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Dabei schüttelte er, wie über sich selbst er-
Daß mir das nicht früher
Zeitung — viele, viele Grundbesitzer, die sich nur mit Mühe und Noth zu behaupten vermögen. und sie alle sind jetzt verloren, wenn sich nicht der Staat zu finanziellen Opfern entschließt. Kein Finanzminister und kein Staat
Auch die Presie des Händlersreisinns empfiehlt die entsprechende Unterstützung der Landwirth- schaft. Manchem dieser Blätter dämmert jetzt
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Mühe sie sich auch gab, ernsthaft zu bleiben, — es ging nicht.
„Ich — die Enkelin des Grafen Düren —, ha, ha —, wie komisch!"
Die Heiterkeit wirkte ansteckend. Der Fürst zwang sich nur mühsam zum Ernst.
„Ja, sagten Sie denn nicht vorhin selbst, Sie kamen zu Ihrem Großvater nach Schloß Düren? Es sind Ihre eigenen Worte, mein Fräulein!"
„Gewiß, das stimmt auch," sagte Erika, noch immer zwischen Lachen und Ernst, „aber mein Großvater ist doch nicht der Graf, sondern der Eutsverwalter Trautmann."
„Da werde klug, wer kann!" rief der Fürst. „Und das Heimathlied glaubten Sie zuerst von Ihrem Vater gehört zu haben?"
Erika sann einen Augenblick nach.
„Eigentlich habe ich es schon als ganz kleines Kind gekannt," sagte sie, während sie ihre Blicke in dem Zimmer umherschweifen ließ. „Mir ist es immer gewesen, als hätte schon mein Vater dieses Lied gesungen, doch sagte man mir später, daß dies unmöglich dasselbe Lied gewesen sein könne, nun,ich kann mich ja getäuscht haben, aber, bekannt kam es mir gleich vor, als ich es das erste Mal wieder hörte".
„Weiter, weiter", drängte der Fürst etwas ungeduldig, „wo war das?"
„Ich kam damals nach Schloß Düren zu meinem Großvater, und Comtefse Beatrice, die dort lebte, sang mit Vorliebe dieses Lied. Sie glaubte aber nicht, daß ich es schon von meinem Vater her kannte. Als ich größer wurde, da lehrte sie mich das Lied fingen, weil mir die schwermüthige Melodie so gut gefiel".
Verhältniß zwischen einem Fürsten und einem — Zauberkünstler dachte, der auf Messen und Märkten seine Bude aufschlug.
Der Fürst bemerkte Wohl das ungläubige Staunen Erikas.
„Aber'" begann er von Neuem, „mich wundert nur, daß der stolze, hochfahrende Graf von Düren es zugegeben hat, daß Sie Sängerin wurden."
„Aber ich habe doch den Grafen nicht um Erlaubniß gefragt, was kümmert es ihn, was ich wurde?" rief Erika.
„Aber Ihre Mutter theilt mir doch seinerzeit mit, Ihr Großvater habe Sie und Ihren Bruder rechtmäßig anerkannt? Dann mußten Sie doch seine Erlaubniß haben?"
Erika wußte nicht recht, was ihr Großvater der Verwalter Trautmann, mit dem Grafen zu thun haben sollte.
„Die Erlaubniß meines Großvaters habe ich wohl, aber Graf von Düren hat doch nichts darein zu reden!"
Fürst Santoff wurde ganz verwirrt.
„Nun —, Graf Düren ist doch aber Ihr Großvater!"
Jetzt konnte Erika fich nicht mehr zurückhalten. Sie vergaß vollständig, daß sie vor Sr. Durchlaucht, dem Fürsten stand, und brach in ein so schallendes, herzhaftes Lachen aus, daß der Fürst säst unwillkürlich Lust verspürte, einzustimmen.
„Ah —, verzeihen Sie —, Durchlaucht!" bat fie dann, „aber ich konnte nicht anders! — Ich ich sollte
Wiederum mußte sie fich unterbrechen, sie konnte wirklich nicht anders als lachen, so viel
Landwirthschastlicher Nothstand.
Wir haben jüngst schon auf die außer- I ordentlich ungünstigen Ernteaussichten in den f östlichen Provinzen der preußischen Monarchie I aufmerksam gemacht; neuere Nachrichten lassen r erkennen, daß der preußischen Landwirthschast | tatsächlich ein außerordentlicher Nothstand । droht. „ Nach einem Berichte, den der Vorsitzende ! der ständigen Kommission des Königl. Preußischen ■. Landes-Oekonomie-Kollegiums dem Reichskanzler i and den zuständigen preußischen Staatsministern /erstattet hat, beläuft fich der Ausfall, den Itie preußische Landwirthschast infolge f der schlechten Entwickelung der Saaten erfahren | hat, für Weizen überschläglich auf 1833/4 Mill., f für Roggen auf 103 Mill., für Brotgetreide l im Ganzen also auf 2863/4 Millionen." Angesichts dieser ungünstigen Nachrichten hat F Graf Bülow im Staatsministerium angeregt, k alsbald innerhalb der einzelnen Ressorts alle ^geeigneten Maßnahmen zu treffen, [um angesichts der drohenden Mißstände nach [Möglichkeit die staatliche Fürsorge kein treten zu lassen.
Unglück und Noth sind der Landwirthschast k thatsächlich außerordentlich nahe und bedürfen | ganz dringend schleuniger Abhilfe auf alle nur k mögliche Weise: Stundung von Steuern und F Zinsen, im dringendsten Nothsalle Nachlaß von [ Steuern, starke Herabsetzung der Bahnsrachten [für Futtermittel und für Getreide und was es ° sonst noch an ähnlichen Hilfsmitteln giebt. Man : sollte auch aus die möglichst billige Beschaffung
macht gern Zuwendungen ä fonds perdu; allein man wird sie gewähren müffen, um die Land- wirthschaft vor einem verhängnißvollen Verfall zu bewahren. Auch die weniger verschuldeten Besitzer werden sich aus eigener Kraft kaum zu Helsen vermögen ..."
Ja, warum denn nicht? Trotz der richtigen Erkenntniß der gegenwärtigen surchtbaren Lage fehlt den Freisinnsblättern die rechte Antwort auf diese Frage: weil die Verhältnisse, unter denen bei uns im allgemeinen die Landwirthschast arbeiten muß, für sie außerordentlich ungünstig sind. Die deutsche Landwirthschast befindet sich in einer so ungünstigen wirthschafllichen Lage, daß jeder einzelne vorübergehende Unglücksfall sie an den Rand des Verderbens bringt, wenn nicht unmittelbar in das Verderben hineinstüzt; und jeder Mann von einigermaßen gerechter Gesinnung muß unbedingt zugeben, daß es durchaus nothwendig ist, der deutschen Land- wirthfchaft die Mittel zu geben, um sich aus diesem auf die Dauer unerträglichen Zustande des Hangens und Bangens in schwebender Pein wieder herautzzuarbeiten zu einem Dasein, das auf festen Grundlagen ausgebaut ist und nicht durch jeden unvorhergesehenen Stoß von außen her erschüttert wird bis zur drohenden Gesahr der Vernichtung oder gar bis zur völligen Vernichtung selbst. Die Gesetzgebung verfügt über das hauptsächliche Heilmittel: hinreichende Erhöhung der landwirthschastlichen Schutzzölle. Das freisinnige Blatt, das wir oben sistirt haben, thut sich auf seine Großmuth nicht wenig zu Gute; fast geräth man auf den Verdacht, es wolle hier in einem Sonderfalle demonstrativ die liberale Freundschaft für die Landwirthschast zeigen, um den Schein der Unbefangenheit bei dem sonstigen Kampfe gegen die „Agrarier" zu gewinnen. Die agrarifche Bewegung muß bekämpft, der Landwirthschast muß geholfen werden, ist ihre Devise. Mr dagegen sagen: Der Landwirthschast muß nicht nur in einer akuten Kalamität, sondern dauernd geholfen werden. Wer jetzt angesichts der drohenden Mißernte der Landwirthschast helfen will, der wird ihr Wohl auch einen Schutzzoll gegen das ausländische Getreide nicht versagen können. Denn man kann doch nicht wünschen, daß der Preis des wenigen geretteten Getreides nun auch noch durch die Menge hereinströmenden fremden Getreides ungebührlich gedrückt wird. Was aber für den jetzigen außerordentlichen Fall gilt, gilt überhaupt. Unsere Landwirthschast darf durch die ausländische Konkurrenz nicht in eine Noth- lage gebracht werden."
Dienstag, 4. Juni 1901.
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ausgefallen ist!" murmelte, er. „Mein Fräulein," begann der Fürst gedankenvoll, „Sie haben gestern im Concert ein Sieb gesungen, das
gesungen, ich kenne jedes Wort genau, aber meines Wissens ist es niemals im Druck erschienen und mich interessirt es ungemein, toie Sie zu der Kenntnis gerade dieses Liedes kamen?"
Erika, betrachtete mit wachsendem Erstaunen den bis ins Innerste erregten Mann. Dann schüttelte sie ungläubig den Kopf. Ihr Vater, dem man im Hause ihres Großvaters stets die nicht sehr schmeichelhafte Bezeichnung: „Landstreicher, Vagabund, Zauberkünstler, Gaukler" und andere, ähnliche Namen beigelegt hatte, — der sollte ein Freund des Fürsten gewesen fein? Sein „liebster" Freund, wie er selbst sagte?"
Nimmermehr konnte das zutreffen!
„Sie kannten meinen Vater, — wie ist das Möglich?" fragte Erika.
„Ich lernte ihn auf der Reise kennen, er toar mir sehr sympathisch, und ich schloß mich sogleich innig an ihn an."
Erika mußte lächeln. Es kam ihr ungemein komisch vor, wenn sie fich das „sympathische"
Ausland
Italien. Ein Amnestie-Erlaß ist ergangen sür Vergehen auf dem Gebiete der Presse, für Duellvergehen, für Strafen aus Anlaß von Desertionen auf Handelsschiffen und für Verbrechen aus Anlaß der aufrührerischen Bewegung im Jahre 1898, ausgenommen der Fälle von Mord. Endlich bezieht sich die Amnestie auf eine große Reihe von Uebertretungen auf straf- und zivilrechtlichem Gebiete.
Aus Anlaß der Geburt der Prinzessin fand am Sonnabend eine große Kundgebung des Volkes statt. Der Zug bewegte sich nach dem Kapitol, um den Bürgermeister zu bitten, dem König- und der Königin die Gefühle der Stadt Rom aus Anlaß des freudigen Ereignisses auszudrücken. In allen Straßen hatten viele Gebäude, darunter auch die Botschafts- und Gesandtschaftspalais geflaggt und illuminirt.
Südafrika. Der Umstand, daß die südafrikanische Zensur bis zum Sonnabend absolut keine Privatmeldungen über die von Kitchener berichtete Schlacht mit Delarey erlaubte giebt in London zu der Befürchtung Anlaß, daß sie ungünstiger für die Engländer ausgefallen sein muß, als der offizielle Bericht zugiebt. Auf dem Kriegsministerium spielen sich infolge- deffen Szenen ab, wie bei dem unglücklichen Anfang des Krieges. Eine zahlreiche Menschenmenge harrt angstvoll auf die Verlustlisten.
(Nachdruck verboten.)
Das Heivmthlied.
Original-Roman von Irene v. Hellmuth.
(Fortsetzung.)
„Also doch — also doch!" rief der Fürst aufgeregt, „o, ich verrnuthete es, meine Ahnung hat mich nicht betrogen! Ach, mein Fräulein, so sind Sie die Tochter meines liebsten Freundes! Wie eigenthümlich spielt hier der Zusall!"
„Ja Durchlaucht!"
„Sie heißen-doch Erika, nicht wahr? Es ist Ihr Taufnamen?"
„Ich denke doch!"
„Und Sie haben einen Bruder?"
„Ja!"
„Derselbe heißt, na warten Sie einmal, wie heißt es eigentlich, ach ja ich Habs, Reinhold?"
Erika war sehr erstaunt. „Jawohl," antwortete fie schnell.
„Merkwürdig, — sehr merkwürdig," sagte der Fürst, „so hießen auch die Kinder meines Freundes!"
Er schritt zu einem kleinen Tisch, auf dessen Marmorplatte ein Photographie - Album lag, und entnahm demselben ein Bild, das er Erika hinhielt.
„Kennen Sie diese Züge? Erinnern Sie sich nicht, dies Gesicht schon früher, — schon als Kind gekannt zu haben?"
Es war dasselbe Bild, das Erika damals im Schlöffe gesehen hatte, nur war jenes viel größer. Wiederum starrte sie, wie damals auf das melancholische Antlitz, das ihr allerdings seltsam bekannt erschien. Sie erzählte dem gespannt lauschenden Fürsten den Vorfall, der sich da im Schlosse abgespielt, erzählte von dem hochmüthigen Wesen der Präsidentin, die stets bemüht war, die kleine Enkelin des Verwalters vom Schlöffe fern zu halten.
(Fortsetzung folgt.)
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Deutsches Reich
Berlin. 3. Juni
— Ter Kaiser verlieh der Königin von Holland den Luisen-Orden mit der Jahreszahl 1813/14 und dem Prinzen Heinrich der Niederlande den Schwarzen Adler-Orden. Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg erhielt das Großkreuz zum Rothen Adler-Orden.
— Mit Genehmigung des Kaisers ist die infolge des Ablebens des Grafen Wilhelm Bismarck verschobene Feier der Enthüllung des Bismarckdenkmals auf Sonntag, den 16. Juni, 12 Uhr, festgesetzt.
— Der Reichskanzler hat dem Bundesrath den Entwurs des internationalen Vogelschutz, abkommens zugehen lassen mit dem Antrag, sich mit der Betheiligung des Deutschen Reiches beim Abschluß dieses Abkommens einverstanden zu erklären.
— Lord Roberts wird, wie den „Berl. Neuesten Nachr." aus Hannover berichtet wird, als Gast Sr. Mas. des Kaisers an den diesjährigen großen ManöVern zwischen dem 1. und 17. Armeecorps bei Marienburg und Danzig theil- nehmen. In seiner Begleitung werden sich noch zwei andere höhere englische Offiziere befinden.
Gesteigert wird die tbmtfje durch eine Privatmeldung aus PretoWM die in London am Sonnabend eingegangen ist. Sie giebt von dem Gefechte bei Vlakfontein eine wesentlich andere Darstellung als das Telegramm Lord Kitcheners. Die aus Pretoria vom 30. Mai batirte Depesche besagt: „Der Bnrengeneral Delarey fügte gestern der Brigade Dixon zwischen Mabalsstad und Vlaksontein eine empfindliche Niederlage z u und warf die Engländer nach vierstündigem Kampfe auf Ventersdorp zurück. Der Verlust der Briten betrug 6 Offiziere, 67 Mann tobt und 11 Offiziere, 129 Mann verwundet, ferner zahlreiche Gefangene. Die Verluste der Buren sind infolge des energischen Sturmangriffes ebenfalls stark."
Jedenfalls zeigt das Gefecht, daß die Buren vollgültige Gegner der Engländer auch im offenen Kampf geworden sind und trotz ihrer Minderzahl ihr Panier unverzagt hochhalten. Die neuesten Berichte zeigen, daß auch die Lage bei Queenstown noch immer ernst ist. Man darf dabei nicht vergessen, daß diese Stadt mitten im englischen Kapland liegt, die Buren also in dem englischen Gebiete nicht nur Uebersälle machen, sondern sich nun schon Monate in den britischen Provinzen aufhalten. Lord Kitchener sieht sich infolgedessen gezwungen, große Truppenmassen nach der Kapkolonie zu schicken, um das rapide Vordringen der Buren nach Süden aufzuhalten. Kruitzinger stand nach den letzten Nachrichten vor Queenstown, 120 Kilometer südlich vom Oranjefluß. Bei Colesberg erbeutete ein Kommando 500 Remonten.
Ergrimmt über die immer mehr wachsenden Verlustlisten und über den faulen Fortgang des Krieges erlaubt sich der „Globe" die noch fechtenden Buren den „Abschaum Europas" zu nennen, die man als „Banditen behandeln" und erschießen müßte! Diesem Vorschläge gegenüber meinte kälteren Blutes die „Daily News":
„Solch thörichte Vorfchtäge würden von Leuten gemacht, die vergäßen, daß die Buren mehr Gefangene zu machen pflegten, als die Briten, und daß, wenn die Briten anfangen fällten, ihre Gefangenen zu er- fchießen, die Buren natürlich sofort das gleiche thun, und die britischen Gefangenen nicht, wie bisher, laufen lassen würden."
China. Die bedingungslose Annahme der Forderung der Mächte auf Zahlung der Entschädigung von 450 Millionen Taels durch die Chinesen rief unter den Gesandten große Befriedigung hervor. Uebrig bleiben tatsächlich nur noch einige Fragen geringerer Bedeutung, um die Verhandlungen vollständig zu Ende zu
fügung gestellt werden. An der nachträglichen ’elbakl Genehmigung durch die Landtage der einzelnen Bundesstaaten ist nicht im geringsten zu zweifeln.
, sogar die volle Wahrheit auf, gegen die man ln” 24 sich bisher mit planmäßiger und eigensinniger Hartnäckigkeit verschloß. „Es giebt — so schreibt beispielsweise die freisinnige Berliner „Vossische
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^von Saatgetreide für die nächste Winterbestellung schulf bedacht sein. Selbstverständlich müssen auch die . Kreditquellen für die Landwirthschast so reichlich
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für Ai "uch mächtig ergriffen hat. Dieses Lied — d. (31k mein liebster Freund hat es einst gedichtet und ■ee komponirt, er hat eS mir oft — sehr oft vor-
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