öchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg uu- Kirchhain.
**Ä *mb '^eiatüon’u^0Lxpediüon^MarA^^^^ h Jllustrirtes Sonntagsblati.
Dnantworllichrr Redakteur: Friedrich Lolbatzktz in Marlurg. Sprechstunden der Redaktion: 10—11 Uhr Vormittag-
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KLrrbnrg,
Freitag, 24 Januar 1896.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition diese- Blatte», sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein u Vogler in _ Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf XXII. Habra
Moste in Frankfurt a. M., Berlin, München u Köln; C. L. * B
Daube x. Co. in Frankfurt a. M., Berlin Hannover Pari-
Des Kaisers Dank.
* An der Spitze des amtlichen Theiles des .Reichsanzeigers' ist folgender Kaiserlicher Dauk- erlaß veröffentlicht worden:
Mit herzerhebender Begeisterung hat das deutsche Volk in Einmüthigkeit mit seinen Erlauchten Fürsten das x-jährige Bestehen des neu begründeten Reiches gefeiert und dabei nicht nur in Dankbarkeit der Männer gedacht, deren Weisheit und Hingebung die langersehnte Wiedervereinigung der deutschen Stämme zu einer starken und achtunggebietenden Gemeinschaft geschaffen haben, sondem auch von Herzen gelobt, sich der großen Vergangenheit würdig zu erweisen und allezeit in deutscher Mannestreue zu Kaiser und Reich zu stehen. Mit leuchtender Farbe ist dieses Gelöbniß Mir aus allen den zahlreichen Telegrammen und Schriften entgegengetreten, welche Tausende von Deutschen im In und Auslande bei der Erinnerungsfeier des denkwürdigen Ereignisses als Ausdruck ihrer reinen Vaterlaads- liebe Mir gewidmet haben. Ich bin dadurch herzlich erfreut und in dem Vertrauen bestärkt worden, daß daS deutsche Volk die Errungenschaften des 18. Januar 871 sich nie und nimmer nehmen lassen unb seine kostbarsten Güter im Aufblick zu Gott alle Zeit zu vertheidigen wissen wird. Allen, welche Mir ihre Mitarbeit an der weiteren Festigung deutscher Einheit und Förderung deutsch r Wohlfahrt kundgegebcn und in treuer Anhänglichkeit Meiner gedacht haben, spreche ich Meinen wärmsten Dank aus. — Ich ersuche Sie, diesen Erlaß alsbald zu veröffentlichen.
Berlin, 23. Januar 1896.
Wilhelm J. E.
An den Reichskanzler.
Deutschlands Zukunftsaufg.be.
Von alle» Kundgebungen, die uns die Er- itmernugszeit de» großen Krieges gebricht hat, scheint uni k.t»e bedeutsamer al» die Worte, die Kaiser Wilhelm beim Festmahl i» Schlosse ge sprach en, als er betonte, daß Deutschland ei» Weltreich geworden sei, daß eS die ernste Pflicht der Männer sei, nicht nur das E.ruigeue 6h aagtea, sondern auch daS deutsche Botkrthum im «»Stande z» schütze» und da» „größere deutsche Reich', das Lausende von »nseren Landsleuten in fernen Eid cheilen dt.d-u, da» überall besteht, wo deutsche Güter, beutiche» Wiffe» und deutsche Betriedsamketl über St» Ozean ginge», »fest a» unser heimische» zu glteder»'. Dieses «aiierworl wird überall ein Echo finde», de», ^=^^=5^= ' ...... ........
(Nachdruck verboten.)
Die Salon-Fee.
Roman von A. Marbtz. (Forts «tzNll-.)
Da« eigenthümliche Lächeln um Benno Hartmann'» Mund ließ unerckschteden, ob Kroner'» Herzen-ergruß ihn mehr belustigte oder langweilte.
„Danke, Freund, danke!' versetzte er, al» jener verstummte, mit dem AuSoruck von müser Gleich, gAngkeit — «aber weßgalb dieser Aufwand von tragischem Patho»? Verdient die Sache nach meiner Ansicht garnicht! E« fällt mir nicht ein, Deinen -Uten Stauben an wahren Fiauenwerth anzulasten, hoffe sogar, e» giebt wirklich noch hier und da eine rühmens werthe Ausnahme, obgleich mir noch keine begegnet ist. Na, na, lieber Albert' — fuhr er lebhafter, mit beschwichtigender Gebärde fort — .laß nur gut sein, weiß schon, daß Du sagen willst: .Du Blinoer l wenn Du nur suchen möchtest, »üroest Du noch finden!" Al« ob ich'- nicht ptr» Ä hatte! Sei versichert: an meine» Dir verad- mswerthen Skeptizismu« tragen die Frauen- zimmer selbst die Hauptschuld, und da e« nun einmal in meiner Natur mcht liegt, zu entsagen »nd 18 entbehren, wüßte ich mich selbst einen Narren, «erth de« Auslachen«, schelten, wollte ich den Becher voll berauschender Lust, meinen dürstenden Lippen von schönen Händen geboten, verschmähen!'
„Unb da« Erwachen au« dem Taumel?' fragte Dvklvr Kroner ernst. ,Wa« ander« kann da« 6nbe sein, als Abscheu vor Dir selbst, Neber- mttigung und —'
diese» Wort w <t eine Welt vo» G-danke», die bi», her in de» Hintergrund gedrängt »ar, die bisher »uc daS Eigenthnm verlachter Idealisten schien. Dem „Greater Britain' ist ehe „Berater Germauy' ent grgengesttzt worden, dem eitlen Glauben fremder Nationen, daß Deutschland ge äuigt sei und nur noch in stiller Muße venauku will, wa» ihm geworden, ist die Bekundung de» festen Willen» gegenüber gestellt worden, in dem Kampf n» die Welt auch für die deutsche Nation Ellenbogenwette zur Snt faltung seiner Kraft zu fordern. Ma» wird e» ix England nicht gern höre», aber man wird bet uni tm Lande sich freuen. Denn ein Volk, das, mit dem Errungene» zufrieden, sich keine höheren Ziel- tteckt, des stille steht, statt vorwärt» zu dringen, trägt den Keim de» Vergehen» in seinem merzen.
E» ist ein Erbfehler bei Deutschen zu aller Zeit gewesen, daß er, wenn ihn da» Geschick über die Grenze» geführt Hai, tu beispiellos pietätloser Weise die etge»e Nationalträt preiSgiebt, daß er in unerhörter, kindischer Art da» Fremde bewundert und selbst vor dem Benath am eigenen BolkSlhum nicht zurück,chreckt. Der Deutsche weicht überall zurück nicht nur vor de» Völkern mit einer überlegenen Kultur, sondern auch vor Magyaren und Polen, Tscheche», Kroaten und Slowaken. So versiegt das deutsche Leben in der Fremde, selbst dort, wo e» »nr dauernden Geltung, ja zur Herrschaft gelangen konnte. Zn Weber'» „Demokrit»»' finret sich schon vor »ehr als fechSzig Jahren unter een Tugenden, die der lachende Philosoph dem deutschen Volks- charakier zuerkannt, die „bescheidene Meinung vor uns selbst, die oft Hehrer Hundedemuth gleich- kommt*. Und er schreibt weiter: „Wenn mir im «urlaube ein Mann aufstößt, zu «»behilflich für einen Franzosen zu cuemoniö» für einen Briten, zu treuherzig für einen Italiener, zu biegsam für einen Spanier, zu lebhaft für einen Niederländer, zu be jchetoen für einen Ruffen, ein Mm», der mit schiefen Bücklinge» sich herandrängt und mit unbeschreibliche! Entsagung Allen huldigt, die er für vornehmer hält alr sich, so sagt mir mein Herz und mein »Int te Gesicht: Das ist Dein Landsmann.' Der be rühmte Tanzmeist-r Marcel, zn dem einst ein Manu in den Tanzsaal trat und sich für einen Engländer ausgab, rief: „Sie ein Brite? Der Theil hat an der Gewalt und Verwaltung seiner Insel? Nein, dieser »iibergeientte Kopf, biefer schüchterne Blick dieser nngewiffe Gang verkünden mir nichts al» den betitelten Diener eine» deutsch u Fürsten.' So hat auch heute, nach den Tagen von Seda» und 8er faHe», die deutsche Nation noch kaum ein Gefühl für die Schmach solcher Selbsterniedrigung, fie ver leugnet noch immer znm großen Theil mit Vorliebe
„Halt, halt, Freund Cato!' fiel Hartmann mit erzwungenem Lachen ein — „urtheile nicht allzu streng über mich sündige Kreatur. Mag ja wohl ein etwa» leichtlebiger, genußsüchtiger Krade sein, doch zwischen diesem und' — au« dem Ton seiner Simme klang jetzt überzeugender Ernst — „einem Wüstling, für welchen Du mich zu vrlten scheinst, bestes doch noch ein himmelweiter Unterschied.'
„Benno —'
-Ja, ja, mein Bester, noch hast Du nicht Ursache, um meine „verlorene' Seele zu trauern,' ergänzte Hartmann in leichterem Tone „Ich huloige der Schönheit, ohne llebersältigung zu spüren, bin sogar überzeugt, br« „Ewig Weibliche' wird feine Anziehungskraft auf mich nie verlieren unb — wer kann wissen" — er streifte mit schalkhaftem Lächeln Kroner'» noch umwölkte« Antlitz — „ob nicht am Ende einer Grünauer Jungfrau Vorbehalten ist, meinen weltlichen Sinn in reinere Sphären zu erheben! Wa« meinst Du, Alterchen, wär'» nicht wunberbar, wenn in diesem welt- entlegenen Neste auch mein Schicksal sich entscheiden sollte? Du lächelst — bist mir also nicht mehr gram?'
»Wer könnte Dir wohl lange gram bleiben. Du schlimmer Don Juan Du! Richte nur nicht allzu arge Verheerungen in den Herzen ber hiesigen Frauenwelt an!*
„Wollen sehen, wollen sehen!' lachte Hartmann sorglo«, mit seiner weißen Hand unverkennbar selbstgefällig über ba« zierlich gestutzte schwarze Schnurrbärtcheu streichend. „An schönen Mädchen
ihr Lolk-ihum. Der au» be» Vereinigten Staaten zum Besuch hrimkehrrude Deutsch-A«eilkan-r spricht meist die eigene Muttersprache inr »och gebrochen; erreicht der Dampfer die Elb- uxd Wesermünduxg n»b ereignet sich irgend ein »»bedeutendes Hinderniß bei der Abfertigung der Passagiere, so rümpft er die Nase: „Man merkt, daß man wieder in Deutsch land ist.' Die Gewohnheit laeger Jahrhunderte, in denen ungehindert fremde Vö.ker stch Stücke deutschen Lande» aneignen durften, in denen ein kur brandenburgischer Ku fürst allein und vergeben» gegen den Uebermuth Ludwigs XIV. rang, ix denen Engländer, Schweden und Franzosen in deutschen Städten hausten, mochte den nationalen Stolz carnieberbrüien; aber auch die Erhebung unserer Zen hat ihn nicht wieder zu voller Krast aufgerichtet. Noch immer vernichten Ungarn und Tschechen bas deutsche un organische Vorksthum, da» ihnen an Kultur unermeß- lrch überlegen ist, indem sie ihre Nationalität straff «usammensaffen und ihre Weise zu leben durch- s tzen. Der Deu sche erliegt, weil e« ih n an der Kraft fehlt, die nationale Persönlichkeit mit Charakter uno energischer Bestimmtheit zu betonen.
Unb gerade die letzten Jahre, der Vertrag von Sansibar, der eine blühenoe Entwick.lung im Keime zerstörte und un« ein weite» Feld zur Bethätrguna raubte, die Versicherung, wir müßten „Opter' dringen, UN un« die Freundschaft anderer Stationen zu erhalten, die Schwäche, mit der im fernen Westen deutsche Interessen geschützt wurden, haben den Fortgang zum Besseren, der in den Tagen der e s-rnen Kanzler« begann, gehemmt Aber auch die sntwickelung unter Bismarck hat schwer gelitten an oen alten Fehlern unsere« Charakter». Wo immer er die Grundzüge vorzeichnete für eine Weltpotitck da begegnete er dem Uebelwollen, der kleinlichen Sucht, den Flug zu hemmen, ob e« sich um Samoa handelte oder um Afrika da stieß er auf formale Schranken, die seine überlegene Intelligenz unr ie Sittlichkeit seine« reinen Gewissen« nicht anju- erkennen v rmochle. In manchem gewaltigen Plane ist er behindert worden du ch die Thalsache. daß der eeutsche Pmlrster erst füllen muß, ehe er etwa» alaubt, daß ihm die Einsicht »och immer zu spät kommt; ba» Wort von be» versäumten Gelegen Herten ist charakteristisch für unsere gesammte Entwickelung gebliebe». Jetzt mahnt ber Kaiser, ihm zu helfe», daß ba» „größere bettele Reich fest an unser betatsche» gegliedert werde'. Da« ist in ber That die große nationale Aufgabe des beginnenbenzweitenVierteljahrhnnbert» i er neuen Kaiserg esch ichle. Aber biefe Aufgabe kann nur gelöst «er»en, wenn bem Roser int Streit die von einhertiichem, patriotische« Geiste
scheint'« in Grünau nicht zu fehlen; meine, hinter oiefem unb jenem Fenster ein reizen »es Kind bemerkt zu haben, uno wenn Einem die Versuchung m so lockender Gestalt nahe tritt, bleibe fest, wer kann! Aber da fällt mir ein* — der junge Con» troLur erhob sich rasch —, „d ß Dein Bräutchen schon längst aus Dich wartet uno gewiß nur Deine angeborene Höflichkeit Dich hindert, zu sprechen: „Trolle Dich, Bursche, mußt mir auch heute gerade in den Weg laufen! Drum" — eine tiefe Bewegung durchklang Hartmann'« Stimme — „da e« nun doch einmal gleich wieder geschieden icin muß, soll Dich noch diese Minute von dem lästigen Störenfried befreien.'
„Benno, alter Freund' — rief Kroner herzlich, be« Andern Rechte ergreifend und mit beioen Händen lest umschließend — mache mich nicht glauben, daß Da mir im Ernste so selbstsüchtige Regungen zu- mut he st. Jcdensall« trennen wir un» jetzt noch nicht, selbst auf die Gefahr hin, daß Dora schrrollend mich empfängt, sie muß verzeihen, wenn sie den Grund ber Verzögerung erfährt und' — Doktor Kroner brach ab, batte einen Moment nach und fügte mit erhöhter Lebhaftigkeit hinzu: „Roch besser wär'-, lieber Bruder, Du begleitest mit, wird doch ohnehin Dein erster Besuch Deinem Chef gelten — wa» meinst Du zu diesem Vorschläge?'
3» Hartman»'» Äugen und Miene» «alte sich ber Änlbtnd freudiger Zustimmung, trotz rem zögerte er Mit ber Ä»t»ort, bi» Kroner seine letzte Frage »ieberfelte.
„Dein Vorschlag klingt allerdings sehr verlock »d, aber doch bi» ich zweifelhaft, ob ich ihn annehme»
beseelte vollste Unterstützung za Theil würde. Di« stolze Freude, mit ber alleuthalbe» ba» Telegramm a« bie Boere» ausgenommen wurde, hat bewiesen, »aß Leime hierzu oorbaibee stab, baß bie Möglichkeit besteht, bie blaffe» Gedanken, bie Schwäche be» Willen» und bie Unklarheit be» Denken», durch gesunde LebenSenergie zu ersetze». Kaiser W lhelm I. hat vor be« Auszüge in be» französischen Feldzug da» wunderbar einsichtige Wort geprochen: „Da» deutsche Volk weiß nicht, wie stark e» ist.' @» könnte stärker sein, al« alle andere» Völker, wen» wir den naiven Raffeniustinkt zu verdichte» lernten m einer.methodischen Arbeit nm den nationalen Staat. Wenn aber schon jetzt wieder auf di« Mahnung des Kaiser» von bet Linken her bie schlapp« dummpfiffige Antnort «t önt: „Aha, ba soll wohl »ieber eine neue Schiffrvorlage eingeläutet werden', wenn ber Funke», ber au» ber Rede beS Kaiser» herüberblitzt, nicht bte Wirkung anSäbt, bi« Herze» ,» entzünde», wen» auf ber aeber» Seit« die leitenden Männer nicht bie Kraft finden, bie an» ber Kaiserlichen Rebe hervorleuchtende» Gedanken i» btftclnbe Thaten umznsetzeu, bann wirb stch unser Schicksal erfülle» n»d bte Großmacht Deutsch, taub wirb wieder Vergebers a» bie Pforte klopfe», bie zu dem Range einer Weltmacht führt.
3u unsere« Kaiser lebt ei» kräftige» nationale» Empfiaben. In seine Jagend, in bie Empsäng- Uchk-tt be» Heranwachsende» Alter» schlugen bi« großen Eindrücke au» ber Zeit unserer Erhebung. Sie find lrb-nbig unb stark gtbLebee, auch in ber Zeit ber Jcrthümer, bie Herr v Caprivi «prüft utirte. In ber k.ästigen Mahnung, bte er a» bie Engländer richtete, hat er, wie in seiner jüngsten Rede, sich bewußt ibentifijiit mit den Bestrebungen Jener, bie »st de« Errungen x nicht zuf i be», b e vielmehr ber deutsche» Thütkrast neue Bahne» zur Beftäiignng er* «»ließen wolle». „ Was bu ererbt von deinen Vä'ern hast, erwirb e», um es zu besitzen', — auch ba» Ditzterwort Schiller'« scheidet bte Ruhe, den Genuß au» und stellt die Arbeit, bie Trat al» be» Hebel be» Fortschritts hi». Bei Sedan n»b in Versailles sind noch nicht alle Probleme gelöst worde», auch un», auch ber jüngeren und der kommende» Generation find politische und nationale Aufgabe» g> stellt. Kotier Wilhelm will bie Führung übernehmen — möge stch seine Absicht erfüllen mb mögen nach be» Sorten nicht bie Iljate« fehlen! Nicht inr um bie Entwickelung unserer Kolonien handelt e» stch, sonbern auch barn«, daß überall, wo Deutsche wohnen, fie da» sichere Gefühl empfinde», daß ungestraft kein H-ar auf ihre« Haupte gekrümmt «erden darf, daß bie deutsch« Fahne fie schützt nud daß fie mit Stolz und Freude stch Deutsche nenne»dürfen.
darf. Ersten»' — er hob unwillkürlich den Blick empor zur Tgmmnhr, deren Z ff blatt jetzt vorn scheibenden Sbendsvnnenstrahl übergoffe«, noch in purpurner Glnih stand, während unten schon Dämmerung herrschte — „ersten» ist bie üblich« Llfitenstunbe bereit» vo.über, bann —'
„Bester Freund, wer wirb in biefe« Ausnahme- falle anf conveutionelle Form Gewicht lege»?* fiel Doktor Kroner u gebnlbig ei».
.Offe» gestaube»*, e»tgeg»ete Hartman», noch immer schwauk-ud, „schwerer »och al» bie Befürchtung, für eine« «»gehobelte» Gesellen zu gelten, wiegt ba» Lebenken, an biefe» letzten Abend im Hanse Deiner Echwiegereltra vo» Deiner Dor» — übrigen» ei» sehr ansprechender Name — al» ein Srnbrtngling angesehen zu werde».'
„Deine sämmtlichen Bedenken find hinfällig. Du bist heute Abend nicht der einzige ftembe Gast. Ich halte mich befugt, Dir den freunblrchsten Empfang Seiten» Dora» unb ihrer Eckern zu versprechen. Außerdem lernst Du gleichzeitig einige Der ersten Familien Grünau« kennen, unb schließlich, Benn»' — tn Dokior Kroner'« Ton unb Bleck lag eine unwiderstehliche Innigkeit — „wa« Dir unb mir doch wohl die Hauptsache, wir bleibe« noch den ganzen Tag beisammen.'
„Dieser Grund allein ist ausschlagend für mich' — willigte Hartmann endlich ein. „Alle Verantwortung,' fügte er mit seinem gewohnten sorglosen Lächeln hinzu — „auf Dein Haupt, liefet Freund!'----
(Fortsetzung folgt.)