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(Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch­hain und Neustadt, sowie von allen Post­anstalten und Landbriesträgern entgegen­genommen.

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Es unterliegt keinem Zweifel, daß die senbahnmagnaten ihren Zweck erreichen und eine ungeheure weitere Konzentration des ganzen Verkehrswesens in den Vereinigten "taaten in wenigen Händen sich vollziehen wird. Drei Männer sind es, die schon jetzt die Herr­schaft über einen großen Theil desselben in ihren Händen halten: Rockefeller, Morgan and Hill.

Ersterer beherrscht zugleich durch die Standard-

Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß diese Entwickelung unausgesetzt fortschreiten wird. Eine fast völlige Monopolisierung der gesamten Produktion unter der Herrschaft weniger Milliardäre scheint in Nordamerika unabwend­bar. Und mit dieser zugleich die politische Be­herrschung des Landes. Angesichts dieser That- fache dürfen wir uns im Deutschen Reiche wohl glücklich schätzen, daß die Herrschaft über das Tarifwesen in den Händen deS Staates liegt. §.

ich etwas kann, etwas Tüchtiges, Rechtes, dann Ludwig, dann werde ich wiederkommen, und sagen: Jetzt will ich hier bleiben, bei Dir, ich habe Dich lieb behalten, trotz Allem! Ich weiß, ich werde Dich immer lieb behalten, wie einen*

Sie stockte plötzlich, mitten in der Rede.

Wie einen Bruder," hatte sie sagen wollen. Aber, ob das die Liebe war, die er von ihr verlangte? Ob ihm das genügte?

In ihrem 16 jährigen Köpfchen dämmerte plötzlich die Ahnung auf, daß Ludwig eine andere Liebe meinte, als Bruder- und Schwester­liebe.

lieber das frische Gesicht Erikas ergoß sich eine glühende Röthe. Doch in einem Anflug von Schelmerei hob sie die Augen zu dem ernst blickenden Jugendsteunde.

Du hast doch bisher nie ein Wort dagegen gesprochen, wenn ich von meinen Zukunftsplänen mit Dir redete, warum willst Du mich in letzter Stunde von meinem Vorsätze abbringen?"

Ich hatte heute nicht die Absicht, mit Dir davon zu sprechen.

Mein lustiges Vöglein sollte frei und unge­hindert seine Flügel regen können, es sollte sich emporschwingen 'zur Sonnenhöhe des Glückes, des Ruhmes! Ich selbst war stolz auf Deine Kunst, Erika! Aber heute in dieser Abschieds­stunde, da faßte mich eine jähe Angst.

Wenn sie nun nicht mehr zu Dir zurück­kehrt, wenn ein Anderer kommt, und Dein Vögelchen, das mit seinem Gesänge Alle ent­zücken wird, wegfängt, was dann ?

So fragte ich mich. Man wird meiner süßen Nachtigall vielleicht einen schönen, goldenen

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nur den Blick auf die Vereinigten Staaten, auf Japan, Rußland und selbst auf- gewisse Balkantänder zu richten, um das sofort zu er­kennen. Jeder Staat, der in den Kreis des modernen Kulturlebens eintritt, hat sofort die Tendenz, sich zu einem Jndustriestaate zu ent­wickeln. Auch in der Weltwirthschaft fließt heute alles."

Das alles ist bisher von der freisinnigen Preffe niemals so offen ausgesprochen worden. Statt nun aber aus dieser endlich eingestardeaen Wahrheit den Schluß zu ziehen, das; wir über dem gefährlichen Wettkampf auf dem sogenannten Weltmarkt vor allen Dingen nicht vergessen dürfen, die Aufnahmefähigkeit unseres eigenen heimischen Marktes zu pflegen, meint das genannte Blatt, eine ge­wiße Beständigkeit der Absatzbedingungen könne nur auf dem künstlichen Wege der Vertrags- Politik erzielt werden, Daß diese Verträge dem Gegenkontrahenten dieselben Vortheile für seine Ausfuhr zu uns einräumen müssen, daß sie thätsächlich unsere Einfuhr mehr gefördert haben als unsere Ausfuhr, das verschweigt der Artikel. Auch wir sind für langfristige Handelsverträge, aber nicht für solche, die unsere Landwirthschast zu Gunsten des Industrie-Ex­portes preisgiebt.

Nordamerikanisches.

An der Effektenbörse in New-Jork herrscht zurzeit ein Spekulationsfieber, wie es etwa vor dem großen Krach im Jahre 1893 zu beob­achten war. Unterhalten wird dieser Tanz ums goldene Kalb in der Hauptsache von den Eisenbahnkönigen, welche eine großartige Konzen­tration der Eisenbahnlinien planen und zu dem Zwecke die Kurse der Eisenbahn-Aktien ins Ungemessene in die Höhe treiben. Es ist ihnen dadurch gelungen, das Publikum im größten Etile zur Theilnahme an der Spekulation heran

Umschau.

" Wird der Landtag aufgelöst?

Diese Frage steht zur Zeit im Vordergründe des Interesses. DerHamburgische Korre­spondent", der über die Vorgänge im Reichs­kanzlerpalais stets gut unterrichtet ist und sich stets als ein gelehriger Schüler für die Weisungen des Preßbureaus des Auswärtigen Amtes erwiesen hat, verräth uns darüber das Folgende:

Der Oberpräfident von Bethmann-Hollweg war bekanntlich vom Grafen von Bülow zum Minister des Inneren ausersehen. Zur Vor­bedingung für die Annahme dieses Amtes hat er dieNichtauflösungdeSAbgeordnetenhauses gemacht, aber Graf v. Bülow hat sich darauf nicht ein­gelassen. Nun kann man allerdings sagen, Graf v. Bülow hat es deshalb nicht gethan, um sich nicht die Hände zu binden, der näher­liegende Schluß ist jedoch der, daß im Programm des Grafen v. Bülow, dessen Durchführung mit der einstweiligen Zurückziehung der Kanalvor­lage und mit der Verabschiedung des Ministers v. Mipuel begonnen hat, auch die Auflösung des Abgeordnetenhauses im Spätsommer liegt. Die Parteien werden deshalb gut thun, mit dieser Möglichkeit zu rechnen.

loaer iu aillrrt! Sirte

(Nachdruck verboten.)

Das Heimathlied.

OriatooMtoman von Irene v. Hellmuth.

(Fortfetzmrg.)

r,Zinn. i, Eisen,

Dieses Triumvirat beherrscht schon heute 31 der größten und wichtigsten Eisenbahnlinien von einer Gesammtlänge von 77 000 englischen Meilen. Welche Tragweite dieser Thatsache auch über das wirthschaftliche Gebiet hinaus beiwohnt, welches Maß von Korruption daraus hervorgeht, davon gewinnt man eine Idee durch den Ausspruch des Rechtslehrers John Lawson, der in seinenLeading Cafes Simplified" schon vor längerer Zeit seine Studenten vor einer eingehenderen Beachtung der Entscheidungen des Obergerichtshofs von Pennshlvanien warnte, denn:Die Pennsylvania-Eisenbahn scheint über die Rechtsprechung dieses Gerichtshofes mit der­selben Souveränetüt zu disponieren, wie über den Abgang ihrer Bahnzüge."

Uebrigens ist die Beherrschung des Verkehrs­wesens für die gesarnmten Eisenbahnkönige nicht ausschließlich Selbstzweck, sondern in höherem Grade nur Mittel zum Zweck. Es ist das Mittel, durch das sie die gesammte industrielle und landwirthfchaftliche Produktion von Nord­amerika unter ihre Herrschaft bringen wollen und zum nicht geringen Theil auch thätsächlich schon gebracht haben.

Daß sie die Getreidepreife durch die will­kürliche Handhabung der Tarifsätze im Bunde mit dem großen nordamerikanischen Elevatoren» ring fast unumschränkt, und zwar zum Schaden der gesammten Landschaft fast immer ä la Baisse bestimmen, ist eine in amerikanischen Händler- und Farmerkreisen nicht mehr bestrittene Thatsache. Ebenso zweifellos ist es, daß sie sich eine völlige Herrschaft über die Petroleumproduktion dadurch erzwungen haben, daß sie alle widerwilligen Konkurrenten durch willkürlich erhöhte Eisen- bahntarife zu Grunde richteten. Der Eisen- und Stahltrust, der Zuckertrust, der Whiskehtrust, sie alle sind mit demselben Mittel zustande gebracht.

Neuerdings sind diese Eisenbahn- und Trust­könige auch mehr und mehr die Eigenthümer aller Eisen- und Kohlengruben und Wälder geworden. Etwa 63 Proz. der gesammten Kohlen Produktion ist in ihren Händen. Sie zwingen die Eigenthümer zum Verkauf durch Verweigerung von Wagen und durch Tarifsätze, welche einen nutzbringenden Verkauf unmöglich machen. Je nachdem sie eine große oder ge­ringere Förderung wollen, stellen sie viele, wenige oder gar keine Wagen. So haben sie, wie schon die Enquete des Kongresses vom Jahre 1893 feststellte, den inländischen Preis für Holzkohle um 1,35 Dollar erhöht, indem sie die Zwischenhändler in den Städten, die völlig von ihnen abhängig sind, zwangen, die Preise hochzuhalten.

's Bestellungen

für den Monat Juni auf

Oberheffifche Seitnng"

4 Beilagen werden von unserer

8 dann über die rothen Lippen, die unbewußt «n Ton der Kinderzeit wiederfanden:Ich ?n Dir gut, Ludwig, ganz gewiß, aber iehst Du, mein Vorhaben kann ich des- hegen nicht aufgeben, und," fuhr sie ernster irr Ho^werdend eifrig fort:Das brauche ich auch ________ .Jir nicht! Laß mich nur erst hinaus in die wie uni Belt, laß mich das Leben, von dem ich schon erkauttN , lange geträumt, erst kennen lernen, es ist nun ------- inmal mein innigster Wunsch! Und bann, kenn ich erreicht, was ich gewollt, wenn ich ine Künstlerin geworden bin, und ich mir agen kann: Ich bin nicht auf halbem Wege .. . ehen geblieben, ich habe den Gipfel erklommen, otUlyc e haben mir zugejubelt und mir gesagt, daß

Oil-Company die gesammte Petroleumproduktion Kordamerikas und ist fortwährend bemüht, die Produktion der. ganzen Welt unter seine Kontrolle zu bringen. Bis jetzt haben Rumänien und Rußland feinen Anerbietungen gegenüber sich ablehnend verhalten. Ob für immer, steht ^.'dahin. Morgan ist der Gründer des soeben *® ZS perfekt gewordenen riesigen Eisen- und Stahl- -- teuft. Hill beherrscht eine große Anzahl über- , -seeischer Dampferlinien, insbesondere hängen : (S.ültX die Frachtsätze von der Pacificküste fast voll­ständig von ihm ab.

locken. Jeder will an den riesigen Gewinnen seinen Theil haben, die an der Börse täglich gemacht werden. Als ein Maßstab für die Höhe dieses Spekulationsfiebers kann die That­sache gelten, daß der Preis der Börsen-Mitglied- * "Müskarten in wenigen Tagen von 125 Doll, auf 8900 Doll, stieg.

Zur Lage.

Es ist wieder einmal still geworden auf dem Kriegsschauplatz oder, vorsichtiger gesagt, die Engländer veröffentlichen ferne Nachrichten über die neuesten Vorgänge, sie haben ja auch Grund genug, die Aufmerksamkeit davon abzulenken, daß die angeblich völlig bemoralifnten Buren abermals in der Kapkolonie foncentriren. Zwei Meldungen sind es nur, die das Reuterbureau heute verbreitet. Die eine besagt, daß der frühere Präsident Prätorius am 19. d. M. in Potschefstroom nach zweitägiger Krankheit ge­storben ist. Die andere aus London bahrte Meldung konstatirt in trockenen Worten, daß die Kosten des Burenkrieges nach amtlicher Mit­theilung des englischen Finanzministers bis jetzt 147 657000 Lstrl. betragen.

Don der Her mannsburger Mission.

Im Südosten von Transvaal find bekanntlich vor kurzem die Distrikte Uetrecht, Piet Retief und Vryheid verwüstet worden. Das hat unsere Mission wieder besonders schwer betroffen, weil diese in dem be­zeichneten Gebiet sechs Missionsstationen hat und weil sehr viele Hermannsburger Kolonisten dort wohnen. Die großen deutschen lutherischen Gemeinden Lüneburg wie ich Dir das meinige rückhaltlos zu eigen gebe! Das bedenke, Erika und hüte Dich vor dem goldenen Käfig!"

Mit leidenschaftlicher Heftigkeit preßt er sie plötzlich an sich und bedeckte ihrenMund tnitKüfsen.

Um sie her wogte der Herbstnebel, sprühte der Regen hernieder, der alles wie in einen grauen Schleier einhüllte. Erika wo: wie betäubt. Sie riß sich los und rannte ohne ein weiteres Wort, ohne einen Gruß davon, die schlüpfrige Straße entlang, auf der ih. Fuß mehrere Male auszugleiten drohte. Sie sah sich nicht um, und so bemerkte sie nicht, daß Ludwig ihr nachstarrte, bis sie im Nebelgrauen verschwand.

Mit glühenden Wangen und hochklopfendem Herzen langte sie zu Hause an. Frau Betty betrachtete kopfschüttelnd das aufgeregte Mädchen.

Ja, Kindchen, wie siehst Du denn aus?" Ich bin ein wenig gelaufen, weil es draußen regnet! war die leise Antwort.

So? Nun aber komm, ich habe schöne Bratäpfel für Dich. Reinhold hat auch ge­schrieben, es geht ihm gut, zu Weihnachten wird er kommen. Er hofft, daß Du ebenfalls ba|fein wirst."

Frau Betty plauderte von allem Möglichen, um ihre eigene Rührung zu verbergen. Der Abschied vonihrem lieben Kinde" fiel ihr un­endlich schwer; doch sie wollte es sich nicht merken lassen, weil sie fühlte, daß auch Erika ihre ganze Fassung nöthig hatte, um sta dhast zu bleiben. Das sonst so heitere Mädchen prach kaum ein Wort. Auch Frau B tty's Bratäpfel, eine Lieblingsspeise Erikas, blieben unberührt im Ofen liegen. (Forts, folgt.)

Ein Zugeständ niß.

DieKreuzztg." macht aus einen Leitartikel desBerk. Tageblatts" überDie Lage der deutschen Arbeit" aufmerksam, in welchem dem freihändlerischen Blatt ein wirthscyaftspolitisches Zugeständniß entschlüpft ist. Als Ursache der gegenwärtigen industriellen Krise wird die starke Ueberproduktion in Deutschland und in anderen großen Industriestaaten bezeichnet; wann der Weltmarkt wieder aufnahmefähig werde, lasse sich heute viel weniger als bei früheren Krisen vorausbestimmen: ,Die in­dustrielle Kraft unserer bisherigen Absatzgebiete ist außerordentlich gewachsen. Man braucht Käfig zeigen, und sie wird, geblendet von dem Glanz, sich willig einfangen lassen. Und wenn sie dann erkannt hat, daß es Truggold war, was sie lockte, bann wirb sie wohl traurig baS Köpfchen hängen, und an den Stäben sich die Flügel wund stoßen, aber heraus wird sie nicht mehr können, denn sie ist gefangen. Siehst Du, Erika, ich gönne Dir ja alles Glück der Welt, Du sollst fingen, und die Menge zur Begeisterung hinreißen, wie mein Vater sagt, aber, denke an den goldenen Käfig!"

Das Mädchen schüttelte lachend den Kopf.

Deine Lerche läßt sich nicht so leicht fangen, wozu hätte sie denn ihre Flügel? Sie wird jubilirend emporschwingen, und desjenigen spotten, der sich einbildet, er dürfe sie nur blenden mit ein wenig Truggold, und sie würde sich blind­lings einsperren lassen. Nein, so dumm ist sie nun doch nicht! Sie wird sich der schönen, großen Welt freuen, und wenn sie genug ge­sehen und gesungen hat, dann wird sie zurückkehren in das heimathliche Nest."

Ludwig schüttelte traurig den Kopf.

Vielleicht, wer weiß es! Ein Vogel, der gelernt hat, die Schwingen zu regen, kehrt nicht freiwillig in den Käfig zurück, wo man ihn halten und nie, nie mehr loslaffen will. Selbst wenn man ihn mit Zuckerbrot füttern würde, er würde es verschmähen!"

Undankbar bin ich nicht!" sagte Erika mit blitzenden Augen.Meinst Du, ich könnte jemals vergessen, was Ihr an mir gethan?"

Ludwig sah sie groß an.

~Aus Dankbarkeit sollst Du nicht meine Frau werden, das genügt mir nicht! Ich will Dein Herz besitzen, Dein ganzes, volles Herz,

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OwmUelieUeee: 30o»rtrte» G,»atagSblatt.

Sonnabend, 25. Mai 1901. * _*

Ludwig brach plötzlich in voller Leiden- chaft aus:Erika, Du weißt, daß ich Dich ieb habe, lange schon, ich flehe Dich an, lieb den Plan, Sängerin zu werden auf, ®°rt draußen in der Welt werde ich Dich &__l_werlieren, sie werden Dich umschmeicheln, Dir

tAMt düsend schöne Dinge sagen, sie werden Dir "i Alles zu Füßen legen, Gold, Ehre Alles,

k», irter so lieb wie ich, kann Dich Keiner haben

i-~ Keiner, denn ich würde mein Leben für Dich tkderHingeben. Wenn ich nur wüßte, was ich thun dauer«üßte, um Dich zu halten, Dich ganz für mich >er GrößD gewinnen!"

(3t~l Erika schwieg nach diesem leidenschastichen - r, krguß eine Weile still, doch klar und fest kam

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