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Wöchentliche Beilage«: Krcisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhai«.
D»ck e» Bede«: I»h-A»«- Loch, W»w«rsttätS.Bu-UmrÄ«i ta Marbnr» B«nmlworlltch«r Rtoattmr: Friedrich Eolbatzky in Marburg
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Erscheint täglich «her « Ht*ttag* nach Sonn- ob Feiertag«. — Onartal-XbomumentS-Brei» bei der SM» dtlio» 8 ML, bei all« Postämter» 8 ML 85 Pfg. («tfL vestel^ld). Jasertionrgebthr für di» gespalten« Zeil« oder der« Rama 10 Pfg. ««klamm für di« Zeil« 85 Pfg.
Marburg,
Sonntag 19 April 1896
Anzeigen nimmt entgegen di« Expedition dieses Blatte», sowie di» Amwncm-Bureaur von Haasmsttin n Vogler in Frankfurt tu M., Eaffel, Magdeburg und Wim; Rudolf Stoff» in Frankfurt a. M., Berlin, München n Köln; 6. L. Dank« n. So. in Frankfurt a. M., Berlin Hannover Pari»
MIL Jahrg.
Erstes Blatt.
Fürst Ferdinand in St. Petersburg.
V Schiller's gewaltige Tragödie „Wallenstein" endet bekanntlich damit, daß dem Verräther Octavio Piccolomini ein Kaiserliches Handschreiben übergeben wird mit der Aufschrift: „Dem Fürsten Piccolomini". „Octavio erschrickt und blickt schmerzlich zum Himmel," heißt es in der Anmerkung des Dichters. Fürst Ferdinand ist weniger gefühlvoll. Er hat seine Anerkennung mit dem Blute Stambulow's, mit dem Glaubenswechsel seines Kindes, mit der Entfremdung mit seiner Familie, vor Allem mit dem Aufgeben einer traditionellen und bewährten Politik erreicht, aber er läßt sich von all' dem nicht anfechten, fährt nach Konstantinopel und nach St. Petersburg, theilt Orden aus und empfängt welche, eilt vom Diner zur Galavorstellung, kurz, er ist so vergnügt, wie es nur je ein Prinz in einer Operette von Strauß «der Offenbach gewesen ist.
Daß diesem fröhlichen Rausche ein unliebsames Erwachen folgen wird, scheint uns sicher, wenn auch der Zeitpuntt noch nicht festzustellen ist. Nicht alle Opfer fteilich, die Fürst Ferdinand bisher gebracht hat, werden sich an ihm rächen. Stambulow ist todt und seine Pattei ist machtlos; sie hatte ja nur durch seine mächttge Persönlichkeit Bedeutung. Die Um» taufung des Prinzen Botts war nicht zu mißbilligen, denn es ist nur vortheilhaft, wenn zwischen der Dynastie und der großen Mehrheit des Volkes nicht die Schrankt einer Verschiedenheit der Konfession steht. Die Entftemdung seiner Gattin wird den Fürsten nicht allzu sehr schmerzen, denn daß diese Ehe aus einer Herzensneigung hervorgegangen sei, wird selbst ein bulgattscher Hofpoet nicht behaupten wollen; hat der Fürst doch erst nach längerem Suchen eine in den reiferen Jahren stehende Prinzessin gefunden, die bereit war, den bulgattschen Thron mit ihm gemeinsam zu zieren. Im Uebttgen hat die Ehe ihre Schuldigkeit gethan: die Thronfolge ist durch die Pttnzen Botts und Cyrill gesichert.
Ist sie gesichert? Einstweilen könnte man es nach den Schilderungen von der allgemeinen Zu- fticdenheit in Bulgarien glauben. Aber man möge nicht vergessen, daß Rußland seine Rechnung für das Jnscenesetzen der prächtigen Anerkennungskomödie noch
(Nachdruck verboten.)
Aus niedrem Stand.
Ottginal-Roman von Irene v. Hellmuth.
(Fortsetzung.)
Bewegt drückte Förster jetzt Frau Fttda und dem Freunde die Hand.
„Habt Dank, einstweilen, vielen Dank "
„Nur Kopf hoch, Ernst, und den Muth nicht finken laffen, hoffen wir vorläufig dar Beste, ne und schließlich giebt es doch eine Menge hübscher Mädchen. Du suchst, oder wir suchen zusammen eint Andere für Dich aus, wenn fie mir einen abschlägigen Bescheid giebt."
„So geh' mit Gott, Ernst, und heute Abend hole Dft die Antwott."
Nach Hause konnte Förster jetzt unmöglich gehen, doch wie die Zett hernmbttngen bis zum Abend? Er wunderte sich im Stillen über sich selbst, wie er die matternde Ungewißheit so lange erfragen hatte und nun er vor der Entschttdung stand, nun wollte der Zeiger der Uhr gar nicht mehr weiter rücken.
Er wandette planlos durch den Wald, die Sonne neigte sich endlich zum Untergänge, aber eine Stunde mußte mindestens noch vergehen, ehe er daran denken durfte, bei dem Freunde wieder vorzusprechen. Er setzte sich auf einen Baumstumpf und stützte den Kopf ht die Hand. Die Gedanken wandetten zurück ht die ferne Jugendzeit, eine Weiche Stimmung kam iber den sinnenden Manu und der Blick wurde heiterer, die Augen wurden ihm feucht.
Er hatte eine schöne, sorgenlose Jugend verlebt, vergöttett von den Eltern, die jeden Wunsch des einzigen Sohnes erfüllten, was um so leichter möglich war, da die Familie einen großen Reichthum
nicht präsentitt hat. Daß es aber nicht lange mehr damit zögern wird, kündigen schon jetzt russische Blätter an. Worauf Rußland hinstreben wird, ist von vornherein klar: es wird die bulgarische Armee in feine Hand bekommen wollen. Alexander von Battenberg hatte die Energie, diesen Plan zu durchkreuzen; Stambulow fuhr dann mit der Säuberung der Armee von russophilen Elementen fort. Fürst Alexander und Stambulow hatten gezeigt, daß Bulgarien aus eigener Kraft eine Armee mit einem national-bulgarischen Offizierkorps heranbilden könne, auf die es stolz sein konnte. Wenn nun Rußland seinen Einfluß daran setzen wird, in die Offiziersstellen, besonders in die höheren, russische oder Rußland ergebene Offiziere hineinzulanciren, so wird die Einigkeit in der bulgarischen Armee dahin fein. Denn diejenigen bulgarischen Offiziere, die in den Tradittonen von Slivnitza groß geworden find, werden mit scheelen Blicken und mit Verachtung auf die Eindringlinge blicken; besonders wenn, wie es allen Anschein hat, Männer ihnen als Kameraden aufgedrängt werden, die als Verräther aus dem Lande fliehen mußten oder fortgejagt wurden. Der gegenwärtige Shiegeminifter Petr off, der uns von einem deuffchen Militär, der ihn näher kennen gelernt hat, als ein Mann von eminenten Fähigkeiten und unbeugsamer Energie geschildert wird, wird jedenfalls auf die Ehre der Kameradschaft mit mehr als zweifelhaften Elementen verzichten. Wenn aber erst Unzufriedenheit in der Armee, die Stambulow zur sichersten Stütze der Dynastie gemacht hatte, entstehen wird, dann wird Fürst Ferdinand es vielleicht bereuen, sich zum Vasallen Rußlands gemacht zu haben.
Einstwetten fteilich überläßt er die Sorge um die Wendung, die die Dinge genommen haben, dem Staate, der sich als der auftichttgste Freund Bulgariens bewährt hatte: der österreichisch-ungarischen Monarchie. Man hat in Oesterreich die Umtaufung des Prinzen Boris schon mit sehr gemischten Gefühlen hingenommen und man wird von der Anwesenheit des Fürsten in St. Petersburg noch weniger erbaut sein. Man weiß sehr wohl, daß die Staatsmänner ander Newa die Gelegenheit benutzen werdn, den leicht lenkbaren Fürsten Ferdinand enger in ihre Netze zu verstticken, und vielleicht vor seinen entzückten Augen ein glänzendes Bild austauchen lassen werden: die große südslavische Allianz Bulga.ien-Serbien-Monte- negro, natürlich mit dem Herrscher Bulgariens an der Spitze; eine Allianz, die ad majorem gloriam Rußlands und gegen die Pläne Oesterreichs verwendet werden würde. So wird man es den österreichischen
ihr Eigen nannte. Der Vater war früh gestorben, Ernst fühlte noch den herben Schmerz, den er empfunden, als man den guten Mann hinauSgetragen hatte und die Mutter hatte dann alle Zärtlichkeit und Liebe ihres weichen Herzens auf den Sohn allein übertragen und er zahlte alle ihre aufgewendete Güte mit Zinsen wieder zurück.
Sie war eine kluge, praktische Frau und Jeder holte siy gern einen guten Rath bei ihr, Keiner verließ ungetröftet ihre gastliche Schwelle. Das gute, runde Gesicht umrahmte ihr glattgescheiteltes, silberweißes Haar und gab der ganzen Erscheinung ein; ehrwürdiges Aussehen.
Sie wußte längst, wie es um ihren geliebten Ernst stand, er hatte der Mutter gegenüber auch kein Geheimrdß von seiner Liebe zu Elli gemacht und fie hoffte und wünschte mit ihm, daß Alles zum Guten ausschlagen möchte.
Endlich erhob er sich, um mit schwerem Herzen dem Hause des Freundes zuzuwandern, es kostete ihm wirklich Mühe, den nicht »ttien Weg zurückzulegen.
Doch, was toer daS? stand denn dort unter der Hausthüre nicht Fritz und winkte ihm ,n? Ja, ja, es war keine Täuschung, Himmel, das durste man sicher für ein gutes Zeichen halten.
Im Sturmschritt ging es vorwärts und schon von Weitem rief der Freund: „Sie hat eiugewilligt, Ernst, fie will Deine Frau werden und hat gar nichts dagegen, wenn die Hochzett bald stattfiudet."
„Wirklich, wahrhaftig, Fritz, wenn ich Dir das jemals vergesse, bann —•
Die Freunde umarmten sich, tiefe Bewegung lag auf den beiden Gesichtern, ungestüm eilte Förster in die Stube, wo Elli, die Hände im Schooß gefaltet, am Fenster saß.
Staatsmännern nicht Übelnehmen können, wenn sie angesichts der Reise des Fürsten Ferdinand nach Petersburg ausrufen (um bei dem Eingangs cittrten Octavio Piccolomini zu bleiben): „Verwünscht, dreimal verwünscht sei diese Reise;" eine Verwünschung, der sich vielleicht der erlauchte Vergnügungsreisende, wenn er einmal das Fazit zu ziehen haben wird, anschließen dürfte.
Deutsches Reich.
* Berli«, 17.April. (Tagesbericht.) Unser Kaiser hat, nach einer Mittheilung aus Karlsruhe, seine Abreise nach Kaltenbronn verschoben, da durch den hohen Schnee im Jagdrevier die Möglichkeit der Abhaltung der geplanten Jagd in Frage gestellt war. Heute Vormittag allarmirte der Monarch die Garnison, welche auf dem Schloßplatz Aufstellung nahm. Der Kaiser und der Großherzog ritten die Front der Truppen ab und ließen dieselben sodann vorbeimarschiren. Abends fand im Residenzschlosse ein Hofionzert statt. Nachmittags 4 Uhr hatten sich der Kaiser, der Großherzog, die Großherzogin, der Erbgroßherzog, die Erbgroßherzogin, sowie die am Karlsruher Hofe zum Besuch weilende Fürstin zu Leiningen zum Hauptbahnhofe zur Begrüßung der Kaiserin Friedrich, die sich auf der Durchreise nach Nizza zu ihrer Mutter, der Königin von Großbritannien, befand, begeben. — Ihre Mas. die Kaiserin wird heute Abend 11'/, Uhr mit dem Kronprinzen und dem Prinzen Eitel Friedrich nach Plön abreifen und morgen Abend allein wieder hier eintreffen. — Zum Chef des 2. Westfäl. Husarenregiments Nr. 11 in Düsseldorf hat der Kaiser den Erzherzog Otto von Oesterreich ernannt. — br. Carl Peters ist in Kopenhagen angekommen. Er erklärte, im nächsten Jahre mit Baron Plessen zusammen eine größere Expedition nach Aftika unternehmen zu wollen. — Die Kaiseryacht „Hohenzollern" hat gestern von Venedig aus die Heimreise angefreten und wird voraussichtlich am 29. April in den Kaiser Wilhelm- kanal bei Brunsbüttel einlaufen. — Aufgelöst hat sich die sozialistische Vereinigung der Gärtner Berlins, da fie keinen Boden fassen konnte.
* (Neue Erfindung des Kaisers.) Ueber eine Erfindung des Kaisers auf dem Gebiete des Schiffswesens kann die Londoner „Times" einige interessante Einzelheiten melden. Als die „Hohen-
„Elli, Herzenskind, ist's war, was mir Fritz soeben sagte, Du erhörst meine Bitte? O, Du sollst es nicht bereuen, das schwöre ich Dir!" rief er bebend, beide Hände des Mädchens erfassend.
Sie sah in diesem Augenblick freilich nichts weniger als glücklich aus; das dunkle Auge boll zu dem Manne ausschlagend, sprach sie leise, mit vibrirender Stimme: „Ja, ich will die Ihre werden, da ich Sie hochschätze seit meiner Kinderzeit und da Sie, wie Papa sagte, das Glück ihres Lebens von dieser Verbindung erwarten. Ich will Ihnen eine pflichttreue, gewissenhafte Gattin werden, nur müffen Sie mir Zeit lassen, mich an daS Alles zu gewöhnen und nicht zu viel verlangen; mir kam die Sache natürlich so übenaschend, — indeß ich werde mich darein finden." —
Das war nun ftettich keine jubelnde, glückstrahlende Braut, den Mann wehte es so kühl an, er wagte nicht einmal den Verlobungskuß auf den rothen Mund zu drücken, sondern begnügte sich damit, die Hand seiner Braut ehrfurchtsvoll an die Lippen zu ziehen.
Wolfhardt schien das Frostige dieser Verlobung zu fühlen, denn er rief plötzlich überlaut nach dem Diener und befahl ihm mtt gezwungener Luftigkeit: „Hole einmal rasch einige Flaschen allen Johannisberger, Du weißt schon, fie stehen ganz in der hintersten Ecke des Kellers, heute wollen wir uns nicht lumpen lassen, unsere Elli feiert ihre Verlobung."
Bald Hangen die Gläser aneinander, und das Ganze hätte einen recht freundlichen, helleren Eindruck gemacht, wäre nur die junge Braut nicht gar so still und blaß gewesen.
Selbst Fran Frida hatte der Wein heute Abend gesprächiger gemacht, fie lächelte dem Gatten zu, so daß dieser die geliebte Frau hochbeglückt in die Arme schloß und herzlich küßte.
zollern" im Hafen von Syrakus vor Anker lag, lud Kaiser Wilhelm den englischen Kapitän Lavry zur Besichtigung seiner Dacht ein. Dabei lenkte er im Maschinenraum die Aufmerksamkeit seines Gastes auf eine besondere wasserdichte Thür an einem der Schotten, welche er, wie er sagte, selbst erfunden habe. Er hoffe, fügte er hinzu, sie auf den Schiffen allgemein eingeführt zu sehen. Die besagte Thür ist in der Flotte des Kaisers als die sogenannte „Klammerthür" (clippod dooi) bekannt, d. h. sie wird, wenn geschlossen, durch kurze Hebeklammern fest- gehalten. In der englischen Flotte werden oft bis zu einem Dutzend solcher Klammern für den Verschluß einer Thüre angewendet. Die Verbesserung, deren Erfindung der Kaiser beansprucht, besteht darin, daß die Klammern, anstatt einzeln befestigt zu werden — sodaß also bei einer Thür mit zwölf Klammern zwölf Griffe nötijig werden würden — so durch Hebel verbunden sind, daß sie alle zusammen gleichzeitig bewegt werden können und der Verschluß der Thür daher nur eine Operation anstatt deren zwölf erfordert. — Vorausgesetzt, daß der Mechanismus nicht zu komplicirt ist, so bemerkt der Berichterstatter der „Times", und daß er nicht zu leicht in Unordnung geraden kann, scheint die Erfindung eine äußerst werthvolle und der Beachtung der englischen Marine- Architekten zu empfehlende zu fein.
* (Handelsverträge.) Minister v. Berlepsch hatte anläßlich einer Rede bei der Feier des 25- jährigen Bestehens des Vereins zur Wahrung der wirthschastlichen Interessen in Rheinland und Westfalen in Düsseldorf gesagt, dieHandelsverträge von 1891/92 seien nur eine Konsequenz der Bismarck'schen Wirthschaftspolitik. Die „Hamb. Nachr." sind zu der Erklärung ermächtigt, daß Fürst Bismarck diese Auffassung für irrig hält.
* (Zur Duellfrage.) Die Centrumsfraktion hat gestern beschlossen, an den Reichskanzler sofort eine Interpellation über die jüngsten Zweikämpfe und über die Maßr-geln zu richten, welche der Reichskanzler zur Verhütung der Duelle vorzuschlagen gedenke. Die Interpellation berührt namentlich auch die Frage der militärischen Ehrengerichte bei Duellen. — Zu dem Duell Baron von der Lancken und Freiherr von H a h n theilt von der Lancken-Plüggenbühl dem „Kleinen Journal" mit, daß nicht Baron von der Lancken- Wackenitz Mitglied der „Borussia" sei, fonbem er, und daß auch er in dem Falle Hahn engagirt sei. Von einem Pistolenduell könne vorläufig keine Rede sein. Damit
Wehmüthig befrachtete Förster die kleine Scene, er wagte kaum, Elli die Hand zu drücken, denn sie saß so abwehrend dabei, als wollte sie sich jede Zärtlichkeit verbitten. Sie nippte kaum an ihrem Glase, indeß die Anderen dem guten alten Wein alle Ehre anthaten, was schließlich doch eine allgemeine heitere Stimmung schuf.
Förster sprach von seinen Plänen, wie er Alles einzurichten gedenke, das junge Mädchen hörte stumm zu, kaum bemerkend, wie liebevoll das Alles aus- gedacht war und wie dieser Mann sich so ängstlich bemühte, ihr Freude zu machen.
Als man sich endlich trennte, war Mttternacht vorüber.
Elli floh in ihr Zimmer, warf sich angekleidet auf's Bett und schluchzte in die Kissen hinein, jeden Laut gewalffam unterdrückend.
Hätte der Mann, der jetzt so heiter seiner Heimath zustrebte, seine Braut so fassungslos gesehen, es wären ihm jedenfalls ernstliche Bedenken aufgestiegen, ob der Schritt, den er heute unternommen, ihm wirtlich das erträumte Glück brachte. —
Vf.
Der dämmernde Morgen fand Elli noch in derselben Stellung auf ihrem Lager, tote sie sich hingeworfen. Die ganze Nacht kam kein Schlaf in die brennenden Augen. Die Rose, die ihr Frau Frida gestern bedeutsam im Haar befestigt hatte, lag verwelkt am Boden.
„War es recht von mir, in diese Verlobung zu toiCigen? Habe ich nicht vielmehr ein großes Unrecht auf mich geladen?" So fragte sich Elli wohl zum hundertsten Male.
Bei ruhiger Ueberlegung schien eS ihr fast unmöglich, daS gegebene Wort zu halten, so ohne Siebe