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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

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®rid>«tat täglich außer an Werktagen nach Sonn» und Feiertagen. Quartal-Abonnrments-Preis bei der Expr- dition L Mk., bei allen Postämtern 2 M. 25 Pfg. («xll. Bestellgrld). ZiyrrtionSgebühr für bi« gespaltene Zeil« »der derrn Raum 10 Pfg. Reklamen für di« Zeile 25 Pfg.

Marburg,

Sonnabend, 11 April 1896

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blatter, sowie dir Annoncrn-Bnreanx von Haasenstein u Vogler in ___

Frankfurt a. M., Eaffel, Magdeburg und Wien; Rudolf XXII. Habra. Moffe in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; C. L. 'Vuyiöe

Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin Hannover Paris

Die Beseitigung der Uebersüllung in der Justizcarritzre

* Von juristischer Seite schreibt man uns:

Nach dem preußischen Justizminister hat nun auch einer der höchsten Reichsjustizbeamten, der Ober­reichsanwalt Hamm das Wort ergriffen, um, wenn auch auf einem anderen Wege, die Möglichkeit der Verringerung der Gerichtsassessoren durch ein aus­drücklich anerkanntes Recht der Justizverwaltung, nur die ihr genehmen Assessoren zur Richterlaufbahn zu­zulassen, als gerechtfertigt anzuerkennen. Man kann nun der Ansicht sein, daß eine Beseitigung derUeber- füllung der Justizcarri' re angestrebt werden soll, man braucht aber dabei keineswegs das Mittel, das die preußische Regierung anwenden will, für richtig an­zuerkennen. Gegen dieses Mittel sprechen neben den vielfach hervorgehobenen politischen Erwägungen eine Reihe anderer sehr ernsthafter Bedenken, die vielleicht bisher darum weniger beachtet worden sind, well er­klärlicherweise die politischen Bedenken zunächst in den Vordergrund getreten sind. Es ist z. B. vielleicht noch nicht genügend gewüidigt worden, daß der Be­hauptung der Justizverwaltung, sie müsse ebenso wie jede andere Verwaltung für sich das Recht der freien Auswahl der Beamten in Anspruch nehmen, zwei gewichtige Thatsachen entgegenzustellen sind, erstens nämlich, daß keine andere Verwaltung die im Vor­bereitungsdienste befindlichen Beamten so reichlich aus­nützt, ohne auch nur einen Pfennig Gehalt zu geben, und zweitens, daß in keiner anderen Verwaltung dem Beamten sich erst so spät die Möglichkeit wirthschaft- licher Selbstständigkeit eröffnet. Es muß ferner er­wogen werden, daß mancher Beamter, wenn er nur eine gewisse Sicherheit hat, in einem mit einiger Wahrscheinlichkeit auszurechnenden Zeitpunkte in eine bestimmte wirthschastliche Position zu gelangen, da­durch in die Lage vei setzt wird, seine Existenz bis zu diesem Zeitpunkte erträglich zu fristen, daß er aber, wenn er völlig ungewiß darüber sein muß, ob er überhaupt jemals angestellt wird, vielfach von vorn­herein auf die Laufbahn wird verzichten müssen, weil es ihm an Unterstützung von außerhalb fehlen wird. So würden viele tüchtige, aber wenig bemittelte Kräfte dem Justizdienste entzogen werden, e

Wenn nun so der von der preußischen Regierung verfolgte Plan mit Recht aus entschiedenen Widerstand stößt, so wird man andererseits zugeben, daß eine Verminderung der dem Justizdienste zustrebenden

Kräfte nicht minder im Interesse der Regierung, wie der Assessoren, wie endlich auch des Anwaltsstandes läge. Wir glauben einen gangbaren Weg Vor­schlägen zu können, um dieses Ziel zu erreichen. Wer als Referendar angestellt worden ist, den Diensteid geleistet hat, in vierjährigem Vorbereitungsdienste nicht nur für sich, fonbent auch für die Justiz­verwaltung thättg gewesen ist, dann durch das Be­stehen der großen Staatsprüfung das für die richter­liche Thätigkeit erforderliche Maß von Kenntnissen nachgewiesen hat, der hat allerdings einen begründeten Anspruch daraus, die richterliche Thättgkeit auch ausüben zu wollen: Niemand aber hat einen Anspruch darauf, nach dem Bestehen der ersten Prüfung ohne Weiteres als Re­ferendar angestellt zu werden. Wir möchten ein militärisches Analogon heranziehen. Wen die Marineverwaltung als Kadetten angenommen hat, der wird auch vorausgesetzt, daß er die Examina besteht und sich nicht unwürdig führt nach der entsprechenden Zeit als Offizier angestellt; die Marine­verwaltung nimmt aber eben nur soviel Kadetten an, als sie zum Offiziersersatz für nothwendig hält. So sollte auch die Justizverwaltung nur soviel Referendare anzustellen gehalten sein, als durchschnittlich zu einem ausreichenden Ersatz für den Richterstand, die Staats­anwaltschaft, für den Bedarf der übrigen Staats­verwaltungen und der Kommunen an Juristen und für den Anwaltsstand erforderlich sind. Sind daher die Bewerbungen um die Anstellung als Referendar größer, als der Bedarf, so muß den Oberlandes­gerichtspräsidenten das Recht gegeben werden, eine Wartezeit einzurichten. Die Reihenfolge der Anstellungen wäre dann nach dem Zeitpunkte des bestandenen Referendarexamens festzustellen, mit der Modifikation vielleicht, daß Diejenigen, die ein be­sonders gutes Examen bestanden haben, bevorzugt werden. Eine solche Bevorzugung nach der präsumpttven Tüchtigkeit wird nicht als Ungerechtigkeit angesehen werden können. Wartezeit wird je nach dem Ueber- wiegen des Angebots über den Bedarf ein halbes Jahr, vielleicht auch ein ganzes, vielleicht auch noch mehr Befragen. Es mag fein, daß der Eine oder der Andere die Wartezeit über nicht aushalten würde, aber es ist doch immer noch besser, wenn ein junger Mann von 22 oder 23 Jahren seinen Beruf ändert, als wenn ein Mann von 27 oder 28 Jahren sich vor diese Frage gestellt sieht. Die Wartezeit braucht keineswegs verlorene Zeit zu fein, denn das Maß von Kenntnissen, das in dem Studium von sechs Semestern erworben wird, ist so gering, daß es eine

fte unbeweglich die ganze Nacht gesessen hatte und wankte ihrem Zimmerchen zu, das die Liebe der Pflegeeltern ihr so traulich eingerichtet. Dort warf sie sich auf dir Kniee und nun erst brachen die heißen, brennenden Thränen unaufhaltsam hervor und schafften Erleichterung in der gepreßten Brust des Mädchens.

Herr, mein Gott, laß ihn nicht sterben, schütze dies junge Leben, schütze, o Vater, die Blüthe hier. Nimmst Du das Kind, so nimm auch mich hinweg, denn ich, ich allein trage die Schuld an dem ent­setzlichen Unglück/ beteten die bleichen Lippen.

Einmal nur war leise das Bewußtsein bei dem Kinde zuruckgekehrt. Elli befand sich zufällig allein bei demselben, als es mtt einem Male die Augen aufschlug und mit klarem Blick das Mädchen be­trachtete. Frohe Hoffnung zog ein in das gequälte Herz, btttend falteten sich die weißen Hände in­einander und an dem Bettchen niederflnkend, flehte sie mit herzbrechenden Lauten:Vergib, o vergieb Waltherchen, was ich an Dir gefehlt habe, ich kann nicht weiter leben, mit dieser Last auf dem Herzen/

Doch das Kind begriff offenbar nichts von alle dem, was Elli sprach, ein schwaches Lächeln irrte um den kleinen süßen Mund, mit zärtlichem Aus­druck hingen die blauen Kinderaugen an dem ge­liebten Gesicht Ellis. Dann mit einem Male schloffen sich die großen Sterne wieder, um sich nie mehr dem Lichte zu öffnen.

Das Lächeln lag noch immer auf dem bleichen Gesichtchen, als das Leben schon längst aus dem Körper entflohen war.

Unbeschreiblich war der Schmerz der armen Eltern; Wolshardt konnte seinem tiefgebeugten Weibe keinen Trost spenden, da er selbst des Trostes be­durfte und Elli vermochte sich kaum noch auf den

(Nachdruck verboten.)

Aus med'rem Stand.

Original-Roman von I r«n e v. Hellmuth.

(Fortsetzung.)

Endlich, nach einer fürchterlichen, halben Stunde, erschien der Arzt und begann sofort eine Unter­suchung. Angstvoll beobachtete Elli den Mann der Wissenschaft, dessen Mienen immer ernster wurden Sie folgte jeder seiner Bewegungen, bis er achsel­zuckend erklärte:Ich kann hier mit Bestimmtheit nichts sagen, ob wir das nur noch schwach pulsirende Leben erhalten werden oder nicht, das weiß nur Gott allein/

Wohl hatte der junge Doktor den hoffnungs­losen Zustand des kleinen Pattenten sofort erkannt aber nach einem Blick auf das bleiche, zitternde Mädchen, auf den in stummer Qual vor sich hiu- brütenden Vater, war es ihm unmöglich, die Wahr­heit einzugestehen. Mitleidig faßte er die kleine kalte Hand Ellis und bat, selbst tiefbewegt:Fassen Sie Muth, armes Kind, blicken Sie nicht so trostlos Sie haben Ihre ganze Fassung nöthig, um die armen Eltern ein wenig aufzurichten/

Wohl eine Stunde mochte vergangen sein, als der junge Mann das stille Haus verließ, wo ur­plötzlich das Unglück eiugezogeu war.

Als Frau Frida aus chrer tiefen Ohnmacht er­wachte, galt die erste Frage dem Kinde, doch die Thränen, die unaufhaltsam den Augen des Gatten entströmten, belehrten sie besser als Worte über den Zustand ihres heißgeliebten Jungen.

Endlos schienen die Stunden der langen, bangen Winternacht und als endlich der fahle Morgen hcraufdämmerte, erhob sich Elli von dem Platz, wo 1

Erweiterung durch den Besuch guter juristischer Seminarübungen wohl verträgt.

Wir geben zu, daß auch in unserem Vorschläge1 eine gewisse Harte liegt. Aber der gegenwärtige Zustand des Darauslosanstellens von Referendaren ohne Rücksicht auf den Bedarf ist eine Plage für die Justizverwaltung, eine Schädigung für die Referendare, die namentlich an den größeren Gerichten nicht ge­nügend durchgebildet werden, und ein Unglück für die Assessoren, die fünf bis sechs Jahre auf ihre An­stellung warten müssen. Zudem würde die Einrichtung der Wartezeit zu der höchst wünscheuswerthen Minderung des Andranges zum juristischen Studium führen. Denn die vielen jungen Leute, die heute sich der Jurisprudenz zuwenden, nicht aus Interesse an diesem Berufe, sondern weil das juristische Studium dasfeinste" ist, werden vielleicht mit Mißbehagen daran denken, daß sic hinter Denen zurückgestellt werden, die ein besseres Examen machen. Wenn aber diese Elemente dem juristischen Studium sernbleiben, so ist das eben kein Unglück. Wir wünschten deßhalb wohl, daß unser Vorschlag Beachtung fände und daß ihm eine bessere Prognose für die Übertragung in die Wirklichkeit gefüllt werden könnte, als in der Vor- lage der preußischen Regierung.

Deutsches Reich.

* Berlin, 9. April. (Tagesbericht.) Der enthusiastischste und herzlichste Empfang auf ihrer ganzen Reise ist den Kaiserlichen Majestäten wohl in Messina auf Sizilien zu Theil geworden, wo man aus der Ankunft des Kaisers und der Kaiserin ein wahres Volksfest gemacht hatte. Es regnete Blumen, die Tausende von Menschen, welche dort versammelt waren, brachten fast ununterbrochen ihre Hochrufe dar. Am Mittwoch Abend wurde am Hafen ein glänzender Fackelzug veranstaltet. Heute Vormittag fuhren die Majestäten in die festlich ge­schmückte Stadt, mit wahren Jubelsalven begrüßt, und nahmen die Sehenswürdigkeiten derselben in Augenschein. Nachmittags erfolgte die Rückkehr an Bord der YachtHohenzollern"; an Bord ist Alles wohlauf. Unter erneuten Ovationen und dem Donner der Geschütze wurde die Weiterreise nach Norden angefreten. Die Mutter unserer Kaiserin, Herzogin Adelheid von Schleswig- Holstein, hat gegenwärtig Aufenthalt in Rom genommen. Dort empfing sie den Besuch der Königin Margherita von Italien. Der deutsche Patriotenbund zur Errichtung eines Völker­

Füßen zu erhalten, sie sah aus wie eine Sterbende Wie aus Marmor gemeißelt hob sich das schöne Ge­sicht von dem tiefen Schwarz des Kleides ab und mancher bewundernde Blick der versammelten Leid­tragenden streifte das junge Mädchen, als Walther der letzten Ruhestätte übergeben wurde.

Alle Bitten des Pflegevaters, doch zu Hanse zu bleiben, waren umsonst, sie folgte wankend dem kleinen Sarge.

Trostvolle Worte sprach der würdige Geistliche am Grab des Entschlafenen:Wie rauh auch oft den Menschen die Wege erscheinen, die Gott sie führt, es muß doch Alles zum Besten dienen. Wenn es unserm schwachen Sinn auch unbegreiflich scheint, wir muffen doch in Demuth sprechen: Herr, Dein Wille geschehe!"

Ueberfüllt war der kleine Friedhof des Städtchens von theiluehmenden Menschen, Alles verließ tief­erschüttert den Ort des Friedens.

In großen Flocken wirbelte der Schnee auf das frische Grab des schmerzlich beweinten Kindes nieder und deckte es sanft und stille zu.

Aufrichtigen Antheil an dem schweren Unglück nahm auch der bewährte Freund des Hauses, Ernst Förster. Er versuchte zu trösten, so gut er es ver­mochte, und Abend für Abend brachte er auf dem stillen Gutshofe zu.

, Oft zerbrach er sich den Kopf, wie er es wohl anfangen sollte, die traurigen Bewohner desselben ein wenig aufzuheitern und nur in den seltensten Fällen gelang es ihm, ein schwaches Lächeln auf das vergrämte Gesicht des Hausherrn zu locken.

(Fortsetzung folgt.)

schlacht-Denkmals bei Leipzig hat für feinen Denkmals­fonds bisher 98 000 Mk. vereinnahmt. Zahlreiche deutsche Fürsten haben Beiträge gezeichnet.

* (Der Adelstag und das Duell.) Der deutsche Adelstag hat beschlossen, Ehrengerichte für die Mitglieder der Adelsgenossenschaften einzurichten, zu dem Zwecke,auf ordnungsmäßigem Wege Ehren­händel derjenigen Mitglieder zu schlichten, die keinem anderen Ehrengerichte unterstehen und seine Ent­scheidung anrufen". Jetzt wird dieser Beschluß von einem Mitgliede des Adelstages imD. Adelsbl/ dahin erläutert, daß die Adelsgenossenschaft den Grundsätzen derjenigen Mitglieder rückhaltlos Rechnung frage, die den Zweikampf unbedingt verwerfen. Der Verfasser betont, daßdie Begriffe über wahre Ehre sich geklärt haben, und daß gerade in den höheren Kreisen die Achtung vor der Ueberzeugung, besonders wenn sie sich auf die Religion gründet, wesentliche Fortschritte gemacht" hat.

* (Maifeier.) Zur Maifeier erläßt der ge- schäftsführende Ausschuß der Sozialdemokratie folgende Aufforderung an die Parteigenossen:Als würdigste Feier des 1. Mai betrachtet die Partei die allgemeine Arbeitsruhe. Daher empfiehlt der Parteitag den­jenigen Arbeitern und Arbeiterorganisationen, die ohne Schädigung der Arbeiterinteressen den 1. Mai neben den anderen Kundgebungen auch durch Arbeits­ruhe feiern können, Arbeitsruhe einfreten zu lassen. Die gegenwärtige, aufftetgenbe Konjunktur ist für bie allgemeinere Durchführung ber Arbeitsruhe als ber toürbigften Form ber Feier des 1. Mai eine günstige. Wir wissen, daß da, wo es angeht, bie Genossen diese Gelegenheit ausnützen werben, ohne in ben Fehler ber Übereilung unb Unbesonnenheit zu ver­fallen." Für bie Arbeiter selbst steht, trotz ber tönenben Worte, bie Sache wie sie war. Lassen sie sich bnrch bie Aufforderung ber sozialdemokratischen Parteileitung verleiten, am 1. Mai die Arbeit ruhen zu lassen wider den Willen der Arbeitgeber und werden entlassen, dann ist das ihre e i g e n e S a ch e. Sie haben selbst die Kosten ihres Verhaltens zu tragen, und die Parteikasse zahlt ihnen nicht einen Pfennig, wenn sie im Vertrauen auf die Proklamation des Ausschusses und die darin verbürgtegegen­wärtige, aufsteigende Konjunktur" um ihren Erwerb sich gebracht haben.

* (Togo-Expedition.) Einer Meldung derMagd. Zig." ans I na zufolge wird Dr. Hans Gruner die zweite To gor eise am am 10. d. MtS. von Hamburg mit dem Dampfer

(Nachdruck verboten.)

Ein Arbeitstag des deutschen Kaisers.

(Schluß.)

Bei Manövem und Truppenbesichtig- nng en steigt der Kaiser oft schon um halb fünf Uhr früh zu Pferde und bleibt bis Nachmittags zwei Uhr im Sattel; er hat dann kaum Zeit, rasch zu essen, muß sich sofort wieder den laufenden Regierungs­geschäften widmen, am Nachmittage zahlreiche Huldigungen über sich ergehen lassen, Ausfahrten machen, Abgesandte empfangen, Abends an großen Festlichkeiten theilnehmen, auf denen er nicht die ge­ringste Müdigkeit unb Abspannung zeigen barf, ba Jeber, ber in feine Nähe kommt, gern durch eine Anrede ober ein huldvolles Wort ausgezeichnet werden möchte und kommt er endlich müde unb abge­spannt heim, so wartet seiner abermals Arbeit, und oft hat er nach allen diesen Anstrengungen kaum drei bis vier Stunden Schlaf, worauf er wiber aufs Pferd muß.

Der Kaiser ist ein leidenschaftlicher Freund des Seelebens und ein begeisterter Verehrer des MeereS und der Herrlichkeiten und Naturschönhetten, welche die nordischen Küsten bieten.

Natürlich kann der Kaiser aber auch auf diesen Reisen, die eigentlich der Erholung gewidmet sein sollten, nicht lediglich seinem Vergnügen leben. Wo man auch anlegt oder in einen Hafen einläuft, überall findet der Kaiser Depeschen, Briefe, Aktenstücke vor, und thatsächlich find auch auf dem Schiffe immer einige Stunden eifriger Arbeit nothwendig, in denen ber Kaiser bie nothwenbigen Regierungsgeschäfte er­ledigt. Zwar sinb um biefc Zeit bes Sommers auch bei ben Behörden Ferien, aber die Regienmgsmaschine