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Mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhai».
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Marburg
Mittwoch, 20. November 1901.
gmchc'.nl ugtiO) auBtc an Mirftagen tiaaj jsoiw u>u> Sonntagsbeilage: Illaitrirtes Sonntagsblatt.
$ni< und »erlag: Joh. «ag. «,ch, Uniberstlals-Bachdruckcrei
Marburg, Markt 21. — Telephon 65
36. Ilchrg.
Erstes Blatt.
Frankreich und Rußland im Orient.
Daß die Franzosen ihre vielbesprochene Flottendemonstration gegen die Türkei nur nach vorheriger Verständigung mit Rußland unternommen haben, bleibt nach wie vor klar, auch venn man, was wohl zweifellos richtig ist, der Ansicht huldigt, daß die schnelle Zurückziehung der Flotte durch einen Wink von der Newa her veranlaßt worden ist. Beides läßt sich sehr vohl vereinen: auf der einen Seite hat Rußland alle Veranlaffung, seinem Bundesgenossen, der schon so viel für eS gethan hatte, daß ihm zu thun fast nichts mehr übrig blieb, nicht in den Arm zu fallen; auf der anderen Seite aber mußte es den dringenden Wunsch haben, daß die Franzosen nicht durch die lange Fortdauer der Aktion einer stattlichen Kriegsflotte in den türkischen Gewässern den Bewohnern de- europäischen und kleinofiatischen Orients als die vorherrschende Macht Europas erschienen.
Trotzdem nun die Franzosen den russischen Wunsch pünktlichst befolgt haben, dürste doch der Verlauf, den die ganze Angelegenheit genommen hat, noch lange von den russischen Staatsmännern peinlich empfunden werden. Zunächst hat Oesterreich mit großer Geschicklichkeit den Moment, in dem die hohe Pforte sich einer europäischen Großmacht gegenüber schwach zeigte, benutzt, um eine ganze Reihe alter Forderungen mit Nachdruck vorzutragen, und° die Pforte hat eingkwilligt, vielleicht weniger aus Furcht, als vielleicht auS Schabernack gegen die mit ihren französischen Drängern verbündeten Russen. Denn die Türkei weiß sehr Wohl, daß, trotzdem Rußland und Oesterreich vor einigen Jahren hinsichtlich der Balkanhalbinsel zu einem modus vivendi gelangt find, Rußland doch jede Stärkung des österreichischen Einflusses im westlichen Theile der Balkanhalbinsel mit scheelen Augen betrachtet. Dieser Stärkung dient aber zweifellos die Er- süllung der österreichischen Forderungen.
Ebensowenig wie von der Förderung deS österreichischen Einflufles in der europäischen Türkei, kann Rußland von der Befestigung der französischen Pofition im westlichen Kleinasien nbaut sein. Frankreich hat zweifellos seinen Einfluß daselbst gesteigert durch die ihm gemachten Konzessionen hinsichtlich der Schulen. Gerade auf diesem Gebiete aber ist Rußland der eifrigste Konkurrent Frankreichs. Schon
unter dem 5. März ». I. berichtete hierüber der Mitarbeiter der «Welt Korrespondenz" in Haifa: „Ein wirksames Agitationsmittel Ruß lands im Westen VorderasienS ist der russische Palästina-Verein, der sich bemüht, die christlichen Ureinwohner zum Anschluß an die russische Kirche zu bewegen, um dadurch für Rußlands Einfluß eine mächtige Handhabe zu gewinnen. Um sein Ziel zu erreichen, richtet der Palästina-Verein sein Hauptaugenmerk auf die Schulen für Eingeborene griechisch katholischer Konfession." Ueber die hohe Entwicklung und die Organisation dieser Schulen enthält derselbe Bericht Folgendes: „In Nazareth unterhält der Verein ein Lehrerseminar, in welchem begabte Jünglinge zu Volksschullehrer herangebildet werden. Die eigentliche Unterrichtssprache ist die russische. In Galiläa hat die Gesellschaft 22 Schulen; in Tarabulus und Umgegend find ebenfalls eine Anzahl vom Verein geleiteter Schulen, ebenso versorgt und leitet die Gesellschaft im Gebiete von Damaskus und Fauran 23 Schulen; in Betdschalla bei Jerusalem ist eine höhere Mädchenschule deS Vereins. Das Seminar steht unter der Leitung des russischen Ministeriums der Volksaufklärung und den Lehrern wird ihre Zeit gerade so angerechnet, als wenn sie in Rußland selbst an einer staatlichen Anstalt Dienste gethan hätten. Von Zeit zu Zeit schickt die russische Re gieruug Beamte nach Syrien, die die Schulen und besonders das Seminar inspiren."
Diese über ganz Syrien sich erstreckende und natürlich mannigfache Kosten verursachende Organisation hat Rußland sicherlich nicht zu dem Zwecke eingerichtet, damit ihm die Franzosen die Butter vom Brode wegnehmen. Ebenso wie für Frankreich find für Rußland die Schulen und religiösen Anstalten in Syrien nur Mittel zur Erreichung politischer Zwecke.
Frankreich wird großen Takt obwalten lasten muffen, damit die von ihm verfolgten Zwecke mit den russischen Zielen nicht allzu stark kollidieren. Aber auch bei der größten Vorsicht find Konflikte nicht ausgeschlossen, da die griechisch katholische und römisch-katholische Bevölkerung Syriens feindlich gegenüber stehen, wie jede von beiden den Türken. Dies hat sich erst letzthin bei einer großen Prügelei in der Kirche vom Heiligen Grabe zu Jerusalem gezeigt. Ein ganz ähnlicher Streit war es, der vor gerade 50 Jahren anhub und fich so weiter entwickelte, daß er schließlich zu einem großen Kriege führte, dem Krimkriege, in dem Frankreich und Rußland einander bekämpften, -s-
Umschau.
Reichsfinanzreform.
In der bayerischen Abgeordnetenkammer hat der, der Centruwspartei angehörige Abg. Pichler zur Finanzlage Bayerns Stellung genommen. Er erklärte, den dunkelsten Punkt des Etats bilde daS Steigen der Matrikularbeiträge ange fichts des Rückganges der Reichseinnahmen. Seine Freunde wünschten eine allseitige Reichsfinanzreform, allerdings nur eine solche, die das System der Matrikularbeiträge und die dadurch gegebene Einwirkung der Einzel- stoaten auf dar Reich beibehalte. Das Reich solle nicht unabhängig werden von der finanziellen Einwirkung der Einzelstaaten. Zuweitgehenden Forderungen der Reichsregierung müßten die Bundesstaaten Widerstand leisten. Danach scheint eS, als wolle das Centrum nach immer nicht zu einer endgiltigen Finanzreform die Hand bieten. Ohne Trennung der Reichs- von den Staatsfinanzen, ohne Selbstständigkeits- mechung des Reichs im Finanzwesen, kann etz zu keiner annehmbaren Regelung dieser Frage kommen. Das Reich muß darauf hingeführt werden, für die Deckung des Defizits selbst zu sorgen und dafür selbst die Verantwortung zu tragen. Die Einwirkung der Bundesstaaten aus daS Reich ist vhnedies ver- saffungsmäßig gewährleistet; es kann auch keinesfalls davon gesprochen werden, daß die Einzelstaaten unter dem System der Matrikularbeiträge einen finanziellen Einfluß auf das Reich auszuüben vermögen, sondern eS ist vielmehr der Fall, daß die Reichsfinanzwirthschast unter dem jetzigen Zustande einen unheilvollen Einfluß auf die Staatsfinanzen ausübt. c
DerRutzenderJnvalidenversicherung für den Mittelstand wird leider noch viel zu wenig erkannt. Durch die Selbstverficherung, die daS neue Gesetz gestattet, ist jeder Handwerker, jeder Landwirth, jeder Betriebsunternehmer, der das 40. tebenSjahr nach nicht überschritten hat und durchschnittlich nicht mehr alS zwei versicherung-pflichtige Gehilfen, Dienstboten, Arbeiter u. f. w. beschäftigt, in die Lage versetzt, fich in jeder beliebigen Lohnklasse selbst für daS spätere Alter eine Versorgung zu schaffen. Für Handwerker und Kleingewerbetreibende, namentlich aber auch für ländliche Kleinbefitzer ist diese Möglichkeit von großem Werthe. Abgeordneter von Salisch hat deshalb kürzlich in einer konservativen Versammlung mit Recht darauf hinoewiesen, daß einstige Aus
zügler und AuSzüglerinnen auf dem Vanbe nicht so Roth leiden würden, wenn fie in jüngeren Jahren fich selbst versicherten. Gerade durch den Ausbau des JnvaliditärSverfichernngSgeietzes ist die Ungewißheit der Versorgung im Aller wo nicht geschwunden, so doch erheblich gemildert. Es ist dadurch eine Wohltbat geschaffen, die der Mittelstand nicht ungenützt lassen sollte.
Deutsches Reich
BrrU«, 19. Nvvdr
— Das Faberhospital in Tsingtau (Äiautfdjou) ist soeben serliggestellt Der Mgem. Protest. Misfionsverein hat es zur Erinnerung an den rühmlich bekannte« Chinesenmisponar Dr Emst Faber, der vor einiger Zeit in Tsingtau starb, errichtet. Das von dein Verstorbenen hinterlassene Vermögen — es waren einige 40000 Mark — diente als Grundstock der Bausummr. Das Hospital besteht aus drei einstöckigen Gebäuden, die je einen großen Saal und zwei Privatzimmer enthalten und insgesammt für etwa 60 Kranke Raum haben; ferner auS einer Baracke für Infektionskrankheiten, die Platz für 50 bietet und einem Hause, das außer Warte-, Sprech» und Operationsztmmer noch die Löhnung des leitenden Aiztes Dr. Dipper enthält. Letztere« steht als Gehilfe ein ärztlich au-gebildeter Chinese namens Li zur Seite. Die „Deutsch-Asiatische Warte' vom 18. Sept., der wir Vorstehendes entnehme«, fügt hinzu: „Es ist klar, daß ein gutes Hospital em Gewinn und eine Ehre für die ganze Kolonie ist und wir bitten daher, diesem Missiouswerk thätiger Hilfe ganz befonderes Jnterefle zu schenken.'
— Die Bewegung gegen Chamberlain soll nun doch noch un Reichstag zur Sprache ko»men. Ein Berliner Blatt behauptet, nach sichere« I for- mationen zu toiffen, daß eine Zurückweisung der Schmähungen Chamberlains im Reichstage von offizieller Seite bei passender Gelegenheit zu erwarten stehe. — Erfreulich wäre das. Inzwischen muß man sich damit trösten, daß der Fortgang der Protestbewegung mächtig ist. Bedauerlich rst dabei, daß in den Kriegerverbänden jetzt der Bewegung stellenweise entgegengearbeitet wird. So meldet ein Bericht aus Köln: In einer gestern Nachmittag stattgehabten Sitzung des Kriegerverbandes des Kreises Mülheim, an welcher 37 Kriegervereine theilnahmen. beantragte ein Delegirter, Stellung zu Chamberlains Ber leumdungen zu nehmen. Der Vorsitzende entzog jedoch dem Redner das Wort unter Hinweis auf die Bekanntmachung, wonach es nicht Sache ehqcmer Soldaten oder von Vereinigungen ehemaliger Kruger fein dürfte, Angriffe gegen die deutsche Kriegführung zurückzuweise«. — Eine derartige Stellungnahme ist direkt unverständlich. Aus Nürnberg wird dagegen gemeldet, daß dort die Veteranen- und Kriegerveierue eine Resolution gegen die Chamberlain'schen Schmäh, ungen gefaßt haben.
— In der letzten Zeit hat ein Duell, das in Insterburg zwischen dem Oberleutnant Hilde- brand und bm Leutnant Blaskowitz stattgesunden hat und bei dem der letztere gesallen ist, mit von sich
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(Nachdruck verboten.) Else.
Roman von Hanna Aschenbach.
(Fortsetzung^
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Werner fuhr fort: „Ich kenne die Dame nur gp.'W tzauz flüchtig, ein Fräulein Herwig, wie ich >t 76b durch Zufall erfuhr." — „Herwig?" wiederholt il Faß b. überrascht der Major, „ich kannte eine Familie m'Ä Herwig, freilich vor Jahren. Ob's die find? Riffen Sie Näheres?" „Garnichts, Herr >/»! (703j Major," antwortet eifrig der Adjutant, und ' »an sieht ihm die Ungeduld an, endlich etwas über feine intereffante Kirchenbekanntfchast zu hören. Er hätte sich ja anderweitig erkundigen ctNU können, aber eS widerstrebt ihm, deS Mädchens
r Kind« Namen zu solchem Zweck zu nennen. Nun sollte ihm Gott Zufall, auf den ihn Elfe über- wüthig vertröstet hatte, so unerwartet zu Hilfe i kommen.
Itflt” Der Major hat sich unterdeffen besonnen. „Die Herwig-, die ich meine, hatten so ein Mädel wie auS Luft und Duft gewebt. Die Krappe mag damals so zwischen acht uud zehn Jahren gewesen sein, sehe wieder deutlich daS Gesichtchen vor mir mit den brennenden Augen ____ und wirren Locken. Sie war riesig mager, ein >ie neb* wahres Skelettchen, aber von wunderbarer ältefl» tz^zie. Sie wissen, Buchwald, dar ist mein litt) Zücken. Ich verzeihe Frauen alles, sogar Häßlichkeit, aber ungraziSse Bewegungen — lflkN brrr! — Ja, ja fie muß es sein. Mir war Gesichtchen gleich so bekannt. Aber heraus- , Sem acht hat fie fich, sapprement! Wie heißt fie
(76* M) gleich ?" „Elfriede, Herr Major." >Afriede?" wiederholt dieser erstaunt, „nein,
so war eS nicht, doch eS ist nicht möglich, daß ich mich . . . Kreuzhagel! jetzt habe ich'S. Elfe wurde fie gerufen, da kann'S doch stimmen. Ja, ja fe war's Sie sah auch auS wie eine Elfe, wenn fie so im Weißen Kleidchen durch den Garten flog, so leicht, als berührten die Füßchen kaum den Boden, ein graziöses Kind, — ein unbeschreiblich graziöser Kind," wiederholt der joviale Herr ganz entzückt. „Herr Major find ja richtig begeistert," lächelt Werner und denkt: „Ich muß den Alten zum Reden bringen, er weiß mehr von meiner Elfriede als ich. — Kannten Herr Major die Familie denn näher?" „Wörtlich genommen ja, denn ich war während meines Aufenthaltes in W. ihr Nachbar, ha, ha, ha." belacht der Major seinen Witz, und sein Adjutant stimmt pflichtschuldigst ein.
„Herwig- bewohnten eine eigene Billa mit großem Garten, und ich hatte mich im Nachbarhause bei einer Witwe eingemietet. Der Pank, der jetzt Rittmeister bei den Großenhainer Husaren ist, wohnte auch da. In unserem Gärtchen befand fich eine hochgelegene Veranda, deren Fenster in den Herwigschen Garten hin- auSgingen. Da habe ich ost meine Zeitung ge. lesen und dabei die Kinder beobachtet. Es war ein tolles Völkchen, kann mich aber an die Kleine am besten erinnern, d. h. nein, die ältere Schwester hat mir'S noch mehr angethan. Sie war ein hübscher Backfisch, wenn auch ganz andrer Genre, als ihre junge Schwester jetzt vertritt. Sie konnte ebenso umhertollen wie die Geschwister, aber daS Komische war, daß fie dabei immer so ernste Augen machte, und öfter? blieb fie mitten im Spiel ganz starr
stehen und horchte nach der Villa. Manchmal spielte fie dann zerstreut weiter, oft lief fie ins Haus zum größten Aerger der Geschwister, die noch lange vergeblich nach ihr riefen." Werners Augen hängen mit gespanntem Interesse an den Lippen dkS Vorgesetzten. Geschmeichelt sührt dieser fort: „DieS seltsame Gebahren war mir wieder einmal recht aufgefallen, und ich saß noch lange nachdenklich in meiner Veranda, nachdem die Kinder schon inS HauS gerufen worden waren. Ich zerbrach mir den Kepf, was daS junge Ding für einen großen Kummer haben könnte. Darüber war eS schon ziemlich dunkel gewordm, und ich gerade im Begriff, inS Haus zu gehen, als ich leichte Schritte im Garten höre. Es war die Aelteste, ich weiß den Namen nicht mehr. Wenige Schritte vor meinem BeobachtungS- posten machte fie Halt. ES stand dort eiv Gartenstuhl, auf den ließ fie fich wie gebrochen finken und dann begann fie zu schluchzen, so herzbrechend, daß mir selbst Thränen in die Augen traten. Ich rührte mich nicht, um fie nicht zu verscheuchen. Der Schmerz deS kleinen Mädchens zog mir das Herz zusammen. Ich sah, eS lag da etwas TikfeS zu Grunde, das waren keine Kinderthränen. Ich hätte das arme Ding in meine Arme nehmen mögen, um eS zu trösten, denn es weinte fich bald die Seele auS. Endlich konnte ich'S nicht mehr mit ansehen und war wirklich im Begriff — trotz meine- damals nicht viel weniger gewichtigen UmfangS — von meinem allerdings nicht allzuhohen Standpunkt in den Herwig'schen Garten zu springen, als das Geräusch, welcher ich der ursachte, um den JefterfimS zu gewinnen, das
Mädel erschreckt in die Höhe blicken ließ. — Der Mond tauchte gerade hinter der Billa empor und übergoß das heißgeweinte zuckende Gesichtchen mit Hellem Licht. Die Augen starrten einen Moment entsetzt auf mich, dann flüchtete die Kleine wie ein flinkes Reh nach dM entgegengesetzten Ende des Gartens. Ich gestehe, ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen, so hatte mich das unbekannte Leid des Kindes aufgeregt." Der Major hält sinnend inne, und Werner benutzt die Pause zu der Frage; „Haben Herr Major nie erfahren, waS dem Mädchen fehlte?" „O doch! Einige Tage darnach erzählte mir meine Wirthin bei Tisch, daß Herwig- fich würden scheiden lassen." Werner zuckte zusammen, so daß sein Pferd sich erschrecken bäumt. Er hat Mühe es zu beruhigen, und alS es ihm gelungen ist, nimmt sein Vorgesetzter eifrig den Jaden der Erzählung wieder auf. „Ja, so war's, die Dienstboten hatten eS ausgeplaudert. Män war allgemein überrascht, denn die Eheleute hatten scheinbar gut miteinander gehaust. Freilich war der Mann viel abwesend, man sah ihn fast nie. Die Dame des Hauses dagegen ging oft mit den Kindern im Garten spazieren.
Sie war eine sehr sympathische Erscheinung und schien furchtbar jung als Mutter so vieler Kinder. Einige Tage, nachdem die Scheidung bekannt geworden war, wurden drüben Kesser fortgeschafft, und bald lag der Garten verödet. Die Besitzung wurde dann rasch verkauft, und ich sah und hörte nie wieder etwa- von den Kindern, die ich, obgleich ich nie ein Wort nut ihnen gewechselt, ins Herz geschlossen hatte.
(Fortsetzung folgt.)