Einzelbild herunterladen
 

MechMD MUU

IX

öchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Druck md »«tag: Poh. Au«. Koch, UuivttsttLtS-Buchdruckrrri in Marburg. Verantwortlich« Redakteur: Friedrich Colbatzky tu Marburg.

Stoxttüm und Expedition: Markt 21. wVlIlWWflX'WUll* Sprechstunden tat Redaktion: 1011 Ubr Vormittag»

M 70

Erscheint täglich ander an Werktagen nach Somi- und Feiertagen. Quartal-AbonnrmrntS-PrriS bei der Expe» bitten 2 ML, bei allen Postämtern 2 Mk. 2S Pfg. («xll. Bestellgeld). JnsertionSgebühr für die gespalten« Zeil« ober tarnt Raum 10 Pfg. Reklamen für bi« Zeil« 25 Pfg.

Marburg, Sonntag, 22. März 1896.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blatter, sowie die Aunoncm-Bnreaux von Haasenftein n Vogler in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wim; Rudolf Moste in Frankfurt a. M., Berlin, München u Köln; C. L. Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin Hannover Paris

XL!!. Jahrg.

(Nachdruck verboten.)

Porträts an- dem ersten deutschen Reichstage.

(Zur Erinnerung an den 21. März 1871.) Von Konrad Hübner.

Es war ein schmuckloses Heim, in das am Lenzcs- beginn des Jahres 1871 und des jungen deutschen Reichs die Vertreter des deutschen Volkes einzogen, so schmucklos, daß schon am 10. Dezember desselben Jahres die Konkurrenz für den Entwurf eines neuen Reichstagsgebäudes ausgeschrieben wurde. Und doch, so einfach das HauS auch war, so wurde cs von einer solchen Fülle hervorragender Persönlichkeiten belebt und geschmückt, daß es wohl stolzer sein dürfte, als der Prunkbau, der sich heute vor dem Branden­burger Thor erhebt. Noch befinden sich unter den Lebenden aus jener ersten und größten Zeit des deutschen Reichstages mehr hervorragende Persönlich­keiten, als daS gegenwärtige Parlament an bedeutenden Männern überhaupt aufzuweisen hat: der eiserne Kanzler, der vielgehaßte Minister Falk, dergeborene Präsident" Simson, der staatsmännische Bennigsen, der kompromißftohe Miquel, die beiden Währungs­gegner Kardorff und Bamberger, die, wenn das SprichwortSchweigen ist Gold, Reden ist Silber" eine Wahrheit wäre, beideSilbermänner" sein müßten, der trotz seiner Taubheit so schneidige Treitschke, der ernste Stauffenberg, der grimme Eugen Richter und seine beiden intimen Gegner Rickert und Hänel, der eleganteSozialaristokrat" Sonnemann, der leichtgläubige Herr Bebel und last not least Ernst Lieber, der Virtuose im Eiertanz, damals freilich noch bescheiden zurücktretend hinter den Größen der Partei. Schier endlos aber ist die Zahl Derer, die heute der grüne Rasen deckt, die aber damals rüstige Rufer im Streite waren, so endlos, daß wir nur Einige von ihnen als Blätter zu deni Erinnerungs­kranze fügen können, den wir dem ersten deutschen Parlamente widmen wollen.

An der Treppe, die von der Rednertribüne nach rechts hinabführt, steht ein schlanker, hochgewachsener Mann in einer einfachen Uniform. Die rechte Hand in den Waffenrock schiebend, lauscht er aufmerksam dem Redner. Der größte Stratege unseres Jahr­hunderts nimmt auch an den unblutigen Kämpfen im Parlament regen Antheil, wenn er auch freilich selten selbst das Wort ergreift. Wenn aber Graf Moltke einmal spricht, dann hört das muntere Gespräch zwischen den Abgeordneten X und 3) auf und der Abgeordnete Z. beschließt, den Brief an seine liebe Frau erst während der nächsten Rede zu beenden. Alles drängt zur Tribüne und lauscht den lichtvollen, knappen Worten des Generalfeldmarschalls, der nicht den Boden strengster Sachlichkeit verläßt,

(Nachdruck verboten.)

Die Salon-Fee.

Ibwe vo» 8L Rerdtz.

(Fortsetzung.)

Charlotte trug Hans seine Bücher in die Wohnstute, hi« fand sie Agnes vorverständigte mit wenigen Worten die über ihr Aussehen bestürzte Schwester und bann im Begriff, sich in des Vaters Zimmer zu begeben, trat ihr aus demselben Doktor Krouer entgegen.

Unser kühner Luftschiffer schläft," sagte er lckhelndich Fräulein Wildow" unter­brach er sich bestürztwas fehlt Ihnen?"

Es steht schlimm um Frau Gerty" versetzte fie müh'amich fürchte, str erlebt den Abend nicht."

Um Gotteswillen sollte wirklich das Ende f» bald schon kommen? Darf ich fie nicht »och einmal sehen?"

Charlotte nickte.Kommen Eie. Frau Gerty würde ja keine Aufregung mehr schaden."

Die Besinnung ist zwar zuiückgrkehrt," flüsterte Fra« Betsy, an allen Glieder» zitternd, de» Ein. tretende» unter bitterem Schluchzen zuaber str den Augen steht's: fie ststbt!"

Die große», weitgeöffneten Augen, in über- krdischem Glanze leuchtend, hastete« unverwandt an der Stubenthür, durch welche er kommen mußte

und der deßhalb zwar manchen politischen Gegner, aber keinen Feind hatte. Als Muster militärischer Pünktlichkeit erschien Graf Moltte kurz vor Beginn der Sitzung, schritt ernst und gemessen auf seinen Platz und hörte mit achtungsvoller, ruhiger Auf- merffamkeit auch die längsten Reden an, wenn er sich auch manchmal, wie er wohl gelegentlich cin- gestand, erheblich langweilte. Die cäsarische Ruhe, die den Feldherrn im Getümmel der Schlacht nie verließ, eignete ihm auch bei' den Redekämpfen im Parlament.

Da war Fürst Bismarck's getreuester Jugend- sreund, Moritz Karl Henning von Blancken- burg, wohl von leidenschaftlicherem Temperamente. Dem energischen scharfen Gesichte mit dem spitzge­haltenen Barte, den blitzenden Augen, den schnellen Bewegungen des kräftigen Körpers merkte man es wohl an, daß den Mann, der hoch in den Fünf­zigem stand, noch das Fmer der Jugend durchglühte. Der pommersche Landedelmann nahm kein Blatt vor den Mund und er sagte wohl auch einmal seinen Parteigenossm, den Konservativen, ein kräftiges Wort. So, als er davon sprach, daßdas preußische Königthum Verneinung des Junkerthums sei" und daß alle Feudalrechte beseitigt werden müßten. Aber wie seinen Parteifreunden gegenüber, so wollte er auch dem geliebten und bewunderten Jugendfreunde seine unabhängige Meinung nicht opfern, und deßhalb zog er sich schon im Jahre 1873 vom parlamentarischen Leben zurück, hochgeachtet auch von seinen Gegnem.

Hochgeachtet von den polittschcn Gegnern wurde auch Hermann von Mallinckrodt, der schnei­dige Centmmsführer, wenn er auch freilich wenig beliebt war. Dazu fehlte es ihm vor Allem an .jener persönlichen Liebenswürdigkeit imd Warmherzigkeit, die Blanckenburg auszcichnete. Selbst mit seinen Parteigenossen pflog der düstere Mann wenig Ver­kehr. Still brütend saß er da, um dann, wenn er das Wort ergriff, ruhig, sachlich, aber mit unver- sönlichem Haß gegen seine Widersacher zu Felde zu ziehen. Es war ein schier unheimliches Gefühl, sich als Mallinckrodt's Gegner in die Lage hinein zu versetzen, daß dieser Mann zur Verwirklichung seiner Ziele gelangen könnte. Erinnerte er doch mit seiner hohen, schlanken, hageren Figur, mit seinem finsteren Gesicht ein wenig an Herzog Alba.

Von Mallinckrodt stammt das Wort, Windt- horst sei diePerle", die die Fraktion erst in die richtige Fassung gebracht habe. Zwischen ihm und der Perle" bestand eigentlich ein immenser Gegensatz. Dem düsteren Mallinckrodt war es immer verzweifelt ernst mit dem, was er sagte, Windthorst war selig, wenn der Parlamentsbericht möglichst oftgroße Heiter­keit" bei seinen Reden verzeichnete. Diese Freude erlebte er sehr häufig, gleich bei seiner ersten Rede,

der theure Gatte, der Geliebte, Frau GertyS Trost und Licht in der dun'len Todesstunde.

Bei Charlottens und Kroner's Erscheinen lief über daS bleiche Gesicht ein Ausdruck frohen Er­kennens dann suchte ihr Blick den Kroner's ftagend, flehend! als wollte er sagen: Gedenke Deines Besprechens I

Der junge Manu beugte sich, in innerster Seele erschüttert, über die Kranke. Er verstand ihre stumme Bitte.

In meinem Herzen steht Alles mit Flammen­schrist vei^eichnet" sprach er tiefbewegtge­treulich will ich ihm berichten, will dem Ver­lassenen" feine Stimme schwankte stärkerein treuer Bruder fein."

Frau Gerty lächelte, in ihren Angen schimmerte eS feucht.

Dank!" hauchte der kleine blaffe Mund kaum vernehmbar; sie erhob ihre Hände, streckte die eine Kroner, die andere Charlotte entgegen. Einem ge­meinsamen Impulse folgend, neigten beide sich gleich- zestig, die Hand der sterbenden Freundin zu taffen, dabei berührte ihr lockiges Haar seine Etstn und sein Athem ftreifte ihr Antlitz.

Frau Gerry fühlte dar Zittern her beiden Hände, ihre Fing« umschtafle» fie fest, ihr Blick senkte sich durchbohrend in b'e bewegten Gesichtszüge der tief zu ihr herabgeneigten Häupter sie lächelte be­friedigt, und plötzlich bk Hand der ahnungslose» Charlotte str Me des jungen ManneS legend, flüsterte fie kaum hörbar:

die er im deutschen Reichstage am 31. März 1871 hielt, verzeichnete ein Parlamentsbericht siebenmal große Heiterkeit". Dabei waren seine Witze eigent­lich selten hervorragend, aber das Haus befand sich bereits in lachbereiter Stimmung, wenn die kleine Excellenz zu reden anfing. Bedeutender als sein Witz war eigentlich seine Fähigkeit, mit der lächeln­den Miene kindlicher Harmlosigkeit den Gegnern von rechts und links kleine, boshafte Stiche zu versetzen. Großen Styles waren seine Reden nie.

Das Centrum hat sich selbst Unrecht gethan, wenn es Windthorst als seinen bedeutendsten Mann pries. Sowohl Mallinckrodt, wie die beiden Brüder Peter und August Reichenspcrger waren ihm an Vornehmheit, tiefem sittlichen Ernst und geistiger Be­deutung überlegen. Besonders Peter, der jüngere der beiden Brüder Reichensperger, erfreute sich wegen seiner ehrlichen Ueberzengung, seines wirklichen Idealismus, seiner reinen Gesinnung großer Beliebt­heit. Wenn der schlanke, hochgewachsene Mann so dastand, mit kräftiger Stimme auf den Reichstag einsprach und lebhaft mit den Armen gestikulirte, so zweifelte Niemand daran, daß er glaubte, was er sagte. Und darum nahm man es dem beliebten Manne nicht Übel, als er in einer Debatte mit dem immer kühlen und ruhigen Präsidenten Simson einmal so erregt wurde, daß er das Tischbrettchen vor seinem Platze mit dem umherfuchtelnden Arm herunterschlug. Sein Bruder August spielte sich mehr auf das Staatsmännische hinaus. Harmonisch und glatt floß der Strom seiner Rede dahin, wohlklingend war die Stimme, Eleganz zeichnete seine Rede­wendungen ans, aber gerade die Gemeffenheit der Rede ermüdete den Hörer leicht.

Einer katholischen Gegend entstammend, aber ein eifriger Gegner des Centrums war der Graf B e t h u s y- Hue, der Begründer der Reichspartei. Es war ein hübscher, stattlicher Mann, dieser Führer der Frei­konservativen. Er sprach gern und mit Eifer, aber dem von einem feinen Schnurrbart überschatteten Munde entquoll im Strome der Rede manchmal eine Redewendung, die durch ein allzu kühnes Durch­einanderwerfen zwei« Bilder Heiterkeit erregte, so, als er denGeist der Zeit an der Stirnlocke" er­fassen wollte. Manchmal traf er aber auch mit seinen Worffpielen das Richtige, so, als er versicherte, der Unterschied zwischen ihm und den Fortschrittlern sei gar nicht so groß, jene deklinirtenFreiheit, Ein­heit, Macht", er deklinireMacht, Einheit, Freiheit".

Man kann sich kaum einen schärferen äußeren Gegensatz denken, als zwischen dem schlesischen Aristo­kraten und dem kleinen, unscheinbaren Eduard Lasker. Der berühmte Führer des linken Flügels der Nationalliberalen war von der Mutter Natur wenig begünstigt worden. Die ungeschickte Figur,

Lolo fein eigen glücklich glücklich l"

Noch ehe die jungen Leute die Bedeutung der Worte zu fassen vermochten, noch ehe Charlottens zuckende Finger sich denen Kroner's hastig entzogen ging eine wunderbare Wandlung In Frau Gertys Antlitz vor; der wehmüthig ergebungk volle Ausdruck wich einer seligen Verklärung, sich ohne Hilfe auf­richtend, erhob sie lauschend den Kopf «nd plötz­lich beide Arme sehnend ausbreitend brach e« wie ein jauchzender Laut über die berettr vom TodeS- engel geküßten Lippen:

James I"

Da sprang die Thür auf Herr North, ohne Hut, im Srbeitsanzuge mit geistetbleichem Angesicht, und Auge», in denen Verzweiflung glühlte, nichts sehend, nichts suchend als feine Gerty flog wie gejagt auf fie zu und fing die kraftlos Zurücksinkende fein Weib, fein Alles in seinen Armen auf.

Fast im selben Moment erschien der Arzt er sprach achselzuckend einige bedauernde Worte und ging fvieder fort hier war es vorbei mit aller menschlichen Kunst.

Auch die Uebrigen fühlend, daß der letzte Abschiedsschmerz jener beiden, die sich so unbeschreiblich geliebt, keiner Zeuge» bedürfe, verließen geräuschlos das Sterbezimmer. Doktor Kroner schritt hinauf in seine Wohnung, Charlotte blieb bei Frau Betsy zurück, der treuen Alten, die wie gebrochen auf ihren Knieen tag, mit ihr weinend um eine der holdesten Menschenblumen, die je auf der Erde geblüht.

das unschöne, gar zu ausgeprägt ausschauende Gesicht, der durchaus nicht dialektfreie Klang der Stimme, die hastigen, nervösen, ungraziösen Bewegungen präde- ftinirten ihn äußerlich nicht zum Parlamentsführer. Aber seine unantastbare Integrität, sein ungeheures Wissen, sein rastloser Arbeitseifer und seine innere Bescheidenheit ließen ihn die hervorragende Stellung im Parlament wohl verdienen. Wenn ein Gegner sprach, so rückte der kleine Mann unruhig auf seinem Platze, des Moments harrend, wo er das Wort würde ergreifen und mit seiner haarscharfen Logik und seinem Sarkasmus den Widersacher in die Enge treiben können. Er war einer der häufigsten und gefürdjtetften Redner in jener ersten Parlamentszeit.

Um so seltener sprach sein Freund und Gesinnungs­genosse Max von Forckenbeck. Nicht, daß es dem großen, behäbigen Manne an Begabung gefehlt hätte, aber feiner sachlichen, ruhigen Art entsprach das hitzige Redegefecht nicht. Wenn er aber einmal das Wort ergriff, so konnte er gewiß sein, Beachtung zu finden. Wie geschätzt er war, ergab sich schon daraus, daß er am Beginn der nächsten Session für würdig erachtet wurde, an Simson's Stelle das Prä­sidium des Reichstages zu übernehmen.

Eine leidenschaftlichere, heißblütigere Natur als Forckenbeck war der wackere V ö l ck. Eines einfachen Bauern Sohn war er, und feine ländliche Herkunft drückte sich in seiner gedrungenen, breiten, stämmigen Figur, in seinem vollen, frischen, von einem dichten Wald von Haaren und einem lockigen Vollbart um­rahmten Gesicht deutlich genug aus. Die schweren materiellen Sorgen, durch b'e er sich hatte hindurch­arbeiten müssen, hatten seinem Humor und seiner Lebensfteude keinen Abbruch gethan, kräftig klang seine Bede in der gemüthlichen bajuvarischen Mund­art, und oft sand er den Weg zum Herzen der Hörer, wenn er in warmen Worten an ihre deutsche Vaterlandsliebe appellirte. Er war es, der kurz vor der Begründung des Reiches im Zollparlamente froh- bewegten Herzens ausgerufen hatte:Es ist wieder Frühling geworden in Deutschland."

Ja es war Frühling geworden in Deutschland und die milde Lenzesluft hatte auf dem jungen Boden des neugeeinten Reiches eine reiche Fülle großer Talente aufsprießen lassen, die sich in der Volksvertretung zur Arbeit zusammen fanden. Wie viele hervorragenden Männer müßten wir noch in dieser Bettachtung aufnehmen, den gelehrten Gneist, den partikulariftischen Freiherrn v. Frankenstein, den melancholisch-pathetischen Löwe-Kalbe, den Hünen Hoverbeck, den alten Schulze-Delitzsch und noch so viele Andere, aber ich fürchte, es möchte einen schier zu großen Neid erwecken, daß wir so gar verarmt sind. Wann wird eine neue Blüthezeit des deutschen Parlaments kommen?

Was James Nord seinem Liebling zugeflüstert in dieser Stunde, ob Gerty seine Worte gehört, ihm gehäuft, ihn getröstet, wie er gelitten, als er die zarte, in seinen Armen ruhende Gestalt allmählig erkalten fühlte seinen ersten wilden Schmerzensausbruch, nachdem er den letzten brechenden Blick aufgefangen, den letzten Seufzer von ihren, im Tode noch selig lächelnden Lippen geküßt, hat nur Gott gehört und gesehen.

Der warme Frühlüigswind strich sanft klagend durch die Zweige und schüttelte über die Gartenbeete ein Meer von Blüthenflocken, führte auf feinen luifigen Schwingen einzelne durch die offenstehenden Fenster in Gertys Schlafgemach; in dem Flieder­gebüsch flötete eine Nachtigall in langgezogenen Tönen ihre schmelzend süße Liebesklage im selben Augen­blick, als drinnen dar junge Herz, dessen ganzes Dasein Liebe für immer stille stand.

21.

Kein blurnengeschmückter Grabhügel deckte Fran Gertys irdische Hülle. Herr North hatte die Leiche nach Gotha begleitet und der Feuerbestattung solche hatte Gerty gewünscht beigewohnt. Nach seiner Rückkehr in die gewohnten Verhältnisse mochte dieser und jener oberflächliche Beobachter sich wunder», wie scheinbar gleichmüthig Herr North den Verlust der Gattin, die er doch sehr geliebt, ertrug. Nie sprach fein Mund ein Wort der Klage, in seinem Wesen deutete nichts auf leidenschaftliche Schmerzens- cmsbrüche hin nur noch verschlossener als früher