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(Fortsetzung folgt.)

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Erika schaute den Frager mit großen Augen an. Sie versuchte scherzend über die Antwort hinweg zu kommen.

- schen Genossenschaften unseres Regierungsbezirkes statt. Es sind fünf Jahre her, seit dieser Ver­band zum ersten Male in Marburg tagte.

- Damals schloß einer der Festredner seinen Vor­trag mit den Worten:Wir wollen es dahin ! bringen, daß in jedem Dorfe Hessens ein Der-

itin besteht, der die ganze Dorfschaft umfaßt, und daß alle diese Vereine ihren Bedarf an Held und landwirthschaftlichen Artikeln bei nhrer Caffeler Filiale decken, und daß alle Wilialen Deutschlands mit ihren Tausenden von Vereinen in einer großen Centrale als ein-

* e *

An einem kühlen, regennaflen Herbsttag »änderte Erika mit ihrer Mufikmappe heim- >ärts. Ein feiner Sprühregen schlug ihr ins Besicht, der heftige Wind jagte Haufen gelber plättet vor sich her, und schüttelte dann die fronen der kahlen Bäume, als triumphire er Per sein gelungenes Werk. Es war ein großes Sterben in der Natur, das ein gefühlvolles Derz wehmüthig stimmen mußte. Alles rings- Mnher sah so trübe und traurig aus, keine

Das war nun freilich schon längst vorbei und an die Stelle der übermüthigen, aus- gelasienen Kinderspiele war etwa« Anderes ge­treten, etwas, das sich nicht laut äußerte aber desto inniger im tiefsten Herzen fühlbar wurde. Ludwig, der ein paar Jahre älter war, als seine Spielgenosfin, wußte es längst, daß er diese liebte, so heiß und innig, und daß eS auf Erden nichts gab, was ihm theurer wär als sie. Wenn er trotzdem nie gewagt hatte, ihr davon zu sprechen, so hatte das seinen Grund darin, daß Erika nichts anderes zu kennen schien, als ihre Kunst, und als höchstes Ziel immer den Beruf einer Künstlerin vor Augen hatte. Sie träumte von Ruhm nnd Ehren, von Gold und Lorbeeren, aber von der Liebe, die Ludwig be­seelte,^ schien sie nichts zu empfinden, wie fie auch seine heißen Blicke nicht zu verstehen schien, die ihr doch eigentlich verrathen mußten, was in seinem Herzen vorging.

Doch heute, da Erika gekommen war, Abschied zu nehmen, und als sie, die Lustige, Ueber- müthige, sich dabei der Thränen nicht zu er­wehren vermochte, da glaubte Ludwig, daß diese Thränen auch zum Theil dem Abschied von ihm selbst galten. Als dann Erika wieder und immer wieder ihrem freundlichen Lehrer die Hand reichte, und dieser, selbst tief bewegt, ihren stürmischen Dank abwehrte mit den Worten:Was ich an Dir that, ich that es gern, Du hast mir viele Freude gemacht durch Deinen Eifer und Dein Talent", da war es

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Freitag 24 Mai 1901.

agen:Sonderbare Schwärmer!" Lassen Sie m,s gehen wir haben zwei Mächte für uns,

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lustige Vogelstimme tönte mehr aus dem Walde, die Berge drüben verschwammen in dem Nebel- Wogen, so daß nicht einmal mehr die Umriffe zu erkennen waren. Man hatte Mühe, um nicht auszugleiten, denn der Boden befand sich in einem sehr schlüpfrigen Zustand. In die Regentropfen mischten sich hie und da kleine Schneeflocken, es war recht unfreundlich hier draußen. Erika gewahrte das kaum. In ihren schönen blauen Augen glänzten heute Thränen.

Wie oft bin ich nun schon diesen Weg ge­wandert," sagte sie zu dem jungen Mann, der schweigend an ihrer Seite dahinschritt, um fie, wie eS seine Gewohnheit war, ein Stück des Weges zu begleiten. Er hatte das schvlk ge- than, als er noch ein ganz junger Bursche war. Täglich legten sie zusammen denselben Weg zurück, wenn auch nicht immer so still und ruhig wie heute. Wenn Erika nach beendetem Unterricht sich auf den Heimweg machte, dann griff auch Ludwig, der Sohn des Kapellmeisters Kühne, eilig nach feiner Mütze, und dann ging es an ein Haschen und Jagen, an ein Jauchzen und Schreien, daß der Wald widerhallte. Jedes wollte zuerst den Berg erklimmen, so daß Beide dann athemlos, mit glühenden Wangen oben ankamen. Deckte aber Schnee ringsum die Erde zu, dann ging die Lust erst recht an. Es war eine lustige Schlacht, die da geschlagen wurde, das laute Jauchzen der Kinder schallte oft genug den Berg hinab, wenn sie sich gegen­seitig mit Schneebällen bombardirtcn. Es ge- nirte sie durchaus nicht, wenn Eines das Andere empfindlich an Nase oder Ohren traf, fie lachten nur um so unbändiger, wenn ein Wurf gelang.

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Bestellungen

für den Monat Juni auf die ^Oterheffifche Zeit«««" nebst ihren Veilagen werden von unserer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch­hain und Neustadt, sowie von allen Post­

ieren die eine ewige Jugend hat und die andere röte fast unverwüstliche Kraft: Christen-

Im Jahre 1899 wurden in 286 Vereinen, die man zur Statistik heranzog, von Landleuten nicht weniger als 5 Millionen 700000 Mark eingelegt. Der Gewinn, der von diesen Millionen gemacht wurde, ist, da diese Gelder lediglich wieder an Landleute ausgeliehen und dadurch dem Spekulantenthum entzogen wurden, auch nur der produktiven Landarbeit zu Gute ge­kommen, zu deren Befruchtung er diente. So erweisen sich diese Genossenschaften schon hier als ein starkes Bollwerk gegenüber einer unge­sunden großkapitalistischen Entwicklung, deren nothwendige Kehrseite eine Verarmung der Mafien und vor allem eine Verödung des flachen Landes ist. Dadurch, daß diese Vereine das Sparen so bequem machen, indem fie er­möglichen, die kleinsten Beträge im eigenen Dorf verzinslich anzulegen, wird natürlich viel mehr gespart als ohne dies. Dadurch, daß fie den Abfluß des Geldes nach den Städten hindern, hemmen fie die verderbliche Verödung des Landes. Im Ganzen hatten die Vereine am Anfang des neuen Jahrhunderts 16 Mill. 740 000 Mark Spareinlagen aus ihren Bezirken.

Noch mehr springt die segensreiche Wirk­samkeit der Vereine in die Augen, wenn man bedenkt, daß im Jahre 1899 an Darlehen 3 Millionen 623 000 Mark gegeben wurden. Welche Summen würde an diesem Geld der Wucher unter Ausnutzung des ihm durch fein Kapital dem Landmann gegenüber gegebenen Uebergewichts verdient haben! Welche Zinsen hätten bezahlt werden müssen in einer Zeit, wo die Reichsbank 6 und 7 % nahm. Der höchste Zinsfuß den die Vereine nahmen, hat 5% nicht überstiegen; 44>/r'/o war das Normale. Es sind 27000 hessische Landleute, welche am Ende des Jahres 1899 als Schuldner in den Büchern ihrer eigenen Genossenschaften standen, und so trotz ihrer Schulden wirthschaft- liche freie unabhängige Männer bleiben konnten.

Im Ganzen hatten fie an diesem Zeitpunkt 13 Millionen 320 000 Mark Schulden, eine ge­waltige Last, aber doch nicht im Entferntesten zu vergleichen mit der Last, welche dieselbe Summe bedeutete, wenn sie durch die Hände des WucherthumS gegangen wäre. Die Höhe der Darlehn schwankte zwischen 10 Mark und 30 000 Mark, ein Beweis, wie hier, das kleinste und das größte Creditbedürfniß befriedigt wird.

Der Volkswirth wird hier freilich die Frage stellen: Ist es nicht gefährlich, in dieser Weise das Borgen leicht zu machen? Ist eS wirklich als ein Segen zu betrachten, wenn die Pump- gelegen^eiten so bequem ins Dorf kommen? Nun Raiffeisen und feine Nach-

(367: emeifter, 44.

(Nachdruck verboten.)

Das Heimathlied.

Original-Roman von Irene v. Hellmuth.

(flortfetzuNg.)

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I.

Am 17. und 18. Juli d. Js. findet in Marburg der DerbandStag der Raiffeisen-

liefent Sinne tragen wir Raiffeissens Banner von Dorf zu Dorf, in diesem Sinne rufen wir: Hie gut Raiffeisen allewege!"

Dem hier mit Begeisterung aufgesteckten Jiel ist nun die hessische Landbevölkerung in »en seitdem verflossenen fünf Jahren ein gut kheil näher gekommen. Unter der zielbewußten Leitung ihres Verbandsdirektors Rexdrodt, bet von Hunderten treuer Mitarbeiter besonders mS dem Pfarrer- und Lehrerstand verständniß- wll unterstützt wurde, ist das hessische Genossen- chaftswesen zu einer wirthschaf tlichen Nacht angewachsen, wie das Hessenland keine jtoeite aufzuweisen haben dürfte.

Ohne politische Agitation, lediglich durch castlose wirthschaftliche Arbeit sind zehntausende

Wenn Santoff die Kinder im Schlosse des II (364 &tafen Düren vermuthet, so wird er, wie ich ihn beurtheile, sich nicht entschließen, sie hier Slfzusuchen; denn er ging damals im Zorn i. Eisen, fnb als Beleidigter fort, und wird nicht hierher F.le 9<". vrückkehren. Mindestens hätte er es längst i ethan, wenn er die Absicht hätte. Wer weiß I uch, ob ihm bekannt ist, wo die Kinder sind?''

von bäuerlichen Existenzen hier zusammengefaßt zu einheitlicher Action, durchdrungen von einem Geiste. Es hat freilich viel Mühe und Arbeit gekostet, bis das Ganze auf die Höhe gebracht war, viel mehr Mühe als das Zusammen­bringen einer politischen Parteimacht etwa er­fordert. Denn treu dem Geiste deS Gründers dieser Genossenschaften, Friedr. Wilhelm Raiffeissen, hat man geglaubt, es mit dem Worte des Demosthenes halten zu sollen, wenn er sagte:Bevor nicht eine gehörige Grund­lage gelegt ist, hafte ich es für überflüssig, von weiterem zu reden."

Deshalb hat man zuerst in den einzelnen Vereinen eine tüchtige Grundlage gelegt und die Organisation derselben nach dem Bedürsniß gebildet, statt zuerst eine große Form zu schaffen und es dann der Zeit zu überlassen, dieselbe mit dem riöthigen Inhalt zu erfüllen. Der Weg, den die Raiffeifiensache gegangen ist, ist zwar sehr naheliegend, wird aber von unseren meisten Dolksbeglückern vermieden, weil er die meisten Schwierigkeiten bietet. Trotzdem wird er der einzige bleiben, auf dem für die Dauer Großes geschaffen wird. Die Organisation wird immer daS Veränderliche fein und fie wird, wenn sie auch noch so genial und cotrect gedacht ist, zufammenbrechen, wenn die Funda­mente nicht mehr ober noch nicht fest genug sind.

Es dürfte unsere Leser interessiren, einige Zahlen über den gegenwärtigen Stand dieser Sache zu hören. Der Hessische Verband ländlicher Genossenschaften Raiff- eissenscher Organisation ist ein Theil des über ganz Deutschland sich er­streckenden Generalverbandes zu Neuwied. Der Bedarf der Vereine an Geld und Waaren wirb burch bie Land- wirthschaftliche Central - Darlehns- taffe befriebigt, bie eine Filiale in Cassel hat. Dem Generalverbanb gehören circa 4000 Genossenschaften an; bie Generalbank hatte in 1899 einen Umsatz von weit über 400 Millionen. Der Hessische Verband umfaßt heute 355 Genossenschaften, darunter 325 Dar- lehnskassew Vereine, 7 Kornhausgenossenfchasten, 17 Molkereigenossenschaften, 2 Pferdezucht­genossenschaften u. s. tu.

Den Kern des Ganzen bilden bie Dar- lehnskassen-Vereinc. Wie biefelben ber Landbevölkerung bienen, geht am besten aus den Zahlen hervor, bie sie in 1899 erzielt haben. AuS ben Angaben beS Vereinsorgans der hessischen Genossenschaften, bes im Regierungs­bezirk in 16000 Exemplaren alle 14 Tage er- scheinenben Raifseisenboten ergiebt sich Folgendes:

ersetzen, was Du erträumt: Gold, Ehre, Ruhm! Was sind fie gegen meine Liebe?"

Aber als Erika nach einem letzten Gruß sich anschickte, den Heimweg anzutreten, da griff Ludwig nur stumm nach seinem Hut, üm sie zum letzten Mal zu begleiten. Nun wanderten sie schweigend in dem Nebelgeriesel durch den herbstlichen Wald. Erika wischte manchmal verstohlen die hellen Tropfen fort, die immer wieder in die Augen traten. Ludwig seufzte tief auf.

Mußte es denn fein, daß Du uns verläßt sagte er endlich gepreßt.

Das junge Mädchen sah ihn verwundert an.

Gewiß muß das fein, Ludwig. Dein Vater behauptet doch auch, daß das unerläßlich ist, wenn ich Sängerin werden will!"

Und eine Sängerin willst Du durchaus werden?"

Nun, ich denke doch, das ist lange und oft zwischen uns erörtert worden. Was soll die Frage nun?"

Und wenn jetzt Einer käme und bäte: Bleibe hier, wo Du so glücklich warst, ich will Dich lieoen, mehr als mich selbst, ich will Dich auf den Händen tragen, nur geh nicht fort, denn ohne Dich zu leben, scheint mir eine Un­möglichkeit ! Was würdest Du ihm sagen?"

Haupt noch etwas zu holen war, bis zur äußersten Höhe borgte, und daß er endlich ge­flissentlich darauf bedacht wgx, eine Tilgung der Schuld zu verhindern. ^Wciell das Letzte kann man dem privaten Geldgeber auch dem redlichen absolut nicht verdenken, denn er ist ja dadurch, daß man ihm sein Kapital zurückzahlt, genothigt, von neuem nach einer Anlage zu suchen, er kann sich mit Rücksicht auf fein eigenes Wohl nicht gefallen lassen, daß ihm das, was scheffelweise geholt wurde, etwa löffelweise wiedergebracht wird. Andererseits muß aber jeder ordentliche Haushälter doch er nst­lich bedacht sein, gemachte Schulden wieder zu tilgen; er wird aber nur in seltenen Fällen ein größeres Kapital mit einem Mal abtragen können. Hier standen und stehen sich also die Interessen auch des redlichen Privatgcld- geberS und die des ordentlichen Geldnehmers unversöhnlich gegenüber. Der Zwiespalt ist aufs Vorzüglichste durch die Genossenschaft aus- gefüllt. Sie gewährt dem Geldbesitzer eine sichere und bequeme Anlagegelegenheit und giebt dem Geldnehmer die Möglichkeit feine Schulden in ganz kleinen Beträgen wieder zurückzuzahlen. Weil ihre Zahlstelle außerdem dem Schuldner vor der Hausthür liegt, so ist diese Möglichkeit nicht nur theorethisch gegeben, sondern wird auch praktisch benutzt.

Im Jahre 1899 wurden 2 Mill. 112 000 Mark zurückgezahlt. Dergleichen wir diese Summe mit der der ausgeliehenen Darlehen, so sind über 58 % der ausgeliehenen Darlehen wieder zurückgezahlt. Von Pumpgenosscn- schaften" kann also hier keine Rede sein.

Außerdem geben Statut sowohl wie Ge- fchäftsanweifung diesen Raiffeifenschcn Genossen­schaften die eingehendsten und in Jahrzehnte langen Erfahrung aufs Beste erprobten An­leitungen über die Art der Ausleihung und der Zurückzahlung, bestimmen ferner ausdrücklich, daß die Darlehn nur zu wirtschaftlich berechtigten Zwecken gegeben werden und verlangen die sorgfältigste Prüfung der Ver­hältnisse des Schuldners.

folger find zwar der überwiegenden Mehr- zahl nach keine theorethifchen Dolkswirthe wohl aber praktische Leute, und sie haben diese Seite ber Sache stets im Auge gehabt. Es ist ihnen nicht entgangen, daß die schlimmsten Schäden bei der privaten Geldvermittelung durch den Wucherer nicht in erster Linie die hohen Zinsen waren, sondern die, daß der Wucherer auch bann noch borgte unb zwar bann grabe mit Vorliebe, wenn ber Zweck, zu bem Geld verwandt wurde, durchaus fein wirthschaiilich berechtigter war, daß er ferner da, wo uber-

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liefen beiden ist es uns nicht bange für bie Desl. Off Zukunft. Sollte es unserem Volke beschieden ---ein, eine schwere Katastrophe bestehen zu müssen diese beiden werden sie überdauern. In

Bah dabei ist nichts zu befürchten!

Loher sollte er wissen, daß das die Kinder ♦Vi4t Siegfrieds find? Führen sie nicht den Namen firn Trautmann?" Unter dem Namen Bernhardt

Bäte eine Entdeckung schon eher möglich. Aber en kennen sie ja selbst nicht!"

felweiiL enftalten und Landbriefträgern entgegen^ 70 Pfg karte

^«^^eitliche Macht verbündet sind.

Ludwig, als müßte er auf bas Mädchen zu- . stürzen und es anflehen:Bleib', o bleibe *

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-----. Präsidentin.

astirrö Und wenn er, das ist eben der tückische rt. 6in®ufflC. den ich meine, den Kindern draußen der Welt begegnen sollte?"

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