Einzelbild herunterladen
 

Alt lern Kreisblatt für die Kreise Marburg «ad Kirchhai«.

J6 248

W b« «8MMU*a » SL,

äst «®* %* 9R koL ®*iww,

Ws jÄsSfew ?* <*t Bose W 9h> Redtaee®- tes AS« S W^.

Marburg

Dienstag 22 Oktober 1901.

Arsttzoim täglich «ufctr an Werktagen nach (Bonn* und Feiertagen eaei$6»eUaae: 30*|trirtel Cexxüniblxtt.

Wa.it Urrtuz: Z»h. leg. S,ch, lltliverMtr-Lnchdrtuker« Marbxrg. Sierft 91. Teletzbou M

36. Jahrg.

>

jNachdrxck verboten/!

87.

»

ei

Bk

eilig

(888

E

l - 3 »rrg

Die Handwerker und der Zolltarif.

Die Autzschußmitglieder des Handelsvertrags- Vereins haben ix ihrem zum Beitritt auf­fordernden Aufruf bekanntlich erklärt, sie seien sich bewußt, daß sie mit der Sorge für das eigene Interesse gleichzeitig das Wohl der Ge- sammtheit und die Blüthe unserer wirthschaft- lichen Zukunft verteidigten und daß in diesem Kampfe die Wissenschaft auf ihrer Seite stehe und mit ihnen die Bestrebungen des Agrarier- thums einstimmig und entschieden verurtheile.

lich sei.

Mit der Berufung auf die Wissenschaft ist etz also nichts. Wie steht es nun mit der anderen Behauptung des Handelsvertragsvereins, daß er mit seinen agrarfeindlichen Bestrebungen das Wohl der Gesammtheit vertheidige? Be­gründet ist diese Behauptung in dem Aufruf des Vereins mit der anderen, daßdie handels­politischen Forderungen des Großgrundbesitzes in unlösbarem Widerspruche mit allen übrigen Erwerbszweigen" ständen. Aber auch aus diesem

hH« (691 n 14.

eilen: pen.

Das Glückskind.

Erzählung von Irene von Hellmuth.

(Fortsetzung.)

Etwa in gleichem Alter mit Böhler stehend, waren die beiden von Jugend an die besten Freunde gewesen, bis sie sich eines Tages in heftigem Streit trennten, und sich seitdem mieden, wo es immer ging. Das dauerte nun schon viele Jahre; der Grimm, den sie beide gegeneinander hegten, hatte sich zwar sehr ge­mindert, ja manchmal war es vorgekommen, daß sie sich bei einem etwaigen, zufälligen Zu­sammentreffen im Leih- und Sparkassen-Verein, dem fie beide angehörten, über gleichgiitige Dinge unterhielten.

Gestern sogar in der Hauptversammlung war Böhler in den Auffichtsrath und zum Revisor des Vereins gewählt worden, und Winter hatte dem ehemaligen Freunde die Hand gedrückt, dabei die Hoffnung aussprechend, daß es ihm vergönnt sein werde, wieder öfters in seiner ihm so lieben Gesellschaft zu verweilen.

Und heute kündigte er seinen Besuch an.

Böhler zerbrach sich nicht länger den Kops, was das zu bedeuten hätte.

Der seurige Wein begann bereits ganz leise zu wirken, und überdies, recht lange würde derFreund nicht mehr ausbleiben, dann erfuhr er «ueS, was er zu wissen wünschte. Er überlegte, daß ihm der Umgang mit dem in allen Kreisen hochan- gesehenen, vornehmen und gebildeten Mann nur von Nutzen sein konnte, und beschloß daher,

irchpl m tu e. (63

Inzwischen hat dies erhebende Bewußtsein der Herren Kommerzienräthe aber bedenkliche Erschütterungen erfahren. Männer der Wissen­schaft in größerer Zahl sind gegen die vom Handelsvertragsverein verfolgte Zollpolitik auf- getteten. Zu den wissenschaftlichen Vertretern ' dieses, die antiagrarische Haltung des Kommerzienrathsvereins scharf verurtheilenden Standpunktes gehört in erster Linie auch Dr. Adolf Wagner. Und nun müssen die Herrn Dr. v. Siemens, Dr. Barth und ihr kommerzien- räthlicher Anhang es erleben, daß selbst ein nationalliberales und notorisch offiziös beein­flußtes Blatt wie die,, Köln. Ztg.", diesen Adolf Wagner an leitender Stelle eine wiffenschaftliche Autorität," die mindestens eben so viel Anspruch auf Beachtung habe wie '""T Brentano, nennt und offen zugesteht, daß Wagner i bei seiner Bekämpfung jenes Standpunktes, welcher die Getreidezölle für Brodwucher erklärt j|] und fie als ein schweres, den arbeitenden Klaffen sKM angethanes Unrecht bezeichnet, fich mit Recht auf die Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung tMS gegenüber bloßen Behauptungen und Schlag­worten berufen konnte. Auch das erkennt das rheinische Blatt bedingungslos an, daß Wagners Ausführungen über die wichtigen nationalen und politischen Vortheile der Erhaltung einer zahlreichen ländlichen Bevölkerung ebenso be- herzigenswerth, wie seine Schilderungen der Schattenseiten der völligen Jndustrialifirung eines Landes nach englischem Muster vorzüg-

ifei auf bi zart, n nic !O xi ixt Pa : v o«

Zolltarif-Entwurf.

Gebiet haben die Herren Kommerzienräthe neuer­dings ein schweres Desaveu erfahren.

Daß die sämmtlichen Bauernvereine und Bauernbünde wie ein Mann für die handeltz- wlitischen Forderungen des Großgrundbesitzes mit großer Entschiedenheit öffentlich eintreten, wrüber sucht der Haudclsvertragsverein durch sie Behauptung Hinwegzukommen, daß die Bauern )urch die rücksichtslose Agitation des Bundes der ^andwirthe über ihre wahren Jntereffen ge­täuscht worden seien. Aber nun kommen auch die Handwerker und erklären, die ganze kornmerzien- läthliche Theorie von demBrotwucher der Argrarier", welche durch Erhöhung der Getreide , ölle eine starke Bertheuerung des Brodes und »adurch eine unerträgliche Belastung der Arbeiter jerbeiführen wollen, für eitel Humbug.

nothwendigen Lebenshaltung entspricht. Sei die Konjunktur günstig, und die Streikkasse ge­füllt, so erzwängen die Gesellen in der Regel eine Lohnerhöhung, gleichgültig, ob das Lebm billig oder theuer.

Das Ergebniß ihrer Untersuchungen faßt die Handwerkerkammer in der Erklärung zusammen, daß durch die ihr zur Verfügung stehenden Unterlagen der Beweis nicht erbracht werden könne, daß durch eine Getreidezollerhöhung vitale Interessen der Hankwerker in Halle ver­letzt würden.

Was aber für Halle gilt, dürfte auch für die Verhältnisse in den anderen Städten an­wendbar sein. ***

Die Berhaxvlnnge« der Bxx»esrathxxsschx«e über die Zolltarifvorlage nehmen einen glatten Ver­lauf. Wie schon aus dem an anderer Stelle veröffent­lichten in den ,Berl. N. N' enthaltenen officiösen , Dementi hervorgeht, wird wohl an den wesentlichen Er- I Bestimmungen des Entwurfs wenig geändert und ... - I insbesondere auch die gesetzliche Bindung von Mindest» mp; I sätzen für Getreidezölle beibehalten werden. Da es 1 keinem Zweifel unterliegt, daß die Beschlüffe dieser Ausschüsse auch vomBundesrathe angenommen werden,

Das ist geschehen zu Halle a. S. in dem Gutachten, daß die dortige Handwerkerkammer auf Ersuchen des Magistrats über die Frage der Einwirkung der Erhöhung der Getreidezölle auf die Verhältnisse der Handwerker erstattet jat. Hebet die Einwirkung einer chhung der Getreidezölle auf den Brod- neis heißt es in diesem Gutachten. einer Erhöhung des Zolles von 3,50 . au9|WUIie uua|UVWUUI1vC9U1MC

auf 5 bis 6 Mark wurde eine Erhöhung des so kann man schon jetzt seststellen, daß die verbündeten Preises für das vorherige 50 Pfennigbrod Regierungen in der vorherigen gesetzlichen Festlegung nnoMr 1' hetrnnen Rack I einer Mindestgrenze für die wichtigsten Getreidezolle

rechnerisch ungefähr Pfennig betragen. Xatt) teinen @runb ,-kennen, der den spätem Abschluß von den bisherigen Erfahrungen über die Wirkung Handelsverträgen gefährden wird. In Regierunys- i)eT Getreidepreisschwankungen würde eine solche I kreisen macht sich, wie dieKöln. Ztg.' miltheilt, Differenz in einer Erhöhung des Brodpreises vielfach die Auffassung geltend, daß die Festlegung K.8 nichtIM ! eines Mindestzolltarifs für wenige der wichtigsten

ober Verringerung des Brodgewichts n i ch t z I Getreidesorten die neuen Verhundlungen nicht Ausdruck kommen. Es wurde vielmehr eine erschweren, sondern im Gegentheil erleichtern Vereinfachung bezw. Ersparniß im Betriebe I wird; wenn die ausländischen Staaten wissen, daß und eine Gewinnkürzung des SpekulationS-' deutscherseits die Mindestzollgrenze den festen Preis t c vs -- bildet, der in den Verhandlungen Nicht weiter unter-

Handels zu erwarten fein. boten werden kann, so würde das von vornherein

Hinsichtlich der Einwirkung höherer ®e= I ba^u beitragen, den Boden der gegenseitig möglichen reidezölle auf die Lohnhöhe" der Handwerks- I Zugeständnisse auszuklären.Wenn behauptet wird, gesellen konstatirt die Handwerkskammer den Rußland könne sich unmöglich eine Erhöhung des rc:^pCXpL s.1. Heradsetruna der Roggenzolls von 85 Mk. aus 50 Mk gefallen lassen, geringen Einfluß, welchen die Heravfetzu g I j0 braucht nur darauf verwiesen zu werden, daß grade Getreidezölle durch die Handelsverträge aus die gu btr 3eit al§ ber 50 MarkZoll in Deutschland in Lohnverhältnisse gehabt hat, ferner, daß nach I vollem Umfange in Kraft stand, die Roggeminsubr Schätzung der betheiligten Handwerkskreise zur Deutschlands aus Rußland weit höher gewesen ist, o \iTnomoinon »in rftcträcbilicbek I als IN der spatem Z-it, wo der 65 Mark-Zoll erhoben

Zeit die Lohne im allgemeinen em Beträchtliches tourbe gie betrug in den vier Jahren 1888 -1891 über die nothwendige Lebenshaltung gestiegen nacheinander 42,3, 98,5, 82,6 und 99 Millionen Mark, find. Unter solchen Umständen könne selbst- I dagegen in den spätem fünf Jahren 18951899 nach- verständlich eine ganz geringe Brobvertheuerung, einander nur 69, 63 55,6 67 9 52,7 Millionen Mark rvtn. K wirfTirfi hurrh Srböbuna der I Man fleht auch aus diesen Zahlen wieder, daß das

elbst wenn sie wirklich durch «rhoyung I unb $[b der Einfuhr weit weniger von der Höhe

Getreidezölle hervorgerufen werden sollte, als I be§ Aolls als von einer Reihe anderer Umstände ab-

eine unerträgliche Belastung der Arbeiter nicht I hängig ist und sich der Regelung in einem Handels­angesehen werden und deßhalb auf die Lohn- vertrage entzieht. Die Drohung daß mit dem Fest- nfipn Das um l halten an einem Mindestzoll von oOMark der Zollkrieg

bewegung auch keinen Emslutz uvem *>a . I mit Rußland nothwendig herbeigeführt werde ist

fo weniger als, tote das Gutachten weiter I hiernach überhaupt nicht emst zu nehmen.' konstatirt, die Lohnbewegung im Allgemeinen Die Mindestsätze für Getreide. Ve-schiedene durchaus nicht regelmäßig der Veränderung der I Blätter haben sich, wie wir dieser Tage mittheilten,

was an ihm lag, zu thun, um fich dessen Freund- Der Angekommene warf einen prüfenden schäft aufs neue zu sichern und zu erhalten. I Blick auf das etwas geröthete Gesicht des

Pünktlich, zur festgesetzten Stunde, erschien Sprechers, worauf er den glänzenden Cylinder denn auch Georg Winter im Hause an der I au[ em Settentischchen stellte und sich^"Sfam Marktstraße. Es war eine stattliche, hohe Er- «nd bedächtig Uebe^ockes entledigt^ so daß scheinung von äußerst vornehmem Aeußeren, tadelloser Eesellschastkanzng zum Vorschein für gewöhnlich recht verschwommenen Augen I mechanisch von den wohlgepflegten Händen »ich, g-r-d- dazu

JU erwecken. Arthur, wir sind doch hier ungestört?"

Es war viel mehr Respekt, als Zuneigung, IVollständig, Freund, wer sollte uns auch was seme Untergebenen für ihn hegten. Er i stören? Meine Frau ist ausgegangen, das wußte seinem Willen stets und unbedingt Mädchen in ber Küche."

Geltung zu verschaffen und duldete keinen ^nb ^ch keine Horcher zu fürchten?"

Widerspruch. .. . .... IDu kannst unbesorgt sein."

Seine Maßnahmen waren die allein richngen I Etwas verlegen, wie er beginnen sollte, drehte in seinen Augen, er war klug und selbstbewußt I gg|ntex ben kostbaren Ring an seinem Finger hin und forderte strenge Pflichterfüllung. I unb her, rückte unruhig auf dem Sitz herum, bann

Als er jetzt bei Böhler eintrat, gab fich in I wieder zupfte er die Krawatte zurecht, stäubte seinem Wesen etwas wie leise Befangenheit I etwas Unsichtbares von dem Aermel feines kund. Sein in Gesundheit und Frische prangendes I Rockes, dabei immer wieder rasch das Gesicht Gesicht bildete einen scharfen Kontrast zu I de» gegrnuoer Sitzenden mit raschem Blicke den welk und eingefallenen erscheinenden I streifend, endlich räusperte er sich mehrere Male Zügen der ihm entgegenkommenden Hausherrn, I und fragte:Hast Du den Wein schon versucht, der ihm mit auffallender Liebenswürdigkeit I ich hoffe doch, er sagt Dir zu?" beide Hände hinstreckte und so über die immer-1eine ausgezeichnete Marke," versicherte hin etwas peinliche Situation dieses Besuches I Böhler, eifrig,wirklich ganz famos, feines hinweghalf. I Aroma! Willst Du nicht eine Flasche mit mir

Siehst Du, Georg, daß Du zu mir kommst, leeren, auf zukünftige gute Freundschaft?" daS"freut mich, freut mich ganz außerordent-Nein, laß nur, laß bis nachher; erst lich'" rief Böhler überlaut,unb was Du auch daS Geschäft, dann das Vergnügen", wehrte auf de» Herzen hast, sprich ungescheut, wenn jener, gezwungen lächelnd.

es in meiner Macht liegt, ist es im voraus ge-Wie Du willst, vielleicht nimmst Du währt!" ! eine Zigarre?

aus München melden lassen, der Reichskanzler habe aus Drängen Bayerns und Wümrttebergs in das Fallenlassen der Mindestsätze für Getreide einge- willigt. Die .B. 91. 91.' können diese Nachrichten auf Grund von Erkundigungen an maßgebender Stelle als vollständig unbegründet be­zeichnen. Weder ist von Bayern oder Württemberg eine solche Anregung ergangen, noch auch hat der Reichskanzler seinen Standpunkt geändert. Man dürste mit der Annahme nicht fehl gehen, daß der Bundesrath beim Entwurf des Zolltarifs, von einigen minder wichtigenAenderungen abgesehen, in feiner jetzigen Gestalt die Zustimmung er- tl;eilen wird. Damit ist die neueste Falsch­meldung der Freihändler dementirt; was werden die Herren jetzt erfinden?

Zöle auf gärtnerische Erzexgxisse. Die Ver- bandsgruppe Berlin des Verbandes der Handels­gärtner Deutschlands hielt am Freitag eine zahlreich besuchte Versammlung ab, in welcher eine Eingabe an den Reichstag zur Berathung stand. In einem ausführlichen Entwurf, den Redakteur Beckmann vor­legte, waren die Forderungen der Gärtner in ein­gehender Weise begründet. Die Versammlung erklärte einstimmig ihre Zustimmung zu dem Entwurf. Berlin und Umgegend ist in ca. 30 Bezirke eingetheilt, in denen überall Unterschriften von den produzierenden Gärtnern und Gemüsezüchtern gesammelt werden ollen.

Gerdktoffrölle. Die Handelskammer Trier verlangt statt des im Zolltarif vorgesehenen Zolle» von 2 Mark auf den Doppel Centner Gerbstoffe 6 Mark und 24 Mark auf Gerbstoffextrakte.

Deutsches Reich

Bern«, 21. Oktbr

Zur Zeit arbeitslose ehemalige China­krieg er haben in einer Versammlung zu Nürnberg beschlossen, bei der Staatsregierung um Civilanstellung und um Unterstützung ihrer Eltern und Familien vorstellig zu werden. Es ist selbstverständlich, daß Reich und Staat für die Leute, die freiwillig dem Ruf ihres Kaisers folgten und sich draußen den Keim zu Siechthum und Krankheit holten, einzutreten hat. Es wird darüber hinaus auch löblich den Heimge­kehrten, die die im Vorjahr verlassenen Stellungen nicht mehr vorflnden, bei der Erlangung neuer Posten zu helfen sein. Aber die Unterstützung der Eltern von Reichswegen wäre eine Neuerung, gegen die manches einzuwenden wäre.

Der Freisinn schmollt noch immer darüber, daß angeblich Virchow an seinem Ehrentage zu wenig an äußeren Ehren zu Tbeil geworden ist So be­richtete die freiflvnigeKönigsb. Hartunasche Ztg" dieser Tage, daß der Kultusminister Dr. Studt ohne Erfolg für Virchow den TitelExcellenz' beantragt habe. Demgegenüber konstatiert dieNat.-Ztg.', daß Herr Studt einen derartigen Antrag nicht gestellt habe. .Der Minister erachtete es für angemessener und der wissenschafilichen Bedeutung Virchows ent sprechender, ihm die große goldene Medaille für Wissenschaft zu verleihen, die beispielsweise Helmholtz nicht besessen, und ihm die von Künstlerhand ge­schaffene Marmorbüste Virchows zur Ausstellung im pathologischen Museum zu überreichen.' Ob der Troß der Kleinen und Kleinlichen fich nun endlich beruhigen wird? fragt mit Recht die .T. R.'.

Jetzt nicht, später."

Winter war offenbar aufgeregt, obgleich er fich Mühe gab, ruhig zu erscheinen. Doch Böhler merkte nichts davon. Der herrlich mundende Wein hatte ihn in eine angenehme Stimmung versetzt und diese ließ ihm manches entgehen.

Nachdem Winter aufgestanden war und einige Male das Zimmer durchmessen hatte, blieb er vor dem Freunde stehen und sah ihn forschend an.

Ich fordere Dein Ehrenwort, Arthur.- daß Du selbst im Falle Du auf meine Bitte einzugehen nicht in der Lage wärest, dennoch über meinen Besuch und die Bitte selbst strengste Diskretion bewahrst und nie unb mit nie- manbem darüber sprichst."

DaS ist selbstverständlich, ich bin doch keine Klatschbase!"

Also höre zu!"

Wiederum räusperte fich Winter einige Mal ehe er begann:Wie ich heute durch Zufall er­fuhr, soll in den nächsten Tagen Kaffenrevifion stattfinden und zwar wirst Du die Durchsicht der Bücher und alles Uebrige vorzunehmen haben, da fie Dich in der gestrigen Versamm­lung zum Revisor wählten." Wieder folgte eine kurze Pause, ehe Winter fortfuhr:Da ich nun kürzlich hm, da ich mich zufällig in momentaner Geldverlegenheit befand, wie dies ja jedem, auch dem gut Situirten ein­mal vorkommen kann, so nahm ich daS waS ich nöthig hatte auS der mir anver­trauten Kasse.

(»»vtsetzxn, feltt.)