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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg uud Kirchhai«.
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Furcht schon längst abgekommen. Schon zu Bismarcks 80. Geburtstage, also sechs Jahre vor der Verheirathung der Königin Wilhelmina, konnte ein holländischer General unter dem Beifalle seiner Landsleute den großen Staatsmann in unbefangener und warmherziger Weise feiern und dabei bekennen, daß die Niederländer dem großen Manne einst Unrecht gethan hätten, wenn sie Furcht vor seiner Eroberungslust gehabt hätten; sie seien längst von diesem Wahne ab- gekommen und zu der Erkenntniß gelangt, daß sie im Gegentheil in Deutschland einen wohlmeinenden und warmen Freund hätten.
Die englische Presse wendet wieder einmal den alten Kunstgriff des Spitzbuben an, der die Verfolger ablenken will, indem er selbst aus vollem Halse schreit: „Haltet den Dieb!" Sie möchte es dahin bringen, daß ebenso, wie die Franzosen nach dem einen Loche in den Vogesen, die Niederländer unausgesetzt ängstlich zu ihrem östlichen Nachbarn hinüberstarren und dabei übersehen, was der westliche Nachbar thut. Nicht eine Annexion des heimathlichen Bodens durch Deutschland haben die Niederlande zu befürchten, sondern eine Annexion ihres nicht sowohl durch die Größe, wie durch seinen außerordentlichen materiellen Werth ausgezeichneten kolonialen Besitzstandes durch England. Wenn die Eingeborenen in Niederländisch- Jndien immer zu den Waffen greifen, so weiß man im Haag ganz genau, woher sie diese Waffen haben. Für England wäre nichts erwünschter, als ein großes Drunter und Drüber in Niederländisch Indien, das ihnen die Möglichkeit gäbe, unter dem Vorwande der Humanität ebenso einzuschreiten, wie es die Nordamerikaner bei den Wirren in Kuba und auf den Philippinen gethan haben.
Gelingt es, die Niederlande mit Deutschland zu verfeinden, so kann England seinen Zweck um so eher erreichen, denn die kleinen Niederlande würden dann vollkommen isolirt dastehen. Den wackeren, aber politisch gar nicht hervorgetretenen mecklenburgischen Prinzen dazu zu benutzen, diese Jntrigue einzufädeln, ist em echt englisches Stückchen, erstens wegen der Niedertracht, zweitens aber wegen der Bornirt- heit, den Andern immer für unendlich viel dümmer zu halten, als man selbst ist. Wir glauben aber kaum, daß die Holländer diese höfliche Spekulation auf ihre mindere Begabung gelingen laffen oder mit großem Danke aufnehmen werden. **
Englische Spekulationen.
Die Stellung des Prinzgemahls ist eine r schwierige, besonders, wenn er nicht der tion, über die seine Gattin herrscht, ange- t. Er hat nur Pflichten und keine Rechte; n Danke dafür aber wird er von dem Volke, dessen Dienst er sich stellt, meist als Ein- ngling betrachtet und als ein Mensch, der i der hohen Ehre, zusehen zu dürfen, wie I Land regiert wird, nicht genügend bewußt sein schiene.
Niemand weiß über diese Thatsache besser jeib, als die Engländer, die mit derselben ifterschast im Aushecken von Teufeleien, die jetzt in Südafrika entwickeln, eS verstanden, Gatten der Königin Viktoria, dem Prinz- ahl Albert das Leben zu verbittern. Die , in der dieser edelgesinnte Mann von hoch niedrig chikaniert wurde, füllt eins der iger sauberen Blätter in der Geschichte des
le er in solchem Falle beginnen mit seiner EenhauSbildung? — Die Dame blickt sehr
J drein; daS waren unüberwindliche liffe, und Werner würde schon zu Kreuze Dann wollte sie ihn mit offenen
braucht nur daran erinnert zu werden, daß in allen soliden kaufmännischen Kreisen die „polnische Wirthschaft" in jenen deutschfeindlichen Bezirken so verschrieen ist, daß niemand dorthin gegen Kredit Maaren liefert.
Freisinniger Wahlschwindel.
In dem Wahlaufrufe der Wittenberger „Liberalen" zu Gunsten des Dr. Th. Batth findet sich folgender Satz:
„Die Zölle für Mais, Futtergerste, Hafer, Oelkuchen, Kleie und zahlreiche andere Futtermittel sollen so stark erhöht werden, daß die Viehzüchter in Deutschland, in der Hauptsache die kleinen und mittleren Landwitthe, jährlich mindestens 120 Millionen Mark an künstlicher Preissteigerung für Futter- mittel zu zahlen haben würden ..."
Nach dem Tarif-Entwurf ist der Zoll für Gerste (Mindestzoll) auf 3 Mk. gegen den bisherigen Bettragssatz von 2 Mk., für Hafer: Mindestzoll 5 Mk. gegen 1,60 Mk. angesetzt. Diese beiden Futtermittel aber kommen ebenso wie Mais, der im Generaltarif auf 4 Mk. gegen den Dertragstarif von 1,60 Mk. angesetzt ist, für unsere kleineren Viehzüchtern nicht in Betracht. Es wird auch damit Schwindel getrieben, daß die „Liberalen" diesen im Generaltarif festgesetzten Maximalzoll als feststehend verrechnen, während er durch die Handelsverträge ermäßigt werden wird. Aber Kleie Oelkuchen, Futterrüben, Heu, getrockneter Klee, Stroh und andere getrocknete Futtergewächse bleiben wie früher zollfrei. Und bas- find die Hauptfuttermittel für die kleinen Viehzüchter.
In seinem erhitzten Gehirn verfolgte ein Gedanke den andern. — Also von der Tante hatte er nichts zu hoffen, das war vorbei, der Traum von einem Wiederaufblühen seines Ge> schlechtes zu Macht und Ansehen auf der Väter Scholle ausgeträumt. Mochte es sein, aber von der Elfe ließ er nicht, nun erst recht nicht! Alle Opfer, jeder Verzicht um des angebetenen Mädchens willen schien ihm klein, und seine trotzige Natur, die noch nicht viel Widerstand im Leben gesunden hatte, warf sich mit Leidenschaftlichkeit in den. Kampf um seine Liebe. — „DaS Blut der Buchwald soll nicht verunreinigt werden," hatte sie gesagt, die starrköpfige Aristokratin mit dem engen, beschränkten Gesichtskreis. Ihre plumpe, unansehnliche Gestalt stand vor .seinem geistigen Auge und daneben erschien seiner Elfe geliebter Bild. Dies herrliche Geschöpf mit dem vornehmen Wesen, dem feinen Gesichtchen und der eleganten Haltung, dies un- chuldsvolle Kinderherz sollte seiner Familie Schande machen? Lächerlich! — Elfer Mutter satte er zwar nicht gesehen, aber die Schwester, und die paßte genau zu der Geliebten. Und wie geschmackvoll war de8 Mädchens Toilette tets. Er hatte nie eine Dame so gekleidet ge- ehen: sehr, sehr einfach, aber von unüber- roffenem Chic. — Dise Thatsache allein bewies ihm, daß ElfeS Mutter eine Dame sei.--
WaS sollte also werden?
Mit der Tante war alles auS! Er hätte jetzt nicht» mehr von ihr genommen, und wenn re eS ihm auf den Knien geboten hätte — WaS re allerdings nie thun würde. Ein rauheS Auf- achen begleitet diesen Gedanken. Sie hatte an einer Mannheit gezweifelt, ihn auf seine mangel- sasten Kenntnisse hingewiesen — sie mußte eines
Ein Politiker über den Werth der Heidenmission.
Der bekannte Afrikaforscher H. H. John- ston, in dessen Händen jetzt die Verwaltung von Uganda liegt, hat sich über die Erfolge der dort seit 25 Jahren betriebenen Misfions- arbeit folgendermaßen ausgesprochen: „Wenn sich in andern Gegenden Afrikas bei der Bekehrung der Schwarzen Heuchelei, Betrug oder abergläubische und äußerliche Bekehrungen zum Christenthum gezeigt haben sollten, so ist es doch meine aufrichtige Ueberzeugung, daß- die große Missionsarbeit in Uganda die besten Erfolge aufzuweisen hat. Man kann nicht sagen, daß hier die Eingeborenen durch Einführung des Christenthums „verdorben" find,
Besseren belehrt werden, mußte anerkennen, daß er kein Knabe mehr war, der Gehorsam schuldet, sondern ein Mann, der seinen Weg allein zu finden weiß. O, er wollte es ihr beweisen, dieser harten, kalten Frau! Wie spöttisch sie ihn verlacht hatte: „Willst sie wohl mit Deiner Leutnantsgage erhalten, wie?" Dies Wort kannte in seinem Herzen wie Feuer., Wenn sie nur nicht gar so grausam Recht gehabt hätte! Er war nichts und konnte nichts, wenn er den bunten Rock auSzog. Der Angstschweiß trat dem Sinnenden auf die Stirn. Da bäumte sich auch wieder der Trotz auf. Und ich will und werde etwas leisten! Es muß sich etwas finden!
Und in seiner Erregung riß er das Pferd am Zügel, daß es einen wilden Seitensprung machte und dann kerzengrade in die Höhe stieg. Der Mann empfand es als eine Wohlthat, daS rebellische Tier zu zwingen, es war ihm, als olle er seine Kräfte proben für den beginnen- >en Kampf mit dem Leben.
Zunächst würde er also mit der Mutter prechen, um zu erfahren, ob und welche Summe ie auf der Bank hatte. ES war unwahrschein- ich, daß die sparsame Frau neben ihrer Pension )ie ganze Jahresrente verbracht haben sollte. Vielleicht hatte sich im Laufe der Jahre ein kleines Kapital angesammelt! Damit konnte er dann irgend etwas beginnen. DaS wäre ein herrlicher Ausweg! Und der jungen ManneS optinistischeS Gemüth flog bereits wieder mit vollen Segeln auf dem Meere der Hoffnung >ahin.
(Fortsetzung folgt.
der ganzen Welt verschafft hat, geht gerade englische Presse auf den Gemahl der nieder- ischen Königin los, und sie entwickelt eine unerschöpfliche Phantasie in der Erfindung Nachrichten, die das unglückliche Leben der n Ehepaares charakterifiren sollen. Um zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, diese Gelegenheit noch dazu benutzt, Deutsch- zu verdächtigen. So suggerirt die dem ischen Hofe nahestehende „St. James Gazette" Holländern die Besorgniß vor einer Annek-
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Vernunft kam, dar würde ihm nur gesund sein. — Er glaubt nicht mehr an ihre Liebe! Solch ein Naseweis, natürlich hatte sie ihn lieb, den frischen Jungen, fast so lieb, wie die Erna. Und da fiel ihr auch ein, WaS der Neffe über daS Mädchen gesagt hatte. Ein Glück, daß das arme Ding nichts davon erfuhr, eS hätte die verrücktesten Geschichten geben könnnen. Werner würde schon einsehen, daß er ihr Unrecht gethan.
Aber wie er sie selbst durchschaut hatte, der Racker! Der alten Dame steigt die Schamröte heiß inS Gesicht. Wie hatte sie sich so vergeffen können! „Ich weiß, Du kannst nicht lügen, Therese," hatte ihre Schwägerin am Vormittag gesagt. Ja, sie konnte es, für die vergötterte Nichte. „Ach Erna, Mädchen, WaS machst Du auS mir alten, schwachen Frau!" Sie erhebt sich, um Werners Zimmer zu verlaflen, da ge- wahrt sie auf dem Schreibtisch in einem Blurnen- äßchen die Rose, die ihren Zorn am Morgen erregt hat. Ohne sich zu besinnen, ergreift sie )ie Blüthe und schleudert sie durchs Fenster. „O Du —! murmelte sie ingrimmig. — ES ist kein Segenswunsch für dar Sonnenkind Elfe, >rr dem Herzen der Dame entsteigt, als sie mit liefern Ausruf Werners Thür hinter sich schließt.
Nach fünf Minuten trug Rappel einen Brief
i tut Post, der dem Herrn Rechtsanwalt Holland >en Besuch der Baronin für bee nächsten Morgen ankündigte.
12. Kapitel.
Werner von Buchwald war, nachdem er seine Tante so stürmisch verlassen, in den Stall geeilt, hatte in Abwesenheit seines Burschen den Elan selbst gesattelt und sich, — unbekümmert um seine gute Uniform — hinaufgeschwungen. Dann war er hinauSgejagt ins Freie.
Umschau.
Leere Drohungen.
Russische Zeitungen suchen unsere fteifinnigen zattbesaiteten Witthschastspolitiker durch immer schärfere Drohnoten für den Fall der Einführung höherer Getreidezölle einzuschüchtern. Dieser Versuch ist an sich begreiflich: nur hätten wir nicht gedacht, daß er mit so wenig wirksamen Mitteln unternommen würde. Denn es wurden nicht nur Maßregeln angekündigt, um eine größere Ausfuhr russischer landwirth schaftlicher Erzeugnisse nach England und anderen Ländern, eine Hebung der Mastviehzucht, eine Entwicklung des Molkereiwesens zu erzielen, Maßregeln, die im Grunde selbstverständlich find und mit dem Abschluß von deutsch-rufischen Handelsverträgen nicht das geringste zu thun haben; nein, man geht sogar noch weiter und kündigt an, daß man eS schon jetzt, während der Dauer des bestehenden Handelsvertrags, möglichst vermeiden werde, deutsche Maaren zu beziehen und dafür lieber den russischen Bedarf an chemischen Maaren, Metallfabrikaten, Maschinen und Galanteriewaaren im nichtdeutschen Ausland zu decken. Die „Köln. Ztg." bemerkt mit Recht dazu: Man übersieht dabei, daß dieser Weg höchstens dazu führen würde, die deutsche Industrie zum Gegner eines neuen Handelsvertrages mit Rußland umzuwandeln. Schon jetzt, unter dem bestehenden Handelsvertrag, ist Rußlands Ausfuhr nach Deutschland erheblich größer als Deutschlands Ausfuhr nach Rußland. Je mehr Rußland die deutsche Ausfuhr durch künstliche Mittel herabdrückt, umsomehr stärkt eS den Standpunkt derjenigen in Deutschland, die eine höhere Verzollung der russischen Einfuhr nach Deutschland anftreben. Umgekehrt, je mehr Rußland durch Verstärkung der in Deutschland auszuführenden Warenbestellungen die Ausfuhr nach Rußland vergrößert, und damit die jetzige für Deutschland ungünstige Spannung zwischen Ausfuhr und Einfuhr ausgleicht, um so mehr wird der Standpunkt derjenigen in Deutschland verstärkt, die auf Erhaltung des Handelsvertrages bei entsprechender Erhöhung des Schutze» der deutschen Landwirthschast hinarbeiten. Solche Drohnoten, wie die jüngsten russischer Zeitungen können in Deutschland nur die umge- gekehrte Wirkung erzielen. Sie haben denselben Werth wie die lächerlichen Ankündigungen der polnischen Blätter in Galizien und Warschau, die Polen würden fortan jeden bohcottiren, der deutsche Waaren beziehen werde. Demgegenüber
ischen Volkes und deshalb sollte man meinen, die Engländer bei der Behandlung des as „Prinzgemahl" einige Vorsicht walten fÄ.fen sollten.
4'W" 1 Aber nichts dergleichen. Mit jener Naivität, den Engländern ihre bekannte Beliebtheit
Daß die Niederländer kurz nach dem Kriege 11870 allerdings in der Furcht geschwebt en, Deutschland möchte eines Tages versuchen, Niederlande zu annektiren, ist uns wohl >mnt. Dank der friedlichen und loyalen ltung Deutschlands aber find sie von dieser
lNachdruck verboten.)
Elfe.
Roman von Hanna Aschenbach.
lFortsetzung.)
Ihr ist ganz wirr im Kvpf. Der Zorn ist gen, und sie beginnt zu überlegen. Was sie nur gesagt, daß er so ganz aus dem chen war? Sie hat sich fortreißen laffen dem Erbfeind ihrer Familie, dem Jähzorn, ihr, wenn er sie überfällt, Besinnung und ichtnis raubt. Werner, der Tollkopf, schien
Erlcheinl täglich außer en Lüerktagen nach Lvun- uno Feiertagen.
Sonntagsbeilage: JllustcirteS Sonntagsblatt. qd
Mittwoch, 18. Dyember 1901. ®"* 1" k W
ste Erwägungen zu beruhigen, des Neffen ---fWoffene Augen wollen ihr nicht auS dem le®. — Was konnte er nur Vorhaben, der IIMvPf, er besaß doch garnichts, und sagte er IM. das Mädel wäre auch arm? Wollte er ^Reicht den Dienst quittieren? Ja, und was
brechen zu wollen, hatte natürlich jedes für bare Münze genommen, wollte lieber । das Stammgut verzichten, als von dem (8 jH laffen. — Na, das waren so verrückte benSarten, das würde sich schon geben, 116! ®n's Ernst wurde.
Angeblich sucht sich die alte Dame durch
aufnehmen, aber bis dahin — keine 'äche!
Tas für ein Brausekopf sollte fein Vater w pitn fein, und wie weich hatte d»S Schicksal ^gemacht! DaS wollte sie freilich Werner gönnen, um GotteSwillen nicht! Rur einige fstn in Hangen und Sangen, bis er zur
ng durch Deutschland. Diese Besorgniß durch die von der Königin Wilhelmine „..ffenen Wahl neue Nahrung bekommen, m Prinz Heinrich der Niederlande wäre bis e: Spa seiner Verheirathung preußischer Offizier Mk. L oesen.