Einzelbild herunterladen
 

öchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

m» " -** Jllustrirtes Sonntagsblatt.

PÄ1

Berackwortlicher Redakteur: Friedrich Colbatzky in Marburg. Sprechstunden der Redaktion: 1011 Uhr Vormittags

M 52

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feintagen. Quartal-Abonnements-Preis bei der Expe­dition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (ejtL Bestellgeld). JnsertionSgebühr für die gespalten« Zeil« oder deren Raum 10 Pfg. Reklamen für di« Zeil« 25 Pfg.

Marburg,

Sonntag, 1. März 1896.

Anzeigen nimmt entgegen di» Expedition diese» Blatte», sowie bi« Annoncen-Burraux von Haasenstein u Vogler in _ Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wie»; Rudolf XXII. Z-aüra. Moste in Frankfurt a. M., Berlin, Münchm u. Köln; C. L.

Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin Hannover Pari»

MM» Wir eröffnen hiermit ein ein- monatliches Abonnement auf den Monat März. Der Bezugspreis für diesen Monat ist für Marburg frei inä Haus 70 Pfg., durch die Post 75 Pfg. (cxcl. Bestellgeld).

(Nachdruck verboten.)

Die Deutschen in Paris

1814 1815 1871.

I Zum Gedenktage des Einzug» in Pari», 1. Mäq 1871. von Robert Berndt:

Die Geschichte ist eine große dramatische Künst­lerin. Wer ihren Thate» vergleichend nachgeht, ter wird finden, daß fie in ihren Wiikange» gewaltige Steigervngen hervorzubringen versteht. Diese Empfindung bemächtigt sich unser, wenn wir die drei Fälle nebeneinander betrachten, da Deutsche in diesem Jahrhnndert oll Sieger die französische Hauptstadt betrat: n. Seitdem Otto der Große im 10. Jahr­hnndert vom Montmartre herab ein gewaltige! Trdeum über Paris hatte erschallen lasse», haue kein deutsche» Heer vor der Stadt gestanten. Da» 18. Jahrhundert zeigt in drei mächtigen sich stei­gernden Ereignissen die Abrechnung zwischen den zwei Nationen.

Im Jahre 1814 rückte» die Verbündete» al» .Freunde" in die eroberte Stadt: .Ich komme nicht al» Feind, ich bringe den Frieden," rief Zar «le- xander der ihn begrüßenden Menge zu. Nur mit Napoleon, nicht mit dem frau^östschen Volle erklärte «au zu kämpfen, und a!» .der Mensch am Boden lag", wie Guitstuau sich aut drück!e, trug »an ein Wohlwollen gegen die Besiegten zur Schau, da» bei de« russischen Kaiser fast an'» Afstklirte streifte. Im Jahre 1815 war die Stimmung gegen dir Franzose» bereit» erheblich bitterer. Ware» sie doch rückfällig geworden, hatte» fie doch »eue Sti öme vo» Bl»t aus ihrem Gewiffeul .Ich habe da» Morden zu« Uebrrdrnß satt," schrieb der alte Blücher empört, all er in den Schlachte» vor Parti in zwei Tage» wieder 3000 Man» verloren; und der alte deutsche Haudegen hatie i« Gegensatz zu de« diplomatisch, n und ob« sichtlich milden Wellington dal richtige und gesunde Gefühl, sich et»e« Volle gegenüber zu b-finden, dal Feind sei und all solcher behandelt werden müsse. Aber erst 56 Jahre später war dal Berhältniß klar und bestimmt geworden. Ta zogen wir allein auf

(Nachdruck verboten.)

Die Salon-Fee.

Roman von 8L Marby.

(F-rts«tzn»a.)

15.

Der erste Monat de» neuen Jahrei «ar un- gewöhnlich »ild verlaufen, dafür aber trat der Febrrar in voller Winterherrlichkeit au», hüllte Berg und Thal, Stadt »na Land in ein dichte», weiße» Tuch, machte alle Waffer erstarren und um­schlang sie mit eisigen Banden.

Im freundlichsten Kontrast gegen die Natur, die unter der kalten Umarmung wie im Todeischlummer lag, erschien Frau North'« Salon. Da blühten und dufteten die Hy: einten, Narelften, Veilchen uns Maiblumen in Töpfen und Schalen, «tt köstlichen Wohlgerüchen den ganzen Raum erfüllend. Er war mit englichen Comfort audgestattet, geschmückt mit Allem, rot» sorgende Liebe ersinnen konnte, die Herren zu erfteuen.

Sie ruhte auf einer bequemen Chaiselongue, trotz der behaglichen Wärme im Zimmer bedeckte die zarte Frauengestall noch eine purpurne Plüsch­decke» deren lichter Widerschein nicht nur die ab» gezirkelten Rötchen auf den schmalen Wangen tiefer färbte, sondern da» ganze kindliche Antlitz mit einem Schimmer von blühender Gesundheit über- hauchte. Dich die Täuschung zerrann beim zweiten schärferen Bleck in die tiefliegende», großen, dunklen Augen, aus die abgezehrten, klemm Hände, derm eine müde axf der Decke ruhte, wthrend die andere zärtlich umschloflm wurde von der kräftigen, wohl- gepflegten Hand eine» brritschulterigm Manne», der auf einem Tabouret dicht neben der Kranken saß, listig bemüht, ihr die Seit durch heitere» Plaudern

de» eitz-Sische» Feldern et», wir hatte» allein die Arbeit getha» u»d durfte» auch uusere Dispositionen selbstständig treffe». Keia .Diplomatiker" und keiu Verlüudeter tonnte nxl a« die Flüchte »»serel blutige» Siege» bringen.

De» jedesmalige» geschichtlich« Umstände» dieser drei Einzüge entsprach da» Verhalte» der Pariser de» Sieger» gegenüber. G» ist all rsiogs nicht richtig, dcß fie 1814 die Alliirte» gleich bei ihre« riuzuge «tt Heller Begeisterung empfange» hätte». Der royalistische Enth»fial«u» war i» diesem Auge», blicke »och keinerweg» allgemein und erst durch einen Zufall werde er mächtig »»gefacht. Die einziehende» Truppen trüge» al» gemeinsame» Erkennungszeichen weiße Armbinde» und darr» sähe» die Pariser eine Huldigung a» die Bourbone», deren Farbe ja be kanntlich weiß war. Da wurde» die Verbündeten mit eine« Schlage zu Retter» Frankreich» und Weiß die Farbe de» Tage». Au» Betttücher» uud 8er- vielte» wurde» Fahneu iwprovist.t, weiße Kokarde» wurde» allgemei» getruge». Uud »»» allerdings frateruifirte» die Pariser mit de» Truppe»; beso»der» aber die P»risertn»e». Bei der Revue auf de» Champ» lllysö-» setzte» sich vornehme Damen hinter die Kosaken zn Pferde, u« die Truppen beffer sehen zn können; .daß nur diese Sabinerinne» nicht ent- sührt werben", geistreichelte der Zur. Und den Preußenkönig begrüßte Abend» im Theater die Hymne:

Vivent Guillaume Et ses guerriers vaillants !

De ce royaume II sauve les enfants. Par sa victoire II nous donne la paix,--- '

Et compte sa gloire

Par ses mombreux bienfaits.

Auch in den drei ersten Märztage» de» Jahre» 1871 Höllen unsere Truppe» die Pariser fi»ge».

Li Trochu nous navait pas vendu, Vous netiez jamais ici.

klang e» damals fcindseliig. Ra» hatte im Jahre 1871 den Vorsatz, dem Feinde die von ihm zu be- ntzenden Stadtthetle öde uud leer zu überlafleu. Und allerdings waren Fenster und Thüren geschloffen, aber leer waren die Straßen und Pfütze darum doch nicht. Urberall standen zahlreiche Haufen von Gamin» und von Arbeiter», meist feindselig, alle aber neu- gierig. Die Neugier hat die Franzose» 1814, ebenio wie 1815 und 1871 geplagt. Sie kämpfte» 1871 um die beste» Plätze ,»« Anblicke de» Einzug»; und 6i*er, der mit Noth und Mühe einen guten Stand­

zu verkürzen. Doch als jetzt eine kostbare Stutz­uhr drei silbern klingende Schläge hören ließ, unter­brach, oufio;dj nb, Direktor North das augenblick­liche Thema und sagte dann in aufrichtig be­dauerndem Tone:

.Drei Uhr! nun ruft die leidige Pflicht mich chon wieder von hinnen, Liebling 1"

Schon?" klagte Frau Gerly bekümmert.So lange Du bei mir weilst, scheint die Zeit stet» in beflügelter Eile vorwärts zu laufen, aber bist Du fern, dann schleicht fie langsam, ach so langsam weiter, zuweilen meine ich, fie stehe ganz still I Ach Jame«, diese .Pflicht" ist doch der grausamste oller Tyrannen, besonder» in den Augen Deiner Gerty."

Er preßte seine Lippen auf ihr dunkle» Seiden­haar und erst nach sekundenlangem Schweigen da» gesenkte Antlitz wieder erhebend, sagte er dann mit dem gewohnten heiter-ruhigen Tone wie schwer ihn festzuhalten e» ihm wurde, n ußte Gott allein »Jetzt gieb mich ftei, holde, kleine Zauberin, muß mich sonst gewaltsam lo»reißen! Denn wie Du weißt: Ist der Herr lässig, ahmt ihm der Troß vergnüglich nach und bringt leicht da» ganze ®e» triebe in» Stocken. Soll ich Dir Fran Bits, chicken, »ein Liebling?"

.Danke, nein, laß fie bei ihrer arbeit bleiben. Wenn ich allein bin, rufe ich mir gern jede» liebe Wort, da» Du zu «ir gesprochen, nochmal» zurück und, fiehst Du, bei dieser angenehmen Unterhaltung rst Frau Betsy über flüssig."

.Aber Liebling, der Gedanke, Dich eins»« zn wiffen, bedrückt wicht"

.Mein einziger Man», wie lange bleibe ich denn einsam? Punkt 5 Uhr tomrnt der gute Doktor und

ort sich erobert hatte, bemertte dann tadelnd zu einem Engländer: .Ach, wein Herr, die Pariser sind zu neugierig!' Vielleicht kränkte fie 1816 nicht» «ehr, al» daß der grimme Blücher von einem feierlichen Einzüge Abstand nahm und ihre Scheulust daher gar nicht befriedigte. Immerhin war 1871 die Re»gier doch sehr mit anderen Empfindungen gemischt. Zwar ichaarten fie fich in großen Haufen um die Deutschen uud betrachteten mit eine« gewissen harmlosen Gr- diese .vorbaren", Hau» und Fritz; aber »ehe Deck, der »tt eine« Deutschen kouverstrte, oder th« die Hand drückte: er war vor der Wuth de» Pöbel» seine» Leben» nicht mehr ficher. Eine Taverne am Arc de Triomphe, deren Wirth den deutsche» Ossi zieren Getränke aurgeschänkt hatte, wurde vor den Augen de» Besitzer» demolirt. Ein paar leichten Dämchen, die fich den Kriegern zu nähern versuchten, wurden die Kleider vo« Leibe gerissen. Auch den Truppe» selbst bliebe» Belästigungen nicht erspart, aber die Geduld und der gute Humor der Dentichen ertrug fie. Einmal schlug ei» Franzose iu zornigem Eifer eineu unserer Soldaten aus den Helm; die Truppen thaten, al» ob fie anschlageu wollten, und in heilloser Lerwir ung riffen die allzu temperament­vollen Patrioten au». Daß «an die Statuen der französischen Städte auf der Place de la Concorde verhüllt hatte, konnte die Unsrigen nicht verletzen dachte »ohl Einer von ihnen daran, daß wir 1814 da» Standbild Napoleon» hatten verkleiden «äffen, n« e» vor der ZerstörungSwnth be» Volke» zu schütze», da» ihn »och eben angebetet hatte?

6in englischer Berichterstatter konnte fich über da» Bettagen der Deutschen in Parts 1871 nicht genug wundern. Ruhig .wie auf einer Potsdamer Parade", rückten fie durch'» Boulogner Hölzchen ei», und ruhig, .al» gehörten fie ihnen", spazierten fi« auf den elysäischen Feldern, spazierten fie tm Garte» de» Louvre, während am Mittage be» 2. März draußen vor de« Gitter eine plötzlich erregte Masse tobte und drohende Versuche «achte, die trennende Schranke zu durchbrechen. Auch die Franzosen von 1814 und 1815 fanden de» Staunen», speziell über die preußischen Freiwillige», keiu Ende, al» fie sah:», wie fie schaarenweise zu de» Ku»stschätze» de» Louvre pilgerte» und dort vor de« Werke» der alte» deutschen Meister in Audocht und Entzücke» versanken. Aber «tt der größte» N-ugier bedachte» fie dte Männer, dte t» diese» beiden Epoche» de» deutsche» Geist typisch verttateu: 1814 »»»1816Blücher, 1871 Bismarck. Von Letztere« beka«e» fie freilich »nr wenig zu sehen. A» be« strahlende» ersten März

opfert Deiner kleiner Gerty zwei volle Stunden und dann'

«Höre, kleine Gerty' rief Herr North mit ver­teiltem Ernstdieser .gute' Dokwr fängt an, mir gefährlich zu erscheinen I Hüten Sie fich, Madame, Ihren Gatten eifersüchtig zu machen!'

Frau Gerth schlang beide Arme um seinen sal», die dunklen Augen mit einem Ausdruck zärt- icher Schelmerei zu ihrem Mann erhebend, neckte re: .Wäre denn da» so fürchterlich?' und fuhr dann überlegen lächelnd fort: .Selbst wenn ich wollte, wäre meiner Liebe Müh' vergeblich, denn dieser gute Doktor aber sollte meinem klugen James ganz entgangen sein, wa» der dummen Gerty längst klar geworden?"

Nun?' forschte Herr North erwartungsvoll, al» Frau schwieg.

,O Du blinder, neugieriger Mann, fiehst Du wirklich nicht, daß ein viel begehrenSwertherer Magnet als Deine kleine Frau, ten gelehrten Doktor zu uns züht?'

Kind,' Herr North schaute bestürzt in das lächelnde FrauenantlitzDu glaubst doch nicht, Fräulein Wlldow?'

.Doch, doch!' bestätigte die junge Fran den unausgesprochenen Gedanken ,Lolo hat e» ihm angethan.'

Herr North schüttelte nachdenklich den Kops.

'.Aber Liebling, Doktor Kroner ist der Ver- obre einer jungen, bildschönen Dame! Soweit ch seinen Charakter zu beurteilen fähig bin, taut ich nicht glauben, daß er seine Braut be» trügt und so nebenbei ein nicht nur gefährliches, andern ehrlose» Spiel mit einer anderen zu be­sinnen wagt.'

»Böser Jame», wie schlecht Du sprichst!*

tage, der unsere Truppen in Pari» seh, ritt der Kanzler langsam ans den Arc de Triomphe z», Durch einen drei!en Graben hatte «au de» Bogen unpassterbar gemacht und die deutschen Truppen ge­zwungen, n« ihn herum zu «arschiren. Langsam ritt vi»marck Hk ran, ein Sehen! be« Janhagel» enpffng ihn, ruhig richtete er siiuen Blick ans bie zischende und pfeifende «enge und wandte den Gaul. Auch von Blücher, schien e», sollte bie französische Hauptstadt 1814 richt viel sehe». Er war krank und hypochondrisch. Später aber, wieder hergestellt, fand er Behagen am großstädtischen Leben, wurde Gast der Spielhäuser und ttng bei eifrigem Blüchern" einen Spielgewinn von 19000 Thalern Gold heim. Der derbe Mann kam in Rode. Die masseuhast nach Pari» gekommenen Engländer nm- drängten ihn und bewunderten seineNaivetät', wie eine Sehenswürdigkeit. London verehrte ihm ein:» Ehrendegen, der Zar gleichfalls. .Was Teufel! soll ich mit alle juwelene Baffen ?' schrieb er au seine Fran. Wohl war e» ihm freilich in Pari» nicht, »"ich brennt die Sohle hier,' erklärte er; und da» Jahr darauf mußten die Franzosen fühlen, wie wenig er dem Zaren glich, der fich durch Schmeicheleien be- schwatzen, für Pari» und die Pariser enchautieren und fich z. B. einreden ließ, daß in eine» weib­lichen Jrrenhause die Zahl der Insassen infolge un- glücklicher Neigungen zu ihm erheblich gewachsen sei.

Nie ist eine eroberte Stadt so milfee behandelt worden wie Pari» im Jahre 1814. Jede Belästigung der Bewohner wurde aus'» «engstlichste vermieden, die Truppen bivouakirten auf Plätzen und Straßen, keine Kiiegrstener, keine Kontribution wurde gefordert. 81» Blücher l1/« Jahr später Pari« zu« zweiten Male bezwungen hatte, nah« er seine Raß»ahmen schnell, ehe ihm die .Diplomatiker" wieder dreinreden tonnten. Einer Deputation gab er den Bescheid, Pari» solle nicht strenger behandelt werde», al» Berli» behandelt worden sei; und an dieser Richtschnur hielt er in der That fest. Die Soldaten wurden bei Bürgern eie quartiert, Pari» mußte 2 Million» Franken zahlen, und noch in der Nacht nach dem Einzüge ließ er bei «erzenschein in den Museen nach den geraubten Gegenständen suchen. Nicht Alle», wa» gestohlen war, fand «an, aber der größte Theil wurde doch zurückgeholt. Blücher wußte, daß er schnell handeln müsse, ba alle energischen Maßregeln ausgeschlossen waren, wenn erst da» schreibende Haupt­quartier wieder zur Stele War, bie Hofintr-gue arbeitete nnb über harte Behandlung beweglich lameutirt wurde. Bon all' dem war 1871 zum

schmollte Frau Gerly.Als ob Charlotte fich zu einer Liaison hergeben würde! Sie ahnt vielleicht kaum, wie e» mit dem armen Doktor steht und er selber mag ganz unbewußt Lolo» Z ruber «er« allen sein und wer möchte ihn deßhalb ver« uttijeilen? Ist fie nicht da» bewundernrwertheste Mädchen der Welt?'

.Alle» ba» zugegeben, Gerty, so wünsche ich doch gerade um der Herzensruhe unserer Freundin willen, ° Du Dich im Jrrthnm befindest!' sagte Herr North sehr ernst.

.Ader Du alter, brummiger Jame», könnte e« nicht su einem gutem Ende führen? Beide paffen ganz prächtig zn einander, gewiß fühlt das der arme Doktor unter bitterer Pein! Seit er von feinem Weihnacht«« besuche zurückgerührt, ist er auffallend verändert. Fmvest Du ihn nicht leidend am sehend? Und so ernst ist er geworben, und nie erwähnt er seine Braut! Han» hatte mir fa viel von ihrer Schönhest erzählt, oaß ich in äußerst erregter Neugierde gestern dem Doktor sagte, ich möchte gern ihr Bild sehen. Er plte es sofort, aber die Hand, mit welcher er e» mir reichte, zitterte heftig und sein Geficht war tobten* bloß. Nun ja, bildschön, wie Du auch sagst mag die» Fräulein fein, beim ersten Blick fühlt man fich hingerissen, aber bei näherem Anschauen oermißle ich in de« Gesichte ein Etwa», dem ich nicht gleich einen Namen zu geben vermochte, erst al» ich zufällig Lol» anblickte, wußte ich, was ihm ehle die Seele, James!'

»Ich muß Dir beipflichten, Gerty, doch vergiß nicht, Doktor Kroner hat fein Wort der Treue ver­pfändet und selbst die ttaurige Kennt», daß ein Crugbilb ihn geblendet, entbindet ein Ehrenmann nicht seine» Schwure»."

Dürfen wir Menschen aber wohl streng