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öchentliche Beilagen: Kreisblatt
für die Kreise Marburg und Kirchhai».
Druck rmd Verlag: Ioh. Ang. Koch, UaiversttätS-Buchdruckerri in Marburg. Vrrautwortlichrr Redakteur: Friedrich Lolbatzky in Marburg.
Redaktion und Exredllion: Markt 21. Sprechstunden der Redaktion: 10—11 Uhr Vormittags
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Kirburg,
Sonntag, 15 März 1896
Anzeigen nimmt entgegen bte Expedttton diese» Blattes,
sowie di« Annoncrn-Burraur von Haasenstein u Vogler in
Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wim; Rudolf XXXI. Mra Masse in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; C. L. X> *1 n
Daube u. Co. in Frankfurt a M., Berlin Hannover Paris
Das Lehrerbesoldungs-Gesetz in der Kommission
** Die zur Berathung des Lehrerbesoldungs- Gesetzes eingesetzte Kommission hat die erste Lesung beendet und wird am Montag in die zweite eintreten. Ohne wesentliche Aenderung der Grundbestimmungen hat der Gesetzentwurf in der Kommission doch mancherlei 28eränberungen ’ zu Gunsten bei Lehrer erfahren.
Unveränbert ist ber Grundsatz geblieben, daß bezüglich des Grundgehaltes gesetzlich nur die Minimalgrenze festgelegt werden kann, bis zu welcher ausnahmsweise in besonders billigen Orten heruntergegangen werden darf. Diese untere Grenze war auf 900 Mk. für Lehrer und 700 Mk. für Lehrerinnen festgesetzt worden. Unverändert ist auch das Prinzip der Alterszulagen geblieben, in welche das Gesetz mit Recht den Schwerpunkt der Besoldungsftage legt; es sollen nun gleich hohe Zulagen in Zwischenräumen von je 3 Jahren gewährt werden, und zwar die ersten sieben Jahre nach dem Eintritt in den öffentlichen Schuldienst, so daß der Lehrer in der Regel mit 52 Jahren das Höchstgehalt erreichen wird. Für die einzelne Alterszulage ist ebenfalls nur die untere Grenze gesetzlich festgelegt; sie soll für Lehrer nicht unter 80, für Lehrerinnen nicht unter 60 Mk. betragen.
Der von den Lehrern heftig angefochtene § 7, welcher die Möglichkeit ber Versagung einer Alterszulage behanbelt, ist zwar nur unwesentlich abgeändert worden; es ist aber ausdrücklich klargestellt, daß eine Zurückziehung der bereits erreichten Alterszulagen nicht erfolgen darf, sondern nur eine Vorenthaltung der noch nicht erreichten Stufen; auch diese nur bei unbefriedigender Führung, mit Genehmigung der Bezirksregierung, unter Ertheilung eines begründeten Bescheides, gegen den sich der Lehrer beim Unterrichtsminister beschweren kann. Nimmt man noch hinzu, daß von dieser Befugniß erst zweimal überhaupt Gebrauch gemacht worden ist, und daß alle unmittelbaren Staatsbeamten, mit Ausnahme der Richter, ebenso gestellt sind, so wird die Lehrerschaft ihren Widerspruch gegen diese Bestimmung wohl kaum mit Erfolg aufrecht erhalten können.
Nicht geglückt ist es der Kommission, für die Fälle der Verbindung eines Kirchenamts mit dem Schulamte die richtige Formel zu finden, nach welcher die Erhöhung des Grundgehalts sich regeln soll. Alle hierzu gestellten Anttäge, und ebenso auch die Bestimmungen der Regierungsvorlage, wurden abgelehnt,
(Nachdruck verboten.)
Die Salon-Fee.
Roman von 8. Marby.
(Fortsetzung.)
Noch war fein Jahr verflossen, als Dora mit kaum geringerer Leidenschaft wie heute ihre Liebe vertheidigte — nur daß der Name des Geliebten ein anderer war — und des Vaters Einwilligung zu dem bereits vollzogenen Verlöbniß mit Doktor Kroner erflehte. Er gab sie nicht leichten Herzens, ihm hatte immer eine glänzende Parthie für sein schönes, einziges Kind vorgeschwebt, doch der Wunsch, cs glücklich zu sehen, überwog alle Bedenken, und je bester er Kroner's vortreffliche Charaktereigenschaften kennen und schätzen lernte, desto vollständiger söhnte er sich ans mit Doras Wahl, ja, die überraschenden Erfolge deS künftigen Schwiegersohnes in seiner akademischen Lehrthättgkeit, mit der jetzt gewißen Aussicht auf eine glänzende Lausbahn gewährten ihm eine stolze Beftiedigung. Und kein Zweifel an DoraS vollkommenem Glück war in ihm auf« gestiegen, er hatte sie von gleicher Sehnsucht, wie ihren Bräutigam, nach ihrer baldigen Bereinigung erfüllt geglaubt, und nun kommt sie und sagt: »Meine Liebe war ein Jrrthum — ich habe mein Herz erst jetzt erkannt — es gehört einem Anderen!" Und dies, statt den Hochzeitstag festzusetzen, soll er Kroner schreiben, soll ihm den bindenden Goldreif zurückschicken, das stolze Selbstgefühl eines Ehrenmannes an seiner empfindlichsten Stelle verletzen! Alles in ihm empört sich gegen ein solches Ansinnen.
Frau Steuerrath Herbst, welche diese Stunde ahnend vorausgesehcn, wurde durch Doras Bekenntniß
sodaß eine Lücke in den Gesetzentwurf gerissen ist, welche der sachmäßigen Ausfüllung bei der zweiten Lesung harrt.
Bezüglich der Lehrer - Dienstwohnungen ist die Kommission bestrebt gewesen, für die Berücksichtigung ber lokal verschiedenen Bedürfnisse möglichst weiten Spielraum zu schaffen. Endlich fand auch noch der Wunsch ber Lehrer Erfüllung, daß ihnen für Reisen zu amtlichen Konferenzen eine angemessene Vergütung aus ber Staatskasse gezahlt werben soll.
Am meisten umstritten war § 25 ber Vorlage, ber von ben Leistungen des Staates zum Diensteinkommen ber Lehrer handelt. Wenn auch die Kommission in ihrer großen Mehrheit anerkannte, daß der Standpunkt im wesentlichen richtig sei, so wurde anderseits doch geltend gemacht, daß es von den Bettoffenen als eine gewisse Härte empfunden werde, wenn ihnen die staatlichen Leistungen, die ihnen bisher auf Grund gesetzlicher Verpflichtung zn- geftanben waren, nunmehr wieder entzogen werden sollten, und es wurde der Wunsch laut, Mittel und Wege zu finden, um ans Gründen der Billigkeit leistungsschwachen Gemeinden einen gewissen Ausgleich für den erlittenen Ausfall zu gewähren. Tie Kommission hat infolge dessen den § 25 dahin abge- änbert, daß ein Staatsbeitrag auch denjenigen größern Städten bezahlt werden soll, die im letzten Jahre mehr als 50 Proz. Steuern für die Erhaltung ber öffentlichen Volksschule aufwenden unb im Ganzen mehr als 125 Proz. Kommunalsteuern erheben. Der staatliche Zuschuß barf hier aber bte Hälfte des Mehrbetrages nicht übersteigen. In ber zweiten Lesung soll biefe Fassung noch verbessert werben. Wenn sie bann nach jeder Richtung hin befriebigt, so scheint nach ber Erklärung bes Finanzministers alle Aussicht bazu vorhanden zu fein, daß sich auch die Regierung mit dieser Erweiterung des Gesetz-Entwurfes, wenn ste sich in angemessenen Grenzen bewegt, einverstanden erklärt.
Wie dieser Paragraph sich im Plenum gestalten wird, ist vorläufig noch nicht abzusehen; jedenfalls ist nach den Auslassungen freifinniger Blätter zu erwarten, daß die Vertreter der großen Städte im Herrenhause „die Frage voll und ganz aufnehmen" werden.
Deutsches Reich.
* Berlin, 13.März. (Tagesbericht.) Unser Kaiser besuchte gestern Abend das Schauspielhaus. Heute Vormittag unternahmen die Majestäten den
gewohnten gemeinsamen Spaziergang durch den Thiergarten. Auf dem Rückwege konserirte der Monarch mit dem Staatssekretär v. Marschall, empfing, nach dem Schlosse zurückgekehrt, den deutschen Botschafter in Wien, Grafen Philipp Eulenburg, und begab sich um 12 Uhr zur Vorführung technischer Versuche nach dem Kasernement des Garde-Pionierbataillons, woselbst der Kaiser bann auch im Kreise bes Offizierkorps bas Frühstück einnahm. Abenbs fanb in Gegenwart bes Kaisers als Protektors bes Orbens Sanctt Huberti vom Weißen Hirschen beim Fürsten Pleß als Großmeister des Orbens in besten Palais am Wilhelms- platz ein Ordenskapitel statt, zn dem zahlreiche fürstliche unb sonstige hohe Herren entboten waren. — Der österreichische Minister bes Auswärtigen Graf Goluchowski hat Berlin heute Nachmittag toieber verlassen unb sich über Dresden nach Wien zurückbegeben. Bis zum Anhalter Bahnhof gaben ihm außer Herrn v. Szögyenyi auch bie Botschafter Italiens unb Englands, Graf Lanza unb Sir Frank Lascelles, bas Geleite.
* (Kaiser Wilhelm unb Italien.) Die zahlreichen Beweise herzlicher Zuneigung, bie Kaiser Wilhelm bem König Humbert unb ber italienischen Nation in traurigen Tagen gegeben hat, betrachtet, schreibt bie „Opinione", Italien als eine neue Bekräftigung ber allgemein anerkannten Wahrheit, baß ein politisches Bündniß ein internationaler Vertrag ist, ber nicht nur ben Interessen ber Staaten, sondern auch ben Empfindungen der Völker entspricht.
* (Zuckersteuergesetz.) Wie der „H. C." hört, haben die ausschlaggebenden Parteien schon vor der heute Abend stattfindenden Sitzung der Kommission über das Zuckerstenergesetz ein Kompromiß dahin vereinbart, daß die Ausfuhrprämien auf 3 Mk., bie Verbrauchsabgabe auf 21 Mk. festgesetzt werben unb es bei bem Beschluß auf Ablehnung ber Betriebs- fteuer unb Erhöhung des Kontingents auf 17 Millionen Doppeleentner sein Bewenden haben soll.
* (Protest gegen bas Börsengesetz.) Die Hamburger Hanbelskammer wirb grob. Sn einer neuen Kundgebung gegen den Börsengesetzentwurf erklärt sie es als eine „Schmach", wenn dieser Entwurf zu Stande käme. Die Handelskammer, so bemerkt die „Krzztg.", irrt sich da einigermaßen. Als eine Schmach sind vielmehr die sattsam bekannten, auch an der Hamburger Börse borgefommenen Auswüchse von Spekulation und Spiel zu bezeichnen, welche schlietzlich zu einem Börsenreformgesetz drängten. Nicht beleidigen und nicht beeinttächtigen will die
Gesetzgebung den deutschen KanfmannSstanb, wie die Kammer annimmt, sondern reinigen und befreien will sie ihn von zweifelhaften Elementen und Praktiken, wie sie auf Grund schrankenloser Freiheit an den Börsen sich entwickeln konnten.
* (Reichstag.) Im Reichstage kam heute ber Kolonialetat zur Berathung. Das Hauptstück ber Debatte bildete bie Abschlachtung des br. Peters. Der Aog. Schall (beutschkons.) nannte nur kurz seinen Namen, Abg. Bebel (Sozialbemokrat) klagte ihn offen bes Mordes an; Ministerialdirektor Kayser vertheidigte ihn und Abg. Lieber (Centrum) vernriheilte ihn unter den Entrüstungsrufen der Linken und des Centrums, und das Alles, weil Dr. Peters für die Flottenvermehrnng eingetteten ist. Morgen wird die Debatte fortgesetzt. (Sergi. Bericht unter „ Parlamentarisches". D. Red.)
* (Abgeordnetenhaus.) Im preußischen Abgeordnetenhause kam heute u. A. die Interpellation des Abg. Ring (kons.), welche Maßnahmen die Regierung zu ergreifen beabsichtige, um den Seucheneinschleppungen vorzubeugen, zur Verhandlung. Der Lanbwirthschaftsminister legte ausführlich dar, was Seitens der Regierung schon geschehen fei. Es kann hierüber zu einer längeren Debatte, in welcher Seitens der meisten Redner energischere Maßnahmen gewünscht wurden. (Vergl. Bericht unter „Parlamentarisches". D. Red.)
* (Nationalliberales.) Inder national- liberalen Fraktion des Reichstags soll es, nach der „Frkf.Ztg.", zu ernsthaft.en Auseinandersetzungen wegen des Verhaltens ihrer Verireter in der Börsen-Kommisston gekommen sein. Die älteren Mitglieder der Fraktion verlangten eine Aenderung der bisherigan Beschlüsse bezüglich des Börsengesetzes, sind aber gegen eine Mehrheit von beinahe 40 Stimmen unterlegen.
* (Beschlagnahmt.) Die „rothe März- nummer" des „Sozialist", welche heute zur Ausgabe gelangen sollte, ist in aller Frühe in ihrer Ge- samintauflage von der politischen Polizei beschlagnahmt worden. Die Weisung an die Polizei zur Beschlagnahme soll noch in der Nacht vom Landgericht 1 ergangen fein, angeblich wegen Majestätsbeleidigung.
* (Transvaal.) In Transvaal macht sich neucrbings eine lebhafte Bewegung gegen die ein« wandernden Holländer kund, die auf alle Fälle sehr zu bedauern ist. Ihre Ursachen liegen mehr auf sozialem, als auf politischem Gebiete. Nach wie
kaum überrascht. Ihr fiel die schlierige Ausgabe zu, Vater und Kind zu versöhnen, d!e veränderten Verhältnisse in’§ hellste Licht zu setzen, den Gatten zu bestimmen, jenen — um des Glückes ihres einzigen Kindes willen — Rechnung zu tragen, ihn einer späteren Verbindung Doras und Benno Hartmann's geneigt zu machen.
Die kluge Frau kannte ihren Galten und wußte, »er erste Sturm wußte ungehemmt vorüber! raufen, )arum begnügte sie sich anfänglich, nur dann und wann ein besänftigendes Wort einfließen zu lassen, um im rechten Augenblick alle Schleusen ihrer Bereb- amkeit zu öffnen. Und wahrlich! die weltgewandte, chöne Frau, inspirirt von Mutterliebe, überschätzte hre Macht über den Gatten nicht. Als sie sah, wie er Dora sanft emporhob, der nun still an seinem Herzen Weinenden beruhigend zusprach, ihr das wirre, blonde Gelock liebkosend aus der Stirn strich, dann den kleinen Kopf zwischen seine beiden Hände nahm und einen Kuß auf den blassen, zuckenden Mund drückte — da wußte Frau Steuerrath Herbst: ber Sieg war errangen.
18.
„Morjen, Herr Doktor, Morgen!"
„Guten Morgen, Herr Wachtmeister! Da« ist ja ein Schneetreiben," Doktor Kroner war mit des Wachtmeisters Hilfe bemüht, die weißen Flocken von Hut und Ueberzieher abzuschütteln — „wie der ganze Winter keins gebracht."
„Sind Bncfe für mich eingelaufen?" unterbrach Kroner hastig.
„Briefe nicht, Herr Doktor — 'n Besuch von auswärts — 'n schöner, junger Herr, war schon zweimal hier, scheint große Sehnsucht nach Herrn Doktor zu empfinden."
„Hat der Herr keine Karte zurückgelassen?"
„Nein, Herr Doktor! Ich nahm mir die Freiheit, den Herrn um seinen Namen zu bitten, fragte auch erjebenft, ob er ’ne besondere Bestellung an Herrn Doktor habe, er jab mich weder auf dies noch das Antwort, erkundigte sich, wann er Herr Doktor bestimmt zu Hause antrifft, und sagte: er werde punkte Zwei wiederkommen. Das ist meine janze Wissenschaft, Herr Doktor."
„Nun, bann muß das Räthsel sich ja bald lösen, es fehlen nur noch wenige Minuten an zwei Uhr."
Doktor Kroner nickte dem Wachtmeister freundlich zu, da, als er den Fuß auf die erste Treppenstufe etzte, ging die Hausthür; zurückblickend gewahrte er den Briefträger.
„Herrn Universität-Dozenten Doktor Kroner."
„Schönsten, Herr Nachbar, kann jleich an die richchze Adr.sie befördert werden!" Mit diesen Worten nahm der Wachtmeister das Schreiben entgegen unb baffelbe Kroner überreichend, fügte er in einer jovialen Weise hinzu; „Na, ba kam ber jute Stephansjünger ja jrabe wie jeiufen!"
„In ber That! Danke, lieber Wachtmeister!"
Ein Blick genügte Kroner, des Steuerraths Hanbschrist zu erkennen. Bei bessen Abneigung gegen alle Privat-Korrespondenz — bie Besorgung berselben iel meistens seiner Gattin zu — mußte eine Sache von besonderer Wichtigkeit ihn veranlassen, an Kroner zu schreiben. Der letztere glaubte allerdings bie Ursache unb ben Inhalt zu errat!)en; Dora, ber er überlassen, ob sie über bie anonymen Zuschriften ben Eltern Mittheilung machen wolle, ober nicht, hatte, aus's Höchste entrüstet, wahrscheinlich bas erstere getijan, unb bannt bem Papa bie Feder in die Hand gezwungen.
Trotzdem fühlte Kroner sich von unbestimmter Unruhe ergriffen — hätte er am Ende nicht doch besser gethan, die boshaften Angriffe gegen Doras Ehre zu verschweigen?
lieber diese Gedanken vergaß Doktor Kroner den angekündigten Besuch. In beschleunigter Eile die beiden hohen Treppen ersteigend, langte er beinahe athemlos in seiner Wohnung an, entledigte sich rasch seines nassen Ueberziehers und war nun im Begriff, den Briefumschlag zu lösen, als ein energisches Klingeln ihn störte. Er öffnete bie Thür, ben Brief in ber Haub haltend.
„Hartmann!"
„Deine überraschten Mienen sagen mir, daß ich Dir unerwartet komme?" fragte ber Ober - Steuer- conttoleur, langsam ein paar Schritte bortretenb. „Du hattest also keine Ahnung, baß ich —?"
„Mein zu erwartender Besuch sein könnte?" ergänzte Kroner, als Hartmann zögernb inne hielt. „Doch, aufrichtig geftanben, dachte ich im ersten Momente an Dich, allein des guten Wachtmeisters Beschreibung Deiner äußeren Person machte mich wieder zweifeln. Aber nun" — fuhr Kroner in feiner gewinnenden Weise fort — „lei mir herzlich willkommen, Benno! Verzeih, wenn ich einen Augenblick befremdet erschien! Es ist doch merkwürdig, Dein unvermutheter Eintritt bei mir scheint immer von elementaren Absonderlichkeiten begleitet zu sein, damals in Grünau — erinnerst Tu Dich? — von einem orkanartigen Gewitter — heute einem gleichen Schneesturme! Doch komm, mache Dir's bequem und laß mich hören, welche wichtige Angelegenheit Dich unverhofft in die Residenz führt."
Doktor Kroner hatte nicht ohne eine gewisse Uebertoinbung so wortreich ben Freunb begrüßt, er versuchte habet ber Beklommenheit Herr zu werben.