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96. Iahrg

Aus Bismarcks Briefwechsel.

tti Der angekündigte .Anhang zu den Gedanken W Lb Erinnerungen" Bismarcks ist nunmehr er-

Der erste Band trägt den Titel

ienex.

zen konnte:

B. 16. 1. 75.

ungen dazu:

Berlin, 30. 12. 77.

Ihr

Wilhelm.

kann mich

(Nachdruck verboten.)

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160 Pfd.

mit dem Kreisblatt Mr die Kreise Marburg und Kirchhain

rze- ttu, scheu (7456

Randb emerkungen BiSmarcks:

*) ich habe nichts zu melden, und krank aus Zeitungen n cht einlassen.

2) von wem ? also von mir?

3) der Schluß desavouirt das alles.

*) wer? ich? 5) es ist ja ein d6m«nti.

Ericheint täglich außer an Werktagen naty sonn- uns <seicuagcu. Sonntagsbeilage: Jllastrirtes Sonntagsblatt.

Druck und Verlag: Joh. Lag. Noch, Universitäts-Buchdruckerei Marburg, Markt 21. Telephon 65

Die Stimme bricht ab, ein Zucken geht durch den Körper der Frau. Da treffen ihre Blicke das Töchterchen, das den Kopf auf den Tisch gelegt hat und bitterlich weint. Sie tritt zu ihr und nimmt sie in ihre Arme. .Verzeih mir, Elfe, ich ließ mich hinreißen und vergaß, daß für meines Krndes kleine Ohren solche traurige Geschichten nicht paßen." Das Mädchen schüttelt energisch dab Köpfchen, und die feuchten Locken zurückwerfend, sagt sie bestimmt: .Nein, Mama, ich kann es ganz gut hören, und will es hören. Ich mußte nur gerade weinen um Dich, Du armes, armes Mütterchen. Nun aber sprich, bitte, weiter."

.Es giebt nicht mehr viel zu berichten, Kind. Ich sagte alsoJa", und drei Tage nach dieser Unterredung verließ ich mit Euch das Haus meines Gatten. Wir gingen, wie Du weißt, zu den Großeltern. Ich war im Glauben, daß Ihr alle nicht ahntet, was sich damals zwischen Euren Eltern abgespielt hat. Ich täuschte mich sehr, denn Hertha war Zeuge der letzten Scene zwischen ihrem Vater und mir gewesen.

Erst als wir bei den Großeltern angelangt waren, ui d Ihr Euch jubelnd mit den Dorf­kindern, Euren kleinen Spielkameraden, be­grüßtet, fiel mir Hertha's stilles Wesen auf. Sie lief wohl mit Euch vom Hause fort, aber nur, um ein stilles Plätzchen zum Grübeln zu finden, wie man mir berichtete. Ich war be­troffen und nahm mir vor, sie zu beobachten. Da fiel mir denn auch Mancherlei ein. Hertha sollte um jene Zeit konfirmirt werden.

10) doch.

Rührend ist dar folgende Schreiben des neunzigjährigen Kaisers an Bismarck!

viirteljähr»tcher Bezugspreis: btt bet Expedition 2 3)11, bei allen Postämtern 2,26 Mk. (excl. Bestellgeld).

Jnserttonsgebühr: die gespaltene Zeile ober deren Non» 10 $fg.

Reklamen: bi« Zell« 26 Pfg.

Deutsches Reich

®erlitt, 2. Dezbr

Der Kaiser richtete als Antwort auf ein an­läßlich desStapellauss desLloyddampsersChemnitz'

M 283 i

Marburg

Dienstag, 3. Dezember 1901

r, ZtnLi i, Seifen, wie gt>\ fei.

-ger.

Karl Meier Baron von Rothschild ist stark am n d > Wurm erkrankt beim Herannahen des d e n s festes. Diese Krankheit vermag ich nicht heilen, aber Kreuz schmerzen ließen sich kuriren. wäre dafür anzuführen, daß er allerdings in dem iegs Jahre enorm viel für die Wohlthätigkeits cke gethan hat, wofür feine Frau das Wer­ft Kreuz erhalten, natürlich das Geld verwendend, der Mann ihr gab, während er keine Aus- xung erhielt

Will man ihn berücksichtigen, so könnte wohl das Comthur Kreuz mit dem 6eckigeu Stern des henzollern Orden verliehen werden, da er bereits brillantenen Stern 8. Klasse des rothen ers besitzt, sodaß der 2. Kronen Orden mit Stern wenig wäre.

Ich wünsche Ihre Ansicht? Wenn ich ihn dScorirte t, so ist er auf einige Jahre abgefunden, bis B an d - Krankheit wieder eintreten darf.

Ihr

Wilhelm.

Die Unterstreichungen rühren von dem er Serr- / - "

! Als Ausgangspunkt derZolltarifreform wohl das nachstehende Schreiben des Kaisers

Zum Zolltarif-Entwurf.

Die Bereinig»»- christlicher deutscher Baser»- drreimr, zu der gehören der Badische, Bayerische, Elsaß-Lothringische. Hessische, Nassauische, Ost- und Westpreußische, Rheinische, Schlesische Trierische und Westfälische Bauern-Verein, richten an den deutschen Reichstag eine Eingabe, in der u. A. ein Mindest» zoll von 7,50 Mk. bei einem Höchstzoll von 9 Mark für die Hauptgetreidearten gefordert wird. Die Eingabe hat folgenden Eingang: .An die Abgeordneten des Hohen Deutschen Reichstags, die das deutsche Volk im Vertrauen daraus erwählt hat, daß sie nach bestem Wissen und Gewissen für das Wohl ihrer Wähler sorgen, richten 220000 deutsche Bauern, geeinigt in den unterzeichneten christlichen Bauern-Vereinen, die Bitte, ihnen zu Zollsätzen für die landwirthschaft» lichen Erzeugnisse zu verhelfen, wie sie in den nach­folgenden Ausführungen dargelegt und begründet find. Sie wissen sich darin einig mit allen deutschen Bürgern, die die hohe Bedeutung der Landwirthschast für den Bestand und die Wohlfahrt des Reiches zu würdigen verstehen, und erwarten von der Einficht und Der Gerechtigkeitsliebe der Vertreter des Volkes eine kräftige Abhilfe ihrer traurigen Nothlage.'

an den Monarchen ergangenes Huldigungsschreiben an den Oberbürgermeister von Chemnitz, Dr. Beck, folgendes Telegramm: Ihnen und den Vertretern von Chemnitz, sowie dem Aufsichtsrath und der Direktion dcsNords. Lloyd' und der Werft von Tecklenborg spreche Ich Dank für den Huldigungsgruß anläßlich des glücklichen Stapellauss des Llohd- dampserS .Chemnitz' aus. Ich inspizierte heute Meinen Kreuzer .Thetis', der die Reise nach Dftaften zur Verstärkung des Kreuzergeschwaders Alsbald an­tritt. Vor Mir liegt Mein erstes Geschwader als ein schon stattlicher Repräsentant der werdenden Flotte. 6S freut Mich, den so nothwendigen Schutz immer mehr erstarken und ein neues Schiff als Förderer d s deutschen Handels, der deutschen Industrie eintreten zu sehen. Mögen beide immer sichere Schritte vor­wärts machen und deutsche Tüchtigkeit über den Erd­ball tragen

Das Ergebniß der Reichsiagsersahwahl im Wahlkreis Wiesbaden ist eine Stichwahl zwischen dem Kandidaten der freisinnigen Volkspartei, Genoffenschaftsanwalt Dr. ttrüger, und dem Sozial­demokraten Dr. Quarck.

Das Marburger nationalsoziale Blatt führt ein Rückzugsgefecht. Unserem Vorhalt, daß sie unsere Aeußerungen entstellt wiedergegeben habe, begegnet die Zeitung nicht etwa nut dem Nachweis, daß wir sie ungerechter Weise beschuldigt haben, sondern mit der Aufforderung an ihre Leser, unseren Artikel mit dem ihrigen zu vergleichen. Eine überaus zarte Rücksichtnahme! Zuerst die zartfinnige Art, in der uns die feinfühlige Kollegin mit Ahlwardt's Judenstinten in Verbindung brachte, dann die Anfwärmung des Reporterscherzes über .Herrn Hupfer, die Kellner und die 25 Männerchen' und nun diese Rücksichtnahme! DaS ist zuviel der Güte! Es wäre uns wirklich lieber gewesen, die nationalsoziale Zeitung hätte uns nachgewiesen, daß sie xnfere Darlegungen nicht entstellt hat, zumal Wohl keiner, ihrer Leser ihrer Aufforderung nachkommen wird. Wir unsererseits nehmen gern Notiz von der weitere» Erklärung des Blattes, unser Hinweis aus das kläg­liche Resultat ihrer Agitation habe sie nicht in Verlegenheit gebracht. Ist das der Fall, dann fehlt jeder Entschuldigungsgrund für die erwähnten Entstellungen. Gern nehmen wir auch Kenntniß davon, daß die Nationalsozialen mit dem Besuch ihrer Versammlung zufrieden waren. Wir können nur abermals versichern, daß dieser .antiagrarische Sturm' auch uns zufrieden stellt, zumal wenn wir uns Der« gegenwärtigen, daß Herr von Gerlach bei der letzten Reichslagswahl hier 291 Stimmen erhalten hat.

Wir hatten daraus hingewiesen, daß zur Zeit der konser oativen Versammlung die nationalsozrale Zeitung zu einheitlichen Protestversammlungen gegen die Ge­treidezölle aufgefordert hatte, und daß es damit un­vereinbar sei, w nn jetzt daffelbe Blatt behauptet, in der konservativen Versammlung, in der vom Referenten die Gründe für die Erhöhung des Getreidezolls dar­gelegt wurde, fei .wenig Anlaß zur Diskussion' ge­wesen. Darauf findet die Zeitung nur die Antwort: diese letzterwähnte.Motivierung lag damals vor und war berechtigt'. Warum erklärt sie dinn nicht, in­wiefern diese Motivierung berechtigt war? Sollte sie dazu außer Stande fein? Nur noch eins. Wo haben wir denn behauptet, daß die Nationalsozialen in ihrer Gesammtheit vor 4 Jahren für Korn­zölle eingetreten find? Wenn wir bei unseren Schluß­bemerkungen die Mehrzahl der Nationalen im Auge gehabt hätten, hätten wir um ein Jahr weiter zurückgreifen müssen; damals trat das sührende Organ der Rationalsozialen, die.Hilfe' für d i e Kornzölle ein. Bei unseren diesmaligen Bemerkungen ober dachten wir in der That nur an

jmefeben werden:

Gastein, 22. 7. 76, Bei der Kürze der Zeit in Würzburg konnte ich men Gegenstand unserer inneren Verhältnisse nicht pvchmals zur Sprache bringen, der mich trotz der Beiträge von p. Delbrück und Camphausen, noch ehe Bit im Herbste nach Berlin kamen, fortwährend be- jjäfrigt und namentlich nach neueren Mittheilungeu während meiner Anwesenheit am Rhein. Es ist dies besDar niederliegen unserer Eisenindustrie. N jenen Vorträgen wurde mir nachgewiesen, daß Eifer Eisen-Export noch immer den Empört Übersteigt. M erwiderte, woher e8 denn aber komme, daß ein ßisen-Fabrikations»Unternehmen nach dem anderen Me Oesen ausblase, seine Arbeiter entlasse, die Erumlungerten, und daß diejenigen, welche noch fort» leiteten, dies nur mit Schaden träten, also nichts Schienten, bis auch sie die Arbeit würden eirfteCen Wen.

Geantwortet wurde mir: ja, das sei gegründet, »dessen bei solchen allgemeinen Kalamitäten müßten Enzelne zu Grunde gehen, das fei nicht zu ändern, b wir ständen darin noch immer b.ffer als andere der (Belgien). Ist das eine ftaatsweise Auffaffung? stehet leider diese Angelegenheit schon leit den en Jahren. Nun soll aber vom 1. Janar 1877

**) da hätte ich viel zu thun mit allen Blättern) ohne Kon. Unterschrist? °) der Heuchler! ') mit Eulenburg!

Berlin 3 3. 87.

In einer Art Verzweiflung schreibe ich Ihnen!

Sie haben beim Schluß Ihres letzten Vortrages gesehen, wie ich das Battenbergsche Mernoire, da es zu spät war, um es mir vorzulesen, in einer Mappe verschloß, die Mappe des Civil-Cabinets. Nach dem Dinö, was ich allein einnahm, und nach demselben (ich) jene Mappe öffnete, um den Jnnhalt zu expegiren, zog ich zuerst das gaest: Mernoire heraus und legte es neben derselben hin ganz frei, expedirte die Mappe und ging am 7 Uhr zu Bette und wollte das Mömoire nun im Bette in völliger Ruhe lesen. Mit der einen Hand nahm ich die Mappe, mit der anderen wollte ich das Mernoire, welches neben derselben lag, nehmen und fand es nicht, obgleich ich das Zimmer verlassen hatte, noch weniger irgend jemand hinzu gekommen war. Natürlich war mein erster Gedanke, daß ich doch aus Konfufion das Memoire in die Mappe wieder gesteckt hätte; ich öffnete sie, sah jedes Papier, welches fie enthielt, sorgsamst nach fand eS aber nicht!! Darauf sendete ich die Mappe ab und legte mich nun eine Stunde lang auf das Suchen nach dem Memoire, obgleich ich ganz genau wußte, daß ich daffelbe nicht wieder feit Ziehen aus der Mappe ange­rührt habe Erschöpft von der Suche, legte ich mich zu Bette, in Verzweiflung! Meine eimige, wenn­gleich geringe Hoffnung blieb, daß das Memoire sich doch in einem der Wilmowskyschen Papiere versteckt befände. Da mit den gestrigen Papieren mir von Wilmowskh das Vermißte nicht zuging, so schrieb (ich) ihm diesen Hergang, worauf er heute kam (und sagte), daß ein solches Papier (fich) nicht in der quest. Mappe befunden habe! Ich aufs Neue auf die Suche, Alles vergebens! 68 ist und bleibt unerklärlich! Denn Niemand hat daS Papier en quiestion nur sehen können! Und ein so Geheimnißvolles Papier ver­schwunden !!!

Else.

Roman von Hanna Aschenbach.

(Fortsetzung.)

I Ich weiß nicht, wie ich das Heterogene infeier Charaktere erklären soll, genug, eS war nhanden und tödtete meines Gatten Liebe. Baium die meine bestehen blieb? Wer weiß 8. Die Frau liebt wohl anders, als der Mann. Sa seine Liebe zu mir erstorben war, war üllks begreiflich, waS dann kam. All die kchmerzen, die er mir bereitete, erklären fich hid) seine Gleichgültigkeit gegen mich. Nichts 6er thut so weh, so bitter weh. Es ist vorbei, las nützt das Klagen? Ss ist alles überwunden.

Dein Vater und ich lebten lange Jahre viter aufreibenden Kämpfen zusammen, die Allmählich unsere Gesundheit erschütterten. Er ing nach dem Süden, und dort sah er fie, d. er sah fie wieder."

Elfe's Gesichtchen zeigt das lebhafteste Er- «unen.Wieder, Mama, ja, kannte er fie enn schon früher?" «So ist es, mein Kind. Es ist zur Veurtheilung Deines Vaters nöthig, ea§ Du auch dies einmal erfährst. Ehe ir lad) Jena kam, hatte er em Mädchen aus fiter, sehr vornehmer Familie geliebt. Sie be= jjwib sich in einem Pensionat, und durch gewiffe Umstände und Zufälligkeiten wurde er mit ihr Mher bekannt, ohne eine Ahnung von ihrem lang zu haben. Die beiden liebten fich und ffsthwuren fich ewige Treue. Bald aber wurde

_ , Mer Wilhelm I. und Bismarck", der zweite -le Am |u8 Bismarcks Briefwechsel". Während der ten ' L#e Theil auch Briefe enthält, die schon ver-

e 501.4.- ir . 5.-

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Seit einiger Zeit gefallen sich die Zeitungen *) von totaler Modifikation des Staats Ministeriums zu berichten und Personen sogar zu nennen, ohne daß irgend eine positive Zurückweisung solcher Gerüchte erfolgt wäre. Nun bringt aber die gestrige »Noidd. Zeitung' in ihrer Nummer- 306, zweite und dritte Spalte, Mittheilungen der gedachten Art aus anderen Zeitungen und beleuchtet dieselben in einer so eigen- thümlicheii Art, daß man fie für offiziös 2) halten könnte. Dies gilt namentlich von der Versicherung, daß Sie mir einen Plan zu jener Modifizirung vor­gelegt und ich denselben durchaus gebilligt hätte)!!

Dies gehet4) den» doch zu wert und kann nicht ohne Dementirung 6> gelassen werden, die ich von Ihrer Seite offiziös wünsche, da nieaanb bester weiß, als Sie selbst, daß Sie mir keine Silbe über diesen Gegenstand mitgetheilt haben.)

Die Zeitungen gehen so weit zu verfichern, Sie hätten Hin. v. Bennigsen nach Varzin berufen, um mit ihm diese große Umwälzung zu bearbeiten), wobei er das Ministerium des Innern erhalte» solle? Dies hat mich denn doch in einem Maße srappirt, daß ich anfangen muß zu glauben, es fei wirklich etwas der Art im Werke, von dem ich garnichts weiß! G af Eulenburg, der sich gestern verabschiedete, wollte meiner Versicherung, daß ich von nichts wisse, garoicht glauben.) Im muß Sie also ersuchen, mir Mittheilung zu machen, was denn eigentlich vorgehet? Was Bennigsen betrifft, so würbe ich seinen Eintritt in bas Ministerium nicht mit Vertrauen begrüßen können, denn so fähig er ist, so würde er den ruhigen und konservativen") Gang meiner Regierung, den Sie selbst gehen, fich ganz entschieden gegen mich aussprachen, nicht gehen können! *°)

da? Verhältnis entdeckt und von der gräflichen Familie gewaltsam gelöst. Ein Jahr später erhielt Dein Vater die VerloftungSanzeige seiner ungetreuen Braut. Da ward er so frivol und leichtsinnig, wie sein Ruf sagte. Das Studium vernachlässigte er g«nz. Dann kam er nach Jena. Dort sah iei mich, und da packte ihn die Leidenschaft, die unser Verhängnis wurde. In Nizza traf er seine Jugendliebe als Witwe wieder. Eie soll blendend schön sein. Du hast sie ja gesehen. Die alte Liebe er­wachte und ließ ihn alles vergeffen, was er sonst besaß.

Es ist etwas Großes um solch eine himmel­stürmende Leidenschaft. Ich erkannte ihr daS Recht zu, mein Schicksal zu werden. ES war mein freier Entschluß, denn nur ich konnte die Scheidung beantragen. Ich that eS."

Du Mawa?" schreit Elfe entsetzt auf, öfter warum?"Weil der Geliebte meines Herzens vor mir auf den Knieen lag und mich beschwor und anflehte, ihm die Freiheit und das Glück zu geben. Das Glück auS der Hand jener anderen."

Die Stimme der Frau klingt rauh und ver­schleiert, und eS bebt darin etwas von dem übermenschlichen Leid jener Stunde. Ueber Elfe's Wangen fließen große Thränep.Ich that es, was hätte ich anders machen sollen? Wie er vor mir kniete, wie ihm die Tbränen die Worte erstickten, wie heiß und flehend mich seine Augen trafen! Wie einst, und doch ganz, ganz anders."

Bei meiner eiligen Abreise hatte ich diesen Umstand ganz außer Acht gelassen, »ub daS Mädchen hatte sich ohne ein Wort darin gefügt. Mit erschreckender Klarheit stand eS auf einmal vor meiner Seele, waS dar arme Kind in seinem Herzen durchkämpft hatte, ohne eine Klage, ohne eine Thrän» zu zeigen. Ich konnte es fast nicht erwarten, bis fie an jenem Abend nach Hause kam. Wie sah sie auS! Elfe, mir brach fast daS Herz. Tiefe Ringe unter den Augen und solch starren Ausdruck im Gesicht. Wie egoistisch war ich gewesen, wie konnte ich so meinem Schmerze nachhängen und das Kind in seinem Kummer allein lasten? Bewegt schloß ich fie in meine Arme. Sie brach in krampf­haftes Schulzen au». Wir weinten beide lange, als ich aber anfing zu reden, wehrte fie mir entsetzt ab.Ich kann nicht. Mama, ich flehe Dich an, sprich nicht davon!" Ich war tief er­schrocken über ihre Leidenschaftlichkeit.Aber Hertha", bat ich,sage mir nur, nicht wahr, ich bin nicht schuld."Nein, nein, Mama, sei still", und dabei sah fie so gequält au8, daß ich fie zu Bett brachte, ohne weiter in fie zu dringen. Auch die nächstfolgenden Tage und Wochen sprach fie niemals von dem, was sie so sichtbar beschäftigte, und jede Absicht meinerseits, das Gespräch darauf zu bringen, wußte fie zu vereiteln. Ich nahm das übel, und wir ent­fremdeten uns ein wenig. Ich war eben da­mals selbst so verstört und stand ganz unter dem Drucke der Verhältniste.

(Fortsetzung NIgt.)

tn

,12.- f.

,13.- Ifrei bei o Sorte. - mehr. Derfanbt Dung ob. Engros- K Co., eia).

10 Pfg.)

£fte Theil auch Briefe enthält, die schon ver- itäfpn tentlicht find, umfaßt der zweite nur bisher -gedruckte Schriftstücke. Das Wirk ist im läge der I. G. Cottaschen Buchhandlung in ttgart und Berlin erschienen. Einige Proben itn aus ihm an dieser Stelle mitgetheilt.

Der folgende Bries deS Kaisers an BiSmarck »lt, wie hübsch der Kaiser über Ordensfragen

an ber Eisen-Import nach Deutschland ganz zollfrei ftattfinben, während Frankreich eine Prämie auf seine Eisen-Ausfuhr nach Deutschland einführt! Das find doch so schlagende Sätze, die nur die Folge haben können, daß unsere Eisenindustrie auch in ihren letzten Resten ruinirt werden muß!

Ich verlange keineswegs ein Aufgeben des ge­priesenen Freihandels-Syftemes, aber vor Zusammen­tritt des Reichstags muß ich verlangen, die Frage nochmals zu ventiliren,ob das Gefetz wegen der zoll reien Einfuhr des Eisens vom Auslande nach Deutschland nicht vorläufig auf ein Jahr verschoben werden muß? Wenn S:e mit mir übereinstimmen, sehe ich Ihrem Bericht entgegen, was Sie anorbnen werben.

Ihr

Wilhelm.

Wie gehet es Ihnen seit Würzburg?

Es ist bekannt, wie der Kaiser empfindlich darüber war, daß er über BiSmarckS Verhandlung mit Bennigsen um Weihnachten 1877 erst von dritter Seite erfuhr. Sehr charakteristisch ist der folgende Brief des Kaisers darüber an Bismarck, sowie namentlich besten Randbemerk-