MchisM
AU tze» KMsNatt für die Kreiße ««Mrs
unbL
link >hrt- intnitr j
(4016! I
IfF.
ilat
<4011 r
6.
mge
keu
3 W
M 132
BtgigiereH; bet M s KL
M *■ Wilim S W ML («cd.
M« e**w 3* eb* toe* «w* M WM etaWwc Mt 3**e # «».
Warb«»«
Smnabend, 8. Juni 1901.
e*ktat täglich exfcit «n £8«ttag«u u«tg eoiin- ans Fitirkaß«. Oemtte«»fcetl««: Jll«ftrirtrb Sa«ata«Sdlatt.
9orf mb 8«rU|: 3»h. leg. Sich ll«i»»rtttSt»-vechdre<kir«i jtetbere Markt 81. — Tilevhou 65
36. Jahrg.
1
jneu
4t.
I bet europäischen Offiziere von neuem
9,
•N
15
933 84
940 52
158 60
1783 36
813 53
1579 85
Der südafrikanische Krieg.
Die Rede Brodricks.
Wenn der Sekretär des britischen Kriegs-
J4O12 eln
die der übrigen Festlandmüchte, läßt sich gewiß entschuldigen. Wenn er aber öffentlich ausspricht, die ausländischen Truppen hätten ein- gesehen, daß sie viel von der englischen Armee lernen könnten, so ist das ein „dick aufgetragenes" Selbstlob. Und was ferner die vielgerühmte Menschlichkeit" betrifft, die der Minister an der Kriegführung am Kap preist, so steht die Ein- pferchung der Buren-Frauen und Kinder, von denen nach Aussage eines englischen Predigers 25 Proz. jährlich an den Entbehrungen und der ungewohnten Kost sterben, zweifellos im kraffen Widerspruche mit einer humanen Kriegführung.
Ein sinnreiches Mittel zur Verbreitung der Desertion.
Ein gewisses Aufsehen müssen die Nachrichten erregen, die neuerdings über ein eigenartiges Gebühren des Kriegsamts laut werden. Es heißt nämlich, daß den Soldaten in Südafrika der Sold geschuldet bleibe, damit sie nicht in Massen desertiren. Der „Schwäb. Merkur" entnimmt in dieser Beziehung der chauvinistischen „Kap-Times" folgendes:
»Klagen, die ausgediente Mannschaften der irregu- löten Truppen über Nichtauszahlung des ihnen zukommenden Soldes erheben, find nichts Neues, aber die Sache wird nachgerade skandalös. Ist es nicht an und für sich schon empörend, wenn Mannschaften, die ein halbes und oft sogar schon ein ganzes Jahr im Felde gestanden haben, um ihre rückständige Löhnung einfach betteln müssen und in Kapstadt von Amt zu Amt gleich dummen Jungen herumge- stvßen werden! Wenn die Leute ihre Zeit abgedient haben, so sollte man ihnen ihre Löhnung anstandslos aushändigen, so schickt fich's. Und was erleben wir statt dessen? Uns sind Fälle bekannt, wo ins Feld ziehende Mannschaften beim Löhnungsamt die Weisung
A» «mtes Sir Brodrick ein Soldat wäre, statt Zivilist, so würde er nach den Erfahrungen der , letzten Jahre es in seiner neuesten, gestern in ( unseren telegraphischen Nachrichten erwähnten ergosie. Rede wohl kaum unternommen haben, die Kritik
(3958 mitt.
, billig
:^rre.
Hgm hinterließen, ihren ganzen Sold ihren zurückbleibenden Frauen und Kindern auszuzahlcn; leichten Herzens, im Bewußtsein, die Ihrigen versorgt zu wissen, zogen sie dem Feinde entgegen, und als sie nach Jahresfrist heimkehrten, was fanden sie da ? Das Kriegsamt hatte den Zurückgebliebenen die fälligen Gelder nicht ausbezahlt, die Familien waren in bittere Roth, ja an den Rand des Abgrundes gelangt, so daß Staat und Wohlthätigkeitsanstalten ihre Versorgung übernehmen wußten, und das erste, was dem zurückkehrenden
j herauszufordern. Daß er den Briten sagt, ihre Truppen seien nicht schlechter ausgebildet, als
cz
(Nachdruck verboten.!
Das Heiruathlied.
Original-Roman von Irene v. Hellmuth. (Fortsetzung.!
barg
(3927
Uhr,
Damen.
>.-Buch- 0 Pfg .
30 W
Der Angerufene wandte sich mit jähem Ruck um, und sank in die ausgebreiteten Arme seiner Mutter, die ihn fest und innig umschlang. Man hörte eine Weile nichts, als das heftige Schluchzen der Beiden. Dann raffte sich die Gräfin auf und die Hand des Sohnes ergreifend, führte sie diesen zu dem Rollstuhl des Grafen. Er wollte sich erheben, sank aber mit einem Schmerzenslaut wieder zurück. Er hatte in dieser Minute ganz vergeffen, daß sein lahmes Bein ihn an jeder raschen Bewegung hinderte. Hatte Siegfried die Mutter sogleich erkannt, so stutzte er doch wieder, als man ihn zu dem Later führte. Er mußte sich erst besinnen, doch dann flog es wieder wie ein Aufleuchten fin sein Gesicht.
schäft
eil.
tat bei
ng
ig und
eoke« »Der Bater, — ja ja, - ja, — ganz recht, llieti EL? der Vater, — er ist es, und ich — bin (3302 toieber daheim, — wieder daheim!"
Die letzten Worte klangen ebenso wie vorhin, wie ein heller, jauchzender Jubellaut.
Der Graf zog den Sohn zu sich nieder und küßte ihn auf die Stirn.
„Du bleibst jetzt für immer bei uns," sagte e er, während auch in seinem Auge eine Thräne ^85^ schimmerte, „und Du wirst, so hoffen wir, in der Heimath völlig genesen."
Siegfried nickte. Nur das Eine konnte er immer und immer nicht begreifen, daß Erika, die am Eingang der Laube stehend, die Szene wir ansah, seine Tochter sein sollte.
Krieger in die Augen fiel, war — eine Zahlungsaufforderung des hohen Gerichtshofes für Unterhalt seiner Familie .. .*
Uebereinstimmend mit obigen Ausführungen wird den „M. N. Nachr." aus Kapstadt vom 13. Mai geschrieben:
„Wären nicht die Lord Roberts und Kitchener auf den sinnreichen Einfall gekommen, die Leute mit der Löhnung um 5 bis 6 Monate stets rückständig zu lassen, so wären Dlassendesertationen schon längst an der Tagesordnung. Dank dieser klugen Maßregel aber bleibt Old - England mit etwa 1000 Mk. in der Schuld eines jeden seiner afrikanischen Heldensöhne, und wenn der arme Teufel Tommy ein solch hübsches Sümmchen nicht misten will, so muß er, wenn auch zähneknirschend, den Kuhfuß halt weiter tragen. Daß aber mit solchem Truppenmaterial sich keine Heldenthaten verrichten lassen, am wenigsten gegen solch gewandte, unermüdliche Gegner wie die Buren, liegt auf der Hand; ganz abgesehen davon, daß zu einer Offensive garnicht einmal die nöihigen Kräfte vorhanden sind, da so ziemlich jeder Mann zur Deckung der Eisenbahnen und wichtigeren Plätze unentbehrlich ist".
Briefwechsel zwischen Kitchener und Botha.
Die Engländer thun in all ihren Reden und Berichten so, als wenn Lord Kitchener dem General Botha überaus annehmbare Bedingungen zum Frieden angeboten hätte. Mit um so größerem Jntereffe ersieht man jetzt aus der neuerdings bekannt gewordenen Antwort des Burengenerals, für wie winderwerthig dieser die Bedingungen erachtet hat. Der von „Daily News" veröffentlichte offene. Brief, den General Botha noch dem Abbruch der Friedensverhandlungen im vergangenen März an die Buren richtete, hat folgenden Wortlaut:
„Liebe Brüder! Die Tendenz von Lord Kitcheners Schreiben zeigt Euch deutlich, daß die britische Regierung nichts anderes im Auge hat, als die gänzliche Vernichtung unserer Nation, und daß es daher für uns vollkommen unmöglich ist, die Bedingungen anzunehmen, die er uns anbietet. Wenn wir irgendwann einmal gezwungen werden sollten, den Kampf aufzugeben, so könnte uns die britische Regierung auch nicht anders behandeln. Habt das im Auge! Sie will uns eine Regierung geben, die sie selbst aussuchen will. Die Wünsche des Volkes sollen überhaupt nicht berücksichtigt werden. Als ganz besondere Gnade wird uns bezeichnet, daß eine Million Pfund angewandt werden soll, um unsere Staatsschulden zu decken, während, wenn das Schlimmste geschehen sollte, der britische Staat selb st verpflichtet sein würde, alle unsere Schulden zu übernehm e n; der Sieger dürfte nicht etwa nur die Staatseinnahmen mit Beschlag belegen. Unsere Burghers haben harte Kämpfe in diesem Kriege durchmachen müssen; wie konnte dies aber auch anders sein in einem Kriege, durch den unsere Existenz auf das Spiel gesetzt ist? Es ist furchtbar gewesen, wie viele Thränen wegen dieses Krieges vergossen worden sind, aber es würde noch viel schwerer zu ertragen gewesen fein, wenn wir unsere Heimath verloren hätten. Ich habe die größte Sympathie mit denen,
„Eine Tochter sagt Ihr?" fragte er wohl fünf oder sechs mal hintereinander, und schüttelte den Kopf. „Von einer Tochter weiß ich nichts!"
Dabei blieb er. Die Geschichte seiner Ehe schien vollständig aus dem kranken Hirn geschwunden zu sein. Er erinnerte sich an nichts, während die Zeit seiner Kindheit, die Jahre der glücklich verlebten Jugend fast mit allen Einzelheiten klar vor dem Geiste des Kranken auftauchten. In der Heimath wurde ihm die sorgfältigste Pflege zu Theil. Man ließ berühmte Aerzte und einen erfahrenen Wärter kommen. So führte Siegfried ein im Ganzen glückliches Leben. Wenn sein Geist sich auch zuweilen wieder umnachtete, so hatte er doch viele lichte Momente, in denen er sich vollständig klar bewußt war, daß er sich in der Heimath und bei seinen Lieben befand.
Auch Reinhold wap von den glücklichen Großeltern in Kenntniß gesetzt worden, wie sein Loos sich gewendet. Mit freudigem Stolze ließ die Gräfin ihre Augen auf dem blühenden Gesicht des jungen Mannes ruhen. Graf Düren lebte ordentlich auf in diesen Tagen. Es erfüllte ihn mit Genugthuung, daß der alte Stamm ein junges, frisches Reis getrieben, daß das uralte Geschlecht der Düren - Ehrenbach nicht aussterben würde, wie er gefürchtet. Er wurde heiter und gesprächig, und freute sich über den kräftigen Sproß, über den Enkelsohn, den Erben des Majorats. Reinhold hatte eine vorzügliche Erziehung genoffen, er war eine schöne, echt aristokratische Erscheinung, und Graf Düren war stolz auf ihn.
In seinem Glück erklärte der Alte sich auch bereit, Alice Bernhardi, Siegfrieds Gattin, der
denen die Familie geraubt worden ist, aber keiner soll deswegen verzweifeln, denn wer das thäte, der würde nicht nur ungerecht gegen fein eigenes Volk sein, sondern würde auch noch seinen Glauben verrathen Je mehr uns unsere Feinde bedrängen, desto muthiger müflen wir unser Land und unser Recht Vertheidigen. Laßt uns, wie Daniel in der Löwengrube, auf den Herrn vertrauen! Louis Botha, kommandierender General. Ermelo, 15. März "
Das sind ernste Mannesworte, die in der Brust jedes gerecht Denkenden einen warmen Anklang finden müssen.
Vom Kriegsschauplatz.
Nach einer Brüsseler Depesche des „Standard" wird aus Lourenco Marques die Vereinigung der Burenkommandos unter Delareh und Beyers gemeldet, die jetzt zusammen 5000 Mann stark sind und die Eisenbahn zwischen Natal und Johannesburg bedrohen. Andererseits meldet Reuter; Ein Theil des Burenkommandos unter Beyers, an Zahl 400 Mann, sind in der Nähe von Warmbad von 240 Engländern unter Oberst Wilson überrascht und geschlagen worden. Die Buren hatten 37 Todte und verloren den ganzen Proviant für Beyers Streitkraft. Drei Engländer wurden getödtet, 15 verwundet. — Wenn diese Nachricht wahr ist, warum schickt bann Kitchener keine Meldung über den Sieg?
Das Schiedsgericht.
_ Wie der „Hamb. Korrsp." aus dem Haag erfährt, ist der internationale Schiedsgerichtshof mit dortigen Diplomaten seit 12 Uhr in Angelegenheit des Burenkrieges in geheimer Sitzung versammelt.
Die Absperrung der Buren vom Rothen Kreuz.
Die deutsche Burencentrale theilt mit: „Unsere seit Monaten fortgesetzten Bemühungen den Buren ärztliche Hilfe zu bringen, sind bisher erfolglos geblieben. So erhielten wir vom Centralcomite der Deutschen Vereine vom Rothen Kreuz folgendes Schreiben:
Auf das an uns gerichtete Schreiben vom 26. er. erwidern wir ganz ergebens!, daß wir keiner anderen als einer von uns gebildeten und von uns auf einen Kriegsschauplatz entsandten Ambulanz eine Legitimation ertheilen können. Wir sind sowohl mit der Niederländischen Gesellschast vom Rothen Kreuz als mit derjenigen von Transvaal in Verbindung getreten, um zu ermitteln, wie bei dem jetzigen Charakter des Kriegszustandes in Südafrika unsererseits Hilfe, sofern erforderlich, gewährt werden könnte. Von beiden Stellen ist uns eine verneinende Antwort zugegaugen. Wir bedauern, dem Anliegen der Buren-Centrale augenblicklich nicht entsprechen zu können, da die Erfüllung desselben auf Hindernisse stößt, die hinwegzuräumen nicht in unserer Macht steht. Schließlich müssen wir unter Bezugnahme auf den Schlußpassus des geehrten Schreibens darauf aufmerksam machen, daß keine völkerrechtlich anerkannte Bestimmung eine
Mutter seiner Enkelkinder, eine Heimstätte im Schlosse zu sichern. Leider kam die Nachgiebigkeit des Grafen hier zu spät. Alice hatte die rechte Heimath bereits gefunden, sie bedurfte der irdischen nicht mehr. Im Hospital zu New-York, wo sie längere Zeit krank gelegen, war sie gestorben.
Man vermied es sorgfältig, mit Siegfried davon zu sprechen, weil man fürchtete, ihn unnöthig aufzuregen. Er kannte nichts Lieberes, als oben still am See zu sitzen und dem Gesang der Vögel zu lauschen. Diele Stunden des Tages verbrachte er auf seinem Lieblingsplätzchen, während Erika ihm vorsang.
Sie hatte ihren Kontrakt, der sie an das Theater feffelte, gelöst, weil die Gräfin sich nicht von ihr trennen wollte.
Erika war stiller geworden. Auf ihrem schönen Gesicht lag ein Zug von Schwermuth, die sie vergebens zu verbergen suchte. Ihre Heiterkeit war nur eine scheinbare, und sie vermochte damit Wohl die Gräfin zu täuschen, nicht aber den Fürsten, der sie oftmals scharf beobachtete und nicht selten scheinbar theilnehmend fragte: „Fehlt Ihnen etwas, mein liebes Kind? Ich meine, Sie waren früher viel lustiger! Meine kleine Lerche hängt das Köpfchen und singt nicht mehr so fröhlich! Warum nur?"
Wenn dann Erika ruhig, aber mit seltsam umflorten Blick versicherte, ihr fehle durchaus nichts, dann spielte um die Lippen des Fürsten ein leises, seltsames Lächeln. Offenbar glaubte er der Versicherung nicht, er wußte es sehr wohl, warum die schönen blauen Augen des jungen Mädchens so sehnsüchtig in die Ferne blickten, warum das frühere Helle Lachen des
kriegführende Macht verpflichten kann, internationale freiwillige Hilfe auf dem Kriegsschauplätze zuzulassen, und daß daher ein dahingehender Antrag sich auf kein bestehendes Recht zu stützen vermöchte.
Wir können die correcte Begründung der Ablehnung nicht bestreiten, müssen aber die Absperrung der Buren von ärztlicher Hülfe Seitens Englands als eines der allerniedrigsten Kampfmittel bezeichnen, die die englische Regierung bisher angewendet hat. Es ist ein Faustschlag in s Gesicht der christlichen Cultur, wie die Mißhandlung der Burenfrauen und Kinder! — Der Auftrag Bothas an Herrn Dr. Bierens de Haan, in Europa neue Ambulanzen für die Buren zu besorgen, beweist, wie dringend und berechtigt unsere Bemühungen in dieser Sache sind. Wir halten die englische Regierung für völkerrechtlich verpflichtet, Ambulanzen, die sich unter den Schutz der Burenregierungen stellen, durchzulaffen."
Umschau.
Erwerb und Verlust der Reichs- Angehörigkeit.
kg. Auf ihre in dieser Frage an den Herrn Reichskanzler gerichtete Eingabe ist der Deutschen Kolonialgesellschaft die folgende, hochbedeutsame Mittheilung seitens der Kolonialabtheilung des Auswärtigen Amtes zugegangen:
Euerer Exzellenz beehre ich mich unter Bezugnahme auf das gefällige Schreiben vom 18. Februar d. I. in der Angelegenheit, betreffend die Abänderung des Gesetzes über die Erwerbung und den Verlust der Bundes- und Staatsangehörigkeit vom 1. Juni 1870, folgendes mitzutheilen:
Der Entwurf eines neuen Gesetzes über den Erwerb und Verlust der Reichs-und Staatsangehörigkeit, der dem Beschluß der Deutschen Kolonialgesellschaft vom 23. Juli 1898 in der Hauptsache Rechnung tragt, ist vom Auswärtigen Amte bereits ausgestellt. Der Entwurf ist zunächst einer größeren Anzahl von diplomatischen Vertretern und Konsuln des Reichs zur Aeußetung mitgeteilt worden. Die Aeußernngen liegen dem Auswärtigen Amte vor; wenn auch in der Hauptsache der Entwurf fast überall eine günst-ge Aufnahme gefunden hat, so sind doch von den befragten Behörden im einzelnen so zahlreiche durch die Lage der Verhältnisse un Auslande bedingte Abänderungsvorschläge und Zusätze als wünschensweiih bezeichnet worden, daß eine Sichtung und Verkettung des umfangreichen Materials erforderlich geworden ist, die vermuthlich zur Aufstellung eines neuen Entwurfs führen wird. Es besteht die Absicht, sobald der neue Entwurf fertiggestellt ist, ihn auch dem Kolonialrathe und dem Beirathe für das Aus- Wanderungswesen zur Begutachtung vorzulegen.
Die Antwort ist hocherfreulich insofern, als nunmehr endlich eine aus nationalen Kreisen längst erhobene Forderung Aussicht auf baldige Erfüllung hat. Hoffentlich wird die Ausstellung des neuen Entwurfs thunlichst beschleunigt.
selben so selten wurde, warum Erika am liebsten allein in den Park ging und dort, in der traumhaftenStille undEinsamkeit, ihren Gedanken nachhing. Täglich machte sie einen Besuch im Verwalterhäuschen. Frau Betty bemerkte cs ebenfalls, daß Erika die frühere schelmische Heiterkeit verloren hatte, doch schrieb sie dies den veränderten Vnrhältnissen zu.
Indessen wartete Fürst Santoff täglich auf Nachrichten von seinem Sohn. Er hatte zu Hause die Anordnung getroffen, daß ihm alle einlausenden Briefe sofort nach Schloß Düren nachgesand würden. Als endlich die längst erwartete Mittheilung von Leopold eintraf, flog wiederum ein leises Lächeln über das Gesicht des Fürsten.
„Hab ich den Vogel endlich?" murmelte er, „na warte, Du sollst mir nicht entkommen!"
Sogleich setzte er sich hin und schrieb an den geliebten Sohn: — Kehre zurück,
mein Leopold, ich sehne mich nach Dir. Ich fühle mich so einsam, so verlassen. Gegenwärtig befinde ich mich bei lieben Freunden zu Besuch. Sie werden auch Dich herzlich willkommen heißen, ich weiß es bestimmt. Und wenn e-5 irgend in der Welt ein idyllisches Plätzchen giebt, so ist es Schloß Düren mit seiner wunderbaren Umgebung. Weshalb also willst Du noch länger in die Ferne schweifen? Du kannst hier bei meinen Freunden bleiben, so lange Da willst, Niemand wird Dich stören, wenn Tu mit Deinen Gedanken, Wünschen und Hoffnungen ungestört bleiben möchtest. Ich denke, Du fühlst Dich hier bald heimisch.
• (Schluß folgt.)