte btr fn A p 'h mir ^ ^ s
^-rsuch, der im Jahre 1879 unternommen war, bietöÄ, ’Ä ba§,®eJ’^tbun‘
Industrie und das Gewerbe Berlins in allen feinen I m.a” "eussch suhlt und benft. Von Nah
«erzweiaunaen ben Befuckern »or Ai,7pn I 5crn rotrb borum Alles, was an unserm Ge-
«llerdings in weit größerem Maßstabe wiederholt! ^befleiß Interesse nimmt, nach der Reichshaupfftadt »erben. Man wählt" bazu das Jahr l896 als den . s D'ejenigen, bie Geschehenes
Zeitpunkt, wo bas beuffche Reich unb mit ihm seine ^Ute nocf) uicht vergessen können.
tzMpfftabt auf das erste Vietteljahrhunbett seines Be-! ,7^ ^!77m7^e5b>9^'a 7"^^n toaS c§ ) stehens zurückblicken konnte. u7 bcn Welfftabten bebcutet, was es hervor-
,»i HlpC mi£p^inS7n9 ^°ge ein glücklicher Stern über ber Ausstellung '
””,77 wlchNgePlatzsrage. Es hanbelte sich um bas walten! Möge ein guter Erfolg bie weitausschauenben :
7k bsmihSarlDtt7b79ero@i,t97b s°l°a°ne Pläne unb Hoffnungen begleiten, die nicht nur die Tenllm von Witzleben und dem Lietzensee und dem | unmittelbaren Veranstalter der Ausstelluna sondern «* ” Cfta b-flMA-n MHchm P-,l b-1 „uch M, a„w„ WM b,„ Kr j
Treptow. Ber beiden sprach viel dafür und dagegen.Idie gemeinsame Sache haben!