öchentlichc Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham.
mb Serfog ^^ktton^u^ Errebition-' Marti ^bruc?nti Jllnstrirtes Sonntagsblatt.
Verautwortlichn Redakteur: Friedrich Tolbatzky in Marburg. Svrecbstunben der Redaktion: 10—li Uvr BorurMagS
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Marburg,
Mittwoch, 18 'März 1896.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses BlaüeS. sowie bU Annoncrn-Burraux von Haasenftrin u Vogler in Frankfurt a. M., Lasiel, Magdeburg und Wien; Rudolf Moste in Frankfnrt a. M., Berlin, München u. Köln; E. L. Daube u. Co. in Frankfurt a. M.. Berlin Hannover Paris
XXXI. Jahrg.
Erstes Blatt.
Gerichtsassessoren.
* Der dem preußischen Landtage vorgelegte Gesetz- mtwurf über die Regelung der Richtergehälter nach dem Dienstaltersklassensystem enthält eine Bestimmung, die wohl von unseren jungen Juristen nicht mit besonderer Freude begrüßt werden wird. Dieselbe besagt nämlich, daß die Justizverwaltung sich tzorbehält, sich unter den jungen Juristen, welche die große Staatsprüfung bestanden haben, ihre Kandidaten für die richterlichen Aemter auszusuchen, während die übrigen einfach mit dem Titel „Assessor" abgefunden werden sollen. Bisher hatte bekanntlich jeder Assessor Anspruch auf die Ernennung zum Richter, während nunmehr die Ernennung in das, Belieben der Justizbehörde gestellt werden soll. Oder um weiter den jetzigen Zustand zu charakterisiren, so ist dieses der, daß aus der Zahl der Assessoren zunächst die verschiedenen Verwaltungen, die allgemeine Landesverwaltung, die Eisenbahn-, Steuer-, Post- und Militärverwaltung, die landwirthschaftliche Verwaltung usw. sich ihren Bedarf an juristisch vorgebildeten Beamten auswählen. Dann scheiden diejenigen aus, welche sich der Rechtsanwaltschaft oder dem Erwerbsleben widmen wollen. Von dem, was nach dieser hoppelten Auslese als Restbestand an Assessoren verbleibt, rücken die Assessoren lediglich nach dem Dienst- alter ohne jede Prüfung ihrer sonstigen Qualifikation in die etatsmäßigen Stellen an den Gerichten und in der Staatsanwaltschaft ein. Es kann dabei nicht fehlen, daß neben tüchtigen Kräften, welche weder in den Verwaltungsdienst, noch zur Rechtsanwaltschaft überzutreten geneigt sind, sondem Beruf zum Justizdienste in sich fühlen, auch eine ganze Reihe von Personen namentlich in Richterämter gelangt, welche rrotz der formalen, durch das Bestehen der Staats- prüfting erworbenen Qualifikation sich in der einen oder anderen Hinsicht für das Richteramt durchaus nicht eignen. Wurden nun auch solche Gerichtsassessoren bisher bei der Anstellung zuweilen zurückgesetzt, bis sie durch praktische Thätigkeit jene Mängel überwunden hatten, stellte man sie, selbst wenn letzteres nicht eintrat, schließlich in der Regel doch an.
Würde dieser ganze Modus bcibehalten, so ließe sich das Dienstaltersstufensystem, dessen Vorzüge unbestritten sind, nicht durchführen. Auch noch andere Momente lassen die Auswahl geeigneter Bewerber
(Nachdruck verboten.)
Die Salon-Fee.
Roman von A. Marby.
(Fortsetzung.)
Kroner las, las wieder und wieder unter den widerftreitendsten Gefühlen. Er wurde sich nicht klar, ob Schmerz, Zorn, Bitterkeit, Mitleid oder Haß gegen Benno Hartmann, dem er seine Freundschaft, seine Bruderliebe geschenkt — die vorwiegendste Empfindung in ihm waren. Aber durfte er verdammen, er? Und dann — da stand es ja schwarz auf weiß: Dora hatte ihn nie geliebt! War's da zu verwundern, daß ihr schwaches leidenschaftliches Herz dem betörenden Zauber von Hartmann's gefährlicher Schönheit, der schon viele und stärkere Frauenherzen berau cht — zum Opfer fiel!
Allmählig rang in Kroner der erlösende Gedanke sich durch: Du bist frei! frei durch die brennende Sehnsucht der beiden Anderen, sich anzugehören. Handelten sie nicht ehrlicher, wie er, obgleich der Egoismus die Triebfeder ihrer Liebe war? Hatte d e schimmernde Rosenfessel ihn denn minder schwer gedrückt? Und nun sie abfiel, ohne daß ihn ein Vorwurf traf, hätte er in seinem beleidigten Stolze den Urhebern zürnen, statt freudig verzeihen sollen? Keinen Groll — Dank, Dank schuldete er jenen.
Doktor Kroner erhob sich, trat dicht heran an den Obersteuercontroleur, der noch immer regungslos, wie ein Steinbild, am Fenster lehnte, und legte seine Hand auf seinen Arm.
Hartmann zuckte unter der Berührung heftig zusammen und wandte sich mit einem Ruck.
Hoch aufgerichtet, die Augen fest in einander
zweckniäßig erscheinen. Die nächste Folge wird die sein, daß die Justizcarriere weniger häufig eingeschlagen wird, und dies würde nur für die Kollegien- geldcr der Professoren unerwünscht, sonst aber nur sehr nützlich sein, denn dadurch würde die Ueberzahl der Gerichtsassessoren, die zu einem schweren Miß- stande für die Justizverwaltung geworden ist, bald auf die richtige Höhe gebracht werden. Dann aber wird vor Allem durch die Ausscheidung minder- werthiger Elemente eine größere Gewähr für die sachgemäße Handhabung des Richteramtes geboten. Die Neberfüllung der akademischen Karrieren mit Elementen, welche vielfach dazu nichts weniger als den Beni" haben, ist wirklich ein schwerer Krebsschaden der Zeit. Läßt sich ihm wenigstens auf dem Gebiete des Rechtsstudiums steuern und erreichen, daß die dafür minder geeigneten Elemente sich anderen Berufen, namentlich auch im Erwerbsleben, zuwenden, so wäre dies eine Nebenftucht der Vorschrift von nicht zu unterschätzender Bedeutung.
Es ist hier nicht der Ort, zn untersuchen, ob das Ansehen der Rechtspflege und die Autorität der Gerichte in der letzten Zeit die vielfach behauptete Verminderung in der That erfahren haben; zweifellos aber sind manche der dahin gehenden Behauptungen gerade durch einzelne, unberechfigter Weise verallgemeinerte Fälle hervorgerufen, in denen Ungeschicktheit, Taktlosigkeit und mangelnde Reife der Erfahrung bei Richtern zu Entscheidungen, welche dem öffentlichen Rechtsgefühl nicht entsprachen oder zu ungerecht- fertig! er Belästigung der Rechffuchendcn geführt haben. Und darum wird eine Fernhaltung der zur Ausübung des Richteramts ungeeigneten Persönlichkeiten von diesem Amte das Wesentlichste, wenn nicht das einzige Mittel sein, solche begründete Beschwerden zu verhüten und die Leistungen und damit das Ansehen der Gerichte auf der Höhe zu erhalten, welche der preußischen Ueberlieferung entsprechen.
Deutsches Reich.
* Berlin, 16. März. (Tagesbericht.) Die Kaiserlichen Majest ät en wohnten gestern dem Gottesdienst bei. Heute hörte der Monarch verschiedene Vorträge. Nachmittags 2 M4 Uhr fuhr Allerhöchst- derselbe in Abwesenheit des Reichskanzlers bei dem Reichskanzlerpalais vor und begab sich von dort in das Reichstagsgebäude, wo der Reichskanzler einem Ministcr- rathe vorsaß. Vor der Abfahrt von dem Reichstagsgebäude hatte der Kaiser eine längere Unterredung mit dem Reichskanzler und verließ das Reichstags-
wurzelnd, standen sekundenlang beide sich gegenüber, ohne daß ein Laut über ihre Lippen kam.
Endlich brach der Obersteuercontroleur das Schweigen.
„Du kennst jetzt die Ursache meines Hierseins?" fragte er mit gewaltig beherrschter Stimme.
„Ich glaube sie zu ahnen."
»So" — finstere Entschlossenheit blitzte in Hartmann's Augen auf — „können wir es kurz machen, Du, als der beleidigte Theil, hast die Wahl, ob Degen oder Pistole!"
Kroner's Gesichiszüge blieben unbewegt, seine großen, geistvollen Augen ruhten noch durchdringend :rft auf d.m Freunde.
„Gestatte mir eine Gegenfrage," antwortete er ruhig. „Liebst Du" — den Namen auszusprechen, wurde ihm jedoch schwer — „Dora?"
«Diese Frage —!" brauste Hartmann auf.
„Erlaube, daß ich ausspreche" — unterbrach ihn Kroner mit imponirender Ruhe. „Wenn ich frage, ob Du Fräulein Herbst liebst, so meine ich damit, ob sie Dir höher gilt, Dir theurer ist, als alle die, welche Dir — verzeih! — vor ihr werth gewesen, und ob Tu in innerster Se-le überzeugt bist, mit ihr des Lebens größtes Glück zu finden?'
„Ja, tausendmal ja!" rief der Obersteuercontroleur im Tone wahrer Ueberzeugung. „Du siehst, ich bin bereit, für meine Liebe zu sterben, — verlangst Du einen noch stärkeren Beweis?"
„Vielleicht! Was frommt ihr — was mir Dein Tod? Oder umgekehrt: wenn Deine Kugel mich trifft, glaubst Du Deiner Geliebten ein ruhiges Glück zu sichern mit Deiner durch Freundesblut besudelten Hand?"
„Heißt das" — in Hartmann's dunkelen Augen
gebäude um 4t/2 Uhr. — Kaiserin Friedrich wird am 1. April Berlin verlassen und sich zunächst auf drei Wochen nach Rumpenheim begeben. Von dort geht die Reise über Italien nach Athen, wo ihre Tochter/ die Kronprinzessin, einem fteudigen Ereignisse entgegensieht. — Dem Herzog von Sagan hat der Kaiser zum 86. Geburtstage durch Uebersendung eines Geschenkes eine große Freude bereitet. Das Geschenk besteht in dem, von einem kostbaren Rahmen umschlossenen, vom Kaiser entworfenen Bilde: „Völker Europas, wahret eure heiligsten Güter." — Der bekannte Dichter Kammergerichtsrath Ernst Wichert hat, da er das 65. Lebensjahr vollendet hat, seine Pensionirung auf den 1. April nachgesucht, um sich fortan ganz der literarischen Thäfigkeit zu widmen.
* (fr. Karl Peters.) Infolge der gegen ihn im Reichstage erhobenen Anschuldigungen hat l»r. Karl Peters zu seiner Rechtfertigung beim Reichskanzler die Einleitung eines Disziplinar- strafverfahrens gegen sich beantragt und bis zur Entscheidung desselben den Vorsitz in der Ab- theilung Berlin der Deutschen Kolonialgesellschaft dem ersten stellvertretenden Vorsitzenden, Herr Karl von der Heydt übergeben. — Der Vorstand der Berliner Abtheilung der Kolonialgesellschaft hatte nämlich folgende Resolution gefaßt: „Die Abtheilung erwartet, daß Dr. Peters sich von den gegen ihn erhobenen schweren Beschuldigungen reinigt; denn es ist selbstverständlich, daß nur ein intakter Charakter an der Spitze einer so großen Kolonialabtheilung und der Kolonialbewegung stehen kann." .
* (Gesetzentwurf betr. unlauteren Wettbewerb.) Zur zweiten Berathung des Gesetzentwurfs gegen unlauteren Wettbewerb beantragt Abg. Bass ermann (ntl.) im Reichstage, dem § 9 einen weiteren Absatz beizufügen; Wer einen Angestellten, Arbeiter oder Lehrling zur unbefugten Mittheilung von Geschäfts- oder Betriebsgeheimnissen besttmmt hat, haftet auch für die durch diese unbefugte Mittheilung verwirkte Verttagsstrafe als Gesammffchuldner.
* (Reichstag.) Im Reichstage gelangten heute endlich die Ausgaben für die Kolonialabtheilung und für die Schutzgebiete Ostafrika und Kamerun zur Erledigung. An inr Peters-Debatte beteiligten sich heute noch die Abg. Wcrner, v. Manteuffel, v. Kardorff, Prinz Radziwill und Graf Limburg; Richter und Bebel wiederholten ihre schon einmal gehaltenen Reden. (Berg!. Bericht unter Parlamentarisches. D. Red.)
lammte es düster auf — „Du lehnst die gebotene Sühne ab?"
„In der von Dir gewünschten Art — ja!" ver- etzte Doktor Kroner fest. „Ich hoffe" — fuhr er :asch, jedes Wort scharf betonend, fort — „Du ’ennft mich genugsam, um zu wissen, daß nicht feige Todesfurcht" — es zuckte stolz um feine Mundwinkel — „meinen Entschluß bestimmt — das Leben dürfte Dir gegenwärtig begehrenswerther dünken, als mir! — aber auch mir erscheint es immer noch zu werthvoll, um es gleichsam selbstmörderisch hinzugeben, — und bann — kenne ich eine noch höhere Sühne, als den Tod, oder ein durch bittere Reue getrübtes Dasein —"
„Mache ein Ende, nenne fiel“ drängte Hartmann, als Kroner inne hielt.
„Ein vorwurfsfreies Leben, Benno! Kann es :ür ein Vergehen eine bessere, schönere Sühne geben, als wenn wir unser Höchstes daran setzen, das uns theuerste Wesen so glücklich wie möglich zu machen? Bereite ihr — Dora — ein Eden in Deinem Herzen und Hause! — das, mein Freund, ist das Einzige, was ich von Dir als— Sühne verlange!"
In Hartmann's Gesichtszügen ging während der mit tiefer Empfindung gesprochenen Worte Kroner's eine auffallende Veränderung vor, der düstere Ernst wich einem ungläubig staunenden Ausdruck — hatte er richtig gehört? Zögernd, mit einem unsicher forschenden Blick in Kroner's Antlitz ergriff er die dargereichte Hand und sie heftig zwischen seine beiden Hände pressend, versetzte er in schwerem Tone:
„Hälft Du mich denn noch werth, diese Ehrenhand zu berühren? Albert, Tu nennst mich noch Freund! Tu stößest den Elenden, der Dich um Tein Lebensglück betrog, nicht entrüstet von Dir?
* (Gras Goluchowski im Pariser „Figaro".) Der Pariser „Figaro" erklärt seinen Lesern die Ziele der Reise des Grafen Goluchowski nach Berlin wie folgt: „Deutschland um jeden Preis wieder England nähern, an den Einfluß der alten Freunde des Fürsten Bismarck appelliren, das ist der doppelte Zweck der österreichisch-ungarischen Politik. Es ist die Wiederauferstehung des Bismarck'schen Systems, die man in einer für die Zukunft Europas entscheidenden Stunde plant." Der „Figaro" meint zum Schluß, nachdem er von der „Galvanifirung des tobten Körpers ber Tripelallianz" gesprochen: „Wir können um so freier biese kritischen Bemerkungen machen, als ber Erfolg bes Grafen Goluchowski unmöglich ist unb als, falls er dennoch konstatirt würde, das auf Rußland gestützte Frankreich sich darüber nicht zu erregen braucht. Wir glauben ganz auftichtig, daß Wilhelm II. selbst unserer Meinung ist und daß, wenn der österreichische Minister leicht die Zustimmung des Grafen Eulenburg, eines Revcnant der Bismarck'schen Politik, gewonnen hat, es mindestens zweifelhaft ist, daß es ihm gelungen sei, den Kaiser zu überreden oder zu verführen. (!)" Auf alle die Ergüsse, welche Wiener und Pester Blätter an die Begegnung des Kaisers Franz Joseph mit dem Präsidenten Faure geknüpft haben, ist dies allerdings eine ziemlich unhöfliche Antwort. Für uns Deutsche intereffirt daran nur die Furcht des Boulevardblattes vor einer — Wiederauferstehung der Bismarck'schen Politik.
* (Koloniales.) Die Errichtung einer Landes- hauptmcumschast am Tanganika stcht nahe bevor, als Ort ber Niederlassung dürfte Udjidji ausersehen sein, obwohl die letzten Nachrichten, welche von dort kommen, nicht sehr günstig lauten. Der See tritt immer weiter zurück, und die Stadt macht den Eindruck des Verfalls. Von zweitausend Gebäuden liegt die Hälfte in Ruinen. Die Verhältnisse, welche infolge der Niederlagen der Araber im Congostaat sich so verschlechtert haben, werden sich unter einer geordneten deutschen Verwaltung sicher wieder bessern, obwohl es mit dem Sklavenhandel vorbei ist.
Parlamentarisches.
Deutscher Reichstag.
* Berlin, 16 März. (61. Sitzung.) Der Reichstag setzte heute die zweite Berothung de» Kolonialetats fort- Abg. Werner (Antis) sprach seine Veiurlheilung de» Verhaltens des Dr. PeterS aus Leute, wie Wehlau. Leist und PeterS brächten uns in unseren kolonialen Erfolgen
Vielleicht bereust Du morgen schon, die Genngthuung, welche ich Dir biete, zurückgewiesen zu haben?"
„Vergiß nicht, daß ich Dir eine Bedingung gestellt," sagte Doktor Kroner mit nachdrücklichem Ernst. „Sie ist nicht leicht —"
»Nicht leicht?" fiel Hartmann tiefathmend ein, während blitzartig ein Helles Lächeln über sein Antlitz flog, — „nicht leicht, was meiner Seele heißester Wunsch? Albert, ich wollte kein Wort zn meiner Rechtfertigung verlauten lassen, doch jetzt, wo Du selbst die verzeihende Hand reichst, muß ich Dir bekennen, daß ich sie geliebt von der ersten Stunde an, da ich sie gesehen. Ich weiß nicht," fuhr er lebhafter fort, „ob Du Aehnliches je empfunden, wie in Wahrheit die Liebe ein heiliger Götterftrahl, der in die Seele schlägt und trifft unb zündet. Als ich Dora zum ersten Male erblickte,
hab' ich es erfahren — mein Geschick war besiegelt.
Als Deine Braut war Dora mir heilig! Ich habe
gelitten und gekämpft, um so schwerer als" —
Hartmann's- Stimme klang jetzt leidenschaftlich bewegt — „als ich in letzter Zeit zu bemerken glaubte, daß mein jedesmaliges Erscheinen in ihrem Antlitz, ihrem Wesen eine befremdende Veränderung hervorrief. Wie dies nicht mir allein, sondem auch diesem und jenem in der Gesellschaft bereits auffiel, hast Du durch die anonymen nichtswürdigen Verläumdungen erfahren müssen. Ich konnte mich endlich nicht länger über Doras wahre Gefühle täuschen, aber aller Wonne, die ich dabei empfand, hielt der schmerzvolle Gedanke, daß ich nicht anders als auf den Trümmern Deiner schönsten Hoffnungen mein Lebensglück würde aufbauen können, das Gleichgewicht, Ich konnte es nicht ertragen, in Demen Augen als ehrvergessener Freund zu erscheinen, der mit diebischer List Dein Eigenthnm sich erschlichen." (Fortsetzung folgt.)