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kranz nieder, der mit Veilchen ringsum durchflochten war und oben ein Diadem aus weißen Rosen trug. Später erschien die Kaiserin Friedrich mit ihrer Tochter, der Prinzessin Margarethe und deren Gemahl, dem Prinzen Friedrich Karl von Hessen. Außerdem waren mehrere Abordnungen von Offizieren der einstigen Leibregimenter Kaiser Wilhelms J. erschienen, um Kränze am Sarge des Verblichenen niederzulegen. Mittags wurde zum Andenken die große Glocke der Kaiser Wilhelm-Gedächtnißkirche geläutet. An den Herbstmanövern des 2. bayerischen Armeekorps,

langsamen Fortgang der zweiten Lesung der Gewerbe­novelle. Die zweite Lesung des Etats, die ursprünglich sür den verflossenen Montag in Aussicht genommen war, dürfte kaum vor Donnerstag auf die Tages­ordnung gesetzt werden können. Will der Reichstag, wie beabfichttgt, in der vierten Märzwoche in die Ferien gehen, so bleiben für die Erledigung des Etats ihm nur noch zwei Wochen. Innerhalb dieses Zeittaums müssen die Etats der Marineverwaltung, der Kolonien, der Zölle, Verbrauchssteuern und Aversen in der zweiten und der ganze Etat dann in dritter Lesung angenommen werden. Heute brachte der Reichstag die Artikel 3 und 4 der Novelle zur Gewerbeordnung, in welchen es sich um die Konsum­vereine, den Handel mit Droguen und den Klein­handel mit Bier handelt, zum Abschluß. Der west­gehende Anttag Schädler wegen des Bierhandels wurde abgelehnt, Artikel 4 selbst mit 137 gegen S)8 an9eiwmmeiL (Vergl. Reichstagsbericht.

(Ein eigenthümlicher Freund der Landwirthschäft) ist der Abg. Casselmann, der freisinnige Vertreter des Wahlkreises Eisenach-Derm­bach. Er hat neulich in der Margarine-Kommission allen Ernstes die Behauptung verfochten, es ginge der Landwirthschaft augenblicklich außerordentlich gut! Die Bauern hätten viel größere Einnahmen wie früher und ihre Klagen seien nichts als Mache. Wir glauben, die Bauern des Eisenacher Wahlkreises werden sich das für die nächste Wahl merken.

(EnglischeKlugheit".) Wunderbare Ausdrücke bringen die englischen Zeitungen über die Lage in Europa, wie sie durch die Nieder­lage der Italiener in Abessinien geschaffen ist. In einem Leitarttkel über die italienische Krisis führt dieTimes" aus, es lasse sich nicht bestteiten, daß die neugeschaffene Lage die Macht Italiens zeit­weilig gelähmt und seine Freiheit des Handelns be- einttächtigt habe. Folglich sei der Dreibund wesent­lich geschwächt worden. Wie viele andere Ereignisse während der letzten zwei Jahre, trage auch dies dazu bei, denEinfluß" Rußlands ohne jede Anstrengung von dessen Seite zu stärken. Wenn der Pakt zwischen Frankreich und Rußland das wäre, wofür man ihn in Frankreich halte, dürften die Franzosen jetzt Beistand zur Zurückeroberung der 1870 verlorenen Provinzen erwarten und Deuffchland dürfte sich beinahe vereinsamt finden. Aber der Zar werde zweifelsohne das sichere und klügere Verfahren vor­ziehen und alswohlwollender Gönner und un­parteiischer Schiedsrichter" zwischen den zwei Rivalen Stellung nehmen. Um nur gleich den letzten Satz aufzugreifen, mag sich dieTimes" gesagt sein lassen, die Zeiten für immer und ewig vorüber sind, da der Zar aller Russen sich der deuffchen Nation gegenüber eine Gönner- und Schiedsrichterrolle an­maßen durste.

Vielleicht ohne Grund Mißtrauen säen? Psui Käthe, das wäre"

Ich möchte Euch gute Nacht sagen!"

Die jungen Damen fuhren bei der plötzlichen Anrede erschrocken auseinander. Käthe faßte sich zu­erst und rief verwundert:

Hörtz ich recht, Dora, Du willst schon nach Hause?"

Mein Kopf schmerzt entsetzlich," lautete die Ant­wort, dabei wagte Dora aber nicht, den fsrschenden Blicken der Freundinnen zu begegnen. Es war auch nicht Kopfweh, das sie forttrieb, das junge Herz war zu voll, um länger in der Gesellschaft zu verweilen. (Fortsetzung folgt.)

Wissenschaft, Kunst und Leben

(Promotion mit Auszeichnung.) Am vergangenen Freitag absolvirte Herr Stud. phil. Ernst Bacmrtster in Leipzig seinen Doktor unter der höchsten AnerkennungSumma cum laude". Die UniverfitätS- Annalen nehmen von einem derartig seltenen Borgange gern Kenntniß. Der junge Doktor war auch einer der prersgekrönten Dichter, welche ihre Ga«n dem Fürsten Bismarck her der großen Studentenovation am 1. April v. darbrattrn. Sri» Name ist durch bk g diegenen Slufläfce in den neuphilologischen Blättern ja schon an den Universitäten rühmlichst bekannt. Di- Differtation bestand m der Grundlegung einer Grammatik de- rumänischen Sprache, für welche Seiten» der rumänischen Negierung eine Prämie gewährt worden ist, wtt der Leiter des rumänischen Seminar» in Leipzig gleich msttheilen konnte.

das nicht glaubt, so sagt er:Ja, wer weiß denn, was wahr ist? Der sagt so und der so, und der cT Bei der zweiten Berathung des Kultusetats!'a9t: glaube gar nichts."

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Druck und »erlag: Joh. Ang. Koch, Univerfitäts-Buchdruckerei in Marburg. r 77

M.» * Jllustrrrtes Sonntagsblatt.

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Anzeigen nimmt «Mgrgrn die Expedition dkseS Blatte», sonne die Annoncen-Bureaux von Haasenstein u Vogler in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf XXH Q'öfirö Moss« in Frankfurt a. M., Berlin, München u Köln; C L x)uylB'

Daube u. Co. in Frankfurt a. M.. Berlin Hannover Pari»

nahmen die Verhandlungen über die Lehrfteiheit den! Dem Hofprediger Stöcker entgegneten die Abgg. breitesten Raum ein. Mit dem SchlagwortFreiheit! Friedberg, von Eynem und Virchow, die ersteren, der Wissenschaft" gerieten die Kulturkampfgegner so lindem sie den liberalen Standpunkt zur Geltung hart aneinander wie zu alter Zeit. Die Heftigkeit, l brachten, der letzte, indem er sich nicht nur gegen die mit dec auf diesem Gebiete die Meinungen auf ein-l Synodalverfassung wandte, die den Gemeinden zu ander platzen, steht in der Regel im umgekehtten I nichts geholfen habe, als daß sie Geld bezahlen Verhältniß zu dem praktischen Ergebniß derartiger! müssen und dafür in ihrer Gewissensfreiheit bedrückt Auseinandersetzungen. Jeder bleibt bei seiner Meinung,!würden. Der gelehrte Pathologe verstteg sich in....................

und das große Publikum wird durch die verschiedenen! seiner materialistischen Anschauung zu der Behauptung, die in der zweiten Hälfte des September zwischen Doktrinen eher verwirrt als aufgeklärt. Idaß Herr Stöcker und seine Freunde den Himmel! Ebersbach, Wiesentheid, Weißendorf und Randers-

Der Kultusminister rechfferttgte sein Verhalten in «als eine grüne Wiese mit Schafen darauf sich dächten.! acker stattfinden, wird auch der Kaiser theil- der Frage der sogenanntenSttafprofessuren". Es! Professor Virchow hat sich ftüher durch seine politi- nehmen. Der Prinz reg ent Albrecht und ist bekannt, daß die Professoren Meinholt und Gräfe «schen Weissagungen so blos gestellt, daß ihn seine «Gemahlin sind heute früh von Braunschweig nach m Bonn durch ihr Vorgehen bei dem dortigen In-1 spöttischen Bemerkungen über Die, die noch an einen I dem englischen Seebad Bournemouth zu einem mehr- formattonskursus die rheinisch-westfälische Kirche und! Himmel glauben, nicht noch mehr blamieren können.! wöchigen Kuraufenthalt abgereist. An der Stelle wette Kreise der Landeskirche überhaupt in große Auf-1Abgesehen davon, daß er dadurch seinen vollständigen des Unterstaatssekretärs br. von Rottenburg regung versetzt haben, und daß sich der Kultusminister «Mangel an philosophischer Anschauung bekundete, war! wurde zum Vorsitzenden der Kommission für Arbeiter- genothigt sah, einen positiven Professor nach Bonn dieser Ausfall gehässig und kleinlich und eines statistik Unterstaatssekretär Lohmann ernannt. zu berufen. Dr. Bosse rechtfertigte dieses VorgehenIdeuffchen Gelehrten nicht würdig. Virchow war ver-lDer Versuchskompagnie der Artillerie- damtt, daß er sagte:Der leitende Gesichtspunkt derI wundert, daß sein häßlicher Spott vom Präsidenten! P r üfun g s ko m m i s si o n ist an Stelle des Namens- Unternchtsverwaltung bei der Besetzung der theologisch-«gerügt wurde, er verlangte harte Nerven und ein!zagesV." der NamenszugA. P. K." verliehen evangelischen Professuren ist der, die verschiedenen hartes Herz von Denen, die im öffentlichen Leben * (Das Ende der Affaire Koste) Das Richtungen innerhalb der evangelischen Theologie zur! stehen. Darin hat er ja Recht. Es gehört einige! Königs-Ulanen-Rcgiment in Hannover hat jetzt das Geltung zu bringen und eine ausgleichende Gerech-! Unempfindlichkeit dazu, ruhig anzuhören, wie dieser I ehrengerichtliche Urtbeil in dem Fall Koste oekällt ttgkeit zu üben, so daß an den Universitäten nicht! Herr Professor mit den Heiligtümern des heil-! In "OMerstteisen vttlauttt ^ das ^kenn^ist urJ?tc f,ne Richtung vertreten ist, sondern daß die l bedurften Menschenherzens umspringt. Die christ- zwar nicht so scharf ausgefalle/ ist wie das des Studlrenden in ine Lage gebracht werden, auch die I lichcn Wahrheiten haben andere überdauert als solche! Rathenower Husaren-Reaim ntes - immerhin ober (oll anberen Richtungen zu hören und selbst zu prüfen,!Redensarten und werden andere überdauern. Eine!auch das neue Urtheil nicht' auf Freisprechung mid sich zu enffchechen, wohin sie sich stellen wollen.!Wissenschaft aber, die sich bläht, statt sich zu be-!sondern auf schlichten Abschied (Verlust der

ttHSES %8ftmnrrrn fi/hnm-e wißen- Gottesdienst m der Dom-Jnterimskirche und fuhren schließung des obersten Kriegsherrn dürfte nun bald = damit anfangen?Iauf dem Rückwege bei der Kaiserin Friedrich vor.!zu erwarten sein. Damit wird dann die unerquick- Gewffsenhaftlgkelt, darauf kommt es an. Eine Kirche! Hierauf begab sich der Kaiser nach dem Palais des! liche Angelegenheit endlich zu einem gewissen Abschluß 5 hn±a Sm±e -ST Wahrhnt; wenn Reichskanzlers und konferirte daselbst mit letzterem gekommen sein" 3 8 "

b ??-b dann kann sie sich für!Heute früh empfing der Monarch den Chef des Civil-! * (Chinesische Anleihe.) Das deutsch-

SrAe^ifttrSmehZ1116 ffihH "^'"der eine I kabinets und hörte Marinevorträge. Um i/210 Uhr! englische Syndikat, geleitet von derTeuffch-Asiattschen MHn P rb ? k 9°ttstdhe Wahr-! begab sich das Kafferpaar nach dem Charlottenburger! Bank" und derHongkong und Shanghai Banking

KtoÄ, f ÄJrw-Ich-s Anl-b d-z S t - r b - t a g c s I Korporation -, ha, di- m l-ht-r z-I, m-hchq -" Wirkung auf da-, Volk. Sie stellen sich immer aufIweiland Kaiser Wilhelms J. in gewohnter|wähnte chinesische Anleihe abgeschlossen lieber Staub® «'M41 ullb I---rlich -rtmcht-, »»r bi-B-bl»guag-n ift noch nicht» h-kmnt.

tts ? Ä t tlÄ w S* d-r »b-r- Rau» ,u b-ib-n Tn »organg W, -nn-hm-n. daß bi- chin-M-R-. waen so f8J?S M « ge-! Setten des Altars einen reichen Blumenschmuck; aus i glerung es vermeiden will, unter ein ausschließliches

? mich I sti d?r Fmae' bis"sS?»der Topfpflanzen und größeren Blatt- russisches-ftanzöstsches Protektorat zu kommen. Dian

L «a£?<. vtwta®» ifilflctoac^fe ragten große weiße Kronen von Azaleen,! darf hoffen, daß die deutsche Industrie vondem

Mann, der da3 I lnren weißer i sch Haden werde. !

Mann, der das kritische Rüstzeug der Gebildeten nicht!Kallen empor. Die Kaiserlichen Maiestäten ieatenI * \ m ,

y, w-nn a st-ht, b-b -In Mm» auf b-mS-th-b-tj-m S-rg- d-s -Echl-s-nn. Ä-is-t» einen ,chib, bi- ^Post-? g* Sn*»'»,*'£bm

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Bestellgeld). JwerttenSgebühr für die gespaltene Zeil, MlttlNUfft 1« »IVrtri 1ÖQK

oder deren Raum 10 Pfg. Rellamen sür di« Zell« 85 Pfg. «WllULUUUf, 11 JJCuTg löaO

(Nachdruck vrrbotrn.) IMi «n. hoher Wahrheits-, nicht Wankelmuth, I Fräulein Käthe Zeller's scharfe Augen Dora, Hand DieSaloN-Fee. I LJe J16" möglich wäre, I in Hand mit dem Obersteuereontroleur.

R-ma7v°° - «-^ !weißEDei^Serl^mlr"rW^en. Ich Da - wieder beisammen!" flüsterte Fräulein

Rom-n von ». Marb». weiß De.n Herz mr °uf -wlg zu eigen!" Käthe mit einem bezeichnenden «ugenwink ihrem

(Foiffetzung.) I f U"d auch Du ich fühle eslBrauttgam zu, ließ seinen Arm ohne Weiteres los

Nein, Nein!" unterbrach Dora Hartmann ini=Ln .2icktes l"nen wirst, welch'!und lief zu Fräulein v. Wulfen.

ftüm .Dich liebe ich - Dich allein! Und, Deine Dora ist hon« ' abscheuliches Geschöpf! Sieh einmal rechts, Hilda!" zischelte sie venn wenn er" sie schauderte zusammen,! Still Kind still'« , |biefer nut ihrem sanften Madonnenlächeln zu

ie Gluth auf ihren Wangen glich einer schneeigen Es'^linöt Di« «'ucklich lachend. Iund dann wundere Dich nicht länger, wo Apollo bleibt."

«ässe - .mich nicht frei gäbe - Senna"' - ffeÄ «Ä te'SL'1 "Ach!" die junge Dame wurde erst blaß, bann «klammerte seinen Arm mit beiden Händenich -Ückende Dora' ^C.'. ^un-nhafte abscheuliche, ent- dunkelrothsollten sie wirklich? Aber nein, es mn nicht von Dir lassen! Biel hundert 3RaI|K 4 ,umWang sie fester, ist ein Zufall, Käthe!"

ieber wollt' ich mit Dir sterben, als ohne Dich, ihrtee/ nm schlimm "So? ^st Du sie während der Quadrille

eben!" bninst!" 6 merae Seele mit voller In-!irgendwo gesehen? sie, die so gerne als Ei-tänzerin

.Sterben! jawohl! das wäre von beiden auch,Gott," Dora seufzte und hr s.?n-» I , . . ,, t

tir das Willkommenere, aber" - der flüchtige Ans- liebeathmenden Blicken das eralübend - '

jrud sinnenden Ernstes verschwand ans seinen schönen,!.wenn ich an die Eltern brofe 9toirb baa^ll? «JKn-' XL " 9e

ten verlangenber Lebenslust bnrchglühten Gesichts schwer! Was werden sie sagm?" lockert hatte

Wgen .trüben wir uns den Glanz dieses Augen-!Muth, mein Mädchen Mntt>. "^a§~bume Marchen glaubst Du? Eine ab- tlicks nicht durch düstere Schreckbiiber' ifirtnA n.r,. r. th! tröstete-Hart-!gekartete Sache wars ein Rendezvous in bester

n fcv1stirme Hilda, laß Dich warnen unb]

tffeln l'Dn wich leben, mein einziges Mädchen Dars ich guten Eltern zu sprechen, gieb Deine Hoffnungen auf den schönen Apollo bei

z-en für miefi!" I . ! Zetten auf.

.Und Dm Benno" Dora blickte raabaft I 3°8 fi- »och-!Ich vechehe Dich nicht, Käthe!" versetzte Frau-

l Menschknschoar mit . .v. '