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öchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
lj, Tai Awtck nnd »«las: Joh. Aus. Koch, Universität«-Buchdruckerei in Marburg. ^’1ff**ö-*****-4-^2 Verantwortlicher Redakteur: Friedrich Loldatzktz in Marburg.
neri Redaktion und Exp^ition: Markt 21. l0UU|ll'IVlvP Sprechstunden der Redaktion: 10—11 Uhr Vormittags
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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn» »nd Feiertagen. - Quartal-Abonnement«-Prei« bei der Erpe- ditioa 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (t$fL Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeil» odn deren Raum 10 Pfg. Reklamen für die Zelle 25 Pfg.
Marburg,
Mittwoch, 15 Januar 1896.
Alyeigen nimmt entgegen die Expedition diese« Blatte», sowie die Annoncrn-Bureaux von Haasenftrin u Vogler in Frankfurt a. M-, Lassei, Magdeburg und Wien; Rudolf XXII. Haüra. Mosie in Frankfurt a. M., Berlin, München u Köln; L. L. *1 n
Daube u. L». in Frankfurt«. M., Berlin Hannover Pari«
1778
i Thal» zett. — clair, Herr» a) Ick icius, n tob
4.2.-, .»Buch« in sich
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Landwirthschastlicher Nothstand.
* lieber die Mittel zur Abhilfe btl landwtrth schastliche» Nolhstande» äußert sich der konservative Reich»lag»abgeordnete Rettich, Wie wir de» ,M cklenbnrger Nachrichten' entnehmen, in de» .Land- »irthschaftliche» Annalen' folgendermaßen:
,Za de» .große»' Mittel», Getreide Monopol und «e»deru»g der Goldwährung, will ««» sich nicht entschließ n, n»d von de» vecheißem« .kleine»' Mitteln ist bisher auch nicht viel zu sehe». Zögern geb Unentschlossenheit überall, wohin man ficht, so daß die allgemein herrschende Ueberzeugung, an maß- gebenden Stelle» feie» widerstrebende Einflüsse in Menge vorhanden, wohl berechtigt erscheint. In der Thronrede bet Eröffnung de» Reichstag« im Dezember 1894 hieß e», daß die .Börsenreform. Vor- läge' .baldigst' erfolgen »erde. Darüber ist ei» Jahr vergangen; endlich ist die Vorlage da, aber in abgeschwächter Form i« Vergleich zn den gewiß »ar »iloen Vorschlägen der Börsen-Enqaeie Korn- Mission. Lor bald zwei Jahren ward de» Reichs- tage verheißen, die Aushebung der .gemischten Transitläger', die »ach Aufhebung de» söge- »»arten Identität» Nachweise» absolut keine Berechtigung «ehr habe» u»d »ur al» .ZcLkreditanstalle»' (»te ein hoher Regiel«»g»vertreter ste nannte) wirke», dl Erwägung zu ziehen. Nicht» ist in dieser doch so einfach «nd klar lieg,»de» Sache geschehe»! Ra»» man sich da wunder», daß der U»muth t» land tdirthjchaftlichen Kreisen immer «ehr wächst und daß die Rettung vorherrscht, Börse und Großkapital hätte» »ach wie vor in den maßgebiudeu Kreise» eine» »»berechtigten Emflnß?
Einigermaßen ersrent kann man fich «»»sprechen über die Maßnahmen zu« Schutze nuserer Viehzucht gegen die Einschleppung von Seuche» Der ,»rue Kur»' unter Eaprtvi gab dmch Oeffnung der Grenze» u»vera.t»ortlich:r Weise u»sere Viehzucht der Senche»et»schleppu,g Preis; jetzt ist eine Besserung eingetrete», die Grenzen find, soweit bei «»glich, geschlossen, und bex Seuchenherde» im Inner» (auch dem R»m«elSbarger Markt bet Berit», wie e» scheint) geht »a» kräftig zu Leibe. Ma» int wohl kaum, »ex» «an die Besserung auf bei konto bc» preußische» La»dwirthschaft»ministerS von Hammersteiu schreibt, etxel Manne«, bei — we»r nutz Biele bet thm noch größere Sntschloffenhetr wünschen — Bnständuiß für die Lage der Land-
(Nachdruck »erbeten.)
Die Salon-Fee.
Roman von 8. Marbtz.
(Fortsetzung.)
«Weiß da», Mamachen, bitte, ängstige Dich darum nicht Der geheime Mädchenkampf,' Dora lachte mit der alten Sorglosigkeit, .soll zu keinem öffentlichen Aergerniß oder Zerwürsniß führen, wäre auch durchau» gegen Käthchen« Absicht. Aber ste vag fich trotzdem hüten, ich werde mich bemühen, chren Angriffen mit gleicher Waffe zu begegnen, dann werden wir ja sehen! Freilich! mit einer so fchneidigrn Polemik, wie Du, beliebtester, werd« ich ihr nie entgegentreten können! Wie schön hast Du vorhin gesprochen! ich war wirklich stolz aus Dich tob Dir von Herzen dankbar und möchte Dir dafür gern etwa« recht Siebe» erzeigen, wüßte ich nur, wa» Dich wirklich erfreut."
Doktor Kroner blickte bewegt in die glück- strahlenden, zärtlich zu ihm erhobenen Mädchenaugen.
.Ist e» Dir ^damit Ernst, Dora 7' fragte er kffe.
.Böser, Du zweifelst?' gab sie flüsternd zurück. ,E» steht bei Dir, den Bewei» zu fordern.'
.So bitt« ich Dich,' sagt« Kroner, fich zu der schönen Braut tiefer heradbeugend, in innigstem Tone, .laß un» für die nächsten Tage bc« hohlen Tesellsch-f »leben fern bleiben unb bie dafür bestimmte« Stunden in traulichem Geplauder in Eurem behaglichen Heim verbringen. Meinst Du dicht, Geliebte, wir würden ungleich gewinnbringendere Erinnerungen davontragen für dir Zeit, wo wir von einander getrennt sein müssen?'
Doktor Kroner'» Wunsch rief einen »«druck stchtlichen Mißbehagen» in Dor« rotzende» Gesichl«- istgen hervor.
wtrthschast mit de» btsteu Wille», ihr zu helfen, be: einigt. Nur m't de» Quarantäne Anstalten ix bex Enstäbtex körnen wir xx» xicht einverstanden erkläre»; fie scheine», wie ba» vielfach vorau»sesagt wirb, bie Gefahr i» fich z» berge», zu Senchen- Herbe» zu werde». Scho» mußte» fie gege» Dänemark zeitweise geschloffen werde», weil i» jhxe» Kraxkheite» auftratex. Vollständige Schließung bet Grenzen beziehungsweise Schlachtzwang am Landung»- plotze erscheine» al» bie sichere» Mittel, nxb bei» Städte», welche «tt große» Koste» diese Anstalten erbaute», kann e» « cht verdacht werbe», wen» ste üver bie zeitweise ober da»er»be Schließu»g derselbe» nicht sehr rofig gestimmt find.
Außer de« Börsenreform-Gesetz werde» de» jetzt tage»de» Reichstag et»e Reihe vo» Vorlagen beschäftigen, die Bedeut»!-g für die Landwirthschaft habe». Der Enttrurf eine» neue» Margarine- Gesetze» bedeutet ei»e» Fortschritt gegen da» alte G fitz; insofern die Beßimmunge» noch nicht ou»reichen, wird eS hoffentlich gelingen, Verschärfungen durch- -»setzen. Soll aber da» Gefitz wtrk-n, so bedarf eS nachher einer scharfen Controle, Staatliche Unter- suchuxglämtei, welche ihre Thätigkeit auch auf die Befolgung bc» ,Nahrnng»mittel Gesetz.»' »«dehnen, müff-n allgemein eingeführt werde».
De« Entwürfe eines neue» .Zuckersteuer. gesetzeS' stehe» die La»dwirlhe vielfach ableh»e»d gegenüber und un» scheint eS nicht ganz mit Unrecht. Die Erhöhung der AuSfuhrpkämie soll die Z-cker Industrie zu« Teil selbst tragen; ob ferner die Er- Höhung bei Ko»sum - Abgabe nicht eiet» Stillstand t« bet Zunahme te» ZuckeivetbiauchS »ach fich ziehen wild, erscheint boch mindestens fraglich, und ob «blich bie Einschränkung de» Rübenbaues, welche die Konti»ge«tiru»g bewirken soll, nicht mehr de» SuSlande zu gnte komme» wird, ist «ehr al» wahr- icheinlich. Uu» scheint eine geringe Erhöhung der Prämie neben Snfrechterhaltung der bestehende» L r hällniffe am richtigste». Da aber dadurch vielleicht die Einnahmen für da» Reich au» der Zockersteuer etwas vermindert würde», so »erde» die maßgebende» Stelle», die alle Maßnahme» viel zu sehr vom fiskalische» Etandpxukte an» beurtheilen, wohl keine Neigung habe», darauf einzugehe«. Wir fürchte», daß für die Landwirthschaft a»S de« Zuckersteuer- gesetz ebenso wenig Vorteile erwachse» werde», wie auS de« Bra»»t»ei»ste»tt gesetz. Die Spirtt«prei e find fett der Geltung desselben nicht gesttege», eine
.Die» Müssen,' versetzte st« heftig, fast unfreundlich, .beruht einzig und allein auf Deinem Eigenwillen, e» wäre leine Nothwendigkeit.'
.Beste Dora, davon war augenblicklich gar nicht die Reoe —'
.Ich weiß wohl — bitte, verzeih!' fiel fie, ihre ärgerliche Aufwallung bereuend, schnell ein. .Wollte Damit nur sagen: wie ich gezwungen bin, Deinem unabänderlichen Beschlüsse «ich zu fügen, so ist e« dagegen Deinerseits doch nur ein leichte» Opfer, vir unbequem gesellschaftlichen Anforderungen Cor.cesfionen zu machen.'
.Bedeutet ohne Umschreibung: Wie kannst Du Dich erkühnen, solche absurde Bitte auezusprechen? Konnte e» mir freilich denken' — Doktor K.oner richtete den gesenkten Blick langsam empor, um seine Augen und Lippen zuckle e» wie mühsam bekämpfte Bitterkeit — »daß Du die» laute, glänzens« Treiben bevorzugst l Dürstest nun einsehen, wie wohlbegründet mein Zweifel war!'
,O Lieber, warum auch gerade ein Wunsch,' flüsterte Dora erschrockm, .den ich beim besten Willen nicht ersüllen darf? Ja, nicht darf? und deßhalb empfindlich zu sein, hast Du wahrlich kein Recht! E» ist abscheulich, zu glauben, ich zieve einem Alleinsein mit Dir bie rauschenden Festlichkeiten vor, diese Festlichkeiten, welche man'Dir und mir zu Ehren veranstaltet. So ist e» morgn, über- morgen und am Sonnabend. Unser Nichterscheinen müßten bie Gastgeber al» eine absichtliche Beleidigung aufnehmen, «an würde sicher die albernsten Gerüchte verbreiten und — ober nicht wahr, mein Albert' — unterbrach sie sich mit süß schmeichelndem Ton und Blick — .Du stehst längst ein, daß « unmöglich ist, für bie nächsten Tage andere Bestimmungen zu treffen? Bitte, frage Mama (augenblicklich befand Frau Stexerrath Herbst sich in angelegentlicher Unterhaltung mit einigen
wesentliche Vermehrung der Ausfuhr hat nicht statt gefuxben xxb die Spirit«-Erzeuger habe» 1» Form der Betriebs-Abgabe erhöhte letfluigex. Das macht gege»üder der auf ähxlichex Grundlagen beruhexde» Zackersteuei «it Recht mißtrauisch.'
Deutsches Reich.
* 5»«rite, 13. 3«. (Tagesbericht.) Die Kaiserlichen Majestäten wohutex ge er» br« Gottesdienste in ber Gradexkirche bei n»d machte» Nachmittag eine Spazierfahrt. Hexte empfi-g der Kaiser nach eine« Spaziergang mit seiner Gemahli» bex Staatssekretär v. Bötticher, arbeitete »it dem Ehef de» LivttkabinetS und hörte Martnevo: träge. — Rn» Anlaß te» russischen Neujahrsfeste» fand heute gegen 12 Uhr ein Festgstl.Sd enst ix der rusfischex Botschaftkapille statt.
* (NeichStagSwahlex.) 3» zwei reicht- läxdischeu Kreisen, ix Diebenhofex unb M tz haben glerchze tig Neuwahlen zu« Reichstage ftattgefunbe». Vie Resultate, welche hierbei gezeitigt wurden, fi»d wenig erfreulich: Hier wie dort hat der Protestler ische Kandidat gestegt, ohne daß ihm von Seiten der nationalen Parteien auch nur ein Gegenkandidat aufgestellt worden wäre. An Stelle bei vielgenannte» Dr. Ha«, ber fich glücklich in die Arme feine» ge liebten Frankreich» gesiü zt hat, wirb fortan cetr Pierson bie schlachtender^ hotte Stadt i« bentsche» Parlamente vertreten, ein Mann, ber nicht einmal der deutschen Sprache mächtig ist, und für Bolchex- viedeuhofen wird Herr Chartox in de» Reichstag einziehen. Al» Mitbewerber find nur Sozialdemokraten in Frage gekommen, und wohl scheint e» be merken» werth, daß diese Partei, die bereit» durch Bebel Straßburg erobert hat, nun auch in Metz mi ziemlichem Nachdruck auftreten und ca. 3800 Stimmen auf ihren Kandidaten vereinigen konnte. An fich •ar e» nun ja kau« zu vermeid, n daß die Namen der Protestler an» der Urne hervorginge»; aber be müthigeub ist gerabe der Umstand, baß die nationalen Parteien, die Altdeutschen, eS nicht einmal f.rtig g- bracht haben, die Fahne zum Kampfe zu entrolle» und eine angesehene maßvolle Persönlichkeit zur Be- Werbung zu veranlassen. — Bei ber heuigen «eich»tag»ersatzwahl in Köln (Stadt) wurde der Eentrumskandidat Tri»boru gewählt.
»• (Der Lippe'sche Srbfolgestreit.) In der gestrigen FrakttonSfitzung der Deutsch-Konferva
befreunoeten Damen), sie wird Dir bestätigen, da» man gern sftn Pflichten gegen die Gesellschaft fich nicht entziehen darf, unb nun rasch, ganz rasch einen freundlichen Blick, «ein Herr, oder —"
.Darf ich mir die Ehre erbitten, mein gnädige» Fräulein?'
Bei der unerwarteten Anrede schaut« Dora fast bestürzt zu Referendar Ähre« auf, fie sowohl wie Drk.or Kroner hatten den Beginn be« neuen Tanze» nicht beachtet, im Grunde ihre« Herzen« war ihr oie Störung nicht unangenehm, aber ehe fie der Aufforderung ihre» Tänzer« folgte, wandte fie fich nochmal« zu ihrem Verlobten, und ihm die Hand reichend, flüsterte fie zärtlich, mit firenew hafte« Lächeln:
.Lieber, Theurer, der nächste Tanz ist Dein!'
Ohne etwa» zu erwidern, berührten seine Lippen flüchtig Dora» Hand, dann schaute er der graziösen Mädchengestalt, di« im rhh hmischen Takte einer leichtbeschwingten Libelle gleich fich wiegend, dahin schwebte, gedankenvoll nach, zum ersten Male die inhalt- schwere Frage erwägend: .War e» wohlgethan, ia» Geschick de» heileren Wettkinde» mit dem feinen zu verknüpfen? Wird e» beiden zum Heile ««schlagen?'
Doktor Kroner sann und sann, bi» Dora plötz- lich wieder vor ihm stand und durch dm Liebreiz ihrer Erscheinung, ihre anschueiegende Zärttichkett, ihr holde» Geplauder seine quälenden Empfindungm siegreich in die Flucht schlug. Ja, heimlich schalt er sich einen Narren, erkannte e« al» eine Ungerechtigkeit, seiner schönen Braut ihr« Lebenslust zum Vorwurf zu machen, da er kurz zuvor gegen Käthe Zeller geäußert: .er wünsche aufrichtig. Dora r üge die golvene Jugendzeit nach Herze«lust ge- meßen t"---
(ZortsetzuW folgt.)
tiveu deS Reichstage» wurde die Finge aufgeworfen, ob e» rathsa« sei, daß die Regierung Über den Lippe'kcheu Erbfolgestreit iuterpellirt würde. Ebenso wie Nachmittag» die Nationalltberalen, empfand« aber auch die Deutsch-Konservative» keine Lust, di» Sache hx Plenum be» Reichstage» auzuschneidex. Wie ber .Post' zufolge verlautet, hat «an nament« lich beßhalb bavox Abstaub gexommex, »eil cx» BuubeSrath« kleben der Wunsch laut geworben war« die Sache jetzt nicht zur Sprache zu bringen.
*• (Die Schließung der sozia listischen Verein») Der .Vorwärts' schreibt: Die Abgeordneten Auer, Bebel, Gerisch, Lu bkriecht unb Singer haben barauf verzichtet, bie Einstellung bei Verfahren» in Sachen be» Verein-schließung«- Prozesse« Auer unb Genossen beim Reichstage zu beantragen; bieselben werden, um eine richterliche Entscheidung möglichst rasch herbeizuführen, einer neuen gerichtlichen Vorladung unter Wahrung ihrer Rechte als Abgeordnete Folae leisten.
'(Reichstag.) Der Reichstag beendigte heut« die erste Berathxng de» Marrarinegksetze» und verwies dasselbe ax eixe Kommission. Gegen dasselbe sprachen die Abgg. Weiß (dentschfreis. VolkSp), sowie Har« und Herbert von der Sozialdemokratie. Die abgg. Höffel (ReichSp.), v. Plötz unb Rettich (beibe deutichkons.), sowie die Minister v. Hammersteix und o. Boetticher treten für die Vorlage ein. Darauf begann die erste Berathung der Justiznovelle, die den vollen Beifall deS Herrn v. Buchka (deutschkoxs.) fand, währexd Sbg. Günther bemängelte, doß die Se ch üffe der Kommisston ix der vo igex Seifio» »ichl berücksichtigt seien, waS Staatssekretär Nieder- ding damit begründete, daß eS fich nickt nm b- statt t've, sondern u« Beschlüsse erster ßeinng handelte. Morgen wird die Debatte fortgesetzt. (Sergi. Reichl- tagSberlcht. Die Red.)
* (Transvaal.) Den letzte» Telegramme» ist al« Wichtigste» zu entnehmen: Der Londoner .Standard' schreibt an» Berlin (?) sei nach dort bte Erklärung gelangt, ba» Tetegromm Kaiser Wilhelm'« an de» Präsidenten Krüger sei »eit davon entfernt, eine neue Richtung der auswärtigen Politik Deutschland» anzuzeigen. E» sei höchsten» ver Ausdruck be» Gefühl» momentaner Erregung gewelku, die vorübergegange» sei; ba» Blatt erklärt, e» sei ermächtigt, ba» letztere zu v ,sichern. Di« Seziehunge» zwischen Dentichlanb und England seien jetzt so freundlich, wie ftüher. Der .Standard'
(Nachdruck verboten»)
Berliner Brief.*)
\/ Hnrrab, Berlin wirb Weltstadt! Am 7. Jannar 1896, i« Jahre der große» Berliner Gewerbeausstellung, (vielleicht sogar z» Ehre» derselben?) hat fich hier ei» Er igniß zugetrcg«, wie e» Berlin leit Erschaffung ber W-lt nicht erlebt hat: ein echter Japaner erblickte hier zum erstenmal ba« Licht der Welt al» Sohn eine» Beamten der japanische» Gesandtschaft, be» Dr. Thnnefiro M haola nnd dessen ebenfall» Japan entstammender Ga tin. Ob er, bet verlinojapaner, auch mit Spreewaffer .getauft' wird, kann vorläufig noch n'cht verrathen weise». Die liebe» Elter» solle» fich riestg freue», daß ber kleine Bnrche gerade hier al» Erdenrekiut antrat, weil der Name de» Orte» n»d Lande» der Geburt nach ostafiatisch-insnlarer A»ficht einen heftigen Einfluß auf de» Mensch x künftige» Dasein haben soll. In japanischer Sprache setzt stch da» liebliche Wort .Berlin' ax» bex Silben Ber (fürstlich) und lin (Salb) zusammen, bedeutet also fürstlicher, d. h. prächtiger Wald, welche liebenswürdige Bezeichnung «tt einiger PH entaste auf dtt Linden, «tt Recht auf bex Thiergarttx bezogen werden kann. W nn e» bei un» danach ginge, möchte» die M.isten wohl gern ix Seligenstadt geboren sein, durstige Seelen i» Weinheim »nd Bterfiadt, bie Mädel vielleicht en» liebsten in Mannheim, xsw.
Furchtbar nett wäre e» zu nennen, wenn auf ber «»»stelluug bie allrrnenest«, unübersehbar wichtig«
*) Die .Berliner Briefe', welche ans der Feder eine« tüchtigen Journalisten stammen und deren Abdruck »k in dem Bestreben, unser Blatt immer mannigfaltiger zu gestalten, erworben haben, kommen in unbestimmten Zeitintervallen zur Veröffentlichung. Die Briefe behandeln i» der Regel die neuesten Tagesereignisse, welch letzteren sie durch humoristische Behandlung die hesteren Seiten ad» gewinnen wollen. Wir empfehlen die .leichte' Lektüre der angelegentlichsten Beachtung unserer geschützten Leser. D. Heb