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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg uud Kirchhain.

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Der Zolltarif vor dem Reichstag.

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mhlreiche Mitglieder des Bundesraths, den ! Präsidenten Grafen Ballestrem und zieht zahl­

reiche hervorragende Abgeordnete mit ins Ge^

«hen die ersten geschäftlichen Bemerkungen des Präsidenten völlig verloren. Wie das Geräusch,

-velchcs die Brandung des MeereS verursacht,

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hräch, so die Herren v. Tiedemann, v. Kardorff, d. Levetzow. In dem lebhaften Stimmengewirr, das, wie üblich, bei Beginn der Sitzung herrscht,

tönt es von unten aus dem Saale zu den jiubünen herauf, wo man gespannt der korn- i »enden Dinge harrt.

Mit besonders lebhafter Theilnahme wartet natürlich alles auf die Rede Bülows. Und wie mit einem Zauberschlage tritt rings tiefe, er- Wartungsvolle Stille ein, als Graf Ballestrem mit erhobener Stimme, überall im Saale deut- sich vernehmbar, die Worte spricht:Das Wort hat der Herr Reichskanzler."

Ein Theil der Volksvertreter drängt auf diese Ankündigung hin nach vorn, man sammelt sich um den Lisch des Hauses, um nur ja kein Wort zu verlieren. Doch diese Vorsicht ist un- mthig; in seiner klaren, bestimmten, jedes Wort deutlich accentuirenden Art spricht Graf Bülow ftei und ohne jede Anlehnung an ein Manu­skript, und auch Zwischenrufe von der äußersten

nicht laut.

Hatte der Reichskanzler in großen Zügen die Absichten der verbündeten Regierungen bar­

er:

nann.

Aus Berlin schreibt man uns unter dem z. December:

Haus und Pressetribüne gut besucht, die Iuhörertribünen weisen zahlreiche Lücken auf; an den BundesrathStischen Kopf an Kopf ge­längt Staatssekretäre, preußische Minister, Ver­treter der Bundesstaaten, Kommisiare aller Art: lei ist die Signatur des ersten Berathungs- üigks der Zolltarifvorlage. Unmittelbar bevor her Präsident die Sitzung für eröffnet erklärt, betritt der Reichskanzler den Saal, nachdem schon »orher die dicke Aktenmaffe auf seinem Eck- Stze amgroßen" BundeSrathstische auch die ten Zweifel behoben hatte, ob Graf Bülow cher nur der Staatssekretär deS Reichsschatzamts sie Vorlage mit einer Erklärung begründen werde. Lrrbindlich lächelnd begrüßt der Reichskanzler

(Nachdruck verboten.)

Elfe.

Roman von Hanna Aschenbach.

(Fortsetzung.)

Hertha wurde dann in Jena konfirmiert,

_ Linken vermögen den schlagfertigen, des Wortes rie- m so hervorragendem Maße mächtigen Leiter V IV hxr deutschen Politik nicht einen Augenblick auS der Fassung zu bringen. Als er seine Er- llärung beendet, ertönt von verschiedenen Seiten lautes Bravo. Zeichen deS Mißfallens werden

Frau Herwig seufzt tief auf und greift dann Pim Strickstrumpf, der in der letzten Viertel­stunde müßig im Schoße geruht hat, Elfe folgt ihrem Beispiel, doch gleich läßt sie die Hand, «e die Häkelnadel hält, wieder sinken:Wie kam es eigentlich, Mama, daß Hertha in Papa's Haus ging, statt bei Dir zu bleiben?"Ach, Elfe, sie folgte einem Muß. Vielleicht hätte es ®a§ nicht gegeben, wenn ich mehr Welt­kenntnis und Energie beseffen hätte, so aber, zeitlebens gewöhnt, mich leiten zu kaffen, stand ich selbst in der Scheidungs- angelegenheit ganz unter Deines Vaters Ein­guß. Ein thatsächlicher Grund zur Scheidung lag ja nicht vor und so wurde einer gemacht. 3ch glaube, man kann daS. Ich weiß nicht öo'Stülk?bhr recht, wie das war, wußte er ja damals (7817 in meiner tiefen Niedergeschlagenheit.

3 Papa gab mir eben genau an, was ich zu thun, fc sagen und zu schreiben hatte, und ich folgte

>anz allein, an Pfingsten. Der dortige Superinten­dent machte das möglich. Am Tage der Kon­firmation löste sich endlich der starre Schmerz des armen KindeS. Wir sprachen uns aus. Freilich, die Wandlung, die in ihrem Wesen J T||jdor sich gegangen, war nicht wieder ungeschehen 1III iu machen. Der Schmerz war zu heftig ge- i toefen, und sie hatte ihn zu lange allein ge­tragen. Die Jugendlust war erloschen, ich glaube, für immer."

gelegt, so fiel dem Reichtzschatzsekretär von Thiel mann die Aufgabe zu, die Vorlage mehr von der fachmännischen Seite zu beleuchten. Der Staatssekretär spricht zunächst von seinem Platze am Bundesrathstische aus als Dritter in der Reihe neben dem Reichskanzler und dem Grafen Pofadowsky; er spricht jedoch so leise, daß der Präsident unter allgemeiner Heiterkeit des Hauses ihn auffordert, einezentralere Stellung" einzunihmen, da er sonst zu schwer zu verstehen sei. Lachend folgt Herr von Thielmann dieser Aufforderung und begiebt sich aus die Redner­tribüne.

Aber auch trotz dieser Verschiebung des rednerischen Standpunktes ist Herr v. Thiele- mann nur bedingt verständlich. Hatte Graf Bülow sich auf etwa zehn Minuten Sprechzeit beschränkt, so befleißigte sich auch der Staats­sekretär großer Kürze. Einen desto breiteren Raum nahm die Rede des ersten Redners aus dem Hause, des Grafen Schwerin-Löwitz von den Konservativen, ein. Graf Schwerin und der erste Redner gegen die Vorlage, Molkenbuhr von den Sozialdemokraten, füllten den ganzen großen übrigen Theil der Sitzung aus. Sprach Ersterer dem Reichskanzler gegenüber seine Freude darüber auS, daß sich seine Haltung in dieser wüstigen Frage sehr zum Vortheil von der seiner beiden Vorgänger im Amt unter­scheide, so erging sich der Sprecher der äußersten Linken in Ausführungen, die naturgemäß etwa auf das Gegentheil dessen, was sein Gegenfüßler von der Rechten betrat, Hinausliesen. Graf Schwerin- ermangelte nicht, gegenüber dem Reichskanzler zu betonen, daß er und seine politischen Freunde noch auf mehr hofften. Im Ganzen war die Stimmung heute, am Tage der Ouvertüre des Schauspiels, eine sehr ruhige und gemäßigte. Wer weiß, ob eS morgen und die anderen Tage, wenn erst die Wangenheim, Richter und Bebel zu Worte kommen, ebenso bleibt. Etwas mehr Stimmung wird sicherlich, entsprechend dem Temperament dieser Volks­vertreter, in die Verhandlungen kommen. Wir lasten nunmehr diesen ausführlichen Bericht über den ersten Tag der Verhandlungen folgen.

* * *

Am Bundesrathstisch: Reichskanzler Gras v Bülow, Gras Pofadowsky, sowie sämmtliche Staatssekretäre und preußische Minister. Auch die linke Seite des Bundesrahtstifchcs, die für die Vertreter der außerpreußischen Staaten bestimmt ist, weist sehr starke Besatzung auf. Die stimmführenden Vertreter dieser Staaten sind sämmtlich zur Stelle.

Das Haus ist sehr stark besetzt.

Auf der Tagesordnung steht die erste Lesung des Zolltarifgesetzes.

wie ein Automat. Es schien mir ja auch alle? gleich. Ich hatte ihm zugesagt, ihn frei zu lasten, nun mochte es so rasch als nur irgend möglich geschehen.

Als Dein Vater sich wieder vermählt hatte, verlangte er die beiden ältesten Kinder. Ich suchte dagegen anzukämpfen, vergebens. Die Gesetzparagraphen, auf deren Grund unsere Scheidung erfolgt war, sprachen sie ihm zu. Außerdem wäre es mir schwer geworden, die Erziehung, besonders für Karl, zu bestreiten, da ich von Papa kein Kapital auSgesetzt erhielt, sondern nur eine lebenslängliche Rente. Leider war ich aus diesen letzten Punkt eingegangen und hatte mich damit ganz in seine Hand gegeben. Als er die Kinder ver­langte , las Hertha den Scheidungsvertrag. Ich beobachtete, daß sie die Lippen ein paar­mal wie unwillig zusammenpreßte, und als sie das Blatt weglegte, traf mich ein sonderbarer Blick. Auf meine Fragen antwottete sie jedoch lakonisch:Papa ist im Recht." Ich bin über­zeugt, sie hatte mancherlei am Vertrage aus­zusetzen. Aber Du weißt ja, sie äußert sich nie tadelnd über Euren Vater.

Als die Kinder fort waren, brach eine böse Zeit über mich heran. Ein leidenschaftlicher Groll gegen meine glückliche Nebenbuhlerin kam erst jetzt zum Ausbruch, ich machte meinem Haß gegen sie, die mir den Geliebten geraubt hatte, in meinen Briefen an Hertha.Luft und ärgerte mich, als sie in ihrer kühlen Art dar­über wegging. Als ich sie zu einer Aeußerung zwang, schrieb sie:Die Frau ist bis jetzt sehr freundlich zu mir. Urtheilen kann ich noch nicht und will auch nicht. Ich bete vielmehr

Unter allgemeiner Spannung erhebt sich unmittel- bar nach Eröffnung der Sitzung

Reichskanzler Graf v. Bülow, um die Vorlage Namens der verbündeten Regierungen ein­zubringen. Er führt dabei das Folgende aus:

Ich habe die Ehre, im Namen der verbündeten Regierungen diesem hohen Hause den Entwurf eines Zolltarif gesetzes zu unterbreiten. Ich werde die Ein- bringung dieses Gesetzentwurfs nur mit einigen kurzen Ausführungen begleiten. Der vorliegende Tarifent­wurf, der wichtigste und bedeutendste, welcher in dieser Session den Reichstag beschäftigen wird, ist das Ergebniß mehrjähriger, umfassender und sorg­fältiger Vorbereitungen.

Auf Grund des Materials des wirthschaftlichen Ausschuffes haben die zuständigen Reichsbehörden unter gewissenh. fter Abwägung der einander vielfach entgegengesetzten Interessen den Tarifentwurf aufge­baut. Mit Genehmigung des Kaisers ist dieser Tanf- entwurf den Berathungen des Bundesraths zu Grunde gelegt Word" n. Nachdem bereits im Juni nach münd­licher Besprechung unter den leitenden Ministern der größeren Bundesstaaten über die wichtigsten Punkte des Tarifs ein Einvernehmen erzielt worden war, hat nunmehr der Bundesrath nach eingehenden Be­ratungen dem Entwurf in seiner jetzt vorliegenden Gestalt seine Zustimmung ertheilt. Der Entwurf, hervorgegangen aus den Bedürfnisten des deutschen Wirthschastslebens, will unter möglichst gleich­mäßiger Berücksichtigung aller be- rechtigten Interessen in erster Linie den Wünschen Rechnung tragen, welche von der L a n d - wirthschaft erhoben worden find und deren Be­rechtigung innerhalb der durch das Gemeinwohl ge­zogenen Schranken nicht bestritten werden kann. Der Entwurf will aber auch der Industrie Abhilfe derjenigen Mängel gewähren, welche sich bei der Handhabung des geltenden Tarifs im Laufe der Zeit herausgestellt haben, (Unruhe links); und endlich will dieser Entwurf uns für die künftigen Handelsvertragsverhandlungen mit anderen Staaten eine bessere Waffe liefern. Dieser Entwurf bedeutet somit nicht die Ab­wendung von der Politik der Handels- vertrag e (Widerspruch links). Sie werden ja abwarten können, wie der Hase läuft jedenfalls besteht bei den verbündeten Regierungen bte festeste Absicht, im Interesse des Handels diese Politik auch in Zukunft zu verfolgen, felbstverständlich unter Wahrung unseres guten Rechts, die Grenze besten, toas wir ohne Preisgebung vitaler deutscher Inter­essen gewähren können, nach eigenem Ermessen zu entscheiden. (Beifall rechts und Centrum). Die Ver­bündeten Regierungen haben das ihrige für das Zu­standekommen der lange in Aussicht genommenen Reform des Zolltarifs gethan.

An diesem hohen Hause ist es, seinerseits einzu­treten in die Prüfung der Vorlagen und dieselbe in gemeinsamer Arbeit mit den Verbündeten Regierungen ihrem Ziele zuzuführen. Bei der Einbringung dieses Entwurfs sind sich die Verbündeten Regierungen so­wohl der weittragenden Bedeutung einer solchen Auf- gäbe für das wirthschaftliche Leben der Nation wie der ungewöhnlichen Schwierigkeiten wohl bewußt ge- Wesen, welche bei der Neuordnung fast aller wichtigen Fragen austauchen, wo verschiedene Richtungen der Wissenschaft wie des praktischen Lebens miteinander kämpfen. Wenn die Verbündeten Regierungen auch reichen Kämpfen in diesem hohen Hause entgegen- sehen, so glauben sie doch, daß mit diesem Taris eine

zu Gott, daß sie mich lieben lernt, um Papa'S Wollen." DaS war nicht zartfühlend von Hertha, aber ich habe jetzt eingefehen, daß man von einem Kinde nicht Derständniß für verrathene Liebe verlangen kann. Außerdem hotte ich ihre Antwort erzwungen. Damals sch ich, daS nicht ein. Ich glaubte viel­mehr, meine ältesten Kinder Karl schloß sich Hertha an mit dem Gatten ber­ieten zu haben. Ich war sehr elend, damals, Elfe, und nur Dein unermüdlicher Frohsinn hat mich in jener Zeit aufrecht erhalten. Aber von Hertha wollte ich nichts mehr wissen und wies alle ihre Briefe uneröffnet zurück. Da starb Karl ganz plötzlich an einer Lungen­entzündung. Ich war dem Wahnsinn nahe, al» ich diese Nachricht erhielt, doch fand ich damals das Herz meiner Hertha wieder. Dein Vater sandte mir nämlich die Todesanzeige und bat mich gleichzeitig, keinen Versuch zu machen, die Leiche zu sehen, es sei dies unnöthige Aufregung.

Mit derselben Post lief ein Telegramm von Hertha ein, in welchem sie mich aufforderte, mit dem Mittagszug nach W. zu reisen und dort im Hotel Kronprinz Mittheilung zu erwarten, wie ich Karl sehen könne. Ich hatte gerade Zeit den Kurier zug zu erreichen. Diese Fahrt zählt zu den entsetzlichsten Stunden meines Lebens. Als ich endlich halbkrank im Hotel anlangte, wurde mir ein Schreiben HerthaS gebracht, darin sie mich bat, nm 10 Uhr in einem Wagen in der Nähe der Villa zu sein. Sie bestimmte mit eine Straßenecke, an der ick aus sie warten sollte. Sie versprach mir, Karl noch einmal sehen zu dürfen, beschwor mich aber, stark zu sein, und mich ruhig mit ihr zu entfernen.

Grundlage gegeben ist, auf welcher sich für die Be- dürfniste der Landwir tschaft, der Industrie und des Handels ein guter Schutz und ein befriedigender Aus­gleich schaffen läßt, wenn die Volksvertretung ihre Mithilfe nicht versagt. Ich habe die Landwirthschaft wiederum an erster Stelle genannt, weil ich mit den verbündeten Regierungen davon überzeugt bin, daß sie sich lange in vielen Theilen des Reiches in be­sonders sch wirriger Lage befunden hat, während sich die Industrie und der Handel in den letzten Jahrzehnten verhältnißmäßig günstig ent­wickelt haben (Widerspruch links, Beifall rechts) und weck dieLandwirthschaft bei der hoben Bedeutung, welche ihr für die Nähr- und Wehrkraft der Nation zukommt, (Lebhafter Beifall rechts) ein be­sonderes Maß von Schutz und Hilfe gebracht werden soll. (Beifall rechts). Deutschland ist aber weder ein reiner Industriestaat, noch ein reiner Agrarstaat, sondern beides zugleich, und wir müssen darauf Bedacht sein, uns unfern Antheil an dem internationalen Güteraustausch zu sichern und zu erleichtern. Es ist das ernsteste Be­streben der Regierungen, in Verhandlungen mit dem Auslande unter annehmbaren Bedingungen zu Handels­verträgen zu gelangen, und durch eine solche Politik werden wir die Arbeit für die breiten Massen unseres Volkes und damit für das Volkswohl fördern. Wir werden den Streit, an dem es nicht fehlen wird, vor f r e m d e n O h r e n, vor den Obren des Auslandes zu führen haben. Lassen Sie uns in allen Kämpfen der einzelnen Interessen und in allem Zwiespalt der verschiedenen Parteimeinungen uns einerseits bewußt bleiben, daß wir hier über unsere eigenen Angelegen­heiten mit dem nationalen Egoismus (zu verbandeln (Beifall) unsere Pflicht ist, und anderer­seits nicht vergessen, daß wir dem Auslande gegenüber nur' dann geschlossen und stark auftreten können, wenn aus Reden und Beschlüffen dieses hohen Hauses immer und überall der Gedanke an bas Gesammtwohl, der nationale Gedanke hervorleuchtet. (Lebhafter Beifall rechts.)

Schatzsekretär Freiherr v. Thielmann: Ich bestreite entschieden, daß die Vorlage auf allgemeines Mißfallen gestoßen fei, die hohen Zahlen der Unter­schriften unter die Petitionen beweisen nicht so viel, da auch Frauen und Kinder unterschrieben haben. Trotz der erhöhten Getreidepreise wird es nach der Ueberzeugung der Regierung möglich fein, mit Rußland und anderen Staaten Handels­verträge abzuschließen. Auch mit Nord­amerika hoffen wir zu einer Verständigung zu ge­langen. Die Berathung der einzelnen Zollsätze wird über dieselben vollstänoige Klarheit ergeben deshalb gehe ich heute nicht darauf ein. Das Hauptinteresse wird sich auf die landwirthschaftlichen Zölle konzen» triren. (Beifall rechts)

Abg Graf v. S ch wer in-Löwitz (kons) will sich nicht auf allgemeine wirthschaftliche Berathungen ein- lassen, sondern möglichst an den Entwurf halten. Der Kampf um ,diesen Taris könnte anständiger und Patriotischer geführt werdent, als es in der Presse geschehen ist. Das Ausland ist geradezu heraus- gesordert worden, gegen den Entwurf Stellung zu nehmen, ja Einspruch zu erheben. In erster Linie kommt doch die deutsche Gütererzeugung, in zweiter erst der internationale Handel. Im Dienst des Außen­handels stehen auch untere großen Rhedereien Wich­tiger als der Exporthandel ift oie Erhaltung unserer Landwirthschaft und unseres Bauernstandes. (Bravo rechts). Die städtischen Gesellschaftsklassen werden

wenn es an der Zeit fei. Sie hätte Papas Erlaubniß nickt erwirken können und führe mich infolgedessen gegen fein Gebot in fein Haus. Sie fügte hinzu, daß Karl fein liebes Mütterlein vielmals grüßen und sie bitten lasse, nicht zu sehr um ihn zu weinen, weil ihm der Gedanke daran so Weh thäte.

Ich war tief ergriffen und wunderte mich über Hertha? Faffung. Ich wußte, daß sie den Bruder sehr lieb gehabt; ihr Schmerz mußte groß fein und trotzdem diese Energie und Um­sicht! Ich war stolz auf sie und gelobte mir, ihr keine Unannehmlichkeiten zu machen

Ich folgte ihrer Weisung, und als ich eine halbe Stunde unter verzehrender Un­geduld in meinem Wagen gewartet hatte, holte sie mich ab. Wir fielen uni schluch­zend um den Hals. Dann bedeutete sie mich, ihr zu folgen.Sprich gar nichts, Mama," bat sie flehend,ich erkläre Dir alles später, es darf niemand einen Laut hören." Sie ergriff mich am Arm und zog mich um das Haus herum, wo eine Freitreppe auS dem Garten hinaufsühtte.

Im ersten Raum stand der Sarg, unter Blumen fast vergraben, und drinnen lag mein Kind, mein Karl. So bleich und fremd schien mir das theure Antlitz, und doch war es mein Junge, den ich geboren, und nun lag er da, steif und kalt, und eine andere hatte ihn zum letzten Schlummer gebettet, hatte ihn mit Blumen geschmückt. Ein grenzenloser Jammer erfaßte mich, ich brach am Sarge zusammen. Hertha kniete neben mir.

(Fortfetz'. «g folgt.)