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öchentliche Beilage«: Kreisblatt für Vie Kreise Marburg und Kirchhai«.

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Erschaut täglich au6« an Werktagen »ach med Feiertagen. - Quartal- AbonnementS-Prei» M der Gr»«. litten 2 Rk., bet allen Postämtern 2 SM. 26 Pfg. («xU. Bestellgeld). JnserttonSgebühr für bi« grf»«Ittxc Zeil« ba benx «am» 10 Pfg. Reklamen für di« Zeile 25 Pfg.

D^arbnrg,

Freitag, 21 Februar 1896.

Anzeige» nimmt entgegen di« Expedition dieses Blatte«, semi« die Annonren-Bureaur von Haasrnstrin u Vogler in Frankfurt a. M., Easiel, Magdeburg und Wien; Rudolf Stoff« in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; 6. L. Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin Hannover Paris

XXXI. Jahrg.

Der Kolonialetat

in der Budgetkommission.

T Bei der diesjährig» Serathong der Budget- Kommission de» »eich»tag» wurde zu, erste» Mule der Kolonial-Etat au» de» Fiat de» AnSuärtigen Amte» au»geschiedeu »ud tu besoudere Berathuug genommen. Dieselbe begann am Dteustag Betetitag mit ehern Bericht de» Abgeordnete, Priize» d. Are»berg. Derselbe berührte »Met allgemetre Frage», die militärische Organi atio» der Schutztrrppe u»d de» Fall Wehl«. Bezüglich der rnllitärtschrn vrgauisatton führte Pri», Areuberg an», daß der Mtlttarilmu» und der Dualismus bereit» sest Jahre» de» Gege,sta»d der Beschwerde i» der Koum.-sfiou gebildet habe, ohue daß e» gelungen sei, vo» der Regierung tixc Abhilfe zu erlangen. Unerhört sei e», daß Männer, wie der Major ». Sifcmann, nicht ta der Sage seien, selbst ein Kommando der Schutz- kuppe zu führeu, sonder» daß er diese» bet einer Beurlanbung bei Kouuuandenr» de, erst wenige Monate i» Afrika »eilende» Oberführer überlassen müsse. Unerhört sei ferner, daß ein einzelner Station», chef, auch »en» er noch so große Erfahrung! u Hütte, nicht geeignet fein sollte, über ein Häuschen schwarzer Soldaten eine Verfügen, zu treffen. Itzt, »seine Neuorganisation der Truppe zn er»arten sei, »üffe endlich damit Ernst gemacht »erden, den Beschwerden endgiltig Abhilfe zu schaffe», und er sei überzeugt, daß verschiedene gerade kolontalfreundliche Parteien i» R-tchittage de« vorliegende» Etat wt nrter der Bedingung auneh»e» »ü.deu, daß bi» zur dritte» Lesung die zur Herbeiführung der Neuorganisation vforderltcheu Bestimmungen de. Reicht tage vorge­legt würden. Wa» für diese Organisation verlangt werde, sei Folgende»: 1) der Eonvernenr »üffe ebenso die oberste mUstärische, »le die oberste Etoilgewalt in der Kolonie habe»; 2) dasselbe bezüglich der Station»-Chef» im Innern der Fall sein, gleichgiltig, ob dieser eine Militär- oder Eioilperson sei; 3) «eiter sollten die Soldaten nicht Mo» zu kiegeriichen Ak- Honen, sondern auch zn kulturellen Arbeiten, wie Begebanten n. s. ». verwendet »erde»; 4) sei e» dringend geboten, daß die Offiz eie vor ihrer Ent sendung wenige Monate da» Berliner orientalische Se­minar besnchten, nm sich für den Kolonialdienst vor Alberesten. Endlich aber solle »an Re.erve-Offijiete nicht grundsätzlich von den Schntztruppeu auIHlteßeu zumal darunter Laudwirthe seien, die ganz besonder» für die Kolonien geeignet wäre».

(Nachdruck verboten.)

Die Salon Fee.

Koma» von A. Marbtz, (Fortsetzung^

Blocken« und Släserklang tönte ineinander jetzt ein rauschender Tusch man trank dem neuen Jahr« ein Willkommen in schäumendem Sekt, be­glückwünschte stch gegenseitig unter Kliffen und Hände­schütteln. Für die erzwungene Enthaltsamkest beim Sterben der letzten Jahreistunde brach jetzt die Freude sich Bahn wie em plötzlich entfeffelter Strom 1 Ile» eitel Luft und Wonne! Der Wein löste die Zungen, machte die Schüchternsten beredt! Manche« birher sorglich zurückgedrängte Wort fand den Weg litt die Lippen, mit heimlichen und offenen Huldigungen traten die Herren feuriger hervor, und die Wangen der schönen Frauen und Mädchen er­glühten heißer.

»hoch bai neue Jahr hoch! hoch!'

Dachte inmstten bei Jubel» Niemand daran, hott« noch Niemand an sich und Anderen erfahren, »ie nahe oft Lächeln und Thränen, Freude und Schmerz, Licht und Schatten sich berühren; »le oft die fel^sten Hoffnungen stch et füllen? Werden Stürm« dich umtoben? zerschellen?

t ,E« lebe die Freude, die Liebe hoch! hoch!'

Wer kann in dieser lustigen Gesellschaft philo- sophiren? »er fände hier Zeit zur Ritten Einkehr in sich selbst, angemessen dem Ernst der Jahres­wende? Ein Narr, »er den Augenblick nicht ge» vießen, sich forttreiben ließe von der Stelle der Lust, dc» Vergnügen»!

So schien euch Doktor Kroner z» empfind«. .Vorhin grust und schweigsam, schien «r mit dem

Der Düektorber Kolonial Abtheilungvr.Kayser erwiderte hierauf, daß die Mängel der gegeitoättigen Organisat or! bet Kolonial - Vermattung schon seit langer Zeit st» hohen Grabe bewußt gewesrn seien, daß man aber tnf dem kolonialen Gebiete immer erst ssrfahruugen sammel» müsse, ehe «a» zu Ver änbeinngen schreite. Ehedem sei die zwingendste Nothwevdigkett die gewese», überhaupt erst Truppe» zu schaff.», und man habe dabei die bestrh-udc Organisation »st in den Kauf gelten wer, in bei Hoffnung, daß sie fich bewähren würde, zumal an d neiden auch bewährte Afrikaner, wie Major von W ßmauu selbst, thestgenomm-u hätten. 3, Laufe der Zett habe e» fich aber her aulgestellt, daß trotz der redlichsten Bemühungen de» Auswärtige» Amt« und bei Reichs Marineamt» die bestehende Organisation und inlbesoidere ber Dualismus zu deu größten Schwierigkeiten geführt habe. Nunmehr habe Seine Majestät, all brr oberste Krieglherr der Schutztrnppe. die Entscheidung dahin getroffen, daß eine neu- Organisation Untreren solle, an» welcherüt Ver- «eibnng bei Dualilmn» bai Reichlmarineamt anlju scheiden habe n»b btm Gouoerncur auch bie oberste Militärgewatt zu ürertragen fei In Gemäßhiii dieser Allerhöchsten Entschetdung werde nunmehr da« Wettere vor.udereite» fein. Die Sätze, welche Prinz Areuberg hierfür ausgestellt habe, seien in kolonialen Kreisen und iulbesoudcre int Kolonialrath vielfach erörtert worden; fie seien von den «tu »rnement» und Laudelhauptmannschaflen wiederhole zum «»»druck gebracht und würben auch von der oberste» Koloural- Verwaltung geth.ilt. El fei aber auch i» Betracht zn ziehen, daß, nm steil einen gut in Ersatz an O fizieren und Unteroffizieren zu haben, man auch mstträrische Gefichtlpunde werde berückstchtig« rnüss n. Die Oifiziere dürften nicht den Eindruck haben, daß ihre Stellung dnrch den Dienst in der Truppe ge mindert werde, und der Herr KriegImiuister habe ein möglichste! Entgegenkommen ,»gesagt; el stehe z» doffen, daß die Neuorganisation in kürzester Zeit »erde vor fich gehen (Innen.

Im weitere» Verlauf der Debatte sprachen die Abge- oibneten tot» Massow, von Kardorff, Dr. Hammacher »nb Dr. Siebei ihie vollstäudige Zu- timmung zu den 8u»fül)r#ugtn de» Prirzea von Areuberg au» «ud geben der Ermattung «»»druck, daß d-m Reich«, tage mit thurlichßer Beschl-uniguug, und noch vor der dritten Lesung te» Eia» bte entsprechenden Vorlage» würden gemacht werdevi Der Ab». Richter wie» darauf h u, daß von ihm schon im vorigen Jahre vergeblich vor der Lonahme de» Echutzttuppmgesetze» für Kamerun und Südafrika gewarnt worden fei.

Hiergegen bemerkte der Direttor der Kolon-al"Abtheilung

Eintritt in» neue Jahr ein anderer geworden! Seine witzsprühenden Bonmot» machten bie Runde »m bie Tafel, sein Toast auf Janur, den doppel- köpfizen Sott bet Alten, entzündete einen tosenden Beifallssturm. So heiter gesprächig, so aufgelegt zu Scherz und Neckereien, so galant und tanzlustig wie auf diesem Cyvesterballe, halte man Doktor Kroner noch nie gesehen!

Charmant!' .Ein Teufelskerl' nannten ihn )ie Herren. .Entzückend,' .Bezaubernd!' faßten bie Damen. Herr und Frau Steuerralh Herbst bekamen viel Schmeichelhafte» über den künftigen Schwieger- ahn z» hören »ud Dora wurde sicher mehr denn je m Stillen beneidet.

.Wie liebenswürdig Dein Bräutigam ist, Dora!' lüsterte dieser ihrer Freundin Hilca zu, ganz be­glückt durch Krönet'» artige» Kompliment über ehren leichten, schwebenden Tanz. «Papa sagt etzt findet er'» begreiflich, daß Doktor Kroner feine Studenten zur Begeisterung hinreißt, wie wir von Vetter Emil wiffm. Wo» ist neben ihm der kleine Doktor Werder? Ja, weißt Du,' die junge Dame dampfte ihr« Sttmme noch ein wenig, .Dein Schatz stellt sogar unfern Apoll« heute in Schatten; Du darfst Dir wirklich gratuliren, Dora!"

Letztere lächelte zerstreut. Sie dachte über Hilda« Behauptung in Betreff .Apollo«,' wie die Grünauer Damenwelt unter sich den Obercontrolem bezeichnete, nach; sie »ar entschieden unzutreffend, wenigsten» in ihren Augen. Spielte ihr Verlobter heute gegen alle Wett den Lieden»würdigen, Auf­merksamen gegen seine Braut, die den ersten Anspruch darauf hatte, zeigte er feine lieben» werthen Eigenschaften nicht! Der Pedant, er schien noch zu schmollen! Senn er zu ihr sprach, drang der To» seiner Stimme erkältend in ihr Herz! Sott sei

Dr. Kayser, daß hei jenen Gesetzen ««»schließlich der Geficht»p«l kt maßgebend gewesen sei, den Angehdrige« bei west»fiikanischen Truppe gesetzliche Lersoigur.gSaosprüche zu schaffen, und daß bei j tzt vorliegenden Frage in keiner Weise p> Sjud'cirt sei. Der Direktor Kay'er führte noch Folgende» an«: Eine gesetzliche Aenderung werbe voran», fichttich nicht z« umgehen sein, aber nur soweit al» da» Marineamt en» der Organisation anSznschetden Hede. Der Schwe puntt der letzteren aber liege in den Allerhöchst zu eikff-nben Bestimmungen, welche an die Stelle der gegen- r»ä tigen organisatorischen Bestimmungen zu treten hätte«, lieber diese fich zu einigen, sei nunmehr die Aufgabe der Kolonial - Verwaltung und der betheiligteu militärischen Ressort».

Abgeordneter Lieber meinte, daß e» fich anscheinend darum handelte, einen gewissen miliiärischen Bure««kiati»mn» zu überwinden. Abgeordneter Graf Arnim hob hervor, raß man doch den Schutztruppeu Offizieren mindesten» dasselbe bewilligen müsse, wie ben zur chilenischen Armee B u laubten, w d daß man nickt etwa da» Krieg?Ministerium an St lle de» Reichr-Marineamt» eintauschen solle dann bleibe der Dualirmu» derselbe.

E» folgte hierauf dieErörternug de» Falle» Weh lau. Der Berichterstatter Pri«z Areuberg gab {eiter Entrüstung iu deu stärksteu Färbet Aul- vitck, indem er behauptete, daß dieser pfl chtvergeffeve Beamte gleichzeitig Nero ttb Caracas« gewesen sei u d daß, trotz bet iu dem Laleutin'fcheu Tagebnche euthalieueu Uebertreibuugeu genug übrig geblieben sei, nm die schärfsten Maßnahmen gegen diese Brutalität zn verhängen. Ihm sei e» zweifelhaft, ob genügende Borkehiunget gegen eine Wiederkehr solcher Zustände getroffen seien, und er frage deßhnlb oet der Regierung an, welche Maßregeln fie zn» Schutze der Eingeborenen gegen die Exzesse von Fällen wie Leist und Wehlau getroffen habe, insbesondere, ob da» Strafgesetzbuch auf die Beamten in den Schutzgebieten Anwendung finde.

Direktor Dr. Kayser erklärte hierauf, daß die Regierung materiell auf den Fall Wehlau deßwege« nicht ein geben wolle, »eil er, wie neulich der Herr Jutzizmiurster unter Zustimmung de» Abgeordneten häuf.» ausgeführt habe, au» Achtung vor der Justiz fe ne Kritik au richterlichen llrtheileu, insbesondere »a da» Verfahren noch nicht abgeschlossen fei, üben motte. Die Stellung de» An»»trügen Amte» ergebe stch daran», daß sofort eine Untersuchung gegen Wehlau eingeleitet fei, daß der Staat»auwalt den Antrag auf Dienstentlassung gestellt und gegen da» llrtheil der Dtgzipltnarkammer Berufung eingelegt habe. Dal Reichl Straf.Gesetzbuch gelte auch für die in den Schutzgebieteu thäligeu Beamten, und die Regierung habe einen Schutz der Eingeborenen gegen einen etwaigen Mißbrauch der Amtlgewalt darin zu reheu geglaubt, daß fie den Paragraph 343 de»

Dank, daß Einer da war, der fich ihr aukschließlich öttmeie. Nun fiel e» doch Keinem auf, daß ihr Bräutigam sie absichtlich vernachlässigte. O, sie amtierte sich köstlich! Benno Hartmann'« feine Schmeicheleien, feine heitere Konversation berührte und entzückte fie wie prickelnder Lharnpagnerschonm. U w Keiner tanzte wie er! Wenn Dora, wie eben letzt, von Hartmann'« Armen umschlungen durch den Saal wirbelte, f ühtte sie fich wie losgelöst von allem Jrd.schen, hätte fie immer und immer bi« in alle Ewigkeit mtt ihm dahinschweben mögen.

S« war »ährend einer Eotillontour. Fräulein Zeller tanzte mit Doktor Kroner, da« Paar vor vor ihnen bildeten Benno Hartmann und Dora.

.Welch' schöne« Paar!' tief Fräulein Käthe bewundernd. , tanzen zu sehen, bereitet einen wahren Genuß. Der H rr Dbeicontroleur ist ein yäufig und gern gesehener Gast bei Steuerrath«, ein etwa«,' fie lächelte nvckisch, .gefährlicher Hauefreund Herr Doktor Kroner! Fürchten Sie nicht, er könnte o, Pardon! aber Beide sehen so glücklich au«! so glücklich!'

.Sind wir e« weniger?' lachte Doktor Kroner unbefangen. .Haben nicht Alle, mein gnädige» Fräulein, die wir heute versammelt find, da« Ver­gnügen auf unser« Fahne geschrieben? Hoch die Syloesterfreude!'

.Wie vertrauen-voll! Sie übertreffen fich selbst, Herr Doktor Kroner.'

Käthe wußte, er hotte ff« verstanden! Nun wat'» seine Sache, ob er die Warnung einer .auf richtigen' Freundin beherzigte oder in ben Wind ichlugll! - . . _ . Sortsetzung folgt.)

Rr'ch» Straf Gesetzbuchel aif die zu Richtern über Eingeborene eingesetzten deutschen Beamten für au« »entbot ereilet hatte. In dieser Auffassung sei fie jedoch erschüttert worden, fie habe nämlich bei dem preußischen Justizministerium den «»trag gestellt, den Assessor We-lan »egen Mißbrauch« ftietr Amt», gemalt und »egen Erpresse «g von Geständnissen durch Zwanglrnaßregeln strafrechtlich zu »erfolgen. Da» Justizministerium, g,stützt auf ein Gutachten der Oberßaat»au»«ltschast, war jedoch der Meinung, eaß eiue solche Strafverfolgung keine »«ficht ver­spreche, »el der Paragrap, del St afgesetzbuche! nur baue Au» uduug fiadeu körne, »,n» dar Ber« fahre, gegen die Eingeborenen ein gesetzlich geregelte! lei und die Amtsgewalt de» Beamten fich tu festen destmntteu Greuzeu bewege. Diel fei uetargewäß »nr Zeit iu den Schutzgebieten nicht der Fall, »o ein gewisse« arbiträre» Bei fahren schon an» de« Grunde nicht entbehrt »erden könnte, »eil bai ge­richtliche Verfahren von einer eidlichen Aussage der heidusscheu Eingeborenen zlich abseheu müsse. Da» Anruäcrige Amt habe deßhalb von einer straf« rechtlichen Verfolgung de» »sseflrr» Wedlau Abstand genommen und dagegen sofort Vorbereitungen er­griffen, nm den Eingeborenen durch eiue Regelung »e» gerichtlichen Verfahren« den Schvtz bei Paragraph 343 de» Straf.Gesetzbuches zu ver'chaffeu. E» fei deßtzalb der Kolouialraih mit ber R gelang be» ge» richtltchen Ver,ahreu» gegen Eingeborene befaßt worden. Rach eingehender Beraihang sei ehe Aus­schuß gewählt, welcher eingehend' Vorschläge für bai Plenum vorderathen solle, und d-m da» erforderliche Material aul dem inüanbe und an» den Schutz­gebieten zngehen »ttbe. Bor Ende bei Frühjahr! dürfe man die Angelegenheit all erledigt ausehen. Um aber nicht» zu ver tarnen, habe die Leutralstelle hier Beran'aff ang genommen, wenigste»« bie Ver­hängung bet Prügelstrafe zu regeln, »te bi:« auch tn ber Englische» Goldküsten - Kolonie der F^ll sei. In dieser Verordnung werde ein Unterschied gemacht zwischen Prügel- und Ruthenstrafe und müsse dal strafwerkz-ug in beiden Fällen von bem Gouverneur oestimmt werden. Exekutiou fei an Frauen und jugend­liche« Personen verboten, im DiSzipltuarwege ohne Ge­nehmigung del Gouverneu r anlge chloffeu und der Vollstreckung müßten zwei Europäer auwohue». Be­züglich de» Falle» Wehlau bat der Direktor der Ko!ouial-Abtheilnug, bei atttr Schmerzlichkeit dieser Vorfälle, fie nicht geueralistreu zu wollen. Fraglich könnte nur sein, ob die Kolouialverwaltnug eine culpa in eligendo treffe, aber auch die» sei nicht

Machdruck Verbote«)

Die Nachkommen Luther'-.

Nou Pfarrer em. Horbach in Marburg (Fortfetzrmg.)

Ich hatte Eingang! erwähnt, drei Nachkommen Dr. Martin Lnthei'l seien auf ausdrücklichen Befehl er. Majestät de» Kaiser» zur Etnweihungsfeier der erneuerten Schloßkirche zu Witter berg am 31. Okt. 1892 mit dem Sitz au Lather'« Grabe eingelaieu worden und zu jener Feier erschiencu. Diese drei Nachkommen an» der Familie bei Reformator! find die vorstehend besprochenen Herren: 1) Johanne! Luther, Pfarrer in Pissen (Diözese, Kreil und Reg - Bez. Merseburg), geb. am 97. März 1841. 9j Sanilätlrath Dr. med. Hermann Luther, pratt. Arzt in Lackenwalde (Reg.-Bez. Potsdam), geb. am 10. Februar. 1844 Bruder bei Vorigen. 3) Karl Luther, Pfarrer in Wallendorf (Sachseu- Reiningeu), geb. am 3. Oktober 1860, Vetter ber beiden Vorigen.

El mögen hier auch über die Theilnahme dieser drei Luther Nachkommen an jener Wittenberger Feier einige »orte folgen.

Bor mir liegt i* Original eine Depe'chr bei «ul nsmiuisterl Dr. Btffe, batirt Berlin, den 98. Oäober 1899, nm 3 Uhr 10 Miu. Nachwtttagl, mit dem Wortlaut: .SauitStSrath Dr. Luther, Luck uwalde. Ersuche um gefällige umgehende aul- führliche Mtttheilung, wie Sie mit Doktor Martin Luther »erwoudt find, sowie ob bet Pfarrer Luther in Skettbar Ihr Bruder ist. Kuttulwinister Bosse.' Dal Konzept der Antwort-Depesche Dr. Luther'« an den «uttnlminister lautet: , Kultur» iuiftcr Bosse, Excellen,, Berlin. Heine Luther, 1490 in Möhra geboten, Dr. Martin Luther'! Großvater, hatte