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mit dem Kreisblatt

für die Kreise Marburg und Kirchhai«.

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1901

Erstes Blatt

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Zur Sache selbst müssen wir den Jnter-

Wreschen dem Ansehen Preußens und in

Reiche Monate hindurch so wenig Energie

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»oll »deren Staaten würde man wohl Mittel ge-

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Die Polenfrage und das Ansehen des Deutschen Reichs.

Man schreibt unS:

In dem Augenblicke, in dem diese Zeilen gn Leser vorliegen, findet die von den Polen iii ihren getreuen Freunden in Szene gesetzte gterpellationSkomödie bereits ihren Abschluß, atzdem erscheint es angebracht, zu dieser Frage gc noch Stellung zu nehmen, denn wir bet- zgen die Kompetenz des Reichstags zu ihrer ckedigung aus mehrfachen Gründen nicht ^erkennen.

Einmal nämlich liegen im Reichstage die

Zirm, , vifen, Die ge- el.

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mben haben, die Kinder zum Gebrauche der aatssprache zu zwingen, wie beispielsweise rnkreich eS seinerzeit verstanden hat, die 61= tettlIffer zum Gebrauche der französtschen Sprache zwingen. Eine Regierung deren Machtmittel HiuktlMurch erschöpft find, daß die Schulkinder auf

(Nachdruck verboten.)

Else.

Roman von Hanna Lschenbach.

lFortsetzuag.)

Stunden vergingen und noch immer saß Mädchen und blickte in die teuren Züge, daß sie daS durfte, schien ihr ein unver-

1 ihre Befangenheit nicht sondern begrüßte sie Endlich, sogar herzlich zum ersten Male, strmes Ding/ dachte er dabei, und die Ge- ?nken flogen wohl zu der liebreizenden Braut, w daheim im Baterlande seiner harrte. Er s! 6tte ein unbestimmtes Gefühl des Unrechts r 5 Egen die arme Gouvernante und nahm sich vor,

rkundw- ilfttruppe die Sozialdemokraten und süd- ------- 'v »ischen BolkSparteiler anschließen, Parteien, m, roai Heren Augen die Regierung immer Unrecht i, besonders wenn eS die preußische ist. Und es ist der zweite Grund, auS dem wir eine

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dienten darin Recht geben, daß die Vorgänge berd.A,^^, i..

. ktvissem Sinne auch dem des Reiches nicht förder- nir nicht 6 gewesen find. Denn wenn der größte Staat

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fertig« mpetenz deS Reichstages nicht anerkennen ich totr imen. Wohl find auch wir der Ansicht, daß ""'i bei f Polenfrage nicht nur für die Existenz erkläu reußens, sondern auch für die des ganzen VahrhÄ richs von Bedeutung ist, aber in diesem Falle af meine jibelt es sich ausschließlich um Maßnahmen Zeitun, t preußischen Regierung, für die die Reichs- $ ^xrung weder verantwortlich noch zuständig ist.

hr wenigstens soviel Freundlichkeit zu erweisen, V möglich war.

" her Schulkinder, unterstützt von ihren Eltern ffercfo einem Hetzkaplan, der Staatsautorität zu hnachts-vtzen vermochten, fo kann das Ansehen dieses teti. laatetz dadurch gewiß nicht gewinnen. In

«entwickeln vermochte, daß eine Anzahl polni-

^8'hehrheitsverhältnifie in" dieser Frage so, daß J** i Kläger zugleich zum Richter wird. Denn sei ager find nicht nur die Polen, sondern auch 8 Herrn ! mit ihnen in solchen Fragen ohne Weiteres Stoati Meldeten Parteien des Zentrums, der Welfen ann«,. bei Elsässer, denen sich noch als freiwillige

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| Da hoben sich die Portieren der Seitenthür, b der deutsche Offizier trat ein. Verwundert er aus die Gouvernante, die noch immer ungsloS in ihrem Sessel kauerte. Halb anisch trat er vor, der weiche Smhrna- pich verschlang den Laut seiner Tritte. Doch »8 war das? Sein scharfes Auge erkannte n eigenes Bild in den Händen der Sinnenden, ^ie jähe Erkenntniß dieses ihm geweihten Ge­ls erschreckte ihn. Er war zu gemüthvoll tob zu edel denkend, als daß er Triumph oder «Pott hätte fühlen sollen. Das arme Mädchen Sihat ihm herzlich leid, und sein brennendster «unsch war, unbemerkt den Ausgang zu ge- __-tonnen. Es gelang ihm. Draußen räusperte F sich und trat dann säbelrasselnd in den Salon. Die Erzieherin kam ihm in tötlichster Ver- 'Vlll' -genheit entgegen. Aber er that, als bemerke

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ein paar Stockschläge nicht reagiren, kann aller­dings dem Auslonde nicht viel Respekt einflößen.

Gerade dasjenige Ausland, daS an den Wreschener Vorgängen insofern am meisten interesfirt ist, als eS selbst daS Glück hat, polnische Unterthanen zu besitzen, hat seinerzeit den Polen gegenüber mehr Energie zu entfalten verstanden, als Preußen. Oesterreich hat bei der polnischen Insurrektion von 1846 gezeigt, wie es und Rußland, hat! es bei den Revolutionen von 1830/31 und 1863 noch viel weniger an rücksichtsloser Strenge fehlen lassen. Wenn heute beide Regierungen ihren lieben polnischen Unterthanen in Lemberg und Krakau bezw. Warschau eine unverschämte Sprache gegen Preußen gestatten, wenn sie sogar, ohne ernsthaft einzuschreiten, die Beleidigungen preußischer Konsulate zulassen lahme Ent­schuldigungen hinterher haben wenig Werth, so wäre auch dies kaum möglich, wenn die preußische Regierung in der Polenfrage nicht eine solche Schlaffheit bekundet hätte. Geht Preußen den eignen Polen schon nicht energisch zu Leibe, so, argumentiren nicht unrichtig die fremden Regierungen, wird es noch viel weniger energisch auf uns dahin einwirken, daß wir unseren Polen auf den losen Mund schlagen.

Wir geben also den Polen und ihren Freunden vollkommen recht, daß die Vorgänge in Wreschen dem preußischen und deutschen Ansehen geschadet hat. Wir hoffen aber zuver­sichtlich, daß die preußische Regierung daraus andere Konsequenzen ziehen wird, als sie den Interpellanten vorschweben mögen. Wir hoffen, daß sie von nun ab und zwar nicht nur Schulkindern gegenüber zeigen wird, daß sie entschlossen ist, im eignen Hause Herr zu bleiben und daß sie deshalb in erster Reihe von allen ihren Unterthanen unbedingt verlangt, sich den Organen der Staats gegenüber, mag es nun die Schule sein oder das Gericht oder das Landrathsamt oder die Eisenbahndirektion oder die Poftverwaltung der Staatssprache zu bedienen. Den Polen soll ihre Muttersprache gewiß nicht genommen werden, und sie mögen zu Haufe so viel polnisch sprechen und so viel polnische Zeitungen lesen, wie eS ihnen beliebt. Mit dem Staate aber haben sie sich in seiner Sprache zu verständigen. Wie vor einem halben Menschenalter den Polen und ihren Freunden der damals im Reichstag erzielte PhrrhnSfieg wenig Freude gebracht hat, so wird ihnen hoffentlich auch diesmal der Uebermuth, der sie zu ihrer Interpellation veranlaßt hat, übel bekommen. a.

Er erzählte ihr mit kurzen Worten, daß er für den Abend beurlaubt und deshalb herausgefahren sei, um seine Parade-Uniform abzulegen und mit den Verwandten das Feuerwerk zu besuchen. Nun seien ihm dieselben begegnet, und seine Cousine habe ihn gebeten, das Fräulein in seinem Wagen mitzubringen, da dieselbe wegen Platz­mangels in dem ihrigen zu Hause geblieben sei.

Eine halbe Stunde später saß Miß Wilson an der Seite deS stattlichen Offiziers in dem mit zwei feurigen Thieren bespannten Dog-Cart. Er hatte ihr beim Besteigen deS hohe« Wagens geholfen, so ritterlich und fürsorglich, als wäre sie feine Verwandte und nicht die unbedeutende Governeß. Sie strahlte vor Glück und Selig­keit, und auS dem dankbaren Herzen stieg ein Gebet nach dem anderen zum Himmel empor. Sie wußte, dies waren die glücklichsten Stunden ihres Lebens, Besseres konnte nie kommen, und sie freute sich jeder Minute. Ihr Begleiter unterhielt sich sehr freundlich mit ihr. Da faßte sie Muth und bat ihn, ihr von seiner Braut zu erzählen. Betroffen schaute et sie an. Also fie wußte davon, freilich, ein Wandet wat es nicht, da die Vetwandten untertichtet waren, und dennoch merkwürdiges Mädchen.

Und er erzählte, anfangs stockend, dann, als er bemerkte, wie strahlend die sonst so stillen Augen an seinen Lippen hingen, wie daS neid­lose Glück ihr auS jeder Miene sprach, ließ er sich von seinem Thema hinreißen, so daß daS Mädchen an seiner Seite einen tiefen Einblick in seine Bräutigamsseligkeit thun durste. 'Wollen Sie ihr Bild sehen, Miß Wilson?" fragte et, als es ihm nicht techt gelingen wollte, eine Lieblich­keit seiner Braut zu schildern.Oh. ich bitte

Umschau.

Ueber eine Ansprache der Kaisers in Bezug auf daS Duell berichtet diePotsdamer Zeitung": Der Kaiser begab sich am Sonntag, den 1. Dezember, nach dem Gottesdienst nach dem Regimentshause des 1. Garderegiments zu Fuß, wohin fämmtliche Offiziere deS Regiments befohlen und auch Kriegsminister v. Goßler und Generalleutnant v. Kessel zugegen waren. Der Kaiser trug die Uniform der Gardehusaren. ES war, so heißt es, dem Kaiser bekannt ge­worden, daß die Söhne des KriegSministerS und des Generalleutnants von Kessel, welche beim 1. Garde-Rgt. als Unterleutnants Dienst thun, bei einem Liebesmahl über daS Duell fich dahin ausge­sprochen hätten, fie würden trotz des kaiserlichen Duellverbots fich schlagen, wenn ihre Ehre an­gegriffen würde. Der Kaiser versammelte nach dem Frühstück sämmtliche Offiziere des Regiment? um fich und ließ ihnen durch den Mund deS Obersten v. Plettenberg seinDuellverbot noch einmal aus das Strengste einprägen und un­bedingtesten Gehorsam fordern". Hierauf ließ der Kaiser die beiden Unterleutnants noch be­sonders vortreten, und während die Väter hinter ihnen standen, sprach et zu den Beiden mit erhobenet Stimme:

.... Und wenn auch der Papa des Einen mir lieb und werth und der Vater des Andern mein ver­dienstvollster General wäre, ich würde die Söhne derselben ebenso mit schlichtem Abschied aus dem geere entfernen, wie ich dies mit jedem anderen ffizier halten würde, welcher mein Duellverbot nicht beachtet. Ich trage auch dieserhalb heute nicht die Uniform meines Regiments, weil ich Ursache gehabt habe, aus diesem Vorkommniß mit demselben nicht eines Sinnes zu sein und leider gerade solche jungen Leute Anlaß zu diesem Aergerniß gegeben haben."

Hieraus verabschiedete fich der Kaiser mit höflichem Gruß. UnS scheint die Meldung bet Potsdamet Zeitung" doch noch seht bet Be­stätigung zu bebütfen, ba bie kaiserliche Ordre von 1897 nicht einDuellverbot" genannt werden kann. Sie bezweckte nut die Ein­schränkung der Duelle.

Demagogie:

In dem Organ betfteifinnigen Vereinigung" unb bet fteifinnigenBauetn"-Veteine, dem Deutschen Reicksblatt" ist über bie Zolltatif- vorlage folgendes zu lesen:

.Konnte man nicht die laufenden Verträge, unter denen fich Handel und Wandel bis zum Jahre 1900 günstig entwickelt hat, einsach verlängern? Kleine Ab­änderungen, die als rathsam betrachtet werden, ließen sich dabei ganz gut andringen.

seht darum," versetzte sie eifrig. Er gab ihr einen Moment die Zügel zu halten und zog aus seiner Vrusttasche ein kleines Pastellbild, das er ihr nach einem zärtlichen Blick darauf reichte. Mit einem leisen Aufschrei des Entzückens griff das Mädchen darnach. O wie süß, wie wonder- fully sweet!" Es war ein goldblonder Mädchen­kopf, der mit großen, sinnenden Augen die Be­schauerin anblickte. Weiche Löckchen ringelten sich um die schmale Stirn und den zatten Nacken, und ein Hauch von Sanftmuth und Milde lag verklärend auf den stillen Zügen.

Lange, lange blickte Miß Wilson in das liebliche Mädchenantlitz, dann reichte fie dem Bräutigam das Bild zurück:Eine weiße Lilie, fie bedarf wohl einer starken Armes, Gott schenke Ihnen beiden alles Glück der Erde." Der Offizier reichte ihr bewegt die Hand :Ich danke Ihnen von Herzen, unb Sie haben recht, Marie bedarf eines männlichen Schutzes, sie paßt nicht in ben Drang beS Lebens." Sie verstummten beibe, unb während er sehnend an die heißgeliebte Braut dachte, betete dasMädchen inbrünstig um sein Lebensglück.

So kamen sie nach London und wurden in ben Strudel gezogen. Was die arme Gouver- nannte an jenem Abend noch erlebte, das hat fie später nie gewußt, bie frohen Menschen, bie eleganten Toiletten, bie prächtigen Equipagen, bie herrlichen Weisen bet Musikkapellen, bie Wunber beS Feuerwerks, bazn bie Nähe des geliebten ManneS, all dies nahm dem bis dahin so weltfremden Mädchen die klare Besinnung. Es waren Jahre vergangen und dann hatte fie gehött, daß et Hochzeit halte. Da wat fie zur Kirche gewandert unb hatte stunbenlang

Ader «ein. Die Sache mußte ganz nen ge­macht werden, damit recht hohe Zölle Platz finden. Graf Posadowsky, Graf Bülow, Gras Schworrn- Löwitz, Graf Kanitz und wie die Herren Grafen noch alle heißen mögen, verlangten denSchatz der Land- wirthschaft", d. h. die Brreichernng der Groß» grnndbesitzer. Und damit die Großindustriellen auch etwas abbekamen, wurden die Zölle auf viele Fabrikate gleichfalls erhöht.

Wer zahlt's? Der Mittelstand in Dorf und Stadt, der Landmann, der Handwerker, der Arbeiter. Den Armen wird's genommen, dem Reichen wird'8 gegeben. .Das nennt man heute für das Gemein­wohl arbeiten."

Wit haben bie Dtnckanotbnung desReichs­blattes" beibehalten, um die demagogische Ab­sicht dieses angenehmen Organs deutlich hervor- treten zu lassen. Man wird daraus ersehen, daß selbst in bet sozialbemokratischen Presse nicht mit so breistet Volksverhetzung vorgegangen unb bie Regierung in so unerhörter Weise ver­leumdet wird, wie in diesem, ben Herren Barth unb Rickert so nahestehenden Blatte.

Parlam6Ntarisch6s.

Reichstag.

a. Berlin, 9. Dezember.

Die heutige schwach besuchte Sitzung bot mancherlei Ueberraschungen. Zunächst mußte die Interpellation Dr. Arendt (Rp.), betreffend den immer noch nicht § erlügend zur Auszahlung ge laugenden Ehrenfold der invaliden von der Tagesordnung abgesetzt werden, weil der Staatssekretär des Reichsschatzamts Frhr. v. Thielemann angeblich an Influenza schwer er­krankt ist.

Das Haus setzte deshalb die erste Lesung deS Zolltarifs fort. Erster Redner war der national« liberale Abgeordnete Dr. Beumer, der die Vorlage von dem bekannten Standpunkte des Verbandes der Großindustriellen auskritisierte. Er führte an: Die gesummte Industrie meines Wahlkreises, eines der größten Wahlkreise der Monarchie, hat den ausrichtigen Wunsch, die ganze Materie Hand in Hand mit der Landwirthschaft zu erledigen <Bravo rechts), denn wir sagen uns, wenn ein Glied leidet, so leidet der ganze Körper. Wird die Landwirthschaft wieder kaufkräftig, so fließt in tausend Kanälen Geld auch in bie Kreise der Arbeiter. In der Eisen- und Staht- industrie besteht im allgemeinen der Wunsch die gegen­wärtigen Zölle zu erhöhen. Bei all unfern Verhand­lungen müssen wir immer die Produktionsbedingungen der wettbewerdenden Völker im Ange behalten utld auch die Verschiebungen in den Produktionsbe dingungen, die in diesen wettbewerbenden Ländern eingetreten find. Rücksicht zu nehmen haben wir aber auch auf die Sachverhältnisse der tonlumrmben Länder. Die Lasten die uns die sozialpolitische Gesetzgebung auferleat hat, tragen wir gern. Aber diese Lasten müssen wir bei der Neuregelung der handelspolitischen Beziehungen in Rechnung stellen. Äbg. Richter macht uns zum Vorwurf, daß die deutsche Industrie ins Ausland billiger liefert als ins Inland Aber machen es den» die Industrien der wettbewerbcnden Länder anders? Im übrigen hat z B. das rheinisch-westsälische Kohlensyndikat zur Zeit der Kohlennoth billiger fle­

hte Orgel gespielt, allein im kleinen Gotteshaus. Unb süßer unb machtvoller waten bie Akkorde nie unter ben geschickten Händen erklungen, als an jenem Tage, wo fie dem fremden, geliebten Manne eine Jubelhhmne spielte zu seinem Ehrentage.

Dann wandelte fie langsam heim, ben Blick in bie finkenbe Sonne gerichtet. Die heißen Strahlen hatten keine Macht über biefe Mädchen­augen, bie ungeblenbet in lichte Fernen schauten. Unb tiefer sank bet goldene Ball, unb bie Ein­same blieb unwillkürlich stehen, regungslos. So ging bet Tag zu Ende, bet letzte, morgen gehörte er dem goldlockigen Mädchen, beten Bild fie an bem glücklichsten Tage ihres Lebens gesehen hatte.

Die glühende Scheibe hatte ben Horizont erreicht, strahlende Flammenbündel schossen nach allen Seiten bie letzten Grüße. DaS Mädchen blickte mit großen Augen in bie Glut, wie sie sank, tiefer unb tiefer, nun noch ein schimmernber Streifen, nun auch biefer ver­schwunden. Ellen hatte unwillkürlich bie Hänbe auSgestreckt, als wolle sie daS hehre Bilb zurückhalten, daS Symbol ihres Lebens. Jetzt sank sie mit einem leisen Aufschrei nieber auf ben steinigen Feldweg, heiße Thränen drangen zwischen den schlanken Fingern hervor, bie ersten unb bie einzigen ihrer selbstlosen Liebe.

Der nächste Tag sand baS junge Mädchen genau so ernst nnb gewissenhaft bei der Arbeit, wie sonst. Nut das Träumerische war auS ihren Augen geschwunden, eS lag dafür eine klare, weltentsagende Ruhe darin, wie man sie sonst nur bei Himmelsbräuten findet.

(Fortsetzung folgt.)