SMt >md Bolag. Jllttstrirtes Donntaasblatt. VeranwoM^Reda^r^Fri r d r ich^ L » »a ^k
M 27
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn» und Feiertagen. — Quartal-AbonnementS-PreiS bei der Sxpe- dition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exll. Bestellgeld). JnsertionSgebühr für die gespalten« Zeil« od«r drren Raum 10 Pfg. Reklamen für die Zelle 25 Pfg.
Sonnabend, 1 Februar 1896.
Arteigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blattes, sowie die Annoncen-Bureaur von Haasenstein » Vogler in ____
Frankfurt a. M., Taflel, Magdeburg und Wien; Rudolf XXII. Z-aüra. Mofse in Frankfurt -. M., Berlin. München u. Köln; L. L. <O«*f*B*
Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin Hannover Paris
HM- Wir eröffnen hiermit ein zwei- »onatliches Abonnement auf die Monate Februar und März. Der Bezugspreis für diese beiden Monate ist frei ins Haus 1,40 M., bei Bezug durch die Post 1,50 M. exel. Bestellgeld.
Eine Besserung beim Klebegesetz
* Endlich soll sie kommen, eine wirkliche Besserung bei der Alter«- und Jnoalidenverficherung, bei» Klebegesetz, aber doch noch nicht v n heute am morgen. Die toteresstrten Kreise, und da» ist bod| eigentlich das gesummte deutsche Volk, werden »od| etwa» Geduld habe» müssen, aber vir haben doch vo« der zuständigen Stelle der Reichsregierung de Versprechen bekommen, daß gebessert werden soll. Der Reichstag, der in dieser Sepsis» ei» leidlich offene» Ohr für Volkswünsche hat, hat auch etwas nachgeholfen; und so wird schon Alle» mit der Zett komme». Mit der feste» Am ficht ans eine Besserung wird ja auch da» Warte» nicht gerade allzu schwer.
Wer auf eine Abänderung, eine Berbeffernng de» Alter», und Jnvulidenverficherungrgesetze» für Arbetter hiuwirkt, handelt nicht gegen diese Ein- richtung, sonder» int Interesse derselben. Die Kosteofrage fällt stetlich in'» Gewicht, aber Allen, die zu kleben haben, würde stcher ein victteljährich-r Ausgleich viel t »genehmer sein, als da» wöchentliche Kleben. Die Vergeblichkeit hier ist außerordentlich entschuldbar, aber Strafe kostet sie doch, und fie muß Strafe koste», weil die Bcstimmu»ge« des Gesetze» zu respekrire» find. Aber der Umstand, daß so ost da» Kleben der Marken vergesse« und dem» gemäß so oft die Bestrafung ersorderltch wird, die zeigt, daß an der heutige. Form der Alter»- und Jnvalidenverficherung etwa» nicht gut ist.
Sin Gesetz, welche» nicht von der Lolttpopulatüät getragen wird, bei de» vielmehr die Strafen, wenn auch nicht die au»schlaggebende, so doch eine recht wichtige Rolle spielen, wird im Volke schwer al» eine wirkliche Wohlthat ungesehen werden und so stehe» hier die Dinge. Gewiß Huben die Reichtrentner ihre Freude an ihren Bezügen, und weil die Zahl dieser Reichsrenluer sehr viel größer ist, al» erst behauptet wurde, so ist natürlich auch die große soziale Bedeutung der Alter», und Jnvaltdenver- ficherung zweifellos. Aber wenn die Siebzigjährigen
(Nachdruck verböte».)
Die Salon-Fee.
.Roma« von A. Marbtz.
(Fortsetzung.)
„Woher kommt da»?' fragte Doktor Kroner verwundert. „Die Straße liegt doch beinahe im Mittelpunkt der Stadt; die in ihr waltende Stille scheint mir gerade ein besonderer Vorzug und überan» verlockend für viele Ruhe bedürftige 1 Und war die Wohnung selbst anbetrifft, so dürfte doch auch diese ziemlich weitgehenden Ansprüchen ar- Rügen!'
„Nicht wahr, die Zimmer find hübsch?' nickte der Knabe, mit wohlgefällige» Stolz die elegante, gediegene Einrichtung musternd. „Er fehlt auch, seitdem der Miethozettel draußen hängt, keineswegs än Nachfrage, aber e» waren meisten« Studenten, die mag Charlotte nicht, und auch' — der junge Mensch zögerte, merklich niedergedrückt, „wenn fie andere Herren abweist, hat fie dazu triftige Gründel'
„Da bleibt mir ja wenig Hoffnung.'
„Bitte, mein Herr!' fi-l der Knabe verlegen ein, „Sie — ja, Sie gefallen Lolo gewiß! Aber,' fuhr er eifriger fort, ,«» ist kalt hier im Zimmer! Wäre e« vielleicht gefällig, mit hinüber zu gehen in unsere Wohnstube und dort zu warten?'
Kroner erklärte sich bereit, dankte dann de» »jungen Henn" für dessen vorgefaßte gute Meinung; in fernem Herzen aber dachte er verstimmt: „Wenn diese Charlotte eine so wählerische Dame ist, wird »ein« Bleibens wohl nicht hier sein!"
Doch wollte er e« daraus ankommen lassen — hatte ja Zett zum Warten.
Die FamUtenwohnstube war ein großer, freund-
und die Invalide» der Arbett ihre thne» vom Reiche gewährten Reute» eiusteckeu, so steht ihnen mit minder verguügten Mienen die andere Bevölkernug gegenüber. Und da fie e« ist, welche zahlt, hat auc> fie ein Recht zu wünsche«.
Die Alter« und Jevalideuverficherung sollte von llufaug an gut fardtrt angelegt werde», und darum wurde e« vo« Ma: lenk!eben bi» zur Verwaltuu» hinauf zu komplizirt eingerichtet. Daher ist Alle» ge komme», »a8 heute «lagen und Beschwerden ver ursacht. Eine solche «chtige sozialpolitische Ei» richtung mußte der «evölkerurg so handlich gemacht werden, wie, n» einen drastischen Ausdruck zu «e- brauchen, die Sem« l« für den Morgenkaffee Die ganze Anlage brauchte absolut nicht verwickelter und mußte miider kostspielig sein, al» bei de» Kranken kaffen. Die Latten «st ihre» Klebe« und ihrer Aufbewahrung sollte« einfach nnd handlich sei«, aber fie ge: obe haben den größten Widerwillen erweckt und kosten da» »eiste Gelb. Der ganze gewaltig. Beamten-Apparat, bet freilich nicht zum Vergnüge» gebildet worden ist, sonder« «ach de« Bestimmnnge« vtese» Gesetze» geschaffe« werde« mußte, kostet 11» summe« und »ar bet anderer Anlage entbehrlich, za« starken Thetle entbehrlich.
Ebensowenig wie beiden schcn erworbenen Rechttansprüchen die Alter»- «nd Jnvalidenverficherung »st eiuem Male beseitigt werde» taut, ebensowenig kann auch die heutige Verwaltung auf de» Kopf gestellt werden. Wos da ist, wird im Wesentliche» auch bleiben »üffe», aber der Vermehrung der Unkosten, wie fie die weitere Entwicklung naturgemäß mit stch bringen würde, der »nß i» einem Rcfoimgesitz ent- gegeegetietex »erden. Beamten, die ein solche« Gesetz, da» noch kein Borbstd hat, aukarbette», denken selbstverständlich sofort an die Bildung eine, möglichst kowpakten veamtenkorp», aber da» Voll den» gerade da» Gegcnthetl. Dari» liegt kein« Unterschätzung der Arbett eine» erfahrene» Beamte», nur der Wunsch, nicht mehr Schreiberei herbei- zuführcu, al» erforderlich ist.
Wenn wir heute eine Erhöhung der Leistungen der Alters- «nd 3,valide«verstcher»»g herbeiführen wollen, so würde dazu eine bettächtliche Beitrags erhöhang eisiroerltch sein. Vermiuder» wtt die »er waltung,koste» »eutgsteu, für die Zukunft dadurch, daß wir eine jedwede Erhöhung vermeide», dann wird fich Manche« auch ohne Beitrag«,„chläge er- reiche» lassen. Die Alter«- und Jnvalidenver ficherung st ei» BolkSgesetz; wen» wir seine Handhabung in der Harptsache auch Bolksthätigkeit sei» lasse», da»« werden wohl alle Thcile dabei ant Beste» fahre».
li^er, angenehm durchwärmter Raum, dessen Fenster ebenfalls nach dem Garten hinauSgingen. An dem einen saß ein ungefähr zwölf Jahre alte« blondes Mädchen, mit einer Häkelarbeit beschäftigt. Unter dem zweiten Fenster stand ein Tisch, völlig bedeckt mit Materialien zum Zeichnen und Malen. Die eine Schmalwand nahm ein Klavier ein, diesem gegenüber erregte ein breiter, hoher, alterthümlicher Bücherschrank mit prächtiger Schnitzarbeit Kroner'» befoncere Aufmerksamkeit. — Dem jungen Wtldow entging die« nicht.
„Nicht wahr, der Schrank ist schön?' fragte er cbhast. „Er stammt au« der Renaiffancezeit, erbt schon feit ein paar Jahrhunderten in Papa« Familie ?ort und — wenn ich' — eine Helle Röche über- log da« blaffe Gesicht — „wenn einst ein tüchtiger Mann au« mir wird, dann — die« hat Charlotte mir versprochen, soll bet Schrank mit gehören '
»Ich bin überzeugt' — entgegnete Krönet rntt seinem hetzgeminnendm Lächeln — „Sie werden e» nicht an Fleiß fehlen kaffe«, die Auszeichnung zu verdienen. Der Besitz diese« bewundernswetthen Erbstück» ist in der That einiger Anstrengung werth.
Durch Hefen Ausspruch gewann er da« junge «nabenherz ganz für sich, aber auch Doktor Krönet «nd je länger desto größere« Wohlgefallen an den beiden Kindern, denn auch da« kleine blonde Mädchen, nachdem e« seinen freundlichen Stuß mit einem zierlichen Knix erwidert hatte, wurde allmählia zutraulich, al« es gewahrte, wie rückhattslo« der sonst Nille, ja eigentlich verschlossene Bruder rntt dem rernden Herrn plauderte.,
Zuerst machten fie ihn mit ihren Namm: Han« nnd Agne» — bekannt. „Der erstere' — erzählte
Deutsches Reich.
* Berlin, 30. Ja». (Tagesbericht.) Se. M,j. der Kaiser koufert.te «ach eiuem Spaziergang i» Tht-rgatte» heute im Auswärtigru Amt mit de» Staatssekretär v. Marschall. Nach dem Kgl. Schlo $ zurückgekehrt, hörte der Monarch den Vortrag di» Krieg«. miaistkrS und arbeitete mit de« Chef de» Militär kabinttts. — Die Trauerfeier für den verstoibrneu uordamlttkarischeu Botschafter, General Rn«hon, »at heute unter großer Theilnahme ßattgefundeu. — 3« pa>la«e»tattschen Kreisen kurfirte heute da» Gerücht, »er Staatssekretär de» Reichr«art»eamt», Vizeadmiral Hollman«, habe sei» Abschied«. g e s u ch eingereicht. Die« Gerücht extbehrt z« ar nicht, wir bet „H. 6/ meint, bet inneren Wahrscheinlichkeit, aber e» ist boch wohl verfrüht. Denn eine e»b> gütige Entscheidung über die Marinepläne ist noc» nicht getroffen.
" (Fürst BiSmarck.) Au, Friedrichsrnh schreibt der „Köln. Z«g.' ein geborcuet Kölner: Ich fuhr heute, am KaijersgeburtStag, mit meiner Frau aus Himburg hierher. Wit trafen den Fürsten im Park, er sah vorzüglich aus, ging sehr elafii ch und unterhielt fich lange mtt nnS. Ich erzählte ihm unter Sndnm, daß man in Köln bei jeder Gelegenheit sein Denkmal aus'S Schönste schmücke; daran antwortete mir der Fürst: „Ich weiß, daß »ich die Killet in ihr Herz geschlossen haben, und das ehrt mich sehr.' Sr schien stch sehr wohl zu befinde«, war sehr »unter »nd verabschiedete fich unter de» liebenswürdigsten Worte» von »einer Frau mit eine» Kuß und von mir mit Händedruck. Der Fürst trag dem GeburtSteg de« Kaiser» zu Ehren Uniform, darüber eine» leichten Pelz. Gestern und vorgestern «achte er Spazierfahrten.
* (Falsche Krisengerüchte.) E» ist ei« Zeichen der nervösen @ii««n«g, die in den poli- nschen Kreisen herrscht, daß alle Augenblicke Gerücht- über neue Riuifterkrisen aufiauche». Such a« Milt, woch war wieder viel davon die Rede. Die „Voss. Zig.' schreibt dazu: Wen» ei» Mitglied des Reich», tag» bei der Rückkehr an» der gestrige» Sitzung za fällig h» „R-ichSanzeiger' lese» sollte, daß da« StaatSmiuisteiium unter dem Vorfitz de» Fürste» Hohenlohe eine Sitzung abgehallen habe, so wird er wohl vermuthe», daß in dieser Sitznng offizielle Schritte zur Löjnng der »eu-sten Ministerklisis ge chehen fete». Der Artikel der „Ha«b. Nacht.', der dem Kaiser zu seine« GebnrtStage de» Mansch größerer Freiheit in der Wahl seiner vernther bar
bie Kleine — „fei schon Ober-Tertianer, bereit« ein paar Mal durch Prämien ausgezeichnet.' Hier „hustete' Hansl E« war ihm augenscheinlich unangenehm, sein Lob au» posaunen zu hören 1 Doktor Kroner fragte, welche« Gymnasium er besuche, um nach den Lehrfächern, in welchen Han» am weitesten ei. Der letztere gab auf Alle« prompte Antwort, n bescheidenster Weise, wenn e« feine eigene Person betraf.
So waren nicht nur einige Minuten, sonder« mindesten« schon eine Viertelstunde verstrichen, ohne daß Doktor Krönet da« lange Warten peinlich empfunden hätte. Han« und Agne« suchten ihm Die Zeit auf das B.-ste zu verkürzen. Wovon sie auch plaudern mochten, erwähnten sie bei Alle« wiederholt ihre Schwester Charlotte I Die Dame schien eine Autorität für bie jüngeren Geschwister, mit bestimmendem Einfluß a»f ihre Handlungen Aber an« Allem leuchtete hervor, daß sie fich reudig dem einsichtigen Willen der Schwester, an welcher fie mit inniger Zuneigung z» hängen chienen, unterwarfen
„Fräulein Wildow,' — fragte Doktor Krönet, auf bie bezeichneten Malutenfilien beutend, „ist eine Künstlerin?'
«Lol» ist Musterzeichnetin für —'
Han« verstummte plötzlich, ängstlidhe Bestürzung malte fich in feinen Augen, »ährend sie auf einen »stimmten Punkt starrten. Al« Krönet'« Blick derselben Richtung folgte, sah er, wie dicht neben oem breiten Bücherschrank, von diesem halb verdeckt, ein faltenreicher, bi« zum Fußboden fallender Vorhang von dunklem Woleustoff sich leise bewegte. Sr hatte dahinter eine Wandnische vermuthet, doch
brachte, hat unerwartet schnell eine ganze Reihe vo» Kriskngerüchtk« gezeittgt, die währe»d bet gestrige» Sitzung das parlamentarische Stillleben beunruhigten. Die Freunbe eine» neuen Sozialistengesetzes schiene» fest überzengt, baß bet Reichskanzler bet Bürde bet preußische» Rtnisterpräfibentschaft «übe sei, u»d baß dieser Theil fehtcr Fu.ktioueu auf be» frühere» MinisterprSfidente» und Minister be« Inner« Botho Grafen zu Sule»b»rg übergehen werbe. 8«berex schien biefe Kombination nicht recht glücklich, wenigsten» nicht für den Fürsten Hohenlohe selbst. Von biefe« wurde al» Kandidat für da» Reichskanzleramt General a. D. Graf Wartenslebe» genannt, womit da,» auch da» drohende Gespenst einer Reform be» Militär- strafprozeffes »lebet beseitigt sein würde. Noch Andere bezeichneten dm Oberpräfidenten von Schlefie», Fürsten Hatzfeldt-Trachenberg, al» künftig« Reich«, kanzlet. Alle diese Gerüchte ernsthaft zu behandel», liegt kein Anlaß vor, so lange die Voraussetzung für die Ernennung »euer Männer, nämlich der Rück- tritt der jetzt im Amte befindliche», nicht vorhanden ist.
* (Reich«taa.) Der Reichstag erledigte hente nur ita einziges Kapitel bei Etats de» RetchSamt» de« Inner», nämlich die „Ausgaben für die »e- hördm zur Untersuchung vo« Seeunfälle«'. Die Abgg. Metzger u«d Bebel »«ternahme« e«, nxter dem Vorwande, dien bessere« Schutz für Passagiere und Mannschatte« zu schaffe«, de« deutsche« Rheder», speziell dem Norddeutschen Lloyd, die Schuld a» be» mehrfache» Schiff««,fäll«, bet ,«lr>e' rc., auf. 8 bürden. Sie fanden im Hause und vo« Regierung«tische lebhafte» Widerspruch. Morgm wird bie Etaibermhnug fortgesetzt. (Sergi. Reich», tagibericht. Die Red.)
* (Englische Schmierer.) Der Berliner Berichterstatter der Londoner „Daily New»' erfährt an» angeblich bester Quelle, daß Kaiser Wilhelm «ach Veröffentlichung seiner Drahtung an be« Prästbente« Krüger an» E»gla«b viele Hunbett be- letbigeebe a«o»yme «riefe empfing. Anfänglich war Der Kaiser entrüstet, aber et faßte später die Sache von bet hnmoriftiiche« Seite auf und gab schließlich Befehl, baß die Briefe an« England nicht mehr geöffnet »erde« sollen.
•• Stroßlurg 80. Januar. (Ausweisung.) Der Inhaber Noak bet Firma H. Dollfo» in Mül. Hanse« ist wege« bmtschfeiudlichet Demonstratio» au» Den Reichslanbm ans wiese« worben. Er hatte eine« Ballsaal mit einer Abbildung de» Belforter Revanche- Denkmal» dekorirt.
velehrte ihn jetzt da« leichte Knarren einer Thür eine» andere»
In unwillkürlicher Spannung blickte er bet Dame — denn nur Fräulein Wildow erwartete er eintreten zu sehen — entgegen, und fast unangenehm fühlte er fich enttäuscht, al« statt eine« weiblichen Wesen« eine Männergestalt sichtbar wurde, bete» Erscheinung allerdings schon im nächsten Moment eine Aufmerksamkeit fesselte.
Auf einem langen, auffallend mageren Körper aß ein Kopf, dessen kahlen Schädel volle graue Locken, die Übet der prächtig gewölbten hohen Stirn aufstrebend emporstanden, umkränzten. Die (Be# sichttzüge, von einer fahlen, grauen Blässe bedeckt, waren verfallen, wie bei einem achtzigjährigen Greise, wogegen an» dm tiefliegenben dunklen Sagen ein beinahe jugendliche« Feuer sprühte, aber e« war kein wohlttzumder Schimmer, sondern ein uustäte« Flackern, da« beängstigend wirkte.
(Fortsetzung folgt.) a=SSeB=9—=—SSSSSSSS9S9M
Lötffeaschaft, «aast anö Leben.
*♦ Gießen, 30. Januar. (Auszeichnung.) Di, chilosophische Fakultät unserer Hochschule übersandte au» Anlaß seine« 50jährigen Doktor-JublläumS dem Professor vr. Fridolin von Sandberger an der Universität Würzburg die Ernmerung seines Doktordiplom«. Der Jubilar, ein verdienstvoller Mineraloge und Gcognost, promovitte an unserer Luvsviciana am 30. Januar 1846 zum Doktor. _ _3 Jan. (Ordensverleihungen.)
Veröffentlicht u. A. folgende Ordensverleihungen an Gelehrte der Berliner Universität. Es erhielten Prof. Or. du BoiS-Reymond den Srern zum Rothen Adlerorden 9. Klasse mit Eichenlaub, Justizrath Prof. Dr. Jacobi den Rothen Adlerorden 4. Klaffe, Prof. Dr. Weinhold den Stern zum Königl. Kronenorden 2. Klaffe, der Direktor des meteorologische« Institut«-Prof. Dr. v. Bezold den Königl. Kronenorden 2. Klaffe.