Einzelbild herunterladen
 

ipiel

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhai«.

III

V,»rr«lt1hrlich«r bei der Sxpedmon 8 ML, Ql? z» 8» <8 84 8*<M<beint täglich außer an Vertragen nach Sonn- uuo Feiertagen.

M 470 bei allen Postämtern 8,26ML (ejd. Bestellgeld). VUlH Sountagsbeilage: IllustrirlrS Souutagsblatt. cvnurn n..

*» 3nhttt»il|ebibr: die gtfo«HtntZeile oder betenRom 10«f|. 1 STitmtft 1QA1 Dr»ck »ab Verlag: Joh. «ug. «och, UniverfitätS-Bi-chdnukerm 51

Sedanten: die Zeile 85 Pfg. L)0IMerftllg 1. ZlUflU|I 1VU1, Marburg, Markt 21. - Telepboa 65

»ft 190

:m$i Die Reitz-Botha-Briefe eine

jjmenr.t <

Fälschung?

s

ne«:

rar.

(E und es klang von vornherein stark ä la Münch­

hausen, daß verschiedene Soldaten mit Revolvern

irg,

46

(Nachdruck verboten.)

sich überhaupt gar nicht in Reitz befunden haben, als dieser Ort vom den Engländern besetzt wurde

titglicb.

l-L 1tanb.

erbets :. (51$

I Habei pvlvei 50 W rogerie.

ise

(5251

anse«

und Flinten auf den nur mit Hose und Hemd bekleideten Präsidenten zu schießen versucht hätten, daß aber in der kalten Nacht das Oel in den Schußwaffen eingefroren gewesen sei und dieselben daher unbrauchbar gemacht habe, so­daß also Präsident Steijn seine Freiheit oder gar sein Leben nur diesenVersagern" zu danken gehabt hätte. Weder Kitchener noch einer der vielen englischen Kriegskorrespondenten ließen

gut kenne, um nicht zu wissen, daß er niemals einen solchen Brief schreiben und an Botha

Nach allen Erfahrungen, die man bezüglich bei britischen Wahrheitsliebe während der ganzen Dauer des südafrikanischen Feldzuges hat machen «äffen, kann es kaum überraschen, daß jetzt mit einem Male die Meldung auftaucht, die von den Engländern angeblich in der Stadt Reitz er­beutete Correspondenz zwischen dem General- commandanten der Buren, Louis Botha, und dem Staatssekretär Reitz sei nichts Anderes, als eine unverschämte Fälschung und entbehre jeder tatsächlichen Grundlage. Die Londoner Sonn­tagsblätter veröffentlichen ein Interview mit der Katrin des Staatssekretärs Reitz, die sich augen­blicklich in Scheveningen aufhält und rundweg erklärt hat, daß die genannten Briese einfach erfunden sind. Ihr Gatte würde niemals daran denken, sich in einer so kläglichen Weise über die Lage der Buren zu äußern, wie er es nach den englischen.Schwindelmeldungen gethan haben soll. Diese fingirte Correspondenz sei ton der britischen Regierung nur deshalb zu­rechtgestutzt und vielleicht aus tatsächlich ge- simdenen oder erbeuteten werthlosen Papieren hergerichtet worden, um im englischen Volke die immer schwächer werdende Kriegslust und das weichende Jntereffe an der Vergewaltigung der Buren wieder neu anzufachen und zu be­leben. Sonst aber sei an der ganzen Geschichte kein wahres Wort, und Frau Reitz soll aus­drücklich erklärt haben, daß sie ihren Gatten zu

itreffinb Wc ite nu (525 ann, 0.

Zinn, Eise«, ie Be­

tet.

senden würde.

In gleicher Weise wird in den letzten Mel­dungen die Fabel derbeinahe erfolgten Ge- welch fangennahme des Präsidenten Steijn" als solche c erftei gebrandmarkt und diese an und für sich schon so unglaublich klingende Mär als vollständig aus der Luft gegriffen bezeichnet. Steijn soll

Iter

(523

anse»,

Die Feuerliese.

Steife: ä»»i«,

Original-Roman von Irene v. Hellmuth.

f^'rf!etzv»z.)

Dachs

t billig (5261 13.

-tamm- lnfrag. (5260 sehet

_ lfchi»' (5002 > 14.

Ja, ja, vielleicht haben Sie von der Tragödin Liese Cornetti sogar schon etwas gehört."

Liese Cornetti, die berühmte Liese Cornetti 7 dieselbe, der man in Nework huldigte wie einer Königin, der alles zu Füßen liegt ton der man heute noch spricht?"

Dieselbe," bestätigte lächelnd die schöne Frau,sie steht vor Ihnen."

Der Amerikaner war grenzenlos erstaunt. Liese Eornetti," wiederholte er noch einmal, indem er nach seinem Hut griff, um sich zu entfernen.

Ich fürchte, ich habe Sie schon lange be­lästigt, gnädige Frau," sagte er, als sie ihn zurück- halten wollte. Seine Augen hafteten an der Thüre, durch die Minna verschwunden war. .Wer ist das Mädchen, das sich meiner so annahm?"

in

(Post (2472

Meine Kammerjungfer, Herr Smitt."

Ah so. Nun noch eine Bitte meine Gnädigste: Würden Sie mir gestatten, meinen Freund bei Ihnen einzuführen? Er ist sicher sehr neugierig darauf, seineLorelei" kennen zu lernen."

he.Die Herren werden mir jederzeit will- bünmen sein."

gebühr Im Flur stand Minna und reichte John e 1. jutraulich die Hand, die er einen Augenblick ftsthielt, dann öffnete sie ihm die Hausihüre.

sich darüber irgendwie aus, wie es denn eigent­lich möglich war, daß, wenn die britischen Reiter dem auf ungesatteltem Pferde in Hemd und Hoie an einem bitter kalten Morgen (der so frostig war, daß das Oel in den Flinten zu­sammenfror). davon reitenden Präsidenten bis auf ein paar Schritte Entfernung auf den Fersen waren und ihn mit unfehlbarer Sicherheit er­kannten und identifizirten, sie nicht ohne weiteres die Verfolgung in Masse aufnahmen und Steijn schleunigst zur Strecke brachten.

Es hat daher die Behauptung alle Wahr­scheinlichkeit für sich, daß die intereffanten Nebenumstände, mit welchen die Einnahme der Stadt Reitz vom britischen Hauptquartier und von den englischen Kriegskorrespondenten, von letzteren mit Hilfe des unfehlbaren Preßcensors ausgeschmückt wurde, ganz und gar in das Reich der Mythe gehören und einzig und allein ein Glied in der fabelhaften Kette von Lügen und Entstellungen bilden, welche die Engländer während der ganzen Dauer des Krieges mit plumpster Naivität und größter Gewissenlosig­keit geschmiedet haben und noch heute fort­während und unentwegt verlängern.

Die Londoner Regierungsblätter und die Organe der Jingos machen sich natürlich durch­weg über diese neuestePro-Buren-Erfindung", die nur zusammengebraut wird, um die wahren britischen Patrioten irre zu führen, nach besten Kräften lustig und befassen sich wieder einmal vergebens mit der Sysiphus-Arbeit, die Welt glauben zu machen, daß es, wie in diesem Falle, wie überhaupt stets, ein unanfechtbarer Beweis für irgend eine Meldung sei, wenn deren Wort­laut und Inhalt zu den offiziellen Bekannt­machungen des Londoner Kriegsamtes gehöre. Es kommt dabei gar in Betracht, daß unzählige Publikationen des britischen Kriegsministers bereits durch den Gang der Ereigniffe Lügen gestraft wurden.

Zum Zolltarif-Entwurf.

Falsche Zeugen.

Die Entrüstungsstimmen des Auslandes über den neuen Zolltarifentwurf, mit denen die frei­händlerische Presse täglich jetzt ihre Spalten füllt, sind nicht geeignet, die Aufnahme richtig zu illustrieren, die der Tarifentwurf im Aus­land gefunden hat. Das geht aus folgendem New-Yorker Telegramm derMagdeb. Ztg." hervor:Berliner Meldungen, daß der neue deutsche Zolltarif insbesondere gegenAmerika gerichtet sei, find bisher völlig wirkungslos ge­blieben. Die Schutzzollpreffe schweigt, die frei-

Fühlen sie sich auch wieder ganz wohl, Herr Smitt?" fragte sie theilnehmend.

Vollständig, Fräulein aus Wiedersehen."

Dann war er hinaus.

Da Rudolf in den Galerien nirgends zu endecken war, ging John nach Hause, wo er den Freund in der denkbar heitersten Stimmung fand.

Noch unter der Thür stehend, rief John diesem zu:Du wirst staunen über das, was ich Dir zu sagen habe. Deine Lorelei ich

Rudolf kam mit ausgebreiteten Armen auf John zu, indem er freudig bewegt ausrief:So weißt Du die große Neuigkeit schon, Bruderherz, 0 wie bin ich glücklich."

Der Freund riß die Augen weit aus: Welche Neuigkeit? Du kannst doch unmöglich wiffen, was ich Dir eben sagen wollte."

Daß meine Lorelei preisgekrönt wurde, mit der goldenen Ehrenmünze, das ist es doch, nicht wahr?"

Nein, nein," meinte John und schlug nun kräftig in die dargebotene Hand.Aber ich gratulire Dir von Herzen zu diesem Erfolge, Rudolf. Wenn Einer verdient glücklich zu sein, so bist Du es."

Die Freunde umarmten sich mit feuchten Augen.

Da lies selbst."

Rudolf reichte John ein Telegramm hin, das dieser eilig überflog.

Lorelei, goldenen Ehrenpreis erhalten. Papa hat die Frist unserer Trennung von einem ganzen in ein halbes Jahr umgewandelt. Aennchen" laS er.

händlerische Preffe vergleicht die Lage Deutsch­lands mit derjenigen Englands zur Zeit vor der Aufhebung des Kornzolls, hütet sich j e d 0 ch, den Zollkrieg zu empfehlen. Die Auf­regung sei überhaupt verfrüht. DieWorld" sagt, die in der deutschen Preffe ausgesprochene Befürchtung, daß die Rückkehr des amerikanischen Botschafters White nach Amerika das Signal zu einem Zollkrieg sein werde, sei absurd. Der Herold" steht wie gewöhnlich allein mit seiner wüthenden Deutschenhetze."

Die badische Regierung und der Zolltarif.

DieKarlsruher Ztg." bringt in offiziösem Sperrdruck einen Artikel, der offenbar die Stellung der badischen Regierung zum Zolltarif kundgiebt. In diesem Artikel heißt es u. A.:

Die Veröffentlichung des Zolltarif-Gesetzentwurfs bat, wie ja zu erwarten war, die Presse aller Parteien in Bewegung gesetzt. Kein vernünftiger Politiker hatte gehofft, daß der Entwurf auf irgend einer publizistischen Seite vollständige Billigung erfahren würde. Wünschenswerth erscheint uns aber, daß in dem Widerstreit unserer heimathlichen Interessen, wie er in der deutschen Presse laut wird, zweierlei aus­giebigste Berücksichtigung fände: erstens, daß die deutsche Reichsleitung und die verbündeten Regie­rungen nicht berufen sind, sich die Fötdetung der ausländischen Produktion ange­legen sein zu lassen, sondern dafür zu folgen haben, daß deutsche Interessen, allerdings im Rahmen langsristiger Handelsverträge, gewahrt werden; und zweitens, daß wie sich aus dem vorstehend Gesagten folgerichtig ergiebt die jetzt publizirten Tarifsätze nur unverbindliche Vorschläge sind, deren Be­rechtigung und Nützlichkeit der Ueberprüfung durch den Bundesrath und, je nach dessen Entscheidung, durch den Reichstag unterliegt".

Das ist auch der Standpunkt der preußischen Regierung, die bekanntlich sofort bei der Be­kanntgabe des Entwurfs das in derNordd> Allg. Ztg." festgelegt hat. Es ist das aber auch ganz selbstverständlich, daß der Entwurf noch manche Abänderung erfahren wird; dafür ist es eben ein Entwurf. Unverständlich bleibt daher, wie freihändlerische Blätter die Erklärung der badischen Regierung als Unter­stützung ihrer Angriffe gegen den Entwurf be­grüßen. Eher hätten sie aus dem Passus über die Wahrung deutscher Jntereffen das Gegen- theil entnehmen können.

* * *

T e deutsche» Kammgaruspiuurr wollen gegen den neuen Zolltarif Stellung nehmen, da dieselbe ihren Interessen nicht entspreche. Insbesondere wird ?geltend gemacht, daß Kammgarn, welches einen viel» ach höheren Arbeitswerth als Streichgarn enthält, niedriger als dieses tarifiert wird. Man will ferner die gesetzgebenden Körperschaften zu überzeugen suchen, daß die deutschen Kammgarnspinnereien sich immer

Das ist allerdings eine freudige Nachricht, doch die meinige ist ebenfalls überraschend. Denke Dir. Deine Lorelei sie lebt ich habe mit ihr gesprochen, genau so sieht sie aus, wie auf jenem Oelbilde, das Du Dir geliehen, nur etwas voller das Gesicht, etwas üppiger die Figur, aber sofort zu erkennen."

Nicht möglich! Erzähle doch, wo sahst Du sie und wann?"

Rudolf war sehr überrascht, er konnte es kaum erwarten, bis John fortfuhr:

Es ist die berühmte Tragödin Liese Cor­netti, Du wirst sie sehen, ich führe Dich hin, ein wunderbares Weib, ich sage Dir, dieses Haar, diese Augen, nie sah ich dergleichen."

Nun, Du wirst doch nicht"

Still, Rudolf, erst sehen, dann urtheilen."

Nun wenn sie so ist, wie auf jenem Bilde, dann muß sie freilich ein Weib von seltener Schönheit sein."

Das ist sie auch, Freund, Du wirst staunen, dabei ist sie gar nicht stolz, sondern von einer Liebenswürdigkeit, die ihres Gleichen sucht."

John erzählte nun sein Erlebnis, wobei auch der Name Minna oft genannt wurde und zwar glaubte Rudolf, der den Freund aufmerk- fam betrachtete, in dessen Augen einen wärmeren Glanz zu bemerken, so oft er auf das Mädchen zu sprechen kam.

Der junge Maler drohte lächelnd mit dem Finger:Du, Du wenn mich nicht alles täuscht, so ist diese Minna Dir nicht ganz gleichgiltig."

John wurde roth.Was fällt Dir ein, ich sah sie heute zum erstenmale."

mehr auf die Verarbeitung grober Wolle einrichten und deshalb wohl im stände sind, guten Ersatz für englische Garne zu liefern. Gegen die englische Ein­fuhr von Wollgarn, die noch über 100 Millionen Mark im Jahr beträgt, muffe die deutsche Kammgarn­spinnerei genügend geschützt werden.

Der Zolltarif «nd das Ausland. Mit einem wabren Bienenfleiße wurden alle Preßstirnrnen des Auslandes gegen den Zolltarifentwurf gesammelt. Aber diese Preßstirnrnen genügen natürlich unseren ganz- oder freihändlerischen Organen noch lange nicht. Sie lassen sich noch allerlei Briese von ausländischen Freunden schreiben. Natürlich find das angeblich alles Leute, die es mit Deutschland ganz besonders gut meinen und nur deshalb gegen den Zolltarif scharfen Protest einlegen. Die sattfarn bekannte Wiener Neue Freie Presse" ist wie Hervorgehobeu wird, durchaus deutschfreundlich", ja die österreichische sozialdemokratischeArbeiter-Zeitung" wird mit Ge- uugthuung zitirt, weil sie erklärt, .Deutschlands Feinde werden den neuen Zolltarif mit Jubel begrüßen. Aber sie dürften zu früh triumphieren Das deutsche Volk werde dem Entwurf ein unrühmliches Ende bereiten." Ja, in aller Welt, seit wann find denn die österreichischen Sozialdemokraten Deutschlands Freund?! Seit wann ist denn die Sozialdemokratie überhaupt um die Größe und das Wohl Deutschlands so ängstlich besorgt? Daß die produzirenden und erportrrenden Kreise in Oestereich, Rußland, Amerika u. s. w. zur Förderung ihrer Zwecke den deutschen Zolltarif anders fich wünschen, ist sehr begreiflich. Er soll doch auch garnicht ihre, sondern die Inter­essen der deutschen Produktion wahren.

Deutsches Reich

Bertt«, 31. Juli

Der Kaiser ließ anläßlich der Wiederkehr des Sterbetages des Fürsten Bismarck einen Lorbeerkranz mit weißer Schleife, worauf sich der kaiserliche Namenszug nebst Krone befindet, in der Gruftkapelle in Friedrrchsruh niederlegen.

Auf besonderen Befehl des Kaisers sind sämtliche Mannschasten des i n P e k i n g eilige« schloffen gewesenen Detachements v Soden zu Unteroffizieren befördert worden.

Die .Gera" mit dem Grafen Waldersee an Bord holte die heimkehrende Panzerdivission am 26. Juli vormittags ein. Walderfee ließ derselben durch Flaggenfignale herzliche Grüße und glückliche Reise wünschen.Gera" formierte die Panzerdivission, Kiellinie, die Besatzungen nahmen Paradeausstellung. Sobald dieGera" das hinterste Schiff der Divission erreichte, ertönte Salut. Unter dem Donner der Ge­schütze. dem dreifachen Hurra der Mannfchasten und den Klängen des Preußenmarsches fuhr dieGera" an den in derselben Richtung gehenden Panzern vor­über. Der Marschall nahm, an den mit Rauch gefüllten Kolossen vorbeifahrend, von der Komandobrücke der Gera" die Parade über die Panzerdivifsion ab. Am Sonnabend Nachmittag wurde Malta, am Sonntag Biserta passiert.

Ein Bataillon deutscher Truppen aus Ostafien soll den Rückweg über Triest nehmen und in Wien sestlich begrüßt werden.

Der Provinziallandtag in Danzig genehmik te einstimmig en bloc die Vorlage betr. die Bewilligung

Ach was, so etwas kommt über Nacht. Na wir werden ja sehen; wann gehen wir denn hiw?"

Ich denke morgen, oder übermorgen."

Gut, also morgen."

Der folgende Tag war ein Sonntag und brachte lachenden Sonnenschein, einen herrlichen, wonnigen Frühlingstag.

Arm in Arm wanderten die Freunde dahin und athmeten in vollen Zügen dte milde Luft. Ueberall begegneten ihnen geputzte, fröhliche Menschen, die sich alle des Ruhetages freuten.

Endlich blieb John vor einem hübschen, kleinen Hause stehen und deutete mit der Hand nach den geöffneten Fenstern.

Dort, Rudolf, siehst Du!"

In diesem Moment überzog eine tiefe Röthe das bleiche Gesicht des Amerikaners. Rudolf folgte dem Blick der leuchtenden Augen und gewahrte an einem der Fenster den kleinen wohlgeformten Kopf eines jungen Mädchens.

"Ist das die gepriesene Minna?" fragte er und schaute dabei mit so eigenthümlichem Forschen dem Freunde in das lächelnde Gesicht, daß dieser noch röther wurde, als zuvor.

Geh', Rudolf, Du bist abscheulich!" rief et und ging dem freundlichen Mädchen ent­gegen, dem er herzlich die Hand schüttelte.

Die Herren wollen gewiß zur gnädigen Frau," sagte Minna und trippelte vor ihnen her, um bie Thüre zu öffnen.Sie ist in die Kirche gegangen, wird aber kaum eine Viertel­stunde mehr ausbleiben, vielleicht möchten Sie einstweilen Platz nehmen?" Dabei schob das Mädchen einige elegante Sesselchen zurecht.

(Fortsetzung felgt.)