r-
lUf
t Werth» i» a«,
Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt
** w*i Jllttstrirtes Sonntagsblatt.
Brrantwortlich«! Redakteur: Friedrich Loldatzktz i» Mardura. Spreckstunden der Redaktion: 10—11 Uhr Vormittag«
,30 an
ffer
Mr.
-Pf-.
Mk.
50 Btt
Mk.
orr.
»de in
Un
reife»
M
Pf-.
10 Mk.
5 Pf»
Mk.
0 Pf«.
0 Pf».
Mk.
)Pf-.
50 M
ots
elle [«•»
Professor Röntgen beim Kaiser.
* Hebet de» wissenschaftliche» Äbexb, zu welchem der Kaiser de» Professor Rtatgr» »o» Würzburg »ach de» Ktxigl. Schlosse i» Serif» telegraphstch Itmfe» hatte, liege» jetzt ausführliche SRdbnxgen dar. Kaiser Wilhel« hatte i» de» Zeituxge» von der erstaunliche» ».fixduxg Röxtze»'» gelefe», er et- kxite sofort ihre außerordentliche Bedextuna, fragte dei Röntgen a», ob die Nachrichte« wahr feie» »»$ bat ih», al« die «»Huri bejahend aal fiel, doch -fort zur Kiarleg»»g der Sache »ach Berd» komme« §» »olle». Der Professor »ar einigermaßen i» Verlegenheit, da er alle feixe Erooke» Röhren dir «f ti«e verbraucht hatte, zur Herstellung »euer, die »»r mit der Quecksilber Luftpumpe gemacht »erde» können, vier Tag« gehöre», dar Gellugm der Vor- sthruag also »»» der »»stchere» Haltbarkeit der eine» Röhre abhtag; aber Röntgen reiste. Wie ehre»»oll er «nfgeeomme» »«d »ie er belohst wurde, ist de» ta»t, ebe»f» der hohe ,»d hochzebildete «teil, vor dem er experimentirte. Professor Itöetge» wird «der — so hecht e« ix et»cm der ,R. Z * zngegaxgenex Prioatbriefe — auch aas seiaer Uxivirfilät leime auf merljametex Zuhörer gehabt Hao». Mit größter Spa»»u»g folgte» dir «»eefexbe», Alle» Vota» der Kotier, dem klare» uud lichtvolle» Vortrag, »er fich stellenweise fast dramatisch belebte. Der Professor erklärte zuerst das Wcseu der Geißler'schen Röhre», dejprach sodau» die Hitrorf'iche» Versuche, gt»g zur Grlämernng der Karhoreuftiahle» über uud kam rudltch zu de» Erookes'schen Röhre». Er »xterstützle feixe» Vortrag d»rch praktische «orfähruxge», txbem « die Erschkt»u»ge» zeigte, welche der elektriiche Strom i« bett vorbei axxlen Apparate» hervorraft. Nun kam der Professor auf feine eigentliche Ext- drckuxg zu spreche». Er führte die Zuhörer im •elfte ix feix Arbeitszimmer, er erzählte, »ie er die ix bex Strom eln^c.chattete Erookes'sche Röhre xrn- hüllt habe, nm dem Wese» der Kathodenstrahlex xachzuforschen u»d »ie da»» feine Auge» »ox dem KlaoeeScirex einiger zufällig aus dem Tisch »erstretttex llörxqeu eixe« ch mische» Salze» axgezoge» »orde» feie». Wie et sofort a»fmerkjam geworve», stch gefragt habe, »o» ist da»? woher kommt b«8? — Nie er uxablässtg die ihm durch de» Zufall geniefeae kp»r verfolgt habe, »ie er, am die Quelle der aa* sichtbare» Kraft zu stade», erst et» Karteadlatt, daax ein »ach, schließlich eixe Alamtxiamplatte zwischen bie Röhre »ab die flnorekctrexbe Rasse gehattea habe, wie alle diese Körper die aaSstrüwexde Kraft
freie nm den frischen «und lag ein »usdtuck an- frschreiblicher SutmüthigkeÜ-
nicht geschwächt hätte» u»d wie er stch schließlich habe sage» müsse», hi« fi»det die«e»ßeru»g einer «rast statt, die alle diese Körper durchdriageu muß. Se ließ seine Zuhörer nun alle Zweifel de, Forscher, an dieser dem Physiker gänzlich unbekauxteu Erscheixxxg xacherleben er erzählte, wie er mißtrauisch geworden sei gegen sein eigene« Wahrnehmangk vermögen, gegen seine eigene» Sinn', und wie er fich schließlich gesagt habe: da, menschliche Auge kann stch täu-chex, die Photo« graphische Platte aber täuscht fich »itzt. Und nu« folgte die Darstellung der ersten versuche mit dem photographischen Apparat, die Entwickelung der erste, ötlbe1*, dis, von unsichtbaren Licht? rahle» hervor» gerufex, bex Beweis erbrachte», drß hier tix> Kraft ootliege, di: Holz n«b andere leichte Stoffe durch- dringt und der »ur schwere Körper einen Wtoerstand biete. Nun träazte» fich die Versuche, bi, schließlich das allgemeine S setz gefunden »!rb, daß die LarchdrixguogSkraft der X-Sttahlen abhängig ist vo» der Schwere der Körper. Zahlreiche Photo graphie», vo. Dem durch eineu Holzlatte, hixrurch photogrophi-ten Gewichtssatz und dem klaren Bi.de der in eine, Holzblock eixgeschloffese» Mttallspi:ale di« zu dem durch die Weichtheile hiudurch Photo gtophirten «nochexgerüst der mexichlichen Hand unter« Nützte» de, Vortrag und ginge, wahrend deffelbe, Vox Hrxd zn Haud. Zaletzt führie der Prof ssor eie letzte Aookes'iche Röhre vor auf .Kais«gluck'. Uxb da» Glück bewährte stch. Dem Erorrimextal Vortrag folgte eixe Diskussion. Und dabei zeigte fich der Kai,er auf', Eiegeh-xdste vertraut mit alle» bisher befamtex eleftrophystka Hetze» Erschwungen nrd wußte i, seiner lebhaften Weise der Sache immer neue Gefichtipu-kte «'zugewiuuen. E« wurde azch dir eventuelle p at;i che Nutzbarmachung der neaex Kraft besprochen. Ued »ach der «bcubtostl knüpfte fich »ie wiffen chufiltche Uxterhal-u-g wieder a». Der i Reifet behielt bi» Mittel »acht Mae Gäste um stch versammelt. Er thelte au, dem reiche» Schatze feine« Wissen«, Unterstützt von seinem untrüglichen Oeoächtniß, viele seiner selbst gesammelte» 6rfa irnxge» mit, erzählte vo» seiner Schulzeit a»b be»ti, abermals, daß er auch auf diesem rein wiffeuichaitriche» Ge biete fich eine überraschende Kenntntß zu erwerben und fortzudilbe» gewußt hat.
Al» Professor Rö»tgen schieb, machte ihn bei Hänbebruck be« Kaffer» glücklicher als die Orden«« Verleihung; er hatte ba. Schloß etwa« zaghaft be« tteten nnb nun verli ß er e, voller Bewunbernng für die umfassenden wffsenschuftliche» Kenntnisse, den leuchtende» verstand nnd den heiße. Wisse,,drang de, Kai,er«.
Wiffeuschaft, Kunst uud Leben.
♦ Berlin, 4. Februar. (» u « , e i ch n u n g.) Die Große gelbe « Medaille für Wissenschaft erhielt der Sßr»« feffor an der Berliner Universität Dr. F. W. Weber.
— Bon«, 4. Februar. (Forsch, n a s ret iQ Professor Dr. Wohltmann von der Laudw>r hschaftlichen Akademie ,u Poppelsdorf begibt fich demnächst nach Ramernn, um Untersuchungen des Boden» am Ramerangtbkg« voqumhmen.
- Kopenhagen, 3. Febr. (Neu, Oper von « " £/ Die erste Aufführung der neuen Oper .Aucasfin un» Nicoleta' des Komponisten der ,ßm*, Snno, die gestern Abend im Königlichen Theater statt« and, errang außerordent ichen Beifall. Dem Komponisten wurden andauernd Huldigungen bargebracht.
(Rachdrack mrbetau)
Die Salon-Fee.
Roma» vou X. Rarötz, (Fortt etzuug.)
..Nicht so exaltirt, Du lieber Schmeichler, ruhig,
(an«, ruhig!' Versuchte Charlotte drn erregten Bruder zu besänftigen. In ihrem weichen Organe lag wieder der gewohnt, ruhig, Klang .Wir Haden ohnehin nicht Zeit, Kinder, die kost« baren RachmütagSstundeu zu Vertändeln. Zuerst noch einen Blick in Papa» Zimmer und dann muß ich Nachsehen, woran e« etwa drüben noch fehlt. Wie mär'», Han«,' sie befreite stch sonst oon den Geschwistern tob stand auf, .möchtest Du nicht gute Kunde tofeim alten Freund, —'
An bescheidene» Klopfen an bet äußeren Korridor« chür unterbrach die Sprecherin.
.Die Zimmer gefielen ihm — er zieht ein — heute nrnhl'
.3»U sei Dank! Hurrah, Fräulein Eharloltchm! Na — und sonsten f Awa 'n Räklet h Oder Knauser?'
.Keine« um Beiden! «r schien den Miethsprei, sogar niedrig zu finven.'
„Schöniken, schöniken 1 'ne noble Natur V* gab bet Riese seiner Freude Ausdruck. .Ich fi9*» ja immer, Fräulein Cyarlo tchen,' fuhr er in beinahe Vor« »urf wollt* tone fort, .könnten dreist fünf Thaler mehr fordern!'
.Laffm Sie gut fein, Herr Wachtmeister! Ich bin zufrieden, wenn nur der Mrethsr feinen Brr« Pachtungen pünklich nachkommt. Ist er freUich lässig, dann —"
.Nun, Lol,,' fiel Hau, zuversichtlich ein, .von Herrn Doktor «tonet hast D, die» gewiß nicht zu befürchten.'
,Ja»ohl, Herr Wachtmeister,' bestätigte eifrig der «nabe, .Dozent an der Universität.'
.So, so! ’ne ganz tepetuirliche Person! Sieht ja auch sonsten nicht arte 'n Windbeutel —'
.Der!' rief Han« entrüstet.
,Ra - na - nicht» für ungut, Hänschen! Sie können mir glauben, man hat Erfahrungen gemacht. Zeigt Rancher 'n recht solide« Aushänge« child, aber kaum wann geworden, kehrt er 'n richtigen Teufel heran«! Wir haben solche wilden Butschen kennen gelernt» nicht — Fräulein Lharlottchen?'
Die junge Dame nickte zustimmend, leise seufzend, mit einem sorgenvollen AuSvruck in den dunklen Augen, aber Han« nahm fich auf« Wärmste des neuen Miether« an. Je mehr « von dessen
>Mk.
10 Pf«. ,80 SU «®0 .
OYfz.
KL KL
gütigem Wesen, besonders gegen den armen Papi, erzählte, desto Heller klärten sich be« Herrn Wachtmeister« ehrliche Gesicht«,üge auf, nnd al» der junge Lobredner schwieg, sagte er, dessen heranrforverxden Blicken mit wiederholtem zufriedenen «opfnrckm be« gegnend:
»Das ist von dem fremden Herr» wirklich nett, läßt aufn jute» Jemülhe schließen, meinen besten Jlückwxnsch zu solchem Miether, Fräulein Chat- lottchen, nnd n» verleben se mich die Störung — muß mich schnellsten« wieder runter tragen 1 Ja, wo« ich noch fraßen wollte: haben Sie jetzt meinen «arl nötyig tz"
.Danke, Herr Wachtmeister!' lehnte Charlotte freundlich ab, .die heutigen kleinen Obliegenheiten besorge ich allein, aber wenn Karl morgen früh?*
.Versteht fich, Fräulein, versteht fich! Punkt sieben Uhr ist mein Junge oben.'
Seine eifrige Versicherung zu bekräftig-», reichte der Herr Wachtmeister dem jungen Mädchen feinlink Hand. Weßhalb die ungebräuchliche Linke? Der Hüne war Invalide! Seinen rechten Arm hatte er bei dem TodeSritt der Asten Garde-Dragoner auf der blutgedüngten Wahlstatt bei Mars-la-Tour eingebüßt.
9.
An Monat war vergangen, seit Doktor Kroner an der Berliner Universität sich habilitirt hatte Seine Antrittsrede, welche de» Grundgedanken de« notigen Jahrhundert«: .In der Wissenschaft die reie Forschung,' behandelte, war Seiten« be« ganzen Lehrkörper« mit entschiedenem Beifall ausgenommen worden; seine Vorlesungen wurden zahlreicher besucht, al« er für den Anfang zu hoffen gewagt Hatte auch vielleicht zuerst der Rch der Neuheit diesen und jenen jungen Rusensohn augelockt; die
* (Stöcker.) Hofprediger a D. Stöcker hat ax feine Wähler im LaadtagSwahlkreise »iudex« Lübbecke folgende Erklärung gerichtet: .De, Wählern uud Wahlmänxem, welche mir ba« V rtrauex ge« : fsexkt Haden, mich i» ba« «bgeorbxetexbaa« in wählen, thetle ich hierdurch mit, daß gewisse llmstäude mich veraxlaßt habex, au« der d-utschkouservativen Kartei be» Abgeordnet-uh-mse» auszuscheidex. Meixe ? politische, soziale uxb kircheupalitische Halixxg erleibet vadmch »icht bie gertxgtte Beräxdemxg.' — Die koxservativeLaxbtagrfraktiox hat sich dx« -eh-xd mit bern Beichluss- de» «lfetausschusse« g:gex Siöcker beschäftigt und ist schließlich ,u bem «rgebxifi gelaugt, ba« Lorgehex be« Siferausschuffe« qutzuhetßex u,d bem Elferausschuß eix Ser« t:aae»»Datum zu erth ile».
•* (Sippe) Die .Lippifche LaubeSzeituxg' erfährt au» ficherster Quelle, daß der BusdeSrath »e» Autrag Lippe-Dttrnold», die Extscheiduxg 'er Throxf olgefrage durch da» Reich »gericht herbeizu-ührex, abgelehxt, bagegex bex Auttag SreuSex»: bet Reichskarzler solle bie streitexbex Parreiex auf E-xsetzuxg eine» 8chiebSgericht« hixweisex axgexommex hat.
* (Äffaire v. Kotze uxb ihre Folgex.) 8ar Berabschie uug bt« lommaxbftexben Eexeral« 8rtxj Friedrich vou Hoheuzolleru b-richtet 'er ,8. L.', daß ber Prix, A la suite be« 5. Ulaxe». stegtmeut» gestellt worbex ist. Die G-nehwiguug >'6 Abschiedsgesuch», da» gemäß ber mftitärffchex Stqiette e »gereicht wurde, weil bet Kaiser bem Aiuachtex be» Generals ix Sache» be» gegex Herr» b. Kotze ergangene» UrtheiiSspruche nicht beitrat, hat überrascht. Der Priuz wi.d fdxex Wodnsttz i» Süd« deuttchlaub mhuex. Gleichzeitig »it d^rn P-inzex Friedrich vou Hoheuzolleru hat, wie wir erfahre», Priuz Albert vo» Sachse».Alteaburg fei»en Abschied ei»gereicht, welcher ebenfall« g »ehmiat worde» ist. Der Pii»z, welcher den R.»g ei«e» <8 »eral ßientexait» i» der Armee bekleidet, ist A la suite be» 12. Hu are» Regiment» gestillt ®orbe». Er wird demnächst mit seiner Gemchiin Öerli« verlasse» uxb rach Schloß «uch.lmis, bei Serrahx ix Mecklenburg Schwerin übersiedeln, welche« er vor einiger Zeit vox bem Graft» Hah» g kaust 90t. Dem vernehme« »ach bürste a»ch i» den hohe» Hofcharge» bemxächst eixe Beraube« rung eixtretex. — Dasselbe Blatt meldet ferner: In Sachen de« Leremoniemeister« v. Kotze h-t der Ehreurath des Köiig»«Ulanen «egimmt« meisten fühlten sich bald dauernd gesesselt durch di« geniale Gedankentiefe in Krönet'» von echter Humanität butchglühten Anschauungen und Jveen, oelchen er mit hinreißender, zündender Beredtsam« kett, durch ein klangvolle» Organ wirksam unterstützt, überzeugenden Ausdruck zu geben verstand.
Richt minder wie mit dem Beginn seiner akademischen LehrthLtigkeit durste bet junge Dozent zufrieden sein mit der Aufnahme, welche seine pflichtschuldigen Besuche bei den UntoersttLt«. Professoren und andern bedeutenden Leuchten der Wrssenfchast fanden. Nirgend klang ihm ein be. oauernde» .Richt zu Hause' entgegen, selbst die be« ruhattesten Kapazitäten empfingm den neuen Kollegen auf« zuvorkommendste. Die« verdankte -r nicht allein seinen wett umfassenden, »icloer« sprechenden Kenntnissen, sondern zumeist seinem ge# oinnenb liebenswürdigen Wesen, da» mit natürlicher Emfachheit weltmännische Gewandtheit verband.
(Fortsetzung folgt.)
^dertafltn. — Quartal-Ab»mitmen°».Preir^bei^d«r"»^ nimmt entgegen die GMeditiou diese» Blatte«,
bitten 2 Mk., bei allen Postämtern L Nk. 26 $f^. vonHaasenWn u Bögler ta
Bestellgeld). Insertionsgebühr für die gespalten« 3eüt jDnttttPrftrtrt ß Stpfirimr 1ÖQH ^bolf XXXI. AllÜftk.
-ber der« »«um 10 Pfg.Reklamen für di.Zell« 25Pfg. L-VNllcrsiag, O r>LVrUar 1090. ^b«U
.Kur ’n Augenblick, Fräulein «harlottchen, tollte man blH 'mal hören von wegen bem fremden Besuch«' Die schnarrende Aussprache, der ganze Dialekt verriethen den geborenen Berliner.
.Sie hasten richtig geahnt, Herr Wachtmeister,' Ersetzte Fräulein Wildow. .Der Herr war ein «vhnungssuchender.'
«Ra — und?'
DeatfHes Stetch.
• 3ritte, 4. Febr. (Tagesbericht.) Se Majestät der Kaiser hörte heute den Vortrag de« Staabfetretär» v. Marschall im Auswärtigen Amt. 3m König!. Schlosse arbeitete Se. Majestät hieran! mit bem Lhef be» MlUtäckabiaet« »ab empfing de» ■tue» türkische» Boi schäftet «halib Bctz i» ««tritt» audie»z Nachmittag» »ahm der Kaffer de» Vortrag be» Lhef« be« MariuekabiuetS extjegex. — Der ,R ichsa»zeiger' melbet j tzt, daß bem Uitecstiat« fekreiär im ReichSamt be» J«»er» vr. v Rotte» bürg bei feinem Ausscheiden au» dem Retchsvieust der Lharükter al» Wtrkücher Geheimer Rath mit dem Pcäs-kat .Srzellenz' »eiliehea worbe» ist. — Die Retchrtag«abgeorb»etex Graf Mirbach u»d vo» Katdorff waren in den letzte« Tagen beim Fürsten Bismarck. — Freiherr v. Hammer stein kam heule Morgen 75/4 Uhr auf dem Bahnhöfe Thaclolteuburg a» »rd wurde von da direkt nach dem UntersuchusgSgefängniß Moabit traneportiit 3» feiner Begleitnag befanden fich fünf Kcimiaal beamte. Herr v Hammerstetn steht seht abgemagert au».
* (Krisengerüchte.) Die Gerüchte über Krisen die in ministerielle» Kreise» bevorstehen solle», wolle» nicht vcrstammen. Der Mau», dessen ,'chwnzn Tag'fttzi al» nahe bezeichnet wird, ist oer Kultus« miniuer Dr. Bosse. Der Kaiser soll am Son-abend, als er gegen 3 Uhr dem Fürste» Hohe»lohe eine» Besuch machte, fich sehr in big»trt über dte Haltung auSgesprochm habe», die Dr. Bosse gegenüber bem heftigen «»griff b?e klerikale» Frhr«. v. Heere man im Lrxdtage be wiese» habe- SI» besondere Merkwürdt»k--t verdient ach ervähut zu werde», daß gerüchtweise auch d-e Stellung deS Eisenbahn Ministers Thielen als erschüttert bezeichnet wirb E nster jedenfalls, al» bie Mitthellnug, die Herr» T-jielen betdfft, ist die Thatsachr zn nehmen, daß immer wieder die Amtkmüdigkeit deS Reichs« kanzlerS den G-geustaud ernsthafter Gesp-äche bildet. Als eventueller Nachfolger wird mit Be stiwmtheit Fürst Hatzfeldt, der OberprSfidrut von Schlefien, bezeichnet, dessen S mahlin, eite Tochter be« m fischen Gen-rals Beuckcnboiff, bereite bie Zurüstungen zum Umzüge treffen soll. — Da» Gerücht von bem devorstehenben Rück.r.tt be» Staats- fetretär» ber Marine, Hollmann, soll dadurch entstanven fein, daß ein findiger Berichterstatter bex von einer Reise znrückk hrenden Admiral in Avil auf der Straße getroffen hatte!
.Da kommt er selbst! Da« ist sein Klopfen!' tief Agne«. Sie flog davon, um zu öffnen und lehrte im nächsten Moment in Begleitung einer Mmenhaften Männergestalt zurück. An dichter langer, r Schlich blonder Vollbart gab dem Gesichte »inen materialffchen Anstrich, aber in den Hellen, freundlichen Augen, denselben, welche in dem Hau«« Var so forschend Doktor Kroner nachgeschaut —