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industrielle Thätigkeit durchströmte.

Unter diesen ungünstigen Verhältnissen treten wir an die wichtige Ausgabe heran, deren Lösung aus lange Zeit hinaus über das Wohl und Wehe unserer । ewerbthätigen Bevölkerung entscheiden soll, an die ! Erneuerung der Handelsverträge.

Ein Blick auf die Ziffern der Berufsstatistik, lche uns zeigt, daß im Jahre 1895 von der deutschen völkerung nur noch 35,7 pCt. zur Landwirthschast, egen 50,8 pCt. zu Bergbau, Industrie, Handel und

und da der Weg in die Billenstraße, wo Frau Brandes wohnte, gar zu weit war, nahm Liese eine Droschke und fuhr hinaus.

Das Haus war mitten in einem parkühn- lichen Garten gebaut, den ein eisernes Thor nach der Straße zu abschloß. Tiefe Ruhe und Stille herrschte hier. Rechts vom Eingang, wo ein breiter Kiesweg zum Hause führte, lag ein großes Gewächshaus, das entzückende Lorbeer- und Orangenbäume, seltene südländische Blumen und Blattpflanzen enthielt. Liese staunte über die Pracht und Fülle, die hier herrschte; die Besitzerin all dieser Herlichkeiten mußte ein beneidenswertes Leben führen, und doch war sie nicht ganz zufrieden, da ihr eigene Kinder versagt geblieben waren.

Sie führte Liese durch das Haus und Garten und zeigte ihr mit sichtlichem Stolze verschiedene Palmengruppen, die wirklich seltene Exemplare enthielten. Eine wohlthuende feuchtwarme Luft herrschte in dem Treibhause, erfüllt vom Dufte der verschiedensten Blumen, die in allen Farben leuchtend, darin umherstanden. Liese vergaß für kurze Zeit ihr Weh, das in den Tagen ihre Brust zu zersprengen gedroht hatte.

Aber schneidend und tief schmetzlich brach es wieder hervor, als sie abschiednehmend vor Frau Brandes stand, die Augen voll Thränen.

Rudolf saß ruhig am Boden und spielte, doch als er sah, wie die Mutter sich zum Gehen wandte ohne ihn mitzunehmen, streckte er die Händchen so verlangend nach ihr aus, der kleine Mund verzog sich zum Weinen, bittend schauten die großen Kinderaugen zu ihr auf und fast wie eine Frage klang eß, als er kläglich und leise „Mann, Mann" stammelte.

Seufzend fügte sich Liese in das Unvermeidr siche und theilte brieflich dem Direktor ihren Entschluß mit. Derselbe kam am folgenden Tage selbst mit Frau Brandes, seiner Schwester, um die Damen miteinander bekannt zu machen.

Frau Brandes war eine vornehme Er­scheinung, ihre feinen Züge trugen den unver- kmnbaren Stempel' einer seltenen Herzensgüte und Liebenswürdigkeit. Das schon vollständig ergraute Haar war in dicke Puffen geordnet, die ganze Gestalt neigte etwas zur Fülle und aus dem rundlichen Gesicht blickten die Augen recht hell und frisch hervor.

Sie zeigte sich entzückt von dem reizenden Kinde, das verlangend die kleinen Händchen Nach den rothwangigen Aepfeln ausstreckte, die sie ihm lächelnd entgegenhielt.

[ Liese überzeugte sich bald, daß es ihrem " Kinde im Hause der sehr wohlhabenden, feinen Frau an nichts fehlen würde.

Frau Brandes hätte den Kleinen sofort mit- ilknommen, doch Liese bat noch um einen kleinen Aufschub, sie wollte ihn nächster Tage selbst "dringen.

M Tas war nun freilich ein schwerer Gang

stimmtheit, sie wäre von hoher Abkunft, aber von ihrer Familie verstoßen worden.

Die seltsame Dorliebe, die der strenge un­nahbare Direktor für Liese gefaßt hatte, wurde auch nicht selten der Gegenstand des ver­schiedensten Klatsches. Sie bekam immer die schönsten Rollen zugetheilt und wurde von dem Direktor fast mit Ehrfurcht behandelt.

Daß sie ein Kind besaß, wußte niemand. Nur selten und nur am Abend fuhr Liese hinaus nach dem stillen Hause in der Villenstraße, um ihren Rudolf zu fehen.

Dann saß sie stundenlang an seinem Bett- chen und schaute auf das liebliche Kindergesicht, das so rosig und friedlich in den Weißen Kiffen lag und so süß schlummerte.

Frau Brandes hatte ihm eigens ein reich­geschnitztes Bettstättchen mit Weißen, blau unterlegten Spitzenvorhängen machen laffen. Das Knäblein fühlte sich sichtlich wohl bei seiner neuen Mama und hatte nach Kinderart die rechte Mutter schon vergeffen, ehe eine Woche vergangen war.

Rastlos und unermüthet arbeitete Liese, um das hohe Ziel, das sie sich gesteckt, eine edjte, rechte Künstlerin zu werden erreichen zu können. Sie gönnte sich nicht Ruhe und Erholung mehr; in der ersten Zeit studierte sie Wohl meistens deshalb Tag und Nacht, um den nagenden Schmerz zu betäuben, den die Trennung von dem Kinde ihr bereitete, später aber erfaßte sie ein wahrer Taumel, ja sie wollte verehrt, ver­göttert werden, der Beifall, den die Menge ihr spendete, berauschte sie förmlich wie feuriger Wein.

(Fortsetzung folgt.)

geben wir zu bedenken, was dieser Tage das „Berliner Tageblatt", — das gewiß nicht im Verdacht steht, sich an dem „agrarischen Treiben" zu betheiligen — in einer offenherzigen Stunde schrieb. Es sagte:

setzung des dauernden wirthschaftlichen, sozialen und politischen Wohls unseres Vaterlandes.

Es ist ebenso leicht wie unsinnig, dieses Streben mitSchlagworten wie „agrarischeTreibe- reeen" zu belegen. So leicht hätte es sich aber die Handelskammer, bezw. der Verfasser der einleitenden Bemerkungen des Berichts nicht machen dürfen. Er hätte sich leicht davon über­zeugen können, daß selbst in den Kreisen des Handels weite Kreise absolut nicht geneigt sind, die Landwirthschast der Auslandskonkurrenz preiszugeben. Fand doch auf dem Deutschen Handelstag ein Antrag des Direktors Pulver­macher, eines Mitgliedes der Casseler Handels­kammer, der sich gegen die Erhöhung der Ge­treidezölle aussprach, nur eine Mehrheit von 147 gegen 143 Stimmen, hat sich doch die Nach­bar-Handelskammer in Göttingen gerade so wie eine Anzahl süddeutscher Handelskammern für eine Erhöhung der Getreidezölle ausgesprochen. Und wie die Industrie selbst darüber denkt, das wird den Herren in Cassel auch wohl zu Ohren gekommen sein. Deshalb glauben wir auch, daß die Anschauungen, die in den oben citirten Auslassungen niedergelegt sind, keines­wegs die Ansicht aller Mitglieder der Handels­kammer wiedergeben; daß vielmehr auch zahl­reiche Mitglieder der Kammer an dem Grundsatz des Zusammengehens der produktiven Stände festhalten. Hoffen wir, daß dieser Grundsatz auch bei den künftigen Handelsver­trägen zu voller Geltung gelange.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- uno Feiertagen.

-^^Eo«»tagSbeilage: JlluftrirteS Sonntagsblatt. oe

und Verlag: Joh. Aug. Koch, Universitäts-Buchdrucker« ob.

Marburg, Markt 21. — Telepbon 55.

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Liese ertrug diesen Augenblick nicht länger, sie eilte zur Thüre hinaus, wie verfolgt jagte sie den Kiesweg entlang, ohne sich auch nur noch ein einziges Mal umzusehen, bestieg sie die wartende Droschke, welche im raschen Trabe davonsuhr. Frau Brandes, welche ihr nicht zu folgen vermocht hatte, wischte sich eine Thräne aus dem Auge und kehrte nachdenklich und langsam zum Hause zurück.

11.

„Ja, die „Feuerliese" feierte ihre Aufer­stehung. Auch in dem neuen Wirkungskreis erhielt sie diese Bezeichnung, wenigstens unter dem Theaterpersonal. Niemand vermochte zu sagen, wer diesen Namen zuerst genannt, wo er aufgetaucht war, oder woher man ihn kannte.

Der Direktor rieb sich vergnügt die Hände, es war eingetroffen, was er schon geahnt als er Liese zum erstenmale gegenübergestanden: Sie wurde der Stern, den alles bewunderte, er merkte es wohl an seinem außerordentlich guten Kassenbestand, daß sie „zog".

Es gab immer ein volles Haus, wenn die Liese Cornetti — das war ihr neuer Theater­name — auf dem Zettel stand. Sie spielte auch wirklich hinreißend, es lag ein eigenthüm- licher Zauber über ihrem ganzen Wesen ausge­breitet, trotz, oder gerade wegen des tiefen Ernstes, den das liebliche Gesicht stets zeigte, fand man sie entzückend.

In Theaterkreisen raunte man sich freilich verschiedene Dinge über die schöne Corrietti zu. Die einen behaupteten, sie sei von ihrem Manne geschieden, die anderen wollten wiffen, daß sie eine Gräfin sei, einige sagten sogar mit Be-

Ganz unsere Ansicht! Aber es tritt noch ein neues Moment hinzu. Es ist eine That- sache, daß ein Theil unserer Exportindustrie, — und gerade der wichtigste — die Textil- und die Eisenindustrie, mit wachsenden Schwierig­keiten zu kämpfen hat, weil der Auslandsmarkt durch allerhand Zollchikanen, durch politische Wirren, durch Erstarkung der gleichen Industrie­zweige in den bisherigen Absatzgebieten mehr und mehr eingeschränkt worden ist. Es heißt die Sachlage völlig erkennen, wenn man glaubt, daß wir unsere Exportindustrie vor solchen Einschränkungen schützen können. Denn aus welche Weise sollte man denn solchen Schutz ausüben? Gerade die Schläge, die nach dem Handelskammerbericht auch in Heffen die Eisen- und Textilindustrie unter der Herrschaft der gewiß für die Industrie günstigen Handels­verträge erlitten haben, lehren, daß das beste Gegengewicht gegen eine derartige Bedrängniß ein kaufkräftiger Jnlandsmarkt bildet. Suchen wir ihn zu stützen und zu erhalten, so fördern wir auf die nachhaltigste und beste Weise auch unsere Industrie, nicht aber dadurch daß wir zu Gunsten eines treibhausartig auf- schießenden Exportes der Industrie die feste Grund­lage eines ausreichend gesicherten heimischen Marktes entziehen. In einer solchen Entwickel­ung, wie wir sie befürworten, .und damit in dem Streben nach Erhaltung einer wirthschaftlich leistungsfähig bleibenden landwirthschaft- l i ch e n Bevölkerung, erblicken wir eine Voraus-

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(1498

Umschau.

Nv«h«r»ls die Hunnenbriefe.

liebet das „Hunnenthum" und die Ent­stehung von „Hunnenbriefen" spricht eine Zu­schrift der „Köln. Volksztg." vom chinesischen Kriegsschauplatz, in der es heißt, daß in ihrer Allgemeinheit sich die deutschen Soldaten durch menschliches Betragen Vortheilhaft ausgezeichnet hätten. Oft baten die Städte geradezu darum, daß sie deutsche Besatzungen erhielten, und hatten sie ihren Wunsch erreicht, so sorgten sie selbst dafür, daß es den Soldaten an nichts fehlte. Mehrmals kam es vor, daß einzelne Posten eingezogen und anderswohin gelegt wurden. Die Betrübten waren jedesmal jene, von denen unsere Truppen auszogen, und ein großer Theil der Einwohner packte einfach seine sieben Sachen zusammen und zog mit den Soldaten in das neue Quartier. Ja, wie ist es denn möglich, heißt es weiter, daß die Hunnenbriefe entstan­den? Ich hörte eines Tages in einer Kolonne so einen im schönsten kölschen Platt sagen:

! (Nachdruck verboten.)

Die Fe «erliefe.

Original-Roman von Irene v. Hellmuth.

(Fortsetzung.)

„Ja, ja, Lene," meinte die junge Frau aurig, „aber es ist so entsetzlich schwer."

„Du wirst Dich daran gewöhnen, Dein udolfchen ist Dir ja nicht verloren, Du kannst n immer wieder zurück haben, wenn Du

willst."

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„• 3. krank«.

rkehr gehörten, genügt, um die hohe Wichtigkeit der Erhaltung unserer industriellen Thätigkeit zu erkennen, ber diese Thätigkeit kann uns nur erhalten werden durch Schutz und Förderung unseres Exports. Das von den Agrariern mit Vorliebe gebrauchte Schlagwort: „Schutz der nationalen Arbeit", nn es dahin ausgelegt wird, als ob nur der Schutz r dem Inlands konsum dienenden Arbeit und -Produktion eine Berechtigung hätte, ist falsch. Auch die Export - Thätigkeit jeder Art ist nationale Arbeit, umsomehr, als sie dazu beiträgt, deutschem Fleiß und deutscher Thätigkeit im Auslande Geltung zu ver­

schaffen. Je größere politische Machtstellung geworden ist, destomehr drängt unsere mächtig anschwellende Nation über die Grenzen des zu eng gewordenen Vaterlandes hinaus und sucht sich ferne Gebiete zu erobern. Diese Eroberung muß, das lehrt die Kolonial- Geschichte aller Völker, zunächst der Kaufmann aus- führcn. Nur zu diesem Zwecke sandten wir unsere Krieger in ferne Welttheile und unsere Flotte aus die Weltmeere. Das gegen die Handelsverträge ge­richtete agrarische Treiben könnte, wenn es hierbei Erfolg haben sollte, noch schlimmeres Unheil anrichten, als bisher schon geschehen ist, es würde den Lebens­nerv unseres Volkes unterbinden, die Quelle seiner Nahrung und seines Wohlstandes versiegen lassen. Schutz unserer Export-Thätigkeit, das ist für die nächsten Jahre die wichtigste Aus­gabe einer nationalen und zugleich rationellen deutschen Handelspolitik. Der Kampf um die Höhe der Getreidezölle kann nur von diesem Gesichtspunkte aus Bedeutung gewinnen; über die Höhe derselben werden die Verhandlungen entscheiden müssen, aber festzuhalten fein wird daran, daß sie kein Hindernis für die Erneuerung der Handelsver- träge sein und keine Belastung unserer Export- Thätigkeit bilden dürfen, festzuhalten sein wird daran, daß nicht nur dem deutschen Landmann, sondern auch dem deutschen Arbeiter die Möglichkeit der Existenz gewahrt werden muß. Die Erhaltung der ausländischen Absatzgebiete für unsere Industrien ist für unsere Nation eine gebieterische Nothwendigkeit, wenn nicht wirthschaftliche und soziale Gefahren von unberechen­barer Tragwr.jü f^er unser Vaterland heraufbe­schworen werden sollen.

Wenn auch für den, der die Verhandlungen der Handelskammer über die Getreidezoll­erhöhung verfolgt hat, diese Ausführungen keine Ueberraschung bieten können, so werden wir ihnen doch einiges entgegenhalten muffen. Zu­nächst die allgemeine Bemerkung, daß es eine völlig unbeweisbare und aus der Luft gegriffene Behauptung ist, daß wir in Deutschland unter agrarischer Herrschaft stehen. Jeder, der auf­merksamen Auges in das wirthschaftliche Ge­triebe blickt, weiß, daß wir weit eher auf den Industriestaat als auf den Agrar­staat zusteuern, jeder weiß auch, daß es keinem Menschen einfällt zu behaupten, die Export - Thätigkeit sei keine nationale Arbeit. Wohl aber bekämpfen weite Kreise, darunter auch wir, die Ueberbewerthung des Exporthandels und des Auslandsmarktes, die Ueberbewerthung, deren sich auch der Handels­kammerbericht schuldig macht, indem er be­hauptet, „Schutz unserer Exportthätigkeit ist für die nächsten Jahre die wichtigste Aufgabe einer nationalen Handelspolitik." Diese Ueber- bewerthuvg und die damit verbundene Spekulationssucht haben unsere Industrie in die jetzige Krisis hineingetrieben, nicht die Be­wegung zur Erhaltung eines aufnahme­fähigen Jnlandmarktes, die der Handelskammerbericht „finnig" das „agrarische Treiben" nennt. Dem Verfasser des Berichts

liehen Vorlage sogar der Nationalitätenhader geschwunden ist. Es darf nicht Wunder nehmen, daß unter diesen Umständen in immer wei- >zugeben^eren Kreisen eine Entmuthigung um sich

(»ist, die jedes neue Unternehmen verhindert und m krassem Gegensatz steht zu dem frischen Zug, der nod; vor wenig Jahren unsere kaufmännische und

„Auch das blöde Auge erkennt jetzt die Abgründe und schwindelnden Tiefen, die auf dem in den letzten Jahren zurückgelegten Wege unserer industriellen Ei.. Wickelung liegen. Es giebt auf dem besten Felde, unter sorgfältig gepflegter Saat Schmarotzerpflanzen, aber der kluge Ackersmann reißt sie ohne Erbarmen heraus, sobald er ihre Art erkannt hat. Dieses Amt des klugen Ackermannes wird man auch im deutschen Erwerbsleben unter dem Druck der jüngsten Er- sahrungen zu üben haben. Der Boden unseres Erwerbslebens ist gesund, aber er muß von be­stimmten schmarotzenden Unternehmungen gesäubert und es darf kein Raubbau getrieben werden, da? in den letzten fünf Jahren geschehen ist. Unter Raubbau verstehen wir in diesem Falle die übermäßige Erweiterung der Produktion selbst mit zweifelhaften Mitteln. Diese planlose Waarenerzeugung weit über s die Auf- nahmefähiakeit des Weltmarktes hinaus und eine waghalsige Spekulationssucht, für die der Begriff kaufmännische Treue immer mehr ein bloßer schatten geworden war, haben unser Wirthschafts- leben m die Krise hineingetrieben".

Die Casseler Handelskammer und die Handelsverlräge.

* Der Bericht unserer Handelskammer, dem vir bereits in letzter Nummer einige Angaben über unsere Industrie entnommen haben, giebt üblicher- uiaßen in seinen einleitenden Bemerkungen auch einen Ueberblick über die allgemeine wirthschaft­liche Lage. Dabei wird auch die Erneuerung der Handelsverträge gestreift und zwar in einer Seife, >ie auch für unsere Leser Interesse hat. ßs heißt dort:

Es tritt jetzt immer deutlicher hervor, welche un­geheueren Schäden unserem Wirthschaftskörper durch den Einfluß der agrarischen Herrschaft, nicht zum wenigsten aber auch der Landwirthschast selber zuge- ügt worden find. Vernichtet und zum Tleil ins lusland gedrängt ist unser vordem blühender Pro­duktenhandel. Die deusche Finanzmacht, die noch vor wenigen Jahren als maßgebender Faktor für den Weltmarkt betrachtet worden war, ist durch die Folgen des unheilvollen Börsengesetzes derart geschwächt, daß tare m/"” einer Anleihe von wenigen Millionen uns 3 &ifd teilen j^en. Die. Berliner Börse, »ach der Errichtung des deutschen öte Q.n,8e; chene und stolze Vertreterin des steigenden deunm-,. Mchlstands, bietet ein trostloses Bild 6er SetBöltrig und ist von jedem Windhauch der maßgebenden aus­ländischen Börsen abhängig. Das so hoffnungssreudig begrüßte Projekt eines großen Netzes von Wasser­straßen — für uns bei der Aussichtslosigkeit einer Er­mäßigung der Eisenbahn-Gütertarife eine dringende Notwendigkeit — ist an der agrarischen Oppo- ition gescheitert und wir können nicht ohne ein Gefühl der Beschämung nach Oesterreich blicken, wo angesichts der Bedeutung der wasserwirthschaft-

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_________ruit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg «ud Kirchhain.

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