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Dienstag, 13. August 1901.

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sein Asyl in London suchen mußte, wo er Mazzini vorsand.

beiden nach, wie sie die Treppe hinaufschritten. Wie hübsch, wie sehr, sehr hübsch sie ist," murmelte er vor sich hin,schade, daß sie so hübsch ist, ich fürchte, daß sie kein angenehmes Leben mit Johanna haben wird."

Warum gehe ich nicht zu meinem Vor­munde?" fragte Felicia, als sie neben dem Frei­fräulein die Treppe hinaufstig.

Weil er Dich nicht saufnehmen kann, des-

versetzt hat, meldet jetzt der Draht, daß Fran­cesco CriSpi, der größte Staatsmann Italiens, am Sonntag Abend 7 Uhr aus dem Leben geschieden ist. Die Nachricht kommt nicht unerwartet; Mitte Juli bereits wnrde gemeldet, der greise Crispi, der Bismarck Italiens, liege an einer schweren Krankheit danieder, und es sei stündlich die Nachricht Don- dem Ableben des 82 jährigen Mannes zu erwarten. Die außer­ordentliche Zähigkeit, mit der dieser eigenartige Mann in seinem mehr als 60jährichen öffent­lichen Wirken, die Schwierigkeiten zu bekämpsen und alle Hinterniffe im Dienste für seinen König zu beseitigen wußte, hat sich jetzt im Kampfe mit dem Tode bewährt. Es hat lange gedauert, bis er unterlag. In Crispi fcheidet nicht nur der bedeutendste Staatsmann und Parteiführer Italiens aus dem Leben, mit ihm geht auch eine glänzende Epoche der italienischen Geschichte zu Ende, und mag Crispi in seinem Privatleben auch häusig zu Anfechtungen und Angriffen Anlaß geboten haben, das eine muß ihm der Feind taffen, er war ein treuer Diener seines Vaterlandes und seines Königshauses. Wir können Italien als unfern Bundesgenossen nur wünschen, daß es die politische Erbschaft

Erispis festhalten und mit dem anvertrauten Pfunde wuchern möge. Der Tod Crispi's geht uns um so näher an, als Crispi zu den in­timsten Freunden Bismarcks gehörte und diese Freundschaft durch seine häufigen Besuche in Friedrichsruh und Berlin zum Ausdruck brachte.

halb übergab er Dich meiner Obhut." Ist mein Vormund verheirathet?" Nein, aber er wird sich nächstens

heirathen."

Haha? Deshalb konnte er mich auch aufnehmen."

Der nächste Morgen war frisch und wunder­schön und nach dem Frühstück wanderte Felicia Hand in Hand mit dem alten Herrn durch den Garten dem Ende zu, woselbst, wie er lächelnd und voll heiterster Laune sagte, sich sein,Studio" befand.

Ich nenne mich nämlich einen Profeffor, liebes Kind, und vor einigen Jahren ließ ich mir hier mitten unter den Pflanzen, Blumen und Vögeln einen Pavillon bauen, wo ich unge­stört arbeiten kann. Hier bringe ich die glück­lichsten Stunden meines Lebens zu und ich erlaube Dir, so oft zu kommen, wie Du nur willst, liebes Kind. Johanna kommt sehr selten,

Zum Tode der Kaiserin Friedrich.

Die Ueberführung der Leiche.

Am Sonnabend wurde die sterbliche Hülle der Tobten Kaiserin in die Stadtkirche über­führt. Die Straßen, die der Trauerzug be­rührte, waren finnig dekorirt; weiße Flaggen­stangen, die schwarzer Flor umgab, zeigen Flor- wimpel abwechselnd mit den mit Trauerzeichen geschmückten Fahnen hauptsächlich in den deutschen Farben. Am Eingänge der Hauptstraße erbob

Ja. Außerdem ist Elmar auch nicht gerne belästigt," antwortete Fräulein von Rhenen und die Betonung, welche sie auf das letzte Wort legte, ließ nichts zu wünschen übrig an beißen­der Schärfe.Er ist nur wenig zu Hause," sagte sie dann milder, als hätte sie ihre Worte bereut,alle Arrangements, die Dich anbetreffen, hat er mit mir vereinbart und es wird gut sein, wenn Du Dich in allem und Jedem an mich wendest."

Mit diesen Worten öffnete sie die Thüre eines Zimmers, welches gut, aber ziemlich zu­sammengewürfelt eingerichtet war und ganz den Eindruck machte, clls habe nachlässige Gleich­gültigkeit hier die erste Violine gespielt. Felicia setzte sich auf einen niedrigen Seffel am Fenster, lehnte den Kopf an die Wand und versank in Sinnen.Elmar ist nicht gern belästigt !" Ja, das hatte sie erfahren zwölf lange, einsame, liebeleere Jahre. Würde das immer so weiter gehen?

und wir werden sehr glücklich miteinander sein, werden wir nicht?"

Der alte liebe Mensch sah bei diesen Worten nach Felicia hin und es prägte sich etwas wie Sorge in seinen gütigen Augen aus.

Ach, wie ich diesen Aufenthalt gern haben werde!" rief Felicia ganz gerührt durch seine liebevolle Art und Weise.

Das ist recht, das ist recht," antwortete er, ihre Hände sanft streichelnd,und wäre es nicht besser, Du würdest mich bei einem andern Namen, denn Herr von Rhenen nennen, laß mich einmal überlegen na, wenn Du Onkel Fritz sagen würdest."

Felicia stimmte mit Freuden zu und so wanderten sie weiter bis an das Ende, wo zwischen Mafien von Rosenstöcken und grünen Pflanzen aller Art der Pavillon stand. Auf dem kleinen Rasen vor demselben standen Gartentische und Stühle, überall große Töpfe mit blühenden Blumen, Geranien, Männertreu, Heliotrop und glührothe Kletternelken, Epheu um die Mauern des Pavillons und lichte, Helle Gardinen in den Fenstern. Es sah im Hellen Sonnenschein wie em kleines Paradies aus und bei Felicia's entzückten Ausrufen rieb sich Onkel Fritz vergnügt die Hände, lief umher wie ein munterer Knabe und sah sehr glücklich auS.

Es ist immer Sonnenschein hier unten," er­klärte er stolz.Da hängen einige Käfige mit besonderen Lieblingen von mir darin," sagte er nach den Fenstern deutend,dort sind andere und die Schlingel kennen mich alle und wissen, daß jetzt Frühstückszeit gekommen ist.

(Fortsetzung folgt).

Der Tod hat seine Erntezeit; unabläsfig holt er sich seine Opfer. Nachdem vor wenigen die Nachricht von dem Hinscheiden Kaiserin Friedrich Deutschland m Trauer

er bei der Ausrichtung Italiens zu einem Ein­heitsstaat behilflich war. Damit begann die Zeit seines positiven Schaffens; mit kurzen Unterbrechungen war er als Mitglied der Re­gierung oder als Parteiführer unausgesetzt thätig, unter ihm errang Italien daS höchste politische Ansehen, das es je seit seiner Wieder­herstellung genoffen hat. Crispi ist auch der Beitritt Italiens zum Bündnißvertrage mit Deutschland und Oesterreich, also die Be­gründung des Dreibundes zu verdanken.

Diesem rastlosen und politisch leidenschaft­lichen Manne blieben, natürlich die Gegner ebenso wenig erspart, wie unserm Fürsten Bis­marck. Im Jahre 1891 rief er den Unwillen der Rechten hervor, wurde zum Rücktritt ge- nöthigt und trat als Rechtsanwalt inS Privat­leben, um bald darauf jedoch wieder ein Kammer­mandat anzunehmen und seinen Nachfolger Rudini zu bekämpfen. Als im Jahre 1892 Rudini gestürzt wurde, erachtete Crispi wieder seine Zeit für gekommen. Er ließ Gioletti ein neues Cabinet bilden, das nur aus seinen Leuten bestand und mit Recht als Uebergangs- ministerium bezeichnet wurde. Im Jahre 1893 übernahm Crispi wiederum das Cabinett, und nun beginnt für ihn eine Zeit heimtückischer Verfolgungen und schärfster Angriffe, die haupt­sächlich daher rühren, daß Crispi unerschrocken den Umsturzparteien Italiens zu Leibe ging. Blieb er Sieger auf dem Gebiete der inneren Politik, so erlebte er auf dem der auswärtigen, insbesondere auf kolonialem Gebiete fortlaufende Mißerfolge, die ihn nöthigten, am 4. März 1896 seinen Abschied zu nrhmen und damit für immer inS Privatleben zurückzutreten.

Crispi hat Italien fest in das Gefüge des Dreibundes hineingeführt, durch ihn ist, um einen Ausdruck Bismarcks zu gebrauchen, das Geleise der italienischen Politik zu tief eingesahren, um eine Entgleisung der Staatskaroffe zuzulaffen. Sein Andenken wird bei Freund und Feind in

Es klopfte und eine junge Dienerin trat ein. Fräulein von Rhenen schicke sie, um dem gnädigen Fräulein behilflich zu sein, sagte sie freundlich und dies habe ihr der alte gnädige Herr für da8 gnädige Fräulein gegeben.

Es war ein Strauß wundervoller blutrother Rosen, und Felicias ungekünstelter Entzücken brachte ein Lächeln auf das fnsche Antlitz der Jungfer.

Der alte gnädige Herr ist ein großer Ge­lehrter, der viel Bücher schreibt und Alles weiß," sagte sie wichtig, überfroh, die erste zu sein, die der neuen Hausgenosfin alle Vorzüge des von Allen verehrten gnädigen Herrn zu schildern vermochte.

Das Auspacken ging schnell und als Felicia eine Stunde später die verschnörkelte Treppe wieder hinunterstieg, hatte sie allen Kummer vergeffen und ihr fröhliches, niemals launen­haftes Temperament hatte wieder die Oberhand gewonnen.

sich ein Trauerbogen aus Eichenlaub und Tannen- reisern mit einer Kaiserkrone aus Laub, die ein vergoldetes Kreuz trägt. Zu beiden Seiten brannten auf hohen Säulen Pechpfannen. Die Nachmittags- und Abendzüge brachten große Menschenschaaren aus Frankfurt und den Orten der Umgegend nach Cronberg. Dort herrschte ein ungemein rege§ Leben, das von Stunde zu Stunde zunahm. Die Bahnhofstraße war bedeckt mit Gefährten aller Art. Gegen 7 Uhr rückte das Militär herein, mit den Spiel­leuten an der Spitze, aber ohne Klang. Theile des in Hanau garnisonirenden 166. Infanterie­regiments und der Einundachtziger sowie das Regiment Nr. 80, das bereits die ihm verliehene Auszeichnung am Kragen trug, besetzten alsbald die nach Schloß Friedrichshof führende Hainstraße, die in den Abendstunden einem völligen Heer­lager glich. Adjutanten sprengten auf und ab, anrückende Truppentheile bewegten sich die herrliche Allee entlang, Husarenpatrouillen, berittene Gendarmen, Meldereiter zu Pferde und zu Rad belebten das Bild. Um 8 Uhr wurde die Hainstraße für das Publikum völlig gesperrt, doch durste daffelbe hinter der Posten­kette Aufstellung nehmen. Innerhalb der Stadt waren die vom Zuge zu berührende Straßen völlig abgesperrt.

Pünktlich um 9V2 Uhr setzten wir folgen dem Bericht derFrkf. Ztg." die Glocken von Cronberg und Schönberg in mächtigem, feierlich-ernstem Klange ein. Zwölf Unteroffiziere des 80. Infanterie - Regiments trugen den schweren Sarg, auf deffen Bahrtuch die Flagge der Kaiserin mit der Kaiserkrone darauf ruhte. Hinter dem Sarge schritt mit ernstem Antlitz der Kaiser in großer Generalsuniform mit den Marschallsabzeichen, hinter ihm der Kronprinz, und die Prinzen Eitel Friedrich, Adalbert, Großherzog von Hessen, und die anderen Fürstlichkeiten mit ihrem Gefolge. Beschlossen wurde der Zug durch eine Abtheilung deffelben Regiments.

In der evangelischen Stadtkirche war vor dem Mtar eine purpurne Decke ausgebreitet, die den Sarg tragen sollte. Der Altar war geschmückt mit einer schwarzen in Gold ge­stickten Decke, die die Kaiserin Friedrich selbst gearbeitet und der Kirche geschenkt hat. Auf 4 goldenen Leuchtern, die vor dem Altar und vorn an den Seiten staunten, brannten Lichter, die Kirche war im Uebrigen mit Gasflammen mäßig erleuchtet. Vorn standen Tabourets mit den Orden der verblichenen Kaiserin, die Altar- bänke zur Seite waren mit einigen wenigen Kränzen geschmückt. Keine großartige Prunk-

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gekommen war.

Ihr seid spät daran," sagte sie mit hart- llingender Stimme und bot dem jungen Mäd­chen die Hand, nicht eher, bevor sie deren Er­scheinung mit prüfenden Blicken überflogen hatte.

Flip geht langsam," sagte der alte Herr, .er spürte auch die Hitze."

Und Du hast ihm seinen Willen gelassen, Fritz," erwiderte sie darauf in leicht verächt­lichem Ton.Ich fürchte, es ist zu spät für den Kaffee," fügte sie dann hinzu,odrr möchtest Dn eine Erfrischung?

Ich danke," erwiderte Felicia einfach. Neben der harten Stimme des Freiftäuleins klang die ihrige nnendlich wohlklingend.

OnkelKFritz, dem es wehe that, daß seine Cousine nicht ein einziges fteundliches Wort des Willkommens für das junge Mädchen gehabt, strich sanft über den lockigen Kopf, von dem der leichte Sommerhut herabgeglitten war. .Ruhe Dich aus, Kind," sagte er weich und gütig,zum Abendeffen sehen wir uns wieder." Dann stand er still und schaute den

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Entfaltung, keine aus große Wirkungen berech­nete Dekoration, aber in seiner Einfachheit äußerst eindrucksvoll, so präsentierte sich der Raum, der die tobte Kaiserin bis Montag Abend beherbergen soll. Ein Jnfanterie-Offiziers- posten von 2 Stabsoffizieren und zwei Haupt­leuten hielt mit gezogenem Degen zu beiden Seiten des Altarraumes Wache, davor mit aufge­pflanztem Seitengewehr ein Unteroffizier und ein Infanterist, alle vom Regiment der Kaiserin Friedrich. Ein Viertel nach 10 Uhr traf der Zug vor der Kirche ein, empfangen vom Ober- hofpredigex Dr. Dryander und dem Ortspfarrer Aßmann. Unter Vortritt dieser Beiden wurde der Sarg in die Kirche getragen. Als der Zug unter tiefem Schweigen den Altar erreicht hatte, sprach, nachdem der Sarg niedergesetzt war, Dr. Drhander einige Psalmenverse. Darauf legte der Kaiser einen Kranz auf den Sarg der Mutter und kniete, das Gesicht mit den Händen verhüllend, einige Augenblicke in stillem Gebet nieder, die übrigen Fürstlichkeiten und das Gefolge folgten seinem Beispiel. Damit war die ebenso einfache wie würdige Feier zu Ende, der Kaiser verließ die Kirche, in welcher der Sarg in der Obhut der Offiziers- und Mannschaftsposten zurückblieb. Publikum war nicht zugelaffen, dagegen auf Anordnung des Kaisers die Presse.

Die Ankunft des englischen Königspaars.

Am Sonntag Vormittag 9 Uhr kam das englische Königspaar in Homburg an. Auf dem Bahnhofe, der auf Wunsch des Königs gänzlich vom Publikum freigehalten wurde, nahm eine Ehrenkompagnie des 80. Regiments mit der umflorten Regimentsfahne Aufstellung. Das Kaiserpaar, sämmtliche hier anwesenden Prinzen, Reichskanzler Graf Bülow, Gras Waldersee und das Gefolge waren erschienen. Nach Einlauf des Zuges entstieg zuerst die Königin dem Salonwagen, vom Kaiser mit Handkuß begrüßt. König Edward schritt nach der Bewillkommnung die Ehrenkompagnie ab, nahm den Vorbeimarsch entgegen und suhr sodann mit feiner Gemahlin, vom Kaiserpaar begleitet, nach Ritter's Parkhotel. Das Kaiser­paar verweilte etwa eine Viertelstunde dort und kehrte dann ins Schloß zurück.

Die Trauerfeier in der Cronberger Kirche.

Um 4 Uhr Nachmittags begab sich das Kaiserpaar und die Fürstlichkeiten in die evangelische Stadtkirche in Cronberg, wo der einfachen Andacht des Sonnabends die kirchliche

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(Nachdruck verboten.»

Ihr Bormund.

Original-Roman von Ellen Svala.

(Fortsetzung.)

Francesco Crispi ist am 4. October 1819 in Ribera in der Provinz Girgenti geboren; er studirte in Palermo die Rechte und war be­reits in jugendlichem Alter Advokat in Palermo und dann in Neapel. Seine Thätigkeit war aber nicht einträglich; Crispi litt Noth, die sich um so mehr steigerte, als er sich nur zu bald in politische Händel aller Art einließ. Wir be­gegnen ihm in jener Epoche als Mitarbeiter g stehe i republikanischer Zeitschriften, als eifriges Mit- " _ glied politischer Conventikel, sodaß er bald aus i] bJ Mailand, bald aus Malta ausgewiesen wurde 116 w und im Jahre 1853 als politischer Flüchting

Lrjcheüu täglich außer an Werkragen nach Sonn- uns Feiertagen.

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Marburg, Markt 31. Telepbon RS

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CrOWl aber ihr leichtgeröthetes, strenges Gesicht zeigte welche ttux wenige Falten und das blonde Haar nur - ~ einzelne graue Strähnen. Sie hatte eben mit baificher Stimme einer jungen Dienerin Besehe ertheilt, jetzt wandte sie sich nach Felicia hin, die an Onkel Fritze's Hand die Treppe herauf-

____ Im Jahre 1859 kehrte er nach Piemont zu- upti ehn| rück und schloß sich Victor Emanuel II. an, dem