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ich den Engländern ergab, von den Buren ge­nügen, jedoch bei der Besetzung von Pietersburg wieder von den Engländern befreit. Seit dieser Zeit wohnte Scheemann in Pretoria.

Es war ein großer, schlanker Herr, den keines der Beiden bemerkt hatte, bis er dicht vor ihnen stand.

Erika fühlte, wie der Andere ihre Hand so­fort losließ, und sie flüchtete zitternd an die Seite des Ankömmlings, der ihr so vertrauen­erweckend erschien.

Sie find sehr aufgeregt, mein Fräulein! Wenn Sie gestatten, bringe ich Sie nach Hause", sagte er ruhig, ohne den Andern eines Blickes zu würdigen.

Ah also ein Stelldichein", höhnte dieser, indem er sich zum Gehen anschickte.

Auf dem schönen Gesicht ihres Btgleiters bemerkte Erika einen verächtlichen Ausdruck. Schweigend schritten sie eine Weile neben­einander, das junge Mädchen bemerkte jetzt erst, daß der Fremde Offizier war, und fie von Zeit zu Zeit forschend betrachtete. Es fiel Erika mit einem Male schwer auss Herz, daß die Situation, in der der Unbekannte fie getroffen, auch sie selbst in ein zweifelhaftes Licht stellte und sie beschloß, die Sache sofort aufzuklären.

Mein Herr", begann sie deshalb ein wenig zaghaft,Sie dürfen nicht schlecht von mir denken, daß Sie mich zu etwas vorgerückter Stunde und allein auf der Straße nafen, es ist nicht meine Schuld gewiß nicht!"

Sie bogen jetzt in den hellerleuchteten Bo hnhofs- platz ein, und wiederum streifte ein seltsam forschender Blick das erglühende Gesicht Erikas, über das jetzt langsam ein paar Thränen rollten.

(Fortsetzung folgt.)

uchte Oberst Wilson mit einem Theile von Kitcheners Jägern das Kommando Beyers zwischen Nylstroom und dem Sandriver zu umzingeln. Der Versuch mißlang aber, >a die in den Rücken des Feindes gesandten Truppen zu spät ankamen. Es entspann sich nur noch ein Gefecht mit der Nachhut. 18 Buren wurden gefangen genommen, 40 Wagen, Munitionsvorräthe und Vieh erbeutet.

Ging hier die Sache schief, so können doch )ie Engländer stolz berichten, daß sie Vorräthe der Buren in die Hand bekommen haben aber nur durch Derrath. Ein Telegramm des Standard" aus Middelburg besagt: 16 Buren ergaben sich heute, sie brachten 12 500 Stück Rindvieh, 12000 Schafe, 30 Pferde und 12 Wagen mit, welche ihnen der Kommandant Oppenheim anvertraut hatte, um sie über die Eisenbahn Hinwegs nach Norden zu schaffen.

Aus Lorenzo Marques wird derDaily Mail" berichtet, daß die Gebiete an der Delagoa- Bahn während der letzten Woche sehr gestört gewesen seien und daß ziemlich viel gekämpft wurde. Am vergangenen Donnerstag habe außer­halb Barberton ein heftiges Gefecht stattge­funden. Die britischen Verluste wurden auf 61 angegeben. Die Buren hätten jedoch schwer gelitten und seien schließlich geschlagen worden. Auch in den Distrikten Ermelo und Karolina sei beständig gekämpft worden. Die Bahnlinie wurde zerstört und die Züge beschoffen. Vor einigen Tagen hätten die Buren einen gemischten Zug zwischen Alkmaar und Elandshoek zerstört; dabei seien der Zugführer, Heizer und eine An­zahl Invaliden getödtet worden.

Man sieht, derKlein-Krieg" ist in vollem Gange und die Aktien der Buren stehen nicht so schlimm, wie die Engländer es hinstellen.

In London.

Angesichts dieser Lage wagt es der ge­nügend bekannte Kolonialminister Chamberlain, in London Siegesfrühstücke zu veranstalten und in Trinksprüchen die Dinge erneut auf den Kopf zu stellen. Bei einem Sonnabend von Chamberlain zu Ehren Milners in London ver­anstalteten Frühstück hielt Ersterer eine Rede, in welcher er Milner für seine Thätigkeit leb­hafte Anerkennung zollte und ausführte, die Aufgabe, welche Milner nach feiner Rückkehr nach Südafrika zu erfüllen habe, werde noch wichtiger sein.Ich habe das Vertrauen", fügte Chamberlain hinzu,daß dann die Funken, welche unter der Asche dieses Krieges glimmen, der seit langer Zeit ausgehört hat ein solcher zu sein, verlöscht sein werden. Milner wird eine neue Ordnung der Dinge einführen, der

Bestellungen

für den Monat Juni auf

Umschau.

Der neue Zolltarif.

* Vor einigen Tagen ging die Meldung durch die Blätter, der neue Zolltarifen wurf enthalte 31 Positionen mit Doppelzollsätzen als Minimal- und Maximalzölle. Diese Meldung rafft nicht zu. Aber ebenso dürfte es unrichtig ein, daß die Minister der Einzelstaateu welche >er Herr Reichskanzler zu einer zollpolitischen Konferenz nach Berlin berufen hat, im Wesent- ichen den neuen Zolltarif feststellen sollen. Es ist naheliegend, daß viel wichtigere Fragen von allgemeinem zollpolitischen Charakter Berathungs- gegenstand bilden werden, als die Festsetzung >er Höhe einzelner Zollsätze, welche doch immer- -in weit weniger von prinzipieller als technischer Bedeutung sind, nachdem man sich vorher über die Grundsätze unserer künftigen Zoll- und Handelspolitik verständigt hat. Bestätigt wird das auch durch eine officiöse Kundgebung in der es heißt, es ist ja kein Geheimniß, daß in der Regierung anfänglich dem System des Minimal- und Maximaltarifs durchweg der Vorzug vor dem einfachen autonomen gegeben wurde. Der Gedanke ist dann fallen gelasien worden, und es hieß, es solle im allgemeinen das bisherige im Jahre 1879 festgelegte Prinzip aufrechterhalten und nur für einzelne Positionen und zwar nicht allein für landwirthschaftliche, sondern auch für einzelne, wenn auch wenige industrielle Produkte der Doppeltarif in Er­wägung gezogen werden. Schon hieraus ergiebt sich, welche verschiedene Stadien der neue Zoll­tarifentwurf durchzumachen hatte und noch durchzumachen haben wird. Es scheint, daß jene Mittheilung über eine bestimmte Anzahl von Doppeltarifpofitionen aus irgend einem Stadium der Vorverhandlungen in die Oeffentlichkeit gebracht ist, um der freihändlerischen Agitation neue Nahrung zuzuführen, nachdem diese mit der Parole von dem unbedingten Festhalten an den Positionen des Tarifs von 1879, respektive an den Positionen des späteren Vertragstarises an einem toten Punkt angelangt war. Wenn neuerdings die Maßregel des Reichskanzlers, die bisherigen Entwürfe vorläufig noch als geheim zu behandeln, abfälliger Kritik begegnete, so ist die letztere durchaus ungerechtfertigt; denn es liegt auf der Hand, eine Bekanntgabe de?

(Nachdruck verboten.)

Das Heimathlled.

Original-Roman von Irene v. Hellmuth.

Fortsetzung.)

>ald Verföhnung und gemeinschaftliche Thätig- !eit beider Raffen folgen werden, welche die hauptsächlichste Bedingung sind für die Her- tellung eines auf gesunder Grundlage ruhenden und wie seine Schwesterföderationen Kanada und Australien einigen, freien blühenden und loyalen Südafrika".

Der Mann, der in der illoyalsten Weise aus egoistischen Beweggründen den Krieg angezettelt und die Freiheit mit Füßen getreten und das Land verwüstet hat, redet von einem zukünftigen reien, blühenden und loyalen Südafrika.Du ügst in Deinen Hals", heißt es im Shakespeare.

Das Schiedsgericht.

Wie ein Telegramm aus Petersburg be­richtet, bringt diePetersburger Zeitung" die im Augenblicke des bevorstehenden Berliner Besuches der Königin Wilhelmina von Holland lesonders interessante Nachricht, daß die beiden Buren - Republiken durch ihre Vertreter im Haag, Dr. Hendrik Müller und Dr. Leyds, sich an den internationalen Schiedshof im Haag gewendet haben, mit dem Ansuchen, )urch einen schiedsrichterlichen Ausspruch den südafrikanischen Krieg zu beenden. Sie haben sich bereit erklärt, dem Ausspruch des Schieds­gerichts sich unbedingt zu unterwerfen, und haben daran erinnert, daß die Republiken immer gewünscht haben, solchen Weg der Ver­ständigung zu gehen.Die Buren-Republiken sind die ersten, die den neu begründeten inter­nationalen Schiedshof anrufen, sie stellten das Gesuch sofort nach der officiellen Mittheilung von der Einrichtung des internationalen Hofes. Diese Mittheilung erging an alle Staaten und enthält einen Hinweis aus die Bestimmung der Friedenskonferenz, wonach die Thätigkeit des Schiedshofes sich auch erstrecken kann auf Streitigkeiten zwischen Staaten, welche die Beschlüsse der Friedenskonferenz nicht unter­zeichneten oder zwischen einem solchen Staat und einem, der die Beschlüsse wohl unterzeichnete, wenn beide Parteien übereinqekommen sind, sich an den internationalen Schiedsgerichlshof zu wenden."

Ein Unglücksfall in Pretoria.

Als der Burenkommandant Scheemann mit Familie und Freunden in seinem Hause eine als Kuriosität zurückbehaltene Lydditgranate besichtigte, zersprang das Geschoß. Scheemann wurde sofort getödtet, seine Tochter tödtlich, Frau Scheemann und zwei andere Personen schwer verwundet. Scheemann verwandte sich in letzter Zeit im Interesse des Friedens. Er wurde nach der Besetzung von Pretoria, wo er

mit sich fortzuziehen.

Bitte laffen Sie mich los ich möchte nach Hause!" rief Erika. Ihr Athem flog, sie rang ordentlich darnach, die Hand frei zu be­kommen.

Sie müffen zur Gesellschaft zurück, ich habe mich dafür verbürgt, Sie dahin zurückzubringen. Da sie versprochen haben, einige Lieder zu singen, können wir Sie nicht sreigeben!"

Ich will nicht!" schrie Erika zornig,und jetzt lassen Sie mich los!"

Was geht denn hier vor?" rief da plötzlich eine ungemein wohlklingende, sympathische Stimme,augenblicklich werden Sie die Dame freigeben oder bei Gott es soll Sie ge­reuen!"

eben erst in den Saal trat, übersah sofort die Situation, er bemerkte das ängstliche Gesichtchen Erikas und beschloß, sich ihr zu nähern, um Lola ein wenig zu überwachen.

Darf ich Sie um den ersten Tanz bitten?" rief er ihr zu.

Erika schüttelte heftig den Kopf. Etwas von dem alten Trotz glomm in den schönen, blauen Augen auf

Ich tanze überhaupt nicht," gab sie kühl zurück.

Oho," rief es von allen Seiten,das müssen Sie, Fräulein Trautmann!"

Ich möchte den sehen, der mich zwingen kann, wenn ich nicht will!"

, Ihre Augen blitzten, mit funkelnden Blicken maß sie die Gesellschaft.

Alle lachten.Ein allerliebster kleiner Trotzkopf," raunte einer der Herren feinem Nachbar zu.

Ja, reizend in der That, nur recht zimper­lich," nickte dieser.

Das wird schon bald anders werden in dieser Gesellschaft," lachte der Elfte wieder.

Als der Tanz begann, saß Erika allein am Tische. Sie hatte es durchgesetzt, daß man sie während des Tanzes unbeachtet ließ. Und darauf baute sie ihren Plan. Scheinbar unbe­fangen stand fie auf, ging um die Tanzenden herum, und schlüpfte zur Saalthüre hinaus. Freilich war es ihr bei diesem Manöver unmöglich gewesen, ihre Wirthin von ihrem Vorhaben zu unterrichten, da diese am ent­gegengesetzten Ende des Saales in lebhafter Unterhaltung faß. Die alte Dame würde durch ihre Umständlichkeit alles verrathen haben. Sie

In Transvaal machten die Buren mit mgeblich überlegenen Streitkräften am 23. ds. inen energischen Angriff auf einen Convoi eiche ei wischen Ventersdorp und Potschefstroom. Der euch. 8 lngriff wurde abgeschlagen, auf englischer Seite . i putben vier Mann getödtet und 30 verwundet,

«r Convoi wurde glücklich an seinen Be- timmungsort gebracht. Darob ist natürlich pcoße Freude bei den Engländern; sie übersehen bei, daß auch aus diesem Angriff die unge- (21 »rochene Widerstandskraft der Buren spricht. Daß die rauhe Beweglichkeit der Buren den cnhause inglündern noch manche Ueberraschung bereiten k nrd, darf man wohl erwarten. Jüngst ver-

würde sich vielleicht ein wenig ängstigen um sie, aber das schadete nichts, fie war doch nun frei und wollte unverzüglich nach Hause eilen. Einen Augenblick stand Erika aufathmend still, dann holte fie rasch ihre Garderobe, und hüllte sich in ihren Mantel.

Bald lag dieGrotte" hinter ihr. Sie hatte bereits die nur spärlich mit einigen Gas­laternen erleuchtete Pappelallee, die zum Bahn­hof führte, erreicht, als sie plötzlich hinter sich eilende Schritte vernahm. Unwillkürlich be­schleunigte sie ihren Gang, sie lief rasch vor­wärts, trotzdem gelang es ihr nicht, zu ent­kommen, die Allee wollte gar kein Ende nehmen.

Aber mein Fräulein", tönte die Stimme ihres Verfolgers dicht an ihrem Ohr,was fällt Ihnen denn ein, davonzulaufen?"

Der Champagner mochte ihn schon ein wenig erhitzt haben, denn er faßte nach ihrer

Wie zum Tröste für diese Hiobsbotschaft reibet Kitchener wieder eine Reihe kleinerer irfolge. Der wichtigste berselben ist, baß in recher 2 ltr Capkolonie ber Vormarsch ber -> vereinigten Burenkommandos unter Kritzinger mch Süden ist bei Bamboesberg durch die e -aschen Bewegungen der englischen Abtheilungen mtet Eorringe und von anderen Abtheilungen estört worden ist. Die Buren wandten sich, arost« fie den Weg versperrt fanden, nach Nord- vMMe ften- Kommandant Malans und Leutnant * ileete, die in einem Gefecht mit der Abteilung llollins verwundet wurden, werden als Gefangene

lach Cradock gebracht. Malans Kommando ist ' mgeblich zersprengt.

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Ehe Erika es sich versah, befand sie sich in inem dichten Kreis von Herrn und Damen, ne lebhaft auf sie einsprachen. Ihre Wirthin patte man zwischen zwei ältere Damen plazirt mb schien sich bald sehr angenehm zu unter-

-nantbeil überhaupt nicht gern, ber süßliche Geschmack ftr. 23 war ihr zuwider. Im Hause ihres geliebten ~7~ Lehrers, des Kapellmeisters Kühne, hätte sie i.-Str.l^ öfters Gelegenheit gehabt, Sekt zu trinken, aber >s 1. Sn pE ie^nte e§ jedesmal ab.

is parier »Ja, meine Gnädigste ich fehe mit Staunen, '» Ihr Glas noch immer gefüllt ist!" be­merkte einer der Herren.Sekt muß! rasch ge­trunken werden, sonst schmeckt er nicht mehr." Erika schüttelte nur den Kopf. Sie über­legte im Stillen, wie sie am ehesten unbemerkt ortkommen könnte, denn hier bleiben wollte sie <3' nicht, um keinen Preis! Sie wußte, man a _ würde sie auFlachen, sie für dumm und un- Ilf beholfen halten, aber das kümmerte sie nicht. Iw Fort, nur fort von dieser lärmenden, lachenden,

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di ii, Lai Das junge Mädchen fühlte sich äußerst un- di11^L«vehaglich.

.1 Einige Herren der Gesellschaft erboten sich, mfrnSini9e Nasche Sekt zu spenden, was mit ikf.-Str.lautem und allseitigemBravo" begrüßt wurde. Erika nippte nur an dem feingeschliffenen Kelchglas, das man ihr reichte. Sie trank Sekt

Jetzt endlich geben die englischen Behörden daß die Pest auch die englische Armee er- ßt hat. Amtlich wird aus London mitgetheilt, lolaeholM dort am 19. b. M. aus Kapstabt zwei aus ike« P «r Garnison von Mafeking stammenbe Solbaten ^gekommen sinb, welche an bet Pest erkrankt 3- mb. In Kapstabt betrug bie Zahl ber bis ) Mai Sonntag vorgekommenen Erkrankungen an ber ) )kst insgesammt 608, hiervon haben 308 Fälle