Herrn Gothrin's fast zweistündige Rede fand ziemlich häufig lebhaften Widerspruch von der rechten Seite des HauseS her, und als er den Ausspruch deS bekannten VolkswirthschaftS- lehrers Brentano, daß, wenn es das Staats wohl erfordere, der Bauernstand geopfert werden muffe, ertönte von der Rechten ein kräftig ur- wüchsiges „Pfui Teibel!" Herr Hilpert war es, dem die ehrliche Entrüstung ein so kräftig Wörtlein eingegeben. Daß dieser stimmungsvolle Zwischenruf auf allen Seiten große Heiterkeit hervorrief, ist nicht verwunderlich. Und ein zweites Mal lachte man fröhlich, als Herr Gothein vom „Abgeordneten" Grafen Posa- dowskh sprach. Es ist freilich etwas lange her, daß der damalige Landrath Dr. Graf von Posadowskh - Wehner, wie er als Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses hieß, zu den arbeitsfreudigsten Freikonservativen im Landtage des größten deutschen Bundesstaates gehörte. Der jetzige Staatssekretär lächelte denn auch, wie uns schien, nicht ohne Wehmuth seinem Nachbarn, dem inzwischen erschienenen Reichskanzler Grafen Bülow zu. Die letzten heutigen Redner waren Herr Gamp von der Reichs- Partei und Dr. v. KoSnierowski, der Sprecher der Polen. Als letzterer sprach, machte sich immer lebhaftere Abspannung im Hause deutlich bemerkbar und so wurde denn kurz vor 6 Uhr die Weiterberathung auf morgen vertagt.
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Bei wiederum gutem Besuch setzte der Reichstag heute die Generaldebatte zum Zolltarif fort. Erster Redner war
Abg Dr. Pansche (nl): Wir find der Ueber- zeugung, daß eine so große und wichtige Vorlage in der Kommission eingehend berathen werden muß Herr Richter freilich braucht keine Kommission, er ist mit seinem Urtheil schon fertig. (Heiterkeit.) Die Presse des Handelsvertragsvereins hat sich nicht gescheut, jede«, der »icht Mitglied dieses Vereins ist, als einen Gegner von Handelsverträgen zu bezeichnen. Meine pölitiscken Freunde wollen aber alle langfristige Handelsverträge und ein«- starke Flotte. Eine gesunde Heimathspolilik ist die Grundl-ge der Welt- Machtpolitik, Furcht vor dem Buslande dürfen wir nicht kennen. Der Handrlsvertragsverein hat durch die Art seiner Agitation den Abschluß neuer Verträge nur erschwert. Eine Erneuerung unseres Zolltarifs war sclbstverständl ch. Als wir die letzten Handelsverträge abschlossen, haben auch Freunde der Handelsverträge die Ansicht vertreten, daß Deutschland nicht genügend vorbereitet war. Wir find sicher nicht ein hochschutzzöllnerisches Land, wohl aber ist es Amerika, und Amerika ist gut dabei gefahren. Die amerikanischen Zölle sind so hoch, daß viele Amerikaner ehrlich sagen: Wir könnten ruhig 10—20 •/» ablassen, und der Charakter unserer Zölle als Prohibilitivzölle wäre doch gewahrt. Daß sich die Landwirthschaft in einer Nothlage befindet, kann nicht bestritten werden, und das ist auch von der Linken nie bestritt-n worden. Will es nun die Linke
sämmtliche männlichen Vornamen aus, die ihr bekannt find. Dazwischen ertönt dann ein weniger naturgetreues als grauenhaftes Miau- Miau, welches die Mäuse, bie der Else vielleicht in den Weg zu treten beabsichtigen, in die Flucht schlagen soll. Diese List wendet die kleine Heldin allabendlich an, und hat sie bisher dem beißenden Spott des Bruders siegreich widerstanden.
Als Elfe in der Küche angelangt ist, blickt sie sich beklommen darin um. Gottlob, sie ist allein. Ein Liedchen trällernd, setzt sie daS Theewasser zu. Aber es will nicht gehen mit dem Singen. Es liegt ihr so schwer auf der Brust. Richtig, die Mama hatte ja so viel Trauriges erzählt, da konnte sie freilich nicht singen. Die arme Mama und die arme Hertha! Die konnte nie so fröhlich sein, wie sie und war doch ihre Schwester. Das gleiche Leid hätte sie zu tragen gehabt, wenn sie nicht so klug gewesen wäre, ein paar Jährchen später auf die Welt zu kommen. —
Aber schön war dar Leben doch, trotz aller „Familienverhältnifse". Ach, Elfe liebt die Welt und daS Leben glühend. Und der junge Offizier, der liebt er auch, da» hat sie ihm angesehen. Er war sicher auch so leichtsinnig wie sie, das heißt — eigentlich doch nicht ganz. Er hatte manchmal so - etwas Gehaltenes in seinem Wesen, etwas Ernstes — freilich nur vorübergehend, aber daS hatte ihr Respekt ein- geflößt, na, und daS wollte wa» heißen! Elfe lacht hell auf. — Sie vergißt über ihrem Sinnen und Träumen die düstere Küche und das Wasser, dar längst brodelt, und trotz ihrer Töchterchen- großmüthigen Anerbietens bleibt
bei 6er Anerkennung der Nothlage durch Worte be- wenden lasten? Nicht die technischen Fortschritte und wifle«scha tlichen Errungenickaften, wie Herr Molken- buhr behauptete, sondern die wachsende Konkurrenz des Auslandes hat das Sinken der Getreide- und Biehpreise veranlaßt. (Lebhafte Zustimmung rechts.) Abg. Molkenbubr hat Prophezeit, daß die Erhöhung der Getreidezölle ein Steia-n der landwirthschasilichen Löhne nicht zur Folge haben werde. Wir denken darüber anders. Jeder verständige Arbeitgeber wird froh sein, beim Steigen der Erträgnisse seiner Wirth- schaft die Löhne erhöhen zu können. Sind es denn nun die Landwirthe, die aus dem Steigen der Grundrente den Nutzen, aus ihrem Sinken den Schaden haben? (Zuruf: Die Hypothekengläubiger!) Ganz richtig, darauf wollte ich auch hinaus. Es find die Kapitalisten, die dort ihr Geld angelegt haben. Der Industrielle hat es leicht, wenn das Geschäft zurück- geht, etwas anderes anzusangen ober sein Geschäft aufzulösen. Der Landwirth dagegen ist oft seit Jahr- zehnte« bankerott und hält doch auf seiner Scholle aus. Wer die Entwickelung der letzten Jahrzehnte kennt, weiß, daß die Schutzzollpolitik höhere Löhne und billigere Getreidepreise gebracht hat. Bon einer Verelendung der Lebenshaltung der Arbeiter kann also nicht die Rede sein. (Sehr richtig rechts.) Und wenn die Regierung sagt, die Erhöhung der Getreide- Preise und der Doppeltarif bei einzelnen landwirth- fchastlichen Produkten erschwerten den Abschluß von Handelsverträgen nicht, so haben wir um so weniger Veranlaflung, uns gegen diese Dinge zu sträuben. Wir sind bereit, der Landwirthschaft zu geben, dessen sie bedarf, und werden tu der Kommission gewissenhaft Mitarbeiten. Wie weit wir bei der Erhöhung der landwirthschastlichen Zölle und wie weit wir bei her Einsetzung von Mindestzöllen zu gehen haben, wird die KommisfionSberathung ergeben. Man thut so, als ob der Landwirth den Arbeiter aus- wuckeln wolle. Wucher ist doch aber die Ausbeutung der Lage des Schwächeren. Wir wollen eine« kräftigen Schutz der nationalen Arbeit und erstreben Handels- vertrüge, mit denen alle Stände, auch die Landwirth- schast, zufrieden sein können. (Lebhafter Beifall rechts und bei den Natwnalliberalen.)
Abg. Gothein (fr. Vgg.) bezeichnet die Anordnung des neuen Tarifs als unpraktisch und un- übersichtlich Der wirthschaftliche Ausschuß sei hoch- schutzzöllnerisch zusammengesetzt gewesen. So habe der hochschutzzöllnerische Verband der Industriellen die Industrie zu vertreten gehabt. (Hört, hört links.) Einer der dort Vernommenen sagte mir, er hätte den Eindruck gehabt, in einer Animierkneipe für höhere Zölle gewesen zu sein. (Heiterkeit links.) Die gesetzliche Vertretung für Handel, Schifffahrt und Industrie, nämlich der deutsche Handelstag. sei nicht genügend gehört worden. Und nun diese lächerliche Furcht vor dem Auslande! (Lachen rechts.) Da klagen Sie (nach rechts) doch in erster Linie das statistische Amt an, das dem Auslände die Kenntniß unserer Verhältnisse übermittelt. Die Industrie, selbst die hochschutzzöllnerische, verlangt keine Erhöhung der industriellen Zölle. Der Uebergang Deutschlands ins schutzzöllnerische Lager ist nicht ohne Einfluß auf das Vorgehen der anderen Länder geblieben, unb ebenso war es beim Abschluß der letzten Handels- vei träge. Jetzt aber wollen wir den übrigen Ländern das Beispiel geben, die Zollschutzmauern zu erhöhen. Frhr. v. Wangenh im hat einst im Abgeordnetenhause
Frau Herwig an diesem Abend Weber bas Anrichten des Abendessens noch das Schelten erspart.
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8. Kapitel.
Zwei Tage später. Von der Kasernenuhr klingen zwei Helle Schläge, und Werner von Buchwald, welcher soeben das Thor durchschreitet, murmelt ärgerlich: „Schon Vrll tlhr. Dieser Major war heute unausstehlich. Immer noch was und noch Was, und dann will er gar wissen, ob ich die Elfe getroffen. Die reinste Ironie, wo er allein die Schuld tragen würde, wenn ich sie heute verpasse. Dienstag traf ich sie mit dem Bataillon, zweimal geht sie in der Woche, gestern war's nicht, also wird sie heute kommen, jedenfalls warte ich bis mittag, es soll mir nicht darauf ankommen," und Werner von Buchwald, der verwöhnte Offizier aus alter, vornehmer Familie, der blasierte Liebling der Gesellschaft, fühlt einen unwiderstehlichen Drang, eS dem verliebtesten Gymnasiasten an Fensterpromenaden und anderen resultatlosen Spaziergängen gleichzuthun.
Er hat die Albertbrücke erreicht. Von Elfe keine Spur. Er wartet also, langsam auf und ab schlendernd, und den Zugang nach Altstadt fest im Auge behaltend. Seine bisherigen Begegnungen mit dem geliebten Mädchen ziehen an seiner Seele vorüber. Wie reizend sie ist, so unschuldsvoll und doch so klug, so köstlich naiv und doch Weltkind in jeder Faser ihres Sein». Wie ihm daS Herz schlägt, wie er hofft, daß sie kommt!
Er steht plötzlich verwundert still und preßt die Hand auf da» pochende Herz, da» sich heute
gesagt, der »rport dürfe nicht künstlich gesteigert werden. Damals habe ich in ihm mit Freuden einen Mitstreitenden begrüßt. Wenn aber der Zuckerexport und der Spiritusexport gefördert werden soll, dann sagen die Herren: Ja, Bauer, das ist ganz was anderes, dann ist die künstliche Steigerung des Exports eine Nothwendigkeit. Sie (nach rechts) 6er- langen einen Doppeltarif und wollen damit urbi et er bi verkünden, bis zu welcher Grenze die Regierung heruntergeht. Da halten wir es doch mit dem Fürsten Bismarck, der solche Maßnahmen niemals ergriffen hätte. Die Erhöhung der Getreidezölle wird die Lebenshaltung der Arbeiter herabdrücken. Nicht die Höhe der Löhne bestimmt die Lebenshaltung der Arbeiter, sondern die Frage, wie viel er sich für feinen Lohn kaufen kann. Man sagt, nur mit der Erhöhung der Getreidezölle kann der Landwirthschaft geholfen werden. In der Heimath des Herrn Grafen Schwerin haben die wenigsten Landwirthe Interesse an der Erhöhung der Getreidepreise. Unsere Agitation wird die kleinen Besitzer schon über diesen Thatbestand auf- klären. (Lachen rechts.) Zudem erinnere ich an die Aeußerung des Professors Brentano, der ohne Bedenken sagte, wenn es dos allgemeineJnteresse verlange, müsse schließlich der kleine Bauernstand geopfert werden. (Zuruf rechts: Pfui Teufel.' Große Heiterkeit.) Hohe Eetreide- preise liegen nicht im Interesse der Landwirthschaft, sondern im Interesse der jeweiligen Großgrundbesitzer. Wir werden Mitarbeiten, um dem Tarif eine andere Gestalt zu geben. (Beifall links).
Abg. Gamp (Rp): Wir werden uns bemühen, bei der Behandlung der Vorlage nicht nur die Interessen der Arbeiter, sondern auch der Bauern zu vertreten Der Vorredner ist in seiner Kritik der Schutzpolitik nicht glücklich gewesen. Wenn der Abg. Richter meint, der Staat solle die Produktion übernehmen, der sie am billigsten leisten könne, so sage er uns auch womit fich die 53 Millionen, die in der Landwirthschaft thätig sind in Deutschland beschäftigen sollen Wir wollen eine blühende Industrie, aber auch eine existenzkräftige Landwirthschaft. Wir können bei aller Genügsamkeit der Landwirthe verlangen, daß das angelegte Kapital auch in den bürgerlichen Be rieben tue landesübliche Verzinsung erfährt und daß die Arbeitskraft des Landwirts eine angemessene Bewerthung bekommt. Trotz der hohen technischen und wissenschaftlichen Fortschritte der Landwirthschaft, die selbst Herr Richter nicht mehr zu leugnen vermag, kommt die Landwirthschaft nicht mehr vorwärts. Da müffen ihr andere Mittel zugängig gemacht werden. Ich erkenne an, daß die verbündeten Regierungen den Wünschen der Landwirthschaft entgegenzukommen 6er sucht haben, und ich spreche ihnen bafüi meinen Dank aus. Aber daß die landwirthschastlichen Produkte ausreichende Zölle bekommen haben, kann ich «icht zugeben. Ich sehe nicht ein, weshalb ein Unterschied zwischen Roggen, Weizen rnb Gerste gemacht wird. Die drei Aelreidearten hätten gleichartig behandelt werden sollen. Viehzucht und Ge reidebau find nicht 6on einander zu ta nnen. Ich bestreite, daß der kleine Bauer an den Viehzöllen besonders interesfiert wäre. Aber ist es der Fall, wie es auf der Linken behauptet wird, dann müssen eben auch hier Minimalsätze festgesetzt und die Zölle angemessen erhöht werden. Es ist etn Jrrthum zu sagen, der Minimaltarif verrathe den Mitkontrahenten, wie weit wir herunter gehen können. Herr Gothein meint ja übrigens, das toiffe man im Auslände schon. Wenn es aber das Ausland schon weiß, weshalb gehen da Abgeordnete wie
geberdet, wie noch nie. Ein Lächeln, halb verlegen, halb beglückt, theilt die Lippen unter dem blonden Schnurrbart. „Kleine Elfe, wa8 machst Du aus mir? Wenn Dein Lockenköpfchen ahnte, welche Verwirrung es in meinem Innern angestellt hat! Mir ist wahrhaftig so froh und selig zu Muthe, wie zur Kinderzeit am Weihnachtsmorgen oder nein, noch viel glückseliger. Liebe, liebe, kleine Elfe!" „Guten Tag, Herr Leutnant," klingt da eine glockenhelle Stimme an des Träumers Ohr. Elfe steht vor ihm. Ihre leichten Schritte verursachten kein Geräusch, und so konnte sie unbemerkt hinter ihn gelangen. Ihr Gesichtchen strahlt vor Freude und Stolz, denn ihr Eva-Instinkt sagt ihr sogleich, daß der junge Krieger um ihretwillen in dieser Bruthitze promeniert. Sie reicht ihm die kleine Hand zum Gruß, und Werner, ganz und gar außer Fassung wie noch nie in seinem Leben, vergißt die Honneurs zu machen, und die Hände des Mädchens ergreifend, zieht er sie an die Lippen. Beide erröthen tief bei dieser impulsiven Huldigung. „Wie schön er aussieht," denkt Elfe, „wenn das Blut ihm die braune Wange färbt." „Unb wie reizend sie ist," sagt sich der Mann, „wie wunderlieblich in ihrer Kindlichkeit." Die junge Dame findet fich zuerst in die Schranken der Kon- venienz zurück.
Sie entzieht dem feurigen Verehrer ihre Händchen und beginnt weiterzuschreiten. „An wen dachten sie denn so eifrig, Herr Leutnant, wie Sie so sinnend einherwandelten?' fragt sie neckisch, und eS trifft ihn ein Blick kindlicher, allerliebster Koketterie. „An eine Dame, gnädiges Fräulein." (Fsrtsetz»»> felgt.)
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhai«.
M 986
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Der Zolltarif vor dem Reichstag.
Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt yts unter dem 4. December:
Marburg
Freitag, 6. Dezember 1901
Ersqemi täglich außer in Werktagen naaj «otm- uno Feiertagen.
Sonntagsbeilage: JllnftrirteS Sonntagsblatt.
Druck und Verlag: Joh. Ang. Koch, Unioerfitäts-Buchdruckerei
Marburg, Markt 21. — Telephon 65.
36. Jahrg.
War auf den ersten Tag der Zolltarife ebatie,
sicher das Prädikat „ruhig" verdiente, der «eite lebhaftere mit seinen Posadowskh , Richter- gflb Bülowreden gefolgt, so begann der heutige dritte Berathungstag wieder bei ruhiger Stirn- । Aung. Zwar war neben dem Staatssekretär ; grafen Posadowskh und verschiedenen preußischen
Kinistern gleich zu Beginn der Sitzung der neue Handelsminister Möller auf seinem Platze zu scheu; und Jedermann war begierig auf seine Erwiderung Eugen Richter gegenüber, der ihn gestern mit allen ihm zu Gebote stehenden Waffen der Ironie wiederholt angezapft hatte. Man mußte fich jedoch auch etwas gedulden, fg ging vorerst nach der Rednerliste und so ergriff Herr P a a s ch e von den Nationalliberalen das Wort, um im Namen deS größten Theiles
tvelock
■- mit tt. lern bci>. SBenbtl, vermied.
SRI. an imafutte.
A Inner politischen Freunde seine Zustimmung zum W siegierungsentwurf auszusprechen. Herrscht zu V Beginn seiner Ausführungen einige Unruhe im
1 gaale, sodaß Gras Ballestrem wiederholt zur
' Klocke greifen mußte, um die Volksvertreter pir Ruhe zu mahnen, so wußte der Redner sch mit seiner deutlichen, klaren Sprechweise bald selbst Ruhe zu verschaffen. Aufmerksam \solgt- man seiner fast ändert halbstündigen Rede, fei welcher es auch an einem komischen Zwischen- ftll nicht fehlte. Als Herr Paasche die gestrigen siichter'schen Auslassungen in den Bericht seiner Uetruchtungen zog und dabei sagte: „Leider ist feen Richter heute nicht hier", siehe da: In demselben Augenblick betritt der Angegriffene mit seinem Freunde Müller Sagan den Saal und mm mußte Paasche seine Worte zurücknehmen. Der für solche, an sich ja sehr harmlosen Scenen imrnnnvi so sehr empfängliche Reichstag amüfirt fich sehr lmistvff« über dieses Intermezzo mit Richter als deus rtf feellfte ex maebina. Und auch Richter, der zuerst O.SRta ziemlich verdutzt dreinschaute, stimmte gutgelaunt tn die allgemeine Heiterkeit ein. Als Paasche geendet, glaubte man allgemein, daß nun Herr Möller am Bundesrathstische sich erheben würde und auch Graf Ballestrem blickte erwartungsvoll stagend nach rechts zum Handelsminister herüber, ehe er Herrn Gothein von der freisinnigen Vereinigung als zweitem heutigen Redner das Wort ertheilte. Der Herr Handelsminister ergriff jedoch auch jetzt nicht das Wort zu seiner ersten Rede k i als preußischer Minister in demselben Saale, der ihn ziemlich häufig als Sprecher der national* * Gf» ? liberalen Partei gesehen hat.
21
(Nachdruck verboten.)
Else.
Roman von Hanna Aschenbach.
(Fortsetzung.)
rhrtti "Utz denken kann, zusammenfaßt. , n Eventuell vorhandenen „Räuber" zi
fe
n erbd täten.
(«uz»
ES wird erwachen." —
Unterdessen ist Elfe die Treppe zum Souterrain hinabgestiegen. Sie fürchtet sich so schrecklich bot „Räubern", unter welchem Collektivbegriff sie alle» Grauenhaste, was ihre Phantasie fich ' ' . Um diese
Eventuell vorhandenen „Räuber" zu verscheuchen, Mt sie beim Hinabsteigen der Reihe nach
„Elfe, es ist schrecklich, wie Du mit Deiner Mutter redest, aber ich weiß schon, ich bin eben zu schwach." — „Stimmt Mamachen, aber das thut nichts, gerade deshalb habe ich Dich so lieb. — Und nun will ich zur Belohnung, daß Du mir so brav erzählt hast, den Abendtisch decken, ohne daß Du zu schelten brauchst."
Bei diesen Worten fliegt die Häkelarbeit in eine Ecke, und der Mutter einen Handkuß zuwerfend, hüpft der Kobold zur Thür hinaus. Frau Herwig schüttelt mißbilligend den Kopf, dann hebt die schwache Mutter die Handarbeit ihrer Jüngsten vom Boden auf und betrachtet sie prüfend. „Keine Hand breit hat sie gehäkelt ; was da« für ein Mädchen ist! Und toie sie wieder lacht und scherzt, nachdem ich ihr eben die traurige Geschichte meiner Ehe er zählt. Freilich, ich that es ihrem kindlichen Sinn angemessen, aber trotzdem! — Ob sie wirklich oberflächlich und herzlos ist, wie Onkel Äarl einmal sagte? — Nein, nein und tausend- Val nein! Noch schlummert ihr Herzchen, aber
;r Herr! hchst» Fanta? - U. TOT de Zwei - Mk. Blaut« u. Ob- ouriftä rmdeti, .Mütze cke, FÜ
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