«it dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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lebe der Mutter ganz in ihre Wege und Umsorge genommen hatte. Mit 16 Jahren schon herrschte sie aus Schloß Rhenen wie eine richtige Hausfrau, überwachte die Dienerschaft »it Argusaugen und machte sich durch ihr schroffes, barsches Wesen, das sie von der Großmutter geerbt hatte, überall unbeliebt und ge- sürchtet. Bis in die Derwaltungsräume des Naßen Eisenwerkes im Thale, welches dem Fttiherrn von Rhenen auf Rhenen Ströme Goldes zugeführt hatte und noch zuführte, tetftieg fie sich und nur des Vaters Gebot kannte sie zurückhalten. Da wurden ihr eines Tages die Zügel sehr plötzlich aus der Hand kommen. Der Freiherr verheiratete sich Heder — — und zwar mit der Wittwe eines freundes, die eine kleine Stieftochter besaß. —
„Das bist Du, Felicia," unterbrach sich die Brecherin.
Das junge Mädchen nickte nur, aus dem Dämmerlichte der Vergangenheit tauchte wieder
unter Aerzten, Rechtsanwälten, namentlich aber unter Kaufleuten und Restaurateuren charakterlose Leute genug, die sich in dem polnischen Organ in Empfehlung bringen und sogar unter Verleugnung ihres deutschen Namens sich — man denke in der deutschen Reichshauptstadt! — als Polen ausgeben oder doch damit rühmen, durch Abonnement der „Dziennik Berlinski" oder sonstwie die polnische Sache zu fördern.
Man fragt sich, wohin diese Zustände auslaufen sollen. Sollen wir uns thatsächlich im Herzen Deutschlands von den polnischen Aufrührern terrorifiren lasten? Sollen wir widerstandslos zusehen, wie die großpolnische Agitation immer weiter Fortschritte macht? ES ist, wie unS deucht, hohe Zeit, die Polengefahr auch außerhalb der Ostprovinzen zu beobachten und fie als deutsch-nationale und nicht als spezifisch preußische Frage anzusehen. ***
~ „Werden viele Leute dort Felicia, die noch nie in einer schäft gewesen war.
„Wahrscheinlich! Frau von Geselligkeit und frohes Leben, großen Bekanntenkreis."
„Was soll ich anziehen?"
„Wir find neugierig, ob er wirklich Lilian Dahlen heirathet," sagten die beiden jungen Mädcher, als Felicia fie nach der Stunde, die wie alle anderen mehr Lachen und Scherzen, denn Lernen gewesen, nach dem Gitterthore begleitete.
Felicia ging in Gedanken verloren nach der Villa. Daß Johanna von Rhenen fie haßte, war ihr vom ersten Augenblicke an klar gewesen; warum ? schien fie nun zu verstehen, und Elmar? Aus demselben Grunde wohl hatte er fie vernachläsfigt und bei Seite geschoben — --— wollte noch jetzt nicht mit ihr belästigt sein! Sehr edel — — sehr — — — — Es beobachtete fie jemand vom Fenster des großen Salons aus — studirte Zug sür Zug ihres ausdrucksvollen Gesichtes — — aber Felicia merkte es nicht, fie ging geradeaus in ihr Zimmer und verfiel dort in aufregende Träumereien.
Während des Mittageffens, welches in Villa Schneehauch stets um 1 Uhr eingenommen wurde, erwähnte Johanna von Rehnen so nebenbei, daß Frau von Dahlen ihr eine Einladung für den Nachmittag geschickt habe und daß Lilian bitten ließe, Felicia möge doch mitkommen.
„Anziehen?" sagte das Freifräulein verächtlich, „als ob das was ausmachte."
„Ich möchte aber gerne hübsch angezogen sein, Fräulein Lilian ift*e§ immer."
„Lilian von Dahlen ist auch eine reiche Erbin."
„Ich dachte, ich hätte auch Geld?"
„Ja — — etwas —" erwiderte Johanna geringschätzig und fügte dann streng hinzu: „Ich hoffe, Du bist nicht eitel, Extravaganzen erlaube ich durchaus nicht. Es stimmt auch nicht überein mit den Wünschen Deines Vormundes, er hat von jeher sehr strenge Einwendungen dagegen erhoben."
„ES scheint, als ob er in allem, was mir Freude macht, Einwendungen erhöbe," sagte daS junge Mädchen in aufwallendem Aerger, als fie in ihrem Zimmer unwillig eines nach dem andern ihrer Sommerkleider hervorzog und fie durcheinanderwarf. „Wie erbärmlich von ihm, fich mit seinen Befehlen stets hinter Johanna zu stecken, damit fie mir dieselben mittheilt und vorzugeben, liebenswürdig mit mir zu fein, wenn er mich trifft! Ich bin nur neugierig, ob er heute Mittag da sein wird! Wie amüsant, die Verlobten beobachten zu können, nur daß ich mir nicht vorstellen kann, daß er liebevoll aussehen kann!"
Felicia'S war bedenklich gelichtet, dennoch aber würde fie jeden zufriedengestellt haben, als fie gegen vier Uhr auf der Treppe stand und selbst Johanna mußte sich eingestehen, was für ein anziehendes Bild das junge Mädchen abgab.
(Fortsetzung folgt).
Marburg Dienstag 20 August 1901.
Ihr $erm«el.
Original-Roman von Ellen Svala.
(Fortsetzung.)
Elmar kannte seine Mutter nur aus Jo- hanna's Erzählungen, welche zehn Jahre älter i»at wie er und den kleinen Bruder seit dem
„Deine Stiefmutter muß eine schreckliche Frau gewesen sein, Felicia;" Vater sagte, daß es fürchterliche 6eenen auf Schloß Rhenen gegeben, daß Elmar Heimath und Vater verlassen, und fich an einer Erdumsegelung beteiligte, Johanna fiedelte hierher über, wo Onkel Fritz als Letzter der Nebenlinie allein mit der Dienerschaft hauste. Erst starb Herr von Rhenen, dann zwei Jahre darauf die Stiefmutter. Elmar fiel das ganze Befitzthum zu, aber er ließ nicht ab von seinem Wanderleben, das Schloß war ihm verhaßt. Es soll wunderschön dort sein," fügte Evchen hinzu und blickte scheu nach Felicia die so ruhig und ungerührt auf- und abfchaukelte, als ginge fie dies alles gar nichts an. „Vater sagt, so viel prachtvolle Schnitzereien, Gobelin's Waffen und Silber habe er noch nirgends beisammen gesehen."
„Merkwürdig," sagte Felicia abwesend. — Evchen bezog es aus ihre Schilderung, für Felicia aber war es die selbstgegebene Antwort auf eine selbstgegebene Frage: „Warum hatte man gerade den Stiefsohn ihrer Stiefmutter zu ihrem Vormunde gemacht?"
„Wo ist Mars?" fragte Lilly plötzlich.
„Herr von Rhenen nahm ihn mit," es klang bitter, denn Felicia entbehrte der Gesellschaft des schönen Tieres und fing bereits an, ihn zurückzuwünschen.
„Ein neuer Grund, Elmar zu Haffen," neckte Evchen.
„Gib wenigstens zu, daß er ein schöner, anziehender Mann ist, Felicia," rief Lilly. —
„Dummes Zeug, gar nichts gebe ich zu!" und das junge Mädchen sprang auf und direkt in Onkel Fritzens ausgestreckte Arme.
Charlottenburg je einen aufzuweisen hat. Trotzdem diese polnischen Turn- oder Sokol-Vereine die Ausgabe haben, durch Leibesschulung ihrer Mitglieder ein polnisches Heer heranzubilden, daS in erster Linie gegen Preußen-Deutschland aufmarschieren soll, trotzdem erst vor kurzem auf dem slawischen Sokolkongreffe in Prag, an dem auch zahlreiche polnische Sokolbrüder auS Deutschland, darunter auch solche aus Berlin, theilnahmen, dem gesummten Deutschthum der Krieg bis aufs Meffer angesagt worden ist, trotz alledem gießt es immer noch harmlose Deutsche, die blind genug find, diese Sokol- vereine auch noch zu unterstützen. Denn was ist e§ anders als eine Förderung der vater- landsverrätherischen Bestrebungen der Sokol- Vereine, wenn diesen zu ihren Turnübungen öffentliche Turnhallen und Säle zur Verfügung gestellt werden? Beispielsweise hält der Berliner Sokolverein seine Turnübungen außer in der Neuen Friedrichstraße 45 auch in der städtischen Schule in Moabit, Bremerstraße 13 bis 17, der Charlottenburger Sokol in einem Saale der höheren Töchterschule, Berlinerstraße 39, ab.
Alle diese polnischen Vereine halten alle 8 oder 14 Tage ihre Sitzungen ab und zwar an verschiedenen Tagen der Woche, so daß kaum ein Tag im Monat vergehen dürfte, an dem die Polen Berlins nicht in irgend einem Verein ihre nationalen Jntereffen fördern. Außerdem werden größere Ausflüge gemacht, Konzerte und Theater - Vorstellungen veranstaltet, in denen nationale Opern und Schauspiele zur Aufführung gelangen; zu ihrer Empfehlung wird in den öffentlichen Ankündigungen dann ausdrücklich mitgetheilt, daß die Kostüme aus Posen bezogen worden seien.
Auch eine Art Bank haben die Polen in Berlin bereits errichtet. Sie nennt sich „skarbvna" - Sparbüchse, ist eine eingetragene Genoffenschaft mit beschränkter Haftung und hat ihre Geschäftsstelle in der Leipziger Straße 86 II daneben aber eine Zweigstelle in Spandau. Sie nimmt Spareinlagen von 1 Mk. an und verzinst sie zu 31/, v. H., während sie ihrerseits ihren Mitgliedern Darlehen zu 6 v. H. gewährt.
Die Polen Berlins besitzen bekanntlich ein eigenes Preßorgan, die „Dziennik BerlinSki". Aus ihr kann man ersehen, wie manche deutsche Geschäftsleute sick an die Polen herandrängen und ihnen ihre Dienste anbieten. Obwohl die Polen selbst alles darauf anlegen, die deutschen Gewerbetreibenden zu terrorifiren und zu boh- kottiren, sobald fie in der Lage find, sich von .Landsleuten" versorgen zu lasten, gibt es selbst
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gepflogen, wobei fich Uebereinstimmung darüber ergab, daß dem vorliegenden Gesetzentwurf gegenüber folgende Forderungen aufrecht zu erhalten bezw. geltend zu machen seien: 1. Wegfall der Zollkredite bei der Getreideeinfuhr; 2. Beseitigung der gemischten Transitlager; 3. Erweiterung des Doppeltarifs aus alle landwirthschastliche Erzeugnisse; 4. Erhöhung der zu niedrig bemeffenen Mindestsätze für Getreide, um einen wirklichen Schutz des einheimischen Getreide, baues zu erzielen; 5. Herbeiführung einer größeren Spannung zwischen den Sätzen des allgemeinen Tarifs und den Mindestsätzen; 6. Möglichste Gleichstellung der Zollsätze für Getreide; 7. Einführung eines Zolls auf Flachs; 8. Angemeffene Berücksichtigung der deutfchen Gärtnerei.
Der deutsche Optikerlag hat am Freitag in Dresden beschloffen, bei dem Reichsamt des Innern erneut dahin vorstellig zu werden, daß die wisse n- schaftlichen Instrumente Zollfreiheit genießen.
Deutsches Reich
Berti», 19. August
— Feldmarscha ll Graf Waldersee hat vom Kaiser einen sechswöchigen Urlaub bewilligt erhalten. Er gedenkt sich nach Ordnung seiner privaten Berhältnisie zunächst von Hannover nach Holstein und von dort nach Berchtesgaden zu begeben. Später wird der Feldmarschall einer Einladung des Fürsten Henckel v. Donnersmarck folgend auf deffen Güter nach Oberschlesien reisen.
. — Das Staatsministerium des Großherzogthums Bessert macht bekannt, daß am 24. August die von effen tonalistrte Mainstrecke von der alten Brücke zwischen Fran k f u r t und Sachsenhausen bis zur Gemarkung Bürgel-O f f e n b a ch sur die Großschifffahrt eröffnet wird.
— Der chinesische Prinz Tschun, welcher im Auftrage des Kaisers von China demnächst hier zur Sühne desMordes des deutschen Gesandten von Ketteler eintreffen wird, wird nicht in Berlin, sondern in Potsdam Wohnung erhalten. Der Prinz wird verschiedenen militärischen Vorstellungen beiwohnen. — Führwahr, eine eigenartige Sühne!
— Der ,B. L.-A." will wissen, die vielbesprochene Idee der Sch as f un 8 einer d eutsch enKolonial- armee habe in letzter Zeit greifbare Formen angenommen. In den Beteiligten Ressorts sei man zu der Ansicht gelangt, daß bei der wachsenden Ausdehnung unserer kolonialen Interessen die Gründung eines Kolonialkorps sich nicht länger umgehen lasse. Man verhehle sich allerdings in den leitenden Kreisen nicht die großen Schwierigkeiten, die der Ausführung dieses Projektes entgegenstehen-, insbesondere sei man fich seiner finanziellen Tragweite in vollstem Matze bewußt. Darum sei mau bemüht, Mittel und Wege zu finden, die Organisation dieses neu zu schaffenden Kolonialkorps unter möglichster Schonung der finanziellen Kräfte des Reichs ins Leben zu rufen. Der leitende Gedanke dabei fei, eine fich aus Freiwilligen retrutirenbe Truppe zu schaffen, deren Vor- bildung von Anfang an ausschließlich auf den Dienst in den Kolonien zugeschnitten ist. — Wir haben jüngst schon auseinandergesetzt, daß wir an eine solche Abficht der Regierung nicht glauben.
— Zweiundzwanzig Handwerkskammern haben eine Eingabe an die gesetzgebenden Faktoren
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Berlin- Nnonimen und geküßt hatte. — — ---
Zum Zolltarif-Entwurf.
Lavdwirthfchaftsrath und Zolltarif. Der Ständige Ausschuß des Deutschen Landwirthschafts- rathes hat beschloffen, dem Bundesrathe Anträge zu unterbreiten, in denen Zollerhöhungen ge- fordert werden.
Der Tarifentwurf will bekanntlich die Zölle für Roggen auf 6 Mk., für Weizen auf 6,50 Mk., für Gerste auf 4 Mk., für Hafer auf 6 Mk. erhöhen, mit der Bestimmung, daß diese Sätze nicht ermäßigt werden dürfen unter 5 Mk. für Roggen, 5,50 Mk. für Weizen, 3 Mk. für Gerste und 5 Mk. für Hafer. Der Ausschuß des Landwirihschaftsraths aber fordert die gleichmäßige Festsetzung'eines Zolles für diese vir Getreidearten auf 7,50 Mk. unter Voraussetzung, daß eine Ermäß-gung nicht um mehr als 20 Prozent, also auf höchstens 6 Mk. erfolgen darf. An Stelle des bisherigen Zolles für Pferde im Betrage von 20 Mk. pro Stück will der Tarifentwurf einen Zoll von 30 bis 300 Mk. pro Stück einführen. Der Ausschuß des Landwirihschaftsraths fordert eine Erhöhung auf 60 bis 375 Mk. und verlangt gleichzeitig die Ermächtigung für den Bundesrath, daß die Pferde, deren Abstammung durch dieGestütbücher nachgewiesen werden kann, zu Zuchtzwecken unter gewissen Bedingungen zo kl - frei eingeführt werden. Auch die Zölle auf Rindern, Schmalz, Salz, Eier sollten erhöht werden. Die Agrarier verlangt en auch hierfür einen Zoll von 75 Mk. Insbesondere werden von dem Landwirthschastsrath auch Zölle für Obst- und Gartenerzeugnisse vom 15. Februar bis zum 31. Juli gefordert, so für frische Kartoffeln (bisher frei) im Betrage von 3 Mk, für Küchengewächse (bisher frei) 25 Mk., für frische Blumen, Blüthen (bisher frei) 40 Mk, für frische Blüthen und Gräser (bisher frei) 25 Mk. Ferner wird die Erhöhung des Hopfenzolles nicht von 20 auf 40 Mk , sondern auf 65 Mk. gefordert, und die Erhöhung des Tabackzolls von 85 auf 110 Mk. — Ein wesentlicher Theil dieser Forderungen ist zweifelsohne lediglich aus taktischen Gründen erhoben worden.
Der gefchiiftsführeude Ausschuß deS sächsischen Laudeskulturraths hat nach der .Dtsch. Tagsztg.' über den Entwurs eines Zolltarifgesetzes Berathung
Wie weich und warm es in Felicia aufftieg "7--jetzt küßte fie niemand mehr--
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Erschein! täglich außer an Werktagen nach Gönn- uno Feiertagen €8iiutaa86eUaee: Jlluftrirtrs Louutagsblatt. Qz.
Dwtf und Verlag: Joh. Äug. Koch, Universitäts-Buchdrucker»t <v)Uflrg. öU.
Marburg, Markt 21. — Telepbou fifi
vierteljährlicher Bezugspreis: bei der Ev-tvinou M >M, Ä» 4Q | bei »Leu Postämtern 2,86 (ejcl Bestell^»).
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Die Polengefahr.
* Die Organisation der Polen unter nationalistischen" Einflüssen hat bei unS in Deutschland in der letzten Zeit ungeahnte Fortschritte gemacht. Ueberall im Hezen unseres Katerlandes, wo polnische Arbeiter eingewandert find, find großpolnische Agitatoren und Organisatoren thätig, um das Nationalbewußsein der Polen auftecht zu erhalten, und zu verhindern, daß, wie es naturgemäß wäre, eine Annäherung der polnischen Einwanderer mit der deutschen Lewohnerschaft fich anbahne. Die polnischen ßemente bilden heutzutage thatsächlich einen Staat im Staate, sie gehorchen den vom Auslände her — und auch bei uns — thätigen .Oberen" und betrachten den Deutschen als fteinb, den in jeder Weise zu schädigen ihre Pflicht sei. Wir haben also nicht nur eine Polenfrage in den Ostprovinzen, sondern eine allgemein deutsche Polenfrage, der ganz energisch iShergetreten werden muß.
JnwelcherWeise die großpolnischen Agitatoren es verstanden haben, einen Staat im Staate ■ herzustellen, kann man aus einer Zusammen- Mung der in der d eu tsch en Reich sh aupt- jtabt befindlichen polnischen Organisationen ersehen. Berlin darf fich rühmen, in feinen Muern mehr polnische Vereine zu beherbergen, als selbst Posen, nämlich 35, zu denen dann »och vier Vereine in Charlottenburg und je einer in Schöneberg, Rixdorf,Weißensee, Spandau, Hennigsdorf und Kalkberge-Rüdersdorf kommen, ! !o daß Berlin und Umgebung mit 45 polnischen Meinen gesegnet ist. Unter diesen Vereinen liebt es drei Gesang-, drei Industrie- und Gewerbe- und mehrere Arbeitervereine. Auch ein polnischer Schützender ein fehlt nicht und neuer» iings beginnen die Polen sogar, die einzelnen Lerufsstände zu organisieren. Dem kürzlich begründeten Verein polnischer Bäcker ist als ete§ Kind polnischer Vereinspropaganda ein n polnischer Fleischer gefolgt. Kein Volk Hot es so wie die Polen verstanden, die Frauen m den Dienst der nationalen Sache zu stellen. Barum darf es nicht Wunder nehmen, daß auch m Berlin nicht weniger als sechs Vereine von Polinnen bestehen, darunter ein Polinnen- Beiein „Wanda", zur Erinnerung an jene sagenhafte polnische Königin, die sich ins Wasser stürzte, um der „Schande" zu entgehen, einem Deutschen vermählt zu werden!
Selbstverständlich wird da, wo Polen Vereine gründen, stets einer der ersten ein polrischer Turnverein fein, deren Berlin und
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