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Marburg
Mittwoch, 27. November 1901.
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»ruck und »erlag: Joh. «uz. «sch, Universitäts-Buchdruckerei Marburg, Markt 31. — Telephon 55.
36. Jahrg.
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Die Begründung zum Zolltarif- Entwurf.
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I. U. S.w.
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Man schreibt uns:
Die allgemeine Begründung zu dem Zoll
politik geführt haben, dieser Legendenbildung zu Liebe weder der doktrinäre Charakter der vorher- egangenen freihändlerischen Periode noch der mstand verschwiegen werden können, daß daS leich zu dem Zolltarif von 1879 mit durch die
geb es wirft eben kein günstige? Licht auf die Sachlichkeit der Kritiken der Opposition, wenn n deren Organen der Begründung gerade diese sorgfältige Abwägung der Gründe für und Inder zum Vorwurf gemacht wird.
Ebenso selbstverständlich ist es, daß bei der Darstellung der Entwickelung und der Wirkungen verdeutschen Zollpolitik nicht die freihändlerische
Novbr, ftaurant (77., Dbftbaiu i Cassel: »esse«
jarifentwurfe hat den Zweck, in knapper Form fct leitenden Gesichtspunkte, welche für die Korlage maßgebend waren, darzulegen. Das bmn sachgemäß nur durch objektive Abwägung fct Gründe und Gegengründe geschehen, zumal penn es sich, wie bei uns, um den Ausgleich Mach vorhandener Interessengegensätze handelt,
uid* itzgendenbildung, sondern der wirkliche Sach- 2__»erhalt zu Grunde gelegt ist. So hat bei der
;en Darstellung der Gründe, welche 1879 zu der 2isLmz,Wckkehr zu dem Systeme gemäßigter Schutzzoll-
ndustrie so werthvollen Fortschritt langfristiger
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lwgem, gelöstem Goldhaar, ist von ihren Ge-
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tIitun'lnen macht; es wird ganz still, alle? bewundernd. Es ist ein englisches Lied,
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me alte irische Ballade von entfernter Aehnlich- „Ich weiß nicht, was soll
-sie Landwirthschaft schwer leidet, erkauft werben. Der neue Zolltarif soll ein weiteres ptabium der Entwicklung einleiten, in welchem sie Vortheile langfristiger Handelsverträge khne Opferung eines für das Gesammtwohl so wichtigen Erwerbszweiges, wie der deutschen landwirthschaft, aufrecht erhalten bleiben.
ieses Bild fortschreitender Entwicklung auf der undlage des Zolltarifs von 1879 in der Beladung zu verwischen um der freihändlerischen
iahrnehmung veranlaßt worden war, wie irhrere an dem WaarenauStausch mit uns ornehmlich beteiligte Länder begonnen hatten, er Sicherung ihres einheimischen Markte» rößere Bedeutung beizulegen, als der Ver-
leliebten
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f eine Felsenhöhe gedrängt worden, ie sich effektvoll am Rande der Insel erhebt. Sie hat lachend eingewilligt und setzt sich nun loben zurecht, ihr Weißes Kleid in malerische ulten drapierend.
Wieder eifriges Drängen der Mädchen, und llnn erhebt sich eine wunderbar klare, volle Stimme, die plötzlich all den Lärm am Ufer
“■ mifverträge. Aber dieser Fortschritt mußte 4 lit der Abschwächung des Zollschutzes wichtiger rwerbszweige, unter der bekanntlich namentlich
. Während des Gesangs nähert sich langsam der kleinen Boote, in dem zwei Mädchen "älk> tzen, eines am Ruder, während das andere,
l. „«» haben
sihres 1879 steht, und nur eine Entwicklungs- pA Hase dieser Politik darstellt. Die Handels- ertragspolitik brachte uns den für unsere
i gegei archaus auf dem Boden der Zollpolitik deS iankhaui
eitrs lehrung ihres Außenhandels.
Die Begründung vertritt zwar den Stand- lVIIIM imft, daß die Periode der Handelsverträge
iutf 5 lang aufgeschossener Backfisch von burschi- rin oi D'etn Aeußeren mit Tituskopf und Matrosen- von d< ut beim Passieren des Felsens sich auf die Knie :abt v« vkkn läßt und schmachtende Blicke zu der i. d. SÄ Hünen Zauberin hinaufschleudert. Diese neigt
(Nachdruck verboten.)
Else.
Roman von Hanna Aschenbach.
(Fortsetzung.)
____ Was sie wohl im Schilde führen?" — :iS' 3 wundervolles Geschöpf, die Goldblonde tod,". j ort, eine Engländerin jedenfalls." — „Da bin c । h doch neugierig." — „Aha!" „Man scheint
< ie Loreley aufführen zu wollen." — „Sie haben Ft, gnädigste Frau." —
Die Aufmerksamkeit der Derandagäste wird ^urch eine Gruppe auf der Insel gefesselt. Ein Hönes Mädchen von circa 16 Jahren mit
Legende von der gänzlichen Umkehr von der bisherigen Zollpolitik und von einem wirtschaftspolitischen Zickzackkurse willen, ist ein Verlangen von beispielloser Naivetät aber charakteristisch für die freihändlerische Opposition, welcher der zahlenmäßige Nachweis der segensreichen Wirkungen der Zollpolitik von 1879 natürlich sehr unbequem ist. Nach der anderen Seite mag hervorgehoben werden, daß die Festsetzung von Minimalzöllen für die Hauptgetreidearten als eine weitgehende Konzession für die deutsche Landwirthschaft und als die äußerste Grenze deffen bezeichnet wird, war nach dieser Richtung ohne schwere Schädigung anderer krwerbszweige geschehen kann.
Allen aber, welche die Jntereffen deS heimischen Erwerbslebens, namentlich der Industrie im Munde führen, ist schließlich der Satz der Begründung ins Stammbuch geschrieben, daß erst nach Verabschiedung des Zolltarifentwurfes an Handelsvertragsverhandlungen herangegangen werden kann, mithin die schleunige Verabschiedung des Zolltarifentwurfes die Voraussetzung für die Abkürzung der jetzigen Periode ber Unsicherheit in Bezug auf die künftige Gestaltung unserer Zoll- und HandelSverhältniffe bildet.
Umschau.
Der Reichstag beginnt nun wieder nach einer sechsmonatlichen Pause seine Arbeiten. Zunächst ist auf die Tagesordnung die zweite Lesung der Strandungsordnung nebst der Seemannsordnung und der dazu gehörigen Entwürfe gesetzt. Die Er ledigung der Strandungsordnung dürste keinen Schwierigkeiten begegnen; jedoch bei der Seemannsordnung, die namentlich die Sozialdemokraten in ihrem Sinne erheblich „verbeffern" wollen, wird die Sache langwieriger werden. Vermutlich wird eine Unterbrechung in deren Beratungen alsbald stattfinden müssen, um für die erste Lesung der Zolltarifvorlage und sodann deS Etats Raum zu schaffen. In der nächsten Woche bereits soll die erste Lesung des Tarif- Entwurfes in Angriff genommen werden und es dürften sich alsdann über die geschäftliche Behandlung desselben erhebliche Debatten ent- spinnen.
Nachdem durch die glatte Erledigung des Zolltarifs im Bundesrathe und durch die im Namen Sr. Majestät des Kaisers erfolgte Einbringung des Entwurfs im Reichstage mit allen gegnerischen Legenden von angeblichen schweren
sich huldvoll und wirft dem Schiffer einen Kranz aus Maiglöckchen zu, der aber sein Ziel verfehlt und ins Wasier fällt. Blitzschnell beugt sich der Schifferbackfisch ihm nach, wobei da» Boot bedenklich inS Wanken geräth.
Den Mädchen entfährt ein Schrei deS Entsetzens, und die Sängerin bricht ihr Lied erschreckt ab. Schon aber hat der Kahn das Gleichgewicht zurückerhalten und der Wildfang mittelst des Ruders den Kranz erreicht, den er nun triumphierend vor der Zauberin schwenft, wobei ein blitzender Tropfenregen die am Ufer zusammengedrängte Mädchenschar trifft. Lachend und scheltend stieben diese auseinander, und die Loreley verläßt ihren Felsenthron, während von allen Seiten lebhaftes Beifallklatschen erschallt.
Auch Baron Selten biegt sich nach einem fragenden Blick auf Frau von Buchwald aus dem Fenster und stimmt in den allgemeinen Applaus mit ein, dann wendet er fein lachendes Gesicht in die Veranda zurück: „Die PensionS- mutter ist schön aufgebracht, daß ihre Küchlein die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben. Sehen Sie nur, gnädigste Frau, sie läuft am Ufer umher wie eine Gans, die Enteneier ausgebrütet hat und nun die Pflegekinder davonschwimmen sieht. Und wie sie gestikuliert und die Mädchen drüben nicht folgen, es ist zum totlachen," und Baron Selten giebt sich der Erschütterung seines Zwerchfelles hin, als wolle er es wirklich so weit treiben. Fetzt besteigen die Mädchen die Boote, allen voran die schöne Sängerin und ter Tituskopf. Zwar suchen die andern die beiden zurückzuhalten, wahrscheinlich unter Hinweis auf das zu erwartende Strafgericht, aber die Engländerin
Memungsverschiedenheiten in der Regierung und von der angeblichen Gegnerschaft deS Kaisers zur Zolltarifreform gründlich aufgeräumt worden ist, betrachtet die Linke als einziges Mittel, die Vorlage zum Fall zu bringen, die Herbeiführung einer Spaltung der tariffreundlichen Mehrheit. ES wird aber nicht schwer sein, diese Aspirationen der fteihändlerisch svzialdemo- kratischen Minderheit zu zerstören.
In der gegnerischen Preffe wird ausgesührt, daß nur auf etwa hundert „ausgesprochene frei- häudlerische" Reichstagsmitglieder sicherer Verlaß sei, daß aber die „reaktionäre Koalitionsarmee" auSeinanderlaufe. In dem Punkte, daß die hundert Mann Freisinniger und Sozialdemokraten als treue Bundesgenossen gegen die, für das Gemeinwohl gebotene wirtschaftliche Rüstung der Ration fest zusammen halten, haben die Gegner recht. Allein was will dieses Viertel des Reichstages ausrichten, wenn die Mehrheit gewissenhaft und zuverlässig seine Schuldigkeit tut?
Daß die „Koalitionsarmee" auseinanderlaufe, ist eine thörichte Flunkerei. Bis jetzt konnte eine solche Armee noch gar nicht ausgestellt werden; dazu ist erst der Zusammentritt deS Reichstages erforderlich. Unzweifelhaft aber ist eine Reihe von in sich geschloffenen Truppenkörpern vorhanden, die den festen Willen haben, sich zu gemeinsamer Aktion zu sammeln. ES kommt, um die sreihändlerischen Spekulationen zu verhindern, nur darauf an, daß alle Abgeordnete pünktlich und unablässig im Reichstage sind. Je größer und konstanter die Präsenz der Abgeordneten sein wird, desto glatter und rascher werden die Geschäfte abgewickelt und desto gründlicher werden die Verschleppungspläne der Linken zerstört werden. c.
Staatliche WohnungSsürsorge in Bayern.
In diesen Tagen hat die bayerische Kammer der Abgeordneten einmütig einem Gesetzentwurf ihre Zustimmung ertheilt, durch welchen „zur Verbesserung der Wohnungsverhältnisse der Beamten, Bediensteten und Arbeiter der Staatseisenbahn- Verwaltung durch Herstellung von Wohngebäuden und Gewährung von Baudarlehen der Staatsregierung ein Betrag von 4 500 000 Mk. zur Verfügung gestellt" wird. Zu dem gleichen Zweck waren schon im vorigen Jahre 6 Millionen bewilligt worden; davon kamen 2 Millionen auf 229 bahneigene Wohnungen und 4 Millionen aus Darlehen an 12 Baugenossenschaften, die damit 899 Wohnungen hergestellt haben. Der neue Kredit soll auf dem betretenen Wege
schüttelt hochmüthig das Haupt, und der Tituskopf schickt eine nicht gerade liebliche Grimasse nach dem Ufer.
Dann steuert der Uebermuth keck aus die Stelle los, wo die Penfionsdame nebst einer Hilfslehrerin Posto gefaßt hat. Dem ersten Boote folgen in langer Reihe die anderen. Die Strafpredigt der würdigen Dame macht augenscheinlich gar keinen Eindruck auf die beiden Missethäter. Sie werden in die Mitte genommen, und der ganze Zug schreitet dem Ausgange zu.
Als er an der Veranda vorbeizieht, hört man die Lehrerin in Tönen tiefster Entrüstung grollend ausrufen: „Mais c’est, shoking, mes dames, d’attirer ainsi Fattention de tout le monde,“ wozu die blonde Schönheit spöttisch die Achseln zuckt, und der Tituskopf übermüthig herausplatzt: „Gerade was Schönes." Die Zuhörer können sich des Lachens nicht erwehren. „Ja, dieser Pensionsdrill," sagt der Baron gewichtig, indem er das Fenster schließt. „Offen- gestanden," läßt sich Werner vernehmen, „gebe ich der Penfionsmutter nicht so unrecht. Ein deutsches Mädchen hätte sich nicht derart produziert." — „Aber Werner," ruft sein Freund entsetzt, „Du wirst ja der reinste Tugendprediger in der Wüste, jetzt glaube ich auch bald, daß Du krank bist." „Das verbittte ich mir, Cäsar," lautete die in gereiztem Tone gegebene Entgegnung. „Ich habe noch stets die deutsche Frau über alles gestellt und wiederhole, daß ein deutsche? Mädchen viel zu sittsam und schüchtern ist, um sich zu solch einer Schaustellung herzugeben, wie diese eingebildete Miß."
Baron Selten will gleichsalls erregt erwidern,
weitere Schritte ermöglichen. In der Debatte wurde mehrfach der Mangel an Entgegenkommen der Stadtverwaltungen gegen die Bau- aenoffenschaften beklagt. Auch wurden staatliche Subventionen zu WohnungSbauten für die Bediensteten und Arbeiter der Post- und Tele- graphen-Verwaltung gefordert. c.
Zum Zolltarif-Entwurf.
Die »tetzrSlle. Der besondere Theil der Be. gründung der Zollvorlage sagt bezüglich der Viehzölle: Die Viehzölle bezwecken die Fernhaltung einer allzu starken Einwirkung der Auslandserzeugnisse auf den Jnlandsmarkt. Anzunehmen ist, daß die einheimische Viehproduktion schon bei verhältnißrnäßig unbe. deutender Steiaerung dem wachsenden Jnlanosbedars wird folgen können. Ausreichender Schutz wird sie zu den «öthigen V»rkehrungen und Kapitalaus. Wendungen ermuthigen. Vorausfichtlich tritt keine Preissteigerung ein, der Vortheil des Landwirths wird in häufigerem Umsätze und vermehrter Produktion liegen. Weiter heißt es, die Frage der Vieh- Zölle könnte im Hinblick auf die bestehenden veterinär- polizeilichen Verbote und Beschränkungen der Vieh- einfuhr minder wichtig erscheinen. Indessen hat der Tarif mit der Möglichkeit des Fortfalles der Verbote und Beschränkungen zu rechnen und muß unabhängig davon für dir Verzollung der Maaren Vorkehrungen treffen. Daher müssen im Jutereffe heimischer Er- zeugung angemessene Vieh- und Fleischzölle vorgesehen werden, wenn sie auch vielleicht erst später Wirth- schastlich voll in Wirksamkeit treten.
Deutsches Reich
»erlitt, 26. Novbr
— Das königliche Schloß zu CH arlotten- burg, das seit dem Frühjahre des Jahres 1888, wo es dem Kaiser Friedrich zum Aufenthalt diente, unbewohnt war, wird, wie das .B. T.' hört, in diesem Winter voraussichtlich in der ersten Hälfe des Januar von dem Bruder des Kaisers, dem Prinzen Heinrich von Preußen, nebst Familie bezogen werden.
~ — Sie .Königsberger Alla. Zig." meldet: Dem Oberst Freiherrn v. Reißwitz undKadersin, Kommandeur des Infanterie - Regiments Nr, 147, welchem der im Duell gefallene Leutnant Blaskowitz angehörte, ist durch Allerhöchste Kabinetsordre vom 25. ds. Mts. der Abschied bewilligt worden.
— Die Verhandlungen zwischen dem Finanz- und dem Eisenbahnminister über Schaffung neuer Eisen- bahnsekretärstellungen haben das Ergebniß gehabt, daß die zur Anstellung der 155 ältesten Bureaudiätare erster Klaffe aus 1891 und 1892 erforderlichen neuen Eisenbahnsekretärstellen bewilligt worden sind. Die mit etatsmäßigen Anwärtern besetzten zwischenliegenden 300 Betriebssekretärstellen werden m Eisenbahnsekretärstellen umgewandelt.
— Vor einigen Tagen ging durch die Blätter die Nachricht von einem Duell zwischen dem Ober- lieutenant v. Stockhausen und dem Chemiker Dr. Phil. Schütt in Hannover, bei welchem letzterer durch einen Schuß in die Brust schwer verletzt sei. während ersterer einen Schuß in den Arm erhalten
ober eine Hand legt sich beschwichtigend auf feinen Arm, und Frau von Buchwald sagt in vorwurfsvollem Tone: „Du bist ein rechter Brausekopf, Werner. Willst Du uns denn die frohe Stimmung trüben ? Auch ich finde, daß Du in der Schroffheit Deines Ausspruches zu weit gehst. Allerdings glaube auch ich nicht, daß ein deutscher Backfisch dergleichen thun würde, aber die Engländerinnen sind eben viel früher selbstständig in gesellschaftlicher Beziehung." — „Gestatten Sie mir hinzuzufügen, gnädigste Frau, daß unsre jungen Damen doch auch bei Gesellschaftsaufführungen mitwirken." „Das ist schon etwas anderes, Cäsar, aber Du magst Recht haben, unsere fashionablen Damen find wohl auch nicht besser. Ich dachte bei meiner Behauptung, die ich auftecht erhalten muß, an die ganz jungen, die durch Gesellschaftsleben noch nicht verdorben oder zum Mindesten blasiert sind."
Frau von Luchwald und der Baron wechseln einen erstaunten Blick, indeß Werner aufspringt und hastig sagt: „Verzeih, Mütterchen, ich bin gleich wieder da," 'damit ist er zur Thür hinaus , und gleich darauf sehen ihn die betroffen Zurückgebliebenen nachdenklich am Ufer des Sees entlang schlendern. Werner ist sehr unzufrieden mit sich. Wie konnte er sich derart zur Heftigkeit hinreißen lassen, und nur weil ein holdes Kind unablässig vor feinem geistigen Äuge steht, und es für ihn sonst nichts giebt, was schön oder gut oder begehrenswert wäre.
(Fortsetzung folgt.)