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mit dem Kreisvlatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

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etwas zuviel des Guten thun wollen. Wenn damit die chinesischen Verdrehungen erleichtert werden, braucht man sich nicht zu Wundern.

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Kandidatur Smalaky? auf dem Platze erschienen war, der Wahlurne fern, oder gab dem frei­sinnigen Volksparteiler Schaak die Stimme. Hieraus erklärt sich der allerdings nur geringe Stimmenrückgang der vereinigten Konservativen und Littauer. Es ist zweifellos, daß jetzt bei der entschiedenen Stichwahl, wo sich's um die Frage handelt, ob Sozialdemokraten einen neuen Kreis erobern sollen, die Gleichgiltigen und Mißvergnügten sich aktiv beteiligen werden und daß der Kandidat der Ordnungsparteien mit erheblicher Mehrheit siegt.

DerVorwärts", das sozialdemokratische Parteiorgan, stellt sich allerdings so, als ob er an einen sicheren Sieg seines Kandidaten glaubt. Er schiebt die Sache einfach auf die zollpolitischen Leisten und meint, es ständen jetzt die Brot- vertheuerer und Brotverbilliger im Kampfe gegenüber, und da die Brotverbilliger, Sozial­demokraten und Freisinnige, im ersten Wahl­gange eine Stimmenmehrheit aufzuweisen hätten, so würde Braun zweifellos siegen. In der Rechnung befindet sich jedoch ein recht grober Fehler, die ostpreußischen Wähler denken nicht daran, sich durch solche hohlen Schlagworte ein­fangen zu lasten.

Wenn in den Blättern des Handelsvertrags­vereins der Ausgang der Wahl jetzt ausgenutzt wird zu freihändlerischen Zwecken, um den Anschein zu erwecken, als ob in dem Ausgang der Wahl eine Absage der Bevölkerung an die Politik des größeren Zollschutzes liege, so ist das ein großer Jrrthum. Wäre dem so, so hätte doch der Freisinn, hinter dem der Handelsvertrags­verein mit seinen reichen Geldmitteln steht, einen Stimmenzuwachs aufweisen müssen. Das Gegentheil aber ist der Fall; er hat einen nicht unerheblichen Rückgang zu verzeichnen. Der Stimmenzuwachs des Sozialdemokraten Braun hat aber andere Ursachen als zollpolitische. Im Jahre 1890 waren überhaupt noch keine Sozial­demokraten in jenem Kreise. Im Jahre 1896 erhielt der Sozialdemokrat Lorenz 1805 Stimmen und im Jahre 1898 wuchs die Zahl der sozial­demokratischen Stimmen, ohne daß zollpolitische Fragen auf der Tagesordnung standen, auf 3015. Das Wachsthum der Sozialdemokratie steht also auf einem anderen Brett, als dem der Zollpolitik.

Der südafrikanische Krieg.

Ein erfolgloser Burenangriss.

Von einem Angriff der Buren auf die Stadt Aberdeen berichtet das LondonerBureau Laffau" vom Dienstag. Danach machten die in die Kapkolonie eingefallenen Buren einen ent­schlossenen Angriff aus die nur etwa 175 Kilo­meter von der Küste gelegene Stadt Aberdeen, südwestlich von Middelburg. Der Angriff be­gann Morgens 7 Uhr, die Buren standen in vorzüglicher Deckung, aber ihr Feuer auf die Stadt blieb wirkungslos. Die englische Be­satzung machte, unterstützt von der Stadtwache, einen Ausfall und trieb die Buren unter heftigem Feuer zurück; am folgenden Tage wurde der Angriff erneuert und die Buren beunruhigten die englische Besatzung den ganzen Tag, bis die australische Artillerie sie mit einem Fünfzehn- pfünder zerstreute und zum Rückzug in die Berge zwang.

Sonstiges vom Kriegsschauplatz.

De Wet und Steijn haben, wie die Londoner Daily News" melden, die Bahn bei Heilbronn Road auf dem Marsche nach Westen pasfirt und find nun zwischen Vaal und Rhenoster mit einem Kommando. De Wet lagert niemals zusammen mit der ganzen Mannschaft, seine Leute trennen sich Nachts, um sich am nächsten Tage wieder zu treffen. Eine allgemeine Be­wegung der Buren gegen Süden ist bemerkbar. Ferner wird berichtet, Delareh habe das Kom­mando bei Klerksdorp darüber aufgeklärt, daß keine Hoffnung mehr bestehe auf eine europäische Intervention, die Buren müßten den Krieg allein zu Ende durchfechten.

Ein originellerPferdefang" durch die Buren geschah zu Nelspoort in der Nähe von Beaufort. Dort wohnt ein sehr reicher Farmer D. Villiers, ein eingefleischter Jingo. Derselbe veranstaltete für die Offiziere und Mannschaften, die zum Schutze des Pferde­depots dort stationirt waren, ein abendliches Festessen. Japanische Lampen erleuchteten den Festplatz, man und trank und war guter Dinge, denn vom Feinde war ja weit und breit keine Spur zu sehen. Nach dem Katzenjammer fiel es am nächsten Tage einem unter ihnen doch auf, daß einige Pferde so mager aussähen wohl in Folge der versäumten Fütterung am Festabend; daß die Hufeisen einiger Pferde

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da sie inzwischen im amtlichen Organ der kap- ländischen Regierung veröffentlicht worden ist, ist daran nicht länger zu zweifeln. Westerfield ist amerikanischer Staatsangehöriger, erst seit drei Jahren überhaupt in Südafrika, im übrigen völlig abhängig vow den Direktoren der Debeers Compagnie.

Erscheint uns schon an und für sich die Er­nennung von Ausländern zu Wahlkonsuln wenig erfreulich, so dürste gerade jetzt bei den so schwierigen Zeitläuften in Südafrika die Er- mennung von ganz unabhängigen, rückensteifen Männern zu Konsuln doppelt nöthig sein. Ist augenblicklich eine solche Persönlichkeit deutscher Reichsangehörigkeit, was ja sehr wohl möglich ist, in Kimberley nicht vorhanden, so sollte man das Konsulat eben vorläufig kommistarisch durch einen Berufskonsularbeamten verwalten lassen. Dies ginge um so leichter, als beim General­konsulat in Kapstadt gegenwärtig drei Vice­konsuln angestellt find, die unter der Last der Geschäfte kaum erliegen dürften. Zudem be­darf die kommiffarische Verwaltung eines Konsulats keiner besonderen Bewilligung im Budget.

Es ist wirklich nicht einzusehen, so bemerken dazu mit Recht dieAlld. Bl.", warum wir, wenn schon sonst so viele deutsche Interessen in Südafrika preisgegeben worden find oder werden mußten, nicht wenigstens durch eine energische und ausgedehnte Konsularvertretung zu retten suchen, was zu retten istund wenn's einen Thaler kostet."

servative und Littauer haben nicht immer eng zusammengestanden, als daß ein solcher mpromißkandidat nicht hier und da auf eifel gestoßen wäre. Noch bei der Wahl im re 1898 standen sich Konservative und Littauer s Kämpfer gegenüber. Es war deshalb in em Grade überraschend, als es beim Beginn

bat. Was thäte er denn mit Deinem väter­lichen Segen, wenn ich ihn ausschlug?"

Nun, wenn Ihr doch schon einmal so weit seid, was soll ich denn da noch machen, mir bleibt einzig übrigJa" zu sagen."

Papa, Herzenspapa," jubelte Aennchen,o wie lieb ich Dich habe."

Er wehrte lächelnd dem glückseligen Kinde und trat zu Rudolf, diesen durch eine Handbe­wegung zum Sitzen einladend, dann nahm er gleichfalls Platz.

Im Laufe der Unterhaltung, die ziemlich lebbaft war, richtete der Major plötzlich das Wort an Rudolf:

Sie verzeihen, wenn ich eine etwas indiskrete Frage an Sie richte."

Bitte, Herr Major."

Wird denn mein Kind bei Ihnen, ich meine wird sich Aennchens Zukunft auch sorgenlos ge­stalten?"

Es war ihm offenbar schwer geworden, diesen heiklen Puntt zu berühren.

Sie können darüber vollständig beruhigt sein, Herr Major," sagte der Angeredete ver­bindlich, denn nie hätte ich gewagt, meine Hand nach solch köstlichem Gut auszustrecken, wenn ich mir sagen müßte, daß das Leben Ihrer Tochter an meiner Seite nicht völlig sorgenfrei wäre. Meine verstorbene Mutter hat mir ein Kapital von solch beträchtlicher Höhe hinterlassen, daß besten Zinsen allein ausreichen würden, ein be­hagliches Leben zu führen. Außerdem bin ich der alleinige Besitzer eines stattlichen Hauses in A . . ., nebst dem dazu gehörigen Garten, nun ich denke, meine Kunst wirft ein ganzes hübsches

Umschau.

Ein Beitrag zur Kolonialpolitik.

Vor einiger Zeit schon meldete dieRhein.- Wests. Ztg.", daß ein Herr Westerfield deutscher Wahlkonsul in Kimberley geworden sei; wir konnten zunächst an diese Nachricht nicht glauben;

Sümmchen ab, selbst wenn ich sie nicht als Hauptnahrungszweig betrachte."

Der Major war befriedigt. Wenn diesem jungen Manne auch der Adel fehlte, so wurde Aennchen doch glücklich; über das andere mußte man sich eben hinwegsetzen.

Ja Kinder," hob Herr v. Krön nach kurzer Pause wieder an,was glaubt Ihr, was Mama zu alledem sagen wird?"

O, sie wird, sie mußJa" sagen," lachte Aennchen,ich zweifle nicht daran."

Nun, ich gehe jetzt, sie mit dem Vorgefallenen bekannt zu machen.

XIV.

Vierzehn Tage später reiste das junge Braut­paar in Begleitung der Frau^Mama, der neu­gebackenen Frau Majorin von Krön, zu Onkel Rudolf, um diesem, sowie der Großmama, der Baronin von Hagedorn, den Bräutigam Aenn­chens vorzustellen.

Das junge Mädchen war von Jugend auf alljährlich einige Wochen Gast bei dem geliebten Onkel gewesen, wo sie stets mit Freuden be­grüßt wurde.

Auch heute war der Empfang zwischen dem Onkel und Aennchen ein ungemein herzlicher und freudiger.

Baron Rudolf war noch immer ein recht stattlicher Herr, trotz seiner vorgeschrittenen Jahre. Wenn auch Haupt- und Barthaar ziemlich ergraut war und das gütige Gesicht verschiedene Falten auswies, so zeigte er doch noch immer eine stramme Haltung und die Augen blickten noch genau so frisch wie einst.

(Fortsetzung folgt.)

Mann zärtlich,wenn ich auch nicht hoffen durfte, Dich jetzt schon sehen zu können."

Er strich sanft über ihr seidenweiches glänzendes Haar und küßte den süßen Mund.

Glaubst Du, daß Deine Eltern unseren Herzensbund segnen werden?" fragte er wieder.

Sei ohne Sorge, Rudolf; Papa hat mich sehr lieb, er wird meinem Glücke nicht im Wege stehen und wenn er will, so stimmt Mama ihm sicher bei."

Rudolf nahm lächelnd das vorhin fortge­schobene Heft, um es zu durchblättern, doch Aennchen griff hastig darnach.

Nein, nein!" rief sie, Du sollst es nicht lesen, Du wirst mich auslachen ich komme mir ja so klein, so unbedeutend vor, Dir gegenüber."

Aber Aennchen, wir wollten doch den Roman schreiben."

In diesem Augenblick wurde die Thüre ge­öffnet und der Major stand auf der Schwelle. Er machte erstaunte Augen, als er die beiden erblickte, hatte aber nicht Zeit, irgend welche Fragen zu stellen, denn Aennchen flog an seinen Hals.

Liebster, einziger Papa, sei mir nicht böse ich L wir haben uns so lieb, Papa- chen und haben uns eben verlobt."

So, soo," machte dieser gedehnt.Ver­lobt uud hinter meinem Rücken?"

Nicht doch, Herr Major," fiel Rudolf, der aufgesprungen war, ein.

Du darfst das nicht sagen, Väterchen," schmeichelte Aennchen.

Rudolf mußte doch erst wiffen, ob ich ihn auch haben will, ehe er Dich um meine Hand

........... .... __ a Aennchen," klang es dann noch einmal, man sah es, der isnge Mann war kaum imstande, seine Unge-

lunge Mann war kaum imstande, Mb zu bezwingen.

Wie es eigentlich zugegangen, «fiden nachher selbst nicht mehr recht. Sie Gelten sich wortlos umschlungen und fühlten sich Meschreiblich glücklich.

Es trieb micht fort von zu Hause, ich wollte vir wenigstens nahe sein," sagte der junge

Dir Fraerlirse.

Original-Rowan von Irene v. Hellmuth.

(Fortsetzung

! Es war ihr nicht ganz klar, hatte sie den Samen wirklich ausgesprochen? War es mög­lich Ging er denn nicht da unten? Hatten to sehnsüchtigen Gedanken ihn hergezogen? Kein Zweifel, er war es und hatte sie schon bemerkt. Seine Augen hingen wie in stummer Frage an den ihren; rasch und unbesonnen rief rr ein kurzes: Darf ich kommen?" hinauf. Soft unbewußt nickte Aennchen lächelnd mit Mr Kopfe.

Gott wie ihr das Herz klopfte, wenn jemand beobachtet hätte; doch nein, weiter hasteten sie Menschen auf der Straße, keiner hatte sich

worbene Reichstagserfatzwahl in der nordöst­lichsten Ecke des deutschen Vaterlandes, in dem

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(-Seist Dresier.

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Der Sühnegang des Prinzen Tschun.

Der Sühnegang des Prinzen Tschun nach Berlin wird von derOstasiatischeKorrespondenz" bezeichnet alseine Erwiderung des Besuches des Bruders des deutschen Kaisers in Peking durch den Bruder des Kaisers von China." Das ist eine starke Leistung in der Fälschung der Thatsachen. Denn es handelt sich bekanntlich um einen Bußgang, durchaus nicht um einen Besuch aus freundschaftlichen Beweggründen. Zu dieser falschen Auffassung haben aber die deutschen Vertreter in China mitgeholfen; denn sie haben dem Prinzen Tschun einen so prächtigen und festlichen Abzug bereitet, als handele es sich wirklich um einen Besuch aus herzlicher Freundschaft. Die genannte Ostasiatische Korrespondenz" aber wird beein- stußt von der Chinesischen Gesandtschaft in Berlin!

Wir haben neulich schon darauf hingewiesen, daß auch die Berliner amtlichen Stellen an­scheinend bei dem Empfang des Prinzen Tschun

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Wenige Sekunden vergingen, der junge Stann schien geflogen zu sein, da stand er schon m der geöffneten Thüre, dem aufgeregten Mäd- Hen gegenüber und hatte vergesten, was er siagen wollte.

Aennchen!" rief es jubelnd.

Zimm-- kezirk Memel-Heydekrug, hat im ersten Wahl- hör, zuM nange zu einer Entscheidung nicht geführt. Um (4743 hjx Siegespalme ringen der konservativ-littauische F______Kompromißkandidat Matschul, der freisinnige

lUllNK Msparteiler Schack und der socialdemokratische 1 -Mmgsberger Redakteur Braun. Der Kompromiß-

mdidat der Konservativen und Littauer hat die solute Stimmenmehrheit nicht ganz erreicht, hat sich noch einmal in engerer Wahl mit nem socialdemokratischen Gegner Braun zu flen. Für den Kenner der dortigen Partei- Zhältnisse kann es keinen Augenblick zweifel­st fein, daß Matschul! im zweiten Wahlgange P E^ählt wird. Wenn er nicht bereits im ersten Ul|l|t Wahlgange als Sieger durchs Ziel lief, so liegt 9 ® in ungünstigen örtlichen Verhältnissen, vor em in der Kompromißkandidatur selbst.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- uno Feiertagen.

Eonntagsbeilagk: Jlluftrirtes Sonntagsblatt. c*rtfirn

Druck und Bering: Joh. Aug. Koch, Universitäts-Buchdruckern OV.

Marburg, Markt 21. Telepbon S5

Vierteljährlicher BezugSvreis: bei der Expedition 2 Mtt en» bei allen Postämtern 2,26 Mk. (ejd. Bestellgeld).

kli JnsertiautzgebShr: die gefloßene Zelle oder deren Raum 10 Pfg.

Reelamen: die Zelle 26 Pfg.

alten und Landbriefträgern entgegen- lornmen.

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jetzigen Wahlkampfes hieß, die Konservativen itteu sich mit den Littauern auf einen ge- kinzipfU Ainsamen Kandidaten geeinigt. In konserva- biuaeben' Kreisen herrschte einiges Mißtrauen <5098^en diese Kandidatur, und so ist es gekommen, die Konservativen des Kreises nicht Mann Mann zur Wahlurne schritten. In den (ölWRhen der Littauer machte sich eine ähnliche ftp Wthnende Haltung zum Kompromiß bemerkbar, llv i Hu «tttauer sind nicht durchweg konservative , insolgedessen blieb ein Theil von ihnen, im Jahre 1898 für die vom littauische

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