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. ruarnero wurde ein Haifisch von 5*/» Meter und 3000 Kilogramm Gewicht gefangen.

-^l Magen des See Ungeheuers fand man ein Paar Beinkleider, an denen noch Reste von Menschenfleisch kiaaen, eine Kuhglocke und einen Schuh. Der Haifisch «iilide mittels Dampfer nach Finne gebracht, wo er F, her Fischhalle ausgestellt wurde. Theodor qr ü I l e r, der flfiäsident des deutschen Gastwirths- Nerbandes, ist Freitag Abend in Berlin im Alter von m Jahren verstorben. In der Stadt- und Sparkasse zu Lauchstädt wurden große Unterschlagungen entdeckt. Diese sollen bis tagt zurückgreisen und über 100000 Mk. betragen. Her Sparkassenrendant Meyer hat fich erhängt. Zur Prüfung der Kasse sind Vertreter der Regierung ein- getroffen. In einem Uhren» und Goldwaaren-Ge- tlbäst in Hamburg wurde ein Einbruch verübt, mobei Uhren und Goldwaaren im Werthe von 30000 Mark gestohlen wurden.____________________________

Wissenschaft, Kunst und Leben.

Der 80. Geburtstag Virchows ist unter der Theilnahme der ganzen gebildeten Welt begangen morden Die Reihe der Festlichkeiten eröffnete am Sonnabend die Feier in dem neu errichteten Patho­logischen Institut. Anwesend waren die von aus- warts erschienenen Gäste, die medizinische Fakultät -er Univkrsität Berlin, Abordnungen sämmtlicher deutschen Universitäten, ferner die Staatssekretäre Graf Posadowsky und Freiherr von Richthofen, die Minister Studt, von Thielen und Möller, General- fiabsarzt der Armee Dr. Leuthold, die Professoren Martin-Greisswald, Hoffmeyr-Würzburg, Marchand- Leipzig, von Baumgarten-Tübingen und Andere. Aurz nach 12 Uhr erschien Professor Virchow. Die Versammlung erhob sich und begrüßte ihn mit minutenlangem Händeklatschen. Tief ergriffen bestieg Virchow das Katheder und hielt einen zweistündigen Vortrag über die Geschichte der potholog Wissenschaft, ßz folgte dann eine Reih; von Beglückwünschungen. Kultusminister Dr. Stutt überbrachte dem Jubilar die Glückwünsche des Kaisers, der dem Gelehrten die Große goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen hat. Das kaiserliche Handschreiben, besten Verlesung die illustre Versammlung stehend anhörte, hat ungefähr folgenden Wortlaut:

Ich spreche Ihnen zu dem heutigen Tage, an welchem Sie mit Gottes Gnade das 80. Lebensjahr ja vollster geistiger Frische vollenden, Meine wärmsten Glück- und Segenswünsche aus. Der Arbeit Ihres Lebens verdankt die Wistenschaft die grundlegenden und bahnbrechenden Errungenschaften, die Ihren Pamen für alle Zeiten in der Geschichte der Medizin eingegraben und weit über die Grenzen des deutschen Vaterlandes getragen haben. Als ein Zeichen meines Dankes und meiner Anerkennung habe ich Ihnen die Große goldene Medaille für Kunst und Misten- schäft verliehen und freue Mich, sie Ihnen an diesem Tage zugehen lasten zu können. Wilhelm I. R.

Aus der überreichen Zahl der Glückwunschdepeschen las Prof. Waldeyer nur drei vor: die der Prinzeß Therese von Bayern, des Herzogs Johann Albrecht von Mecklenburg und des Reichskanzlers Grafen Bulow, der seine Bewunderung ausspricht vor der gewaltigen Lebensarbeit des Jubilars, die er zur Hre des deutschen Namens vollbracht. Und nachdem diese Depeschen zur Kenntniß gebracht, brach nun die gewaltige, schier unendliche Fluth der Glückwunsch, reden los, ein Sturm, dem der gefeierte Achtzigjährige

ültk bklLüttSSLüswSriyer MstM Mno yielt. um n'.i Uhr hätte die Feier zu Ende sein sollen in Wirk­lichkeit begann da erst die Reihe der ausländischen Glückwünsche! In der gewaltigen Schar der Beglück- wünschenden leuchteten die größten und berühmtesten Namen der deutschen Wissenschaft auf; das Medi- zinalwesen, die Museen, das Kriegsministerium, das Abgeordnetenhaus durch den Vizepräsidenten Dr. Krause, die Akademie sprachen dem Gelehrten mehr oder minder wortreich und alle mit warmer Herzlichkeit ihre Glückwünsche aus

Professor Theodor Mommsen feierte am gestrigen Sonntag das 50jährige Jubiläum als ordenllicher Pro­fessor

Santos Dnmont's Luftschifffahrten. Santos Doumont versuchte am Freitag wieder einen Aufstieg mit seinem Ballon. Einige Augenblicke nach dem Loslasten des Ballons erlitt aber die Steuervorrichtung eine Beschädigung, worauf Santos Dumont wieder landete. Der Brafilianer ist anscheinend ein fürchter­licher .Pechvogel' oder seine Erfindung ist doch noch nicht reif genug.

Eingesandt.

lOhne Verantwortung der Redaktion.)

Die öffentliche Erklärung des Herrn PH. Matthäi in der Nummer 241 der hiesigen Tagespreise veranlaßt mich zu folgender Erwiderung:

Die mir in den Mund gelegte Aeußerung: .Magi­stratsmitglied Matthäi habe nicht nach voller Ueber- zeugung gehandelt" ist durchaus unrichtig; eine solche unbegründete und unge>echtfertigte Beleidigung hätte der Stadtverordneten Vorsteher bestimmt nicht un­gerügt gelassen. Die falsche Wiedergabe meiner Worte kann ich nur einer auf die Erregung des in der Stadtverordneten-Versammlung als Zuhörer an­wesenden Herrn Matthäi zurückzuführenden irrigen Auffassung zuschreiben. Sonst hätte er meine klipp und klar gesprochenen Worte:daß ich das Magistrats­mitglied Matthäi als einen Sachverständigen in der vorliegenden Sache nicht ansehen könne", nicht mißverstehen können.

Daß sich diese Ansicht nach der erfolgten öffent­lichen Erklärung bei mir noch verstärkt hat, will ich in Nachstehenden begründen:

Das von Herrn M. <als Vormund der Frank'schen Erben) an die Stadt Marburg zu Straßenanlaaen (am Friedrichsplatz, an der Friedrichs- und an der Wörthstraße) verkaufte Gelände zum Preise von 2 3)11. für den Quadratmeter kann im vorliegenden Falle gar nicht in Betracht kommen, wenn man nicht im Gegensätze zu der Ansicht des Herrn Matthäi berücksichtigen will, daß gerade durch die billige Hergabe dieser Flächen das übrige Gelände erst zu werthvollen Bauplätzen geschaffen wurde. Der Einheitspreis dieser in die Straßen fallenden Parzellen darf daher m. E. um so weniger in die Berechnung eines Durchschnittspreises eingezogen werden, weil fich bei der Ermittelung einer Taxe für die in der bett. Magistratsvorlage bezeichneten, zum Tausch bestimmten Grundstücke gar nicht um Straßen-, sondern um solches Gelände handelt, durch dessen Erwerb und durch dessen Vereinigung mit dem anstoßenden Besitzthum dieses im Werthe ?anz erheblich steigt. Es ist daher der Ein- eitspreis hierfür mindestens höher zu schätzen, als für aneinanderhängende große Bauplatz- grundstücke.

Lvenn man nun berechnet, oaßoas um vcovemoer 1897 ausgebotene) 74 ar 18 qm große, damals an noch nicht zum Anbau fertigge st eilten Straßen gelegene Franksche Gelände schon vor 4 Jahren zu einem Durchschnittspreise von 7.50 Mk. Pro m verkauft wurde; wenn man ferner berücksichtigt, daß damals für einzelne dieser Frank'schen Parzellen, und zwar für solche, die gerade hier am ehesten in Vergleich zu ziehen sind (laut Verkaufs-Prot.: Parzelle c: «01 qm 1850 Mk. und Parz. 1: 529 qm 6050 Mk.), 10 Mk. und mehr geboten wurden; daß ferner der Magistrat in einem mit dem Gutsbesitzer Hoffmann abgeschlossenen Ver­trage für eine (zum Neubau eines Schulhauses) an die Stadt abzutretende 48 ar haltende, an einer noch gar nicht angelegten Straße (im Siegen- Stadttheile) gelegene Fläche den Einheitspreis mit 12 Mk. festsetzte; daß endlich bei dem Ausgebot des Freidhof'schen Gäßchens (der .berühmten" Dreckecke neben der Universitätsstraße) der Einheitspreis von 10 Mk. weit überschritten wurde dann berechtigen doch diese Ergebnisse zu dem Schluffe, daß die von Matthäi erfolgte Schätzung (der im südlichen Stadt­theile gelegenen Parzellen; auf ganz falscher Berech­nung beruht.

Wenn nun auch meine Ansichten nicht gebilligt werden sollten, so steht mir doch die Entschuldigung zur Seite, lediglich nach pflichtmäßigem Ermeffen ge­handelt zu haben, indem ich meine Ansicht an ge­gebener Stelle zum Ausdruck brachte, während für Herrn Matthai keineswegs eine Verpflichtung zur Ab­gabe eines Sachverständigen-Gutachtens vorlag, dieses vielmehr weit besser und richtiger in die Hände Be­rufener gelegt worden wäre, wie es das Gesetz fordert und die Mehrheit der Stadtbau-Kommission gewünscht hatten.

Wenn sich aber Herr Matthäi der ihm gestellten Ausgabe gewachsen fühlte und das Amt eines Schätzers übernahm, dann muß er auch die daraus sich er­gebenden Konsequenzen tragen und darf sich nicht wundern, wenn andere städtrsche Vertreter seine Auf­fassung nicht theilen und ihn als einen Sach- verständigen nicht anerkennen wollen. Seine Flucht in die Oeffentlichkeit hat die Sache nicht gebelfert

Marburg, 12. Oktober 1901.

PH. Seebingei.

Berichtig««-. In dem Eingesandt des Herrn PH. Matthäi vom Sonntag muß es auf der 21. Zeile anstatt 7,25 5,25 heißen.

Neueste Telegramme

Virchow s Geburtstag.

Berlin, 12. Oktober. Der heutige Ge­burtstag des Professors Virchow wurde im engsten' Familienkreise begangen. Am Nach­mittag sand Familiendinerstatt, an welchem u. A. Professor Waldeger, Minister Baccelli, Lord Lister und Stadtverordnetenvorsteher Langerhans theil- nahmen. Langerhans überreichte als Angebinde des 3. Reichstagswahlkreises eine silberne Frucht­schale. Abends hatten sämmtliche Bewohner der Schelbingsstraße, wo Virchow wohnt, illuminirt.

Ter fudafriranikche Krieg

Loudon, 14. Okt. DieTimes" meldet aus Dundee vom 9. ds.: Infolge heftiger Regengüsse ist die Verbindung zwischen den Truppen im Felde zeitweilig unterbrochen. Die Buren haben sich, wie befürchtet, getheilt, um in kleinen Abteilungen zu entkommen.

London, 13. Oktbr. Reuter's Bureau meldet aus Dundee (Natal) vom 11. d. Mts.: Botha machte, da er nach Norden zu auf eine britische Streitmacht stieß, etwa 20 Meilen südwestlich von Pietretref, in der Nähe von Lüneberg, Halt. Botha ist nunmehr gezwungen, entweder fich durch die britischen Truppen nach Norden durchzuschlagen und den Baodaanfluß wieder zu überschreiten, oder in Swaziland einzumarschiren. Letzteres ist wegen der semd- seligen Stimmung der Eingeborenen gefährlich. Die Ausstralier erbeuteten gestern 7 Wagen Botha's und verbrannten dieselben. General Hamilton berichtet: Ein Wagenzug unter starker Bedeckung bewegt fich ostwärts. Im ganzen Lande fiel Regen.

London 13. Okt. DerStandard" meldtt aus Kapstadt: Der gefangene Burenkommandant Scheepers wurde nach dem Hospital in 3Katjc -- fontein gebracht. Die Meldung sagt weit*:, Scheepers leide an Darmentzündung, ©ein 3 - stand sei sehr ernst.

Tarkaftad, 13. Okt. (Reuter.) Heute sind hier die über eine Anzahl Kaprebellen ver­hängten Strafen bekannt gegeben worden. Unter den Derurtheilten befindet sich Leutnannt Schoemann, der zum Kommando Lotter's gehörte. Das Urtheil gegen Schöeman das auf Erschießen lautet, wurde von Kitchener bestätigt.

Im Ballon über das Mtttelmeer.

Paris, 14. Oktober. Ueber die Fahrt ded LuftballonsMediterranen," in dessen Korb sich Graf de la Vaube, Castillon de St. Victor, der Ingenieur Hervier und Schiffsleutnant Tapissier befanden, liegen folgende Nachrichten vor: Der Dampfer der ihn 50 Meilen in Nord traf, be­richtet, daß der Korb 2025 Mtr. über dem Wasser­spiegel schwebt. Der KreuzerDu Chahla" folgt ihm unmittelbar. Eine vom Ballon um 5 Uhr Nachmittag abgelaffene Brieftaube brachte die Nachricht, daß der Ballon bei Nord-Nord- West ziemlich schnell in der Richtung auf die Balearen streife.

Unglückssall.

Frankfurt, 14. Okt. Gestern Abend wurde der Schlosser Franz Schmidt von der elektrischen Straßenbahn überfahren. Der Kopf wurde ihm vom Rumpfe getrennt.

Verantwortlich für die Redaktion: Hans Hüpf H in Marburg.

Bekanntmachung.

Mittwoch de« 16. Oktober 1901, Vormittags 10 Uhr, sollen in Sarnau

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Zusammenkunft am Bahnhof.

Marburg, den 14. Oktober 1901. Ähre, Königl. Gerichtsvollzieher.

Schützen - Verein. Heute Montag Abend, präzis 8 Uhr:

Gänse-Essen

bet Plötzer.

Marburg.

Montag den 14. Oktober:

Der Vorstand.

Fortsetzung des Preisschiessens.

Schluß Abends 11 Uhr.

. Die Preise find von heute ab einige Tage im Schanfenster des Herrn Hellgrewe ausgestellt.

6874)___________Der Borftan».

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Stedebach, 11. Oktober 1901.

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