öchentlichc Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- unb Feiertage». — Ouartal-Lbo«nement»-Prei» bei der Ggpe- ditio» 2 DL, bei allen Postämtern 8 Mk. 85 Pfg. (trfL vestellgeld). Jns«rtiou»gebihr fit di« gespalten« Zeil« »der kn* Itcxm 10 Pfz Ueklamen für bi« 8tüt SS Pfg.
Marburg,
Dienstag, 21. Januar 1896.
Aiqtigen nimmt tntgegtn dit Exptditien bttftl Älettel, sowie dit Annonctn - Burtaux von Haastnstein ». Logler in Frmckfurt a. M„ Lasst!, Magdeburg »nd Men; Ihtbelf Moste in Frankfurt«. M., Berlin, München «. Ä8ln; G. & Daube u. Lo. in Frankfnrt a. M., Berlin Hannooer, Paris.
XXXI. Jahrg.
Zweites Blatt.
Hessm-Raffau und Rachbargebiete
^okkwarse«, 16. Januar, (Die Ar- beite« a« der B.ah«li«ie Bolkmarse«' Wolf Hage») schreite« rüstig fort, da da» Wetter mßerordextlich günstig ist. Die Strecke wird im Nachsommer eröffnet werde«. J«teressa«t ist, daß »a» ix Loo» 3 die Reste eixer im 30jährigen -liege zerstörten Ortschaft gefxxde« hat, die wahrscheinlich den Namen Lands berg führte.
Auld«, 16. Jan. (Axfhebxxg der Fleisch- steuer.) In da» Hau» der Abgeordneten ist von hier an» eixe Eingabe abgegaxgex, welche die Aufhebung der städtischen Fleischstener erstrebt. Diese Abgabe wird in der «au,en Ronirchie nur noch von 10 altpreußischen Städten erhoben, alle übrigen Städte haben fie längst abgeschnfft. Die Eingabe ist von sämmtlichen Metzgerinnungen in de« ehemal» kurhesstschen Bezirk, sowie ferner von sech» Metzger- ixuuxgen in altpreußischen Städten unterzeichnet.
Schmalkalden, 16. Januar. (Normalspur- bahn.) Bon einer größeren Zahl angesehener Personen unserer Gegend ist de« Herrn Minister für öffentliche Arbeiten eine Petition eingereicht worden, dahin gehend, daß de« schwer geprüften Ort Brotterode au» deu Mitteln de» Staate» eine Nor- malspurbahn von Aleinschmalkalden au» zugeführt »erde.
Vermischte-.
(Ueber den Unfall Ihrer Könglichen Hoheit der Prinzessin Friedrich Leopold) und die Maßregeln, die daran geknüpft wurden, find ausschweifende Gerüchte in Umlauf gesetzt «arben und auch in einzelne Zeitungen gelangt; wir haben davon bisher au» naheliegenden Gründen nicht Noch genommen. Jetzt bringen die „Berl. Neuesten Nachr." Mittheilungen au» Potsdam, deren Ouelle un» nicht ersichtlich ist, die aber der ganzen Faffung nach offenbar Anspruch-auf eine gewisie Authentizität machen. Wir laffen daher da» Hauptsächlichste dieser Angaben folgen: Der Unfall der Prinzessin Friedrich Leopold war insofern ein schwerer, al« die Prinzessin volle 25 Minuten i« Wasser lag. Durch den Umstand, daß.der Erste, der ihr zu Hülfe eilte, bei dem erfolglosen
(Nachdruck derbsten.)
Die Salon-Fee.
Romau »en X. Rarbtz.
(Fertsttzxng.)
Solche Liebe, wie die Dichter sie besingen — wie auch Kroner sie ftüher geträumt—, gab e» nicht, sie lebte allein in den illfionsreichen Seelen poetischer Schwärmer l
Mit welcher Innigkeit sein Herz an Dora hing, erkannte Doktor Kroner an der wehen Empfindung, welche seine Abschied»stimmung charakterifirte. Heute begriff er nicht, wie er in Monaten der höchsten Erschöpfung diesen Lag hatte herbeisehnen lönnen. Er fühlte, er würde im Augenblick der Trennung seiner ganzen Kraft bedürfen, um stark zu bleiben, die Geliebte auf da» nicht allzuferne Wiedersehen am Weihnachtrfeste zu vertrösten. Er hätte wer weiß wa« darum gegeben, diesen letzten Abend mit seiner Braut allein zu verleben, aber selbst heute hatten die Eltern eine kleine Gesellschaft geladen, wahrscheinlich in dem guten Glauben, dadurch den Liebenden über den Trennung-schmerz leichter hinwegzuhelfen. Doch die beste Absicht kann verstimmend wirken. So erging e» tat.
„Denkt Dora wie ich? Begegnen sich heute unsere Wünsche?" faßte er grübelnd.
Gewiß schaute fie bereit» sehnsuchtsvoll nach ihm au»! Er hatte gestern versprochen, heute früh zu kommen, mit jedem Augenblick, den er sich für sie abmüßigen konnte, zu geizen — «nd nun zögerte er noch, zu ihr zu eilen?
Er mußte der miserabelen Abschiedsstimmung «st Herr werden. Dora mochte glauben, da» Unwetter halte ihn zurück — da« war ja vorüber — blauer Himmel «nd Sonnenschein! wie — ach
Rettungsversuche gleichfalls einbrach, hatte die Oeffnung im Eise sich erheblich vergrößert, da« Wasser gerieth in Bewegung und die Prinzesfin dadurch mit dem Kopf unter die Eisdecke. Ihre Rettung vollzog fich thatsächlich im Augenblicke, wenige Sekunden später wäre da» Leben, da» ohnehin nur mühsam zurückgerufen werden konnte, entflohen gewesen. Der Prinz «ar in Berlin, kein anderer Herr iw Schlosse. Der Kaiser und die Kaiserin waren von der Nachricht über den schweren Unfall, zumal durch die ihnen erst spät zugehende Meldung, sehr erschüttert- Lediglich von diesem Gefichtrpunkte 'aus sind die auf einige Tage sich ausstreckenden Maßnahmen aufzufassen, die dem prinzlichen Paare Hausarrest auserlegten. Auch Kaiser Wilhelm I. hat wiederholt ähnliche Verfügungen gegen Mitglieder des Königlichen Hause» getroffen, die äußere Veranlassung trat aber niemals an die Oeffentlichkeit, wie ei diesmal durch da» Geschehniß auf dem Eise der Fall war. Be. kanntlich ist die Prinzessin nicht nur eine sehr gute Reiterin, sondern fie huldigt auch dem Eissport «it großer Hingebung, wozu die Havelseeeu ja ebenso viel Anregung al» Gelegenheit bieten. So war die Prinzessin kurz zuvor auf dem Eise bi» Brandenburg gelaufen, eine für eine Dame gewiß sehr axerkkunexS- werthe Leistung, die aber wegen der damit verbundenen Gefahr da» Mißfallen be» Kaiserpaare» gefunden hatte. Lediglich diese« Mißfallen an eine« umthigen, aber in Anbetracht aller Umstände nicht «nbedenklichru Aufsuchen der Gefahr haben die vo« Kaiser getroffenen Maßnahmen ernsten und bestimmten Ausdruck geben sollen. Da» Verhältniß zwischen Prinz und Prinzesfin ist ungetrübt nud der Prinz denkt auch gar nicht daran, wie berichtet, den Dienst al» Soldat zu quittireu. Hoffentlich genügt diese Darlegung, nm da» Publikum vor weiteren Entstellungen zu ficheru und eiue» Akt der alten strengen HanSdirziplix der Hohexzollerx dem öffentlichen Gerede zu entziehen.
(M o r d.) Zu Halver t« «reise Altena ermordete ein Einwohner sein einjährige» Kind, indem er e» mit dem Kopf gegen die Wand schlug. Mehrere Stunden vorher war ei» andere» größere» Kind be» Manne» beerdigt worden, da» kein Arzt vorher ge- sehen hatte. Man vermuthet, daß der Mörder auch diese» Kind um'» Lebe» gebracht hat. Der Mörder der keixerweg» geisteskrank ist, soll verhastet sein.
(Ein menschenfreundlicher Pfarrer.) Da» Schöffengericht zu Rottweil vormtheilte den
schon wieder verschwunden? hei? kam eine schwarze Sturmwolke abermals dahergefat, rüttelte und schüttelte die schwankenden Lindenzweige wüthend durcheinander, wirbelte die grünen, gelben und rolhen Blätter durch die Luft und erstickte ihre Klagen mit den eisigen Schloffen, welche mit furchtbarer Gewalt herniederpraffelten. Dabei war e» noch dunkler als vorhin, so daß au» der fast nächtlichen Finsterniß der alte Dom mit seinen beiden Thürwen nur in ungewissen Umrissen fich abhob wie ein gespenstische» Riesenschattenbild.
Doktor Kroner besaß nichts weniger denn ein abergläubiger Gemüts, dar leicht geneigt in äußeren Anzeichen ein böser Omen zu erblicken — wa» war e» denn nun, da« ihn plötzlich so kalt durchschauerte? welcher geheimnißvolle Etwas preßte ihm die Brust zusammen, wie vor einer unbekannten Gefährt? Glaubte er in dem gigantischen Nebelbilde da» Fatum selbst zu schauen in unheildrohendster Gefahr? Schien es jetzt nicht näher und näher zu schweben, unheimlich lauilo», al» ob es über da« ohnmächtig kleine Menschenkind —
In diesem Augenblick entriß eine ftemde männ- liche Stimme, welche im Korridor nach Doktor Kroner faßte, diesen seinem wachen Traume. Er strich mit rascher Handbewegung über Stirn und Augen — die seltsame Vision war .verschwunden, aber, al« er eine neue erblickte, so starrte er mit Ausdruck namenloser Verwunderung auf die hohe Gestatt, welche nach flüchtigem Anklopfen, ohne ein „Herein" abzuwarten, in stürmischer Hast über die Schwelle trat, einen Moment an Kroner'« sichtlichem Staunen sich weidend, schweigend verharrte, doch dann beide Hände jenem entgegenstreckend und in freudig bewegtem Tone tief: „Grüß Dich Gott, Bruderherz! Eine gelungene Ueberraschung — nicht wahr? Gerade wie auf Sturme«flügel hergeweht l
Pfarre» Lutz aus vöhrirge«, wie «a» be« „N. Albb." mittheilt, weil er ix zwei Fälttx Hunde auf Mexsche» gehetzt hatte, zu 30 Mk. Geldstrafe. 3« Uriheil wurde die Eigexschaft be» Lutz al« Geistlicher ix straferhöhexber Weise geltexb gewacht.
(Eixe fibeie Stammtischgesellschäft) in Bochum hat a« be« Präfidextex der Südafrika- uischex Republik folgende» Schreibe« gerichtet: „Mit großer Freude habex wir erfahre», baß Sie bie Friedensstörer xxd Eindringlinge unter Führung be« des Dr. Jarneson, den alle Aerzie für einen groß-x Stratege», alle Stratege» aber für eixe» tüchtige« Arzt halte», gehörig verhauen, verwamst, verbimst, vertobackt, verprügelt uxd schließlich gefangen ge- »omme» haben. Indem wir unsere» Landsleuten uxd Brüdern germanischer Abstammn»g an» Weiter Ferne ei» kräftige» „Glück aufl" zumfex, hoffen wir, daß Sie auch für später da« schöne Wort auf Ihre Fahne schreibe» werden: „Lotse »or kommen." Nochmal» Gruß vo» Hau» zu Hau», vo» Europa nach Afrika hi», von Bochum »ach Pretoria."
(Die „Ballonärmel" a» be» Damen- blaufe») werbe» auch im kommende» Frühjahr »icht verschwinde», sonder», Wie bie bereit» «gefertigten Muster für bie FrühjahrSsaiso» zeige», »och bebenteab «eiter Weibe», al» e» bisher der Fall War. Zu dem Ballon resp. Puff eitel einzelne« Blousenärmel» find »ach der neueste« Rode nicht weniger als zwei Meter Stoff erforderlich Damit diese große Zeuz- masse nicht lose am Arme herabhängt ober ein Spiel bes Windes Wirb, »erbe« die Arme mit Gaze gefüttert. Natürlich bedinge« diese riefigm Ballon» auch bie Nenanschaffang ober wenigsten» Umänberuxg ber Sagtet» und Mäntel; denn in die biShrrige» Mäntel- Ärmel passen die steifen BlousenpnffS nicht hinein.
Wissenschaft, Kunst und Leben.
* Jena, 16. Januar. (Dr. Chrhsander), der Privatsekrekär deS Fürsten Bismarck, der sich bekanntlich dem medizinischen Ltaatsexamen unterzog, hat die Approbationsprüfung bestanden,
* Paris, 17. Januar. (Auszeichnung.) Dem Grafen du Chastel ist vom deutschen Kaiser der Kronen- Orden zweiter Klasse verliehen. Ten Bemühungen des Grafen ist es ganz besonders zu danken, daß die Franzosen sich an der vorjährigen Berliner Kunstausstellung be- theiligten. Graf du Chastel ist es auch, welcher der deutschen Kunst in Frankreich seine vielvermögende Unterstützung zu Theil werden läßt.
— Wilhelm Konrad Röntgen. Man berichtet aus Würzburg: Proftsssr Röntgen hält sich in seinen Aeußeruni.en über die neuen Strahlen sehr reservtrt. Ec
Aber ich glaube, der Mensch erkennt mich nicht? Starrt mich an, al» ob ich Gott Wuotan selber wär und nicht sein ehemaliger Stuben- und Kneip- Kumpan —"
„Hartmann? Benno Hartmann?" stieß Kroner plötzlich hastig, mit ungewiß fragendem Blick hervor.
„Wirklich «nd leibhaftig Dein alter Benno?" lachte der also Genannte, der jetzt feinen Händedruck auf da« lebhafteste erwidert fühlte. „Hätte Dich in jeder fremden Umgebung sofort erkannt, während Du in Betreff meiner Person noch immer zweifelhaft zu fein scheinst! Hat meine äußere Gestalt sich denn so auffallend verändert?"
Während er sprach, warf er den grauen Militärmantel, der lose über seinen Schultern gehangen, Über eine Stuhllehne und präsentirte sich nun dem Freunde in der knapp anschließenden, den tadellosen Wucht vortheilhaft hebenden Uniform eine« höheren Zollbeamten.
Kroner'« Augen glitten mit wohlgefälligem Staunen Über die stattliche Gestalt, auf deren kräftigen Schultern ein Jmperatorenkopf ruhte, mit der stolzen Signatur im schönen Antlitz: „Kommen, sehen, siegen!"
„Verändert? gewiß! in einer Weise, mit ber Du wohl zufrieden fein darfst!" lautete feine Erwiederung. „Freilich, je länger ich Dich anschaue" — er. zog den Freund au« dem Halbdunkel an das Fenster ins Helle Licht — „desto deutlicher treten die allbekannten lieben Züge hervor- Nimm'« nicht übel, Benno, wenn ich einen Augenblick in Zweifel war, mag Dich «ngestarrt haben wie eine urplötzlich von mir aufgetauchte Geistererscheinung, welche im nächsten Moment in einer Nebelwolke wieder verschwinden müsse! Aber D« in Grüna»,
sagt, dir Verarbeitung seiner Entdeckung betrachte er jetzt all seine Haxptaxfgabe, doch sei er absolut nicht in der Lage, zu sagen, wann «nd inwieweit die Entdeckung speziell im Dienste der Medizin verwerthet werden könne. Aul allen Thetlen der Erde gehen dem schnell berühmt gewordenen Gelehrte« Anerbieten und Anfragen zu, die er unmöglich alle beantworten kann. UebrigenS wird in allernächster Zeit eine ausführliche Publikation über die Strahlen aus Röntgen'« Feder erscheinen. — Der Entdecker ist geboren am 27. März 1845 zu Lennep im Rheinland. Rach Absolvtrung des GymnafiumS und Bollendung seiner Ud« oeifitStlstudien erwarb er fich am 12. Juni 1869 au der Universität Zürich da« Doktordiplom. Am 22. D-zbr. 1870 ward er Assistent am physikalischen Institut der Untverfität Würzburg und am 11. Mai 1872 wurde er al» Asflstent be« physikalischen Instituts nach Straßburg berufen. Dort habilitirte er sich im März 1874 als Privatdozent und folgte am 7. April 1875 einem Ruf an die Akademie in Hohenheim als ordentlicher Professor. Am 17. April 1876 wurde er al« außerordentlicher Professor an die Universität Straßburg und am 10. April 1879 al« ordentlicher Professor und Direktor des physikalischen Instituts nach Gießen berufen. Am 31. August 88 folgte er in gleicher Eigenschaft einem Ruf der Universität Würzburg. Röntgen ist ein äußerst liebenswürdiger und bescheidener Gelehrter. — Schließlich möge noch folgende Notiz Platz finden: Eine stürmische studentische Demonstration wurde dem Professor Dr. Röntgen nach seiner Rückkunft aus Berlin bei Wte-er- aufnahme seine« Kolleg« im großen Hörsaal des physt- kalischen Institut« zu Würzburg zu Theil. Der so Geehrte dankt herzlichst seinem Zuhörerkret» und schloß seine Ansprache mit einem allseitig begeistert aufgenommenen Hoch auf den Kaiser.
QaseHSMeeeHHHHeHeeeeHeHeHeHHeaeHÄeeHHÄMei
Sprechsaal.
I« hiesiger Stadt befindet sich eine große, ge.be, deutsche Dogge, welche so bisst, ist, daß fie, fretgelassen, fast jede« Huud anfällt. So wurde der werthoolle Hühnerhund bei Herrn Major von Löwenstein gestern Abeub von biesem wüthenden tbie re, trotz bei Maulkorb«, niedergerissen und konnte nur mtt größter Mühe von ihm getrenrt werden. — Da« Publikum wird gebeten, von derartigen Vorkommnissen Anzeige zu machen, damit der Eigenthümer be« Hunbe« veranlaßt wird, dem Hunde entweder einen genügenden Maulkorb auzulegen ober ihn nicht mehr frei herumlanfen zu lassem________________________________
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wie konnte ich da« ahnen? Sei mir tausend, tausendmal willkommen, mein Junge — und nun vor allem Anderen: welcher gute Wind führt Dich hier durch? Wo kommst D« her? wohin geht Deine Reise?"
„Ich soll doch nach der Reihenfolge antworten V lachte Hartmann. „Also — Abgangsstation: Stabt de» großen Kant. Ziel:' — er macht eine kurze Pause — „GrÜnan."
„Heißt da»: D« bleibst hier?" rief Doktor Kroner in neuer Verwunderung.
„So ist e«! Benno Hartmann" — der junge Mann verneigte sich mit komischer Grandezza — „hat die Ehre, fich Dir al« neubestellter Obersteuer- controleur vorzustellen."
„Wie — Du? — D« der erwartete Ober- Controleur?"
„Freilich, Herzensbruder! Werde also bereit« er» wartet? — Ah, pah, die kleine Verspätung wird nicht« auf fich haben; konnte der Versuchung, in Berlin einen mehrtägigen Aufenthalt zu nehmen, nicht widerstehen. Aber nun sage, Freund, ist e« nicht nett vom Schicksal, nach zehnjähriger Trennung un« hier unverhofft wieder zusammen zu führen? Die alten schönen Tage sollen jetzt wieder beginnen."
„Mein lieber Benno" — »ersetzte Kroner i« wehmüthig bedauerndem Tone — „’« wär' wohl gar schön gewesen, kann aber halt «icht fein."
(Fortsetzung folgt.)