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Btt lern KreßMlatt für die Kreise Mmdmg unh Kirchhain.

ihren

Expedition

größeren Nach-

des

Der Kaiser hat auf den Antrag

die nebst

nunmehr Aufstand Regierung

im ist hat

)te Rückkehr unserer Chinakämpfer.

* Der Kaiser hat dem dentschen Volk eine «genehme Pfingstüberraschung bereitet. Graf Zaldersee, das Panzergeschwader und ein Theil >S ostasiatischen Expeditionskorps sollen in >ülde nach der Heimath zurückkehren. Bereits M ersten Pfingstfeiertag haben wir durch Extra- latt folgende Meldung verbreiten können:

telegraphische Verbindung zwischen der Küste und Peking unterbrochen worden war und die chinesische Regierung selbst ein falsches Spiel trieb. Li-Hung-Tschang und Genosten steckten ein unschuldiges Gesicht auf, sie erklärten, an »en Greuelthaten der Boxer keinen Antheil zu saben, thaten aber nichts, sie zu unterdrücken. 'Im 23. Juni theilte der Berliner chinesische Gesandte dem Auswärtigen Amte offiziell mit, » der deutsche Gesandte in Peking in Sicher­heit sei und sich wohl befinde. Diese Meldung erwies sich als eine auf Täuschung unserer Regierung berechnete Fälschung, denn bereits am 2. Juli traf die offizielle Nachricht hier ein, laß der deutsche und japanische Gesandte ermordet worden seien, daß die übrigen Gesandtschaften von 'lufständischen umzingelt seien, sich in der denk­bar gefährdetsten Lage befänden und daß die chinesischen Würdenträger die Boxer gewähren ießen. Die in China betheiligten Staaten, Deutschland, England, Frankreich und Amerika hatten dort allerdings bereits Streitkräfte, sie erwiesen sich aber bald zu schwach, um die Boxer niederzuwerfen. Eine internationale Streitmacht unter Führung des englischen Admirals Seymour hatte sich am 10. Juni von Tientsin nach Peking zum Entsatz der be- agerten Gesandtschaften aufgemacht, die Boxer versperrten ihr jedoch den Weg und sie mußten wieder umkehren, erst eine neue Erfatzkolonne »rächte in dem Augenblick, als die Noth am größten war, Hilfe. Dieser wackeren Truppe gelang es Peking zu besetzen, allerdings unter großen Verlusten. Mancher brave deutsche Offizier und mancher wackere Matrose büßte dabei sein Leben ein. Nunmehr zeigte sich, daß ne chinesische Regierung ein falsches Spiel rieb. War es richtig, daß sie bisher den besten Willen aber nicht die nöthige Kraft gehabt habe, der Boxer Herr zu werden, fo brauchte sie sich jetzt ja nur der Hilfe der europäischen Truppen zu bedienen. Das geschah nicht; der Hof floh ins innere des Landes, ebenso ver­schwanden die Vizekönige, den Boxern das Feld überlastend.

Alle diese Umstände nöthigten die betheiligten Staaten, neue ErpeditionSheere auszurüsten und sie unter ein einheitliches Oberkommando unter dem Grafen Waldersee zu stellen, um mit oder gegen den Willen der chinesischen Machthaber das Land zu pazifiziren. Nachdem bereits zu verschiedenen Terminen, während des Monats Juli die einzelnen Truppenkörper auf Schiffen des Norddeutschen Lloyd die Ausreise angetreten hatten, trat Graf Walderfee Ende August mit seinem Stabe die Reise nach Ostasien an, wo

er im Oktober eintraf. Die kriegerische Aktion war bei seiner Ankunft in China bereits be­endet. Angesichts des Aufmarsches der europäischen Truppen verging den Chinesen die Lust zu weiteren Nichtswürdigkeiten. Sie baten um Frieden, dem Grasen Waldersee war es vorbe- jalten, durch den Ernst der Waffen den Forder-

| Bestellungen

für den Monat Juni auf

^»erhessifche Zeit««s" tzeilagen werden von unserer

M«rb»r«

Mittwoch, 29. Mai 1901.

Es liegt ein wenig außerhalb der Stadt; Sie kennen doch die schöne Pappetallee, dicht beim Bahnhof? Am Ende derselben befiuoet sich dieGrotte", eines unserer besten Restaurants."

Als Erika am Abend mit ihrer Wirt hin den Saal betrat empfing sie ein lebhaftes Durch­einander von Stimmen nnd lautem Gelächter. Sie hatte sich diesesLesekränzchen" eigentlich ganz anders gedacht, vor allem viel ruhiger und stiller. Sie hatte geglaubt, einen kleinen Kreis von Künstlern und Gelehrten anzutreffen, und nun war hier eine bunte, lärmende Menge versammelt; sie war ein wenig verwirrt durch die vielen neugierigen Blicke, die man ihr zuwarf.

Ich hätte doch nicht hergehen sollen," flüsterte Erika fast bange, und sah sich ängst­lich um, ob sie nicht schleunigst Reißaus nehmen sollte. Doch da kam Lola Mattissen schon eilig quer durch den Saal auf sie zu, und schob ihren Arm durch den derlieben Kollegin".

Kommen Sie, ich möchte Sie sogleich mit einigen Herren und Damen bekannt machen. Sie werden schon längst mit Spannung er­wartet", rief sie heiter.Es soll zuerst ein wenig getanzt werden, dann folgen Eeiangs- und Musik-Vorträge, hierauf wieder Taus'.

Ich dachte mir die Sache anders, wird denn nicht vorgelesen?"

Ach ja", sagte Lola ein wenig gedehnt, aber man hat sich geeinigt, die Vorlesungen für heute ausfallen zu lasten".

(Fortsetzung folgt.)

Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch - ,ein und Neustadt, sowie von allen Post- «stalten und Landbriefträgern entgegen- enommen.

ungen der Botschafterkonferenz »ruck zu verleihen.

Das Chinaprogramm ist wesentlichen erfüllt, der niedergeworfen, die chinesische

Es sollte mir leid thun, wenn Ihr Plan ge­länge. Doch dies unschuldige Kind wird instinktiv Ihre Absicht ahnen."

Diesunschuldige Kind" hat Ihnen Wohl sehr gefallen? spöttelte Lola,ich hoste, es wird Ihrer Hilfe nicht bedürfen, um der kleinen Spröden klar zu machen, daß der Seft eine sehr wohlthätige Wirkung ausübt! Sie wird es schon von selbst glauben, wenn sie ihn erst geschmeckt hat! Ha, ha, und sie soll ihn schmecken, dafür sorge ich! Und einen Katzenjammer soll sie davon bekommen, an den sie ihrer Lebtage denken wird! Na, auf dieMignon", die dabei herauskommt, bin ich neugierig! Ich werde der Kleinen lehren, daß sie sich nicht in meinen Weg drängen darf, wenigstens nicht ungestraft!"

Sie machte eine spöttische Verbeugung.

Adjeu, Herr Hasenfuß, ich danke für gütige Unterstützung, auf Wiedersehen, morgen Abend, ha, ha!"

Damit eilte sie davon.

Kramer saß lange sinnend an feinem Schreibpult.

Da hat mich die Schlange eigentlich über­listet", murmelte er, zornig an der Unterlippe nagend.Aber ich werde ein wachsames Auge auf sie haben, warte nur, Du Kobold, ich bin auch noch da!"

Erika überlas gedankenvoll die schriftliche Einladung, die sie andern Tags von dem Vor­stand des Lesekränzchen-Vereins zugesandt erhielt.

Wo ist denn das Hotel zurGrotte"?" fragte sie ihre Wirthin, eine ältliche aber sehr gebildete Dame, mit überaus anziehenden, gütigen Zügen.

die Sühne an den Hauptschuldigen voll­zogen, weitere Akte der Buße werden folgen. Die Entschädigungsfrage ist gleichfalls in großen Zügen geregelt. Aus diesem Grunde ergiebt ich die Rückkehr unseres Panzergeschwaders und >ie Auflösung des Oberkommandos von selbst. Größere Truppenkörper werden natürlich in China verbleiben müssen. Unsere Wackern Soldaten aber, die Deutschlands Ehre und Interessen im fernen Osten gewahrt haben, »ürsen eines herzlichen Empfanges sicher fein.

Umschau.

Die Wehrfähigkeit der ländlichen und städtischen Bevölkerung.

Professor Brentano in München hatte be­kanntlich vor einiger Zeit auf Grund feiner tatistischen Erhebungen behauptet, daß von 759 986 in den Jahren 18931895 in das »eutfche Heer eingestellten Militärpflichtigen 512 041 aus Gegenden mit ÜberwiegendHandel und Industrie treibenden, mithinnicht einmal mehr ganz ein Drittel" aus überwiegend agrarischen Distrikten stammten, hat seiner Zeit das größte Aufsehen erregt und ist auch lebhaft bekämpft worden. Zur Grundlage für seine Statistik hatte Brentano die Gebiete des Deutschen Reiches in überwiegend agrarische und überwiegend industrielle getheilt und nach diesen die Anzahl der Ausgehobenen be­rechnet , ohne aber die Anzahl der Ge­stellungspflichtigen zu kennen. In einer späteren Darlegung gab Brentano selbst zu, daß das Tauglichkeitsverhältniß für den Militärdienst bei der Landbevölkerung größer sei, als das der städtischen; er seinerseits habe nur beweisen wollen, daß dicht bevölkerte Gegenden, zu denen die industriellen immer ge­hören , absolut mehr Rekruten lieferten, als dünn bevölkerte, wie dies verhältnißmäßig die landwirthschaftlichen meist seien. Zu einem ganz anderen Ergebniß als Brentano gelangte

Dr. Georg Bindewald unter Berücksichtigung »er vorn Lande nach der Stadt erfolgten Zu­wanderung jener in den Jahren 18931895 eingestellten 759986 Militärpflichtigen; danach entfielen nur 288 755 auf Industrie, Handel und Verkehr und der übrige, größere Theil von 501 231 auf die ländliche Bevölkerung.

In seiner jüngsten, dieser Tage erschienenen Untersuchung «Schmollers Jahrbuch für Gesetz­gebung, Verwaltung und Volkswirthschast im Deutschen Reiche, 2. Heft Verlag von Dimcker und Humblot) wendet Bindewald der Frage »er Wehrhaftigkeit der städtischen und ländlichen Bevölkerung erneut seine Aufmerksamkeit zu. Er wählte zur Untersuchung zunächst die Stadtkreise Halle und Hannover als demCharafter undUmfang nach Typen von Großstädten mit bedeutender und gesunder Entwickelung von Handel und Industrie, erner Linden bei Hannover als Typus einer nodernen, rapid entwickelten Industriestadt und teilte diesen Städten als ländliche Kreise einmal zur Seite den Kreis Hannover-Land, der bet geringem räumlichem Umfang und guter Boden­qualität neben der landwirthschaftlichen zugleich eine hohe industrielle Entwickelung aufweist, odann den Saalkreis als Typus eines Land­kreises mit hochentwickelter erstklassiger Ackerbaukultur und nicht unbedeutender Jndustrieentfaltung, endlich den Kreis Uelzen als Typus eines rein ländlichen Kreises, der räumlich zwar umfangreich, minder dagegen an Bodenqualität, bei ganz vorwiegendem Klein­grundbesitz eine nennenswerthe Industrie nicht enthält.

Das allgemeine Gesammtergebniß seiner sorgfältigen Prüfungen und Untersuchungen faßt Bindewald in dem Satze zusammen:Die Militärtauglichkeit der ländlichen Bevölkerung überwiegt diejenige der städtischen Bevölkerung trotz der unausgesetzien Abgabe eines großen Theiles kräftigen Menschenmateriales, und sie überwiegt um so mehr, je besser der Boden, je reicher die Gesammwerhältnisse, unbeschadet, ob ein Kreis sich rein Iändlich erhalten hat ober eine mäßige Jndustrieentwickelung zeigt, um so weniger aber, je mehr städtische und industrielle Einflüsse nach Wohnsitz und Beschäftigungsnoth in den Vordergrund treten."

Die unausgesetzt wachsende Bevölkerung be­findet sich aber auch auf einer unausgesetzten Wanderung vom Lande nach der Stadt, von Stadt zu Stadt aber niemals von der Stadt auf das Land. Die vielerlei schädigenden Ein­flüsse der alles an sich ziehenden Stadt können deshalb, um die deutsche Nation auf der Höhe ihrer quantitativen und qualitativen Wehr-

HB * ^Nachdruck verboten.)

| Das Heimathlicd.

| Original-Roman von Irene v. Hellmuth.

lgortsehung.)

!Das wäre charmant!" fiel Herr Kramer ein.Ich bin nämlich Vorstand des Lese- kränzchen-Vereins, und als solcher habe ich die Pflicht, für die Unterhaltung der Mitglieder zu sorgen. Sie würden also mit ihrer Zusage mir persönlich einen Gefallen erweisen!" f Erika machte ein ängstliches Gesicht.

Bedenken Sie doch, am Tage vor meinem ersten Auftreten! Nein, es geht wirklich nicht, ich muß am folgenden Abend möglichst ftisch sein und ich möchte gern meine Rolle nochmals durchnehmen, das kann man nicht, wenn man so spät zur Ruhe kommt! Es hängt von diesem ersten Auftreten zu viel ab."

Aber liebste Kollegin," fiel Lola eifrig ein,Sie brauchen nicht zu tanzen, wenn Sie nicht wollen; nur ein paar Lieder sollen Sie -fingen. Und überdies haben Sie doch den ganzen Vormittag zum Ausschlafen, Nachmittags rezetiren Sie dann Ihre Rolle, und find am Abend vollständig frisch!"

Nein, ich kann wirklich nicht, so leib es mir thut; ich gehe überhaupt nicht in Gesell­schaften, ich habe eine so liebenswürdige Wirthin gefunden, und bleibe lieber zu Hause. Ich möchte mir alles fernhalten, was mich aufregt und irgendwie störend wirken könnte. Und noch dazu jetzt, wo ich ein ganz fremdes Publikum vor mir habe, da muß man doppelt vorsichtig sein."

Reichskanzlers den Befehl zur Rückkehr des M Panzergeschwaders aus China gegeben und M ferner befohlen, daß die Auflösung des W deutschen Armee-Oberkommandos in Ostasien M sowie die Reduzirung bef ostasiatischen Ex- W peditionskorps vorbereitet werden soll." M Damit stehen wir vor dem Abschluß unserer sogenannten Chinawirren, die infolge des chine­sischen Boxeraufstandes zur Wahrung unserer Interessen in China, zum Schutze unserer dort anwesenden Landsleute und der christlichen Missionen, sowie zur Wahrung unserer natio­nalen Ehre vor Jahresfrist nothwendig wurde. Es erscheint angemeffen, einen kurzen Rückblick auf die Entwickelung der Dinge in Ostasien zu werfen.

Am 12. Juni war die vorjährige Reichs- tagssesfion im Anschluß an die enbgiltige An­nahme besFIottengesetzes geschlossen worben. Wenige Tage später und zwar am 16. Juni gelangten aus China beunruhigende Nachrichten zu uns. Es verlautete, daß alle Gesandtschaften hi Peking zerstört und der deutsche Gesandte ermordet worden sei. Des weiteren wurde von einem Aufstand der Boxer, einer fanatisch religiös-nationalistischen Sekte gemeldet, die mit Begünstigung der Kaserin Wittwe und der W chinesischen Würdenträger und Armeeführer Uallen Weißen den Tod geschworen und bereits BflCeS niedergernetzelt hätten. Es vergingen Tage Mund Wochen qualvoller Ungewißheit, weil die

Aber auf diese Weise werden Sie ja die Sklavin Ihres Berufes, bestes Fräulein," nahm Herr Kramer wieder das Wort, nachdem ihm Lola rasch einen auffordernden Blick zugeworfen hatte,ein Bischen Anregung kann gewiß nicht schaden, mir läge wirklich viel daran, wenn Sie sich entschließen könnten, und mein Dank wäre Ihnen sicher."

Nein, es thut mir leid, mein Herr aber--" .

Ach thun Sie es doch," flüsterte Lola,die Herren von der Presse rächen sich oft auf eigenthümliche Weise, ich fürchte, Sie würden es bereuen, die Bitte Herrn Kramers abgeschlagen zu haben."

Ein bedeutungsvoller Blick streifte Emka, die in ihrem Vorsatz schon etwas wankend ge­worden war. Sie sah wohl ein, daß sie nicht ausweichen konnte, ohne unhöflich zu erscheinen.

Nun denn," sagte sie nach kurzem Zögern, wenn Sie es so dringend wünschen, dann werde ich kommen, aber nur auf ein paar Stunden, und unter der Bedingung, daß ich meine Wirthin mitbringen darf."

Lola biß sich auf die Lippen, dirBedingung" paßte ihr nicht, sie wollte eben etwas einwenden, aber Kramer schnitt ihr das Wort ab, indem er sich an Erika wandte und in verbindlichstem Tone sagte:Es wird uns sehr angenehm sein, mein Fräulein."

Als Erika bann gegangen toar, trat er dicht vor Lola hin, und äußerte sehr ernst:Sie haben nun Ihren Willen, das Weitere ist Ihre Sache. Ich bitte Sie, mich ferner ganz aus dem Spiele zu lasten. Ich bebaute, in biefer Angelegenheit überhaupt etwas gethan zu haben.

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