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Deutsches Reich.
Der Kranz vom Oelbaum.
**®*ne kleine Zahl Berliner Turner, welche bei reu Wettkämpfen in Rom zu den Siegern gehört haben, stehen im Begriff, nach Athen zu reisen, um wrt an den Olympischen Spielen theilzuuehmen. Grundsätzlich hat die deuffche Turnerschast gleich den Sportvereinen die Betheiligung abgelehnt, uxil von französischer Seite Taktlosigkeiten unter Einwirkung des Revanche-Fiebers begangen sind und die griechische Leitung des Unternehmens nicht rechtzeitig und in angemessener Form den gekränkten Deutsche« beigc- sprungen ist. Daß gleichwohl eine deutsche Riege sich nach Athen begiebt, nachdem von Paris aus für die begangenen Mißgriffe um Enffchuldigung gebeten >md von Athen die Einladung mehrfach erneuert worden ist, können wir nicht tadeln, so berechtigt die ablehnende Haltung der Vereine uns erscheint, denn für btt Einzelnen ist dem kränkenden Zwischenfalle die Spitze abgebrochen worden durch die öffentlichen Ehrenerklärungen, und daß Deutschland nicht ganz «»vertreten bleibt in Athen, wird im Publikum freudig begrüßt. Die Berliner Stiege wird zweifellos im Mittelpunkte des Festes stehen, sie erregt Aufmerk- samkett durch das Ausbleiben der Anderen und durch ihren selbstständigen Entschluß, aber auch infolge des in deutschen Turner- und Sportkreisen hervorgettetenen Vorsatzes, den Kampfspielen künftig einen nationalen Charakter zu wahren, den internationalen Unternehmungen alsdann fern zu bleiben, und in Fristen nach Art der altgriechischen Olympiaden Nationalfesttage mit Wettkämpfen und Volksspielen zu feiern. Mr den ersten derartigen Nationaltag, der im Jahre 1900 stattfindet, ist Leipzig auserwählt worden.
Durch die Verkündigung des nationalen Charakters «nd den Beschluß, daß den Wettkämpfen alle gewerbsmäßig den athletischen, gymnastischen und verwandten Produktionen sich widmenden Personen ferngehalten werden sollen, werden wir auf die erste und edelste Zett im alten Hellas zurückgeführt, in welcher der Kranz bom Oelbaum der einzige Gewinn des Siegers, mid von her Theilnahme an den Kämpfen jeder Barbar (Nichtgrieche) ausgeschloffen war. Hernach
* (3um Fall Peters.) Die „Nationalzeitung" iförabt: Die Vorstandssitzung der Berliner Abtheilung der deutschenKolonialgesell- schaft vom 26. d. M. beschäftigte sich nach Mtt- therlung des Vorstandes mit der Notiz, welche vor 14 Tage« durch die Presse lief über den angeblichen Beschttrtz des Abthellungsvorstandes in der Angelegenheit Peters. Der Vorstand stellte fest, daß weder eine Sitzung statt gehabt noch eine Resolution
! Hierzu geht dem Blatte eine Erklärung des Schriftführers Grosse zu, daß die Mittheilung über die Resolution des Vorstandes der Berliner Abtheilung der deutschen Kolonialgesellschaft aus einem telephonischen Mißverständniß hervorging. That- sächlich sei von dem Schriftführer die Aeußerung gefallen, die Berliner Abtheilung erwarte, Peters werde sich von den gegen ihn erhobenen Beschuldigungen reinigen, da nur ein intakter Charakter an der Spitze einer solche» großen Abtheilung und der kolonialen Bewegung stehen könne. Da diese Aeußerung vom Schrist- führerund einemVorstandsmitgliede ausging, konnte sehr leicht die Auffassung entstehen, als ob hier einBeschluß des Vorstandes zu Grunde liege. Wie die „Nat.-Ztg." hött, hat Grosse fein Amt als Schriftführer niedergelegt. — Wie zu der ganzen Affaire weiter verlautet, hat der Reichskanzler Fürst Hohen- lohe an den Reichskommissar z. D. t'r. Peters das Ersuchen gerichtet, sich während der schwebenden Dis- ziplinaruntersuchung, die in Folge der bekannten Reichstagsverhandlungen eingeleitd worden ist, jeder öffentlichen Aeußerung in dieser Angelegenheit zu enthalten. In Kreisen, die 1 r. Peters vah< stehen, will man wissen, daß derselbe, wie auch die Untersuchung für ihn ausfallen mag, entschlossen sei, aus dem Reichsdienst auszuscheiden und das glänzende Anerbieten einer amerikanischen Gesellschaft, für diese gegen ein Jahresgehalt von 80000 Mark nach Somali - Land zu gehen, anzunehmen. — In einem Artikel, den die „Post" in der Peters-Affaire veröffentlicht, weist das Blatt nochmals darauf hin, daß. der Brief an Bischof Tucker, mit dem Bebel gegen Dr. Peters krebste, also eitel Schwindel war. Der Versuch, den Eindruck durch s die Behauptung zu verwischen, daß der Adressat Bischof Smithie gewesen sei, zu dem die „Freisinnige Zeitung" sich hergab, wurde alsbald gleichfalls als Schwindel entlarvt. Schon Graf Arnim hatte die völlige Wahrheitswidrigkeit eines inneren Zusammenhanges zwischen den beiden Hinrichtungen, der eines Kochs und der einer Negerin, nachgewiesen, und nun schlägt Herr von Pechmann, der ständige Begleiter Dr. Peters' auf der Kilimand- aro-Expedition, mithin der denkbar klassischste Zeuge,
in Rom find die Festspiele international geworden, gleichzeitig haben sie den Charakter emer gewerbsmäßig betriebenen Knust angenommen. Gladiatoren- und Ringkämpfer-Schulen wurden ei^erichtet, hohe Geldpreise und kostbare Gaben belohntem die Sieger. Aber die besseren Elemente zogen sich zurück, vohe Kräfte traten zu der Bildung in Gegensatz, die Hab- sucht ging Hand in Hand mit der Brutalität.
Eft-ße rothe Anschlagzettel vcrkündtten der Einwichserschaft des Städtchens 8 , , . einen genug» reichen Abend. Weithin sichtbar lenchteten die schwarzen, fettgedruckten Buchstaben:
.Heute Abend großartige, brillante Vorstellung .der rühmlichst bekannten Künstler- und Selltänzer- .gesellschast „Venus"! Fabelhafte Produttiou des »Künstler-PaareS Liberti auf dem hohen Seil bei .feenhafter bengalischer Beleuchtung. Niemand 6er» i »säume diesen hohen Kunstgenuß. ES kann wegen .anderweitiger Verpflichtungen nur eine einmalige .Aufführung stattfinden. Hammer, Direktor."
Nichtig, auf dem Marktplatz standen zwei grün» gestrichene Wagen, vor jeden derselben war ein »agerer Schimmel gespannt. Einige Blumentöpfe befanden sich an den kleinen Fenstern, die Pferde waren losgemacht und eine kleine Treppe ermöglichte »a3 Auf- und Absteigen. Eben begannen schon Einige von der Truppe ihre Vorbereitungen für die Abendvorstellung zu treffen.
Da« war eia willkommene« Schauspiel für die Lebe Schuljugend, die eben nach beendigtem Unter- tich', schreiend und sich balgend, ihrem Heim zu- strebte, und nun neugierig die fremden Mensch« betrachtete.
Auf der Treppe, die zum Eingang Le» ersten Wagens führte, saß flickend eine ausnehmend schöne Frau, dunkelhaarig mit großen schwarzen Augen, die wst kindlich in die Well blickten. Mau hätte die ; Erscheinung des jungen Weibe«, die zierliche elfen- i
(Nachdruck verboten.)
Aus meitatn Stand.
Original Roma» von Zrene v. Hellmuth.
■ diejenigen, die in den vordersten Reihen einen Platz gesunden hatten, um Alles genau sehen zu können
: Den Glanzpunkt des Abends bildete jedoch die
Produktion auf dem hochgespannten Seil, welche oeben ihren Anfang nahm. Wie eine Elfe schwebte hte zierliche Gestalt da oben hin, zweimal schon war te tänzelnd hinüber und herüber gelaufen, immer hell beleuchtet von den bengalischen Flammen, die b°ldroth, ball» grün ober blau aufflackertm. Pölich verlangsamte sie ihren gefährlichen Gang und machte einige unsichere Bewegungen. Der Zuschauermenge entging dies nicht; e» bemächtigte sich der Leute eine ängstliche Stimmung und
mutlose Stille herrschte. Die Mttglieder der
Truppe hatten die plötzliche Unsicherheit der sich Produzirendeu auch sofort wahrgenommen und folgt« mtt besorgter Mime jed m Schritt, — und al« die Balancirstauge noch immer bedenklicher schwankmde Bewegungen machte, rief Liberti feiner Frau mit Parker Stimme zu: .Ruhe, Metze, Ruhe!" aber ü» demselbm Augenblick ertönte eta gräßlicher, markerschütternder Schrei, von hundert Kehlen zugleich — dre lange Balamirstange war dm Händen der Seiltänzerin entglitten, und sie selbst ftürite von üjm Höh- h«ab V ÄJ Plast er. — — — —
Ttte W der Menge bemächtigt, ein u « <7 na<$ allen Richtungen auseinander, Alle« ttes schrie hin und her, der andere Thell de« Publikums drängte sich heran und ein dichter, fast undurchdringlicher Kreis sammelte sich im nächst« Augenblick um die regungslos am Boden hinge» tteckte Gestalt. Doch schm wichm Alle zur Celle um den laut weinenden Mann hindurch zu lass«' der fassungslos jetzt uebm seiner jungen Frau niedersank' .Metze, Mietze!" rief er schluchzend, „hörst Du
Wtt kehren zum grünen Kranze zurück, er wird bei »ns der Eiche, sttttt dem Oelbarrme, entnommen toerbeu. Bei den Griechen fand dieser religiöse Ser» ehrung, er war der Pallas Athene geweiht, ein Sinnbild der Kmschhett, weßhalb nur keusche Jünglinge und Jungfrauen die Früchte brech« und sammeln durften. Noch heute ist der Oelzweig ein Symbol des Friedms. Zu Anfang der sechsziger Jahre, als zwischen der prmßischm Regierung und dem Abgeordnetmhause heftige politische Kämpfe geführt wurden, entnahm der an die Spitze des Mnisteriums getretene Herr v. Bismarck in der Kammersitzung seiner Cigarrentasche einen kleinen grünen Zweig. «Diesen Oelzweig, meine Herrm, habe ich in Avignon gepflückt. Ich halte chn symbolisch empor; wmn Sie den Frieden mit mir haben wollen, firnnen wir dazu gelangen. Sonst Kampf!" Der Oelzweig brachte nicht den Frieden.
Neben der Turnerschast haben sich in den letzten Jahren zahlreiche Sportvereine in Deutschland gebildet, über deren Einwirkung auf die nationale Wohlfahrt zur Zeit ein mdgiltiges Urtheil noch nicht abgegeben werdm kann. Die Arbeitstheilung und Spezialisirnng im Sport ist nöthig, damit in den einzelnen Zweigen Vollendetes geleistet werden kann,I anderersetts wird dadurch nicht allein die einseitigste,I -.,»»» |tuuU[,uul Il0(n etne metomtton nX,?e Ä TT ^erliche körperliche irgend welcher Art beschlossen wuchc, und Erklärte SM 9ff.r auch oft der große daß nach dm ihm bisher zur Kmntniß gekommenen'
33 för im ethischen und ästhetischen Zwecke der Iden Fall Peters betreffmden Thatsachm er aus den TTk ^rtUns^8^ru6t" ®ie süchtigen Leistungen I Aktenstücken die Ueberzeugung gewonnen habe daß es S SSW“ R-d-w-, P-t-t, gelingen werde, -tt"g^n ihn
unb Volksspiele verdimen bte größte Anerkennung,!erhobenen Beschuldigungen -lu^wider- - 4000 Lehrer und Lehrerinnen I l c g e n. Der Vorstand spricht die bestimmte Er- 3orbc™n8 der dienlichen Literatur I Wartung aus, daß im Interesse der kolonialen Sache eine kräftige Bewegung hervorgerufen. Möge sie Idle Reichsregierung das gegen Peters einaeleitete sich auf diesem Gebiete immer mehr ausbreitm. Disziplinarverfahren ohne Zögem beenden 9werde
Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
** ■*h »"b°» Zlluftrirtes Sonntaasblatt. te
Sprechstunden der «edaltu-n: 10—H Ubr V.-rmtttagS
* Berlin, 27. März. (Tagesbericht.) Aus Neapel wird gemeldet: Heute unternahmen die dmtschen Majestäten mit ihren beiden ältesten Söhnen unb dem Prinzen und der Prinzessin Heinrich von Preußm an Boid der Jacht „Hohenzollem" eme Rundfahrt durch den Golf von Neapel, au: ^lcher Puzzuoli, Bajä, sowie die Inseln Ischia und Prouda berührt wurden. Abends erfolgte dieHeim- kehr. Die Bevölkerung brachte auch hier den hohen Gastm vielfache Ovationen. — Der Reichskanzler Fürst Hohenlohe vollendet am 31. März sein 77. Lebensjahr. Am 2. April wird Herzog Georg von Sachsen-Meiningen, der zur Zeit in Italien verweilt, 70 Jahre alt. — 2)ie Meldung, Fürst Hohenlohe werde beim bevor- stehmdm Besuche des deutschen Kaisers in Wien dort ebmfalls anwesend fein, ist unbegründet. — Einer unserer erfolgreichsten und erfahrensten Afrikaner, der Kompagnieführer in der ostafrikanischen Schutztruppe Prinee, ist in Berlin eingettoffen. Hachttmanu Prince hat auch im Kolonialamt mehrere Vorschläge zu machen.
haste Gestalt weit eher für die eines Mädchens als I mit feinm meistens hell getünchten Läusen, »in.» v"h"ratb-ten Frau gehalten. Doch einj recht anheimelnd Ei^mck
Är “mI-hS l* n «-»IflMi gewachsener Mann, der ebm benutrat faote in /a0en üroße Gutshöfe, feeren rothe
lichem Ton! .Nun, mein braves Weib schon wieder Ingelbacher man schon von Weitem aus dem Grün fleißig?" öti6' Won to,ebtr her sie umgebenden Obstbäume schimmern sah. Auch
ei, , >bcs dahm war die Kunde von dem für beute in
ar u ^' ^h auch gar nicht von der I Aussicht stehend« Schauspiel schon gedrungen und
^bett ouf ei» etwa vierjähriges Mädchen, daS am Abend strömte Alles was lau?en ko?nte Alt bcs zetzt lustig und graziö« um die Frau herum- und Jung, Groß und Klein vom ^« ObLn^ fe d“ „**"? "T” bt“ «a-«d-°d !«■ Kinde ein« Augenblick lächelnd zu um sofott eifrig lbeide^Äa' ^ lebhafter Unterhaltung folgten die weiter zu nähen. ^«beiden Besitzer der eine hieß Fritz Wolfhardt, der
. PW1! 'TT T »tzückt an die Kleine wE. f *" ^9 B,tanantar btfrcunbet fi» ärmeB ln b!e| »Wird auch was Rechtes sein, was man da zu
?eis£Peon Siein btI ®rbe rustrebte, und Ischen bekommt, sieh' nur Fritz, wie sie Alle tauten*" rief freudig- »So, Madlon, so ist's recht, bald kannstIsagte ebm der Jüngere von Seife«, ein bübtoer .T tte Prachtmädel!" I kräftig gebauter, etwa fünfunfezwanzigjähriger Mmm' , Mutter hefttte einige Sekund« lang den I mit tteuherzig blickenden blauen Augen, die sofort Blick auf den herkulisch gebauten Mann, allerdings! für chn einnehmen mußten. Eine Fülle von Herzens- mtt emem^ vorwurfsvollen Ausdruck in den Augen I güte lag in dem Blick, die hellblond« Haare stempettm und er mußte wohl verstand« haben, was sie meinte, | ihn zu einer echt deutsch« Erscheinung.
Linnen s t5nt.c cä ?on fcincn| »Nun, ansehen kann man es auf jeden Fall,"
kto3 hte T too^ zu!meinte sein Begletter lächelnd. Diestr war ettoas
£?»ü Sf. XS.1? d-l »--- a-m-- «d «d« als fein 5ran», und mach« tnraft ist gering vei diesen schlecht« Zeiten." jettoo dreißig Jahre zählen.
näbte üe K' fe“Snb| $tr sinnlich große Marktplatz war bereits dicht
5 ThrS,, m.7 rr. ^^tdten Trikot, I gedrängt voll Mmschm, Kopf an Kopf standen die
bleich«! Nmgierigen, keiner wollte sich da» Kleinste des Wang«, ludeß der Gatte feine Vorbereitungen I seltsamen Schauspiels entgehen lass«.
m ... t | Die Vorstellung nahm ihr« Anfang, taut be-
,, ® 'TT , blertausend Einwohner! klatschte das Publikum die bechen Clowns, die am ’ e8 ®.ar Ct^- e^J.ieb ^ gelegenes Städtchen. I Boden, auf einem alten, abgmutztm Teppich allerlei Rings von einer Hugellette eingeschlossm, machte es! Kunststücke ausführtm, und glücklich schätzten sich
auf di- .Ob°-h-ssisch- rechtzeitig zu -en-u-ru, damit
kerne Störung rn der Anstellung des Blattes ««tritt Bei unfern hiesigen Lesern ist eine derartige Mastuahme nicht nothwendia denn wen« keine dirette Adbestellung erfolgt, wird die Zustellung des Blattes ohne Weiteres fortgesetzt. Abon7em«ttsprI Mr d!e Zett (StilMlhilft SSLZ t % Cr’ * but4 bic W 225 Mk. ^cl. Bestellgebühr. Probenummer« gratis und franco. Unsere
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ober deren Raum 10 Pfg°RZamm füt b® 8räe 86 W T0NNwg 49 MllrZ 10^0 Moste in Frankfntt a. M., Berlin, München u Köln; C. L. »
———------ " Daube u. (S,o. in Frankfurt a M., Berlin Hannover Pari,