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öchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Jllustrirtes Sonntagsblatt.
Verantwortlicher Redakteur: Friedrich Colbatzktz in Maring. Sprechstunden der Redaktion: 10—11 Uhr Vormittag»
M 26
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Marburg,
Freitag, 31. Januar 1896.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blatte-, sowie dir Annoncrn-Bureaux von Haasenstein u Vogler in ,, Frankfurt a. M., Taffel, Magdeburg und Wien; Rudolf xni. ä Mosse in FrMksurt a. M., Berlin, München «. Köln; C. L.
Daube u. Eo. in Frankfurt a. M., Berlin Hannover Paris
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Die Sozialdemokratie im deutschen Heere.
* Paul Tehit schreibt ix der Wochenschrift,Sozial «form': In den ersten Tage« »ach Einstellung der Aekruteu versammelt der Hauptmann die ganze Rom paguie einschließlich der O fiziere und verköndtt zwei wichtige Wille»!Meinungen »eS obersten Kriegsherrn. Jederzeit soll der Soldat eingedenk sein, daß er der König» Reck trägt. Dieustgehttmaifse darf nicht ver- tathen und den Umgang mit Leute», die von König und Vaterland nicht» wisse» wollen, muß er meide«. 68 wird den Mannschafte» Verbote«, sozialdemokratische Versamwlll«gex, Vereine nnd Giselllchasteu zu besuche«. Diese» Verbot bedarf Liner Begründung, el ist selbstverständlich. Der Soldat schwört seinem König Treue, und er kann unmöglich in Kreisen verkehre», die ihre« Texdeuzeu nach bestrebt find, ihn zu« Meineidigen zu mache». Bor dieser Gefahr wuß er fich selbst schütze», muß er geschützt werde«.
Nach bei Erfahrunge« kundiger Berufssoldaten finden fich trotzdem im deutsche« Heere Soldat,u «it sozialdemckratische« Neigu«ge». Kürzlich ist ei« Husar durch kriegsgerichtliche» Erkcnntniß zu eine« Jahre Gefängniß verurtheilt morde«, w il er während de» Manöver» in (Brietbeim auf eine Thür »Hoch lebe die Srzialdemok.atiel" geschrieben harte. Da die sozialdemokratische Agitation namentlich die jüngeren Arbeiter »it Erfolg bearbeitet, so mag eS häufig genug Vorkommen, daß junge Leute mit sozialdemokratische» Gifixxurge» i» da» Heer et», gestellt werden. Wie groß die Zahl liefet Soldate» ist. läßt fich nicht annähernd angeben. Tenn durch die strenge Drkcipltn de» Dienste» werden fie genölhigt, ihre Gestxxuugeu zu verberge». I» gewiffe» Re- gimerter», die fich au» größeren Städte« und industrielle« Bezirken rekrutire«, scheint die Zahl der sozialdemokratisch gestnnten Srldate« nicht gering zu sei«. Da» läßt fich schon an» de« verhängten Strafe« schließen, wenngleich man bemüht ist, die sozial-
(Nachdruck Verbote».)
Die Salon-Fee.
Roman von A. M a r b tz.
(Fortlepum.)
Au» einer der längsten, verkehrsreichsten Straßen der Hauptstadt bog Kr oner in eine ihm zur rechten Hand liegende kurze Seitenstraße ein, an der cr gestern zweimal achtlo» vorüber gegangen war. Die in derselben herrschende Stille bildete einen auf. fallmden Kontrast zu dem so nahe liegenden ge. räuschvollen Leben und Treiben. E» wurde er- llärlich, wenn man die hoh<n, festgeschloffenen Häuser Näher betrachtete: keine glänzenden Verkausrfiätten »it blendend ausgeschmückten Schaufenstern lockten die Schaulust müßiger Gaffer an, die Parterreräume säst sämmtlicher Gebäude waren zu Privatwohnungen — immer seltener werdende Aurnahmen — ein- gerichtet.
Die fast vornehme Ruhe, welche über der breiten, Wschen Straße lagerte, berührte Kroner ungemein »ohlthucntz.
»Ja, wenn hier —•
Er hatte den stillen Wunsch noch nicht aur- gedacht, al» sein forschend umherschwetfender Blick Über der breiten Eingangrthür de« zweiten statt- lichkn Hause» ein weiße» AuShängetäfelchm bemerkte. Rach wenigen raschen Schritten stund er davor tzud la»;
»Zwei Treppen, link», möblirte Wohnung (zwei Etüden) zu vermiethen.'
Zwei Stuben — gerade nach Wunsch I Roch »inen flüchtig prüfenden Blick an dem Haufe emporwerfend, drückte Doktor Kioner ohne lange« Be- sinnen auf den »stillen Portier' — die schwere Hausthüre sprang geräuschlo« .ans und schloß fich
demokratische Urseche dieser Bestrafungen zurückzw drängen, ä« maßgebender Stelle wird «au diese Andeutunge« zu würdigen wffen. Verantwortlich für die sozialdemokratisch g-staute» Soldate« find jedenfalls »icht die wilitärische» Einrichtungen, auch nicht die Offiziere und Unteroffiziere, so»d?rn andere Lerhälinisse, die fich der militärische» Einwirkung iuiziehe«. 3« Allgr meinen ist die Agitation krafl dc» s ziattemckcatische» Soldaten überall da e:x; geringe, wo Offifiere und Unteroffiziere genau im Stsue der Iatemioue» Sr. Mcjestät ve fahren.
I-d m Hauptmann und Rittmeister find so ziemlich bt jeiigex seiner £ oldateu bekannt, welche, bevor fie eiegi st llt wurden, sozialdemokratische Gefinunngen al» Fabrikarbeiter, Bergleute rc. bekurd tm oder mindesten» sozialdemokratische Versammlnngen be suchten. Diesen Leuten wendet er besondere Auf merkfamkeit zu, er sorgt dafür, daß fie mit ent sprechender Vorficht behandelt werde». Und da diese Leute bestrebt fi»d, ge«iffe»hast zu thnu, wa» der Dienst verlangt, um »icht den geringste» «»laß zu Strafen zu gebe», so ereignet e» fich nicht selten, daß fie wegen ihrer tadellosen Führung zu Stubenältesten ober (Befreiten ernaint werden. Da» er- scheint auf den ersten Augenblick b.d-nklich, ist aber i« Wirklichkeit erfreulich. Denn viele L nte, die mit sozialdemokratischen »efinnnngen in da» Heer ein trete», verleffen es al» Gefreite und »irr feite» mir b r Qn-l'fikation zum Reserveurt.roffizier, erfüllt von be» Pflichte» ihrer Stellung und von Liebe zu König n»b Baterlar d. Hier zeigt fich da» Heer an nationale» Erziehungsmittel. Nur da, wo die Be- strebuigen der Hauptleute u»d Rittmeister durch über eifrige Urterosfifiere durchkieufi werden, wo i« Wider- soruch «it de» gute» Sbflch en be» Haupt»auu» der Unteroffizier geraded-u soziaedemokratiicher Äestnuuugen verdächtige» Ra», gehässig behandelt, ihn vielleicht gar schimpft ober schlägt, wirb eine gü.stige W rkung reicht erreicht, sondern die soztalbeMok-aliiche «efi.nung nur gekräftigt. Bei gehöriger Sorgfalt kann bei uwstchtiae tzauptwan« Hand in Hand v i; zuverlässige« Uiteroffiziere» viel thun, um sozialdemokralische (Be st«»»uge» n» ter den geboten zu beseitige».
Innerhalb der Kaserne ist der Soldat vor der sozialdemokratischen Gefahr geschützt, wen» nicht uxter besonder» ungünstige» Aurnahmeverhält-iffex die AgiiatioxSkraft einzelner sozialdemokratischer Kameraden belebt wird. Außerhalb der Kaserne wird der Soldat vor der Berührung mit sozialdemrkraiischen Elemente» abgehalten dmch da» «erbot, gewiffe Wirthkhänsn zu betrete», welche hauptsächlich vo» Sozialdemokrale«
hinter dem Eintretenden sofort wieder, der nun so eilig, al« ob er fürchte, e« könne ihm noch Jemand zuvorkommen, durch den Hautflar schritt und die breiten teppichbelegten Treppen erstieg. Er hatte nicht beachtet, wie im Hamflur reckt» ein von einer weißen Gardine verhüllte» Schiebefenster ge. öffnet und ein bärtige», materialische, Gesicht auf. tauchte, da« au« Hellen, scharfen Augen die fremde Erscheinung einer kritischen Musterung unterzog. Sie mußte wohl für unbedenklich befunden werden, da ein Anruf unterblieb, doch aufmerksam horchend bog der gewiffenhafte Hau«wächter den Kopf weit hinaus, au» dem Schall der Schritte deren Ziel zu entnehmen, und al» diese im zweiten Stock Halt machten, murmelte er mit nachdenklich vertiefter Stirnfalte »wischenden buschigen Brauen: „Hm — Wtldow» — hml'
»Doktor Wildow' — la» im selben Augenblick Albert Krvner auf dem weißen Porzellangriff oet in die bezeichnete Wohnung führenden Klingel, rhr lauter Klang war noch nicht verhallt, als leichte Schritte fich näherten; ein ungefähr vier- zehnjährrzer schlanker Knabe öffnete die Korridor- thüre und fragte höflich nach dem Begehr desEinlaß- ordernden.
.Die Bermiethungs. Offerte führt mich herauf! Lind die Zimmer sofort zu beziehen? Darf ich fie mir ansehen?'
Bet Kroner'« Worten flog ein unverkennbar freudiger Ausdruck über da, ernste, schmale Knabenantlitz.
.Ja wohl, mein Herr! Wollen fie mir gefälligst folgen V lautete die Erwiderung.
Nach wenigen Schritten in dem halbdämmerigen Korridor schloß der junge Führer eine zur linken Hand liegende Thüre auf, ließ dem Fremden den
besucht werde», wo sozialdemokratische Zeitungen auf liege» ober bie rothe Fahne oder axbere sozialdemokratische Abzeichen zu find:» stad. Die Zahl solcher anSgesprochex sozialdemokratischen Lokale ist bekanetlich ix be« Groß- mb Jxdußriestädtex dne nicht unbeträchtliche. Ix Berlin bezieht fich diese» Verbot msere» Wissen» ber.it» ans annähernd hundert Lokale. Ix hex Kasernenstube« find die LerzeichLisse der verbotene« Lokale auSgehängt. Auch axerka«»t sozialdemekeatische Ligarreugeschäste dürfe» vo» bin ©tbatex «icht betrete« werde». Tiefe Maß regel« find zweckmäßig n«b «oihwenbig, fie sollte« ix bet eine« ober axderex Form auch vox der bürgerliche» Gesellschaft beachtet werden, fie erscheine» al» eine Abwehr gegen die Sozialdemokratie, welche ihrerse it» »och weitergeht n»b ihre» Anhänger» de» Besuch aller Lokale untersagt, die ihre» Fordernnge» »icht entgege»kom«<n.
Giedt eS im deutsche» Heere auch sozialdemokratische Uxtcroifi fiere? Diese Frage wird von Kenner» der Lerhältxtffe »icht verneint werden könne», aber fie läßt fich auch »icht u»bedi»gt bejahe». ES unterliegt keine« Zweifel, daß im deutsche» lliteroifizterko PS fich Elemente befinde», die im Innersten ihrer Herzen» sozialdemokratische» Anschauungen eine gewisse Smpfäng- rtchkett entgegenbringen, Leute, die überhaupt «it ihrem Beruf und Schicksal u» zufrieden find. Treffe« solche Uxt-roffiziere gelegentlich in Wirthrhänser» mit wzialdemokraiischex Agitatoren zusammen, so verschärft fich leicht ihre Unzufriedeuheit, und e» kann bet Einzelne unter Umstand! n i» das sozialdemokratische Lager hixübergrzoge» »erbe». A« viert sch, wo Unter o fiziere mit Sozialbemokrate» zusammen komme«, wo vir Leicht der b ff<r ge stell-e Sozialoemokrat te« Unteroffizier als feine» Gast behandelt, ba vollziehe« fich solche Annäherungen am leichteste» uns häufigste». Der unzasriebene Hetero stzier plaudert aus bet Schule, macht Mittheilnngcn über ba8 Kasernenleben über bestimmte Vorkommuiff-, etwa über Soldaten- »ißhandlunge», vielleicht gar über Dienftgeheimniffe, er ist geneigt, i» die Klagen über die bestehende« Verhältnisse einznstimme», er äußert Cympattzieu mtt ve» sozialoemok.arische» Bestrebungen im Allgemeixe«, ohne fich übet bie letzte« Sons qnenzen klar zu feix, x«b der sozialdemokratische Agitator kommt baxe leicht zu be« GlkUvex, daß er ix bem Unteroffizier einen G finnungSgenoffen erblicke» kann.
Dieser Glaube ist ix bex meiste» Fälle» ein trügerischer, be»» selbst der unzufriedene Unteroffizier gtebt sich nur sozialdemokratische Allüren, flüchtig und unverbindlich, wie el Gespräche am Biertisch mtt fich
Vortritt, eilte bann aber an demselben vorbei, die niedergeloffenen Wetterrouleaux in die Höhe zu ziehen, damit ba» Helle Tagerlicht ungehindert br« in den tiefsten Zimmerwinkel bringen konnte. 6« war ein zweifenstriger, hoher, freundlicher Raum, auf» wohnlichste c-Ukgestattet. Nicht nur glänzten Tapeten, Möbel, Teppiche und Vorhänge in pem- licher Sauberkeit, e» wollte Kroner auch bedünken, al« ob ein besonder« finniger Geist die einzelnen Är.ordnungen geleitet und zur harmonischen Ge. samwtwirkung vereinigt hätte.
.Hier — bitte, mein Herr, ist be« Schlaf, zimmer I*
Als Kroner, bet Weisung be« Knaben folgend, ba» Nebengemach betrat, konnte er einen Laut angenehmer Ueberraschung nicht unterbrücken. Der inneren Einrichtung nur einen flüchtigen Blick ulnnenb, eilte er an bie wertgeöffneten Fenster, lüget, burch welche die reine Oktoberlust unge. hindert einströmte, währmb draußen golden glitzender Sonnenglanz auf herbstlich buntgefärbten Linvenwipfeln spielte.
Da» war ja gerade wie in Grünair, nur mit >em Unterschiede, daß seine Augen statt auf einen ■reien Platz in einen Garten schauten. Obgleich seine Ausdehnung mäßig beschränkt, war doch jede» Plätzchen auf ba« vortheilhafreste benutzt; sichtlich hatten Kunst und Geschmack sich vereint, auf kleinem Raume ein Äug' und Herz erquickende« Ganze« zu taffen. Durch hohe Mauern, an denen theil« Ephk» fich emporrankte, gegen neugierig spähende Nachbarblicke nicht nur, sondern hauptsächlich gegen Den ersten Anprall schar ser Nord- und Ost winde geschützt, trat hier der Herbst al» ein langmüthiger Herrscher auf; zwar ließen seine zerstörenden Spuren fich nicht gänzlich fernhalten: bie Linden-
führe»; er ist und bleibt wett davon ent feixt, ei» zielbewußter Sozialdemokrat zu sei». Immerhi» ist e» erwünscht, im Unteroffi.ierkorpS eiue» Geist zu erhalte», der beteilige» Suwandluxgeu gegenüber möglichst kräftige» Widersta»b leistet. 8« maßgebender Stelle besteht »»zweifelhaft diese Sike»«t«iß. Aber es ist »icht »»zeitgemäß, wen» auf» Neue darauf h'ngewiefe« wird, damit Maßregel« ergriffe« werde», um da» Uxterosfizierko-p» immer mehr zu hebe«. Zu dies m Zweck wird vor Allem eine eutsprechexde Aufbesferuug der Löhnung im Auze behalte« werde» muffe«. Ferner wäre für die strengere Durch, führu»g her Sonntagkiuhe *) zu sorge», die kotz de» bestimmte« Allerhöchste» Willen» vielfach noch immer ei»e mangelhafte ist. Auch gewisse» Uebel- stände» ix der Civilversor g«»gsbetechtigung sollte Abhilfe zu Theil werde». Nm tüchtige, gut« gestellte, zufriedexe lluteros fiziere, die mit Lust x»b Liebe ihrem Dienste leben und auch später ein erträg- liche» Auskommen finden, werben niemals Sozialdemokraten werden.
So «nb nicht ander» steht e» um die Sozial- Demokratie im deutsche» Heere. Daß fie Vertraue»», «äuxer ihrer Partei im Uxteroffizierkorp» erhält und auf Svaxcement dienen läßt, ist eine Behauptung, welche nicht begründet werde» kenn. Wenn aber der frühere Premier Lieutenant Krafft in feiner xene», vox Uebertreibnxge« und Entstellungen wimmelnden Tendenzschrift .Kaiernen-Eiend* eS wagt, von bet Möglichkeit eines Aufruhr«, einer Revolutio» in der Kaserne zu spreche», so bezeigt er ebensoviel Unkenntniß als Lermessenhett.
*) Hierzu sei bemerkt, daß jetzt auf Anordnung de» Kaisers das preußische Kriexsmtnisterium einen Erleg ver- öff-ml-cht hat, der bie Bestimmungen Über eine möglichst wcitgeherde Sonntagsruhe und einen möglichst regen Kirch,»besuch für die Mannschaften wieder in Erinnerung bringt- D. Red.
Deutsches Reich.
* N-rNw, 29. 3a«. (Tagerbcricht.) Di» Kaiserliche« Majestäte« machte» heute eiue» Spaziergang im Thiergarten. Nachher »ahm der Monarch i« Schloß mtliiärische Meldungen ertgege» und hörte de» Vortrag de» Chef» des Cioilkabinet». — «m Hofe wurde heute der Geburtstag de» Prinze» August Wilhelm gefeiert. DerPri», vollendete sein 9. Lebensjahr. — 68 war eine Aufmerksamkeit de, Kaiser», seinen »ruber jum Chef gerade de» Regiment» z« rrnkune», da»
zweige de« alten, prächtigen Baume», der inmitten eine» runden Rasenplatze« stand, beugten sich nicht mehr unter ihrer grünen Last, vereinzelt hingen oie vom hellsten Gelb bi» zum dunkelsten Staun und Roth schattirten Blätter nur noch lose an den besten; auch die zierliche Fontäne ließ ihren klaren Sprin^quell nicht mehr in die Luft steigen, aber bet kurzgeschorene Rasen glänzte noch in fammetner Frische, und bie hohen Stockrosen blühten noch hier unb dal
.Die freunbliche Wohnung gefällt mir über Erwarten; wie hoch beläuft fich bei Miethkprei» flamte er sich nach kurzem Umschauen fragend an seinen jungen Begleiter, dessen Blicke in gleichsam sorgenvoller Spannung in Kroner'« Antlitz zu lesen sich bemühten.
.Da« weiß ich nicht genau/ erwiderte er zögernd, .darüber müssen Sie mit meiner Schwester sprechen. Leider ist sie augenblicklich nicht zu Hause — aber/ beeilte er fich hinzuzusetzen — „wenn Sie ein paar Minuten warten wollten, mein Herr, Charlotte kehrt jedenfalls bald von ihrem Au«, gange zurück."
.Charlotte!' Der Name muthete Kroner eigen- thümlrch bekannt an — er mußte ihn erst kürzlich gehört haben — richtig! bie kranke Frau Gert, sprach von einer Charlotte unb dann »ergangene Nacht sein Traumbild! Ob diesem wohl die Schwester ve» hübschen Knaben glich? In be« letzteren großen dunklen Augen leuchtete e« froh auf, al« Kioner oßne Weitere« einwilligte, zu warten — .in der Voraussetzung — fügte er lächelnd hinzu — .mit der Dame den binbenben Mieihe kontrakt zur gegen, eiligen Zufriedenheit sofort adzuschlußen."
,O, ba« wäre schön' Wenn Ihnen die Wohnung gefällt unb Sie für längere Zeit hier z» wohnen