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HL 285
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nehmen. Und jetzt ertheilte der Präsident Herrn
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oder Eingebung der Politik, daß Gras Bülow, als er Schiller zitirte, geradeaus in die Mitte >eS Saales, wo daS Zentrum fitzt, wies?! Der Reichstag schien so etwas anzunehmen, denn immer wieder durchbrausten Heiterkeitsstürme den Saal. AlS der Reichskanzler geendet, wurde vertagt. Morgen Fortsetzung.
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Eugen - Lied mit scharfer Accentuirung zum Besten gab. Wer sollte da auch ernst bleiben, wenn Herr Richter, während es im weiten Saale mäuschenstill ist, deklamirt :
Wilhelm sprach: Du bist ein heller
Kopf, mein braver, lieber Möller u. s. w. Länger und herzlicher ist, soweit wir unS erinnern können, im Reichstag nicht gelacht worden. Doch Herr Richter ist, heute kein kluger Akteur gewesen. Er verpuffte sein Brillantfeuerwerk zu Beginn seiner Rede und war in der zweiten Hälfte recht matt, sodaß der Reichskanzler, der fich sofort zu einer Erwiderung aus die Richter'sche fast anderhalb- stündige Rede zum Wort erhob, noch zum Schluß der Sitzung einen vollen rhetorischen Erfolg fich aus's Konto setzen konnte. Mit großer Entschiedenheit, doch mit gutem Humor wies Graf Bülow Richter zurück, nochmals in großen Zügen einen Abriß seiner Politik dem lautlos aufhorchenden Hause gebend. Hatte Herr Richter Variationen über das Prinz- Eugen Lied zum Besten gegeben, so zitirte der in unseren Klasfikern sowohl bewanderte Reichskanzler Schiller und ries mit vorzüglicher Betonung König Philipps Worte aus Schillers Don Carlos in's hohe HauS: Ich habe meine Schuldigkeit gethan Herr Cardinal, thun Sie das Ihre! Auch Mephisto und die Engel aus Göthes Faust wurden zitirt. War es Zufall
zu ihr kommen würde, das Leid, das alle Menschen zu kennen schienen? Sonst pflegte fie zu lachen bei solchen Anspielungen, und zu sagen, daß fie ein Sonntagskind sei, und es denen doch immer gut gehen müsse. Aber heute ist ihr'S so bang, es liegt auf ihr wie eine Ahnung von kommenden, schweren Tagen. „Pah!" Sie schüttelt die Locken energisch in den Nacken, „Elfe Herwig und Ahnungen — Dummheiten." Und nun wendet sie sich zu ihrer Mutter, und durch tausend Schmeicheleien gelingt es ihr endlich, die Weinende zu beruhigen, ja sogar ein Lächeln aus die vergrämten Züge zu zaubern. „Victoria, Du lachst! Nun bist Du wieder froh, und ich brauche mir keine Vorwürfe zu machen, Dich zum Erzählen gedrängt zu haben. — Ich mache mir so ungern Vorwürfe." — „Das glaube ich, und deshalb läßt Du's gewöhnlich ganz. Du Leichtsinn." Frau Herwigs Stimme klingt wieder heiter.
„Also mit meiner Erzählung war ich zu Ende. Ich fuhr am selben Abend heim, denn ich wußte Euch ja nur im Schutz des Mädchens. Hertha brachte mich zur Bahn. Der Abschied ficl ihr schwer. Ich glaube, daS arme Kind wäre am liebsten mitgekommen. Als ich aber eine diesbezügliche Bemerkung machte, schüttelte fie nur den Kopf. „Ich kann nicht." Ach, Elfe, die Heimreise war fast noch trauriger als die Hinfahrt. Es lag ein Abschied für ewig hinter mir. —
Herthas Fürsorge bewies fich auch hier. Sie hatte mich dem Schaffner empfohlen, der auf jeder Station nach mir sah und mir in M. eine Tasse Bouillon mit Ei in's CoupS brachte. Ich hatte trotz ihren dringenden Bitten
Spahn das Wort.
Die Reihen der Rechten und äußersten Linken üfteten fick stark, als Spahn die Rednertribüne letrat. Man hatte augenscheinlich durch die siäfttgen Worte Posadowskhs hinreichend Stoff jU eifrigen Debatten unter fich bekommen, und riesen konnte man doch im Sitzungssaal nicht verarbeiten. DaS gestattet daS Präsidium nicht, auch wenn der jeweilige Redner bedeutend leichter verstehen ist als der leise sprechende Reichs- >erichtSrath, dessen Name in letzter Zeit so -äufig genannt wurde.
Ein allgemeines „Ah" der Erwartung er önte auf den Tribünen, als nun Eugen Richter das Wort ergriff. Herr Richter, dem ein junger Ehestand sehr gut zu bekommen war in vorzüglicher Stimmung und viel und elastischer als vor einem halben Mit seinen kleinen Scherzen und sachlichen Bemerkungen hatte er die auf seiner Seite. Die Heiterkeit de? erreichte den höchsten Grad, als der Führer der Opposition das zu Ehren des neuernannten Handelsministers Möller gedichtete und auf einem KommerS gesungene Prinz-
ichsbeamten.
Bevor heute daS Haus in die Tagesordnung trat, hatte es einen Act der Pietät einem dten gegenüber zu ersüllen. Gras Ballestrem sidmete dem gestern verstorbenen Mitgliede sreifinnigen Volkspartei, Müller - Schaumig, ehrende Worte des Gedenkens, welche lksvertretung und BuodeSrath stehend an- en. Dann gings an die Fortsetzung der batte; und nach der Rednerliste war zuerst Reihe an Herrn Spahn vom Centrum, m Vertreter der gemäßigt - agrarischen ichtrng dieser im Reichstage ausschlaggebenden rtei. Es sollte jedoch anders kommen. Als erster eldete fich Staatssekretär Graf Pofadowskh, ser „Sprechminister" zum Wort, um in fast /«stündiger Rede die gestrigen Ausführungen
Reichskanzlers und des Reichsschatzsekretärs ergänzen. Graf Pofadowskh hatte seinen bestritten besten Tag; das bewies die unheilt, die ganze lange Zeit andauernd bei- ibende Aufmerksamkeit aus allen Seiten des auses. Das bewiesen endlich nicht zum letzten ie häufigen Unterbrechungen von der Linken , die der in allen Sätteln gewandte Staats- nn indeß schlagfertig abwies. Auch einige t charakteristische Wortprägungen gelangen
Staatssekretär; so als er sagte, Deutschmd würde ohne die Vorlage eine freihändische Oase in der schutzzöllnerischen Wüste sein er als er von der „Zuckertreppe" sprach, die ir zuerst heruntergegangen und dann wieder aufgestiegen wären. Als Graf Pofadowskh ndet, ertönte lauter Beifall von verschiedenen iten des Hauses her und der Staatssekretär nte, als er wieder Platz genommen hatte, ch von den Bundesrathstischen her manch' iftigen Händedruck und Glückwunsch entgegen«
(Nachdruck verboten.) Elst.
Roman von Hanna Aschenbach.
(Fortsetzung.)
sondern eine wirlhschaftliche Frage. Das sollten »och die Herren von der Linken bedenken. Wenn wir unfern Tarif mehr spezialisiren und die industriellen Zölle erhöhen, fo thun wir nichts anderes, als daß wir die Intelligenz und Tüchtigkeit des deulschen Arbeiters entfprechend dem Werthe feiner Arbeit im höheren Maße schätzen. (Beifall rechts.) Wenn zugestanden wird, daß der reine Freihandel nicht durchführbar ist, dann ist es doch berechtigt, ja nothwendig, vor dem Abschluß neuer Handelsverttäge in eine ernste Prüfung darüber «inzutreten, ob der bisherige Tarif noch die geeignete Grundlage zu neuen Verhandlungen bietet. Aus diesem Gefühl der Ver-
Der Zolltarif vor dem Reichstag.
Unser parlamentarischer Berichterstatter jteibt uns über die Verhandlungen des Reichs- a§ am Dienstag:
Der Reichstagssaal bot heute, am zweiten zge der Erörterung deS Zolltarifgesctzentwurfs, daffelbe Bild wie am gestrigen Tage, ie Reichsboten waren vielleicht noch etwa- lieicher erschienen; an den BundesrathS- Wen drängte man fich auch heute Kopf an Jjgpf. Wie schon gestern, war wiederum der irische Finanzminister v. Riedel Gegenstand besonderen Aufmerksamkeit unserer höchsten
den ganzen Tag keinen Bissen gegessen, aber jetzt machte fich die Natur geltend, und ich war der Hertha herzlich dankbar sür ihre Fürsorge. Sie ist ein wunderbarer Charakter, aber doch mir oft fremd durch ihre Verschlossenheit. Sie hat etwas Asketisches in ihrer Natur, die per- sonifizirte Pflichterfüllung. Ich sollte stolz fein, aber weiß Gott, ich bin es nicht, mir wäre es lieber, wenn sie mal hie und da einen tollen Streich begehen würde, wie Du, Wildfang." Kaum find die Worte Frau Herwigs Lippen entflohen, als deren eigenthümlicher Sinn ihr zum Bewußtsein kommt. Sie bricht in ein herzliches Lachen aus. —
„Na, ich bin eine thörichte Mutter, nicht Elfe? Stelle solch einen unnützen Flederwisch wie Dich der musterhaften Tochter als Vorbild auf. Schämen sollte ich mich! Ernst war's ja eigentlich nicht gemeint. Weißt Du, Elfe" — ein sckeuer Blick, der der gereisten Frau etwas Kindliches giebt, fliegt durchs Zimmer, wie um fich vor Lauschern zu sichern — „weißt Du, ich komme mir gegen Hertha manchmal ganz dumm und unbedeutend vor und launisch dieser klugen, immer gleichbleibenden Gemessenheit gegenüber. Ich fürchte, ich habe mehr Respekt vor ihr, als fie vor mir, und ich begreife das eigentlich ganz gut." „Ja, Muttchen," lacht Elfe, „darüber mußt Du Dich nicht grämen, weißt Du, offen gestanden, Respekt habe ich auch keinen vor Drr." — „Elfe!" „Na, reg Dich nicht auf, Mutti, 's ist schon so. Bist ein herzliebeS Mütterlein, das auch tüchtig schelten kann, aber folgen braucht man Dir nicht — und das ist das Netteste." (Fortsetzung s»lgt.)
absichtigt habe. Er habe das Sterbezimmer abgefchloffen und auch den Korridor des ersten Stockes, wo die Schlafräume lagen. „Er wollte mir also jede Möglichkeit nehmen, Karl noch einmal aufzusuchen," sagte fie. „Er meinte es ja gut, aber ich konnte nicht gehorchen. Zum Glück stößt die Veranda an mein Fenster, an ihr kletterte ich hinab. Den Schlüssel zum Gartenzimmer hatte ich glücklicherweise schon früh abgezogen. — Nun brauche ich mir auch keine Sorge wegen des In's-Hau? kommens zu machen. Mittheilung hätte ich ja Papa von Deinem Besuch sowieso erstatten müssen, nun ist es aber unnöthig, da er Dich sah." Ersah mich?" rief ich bestürzt. „Ja, Mama, als Du so jammernd über Karl lägest, da öffnete sich die Thür, und Papa stand auf der Schwelle. Er machte ein tief betroffenes Gesicht, bann zog er fick leise zurück. Falls er mich jetzt vermißt, kann er fich denken, wo ich bin." —
Im Hotel angelangt, brachte mich Hettha wie ein Kind zu Bett. Ich war keines klaren Gedankens fähig, weinte nur immer vor mich hin, und Hertha, an meinem Bett fitzend, suchte mich zu trösten. Als fie gegen Morgen ging, mußte ich ihr versprechen, bis zu ihrer Rückkehr im Laufe des Vormittags liegen zu bleiben.
Am Abend fuhren wir trotz ihres Sträubens zur Leichenhalle, wohin der Sarg überfühtt worden war. Dort nahm ich den letzten Abschied von meinem Jungen." Schluchzen erstickt die Stimme der trauernden Mutter. Auch Elfe weint leise vor fich hin. Wie viel Kummer hatten die Ihren ertragen, und sie war stets so lustig gewesen und hatte das Leben wie einen Rosengarten bettachtet. Ob es wohl auch
anttoortung heraus haben die verbündeten Regierungen diesen Tarif aufgestellt, und sie nehmen die Verantwortung für diesen Tarifs gern auf sich. (Lebhafter Beifall rechts.) Nun einige Bemerkungen zu den landwirthschaftlichrn Zöllen. Es ist unbestreitbar, daß in der Zeit eines großen Aufschwunges der Industrie die Landwirth- schaft sich in einer sehr schwierigen Lage befunden hat, daß der Aufschwung der Industrie erkauft wurde durch einen sehr gesähr- lichen Rückgang der Land Wirths ch ast. Sie war in der vom sozialpolitischen und nationalen Standpuntt aus gesährlichen Zwangslage, fremde Arbeiter über die Grenzen heranzuholen, um die Landwirthschaft über Wasser zu halten. (Zustimmung rechts) In der Landwirthschaft find fast 80 Millionen Menschen beschäftigt, mehr als 100 Millionen auf Gedeih und Verderb von der Land- wirthschast abhängig und von diesem kommen aus einen selbständigen nur 2,2 abhängige Landwirthe' In der Landwirthschaft kommt man am leichtesten zu einer selbstständigen Existenz, zweifellos ein sozialpolitischer Vorzug, der alle Parteien zu einer freundlichen Stellung zur Landwirthschaft bringen sollte. (Widerspruch links).
Unsere Landwirthschaft ist gewiß nicht technisch rückständig; ihre Schwierigkeiten gehen hervor aus den geringen Reinerträgen. Man sagt, die Land- wirtshschaft solle mehr Viehzucht treiben Aber SieifeHoS gehen Viehwirthschast und Getreide wirth- aftlich Hand in Hand. Ich bin darüber im Zweifel,' ob es Deutschland möglich ist, den Getreidebedarf felbst zu decken. (Unruhe reckts). Ueberflüsfiges Getreide wird ja wohl nicht eingeführt. Bedenklich aber ist, daß oft große Getreidemassen pränumerando eingeführt w-roen zum Zwecke künstlichen Preisdrucks. Ob die Zollerhöhung den Getreidepreis erhöht, ist nicht erwiesen. (Widerspruch nach links). Nun, meine Herren, Sie wissen doch, daß 1885 die Zollerhöhung den Inlandspreis des Getreides nicht erhöht hat Die Zollerhöhung hat den g'oßen Vorzug, daß in Zeiten sehr reicher Ernten und großen Angebots verhindert wird. d«ß unsere Getreidepreise nicht unter einem gewissen Minimalsatz herabgehen. Was die Viehzölle anlangt, so ist die deutsche Landwirthschaft sicherlich in der Lage, den deutschen Fleischbedars selbst zu decken. (Zustimmung rechts). Englische Verhältnisse wird man hier nicht mit unfern heimischen Ver- bältnissen vergleichen können. Dort ist der Grundbesitz überwiegend in dem Besitz der Großgrundbesitzer, die rbre Besitzungen an kleine Leute verpachten. Und doch kann das durch sein Klima zur Viehzucht geeignete England seinen Fleischbedars nicht decken. Wenn wir beobachten, tote die landwirthschastliche Bevölkerung dammbruchattig in die Städte hineinströmt, so ist das sozialpolitisch sehr bedenklich. In
inachtt fein, als wir in einer Droschke saßen, die Hertha . angerufen hatte. Sie fuhr mit mir ins Hotel.
feie Unterwegs erzählte fie mir, daß Papa ihr nicht Erlaubt, die Totenwache zu halten, wie sie be=
Präsident Graf Ballestrem eröffnete die Sitzung um 1.20 Uhr. Das Haus ehrt das Andenken des Verstorbnen Abg. Müller- Schaumburg (fr. Vp.) durch erheben von den Plätzen. Hierauf wird die erste Lesung des Zolltarifs fortgesetzt. Staatssekretär Graf v. Pofadowskh: Als ich die zahlreichen Angriffe, die anläßlich der Einbringung der uns jetzt beschäftigten Vorlage in der Presse gegen mich gerichtet find, las, mußte ich an das französische Sprichwort denken: La eauvaise frie est Farne de la discussioi. Daß wir gezwungen sein würden, unfern autonomen Zolltarif einer Revision zu unter- ziehen, ist wiederholt vom Regierungstische aus betont worden. Das Auswärtige Amt, welches die früheren Verhandlungen geführt hat, ist zu der festen Ueber- zeugung gekommen auf Grund seiner Erfahrungen, baß der bisherige Tarif zu neuen Verhandlungen mit fremden Staaten unzureichend ist. Frhr. v. Marschall hat bereits im Jahre 1892 die Aufstellung eines neuen Tarifs angeordnet. Zur Aufstellung des neuen Tarifs hat uns der wirthschaftliche Aus- fchuß ein dankenswerthes Material geliefert (Wider- fpruch links). Der Thätigkeit des wirthschastlichen Äusschnsscs kann ich nur mit Worten aufrichtigen Dankes, uneingeschränkter Anerkennung gedenken. Und vor dem ganzen Lande möchte ich es feststellen angesichts der unzähligen ungerechten Angriffe gegen dieieKörperscha t, daß dieHerren des wirtschaftlichenAus- fchusses mit höchster Sachlichkeit, Ruhe und Unparteilichkeit gk arbeitet haben. (Widerspruch lks.,lebhabfter Wider- Holter Beifall rechts.) Nun, meine Herren, (nach links) Sie kennen ja die Verhandlungen gar nicht; das muß ich doch besser beurteilen können. Nun macht man dem neuen Zolltarif zum Vorwurf, er fei zu sehr specialisirt. Wenn aber die von uns meist begünstigten Staaten, denen wir die Rohstoffe abnehmen, sich durch Prohibitivzölle immer mehr gegen unsere Fabrikate abschließen, sollen wir da große Sammelpositionen aufstellen, um diese bei den Verhandlungen mit anderen Staaten mit Gegenleistungen preiszugeben? Im Interesse unserer Ansfuhrindusttte mußten wir unfern Zolltarif ausstellen, wie wir ihn ausgestellt haben. Der Abg. Molkenbuhr hat gestern behauptet, die Vereinigten Staaten von Nordamerika seien durch Deutschlands Vorgehen zum Zollschußsystem überge- gangen. Nun, Amerika richtet sich mit den Schutzzöllen nicht gegen Deutschland, sondern gegen Die ganze Welt, und es hat sein Zollsystem bereits 1789 eingeführt. Und find wir denn Hoch- schutzzöllner? Im Vergleich mit dem, was auf diesem Gebiete die übrigen Staaten bieten, sicherlich nicht. Erwägen Sie aber doch nur, daß es ein Unding ist, ein freihändlerische Oase inmitten schutzzölln rischer Staaten zu bilden (Lebhafte Zustimmung rechts ) Dieselbe handelspolitische Richtung, die sich mit allen Kräften gegen einen lückenlosen Doppeltarif sträubt, habe sich nicht gescheut, uns zuzumuthen, unsere konventionalen Sätze als autonome Sätze einzusehen. (Sehr richtig r chtr.) Ein Zolltarif ist keine Politische,
Schm erzen. Ich zog fie an mich und bat fie, vir zu verzeihen. So knieten wir lange an bet Seite des SargeS, während mir Hertha leise von Karls Krankheit und Sterben erzählte.
Als fie mir seine letzten Worte wiederholte, ibermannte mich der Schmerz aufs neue. Weinend barf ich mich über meinen Jungen. Wie lange ich so gelegen, ich weiß es nicht. Ich war , halb bewußtlos. Hertha trat dann zu mir und -mähtt bewog mich, zu gehen, denn es sei zwei Uhr e«e di Nachts. Noch einmal blickte ich mit heißem inrottt Weh in das stille, junge Antlitz, das ich nie wieder sehen sollte hier auf Erden, dann führte Mich Hertha hinweg. Ich war wie gelähmt an allen Gliedern und kam erst zum Bewußt-
Lierteljühr-tcher Bezugspreis: bei bet Exoedttton 2 $it, Erschein: täglich außer in Werktagen naa; sonn- uuo äeteuuBm.
bet alle» Postämtern »LSML (excl. Bestellgeld). Sonntagsbeilage: Jllaftrirte» Sonntagsblatt. Qß «Wn-fl
Ins,»»ton,gebühr: die gespaltene Zeile oder derm Rtmm 10 Pfz r 1GA1 Druck and »erlag: Joh. «ag. «sch, Unioerfitäts-Buchdruckerei ♦ *•'“*'*»
Stefanen: die Zelle 85 Pfg. Donnerstag, 5. Dezember 1901. Marburg, Markt 81. - Telephon 55
„Wein' doch nicht so sehr, Mama, siehst Du, n ruht so friedlich, ihm ist wohl. Ich habe ihn lieb gehabt, so lieb, aber wenn ich ihn heute auf- vecken könnte zu dem Elend dieses Lebens, ich thäte es nicht!" — „Hertha," schrie ich entsetzt, aber als ich in das bleiche Gesicht meiner Leltesten sah, in die starren, thränenlosen Ifluil Augen blickte, da verstand ich fie und erkannte (79 auf einmal, daß ich ihr Unrecht gethan, als ich vähnte, fie schwelge im Glück und vergesse ihre 5 Mutter. Aus diesen Augen sprach nicht nur • das Leid um den Toten, das waren ältere