Einzelbild herunterladen
 

ime

i&b ldche,^ eis.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg «ud Kirchhain.

M 181

vtiitrltihrltchrr v»z»gSpnis: bei der Expeditioa 8 ML, bei «Lea Poftimter» SLL ML (e$d. »t ft tilgt»).

3»1«tH»»H«M6t: di» ßetzmkte» Zeile oder der« 8teo» 10 Pf», Nerlamen: di» Zell» 26 Pfg.

Marburg

Sonntag 4 August 1901.

täglich auBtt an LSertwgen nach Sonn- und Feiertagen. e«»«ta,SbeU»ge: Jllustrirleb Sonutagsblatt.

vru« »ad Verlag: Iah. Aug. Koch, UntverfitStS.Buchdrnckeru Marburg, Markt 31. Telephon 65

Jchrg. 36.

gl g 2

Mur- mro

Berem

. 5 Uhr: ie

ung int (5320 and.

finde,

3. Aug. h Uhr: *! Il»»6 Geisler.

AM».

wehr-

i.: »er. :stand.

hast.

t: »et«

L (4699 ta«d.

;b suchen n hohe (5296

er,

tnblung, tL_____

. X

ime von

(5326

urg,__

er!

»««er» rkanfen. egen,

erei

ne, &,

L

(7891

Berlia

ir?

l««r

Größt r- «»> acktzki» e«de» fertigt Mk. - farbig

Das ganze große Großbritannien.

1 Herr Chamberlain ist, auch vom psycho- logischen Standpunkte aus, eine der interessantesten Persönlichkeiten. Während sonst Cyniker in der Regel zugleich Skeptiker find, da fie die anderen Menschen nach ihrer eigenen Herzlofigkeit und Schlechtigkeit beurtheilen, ist Herr Chamberlain ein Optimist vom reinsten Master, wie eS nur irgend ein harmloser junger Student sein kann. Er glaubt nicht nur, daß die überseeischen Mit­glieder deS von ihm erträumtengreater Britain an dem Mutterlands festhalten würden, Venn und so lange fie an diesem eine Stütze haben, sondern auch dann, wenn fie ihrerseits das altersschwache Großbritannien zu stützen Hütten. Auf dem vor einigen Wochen stattge­habtenKanada-Tage" hatChamberlainpathetisch erklärt, wenn einmal das Szepter der Herr­schaft für Englands Hände zu schwer zu werden drohen sollte, so würde es mit dem Jubel seiner Kinder, d. h. der Kolonien, den Hohn seiner Feinde beantworten können.

Es mag schon sein, daß, wenn England einmal in den Zustand der Altersschwäche kommt, seine Kinder jubeln werden, aber nicht aus Freude, das alte Mütterchen pflegen zu dürfen, sondern in der Gewißheit, nunmehr ihre volle Selbständigkeit erlangen zu können, ohne jenes Blutvergießen, durch das sich die Vereinigten Staaten vor 125 Jahren zur Freiheit hindurch­ringen mußten.

Herr Chamberlain hat seine Auslastungen gerade auf demKanada-Tage" vom Stapel 8klaffen. Nun, während des südafrikanischen krieges hat zwar Kanada wohl oder übel Hilfs­truppen für England gestellt, aber gerade bei dieser Gelegenheit trat die Abneigung eines wichtigen Theiles der kanadischen Bevölkerung gegen England scharf zu Tage. Wie seinerzeit derBerichterstatter derWelt-Korrespondenz" in Montreal meldete, erklärte der Führer der franzöfischen Kanadier, Bouraffa, in öffentlicher Parlamentsfitzung:Daß sich Kanada durch den gewistenlosen Chamberlain und sein Gefolge in den Krieg hat ziehen lasten, wird es einst noch bitter zu bereuen haben. Wir streben nach Unabhängigkeit, können fie jedoch noch nicht erhalten, aber bis dahin stellen wir uns auf den Boden der Konstitution, die auch von England nicht gebrochen werden darf. Die Entsendung kanadischer Truppen war aber ein Bruch unserer Konstitution." Aber nicht nur iw Parlamente, selbst im Ministerium fitzen Gegner Englands. Der Bautenminister, Israel

49 (Nachdruck »et-boten.)

Die Feaerliese.

OrifliaeMtoaum von Irene v. Hellmuth.

Kortte»»,, >

Liese," begann die Alte wieder und haschte »ach deren Hand,gieb ihm doch die Briese, die seine Pflegemutter Dir geschrieben, Du hast fe ja alle, vielleicht glaubt er Dir dann."

Liese schlug sich vor die Stirne, wie jemand, der fich einer Dummheit bewußt wird. Sie ging rasch auf einen Schreibtisch zu, dessen einem Fach fie ein ganzes Packet zufamwenge- bundener Briefe entnahm, die fie hastig Rudolf hinhielt.

Wie konnte ich nur das vergessen, jetzt wird mir alles klar werden; o Lene, alte treue Rathgeberin. Du hast wieder einmal den besten Einfall gehabt."

Dabei eilte fie, nachdem Rudolf die Briefe an sich genommen, zu der Alten hin und küßte liebevoll deren welkes Gesicht.

Ungeduldig riß Rudolf daS Band ab und begann aufmerksam zu lesen, einen nach dem onberen, immer mehr rötheten fich seine Wangen.

Jetzt kam eine Stelle:Ich will nicht, daß Rudolf jemals erfährt, daß eine andere seine Mutter ist, ich will ihn allein besitzen, deshalb sollen Sie bei Ihrem Besuch sich ihm als -Xante Liese" vorstellen, nicht als seine Mutter.

Weiter las Rudolf nicht. Die sämmtlichen Briefe lagen am Bodeu zerstreut, er stürzte zu den Füßen der überglücklichen Mutter, die ihn an ihre Brust zog und sein Gesicht mit Küssen bedeckte.

Tarte, ist ein offenkundiger, enragirter England Hoffer, den die Londoner Presse wegen seiner Gesinnung schon alsHochverräther" bezeichnet hat. So lange England mächtig ist, werden diese Strömungen ja nicht so leicht zur Los- trennung führen. Wenn aber Englands Hand zu schwach werden sollte, um das Szepter zu halten, würde es um die Loyalität der Kanadier übel aussehen.

Nicht minder schlimm wäre es um den Besitz Englands in Südafrika bestellt, und zwar nicht etwa nur von den Buren aus, nein, von Seiten des intimsten Freundes Chamberleins, des Herrn Cecil Rhodes her. Ceeil Rhodes ist Engländer von Geburt, aber Afrikaner von Gesinnung. Wohl strebt er die Oberherrschaft der eng­lischen Rasse in Südafrika an. und des­halb bekämpft er mit Chamberleins Hilfe die Buren aber nicht die Suprematie des eng­lischen Staats. Wenn der Mohr Tommy Atkins seine Arbeit, die Buren, einschließlich von Frauen und Kindern, zu dezimiren gethan, und dadurch der englischen Rasse in Südafrika ein, wir möchten sagen körperliches Uebergewicht gegeben hat, dann kann er fich yim Teufel scheelen. Ja, es sehlt nicht an Anzeichen, daß Cecil Rhodes geneigt ist, die Buren blimpflich zu behandeln, um dermaleinst mit ihnen zu­sammen die Engländer als Staat, nicht als Raffe genommen herauszuwerfen.

Auch die dritte große englische Kolonie mit einer kompakten europäischen Bevölkerung, Australien, wird früher oder später sich von England frei machen. England hat bie Förde­ration der australischen Staaten begünstigt, aber kaum daß fie ins Leben getreten ist, so treten schon in den Zollfragen prinzipielle Gegensätze zwischen den wirthschaftlichen Auf- faffungen des australischen und des englischen Parlaments hervor. Je selbstsicherer die austra­lische Staatengemeinschaft wird, desto mehr werden fich auch die Gegensätze zwischen ihr und England verschärfen. Man ist dabei, eine wohlorganifirte australische Bundesarmee zu schaffen. Wird diese Armee fich zum Schutze der englischen Jntereffen verwenden lassen oder wird fie nicht vielleicht einmal ihre Waffen gegen die alternde Mutter kehren?

Ob Chamberlein diesen Wandel erleben wird, steht dahin. Aber die Geschichte wird vielleicht einmal urtheilen, daß er durch seine Abenteuerpolitik Englands Macht geschwächt und dadurch zugleich die Abkehr der Kolonien vorbereitet habe, sodaß der Prophet desgreatei Britain thatsächlich der Urheber der Zerstückeliing der britischen Kolonialmacht gewesen wäre.

Glaubst Du mir nun, mein Rudolf?"

Verzeihe, o verzeihe meine Zweifel, ich hatte ja keine Ahnung von alledem," sagte tiefgerührt der junge Mann.

Die beiden hielten fich umschlungen, fie merkten es nicht, wie John Minna an der Hand nahm und leise hinausführte. Lene saß stumm in einer Ecke, wohin fie sich mühsam ge­tastet hatte.

Wohl eine Stunde mochte vergangen sein, als John das Gesicht wieder durch die Thür steckte. Da er Mutter und Sohn noch immer in eifrigem Gespräch beisammen fand, zog er fich leise wieder zurück.

Rudolfs Verwunderung wuchs immer mehr, als alles aufgeklärt war. Aennchen, sein ge­liebtes Aennchen, war allo seine Koufine; die alte böse Baronin von Hagedorn seine Groß­mutter ; AennchenS Mutter die Schwester feines DaterS. DaS waren Neuigkeiten wie sonder­bar hatte fich alles gefügt.

Hebet Siefens Gesicht huschte freilich ein Schatten, als Rudolf ihr mitgetbeilt, wer seine Braut war; seufzend streichelte fie des Sohnes Wangen und meinte wehmüthig:Armer Junge, wer weiß, ob diese hochmüthigen Menschen eine Verbindung mit dem Sohne der Schauspielerin gestatten werden."

Rudolf schüttelte den Kopf.Herr von Krön liebt seine Tochter über alles, er stellt fich ihrem Glücke niemals in den Weg."

Liese widersprach nicht, doch sah man es ihr an, überzeugt war fie nicht.

Sie wurde nicht müde, immer stellte fie neue Fragen.

Dann erzählte Rudolf der mit feuchten

Umschau.

Graf Waldersee's Besuch in Algier.

Die Tage von Algier find vorüber. Daß der Empfang des Grafen durch die französischen Behörden in Algier korrektes! verlaufen, sowie daß die zahlreich an Land beurlaubten deutschen Soldaten keinerlei Anlaß zu Klaqen gegeben haben , bedarf als eigentlich selbstverständlich wohl kaum der Erwähnung. Auch Belästiaungen der Deutschen durch d,e algerische Bevölkerung sind nicht vorgekommen. Es wird daS von den Pariser Zeitungen wenigstens ausdrücklich JJzrxt6? un«, wenn die nationalistisch-bona- "Autorite" die ganzen jüngsten algerischen Vorgänge mit der Bemerkung be- gleitet,vor wenigen Jahren noch wäre daS alles unmöglich gewesen und hätte eS noch für lange hinaus unmöglich geschienen," so ist das nur die re,ne Wahrheit. Nur englische ,.Neid- hammelei, man findet keinm recht paffenden andern Ausdruck dafür, hat wieder einmal ver- sucht, ui die algerische Berichterstattung über den Besuch des Grafen Waldersee und seiner militärischen Begleiter einen Mißton zu bringen und auf dem Umwege durch die Londoner Presse in Pariser Blätter die Kritik zu lanciren, die deutschen Militärs in Algier hatten heruntergekommen ausgesehen und die französisch-algerische Bevölkerung sei erstaunt gewesen über das wenig kriegerische Aussehen der deutschen Soldaten in ihren häßlichen Kolonialuniformen. Merkwürdig daß die Eng­länder noch immer nicht bescheidener werden, Pt. es. nicht lassen können, aus ihrem süd­afrikanischen Militär-GlaShauS nach den Ver­tretern anderer Militär - Mächte und zwar ziemlich ausnahmslos, mit Steinen zu werfen.

Die gleitende Getreidezollskala.

Seitdem die Engländer in den 30er und 40er Jahren des vorigen Johrhunderts einen Versuch mit der gleitenden Zollskala gemacht haben, d. b. mit einer nach dem Stand der Getreidepreise stufenweise veränderlichen Skala der Zollsätze, sind die wissenschaftlichen Erörter­ungen über den Werth und die Anwendbarkeit eines solchen Systems nickt zur Ruhe gestrmmen. Ueberwiegend gebt die Ansicht der National­ökonomen jetzt dahin, daß die auf den ersten Blick freilich bestechenden Vorzüge der gleitenden Zollskala von den thatsächlichen Nachtheilen weit überwogen werden. In der Praxis hat man deswegen bisher auch überall von einer Wieder­holung des englischen Experiments Abstand ge-

Augen zubörenden Mutter von dem guten all- verehrten Onkel. Endlich kam der junge Mann auf die Baronin zu sprechen. Liese war auf­gesprungen, als ihr Sohn Rudolf berichtet, gaß dieselbe nicht mehr bei Onkel Rudolf wohnte.

Weißt Du das gewiß?" fragte fie fast athemlos mit weitgeöffneten Augen.

£) ja," lächelte Rudolf,der Onkel konnte es nicht mehr mit ihr aushalten und hat ihr deshalb anderwärts eine Wohnung gemiethet."

Ist das wahr?,, fragte fie noch einmal.

Jetzt trat John, Minna an der Hand führend, vor Liese und ihren Sohn hin.

Da heute ein Tag der Ueberraschungen ist," begann er,so will ich auch für meinen Theil etwas beitragen und theile Ihnen hierdurch mit, daß wir beide uns vor einer halben Stunde verlobt haben und um Ihre Eiuwilligung bitten, gnädige Frau."

Er zog das erglühende Mädchen fest an sich und Rudolf rief lustig:Ei seht doch einmal den kleinen Duckmäuser an, ich wußte doch, daß Minna ihm nicht gleichgiltig war."

Hast Du ihn denn auch recht lieb, Minna? ftagte Liese, nachdem fie fich von ihrem Staunen erholt hatte.

Das Mädchen nickte, mit glückseligem Gesicht zu John auffchauend, eifrig mit dem Kopfe.

Bald herauf saß die Gesellschaft in heiterer Unterhaltung um den mit glänzendem Damast gedeckten Frübstückstisch.

Rudolf rollte einen bequemen Lehnstuhl her- >ei und setzte Lene hinein.

Wie lange ist denn Deine alte Lene schon bei Dir, Mama?" ftagte er nach einer kleinen Pause.

nommen. Jetzt tritt der Abgeordnete von Kardorff mit einem in dieser Richtung sich bewegenden Vorschlag hervor. In einer Zu­schrift an dieDeutsche Tageszeitung" führt er auS:

.Ist bie gteitenbe Skala burchzuführen, mib fie ist es meiner Meinung nach, in ber Att, daß etwa bei einem Durchschnittspreise bes Doppel-Sentners Roggen von 14 bis 16 Mk. ber 5-Markzoll gilt, bei einem Sinken bet Preise unter 14 Mk. eo ipso ganz automatisch der 6-Markzoll, unter 13 Mk. ber 7-Mark- zoll u. s. w. eintritt, unb ebenso umgekehrt bei einem Steigen ber Preise über 16 Mk. ber 4-Markzoll, über 17 Mk. ber 3-Markzoll u. s. w., so ist damit m. 6. eine Sicherung gleichmäßiger mittlerer Getreibepreise gegeben, wie fie im Interesse bes Produzenten und Konsumenten gar nicht wirksamer gedacht werden kann. ES verlohnt fich in der That, die Möglichkeit einer solchen Gestaltung unserer Getreidezölle ernst­haft nochmals aus ihre Durchführbarkeit hin zu prüfen. *

Der Abgeordnete von Kardorff bemerkt dabei, daß die vergeblichen Versuche, die man vor 50 bis 60 Jahren in England mit der gleitenden Getreidezolltarifskala gemacht hat, deshalb nicht beweiskräftig seien, weil inzwischen durch Tele­graph und Eisenbahn die Verkehrsverhältniffe außerordentlich fich verschoben und verändert haben. DieDeutsche Tagesztg." bemerkt dazu: Wir geben diese Darlegungen unseres hoch- verehtten Freundes wieder, obwohl wir mit bieten Vorschlägen nicht einverstanden sein können'" Die genannte Zeitung thut recht daran, wenn es fich auf die Vorschläge des Abg. v. Kardorff nicht ein- laffen will. Die Einführung einer gleitenden. Getreidezollskala verbietet sich, abgesehen davon, daß eine maßlose Spekulation auf dem Ge- treidemarkt dadurch geradezu ermuntert und herausgefordert würde, fchon durch die praktische Unmöglichkeit, jederzeit einenangemessenen" Durchschnittsgetreidepreis für ganz Deutschland mit Sicherheit zu bestimmen. Die Festsetzung eines solchen müßte aber in regelmäßigen Zeit­abschnitten, sei es wöchentlich, sei es monatlich, erfolgen und würde durch die beständige Un­sicherheit, die in den Getreidepreisverhältrrissen einträte, und durch das fortwährende anttftche Eingreifen zu unerträglichen Zuständen führen.

Zum Zolltarif-Entwurf.

6e*tt«m **D Zolltarif. Heber den neuen Zull- taris hat sich in einer Versammlung des christlichen Bauernvereins zu Waldkirchen ber Zentrumsabgeorbnete Domkapitular Dr. Pichler geäußert. Er bemerkte u. A.: Es sei auffallenb die unter chiebliche Festsetzung bet Ge treibe- unb Viehzölle; letztere sinb erheblich gesteigert, währenb bie Getreidezölle hinter den Forberungen unb Erwartungen ber Landwirte stark zurückbleiben. Bei ben Getreibezbllen seien die Forderungen bet Lanbwirthe weit auseinander ge»

Lene hat meine Mutter, mich und Dich auf den Armen getragen. Als junges Mädchen von achtzehn Jahren kam fie zu meinem Groß­vater, zog meine Mutter auf und als diese starb, da übernahm fie meine Pflege, seit ich denken kann, liebe ich fie wie eine eigene Mutter."

Rudolf hob sein Glas:Stoßt an, Kinder, Lene soll leben, hoch!"

XVI.

In der folgenden Nacht schimmerte die Lampe au8 Rudolfs Zimmer noch lange durch die Gardinen. Er schrieb an seine Braut.

Er schilderte genau das Wiedersehen mit seiner Mutter, was und wer fie sei und wie sonderbar fich alles gefügt und bat sie, Onkel Rudolf, den die Sache sicher lebhaft interessiere, davon Mittheilung zu machen. Don seiner Sehnsucht schrieb er, die immer stärker und heftiger würde, sodaß er die Trennung, kaum mehr zu ertragen vermöge und eines schönen Tages unverhofft mit seiner Mutter nach Hause kommen werde, um wieder mit ihr vereint zu sein.

Er wartete mit heftiger Ungeduld auf eine Antwort von Aennchen. Schon acht Tage waren vergangen, seit er den Brief abgesandt, aber noch immer hatte sie nicht geschrieben.

Täglich besuchte Rudolf seine Mutter und klagte ihr fein Leid. Warum schrieb Aennchen nicht? War fie krank, oder was sonst mochte vorgefallen sein?

Liese ahnte wohl den Grund, doch mochte fie den ohnehin sehr aufgeregten Sohn nicht noch mehr beunruhigen. Ihr bangte um Rudolfs Glück.

(Fortsetzung folgt.)