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«it dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhai».
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emma6atb. 10. August 1901.
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»och lange hier leben, dann kehren wir alle geistig körperlich vollkommen verkümmert und ver-
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Graf Waldersee in der Heimath.
* Generalfeldmarschall Graf Waldersee ist auf deutschem Boden gelandet; ein herzliches Willkommen des ganzen Volkes begrüßt ihn. Wohl sind die geplanten Festlichkeiten zu seinem Empfange durch den betrübenden Trauerfall in
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aus dem Zelte. Die Ehrenkompagnie prasemirte, und abermals erschollen brausende Hochrufe. Der Marschall schritt die Front der Kompagnie ab und nahm sodann vor dem Zelte Aufstellung, worauf die Kompagnie in Sektionsfront einen Parademarsch ausführte. Mit dem General Wittich bestieg der General, feldmarschall sodann den offenen Ealawagen und fuhr nach dem RathhauS. Vor und hinter dem Ealawagen ritten Abtheilungen des Königs - Ulanen > Regiments, bei welchem Graf Waldersee ä la suite steht.
Im Rathhaus sand großer Empfang durch den Senat in der althistorischen Amtstracht und die Bürgerschaftsmitglieder, das diplomatische Corps und die gesamte Generalität statt. Bürgermeister Hachmann machte dem Feldmarschall Mittheilung von der Verleihung des Ehrenbürgerrechts. Ferner überreichte der bayrische Specialgesandte Graf Ortenberg im Namen des Prinzregenten dem Grafen Waldersee die Insignien des Hubertus-Orden. Der Feldmarschall dankte und erkannte die vorzüglichen Leistungen der bayrischen Truppen des Expeditionscorps an. Hieran schloß sich ein Frühstück im großen Rathhaussaale.
Der Kaiser sandte dem Grafen Waldersee ein langes Telegramm und verlieh ihm den Orden Pour le merite mit Eichenlaub unter Belastung in der Stellung als Inspekteur der dritten Armee-Inspektion.
junger Mnnn in der kleidsamen Tracht der Forstkanditaten.
»Kusch, Lips," rief er dann mit befehlendem Tone und schnalzte mit der Zunge, aber Lips kümmerte sich nicht darum, er hatte seine breiten Tatzen auf Felicias Schooß gelegt und schaute zu ihr aus mit seinen verständigen braunen Hundeaugen, daß das junge Mädchen dem schönen Tier gut wurde, als hätte sie es schon lange gekannt, und sie strich ihm liebkosend über das weiche Fell.
„Oh! Ich bitte um Entschuldigung," sagte höflich der junge Mann, »er ist solch' ein ungeberdiger Bursche, und bei der nächsten Station will ich ihn lieber in das Hund-Coupe sperren, wenn er Sie noch länger belästigt."
„O nein," erwiderte Felicia, „ganz und gar nicht, er ist ein so schönes Tier."
Dann stockte die Konversation. Felicia lehnte sich in ihre Ecke und schaute zum Fenster hinaus, während der junge Mann diese Gelegenheit benutzte, um ihr Gesicht heimlich und gründlich zu studieren und dann, als sie eine Bewegung machte, heuchlerisch an ihr vorüber, ebenfalls nach den grünen blumigen Wiesen und gelben Saatfeldern sah.
Zum zweiten Male war eS Lips, der neuen Gesprächsstoff lieferte. Er hatte sich zu FeliciaS Füßen gelegt und begann ihre herunterhängende Hand zu lecken, was den jungen Forstmann veranlaßte, ihn am Halsbande nach, seiner Seite zu zerren und ihn zum Niederlegen zu zwingen.
»Sie haben eL ihm angetham," sagte er lächelnd, »und das will viel heißen, denn Lips ist ein stolzer Bursche, und geht nur zu wenigen ;
bienen follte, auszufüllen, wurden wir auf halbe Rationen gesetzt. Durch Hunger zwangen sie schließlich Halbverhungerte. Wann erbarmt mau fich unserer endlich, fragen wir uns Tag für Tag! Oder ist alles Hoffen umsonst.
Der Absender dieses Briefes ist ein Reichsdeutscher. Der Brief ist von ihm unterzeichnet; doch verbietet fich aus naheliegenden Gründen die Veöffentlichung seines Namens.
Was den Vorwurf gegen den deutschen Konsul in Colombo, Herrn Freudenberg, betrifft, so möchten wir uns den gegen diesen erhobenen indirekten Vorwurf nicht aneignen, so lange uns nicht weitere Beweise zu Gebote stehen, weil uns Herrn Freudenberg als ein durchaus nationalgefinnter, gut deutscher Mann bekannt ist. Es fragt fich wohl auch, wie weit ihm die von Berlin aus gegebenen Weisungen eine Intervention zn Gunsten der gefangenen Reichsdeutschen gestatten. Die Frage ist aber wohl berechtigt, ob denn unser Auswärtiges Amt nicht in der Lage ist, für die gefangenen Reichsdeutschen von der englischen Regierung eine menschliche Behandlung zu erreichen. Dadurch daß die betreffenden Reichsdeutschen gegen die Engländer gekämpft haben, haben sie sich natürlich dem Schicksale ausgesetzt von den Engländern in Gefangenschast gehalten zu werden und hiergegen kaun die deutsche Reichsregierung wohl höchstens auf dem Wege freundschaftlicher Vorstellungen etwas erreichen. Aber dadurch, daß die deutschen Reichsange- hörigen gegen die Engländer gekämpft baben, haben sie doch nicht den Schutz des Völkerrechts verwirkt und hier wäre es wohl möglich, daß unser Auswärtiges Amt unter Berufung auf daffelbe eine menschliche und anständige Be- handlund der Kriegsgefangenen deutscher Reichsangehörigkeit erwirkt.
Wir bemerken noch, daß der Alldeutsche Verband verschiedentlich Unterstützungsgelder aus seinem Burenfonds nach Colombo gesandt hat und er wäre natürlich auch bereit, dies sernerhin zu thun; wie aber aus der Stelle des veröffentlichten Briefes, die die neue Vertheilung von Kleidern betrifft, hervorgeht, würden dadurch nur der englischen Regierung Verpflichtungen abgenommen werden, die sie selbst zu erfüllen hat.
vierteljährlicher v»r»t»pr«i>: bei ter Expedition 8 Mk., bei aSen Postämtern 8JW Stt. (ejd. Bestell»»).
schon wieder und des Schaffners Stimme rief: „Romsdorf."
Beide sahen hinaus, Felicia mit gespanntem Jntereffe ob ihr Vormund da sei, fitz' zu empfangen, ihr Nachbar mit schlecht verhehlter Enttäuschung über die schnelle Trennung.
„Sieh da!" sagte er dann plötzlich, „da ist ja der alte Herr von Rehnen auf dem Bahnsteig, er scheint jemand zu suchen —"
„Mich!" rief Felicia erregt, „er ist 'mein Vormund."
„Ihr Vormund?" tönte es hinter ihr in unverhohlenem erstaunten Entzücken. »Das ist ja wunderschön! Aber er darf nicht lange im Unklaren gelaffen werden, daß Sie hier find, ich will ihn gleich von Ihrer Ankunft benachrichtigen."
Damit sprang er hinaus und lief dem alten Herrn nach, der vergnügt und fich die Hände reibend die lange Reihe der Wagen entlang troddelte und mit spähenden Augen in alle Coupe's sah. Er hatte ihn bald erreicht^ drehte ihn mit ein paar lachenden Worten an der Schulter herum und brachte ihn dahin zurück, wo Felicia stand und sehr erwartungsvoll aussah.
Und als er nun dicht bei ihr war, als sie in ein mildes, freuntllicheS Gesicht und in jugendlich lebhafte Augen blickte, als ihre Hände erfaßt wurden und der alte Mann gütig sage: „Mein liebes, liebes Kind! Wie freue ich mich, Sie zu sehen!" da wußte Felicia gar nicht, wie ihr geschah; denn wenngleich sie sich ihren Vormund auch genau so alt vorgestestt hatte, so entsprach alles Uebrige doch gar nicht ihren BvrstLungen und erst recht nicht der Vtzrnach- läsfigung und Gleichgiltigkeit, die sie erfahren.
(Fortsetzung folgt).
es ist das erste Mal, daß ich ihn mit fliegenden Fahnen kapitulieren sah."
Felicia lachte, und so war der Bann gebrochen. Fröhlich plaudernd saßen fich die beiden jungen Menschenkinder gegenüber und des jungen Forstmannes offenes, schönes Antlitz zeigte mehr und mehr den Ausdruck innerster Zufriedenheit und liebenswürdigsten Interesses.
„Ist das Romsdorf?" fragte Felicia, als der Zug in eine kleine Waldstation einlief.
„RomSdorf? Nein — es liegt drei Stationen weiter. — Gnädiges Fräulein gehen nach Romsdorf?"
„Ja," sagte Felicia und die Wahrnehmung, bald unter ganz wildfremden Menschen zu sein, bereitete ihr trotz aller Freude über die Veränderung, die sich in ihrem Leben vollzogen, doch ein wenig Herzweh.
„Ist es schön in Romsdorf?"
„Romsdorf selbst ist nur ein Nest von dreitausend Einwohnern, sehr langweilig und un- intereffant, aber die Umgegend hat wundervolle Puntte und prachtvolle, altangestammte Herrensitze. Aber gnädiges Fräulein find gewiß bekannt mit diesen Thatsachen!"
Das war sehr überzeugt gesagt, aber nicht so gemeint; der Schlaue hätte gar zu gerne herausbekommen, wohin und zu wem seine Reisebegleiterin gehe und dirett fragen wollte er nicht. Felicia ging denn auch in die gestellte Falle und sagte argloS:
»Nein, ich komme zum erstenmal in diese Gegend, hoffe aber, so schnell nicht wieder fortzugehen."
Das war nun keine befriedigende Antwott und der junge Mann besann fich auf neue diplomatische Wendungen, und da pfiff der Zug-
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uxi vegung setzte und langsam aus der Halle glitt. Es war keine weite Reise bis nach dem t für t Innern des Landes, auf Felicias Plan waren !d. «ur zehn Stationen verzeichnet, und da es ein jöf Schnellzug war, würde fie nicht lange in dem heißen Coupe zu bleiben haben, in welchem fich irholz ,ur noch eine in der entgegengesetzten Ecke r«nhJ$^ofenbe alte Dame befand, Einige Stationen weiter wurde, gerade als der Zug wieder ab- »toeglJMr, die Thüre aufgerissen, ein mächtiger gelb- IRrtA ^auner Wolfshund sprang mit gewalttgem wlKJ »atze in das Coupe, daß die alte Dame ent« lktzt aufschrie, und ihm folgte lachend ein
trüppelt nach Hause zurück, unfähig, für die Existenz ttttlCt arbeiten. Was Wunder^ wenn man _baljer
rs Anfti von der Lehrerin, welche fie an den Zug be- ikunftJ gleitet hatte, ließ geduldig alle Ermahnungen und guten Rathschläge über fich ergehen und feufete erleichtert auf, als der Zug fich in Be-
" 3etti| Der Alldeutsche Verband theilt uns folgendes 1 M ^reiben mit, das ihm aus dem Gefangenen- u- faj; kger Regamakamp auf Ceylon durch einen Zu-
unserem Kaiserhause stark beeinträchtigt, wohl ziehmt es sich darum, der Freude über die Rückkehr der Chinakrieger und ihres Höchstkomman- direnden nicht allzulauten Ausdruck zu geben; allein ein herzliches Willkommen, ein inniger Dank muß ihnen allen gleichwohl zugerufen werden. Namentlich dem Grafen Waldersee gebührt der Dank unseres Vaterlandes, ja der ganzen civilifirten Welt. Nicht nur als militärischer Oberbefehlshaber hat er sich in allen Stücken bewährt, sondern auch als umsichtiger und thatkräftiger Staatsmann, der wesentlich dazu beigetragen hat, daß die chinesischen Wirren so rasch und zufriedenstellend gelöst worden und daß die betheiligten Mächte im besten Einvernehmen geblieben find. Es war keine leichte Aufgabe, die dem bereits bejahrten Generalfeldmarschall durch Seine Majestät den Kaiser gestellt worden ist. Glänzende Waffenthaten, überwältigende Siege bezeichnen nicht den Weg unser ostafiatischen Truppen in China; wohl aber waren die militärischen Leistungen, die Aufforderungen an Disziplin und Opferwilligkeit gewaltige; und dem Oberbefehlshaber der Truppen ist es zu verdanken, daß die Expedition ein so günstiges Ergebniß geliefert hat, daß namentlich die deutschen Streitkräfte den guten Ruf im Auslande voll bewähtt haben. Nochmals also: Willkommen in der Heimat!
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lieber dieAnkunftdesGrafenWalder- see in Hamburg am Donnerstag meldete nur ein Telegramm unseres Berliner Corre- spondenzbureaus das Folgende:
Um 11 Uhr traf die „Gera" im Hafen ein. Sie War festlich geschmückt und hatte über die Toppen geflaggt. In ihrer Begleitung befanden fich zahlreiche Passagierdampfer, die den Heimkehrenden entgegengefahren waren. Die Chinakrieger in Khaki- Uniform, sowie die Unteroffiziere und Mannschaften des Oberkommandos hatten nebst der Stabswache auf dem Oberdeck Aufstellung genommen und ließen beim Passiren der reichgeschmückten St Pauli- Landungsbrücke ein dreifaches kräftiges Hurra erschallen, das von der am Ufer stehenden dichtgedrängten Menge erwidert wurde. Kurz vor 1 Uhr verließ Gras Waldersee mit Gefolge die „Gera" und begab sich auf den festlich geschmückten Dampfer „Willkommen". Ohne Musik, aber unter brausenden Hochrufen der nach Tausenden zählenden Menge fuhr der „Willkommen" vom Jonas-Hafen nach der mit Teppichen belegten, festlich geschmückten St. Pauli-Landungs- brüde, wo Bürgermeister Hachmann sowie zahlreiche Generale sich in dem dort errichteten Empfangszelte eingefunden hatten. Hier fand militärischer Empfang statt; General von Wittich richtete an den Feldmarschall eine Ansprache. Gefolgt von den Generalen und zahlreichen anderen Offizieren trat nunmehr Gras Waldersee in der Uniform der Königs-Ulanen, den Marschallstab in der Rechten, bei strömendem Regen
Herkommen? Strümpfe haben wir schon seit Jahr und Tag nicht mehr gesehen, als Handtücher dienen Fetzen zerrissener Kleidungsstücke. Bei unserem s. Z. Abschub erhielten wir em Hemd und einen Zwirn- anaug, das war unser ganzer Reichthum. Schon im März war nicht mehr viel davon übrig. Vor 5 Tagen erhielten wir endlich wieder eine neue Garnitur, b. h. nur bie, die kein Geld beim Kommandanten stehen haben, die andern müffen es fich für eigne Rechnung laufen. Die letzten Wochen war es kühl und windig im Gegensatz zu der sengenden Sonnenglut der ersten Monate, Tag für Tag Regen und — unsere Hütten find mit Palmblättern gedeckt! Sieben Achtel von uns leiden an Ri eumatismus, Athembeschwerden,
Machdruck verboten.!
Ihr Vormund.
Original-Roman von Elken Svala.
iFortsetzung.)
Zum Tode der Kaiserin Friedrich.
Im Trauerhaus.
Die Einsargung der Kaiserin Friedrich in den Zinnsarg ist am Donnerstag erfolgt. Die Verlöthung wird im Laufe des Freitags in Gegenwatt der Familie, des Hausministers von Wedel und der Beamten des Hosmarschallamts vorgenommen werden. Die Majestäten verbrachten den gestrigen Tag in stiller Zurückgezogenheit. Freitag Abend 6 Uhr versammeln sich die Mitglieder der kaiserlichen Familie am Sterbebette der Kaiserin Friedrich im Schloß FriedrichShof zu einer Andacht. Zu der Trauerfeier am Sonntag werden noch bestimmt der König und die Königin von England, sowie der Großherzog und die Großherzogin von Baden erwartet, lieber die Ankunft des Prinzen Heinrich ist zur Stunde noch nichts bekannt. Wie der „Taunusbote" meldet, sollen am Sonntag Vormittag die beim Reiche beglaubigten Vertreter der Mächte aus Berlin in Homburg eintreffen, um dem Kaiser in corpore das Beileid der von ihnen vertretenen Staatsoberhäupter und Mächte auszudrücken.
Für die Ueberführung der Leiche der Kaiserin Friedrich wurde ein besonders geeigneter Wagen von höheren Eisenbahn- und
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„Ich weiß wohl," fuhr Felicia mit Sender Stimme fört, „nun wird das anders se 23. foetben, denn irgend jemand muß doch Jntereffe an mir nehmen," worauf Fräulein Teil sich in umständlichen Aufzählungen aller Wohlthaten und Vortheile erging, die iw Felicia in ihrem Hause genoffen und die das stebe> iunge Mädchen nur mit halbem Ohr verfolgte. Bas weiter geschah, davon hatte Felicia nur .nne unklare Vorstellung. Allzusehr hatte die die 8 Aufregung und Erwartung sie ergttffen und He Tage bis zum Sonntag vergingen ihr schnell. Dann saß fie im Coupe und nahm Abschied
,on D Regamakamp, 26 6. 01.
Nachnz Unser Leben im Regamakamp ist bas denkbar traurigste und werden wir wohl alle eine geschädigte • i11 Gesundheit als bleibendes Andenken von hier mit
D01QH fortneijmen. Es fehlt uns an Bewegung, unser Kamp - ™ _ ringsum von dünstenden Sümpfen um» schloffen — ist viel zu klein, es ist kein Platz da, wir sind also auf den ständigen Aufenthalt in den Hütten welche g, zum Liegen auf unseren Pritschen angewiesen, besuch-, schwere Verdauungsstörungen find daher an der >■ d. » Tagesordnung! In Diyatalawa war wenigstens _____ Platz, um sich auszulaufen. Unsere Kost ist erbärm» ■K ijch, das Fleisch ist fast immer ungenießbar hart, die Kartoffeln sehr, sehr ost verdorben; wir ernähren uns WW» von Thee und trockenem Brot. Wo sollen da Kräfte
Erscheint täglich außer an Wertlagen nach Sonn- utto Feiertagen.
So««tagsb»ilage: Illnstrittes SonutagSblatt. qz»
Dad »ad Verlag: Joh. Ang. Koch, Universitäts-Buchdrucker« >)1U)1.^. OO.
Marburg, Markt 81. — Tckepbon f>s
sber, Dyssentrie, Verstopfung, Zahnschmerzen, _grengefd)toüren, letztere Krankheit tritt epidemisch auf. Dtt Aufenthalt hier ist eben zu ungesund. Unser aller Doktor ist mehrere Male beim Gouverneur wegen Verlegung unseres Kamps vorstellig geworden — er könne sonst für nichts stehen. Seine Eingaben »strasee haben den Erfolg gehabt, daß man ihn nach Indien versetzt hat. Jetzt versieht ein junger Arzt seinen Posten, und auch der hat schon wieder eine ähnliche Hingabe der Kampverlegung abgeschickt. Müssen wir
..... immer nach einer günstigen Gelegenheit zur Flucht ryeNtt ausschaut. Alle Versuche sind bisher mißglückt. rpkAti Daß Ende vorigen Jahres ein gewisser Leopold Beden- fct». kämm er, angeblich aus Passau, Abends im Kamp durch «reifen einen wahrscheinlich betrunkenen Tommy einfach über j i den Haufen geknallt wurde — als fluchtverdächtig — AT Ipürften Sie wohl gehört haben. Unser deutscher Kon- WWÄnl, der uns erst 6 Monate Zeit ließ, uns hier einzu- ' gewöhnen, ehe er uns besuchte, sagte allerdings, er sei Oesterreicher gewesen. Wir konnten über dre Ange- l, Ddei legenheit nie etwas schreiben, unsere Briefe unterliegen der schärfsten Zensur, eingeschriebene Briese an Kon- Fs fulat oder Auswärtiges Amt sind nicht erlaubt; wer gegenül Briefe von vier Seiten und mehr erhält oder schreibt, (17 muß gewärtig sein, daß fie ihr Endziel nie erreichen, so wenigstens schreibt der Zensor Baumann, ein Deut- scher im englischen Sold. Man macht mit uns, was man will. Als wir vor kurzem uns weigerten, eine falte, die ihnen als Information über gewisse Dinge