Einzelbild herunterladen
 

mit dem Kreisblatt für die Kreife Marburg und Kirchhai».

Zweites Blatt

i Verloosung

veranstaltet von der

Künstler-Kolonie Darmstadt

s

Germania-

Oacao.

FaMfcl

DI eine hübsche Wohnung zu vtrm.

5» 6016) Kugelgasse 7.

Absturz m den Bergen, ^Bie aus Zürich gemeldet wird, verunglückte opi Donnerstag im Erstfelderthale die 26jährige sTochter eines in Indien wohnenden und zur Kur in Engelberg weilenden Engländers. Die Verunglückte und ihre Schwester hatten in aller Frühe führerlos die beschwerliche, aber nicht gefährliche Schloß bergbrücke (2631 Meter) bestiegen. Beim Ab­stieg, beinahe am Ende des steilen Schloßberg­gletschers, glitt die Engländerin aus und fiel in eine Gletscherspalte. Ein in der Nähe be­findlicher Aelpler hatte den Absturz beobachtet und holte Hilfe. Eine fünf Mann starke Kolonne begab sich sofort an die Unglückssteüe. Nach stundenlanger Arbeit gelang endlich, die Verunglückte, die bereits tobt war, aus der Gletscherspalte zu heben. Ihre vor Angst und Schrecken halb wahnsinnig gewordene Schwester war nach dem Absturz fortgelaufen, hatte sich verstiegen und wurde von einem Geishirten an einer Stelle ausgefunden und gerettet, wo sie weder vor noch rückwärts konnte.

Was ein Hausknecht verdient. Gelegentlich eines Zivilrechtstreites zwischen einem Hausknecht und einem Hotelier in München wurde die überraschende Thatsache sestgestellt, daß der erste Hausknecht nicht nur keinen Lohn bezog, sondern

Verantwortlich für dir Nedaktio«: Hand $ «f f in Marburg

Kölner Konsumanstalt

W. Hrnnenberg's Nacht.

- ' ----1 (5850

roch pro Monat an den Hotelier 180 Mk. ab­zuliefern, die weiteren fünf Unterhausknechte mit Gehältern von 6080 Mk. pro Monat zu bezahlen und die Straßenreinigung zu besorgen assen hatte. Was muß dieser Mann wohl an

Trinkgeldern einnehmen?

AnS Nah nab Fern. Aus schrecklich; Weise kam der Mater Kroczinsky m Erfurt um- Leben. Bei dem Besteigen eines Gerüstes glitt n aus, stürzte ab und fiel aus das eiserne Vorgarten tacket. Der Mann wurde im wahren ©inne de- Wortes aufgespießt, sodaß der Tod dmner wenigen Minuten eintrat. - In Stralsund rp eine Typhusepidemie auSgebrvchen, durch on besonders das hier einquartirte Militär in Mtt leidenschaft gezogen wird. Bisher find 45 Erkrankung- rille sestgestellt.

M ehern. Wäscherei Königsee.

Hoflieferanten. Mehrfach prämiirt.

Thüringer Kunstfärberei $

y Etabliffement ersten Ranges. "^UW M

Handel, Gewerbe und Verkehr.

Nene Frachtbriefe. Am 10.

das in Paris abgeschlossene und am 10 qq ralifizirle Zusatzübereintommen zum Intel 17 ^na Uebereinkommen über den Eisenbahnfrachtve.lryr vor 14 Oktober 1890 in Kraft. Durch dasselbe find unke Anderem die jetzt im Gebrauch befindlichen Fracht briefsormulare geändert und es werden de- halb zum 10. Oktober d. I. neue international Frachtbriefe aufgelegt. Die bisherigen Formular tonnen noch bis zum 9. Oktober 1902 (etnschl.) au gebraucht werden.

Die erste Antomobildahn Dentfchlands ist i MalmedH vor einigen' Tagen in Thätigkert getretei Dieselbe verbindet Malmedy mit dem belgischen Eren, ort Stavelot. Das neue Verkehrsmittel fährt kaglu ein Mal hin und zurück.

(Nachdruck verboten.)

Einallmodischer" Dichter.

Zum 70. Geburtstage Wilhelm Raabes, 8. September. Von August Hagemann.

Ein altmodischer Dichter"Jo nennen wir Wilhelm Raabe, zu dessen 70. Geburtstage wir heut ihm und uns Glück wünschen. Mehr aber noch wenn wir mit voller Aufrichtigkeit sprechen wollen uns als ihm. Denn der Dichter wird ja wohl, so denken wir, mit Bis­marck in wehmüthigem Humore sagen, die ersten Siebenzig seien doch nun mal das Beste vom Leben; und wenn jetzt Huldigungen aller Art zu ihm heranrauschen, so wird er über ihnen seines Geistes Gelassenheit kaum verlieren und auch kaum über ihnen vergessen, daß seine deutschen Landsleute so ungefähr vier Jahrzehnte lang herzlich wenig ihm nachgefragt haben mnd ihn mit seinen Werken oft genug sitzen ließen, indeß sie ihren Tagesgötzen nachliesen Wir aber, wir Deutschen, die wir dies Unrecht begangen haben, wir fteilich sollen uns Gluck wünschen, daß Meister Wilhelmus Raabe unserem Undanke zum Trotze nicht bitter geworden ist, daß er seinen köstlichen Humor und seine Freude an deutschem Volke und Wesen und fernen Glauben daran trotz Allem sich erhalten hat und noch heut als ein frischer, kraftvoller, ge­sunder Baum lebt und treibt, rn dessen Schatten noch unsere Enkel sich erquicken, an dessen Früchten sie sich noch letzen werden, wenn be­sagte Tagesgötzen längst des kläglichen Flitters ihrer billigen Erfolge entkleidet sind, und kein Mensch mehr daran denkt, ihnen in ihrer arm­seligen Nacktheit noch einen Blick zu schenken.

Also wir wiederholen: wir nennen Wilhelm Raabe einenaltmodischen" Dichter. Und dazu haben wir wohl reichlich Grund, wenn wir be­denken, daß er sich nie aus die Zerfleischung und Zerwühlung von Gesühlchen eingelassen hat, in der man heut den Gipfel psychologischer Kunst erblickt; daß er uns nie mit einem Sammelsurium mühsam zusammengesuchter Notizen über Eisenhütten oder Botanik oder Waschanstalten aufgewartet hat; daß er me Personen oder Dinge geschildert hat, aus die man in behaglicher Aufregung mit dem Fmger weisen kann: aha! die und die sind gemeint ; daß er nie mit der Sozialdemokratie geliebaugelt hat; daß er sich nie in abgehackten Sätzen im Hundetrab, in Ausrufen und Gedankenstrichen ausgedrückt, sondern jederzeit ein wohl, wenn auch knorrig ausgewachsenes, gesundes, rundes Deutsch geschrieben hat. Kurz: daß er nie eine der zahllosen wechselnden litterarischen Moden mitgemacht hat, sondern immer er selbst, Wilhelm Raabe aus Eschershausen im Herzog- thum Braunschweig, geblieben ist. Aber wir nennen diesenAltmodischen" auch einen Dichter, einen echten Dichter, der, wie der alte Beethoven vom jungen Schubert sagte, den göttlichen Funken in sich hat- der mit stillen treuen Augen tief in die Seelen seiner Mitmenschen hineinblickte und es

Königlich tahimniöche* UniversiiaU-iBsiilül

Marburg a. L Koizsrtaoh 53 > geöffnet

Werktäglich 9 bl» 11 Uhr für Zahnziehen (unentgeltlich) fchr Zahnfnllnnaen (flambieren- Ät Betonten, Kinder, Unbemittet* unentgeltlich) Wk »»nstlichen Zahneektz. tn Mta M Wüte» Nau Afbreeht

Bitte versuchen eie als beste» und billigste» Butter - Ersatz meine ungesalzene Süßrahm-Margarine

1 Pfd. 70 Psg., bei 5 Psd. ä 68 Pfg. Dieselbe ist täglich falsch zu haben.

ür wichtiger erachtet? ''4uitzutheilen, was er >a an Kraft und SchMche, an Liebe und Haß, an Hoffen und Fürchten leben und ringen sah, als Momentphotographieen äußerer Zifltände zu geben; der in der anscheirrrstten Gletch- örmigkeit deS modernen Daseins die unver­minderte Mannigfaltigkeit deutschen Volksthums erkannte und mit Lust das Eigenartige und B^ öndere zur Gestaltung brachte; der nicht nach Gunst und Erfolg fragte, sondern die ihm ge- offenbarte Welt seinem Volke Mittheilte, weil er das als sein Bedürfniß, seinen Beruf, seine Freude empfand. Und endlich nennen wir diesen unseren Wilhelm Raabe einen herrlichen Menschen mit einem Herzen voll von uner- chöpflicher Liebe, der die Menschen durch Liebe erkannte und verstand, in Liebe seine Gestalten bildete und gfis der Liebe heraus jenen kost- ichen Humor 'entwickelte, der die Lebenslust eines künstlerischen Schaffens ist und mit dem er uns ein so großes und theures Geschenk ge­macht hat.

Wir möchten Wilhelm Raabe mit einem anderen deutschen Künstler vergleichen, der, wie er, von den Deutschen erst spät verstanden worden ist: mit Hans Thoma, und zwar in lern Sinne, daß die beiden, der Dichter und der Maler, die eigentlich deutschesten Künstler unserer Zeit darstellen, die ganz unmöglich auf anderem Boden gedacht, vielleicht daher, auch von anderen Völkern nur ausnahmsweise ein­mal verstanden werden können, in denen das deutsche Wesen, wunderlich und prächtig, kraft­voll und hilflos, reich bis zum Ueberfluß und auch wieder eng, ganz rein hervortritt. Ge­wiß in jedem wahrhaft deutschen Künstler lebt und wirkt dies Wesen, über hier tritt es einmal als unüberwachsenes mächtiges Urgestein nackt zu Tage. Bei Raabe kann man das schon daran merken, daß seine Schöpfung sich nicht wie die vieler anderer, besonders moderner Autoren, aus einem einzelnen deut- schm Gau oder Stamm beschränken, sondern daß sie wahrhaftDie Deutschen" um­fassen. Er schildert die Menschen vom

Bodensee und von Sylt von Kömgs-

berg und Schwaben, von Berlin, Mecklen- burg, Nürnberg, Magdeburg, Wien, und immer dabei ersaßt er das Charakteristische, das den Stamm im ganzen deutschen Volksdilde aus­zeichnet, mit voller Schärfe. Aber sein Heimaths- voden ist das Herzland von Norddeutschland, das Land der zähen, hartköpfigen, gediegenen Sassen. Niemand vor ihm seinen großen Meister Jean Paul ausgenommen hat jenes Element gleich ihm verstanden und gewürdigt, das einen so Wesentlichen Bestandtheu des deutschen Wesens ausmacht: das Element des Philisterthums. Er hat den schwerfälligen, bequemen, phlegmatischen, aber auch kernigen, zähen, tief in der deutschen Muttererde wurzelnden Philister ausgesucht; er hat keinen Anstoß ge­nommen an der unpoetlschen Gewandung deö Schlaftockes und an dem sür ästhetische Naser, unbequemen Parfüme der Tabakspfeife; er tf. durch die harte Schale durchgedrungen und hat wackere Herzen, treue, tapfere, muthige Seelen als Kern erkannt. _____

Anerkannt Vorzug!. Leistungen (den höchste«j Anspnichm®ebieten'

'ÄTMax Naumann,ffllarbittfl.

UHU VI * ____ ____

Neben Jean Paul ist Raabe als der Sänger des deutschen Gefühls, der vielgefcholtenen und doch so köstlich deutschenSentimentalität" zu nennen. Solche urdeutsche Geschöpfe mit knorrigem, wunderlichem, philisterhaftem Em finden sind sie alle, die Helden Raabes: der Chronist der Sperlingsgasse und der Chevalier von Gläubigern, Heinrich Schaumann von der rothen Schanze und Christoph Pechlin und wie sie Alle, Alle heißen, die uns lieb gewordenen Gestalten. Nur die Mischungen der Charaktere ind verschieden; aber der Kern ialler Raabeschen Darstellungen ist der Gegensatz dieser echten treuen, kernigen Seelen gegen pie gleichgültige remde kalte Welt.

Ein Dichter wie Raabe ist unabhängig vom Tagesgeschmack und behält stets seine Bedeut­ung. Es wechselt aber je .nach den Bedürs- niffen der Zeit die Art seiner Wirkung, und darum werden einige Bemerkungen darüber, in welcher Hinsicht er und sein Werk gerade für die Gegenwart von besonderer Bedeutung sind, erlaubt sein. In dieser Zeit, da über Art und Berus der Deutschen unablässig Er­örterungen gepflogen werden - ein sicheres Zeichen, daß wir uns darüber nicht klar find , ist es ein wahres Gottesgeschenk einen Dichter zu besitzen, der deutsche Art von echte­stem Schrot und Korn ist u?d darstellt. Nie­mand konnte und kann je sein eigen Volk ohne die Anleitung der großen Dichter und Künstler ganz verstehen, und in diesem Sinne muß uns Raabe ein nationaler Erzieher, sein Schaffen ein Heilmittel gegen nationale Kannegießerei sein oder werden.

Möge uns Wilhelm Raabe, noch lange frisch und schaffend erhalten bleiben und möge das deutsche Volk recht bald Raabe-reif werden!

Gewerbeschule Meld.

Unter staatlicher Oberleitung st eher

3klassige Bauabtheiiung.

Fachunterricht für alle B rufsarten

Schulgeld 25 M. pro Semester Beginn des Winter-Semesters Anfa November. Nähere Auskunft theilt J. Schiniel, Gr. Hauptlehr

Vergnügungs-Anzeiger

Königliches Theater zu Lasset.

Sonntag, 8. Sept. .Tannhäuser.'

Montag, 9. Sept.Privilegien. »Eine Komod mit unerwartetem Ausgang.' .Die Hochzeit reife." Tanz. ,

Dienstag, 10. Sept. .Die versunkene Glocke.

Mittwoch, 11. Sept. .Großstadtluft.'

Donnerstag, 12. Sept. .Privilegien.'EtneKomoo mit unerwartetem Ausgang.' .Die Hochzett reife. Tanz.

Freitag, 13. Sept. .Das Nachtlager in Granada

Sonnabend, 14. Sept. .Das Glas Wasser.

Sonntag, 15 Sept. .Tristan und Isolde."

I Berger»

WißciMst, Kunst und Ledcn.

Eise »«gemeine rasche Lausbah« finbet de> Sohn des bekannten Centrumsabgeordneten Spahn Prof. Dr. Martin Spahn. Em Schüler von Schmollet Lenz und Breysig erwarb er 1896 mit 21 Jahrei seinen Doktorhut in Berlin. Bereits zwei jabv später wurde er dort als Privatdozent zugelafsen Zu Ostern dieses Jahres kam er nach Bonn al- außerordentlicher Professor, und jetzt ist er, wie di .Germania' meldet, zum ordentlichen Pro fessor an der Universität Straßburg ernann worden. Das Arbeitsfeld des jungen Gelehrten is die neuere deutsche Geschichte.

Neue »ei suche mit eine« lenkbare»» Luft ballon. Der Lust'chiffer Rozd in Paris unternahn am Donnerstag einen Versuch mit dem von ihm, et funbenen lenkbaren Doppelluftfchiff, Der Verlud mißlang; die Maschinen und Schrauben erwieset sich als zu schwer.

Frische Frankfurter

Würstchen

WWt3 * 70 ®8t

Georg Berdux,

Uinv-rfitötsstraße.

Wtr Schweine

in kurzer Zeit fett u. fleischig haben will, gebe Uckermaun's Fretzpulver zwischen das Futter, ä Packet 50 Pfg. zu haben bei P. Tromm, Drogerie.

Prima uenrs

Sauerkraut per Pfund 12 Pfg, bei 5 Pfund 10 Psg., (51 empfiehlt Ernst Dchwaner

Ein zugfestes Pferd

billig zu verkaufen. (51

W. Schöndeck, Weidknhausen. Habnengasse 4.

Gründliche»

Ztther-Untcrrich ertheilt «. 8«»«», Zitherleht 5882) Neustadt 14.

~ "L tzx-LrüU täglich außer an Werktagen nach Sonn- um tagen.

MertrrtShrttch'r 0ui6«pt«il; fei 3 ML, mUWUU Sounlsgsbrilagr: JllustrirteS Soautagsblatt.

M 1iam. r* ___l o 1QH1 Betlag: J°h. «ug. Koch, Univerfität,-Buchdrucker«

hivw*»**^w*Sonntag 8 September 19uL Marburg, Markt 21. Lelepbou M

Äedawa: Mi 8* * TTS- _____________ __--------

Ziehung HiupÄÄWv' 31. Oktober 1901 » dW,UUU. Die Gewinne bestehen nur aus Ge­genständen, welche durch Neuheit, Zweckmässigkeit, sowie künstle­risch und technisch mustergültige Ausführung ausgezeichnet sind. Loose ä M. 2. (Liste u.Porto 25 Pf.) g sind zu beziehen durch | L F. Otinacker, Darmstadt.

Gartengrundstück

mit Gartenhaus

22 ar 77 qm haltend, vor dem Bar- füßerthor in vorzüglicher Lage, zu Verkaufen.

Näheres zu erfragen auf dem Bureau der Rechtsanwälte Justlzrach Krug und Bork. (ES

I Aller Stellung s«cht, veAcmgedir L

I «6 Deotsohe Vakinzeopest Stonaett. Fernsprecher 2t. "W